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Vermischtes.

Der älteste Unteroffizier. Der in Armee- und Krie­gervereinsfretsen allgemein bekannte Leutnant a. D. Blechuleck ist in Ratibor im Alter von 76 Jahren ge ftorben. Biechulec war über ein halbes Jahrhundert aftiver Soldat und 38 Jahre Feldwebel des Bezirks­tommandos Ratibor. Er war seinerzeit der älteste af­tive Unteroffizier der deutschen Armee. Als er vor we­nigen Jahren in den Ruhestand trat, wurde ihm der Charakter als Leutnant verliehen. Anläßlich seines 50­Jährigen Militärdienstjubiläums hatte er den Kronen­orden erhalten. Außerdem besaß er noch zahlreiche Or­den und Ehrenzeichen.

Das trocene Jahr. Ein Berliner Meteorologe hat festgestellt, daß das Jahr 1911 das viertwärmste der letz­ten hundert Jahre und gleichzeitig das zweittrockenste war. Die Niederschlagssumme des ganzen Jahres, die normalerweise 580 milimeter betragen soll, erreichte in diesem Jahre nur den Betrag von 396 millimeter, also nur 68 Prozent des langjährigen Durchschnitts. 1911 war somit das dürrste Jahr selt 54 Jahren, denn in der mit 1848 beginnenden Niederschlagsbeobachtungsreihe hatte nur 1857 mit dem extrem geringen Wert von 362 Millimeter eine noch geringere Wassermenge aufzuwei­fen, während das nächsttrockene Jahr( 1886) es immer noch auf 429 Millimeter brachte. Der abnorm warme Beginn von 1912 läßt fast vermuten, daß das neue Jahr dte Spuren des alten meiter verfolgen will.

Ein Original, das 28 Jahre lang gegen einen Vers fehrsfortschritt portestierte, hat dieser Tage nun doch Klein belgeben müssen. Als im Jahre 1882 die Dampf= bahn Mannheim- Freudenheim thren Betrieb eröffnete, verschwor sich der in Freudenheim wohnende Nachtwäch­ter einer Mannheimer Brauerei, das Bähnchen nicht einen roten Pfennig verdienen zu lasseit. 28 Jahre lang hat er sein Wort gehalten. Ob das Wetter gut war oder fchlecht, der Eisenbahnfeind wanderte auf Schusters Rappen zum und vom Dienst. In der letzten Zeit trt­umphierte er sogar zu Rad über die Bahn. Aber in den fingsten Tagen fam ein Stärkerer und machte ihm Ge­hen und Radfahren schwer: der Rheumatismus und zu Beginn des neuen Jahres erschien zum großen Erstau= nen von Bahnpersonal und Fahrgästen der alte Herr am Schalter und löste sein erstes Billet, und seitdem fährt er jeden Tag.

Arbeiterelend in einer russischen Fabrikstadt. In der rufftsch- polnischen Industriestadt Lodz befinden sich gegenwärtig über 20 000 Menschen ohne jegliche Beschäf­Hgung. Die Arbeitslosigkeit ist durch die seit Monaten anhaltende schlechte Lage der Lodzer Industrie und die in letzter Zeit vorgekommenen zahlreichen Fabrikbrän­de hervorgerufen worden. Die Not unter der Arbeiter­bevölkerung von Lodz und dessen Vororten ist eine ge­rabezu ungeheure. Die dortigen Zeitungen berichten Immer häuficer von Fällen, in den Beschäftigungslose von Hunger gepeinigt und völlig entkräftet auf den Straßen umftelen.

