Ausgabe 
9.3.1912 Erstes Blatt
 
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Ueber wettere Räuberelen der Bigeuner wird uns gemeldet:

O Frielendorf, 7. März. Auch in unserem Nach­barorten Spießtappel und Gebersdorf wurden in lez­ter Nacht recht freche Diebstähle verübt, die man selbst­redend auf die Bigeuner schiebt. In erstgenanntem Orte stahl man Wäschestücke, die man vertrauensseli­gerweise im Freien hängen ließ. In Gebersdorf dran­gen die Diebe in die Räume des Gastwirts Weidner und es fielen ihnen nur Bigarren, Kognat und einige gleich an Ort und Stelle verzehrte Flaschen Wein in Bie Hände. Von den Dieben hat man bis jetzt noch keine Spur.

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Heinebach, 8. März. In der vergangenen Nacht haben drei Zigeuner dem Hofe Wüstefeld( bei Braach, Kr. Rotenburg) einen Besuch abgestattet. Obgleich der Besizer des Hofes, Herr Reinhardt, alsbald die Polt­zei in Rotenburg felephonisch von der Sache in Kennt nis sette und obgleich daraufhin heute Gendarmen und Förster den Wald absuchten, hat man keinen von den braunen Gesellen erwischen können.

Worms, 7. März. Ein in Hofheim( Ried) wohn­hafter Fabritarbeiter, der vorgestern nachmittag auf der hiesigen städtischen Sparkasse Mündelgelder in Höhe von 100 Mart erhoben hatte, wurde gestern abend, wie er heute früh auf dem hiesigen Polizeiamte meldete, zwischen 8 und 9 Uhr jenseits der Straßenbrücke( tm Rosengarten) von zwei Zigeunern plößlich überfallen und zusammengeschlagen, sodaß er besinnungslos Itegen blieb. Als er wieder zu sich gekommen set, hätten von der Summe 80 Mart gefehlt. Die Polizet hat sofort die Untersuchung eingeleitet, und das Rosengartenges btet, wo sich sehr häufig zigeunerbanden aufhalten, wurde, einstweilen erfolglos, abgesucht.

Der Südpol entdedi?

Die Jagd nach dem Südpol hat in den letzten Jah­ren mit einer Energie eingesetzt, die fast die Nordpol­fahrten in den Schatten stellt, besonders seitdem der fühne Engländer Shackleton um die Wende der Jahre 1908-1909 bts zu 88 Grad 23 Grad südlicher Breite vorgedrungen und somit dem Bol auf ungefähr Grad nahe gekommen war. Das war ein Erfolg, den nie­mand vorausgesehen hatte und der mit einem Schlage die Aufmerksamkeit aller Polsucher nach dem Südpol lentte. Die Jahre 1910 und 1911 sahen im ganzen vier Expeditionen rach dem Südpol abgehen, eine norwegi sche unter Amundsen, eine englische unter Scott, eine deutsche unter Filchner und eine japanische unter Sht­rase. In diesem Rennen, das von der gebildeten Welt aller Kulturstaaten mit größtem Intereffe verfolgt wird, hatten Amundsen und Scott ein Jahr vor ihren Konkurrenten Vorsprung, und von ihnen ist nun der Steg dem Engländer zugefallen. Scoft ist am 28. No­vember 1910 mit der Terra Nova" von Neuseeland abgefahren. Der Plan des Forschers, auf der Roßin­fel Winterquartier zu beziehen, wurde durch schwere Stürme vereitelt; er überwinterte dann bei Kap Evans, nördlich von der Discovery- Bucht. Von hier aus trat er im vergangenen Frühjahr eine Schlittenreise nach dem Südpol an, bei der er sich an den von Shackleton eingeschlagenen Wea halten wollte. Die mit außeror= dentlicher Sorgfalt vorbereitete Expedition soll nun­mehr das langersehnte und von vielen bisher vergeb­Itch erstrebte Ziel erreicht haben. Der Ueberbringer der Nachricht ist der Norweger Amundsen. Er hat aber noch feine Mittellung über eine mens gerumi,

tad aus Wellington( Neuseeland) zufolge, hat der Südpolarforscher Amundsen bestätigt, daß Kapitän Scott den Südpol erreicht hat. Die Zeitung Sozialdemokraten" in Christiania fellt mit, daß eint Privatmann in Christiania von der Fram"-Expedt­flon ein Telegramm erhalten hat, nach dem auch Roald Amundsen den Südpol erreicht habe. Der Empfänger des Telegramms behauptet, daß es vollständla zuverlässig sei. Man wird weitere Nachrichten abwarten müssen, um sich über das Gelin­gen der Expedition Gemißheit zu verschaffen.

