heim, Limburg, Dillenburg, Ehringshausen 2c.) Auch ihnen sollen in Zukunft keine Unfallkranken mehr zugeführt werden bezw. sollen sie, sobald sie transportfähig Die geworden sind, ihnen wieder entzogen werden. dort tätigen Aerzte haben demnach nur die Mühe, den ersten Verband anzulegen, womöglich während der Nacht, oder erste Anordnungen zu treffen, die Fortsetzung der Behandlung wird ihnen einfach entwunden. Dabei sind diese Krankenhäuser unzweifelhaft erstklassig eingerichtet und geleitet. Es kann ferner nicht genug die Notwendigkeit hervorgehoben werden, daß der Arzt mit seinem Patienten in Berührung bleibt und daß er auch fernerhin sich von seinem Befinden überzeugen kann. Das tann aber nur geschehen, wenn die betreffenden Verletzten in ein nahegelegenes Krankenhaus eingewiesen werden können. Auch erheischt es das Interesse sowohl des Kranken wie seiner Angehörigen, beiden die Möglichkeit des Besuchens zu erleichtern.
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| lich macht die Unfallversicherung nur einen kleinen Teil der sozialen Medizin aus. Invalidenversicherung, Seus chengesetzgebung, Sanitätspolizei, Vorbereitung für den ärztlichen Beruf, das Verhalten der Aerzte untereinander und dem Publikum gegenüber u. s. f. sind jeden= falls ebenso wichtige Bestandteile. Das alles kann in einer der Kliniken durch besonderen Lehrauftrag einem der Dozenten gelehrt werden; es ist garnicht nötig, daß es ein Chirurg ist, liest doch beispielsweise in Bonn seit Jahren ein interner Mediziner( Professor Rumpf) über soziale Medizin.
Auch unsere Universitätskliniken werden großen Schaden erleiden. Das Material zu Behandlungs- und Lehrzwecken wird ihnen in empfindlicher Weise entzogen. Daß diese Krankenhäuser zur Behandlung und Begutachtung der Verletzten ungeeignet seien, wird niemand im Ernst behaupten wollen. Auch besteht hier da mediko- mechanische Institut des Herrn Sanitätsrat Dr. 3 inßer, dem seither zur Behandlung und Begutachtung eine große Anzahl Unfallverletzter überwiesen wurden, und das anerkann termaßen vorzügliche Erfolge aufweist. Außerdem besitzt die chirurgische Klinik ein mediko- mechanisches Institut, in dem den Studenten Gelegenheit geboten wird, sich mit dieser Art der Behandlung vertraut zu machen. Ganz besonders schwer würden natürlich die chirurbe= gische und Augenklinik den Verlust an Material zu flagen haben. Ist es doch sicher, daß fast ein Drittel aller behandelten Fälle aus Unfallverletzten besteht. Hierher gehören nicht nur die direkten Verletzungen der Knochen und Weichteile, der Augen und Ohren, sondern auch tuberkulöse Erkrankungen und Bruchleiden. Denn es ist eine Erfahrungstatsache, daß die mit einem solchen Leiden Behafteten( bes. die Tuberkulösen) stets einen Unfall für die Entstehung ihrer Erwerbsbeschränfung verantwortlich machen. Dazu kommt noch das große Heer der Unfallsnervenkranken.
von
In erster Linie wird selbstverständlich die Möglich keit der Ausbildung der Studierenden und auch der an den Kliniken tätigen jungen Aerzte schwer getroffen werden, ein Umstand, der für den künftigen Zuzug Studenten sehr ins Gewicht fällt. Die medizinische Jugend soll nicht zur Ausführung großer Operationen, sondern zur Behandlung praktischer Fälle vorbereitet werden. Gerade diese Fälle würden aber den Kliniken genommen werden, sodaß dem Studierenden, der zum Zwecke seiner Ausbildung eine Anstalt mehr besuchen müßte, das Studium unnötigerweise erschwert würde, was manchem Studenten den Besuch einer anderen Universität vorteilhafter erscheinen lassen wird.
von
Wenn von Seiten mehrerer Berufsgenossenschaften Bedenken dagegen geltend gemacht worden sind, daß an den Universitätskliniken die Gutachten meist durch Assistenten und nicht durch den leitenden Arzt ausgestellt werden, so ist es wohl sicher, daß bei einem Unfall= krankenhaus von Hundert und mehr Betten, wie das zu errichtende geplant ist, der Chefarzt wohl auch nicht in der Lage sein dürfte, alle Gutachten selbst abzugeben, sondern daß dies genau in derselben Weise zum weitaus größten Teile den Assistenten überlassen werden müßte.