Selbstmord einer reichen Fliegerin. Der Selbst­mord der schönsten jungen Millionärin Moskaus er= regt, wie aus Petersburg geschrieben wird, in ganz Rußland Auffieben, da dabet anscheinend sehr romantt­fche Beweggrunde mitspielen. Die schöne Fliegertn war frog ihrer Jugendfie zählte bei ihrem Selbst­mord 21 Jahre bereits dreimal verheiratet, und zu­Tett lebte fte in anscheinend glücklicher Ehe mit dem Millionär Sch. Lia Nikolajewna Sch. war Rußlands erste Fliegerin, und die Ursache thres Selbstmordes tst anfcheinend in einer Liebe zu dem bekannten russischen Flugkünstler Waffiliem zu suchen. Lia Nifolafewna war als blutjunges Mädchen barmherzige Schwester während des russisch- tapanischen Krieges und erregte felbst im Kriegslager durch ihre ungewöhnliche Schön­helt großes Aufsehen. Sie heiratete nach ihrer Rück­fehr vom Kertege den bekannten Sportsmann Asfardin, Iteß fich aber bald von ihm schetden, um einen uten= danturlteferanten zu heiraten, der durch seine Lieferunt= aen zu großem Vermögen gekommen war. Die junge Dame erschien auf allen Bällen, in allen Gesellschaften, In den feinsten Restaurants immer allein ohne Beglet= tung; Annäherungen, die von Herren gemacht wurden, wurden von ihr stets zurückgewiefen. Plößlich wurde die Nachricht verbreitet, daß die gefeierte Schönheit sich wieder habe scheiden lassen, um den bekannten Mos­fauer Großindustriellen und Teeimporteur Sch. zu het= raten. Tatsächlich wurde die Hochzeit auch bald darauf gefetert. Die junge Lia, ste test Herrin eines Vermö= gens von ungefähr 30 mil. Mark war, begann sich nun dem Flugsport zu widmen. Durch ihren Lehrer lernte sie auch den bekannten russischen Flieger Wafftl­jew kennen, mit dem sie bald in inniger Freundschaft febte.

Dreißig Sänfer durch einen Erdrnisch verschlittet. Ein Erdrutsch von mehreren Millionen Kubikmetern bat nach Meldungen aus Rom awet Hänfergruppen der Gemeinde Berinaldo im Waldhügelgelände über Bor­diahera in Ligurien verschittet und zertrimmert. Die beiden Häuferaruppen umfaßten im ganzen dreißig Häuser, von denen die meisten klein und einstöckig wa

,, Bet Gott, wäre das das Fräulein nicht, man sollte an dem ganzen Geschlecht verzweifeln. Ja, wäre Junker Hermann an das Majorat gekommen statt die­ses müstings, bann wäre ales anders Gott hat es nicht gewollt."

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Während dte betden den Waldweg entlang schritten, Jagte Harald von Dieskaut die Straße entlang. Kurz vor dem Dorfe holte er Hilda ein.

So grimmig fetne Laune war, nach diesem für ihn so wenig rühmlichen Zusammentreffen mit Holtau, sagte er sich doch, daß es nicht gut set, das Mädchen zu er bittern. Die Wirkung des Frühstücksweines hatte auch nachgelassen. 10

Set nicht wütend, Kleine, wenn ich etwas rauh war, aber es ist doch ärgerlich, daß Du Dich so in Deine eigene Welt zurückfatehst, wo wir Gäste haben." " Ich tauge fitr Eure Gäste wenig."

Wer war es denn eigentlich, mit dem Du da plau­derst? Ich werde furzsichtig, tch habe ihn nicht genau angesehen."

Ach, eine Retfebekanntschaft."

" So? Schten aber ein hochmütiger Patron zu sein." " Mich dünkt, Herr Holtau," fte betonte diese Worte, ließ es an Höflichkett nicht fehlen."