Christiania, 8. März. Zwei hiesige Zeitungen haben folgendes, vom 7. März 1,40 Uhr früh dattertes Telegramm ( Tasmania) aus Hobart erhalten: " Amundsen hat zwischen dem 14. und 17. Dezember 1911 den Südpol erreicht. An Bord alles wohl."

Italiens Entschlossenheit.

In einem anscheinend offiziös beeinflußten Artikel tritt der Mailänder Corriere della Sera" dafür ein, daß Italien nunmehr, nachdem der russische Friedens­vermittlungsvorschlag als gescheitert zu betrachten set, das Vorgehen gegen die Türkei sowohl auf militärt­schem als auch auf diplomatischent Gebiet mit aller Kraft durchführen müsse. So werde auch Europa mit mehr Nachdruck der Türket zum Frieden raten. Nur ein fräftiges und ausgedehntes Vorgehen Jtaliens werde die osmanische Regierung veranlassen, den Kampf auf­zugeben, der ihr keine Vorteille, sondern nur weitere und

Durch Europa aber erschallte der Kriegsruf. Zwet Gegner, die sich seit lange haßten, zogen aus, thre Kräfte zu messen. Gctt allein kannte den Ausgang des fürchter Itchen Krieges

In breiten Heeresmassen fluteten die deutschen Re­gimenter über Frankreichs Grenzen. Nachdem infolge der Einnahme von Saarbrücken sich das französische Bolt einer kurzen Tag in Entzücken und Siegesjubel gewtegt hatte, brach die fürchterliche Stunde des Ge­richts herein. Bet Spichern, Wörth und Weißenburg wurden dte at sich tapferen Truppen der Franzosen von Topflosen Generalen in sichere Vernichtung geführt. Die gefürchteten Turkos und Spahis erwiesen sich als Popanze, mit denen man wohl Kinder, aber nicht kriegs­tichtige Männer schrecken konnte. Ste wurden mit den anderen theatralisch aufgepußten Gefangenen zu Tau­senden in den deutschen Festungen interntert. Unauf­haltsam drargen die verhaßten Prussiens in Frankreich ein. König Wilhelm und seine Generale führten ste von Steg zu Steg. Mac Mahon flüchtete mit den Ueberbleibsein seines vernichteten Heeres über die Vo­gefen. Gänzlich ratlos übergab Napoleon dem Mar­schall Bazaine den Oberbefehl, und dieser zeigte sich der Ehre unwürdig, indem er sich nach den unglücklichen Schlachten bei Colombey, Mars la Tour und Vionville auf Mez zurückzog und sich dort mit 180 000 Mann einschließen Iteß.

Wetter zogen die deutschen Heere durch die Fluren der Champagne. Nordwärts marschierten die siegretchen Helden. General Failly hatte die Absicht gehabt, Mon­zon in Eilmärschen zu erreichen. Das Ruhebedürfnis der abgetriebenen, unverpflegten Truppen bestimmte thn, bet Beaumont anzuhalten. Aber selbst angesichts des unmittelbar nachrückenden Feindes versäumte er Die gewöhnlichsten Vorsichtsmaßregeln. Ohne Vor­posten auszustellen, erlaubte er seinen Leuten, auszu­ruben und abzukochen.

ernstere Verluste bringen tonne. Daß Italten einen wetteren Schlag gegen die Türkei vorbereitet, bestätigt auch eine Meldung der Franff. 3tg." aus Rom, in der es heißt, die italienische Regierung erkläre amtlich, sich volle Aktionsfreiheit zur See, ausgenommen das Adria­tische und Jonische Meer, vorzubehalten.

Barsevalballons im tripolitanischen Feldzug. Ueber den ersten Aufstieg der beiden aus Deutsch­land bezogenen italienischen Lenkluftschiffe P. 1" und P. 2" in Tripolis wird berichtet: Die beiden Luftschiffe brangen bis weithin in die Ebene vor und erkundeten unterwegs genau die Stellung der Araber und Türfen. Ste warfen einige Bomben herunter, die unter einer Abteilung Türfen große Zerstörungen anrichtete.