Für einen großen Irrtum halten wir es außerdem, wenn die Berufsgenossenschaften glauben, durch Behandlung eines jeden Unfallverletzten im Unfallkrankenhause große Ersparnisse zu erzielen. Zugegeben werden kann immerhin, daß eine Anzahl von Fällen schneller geheilt werden und dementsprechend eine Reihe von Rentenzahlungen früher in Wegfall kommen können. Dem gegenüber sei aber darauf hingewiesen, daß die Verletzten sich gegenseitig beeinflussen und darüber belehren, auf welche Weise die Aerzte bei der Untersuchung ge= täuscht werden können, und wie die größte Rente von der Berufsgenossenschaft zu erlangen ist. Es werden sich im Unfallkrankenhause immer Patienten vorfinden, die sich im vorgeschrittenen Stadium der Rentensucht befinden, und gerade diese werden die Neuankommenden auf Grund überlieferter und gesammelter Erfahrung sowie durch ihr Vorbild mit dem Unfallrentenbazillus in fizieren. Es wird sich also mit Sicherheit eine Vermehrung der Unfallneurosenfälle ergeben.
Werden dagegen derartige Patienten mit anderen Kranken zusammen verpflegt, die ein Interesse daran haben, eine möglichst vollständige und rasche Heilung zu erzielen, so wird eine derartige Ausbildung und Heranzüchtung des Simulantentums nicht zu befürchten sein. Im Gegenteil ist der günstige Einfluß anderer Kranker auf Unfallverletzte erwiesen.
rokko geschädigt worden. Ein deutscher Staatsbürger wurde in der Nähe von Marrakesch von aufständischen Marokkanern gefangen genommen.
Aus allen diesen Gründen nehmen die unterzeichneten ärztlichen Vereine entschieden Stellung gegen die Errichtung eines Unfallkrankenhauses die Monopoli sierung der Unfallbehandlung bedeutet- sei es hier in Gießen( zu Gunsten einer einzelnen Person) oder an einem anderen Ort.
Politische Rundschau.
Deutschland.
Berlin, 10. Mai. Der Kaiser, dessen Fahrt durch das Mittelmeer von herrlichem Wetter begünstigt war, ist gestern Freitag in Genua eingetroffen, von wo er direkt nach Karlsruhe weiterfuhr.
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Japan.
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Tokio, 9. Mai. Der Kaiser erwiderte heute den Besuch des Prinzen Waldemar von Preußen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 11. Mai 1912. n Gießen. Der außerordentliche Professor Dr. Richard Laquer in Straßburg hat den Ruf an die Landesuniversität als Nachfolger des ordentlichen Professors Strack angenommen.
* Auf Befehl des Kaisers erscheint auch der Staatssekretär des Auswärtigen v. Kiderlen- Wächter gemeinschaftlich mit dem Reichskanzler und dem Botschafter von Marschall heute in Karlsruhe, um dem Monarchen Vortrag zu halten.
n Gießen. Im großen Saale des Hotels Groß herzog von Hessen sprach am Dienstag abend der Po larforscher Dr. Frederick A. Co ok vor einer ansehnlichen Zuhörerschaft über seine Polarreise.
n Gießen. Der seit länger als fünf Jahren schwebende Prozeß Webers Erben gegen die Stadt Gießen wegen 18 Quadratmeter Hintergelände des Grundstückes, auf dem einst die sogenannte„ Krache burg" an der Neuen Bäue stand( es handelt sich um das Eigentumsrecht an einem ehemaligen, durch die Ka nalisation weggefallenen Flutgraben), ist nunmehr vom Cberlandesgericht in Darmstadt zu Gunsten der Stadt entschieden worden. Die Gerichts-, Zeugen- und Anwaltskosten, die die unterlegene Partei zu tragen hat, betragen über 2000 Mark.