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Aber ich natürlich! na, ich muß schon so ver­braucht werden. Du solltest in der Tat diese einsamen Ritte aufgeben, besonders jetzt, wo man Dich als weib­Itche Repräsentantin des Hauses zu sehen wünscht. Set wieder gut, Kleine, wir sehen uns nur so kurze Zeit im Laufe des Jahres, warum sollen wir uns zanken? Schlecht meine ich es ja nicht mit Dir."

ren; einige hatten aber zwei und drei Stockwerke. Ste find sämtlich spurlos verschwunden. Von einer dret­itöckigen Delmühle sieht man in einem breiten und viele Meter tiefen Erdspalt bloß noch die Stahlpressen. Alles übrige Stein, Holz und Etsen ist zu einem Bret zerrieben worden. Menschenleben hat die Katastrophe nicht gefordert. Die Bevölkerung wurde von dem be vorstehenden Elementarereignis rechtzeitig in Kenntnis gesezt und konnte sich retten. Der Erdrutsch hat eine Breite von 500, eine Länge von 1500 und eine Tiefe von 40 Meter.

Ein Konkurrent des Eiffelturms. Aus Neuyork wird der Frtf. 3tg." berichtet: Das Ausstellungsdirek= torium in San Franzisko hat in die Errichtung eines 850 Fuß hohen Turmes auf dem Ausstellungsplate ein­gewilligt. Das Bauwerk wird aus dem Unterbau und dem eigentlichen Turme bestehen. Ersterer bildet ein Quadrat, deffen Stetne je 282 Fuß lang sein werden, fetne Höhe foll 120 Fuß betragen. Auf dieser Basis wird der Turm, ein Stahlgerüst mit Terrakotta- oder Marmorwänden, ruhen. Die Setten messen 85, die Höhe 730 Fuß. Die Gesamtkosten werden auf 1% Min. Dollars bemessen, doch ist diese Summe augenscheinlich viel zu klein angefeßt. Dieser Riefenturm würde nach seiner Fertigstellung das zweithöchste Bauwerk der Welt darstellen. Mit seinen 255 Metern bltebe er er heblich hinter dem 300 Meter hohen Eiffelturme zurück und überträfe etwa um den Betrag dieser Differenz den vor furzem auf 200 Meter erhöhten Turm der Station fitr drahtlose Telegraphte bei Nauen.

Wieviele Federn hat ein Suhn? 8120, in Buch­staben achttaufendeinhunderlundzwanzig das ist die Durchschnittszahl von Federn, die ledes rechtschaffene Huhn haben muß. Dieses Ergebnts tam gelegentlich eines Bretsausschreibens einer großen amerikanischen Zeitung ans Licht. Lefer und Leserinnen der Zeitung wurden aufgefordert, thre Schäßungen darüber einzu fenden, wieviele Federn ein Hubu habe, und der Ein­fender, der der Wahrheit am nächsten täme, sollte den Prets von 100 Dollar erhalten. Nun gingen Hunderte von Lösungen ein, und eine mar denn auch richtig da­runter, die der Wahrheit, die durch Abzählung mühsam ermittelt wurde, ziemlich nahefam. Andere Leser und Leserinnen aber famen zit den erstaunlichsten Schäßungsergebnissen, ja manche meinten, ein Huhn habe über 50 000 Federn! Der alückliche Gewinner der 100 Dollars ist nun natürlich fein heraus", fedoch auch die Hühnerzüchter werden der amerikanischen Rettung Dank wissen: mte nämlich sollte man auf vernünftige Weise Hühnerzucht treiben. menn man nicht mitßte, daß fedes rechtschaffene Durchschnittshuhn 81200 Federn hat?

Frage. Lebemann( als er von einem Gläubiger sehr in die Enge getrieben wird): Aber sagen Sie mir nur, wie fonnten Ste mir auch so viel pumpen?!"

Kälte, Sturm und

Unwetter.

Was der Winter uns so lange schuldig geblieben tst, scheint er jetzt mit aller Macht nachholen zu wollen. Von der Kältewelle, die sich von Westen her Neuyork näherte, haben wir schon berichtet, fetzt hat sie die Hud­sonstadt erreicht. Das Thermometer fiel am Sonntag bis 21 Grad unter Null. Viele Leute der ärmeren Klassen, die ohne Obdach waren, haben sehr gelitten. Hunderte mußten in den städtischen Asnlen Zuflucht su­chen. Erfroren sind im ganzen zwölf Berfonen, dorun­ter ein Schuhmann, der vor Kälte trrfinnig vurde und sich erschoß.