Ein türkischer Sieg.

Konstantinopel, 8. März. Nach einem beim Kriegsministerium eingelaufenen Telegramm ist es den Türken und Arabern gelungen, nach einem in der Nacht vom 5. zum 6. März erfolgten Angriff die von den Italienerr fürzlich besetzten Höhen von Margheb wieder zu nehmen.

Vermischtes.

Niefige Waldverkäufe bei Berlin. Kurz vor In­trafttreten des Zweckverbandes Groß- Berlin scheint Spandau einen großen Tell seines Waldbesitzes loszu schlagen. Es handelt sich um nicht weniger als 207 Heftar Waldterrain. Das Gelände liegt am Teufels­see und zieht sich bis zur Oberhavel hin. Für den Quadratmeter sollen vier Mart bezahlt werden, so daß die Stadt 8 280 000 Mart erhält. Ein weiteres Terrain am Teufelssee im Spandauer Stadtwald ist für das städtische und Kretstraftwerk Spandau bestimmt, das mit einem Kostenaufwand von 2 Millionen erbaut wer­den soll. Für das Gelände, zwei Hektar, werden sechs Mart pro Quadratmeter bezahlt, so daß die Stadt hier 120 000 Mart erhält. Insgesamt will also Spandau für 8 400 000 Mark Wald vertaufen. Der Stadt ver­bleibt allerdivas noch ein guter Teil ihres Waldes, den sie erst kürzlich durch Antauf eines Rittergutes um etwa 2500 Morgen Wald bereichert hat.

Eine Schwefelfabrik in Flammen. In dem großen Schwefeldepot der Firma Trewella in Catania entstand ein Brand, der in furzer Zeit das ganze Lager in Flam­men fetzte. Bucrst suchte man das Feuer mit der Fab­riffeuerwehr zu bekämpfen, später erschien dann noch die städtische Feuerwehr, die mit allen Witteln vorging. Alle Löschversuche waren jedoch nußlos. Die Sublimat­fammern waren bald vom Feuer erreicht und die ganze Fabrik glich einem Feuerherd. Große Ströme geschmol zenen Schwefels im Lager waren ungefähr 20,000 Tonnen Rohschwefel aufgespeichert fließen von dem auf einer Anhöhe liegenden Dorfe herab und machen jede Löscharbeit unmöglich. Der Schaden beträgt bis fett ungefähr dret Miltonen Mark, doch sind auch an dere Schwefe raffinerten bedroht, so daß das Unglück noch größere Dimensionen annehmen kann. Gentetrup­pen haben einen Damm gezogen, um die bedrohte Et­fenbahnlinie zu schützen.

Einsturzkatastrophe in einem Wiener Restaurant. Bei den Renovierungsarbeiten in einem großen Re ſtaurant im Wiener dritten Bezirk stürzte Mittwoch nachmittag ein Teil des Pfostengertistes ein und riß die darauf Beschäftigten zwet Stodwerke tief hinab. Der Knäuel von Menschenlelbern, Gebält und Gerüst fiel durch ein Glasdach auf das Pflaster des Snfes, Dio Bonannofterig, va auaj dus overe Gerlist einzustürzen drohte. Man mußte die Tragbah­ren durch den großen Saal des Restaurants auf den Hof schaffen. 3wef Maurer wurden getötet und sleben Ar­better schwer verletzt.

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Der erste Geschwader- Flug" der Welt. Die ersten Manöver der Welt, dte mit einem Flugzeug- Geschwa der ausgeführt werden, finden am 14. März in Frank­retch statt. Bisher find alle Flugzeugmanöver in Frank­reich und Deutschland nur mit je einem Flugzeug nach einer bestimmten Richtung hin ausgeführt worden, wenn auch an den Manövern stets mehrere Flugzeuge beteiligt waren. Bei diesen neuartigen Manövern wird es sich in erster Linie darum handeln, einen Flug mit einem ganzen Geschwader ausführen zu lassen. Das Geschwader besteht aus 8 Flugzeugen, und zwar 6 Zwet­deckern und 2 Eindeckern. Der Geschwader- Flug hat eine Ausdehnung von mehreren hundert Kilometern. Es handelt fich weder darum, daß ein Flugzeug am schnellsten nach dem Ziele gelangt, noch darum, daß tr= gend eine größte Höhe von einem Flugzeug erreicht wird. Das Bemerkenswerteste dieses Manövers besteht vielmehr darin, daß zum ersten Mal eine große Anzahl von Flugzeugen den Auftrag erhalten haben, in einem geschlossenen Geschwader von einem Ort zum anderen so zu fahren, daß sie an der Abfahrtstelle gleichzeitig auf­steigen und an dem Bestimmungsort gleichzeitig an­langen. Es foll dtes eine Vorübung für den erleg fein, wo auch häufig die Notwendigkell vorherrschen wird, etne große Anzahl von Flugzeugen gleichzeitig nach etnem Ort zu senden, um sie von hier aus zu den ver­schiedenen Aufgaben zu verwenden.