Sodann wird aber auch der Staat späterhin selbstverständlich die Kliniken petuniär in bedeutend höherem Maße unterstüt3 en müssen, wenn fast ein Drittel der Einnahmen die Angehörigen von Berufsgenossenschaften und Kassen zahlen im Durchschnitt einen etwas höheren Verpflegungssatz als die selbstzahlenden Patienten 3. Klasse für die Folge wegfallen wird. Um das Krankenhaus rentabel zu machen, wird beabsichtigt, auch Privatpatienten aufzunehmen. Diese aber führen gerade den Kliniken wegen ihrer höheren Pflegesätze erhebliche * Berlin. Wie die„ Tgl. Rundsch." erfährt, hat Einnahmen zu, die dann in Wegfall kommen würden. Es müssen also die Finanzen des Lan- Freiherr Marschall von Bieberstein den wichtigen Bodes in erheblich stärkerer Weise belasten der Londoner Botschaft übernommen. Sein Nachfolger in Konstantinopel wird Freiherr von Wangen= stet werden. heim werden.
Es ist auch der Plan geäußert worden, das Unfallfrankenhaus als ein von den Kliniken abhängiges Nebeninstitut zu errichten. Wir Aerzte sind davon überceugt, daß dies nur ein Umweg zur Erreichung eines von der Universität später unabhängigen Krankenhauses sein wird, dem dann auch mit die Rolle des vor nicht langer Zeit abgelehnten städtischen Krankenhauses zu= fallen soll.
Ferner ist der Rat gegeben worden, mit dem Unfallfrankenhause einen Lehrstuhl für soziale Medizin zu verbinden. Wir Aerzte würden dies mit Freuden begrüßen, sehen jedoch die Notwendigkeit einer Verquickung des Lehrauftrages für soziale Medizin mit der Errichtung eines Unfallkrankenhauses nicht ein. Bekannt
Wenn Sie den besten Malzlaffen haben noollan, dann müssen Sie ausdrücklich Kathreiners Malzloffen nomlangan.
Das Gehalt mouft 61
* Der parlamentarische Abend beim Reichskanzler am Donnerstag, der von sehr zahlreichen Reichstagsabgeordneten aller bürgerlichen Parteien, den Staatssekretären, preußischen Ministern und Bundes= sönlichkeiten besucht war, nahm einen sehr harmonischen ratsbevollmächtigten, sowie sonstigen hervorragenden Per
Verlauf.
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n Gießen. Unser Regiment kehrt am 15. Mai von Langen in zwei Sonderzügen hierher zurück.
o Friedberg. Der Großherzog hat am 27. April den Bureauvorsteher bei dem Kreisamt Fried berg, Kanzleirat Heinrich Kreuder auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 15. Mai lfd. Js. an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesen Anlaß das Rit terkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
Oldenburg, 10. Mai. In der gestrigen Reichstagsersatzwahl im 2. oldenburgischen Wahlkreise Varel- Jever siegte Dr. Wiemer( fortschr. V.) mit 15 854 Stimmen über Hug( Soz.), der 13 474 Stim
men erhielt.
Frankreich.
* Paris, 9. Mai. Während die Pariser Chau vinistenblätter den Ueberfall auf die Farm des Deutschen
Renschhausen bei El Ksar als Harmlosigkeit darzustellen
fortfahren und sogar andeuten, Deutschland suche Frank
reich zu chikanieren und einen Anlaß zur Aenderung des Marokkoabkommens zu gewinnen, ist trotz des franzö
fiſchen Protektorats schon wieder ein Deutscher in a
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Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 12. Mai, Rogate. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Marcusgemeinde.
Vorm. 9½ Uhr: Professor D. Ed. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- Ge meinde. Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld.
Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde.
Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Katholische Gemeinde in Gicken Sonntag, den 12. Mai.
5. Sonntag nach Ostern. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.
Gel änliches.
)( Eine nicht zu unterschätzende Spar Gelegenheit bietet der sich bei den Landwirten mehr und mehr verallgemeinernde Brauch, Thomasmehl für Herbstdüngung nicht nur früher zu beziehen, son
Hämorrhoiden
nitt 3irfa 31 2
Ha
auch goldene Ader genannt, wer den verursacht durch Störung Der Leber und des Darmes, spe ziell durch hartnäckige Verstop fung und durch Genuß von viel scharfgewürzten Speisen und vielen Spirituosen verschuldet. In Dr Wegener's Tee be ſizen wir ein probates Mittel diesen lästigen Zustand zu be seitigen. Man trinkt jeden Abend vor dem Schlafengehen ein. Tasse von diesem Tee und die Wir fung ist überraschend. M. 1.50, in Apotheken erhält lich; wo nicht vorrätig wende man sich an Ferromanganin Gesellschaft, Frankfurt a. M. Kronprinzenstr. 55.
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