In England bedeckte beretta am Sonnabend abend Schnee fußboch fast die ganze Mitte der Insel, so daß der Eisenbahnverkehr große Schwierigkeiten hatte. Die Berge von Derbyshire sind mehrere Boll hoch im Schnee. Ein heftiger Schneesturm whitete auch in Süd- Lancashire. Am Sonnabend bend um 8 Uhr brach der Schneefall aus, der 18 Stunden ohne Unter­brechung andauerte und jeden Verkehr über Land un­möglich machte. In der vergangenen Nacht hat der Schneesturm dann noch an Heftigkeit zugenommen.

Aus West deutschland meldet sodann der Draht: Der starte Wetterstus. der gestern plößlich ein­trat, mar am Niederrhein von orfanarttaem Sturm, Hagel und Schneeoestöber Teglettet. Jin Werraatal wit­teten gleichfalls starfe Schneeftürme, welche Berkehrs­störungen im Telegrapden- und verniprechverkehr ver­ursachten. Starfe Regenge und rasche Schneeschmelze haben im Westerwald ein rasches Stelgen der Lahn und ihrer Nebenflüsse zur Folge gehabt. Der untere Lauf der Mosel überflutet wette Strecken. Bet anhaltendem Frostwetter dürfte der angesichts des hohen Wasser­standes zu erwartende Gtogang für wette Strecken des Oberrheins gefährlich werden.

Die heftigen Stürm, die gestern fast in ganz Frankreich herrschten, haben an der atlantischen Küste mehrere Schiffsunfälle verursacht. In Ronan wurden die Leichen zweier Matrosen an dte Küste gespült. Man glaubt, daß sie zur Besazung des wahrscheinlich gestern nacht untergegangenen Damp­fers Espana" aehören. Ueberhaupt laufen aus allen

Die magere Gestalt des wohl vierzigjährigen Man-| nes trug einen wohlfristerten Kopf, daffan#efountles Haar dem enner die Vorzüge eines guten Färbemit­tels verraten hätte. Das bletche und schmale Geficht war trotz der zwischen den dunklen Brauen geterartig her­vortretenden Nase nicht übel geformt und hatte den Ausdruck von Klugheit und Schlauhett.

Als Hilda heranritt, funkelte fetn Auge begehrlich auf. Die Rettertn bot allerdings einen äußerst anmu= tigen Anblick. Etlig, mit geschmeidigem Lächeln, ging er auf fte zu, um ihr beim Absteigen behilflich zu sein, doch Hilda gewahrte dies sofort, schnell winkte sie et­nen der Diener zur Hilfe herbet und befrette so Herrn von Sakal von dem beabsichtigten Ritterdienst.

Dafür fagte er: Es ist uns so felten vergönnt, Fräulein von Dieskau zu begrüßen, daß wir uns zu diesem Augenblick beglückwünschen dürfen."

Ste neigte dankend den Kopf, und rasch fiel der Freiherr ein: Nun, Here, wo waren wir denn wie­der?"

" Ich hatte meinen gewohnten Ritt in den Wald gemacht, Papa."

" Du solltest nicht so allein retten, Kind!" " Fräulen von Dieskau scheint nicht zu wissen, wie glücklich sie den Kavalier machen würde, dessen Schuh fte sich auf solchen Ausflügen anvertraute," äußerte Sakal mit zudringlicher Artigkeit, während sein Auge das ihre suchte.

ron.'

" Ich fühle mich allein am glücklichsten, Herr Ba­,, 3u unserem tiefsten Bedauern."