Lustig brodelten die Feldkessel über den Feuern, Endlich nach langer Entbehrung wieder einmal einen Imbiß versprechend, als ein Bauer mit dem Rufe: Die Preußen kommen!" in das Lager stürzte.

Schmetternde Signale pflanzten die Unglücksnach­richt durch das Lager fort, die Schläfer weckend, die Hungrigen vom Mahle scheuchend. Adjutanten jagten zu dem sorglofen General, der im Schloffe Dientrott Quartier genommen hatte, und holten ihn zu seinen topflosen Truppen. Noch in legfer Stunde, als schon die ersten preußischen und sächsischen Bataillone auf den Höhen erschtenen, gelang es ihm, unter dem Feuer der feindlichen Kanonen, seine Regimenter zu formieren, und so stellte er sich dem Andrängen der Deutschen entgegen.

In breiten, aufgelösten Zügen tamen die Sachsen von den Bergen nieder, an ihrer Spike das 108. Schüßenregiment, und umzingelten den Bachthof La Wamme, der voller Franzosen lag, welche aus ihren Chassepots einen wahren Hagelschauer von Blet in die Lüfte knallten. Die schlechtgezielten Schiffe konnten den Gegner nicht aufhalten. Jede Talfenkung be= nugend, jeden Graben und jede Ackerfurche als Deckung aufsuchend, kamen die dunkelgrünen Schüßen näher. An der Spize ihres vordersten Zuges schritt ein junger, hünengroßer Leutnant, dessen blinkender Säber einem jeden der Leute die beste Schutzwehr anzugeben schten, indessen er sich unerschrocken und furchtlos bloßstellte. Mehr als einmal mußte ihn ein vierschröttger Schüße, der überall dicht an seiner Seite blieb, auf die Gefahr aufmerksam machen.

" Halte Dich zurück, Neumann," befahl der Leut­nant. Decke Dich, ducke dich!"

" Zu Befehl, Herr Leutnant," antwortete der An­geredete in gemittlicher Leipziger Mundart. Aber Ste müssen sich noch Kleene machen."

Ich bin auf meiner Hut, sorge Dich nicht!"

Drabtnachrichten und neuestes.

Der Kaiser in Bremen.

Enghaven, 8. März. Der Kaiser ist heute mor gen 10 Uhr im Automobil nach Bremen abgereist, wo die Ankunft nachmittags erfolgte.

Ein Opfer des Spandauer Bankkrachts. Berlin, 8. März. Das erste Opfer des Span­dauer Banffrachs ist der Maurermeister Emil Müller geworden, der in Spandau als unbesoldetes Stadtrats­mitglied eine angesehene Stellung inne hatte. Müller hat sich gestern abend in seiner Wohnung infolge gro ßer finanzieller Verluste erschossen.

Ein Rundflug der" Viktoria Luise". Frankfurt a. M., 8. März. Das Luftschiff Vittoria Luise" ist heute morgen 9 Uhr zu einem Rundflug in die Umgegend Frankfurts aufgestiegen. An Bord befanden sich mehrere Passagiere.

Wieder eine Eisenbahnkatastrophe in Amerika. Renyork, 8. März. Nach einer Meldung aus Lafayette im Staate Indiana wurden bei einem Eisen­bahnunfall auf der Wabash- Eisenbahn in der Nähe von West- Libanon dreißig Personen getötet.

Giner Gasvergiftung erlegen.