Die Schleppe des Nettkleides in der Hand schritt ste auf die Tür zu, als ihr der Freiherr noch nachrief: Wenn Du Dich umgekleidet hast, möchte ich Dich spre=

Als sie am Schlosse anritten, trafen sie dort den Bar­ron, der in Gesellschaft des Herrn von Sakal auf und abschritt. mista inous bilochen, Hilda!" Herr von Safal war ein nach neuester Wiener Mo­de gekleideter eleganter Herr.

Ste nickte und verschwand im Schlosse. Habt Ihr Euch aezanft?" fraate Herr von Dies­

Austenstädten Frankreichs Nachrichten von schweren Sturmverheerungen ein. Der Drehmaster Antoinette, der aus Nantes tam, ist in der Nähe des Ortes Pen march gescheitert. Die 14 Mann starte Besatzung fonnte nur mit größter Mühe durch Raketensetle gereftet wer den. In der Nähe von Ronan ist ferner eine Fischer­barke von den Wellen verschlungen worden. Es han delt sich wahrscheinlich um das Boot Virginie", deffen 10 Mann starke Besatzung ertrunken ist. Aus La Rochelle wird gemeldet, daß das Fischerboot Duguay Troyin" untergegangen ist. Die Mannschaft ist bis auf einen Mann ertrunken. Das Küstengebiet von Heravl wurde besonders von dem Sturm in Mitleidenschaft gezogen. Auch in der Stadt Cette und ihrer Umgebung ist der Sturm mit besonderer Heftigkeit aufgetreten. Die Telegraphen- und Telephonverbindungen sind vollstän dig zerstört. In der Bourgogne und in den Voges hat der Sturm überall große Verbeerungen angerichtet. Die Mosel ist infolge starter Regenfälle der letzten Tage is ständig im Stefgen begriffen, so daß die an ihr Itegen den Ortschaften von einer Hochwassergefahr bedroht find. In Chambery murden durch den Sturm mehrere Säufer abgedeckt, awet Personen wurden durch herab= fallende Riegel getötet. In Puy de Dome wurden mehr rere Gebäude zum Einsturz gebracht. Schließlich ist auch das Schwarze Meer von heftigen Stürmen helmgesucht worden. Alle Dampferverbindungen nach dem Süden find unterbrochen.

Göln, 9. Januar. Im Moselgebtet richtet das Hochwasser große Verheerungen an. Der Verkehr zwi schen einigen Ortschaften ist unterbrochen. Im Steg gebiet riß der hochgehende Fluß mehrere Dämme weg. Am Niederrhein mußten umfangreiche Vorkehrungen gegen das Hochwasser getroffen werden. Im Bayert fchen Wald ist so starter Schneefall eingetreten, daß der Verkehr teilweise eingestellt werden mußte. Der Main ist stark angeschwollen.

Kreuzer Emden" im Taifun.

Ueber einen Taifun, den der Kreuzer Emden" auf der Reede vor Jokohama zu bestehen hatte, liegt jetzt ein Bericht des Kommandanten, des inzwischen aus Ostasien het ngekehrten Kapitäns zur See Vollerthun vor. Nach diesem erreichte in der Taifunnacht der Sturm die Stärke 12. Der niedrigste beobachtete Ba­rometerstand betrug 729,2 Mm. Von dem Kreuzer wurden im inneren Hafen von Jokohama mehrfach Ra­feten, Blaufeuersignale und treibende Schiffe benbach­tet. Die elektrische Hafenbeleuchtung gina bis auf die beiden Hafenfeuer aus. Von der Emden" wurden die vorschriftmäßigen Anferlaternen geführt; an Bord war der Kreuzer durch Sternlampen reichlich beleuchtet.

Nach Mitternacht wurden an Backbord querab von dem Kreuzer in einer Regenböe Lichter gesehen, dte schnell näher famen. Kurz darauf rammte der tapa­nische Dampfer Kenton Maru" die Emden" an Back­bord vorn, schlug dann an Backboro längssetts und zwängte sich om Bug der Emden" vorbet. Zur Vermet dung schmerer Schäden ging der Preitzer phne auf das Antergeschirr mit der Maschine halbe Fahrt zurück. Nach dem Zusammenstoß fam der Krenzer ins Treiben. Der Kommandant versuchte, sich mit den Maschinen auf der Stelle zu halten; aber die Unmög= Itchkeit des Unternehmens wurde bald flar. Der Kreit­ger trieb schnell auf die nördlich der inneren Hafenein­fahrt Itegenden Bänke zu. Infolge eines Anfermand= vers aber war es dem Kommando des Kreuzers möq= lich, die hohe See zu gewinnen und in den Golf von Tokio zu dampfen. Die erlittene Befchädigung repa= rterte die Emden" auf der Werft in Tsingtau.

Nur den Bemühungen der Schiffsoffiziere und der angeſtrengten Tätigkeit der Besatzung ist es zu danken, daß die Emden" dte aefährliche Situation in der Tat­funnacht glücklich bestand.

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Die Zirkel mill weiterfämpfen.

Wie wir schon meldeten, hat ein offistöses türkisches Communiqué die Gerichte von einem bevorstehenden Friedensschluß als jeder Grundlage entbehrend bezeich= net. Jest nimmt auch der Konstantinopeler offiziöfe Tanin" in einem Leitartikel dazu das Wort und er­flärt:

" Die Pforte verläßt ihren ursprünglichen Stand­punft nicht, nämlich: feine Lösung anzunehmen, die nicht die Souveränität des ottomanischen Reiches über Tri­polis und die Eurenaika zur Grundlage hat. Der Friede ist ebenso fern wie am ersten Tage des Krienes, ta heute mehr denn je. Der Krieg mird emig geflührt werden, bis Jtalten feine Ohnmacht einsteht und das Annerions: dekret zurückzieht. Man befindet sich in einem Irrtum, wenn man annimmt, daß wir Tripolis verfaffen mer= den, um Verwicklungen am Balkan zu vermeiden. Der tripolitanische Krieg schwächt die Türkei feinesmens. Italien hat aus einem allgemeinen Orten einen Vorteil erhofft, doch wir fitrchten nichts. Die Ottomanen sind für alle Eventualitäten bereit."

tau, dem nicht entgangen war, daß Haralds Laune nicht die beste wer.

,, Gezanft? Unsinn. Wer wird mit dem Mädchen zanfen? Aber meine Meinung über ihre einsamen Rit­te habe ich thr gesagt."

,, Nun, das schadet nichts," lächelte der alte Herr ,,, ich bin auch nicht damit einverstanden."

Wenn Sie nichts Besseres zu tun haben", wandte Harald sich an Safal ,,, laffen Sie uns vor Tisch eine Partie Ecartee" machen, Hartmann wird ja hoffentlich ausgeschlafen haben. So geht die Zeit am besten hin." Ich stehe zu Diensten."

Während sie die Treppe hinaufschritten, fragte Sa­tal letse: Haben Sie mit Ihrem Vater gesprochen, Dtesfaut?"

Selbstverständlich."

Und?"

Der Alte hat Ste persönlich ganz gern nur " Nun?"

,, Ste müssen ihm das zu Gute halten, er ist noch vom alten Schlage

,, Nun, was meint er?"

" Ihr Mangel an Ahnen schreckt ihn zurück- be­denken Ste: unsere Vorfahren ritten in den Kreuzzügen mit."

Mein Stammbaum beginnt freilich erst mit mir- abgelehnt?"

also Ich wußte den Alten zu überzeugen, daß es auch noch andere Vorzüge gibt, als den, eine lange Nethe von Ahnen zu besitzen."

Sein Verhalten mir gegenüber während Sie Ihr Fräulein Schwester aufsuchten, Iteß mich einen genügens den Grad von Wohlwollen nicht vermissen."

( Fortsetzung folgt.)