Erfurt, 8. März. Der Kaufmann Heinrich Klett, Mitinhaber der Firma Klett& Schmidt in Meiningen, wurde gestern vormittag in seinem Bette tot ausge­funden. Die Schlafftube war mit Gas angefüllt. Man hatte nämlich den Gashahn aus Versehen nicht ganz zugedreht. Klett lebte, wie der Allgem. Anz." meldet, mit seiner Familie im besten Einvernehmen und m den günstigsten Vermögensverhältnissen. Ein Selbst­mord ist daher ausgeschlossen. Sicherheitsmaßnahmen für die Fremden in Mexiko.

Merito, 8. März. Die Mitglieder der fremden Niederlassungen berieten gestern über die Maßnahmen zum Selbstschutze. Mehrere Konsuln ersuchten die Ne­gierung um Lieferung von tausend Gewehren und Be ftimmung von Zufluchtplätzen für Frauen und Kinder bei eintretender Gefahr.

Berliner Getreides und Schla tvlehmarkt.

Im Berliner Getreidehandel kam das Anziehen der Weltmarktpreise zur Geltung, obwohl für prompte Ware der Absaß schwerfällig blieb und Begehr für die Ausfuhr sich nicht zeigte. Die Unternehmungslust blieb deshalb gering. In den letzten Tagen schien man sich in England wieder mehr für den deutschen Weizen zu in­teressieren und dies trug dazu bei, die Preise zu heben. Roggen tommt, nachdem die Schiffahrt freigeworden ist, in unerwartet großen Mengen nach Berlin, da sich feine Nachfrage für die Ausfuhr zeigte. Die unvermindert hohen Lagerbestände und andauernde, auf das frucht­bare Wetter hin erfolgende Offerten der inländischen Landwirtschaft für spätere Lieferung drückten auf den Markt. Die Fretsrückgänge blieben aber gering, da die Festigkeit des Beizens einigen Rückhalt gewährte. Auch in Hafer ist der Absatz schleppend geworden. Trotzdem hält aber die Provinz an ihren Forderungen fest und ebenso ist das Ausland unnachgiebig. Die Notterungen welfen Infolgedessen kaum eine Aenderung gegen die Borwoche auf. Gerste wurde anfangs für die westlichen Teile Deutschlands stark gekauft, Rußlands Angebot war gering bei hohen Forderungen. Mats befestigte sich tm Berlaufe nach anfänglicher Nachgiebigkeit der ar gentinischen Forderungen. Am lezten Lane der Re richamoche et dit eiser delt watermin, wie folgt: Wetzen 214,75, Roggen 190,50, Hafer 192,50, Mate 166 M...

Breise des ädtischen Schlachtvleh- Marites. 1. Och­fen: a) vonfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwer­tes, ungefocht 81-86 M., b) junge, fleischige, iricht aus­gemästele und ältere ausgemästele 75-84 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 66-72 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene Höchsten Schlachtwertes 75-81 M., b) vollfleischige jüngere 71 bis 79 M. c) mäßig genährte jüngere und gut genährte äl­fere 66-72 M. 3. Farsen und ühe: a) vollfleischige, ausgemäftete Färsen höchsten Schlachtwertes 75-78 My b) vollfleischige, ausgemästete ühe höchften Schlacht­wertes, bis zu 7 Jahren 70-74 M., c) ältere ausgemä­stete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Fär­fen 64-69 M., d) mäßig genährte Seühe und Färsen 55 bis 62 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 62 M. f) gering genährtes Jungvieh( reffer) M..

4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 114-116 M b) feinste Maftfälber 103-108 M, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber 93-100 M., 6) geringere Mast- und gute Saugfälber 88-96 M., e) geringe Saugfälber 65 bts 84 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast= Hammel 70-80 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte funge Schafe 62-68 M 6. c) mäßig genährte Hammel und Schafe 56-68 M. Schweine: a) Fettschweine über 3 3tr. Lebendgewicht 66-68 M, b) vollfletschige Schweine 250-300 fd. 66 bts 68. c) vollfleischige 200-240 3fd. 65-67 M., d) vonfleischige Schweine 160-200 fd. 62-65 M., e) voll­fleischige Schweine unter 160 fb. 58-62 M., f) Sauer 62-68 M.

Nu eben, ich seh es ja. Ne, ne, Herr Leutnant, ich puze Sie, ich muß also auf Sie Achtung geben, daß die neue Uniform ganz bleibt. Gottstrambach, bet dem Geknatter to das nicht so leicht."

Hopp!" sprang er vor seinen Herrn und fing etne Chassepotfugel in seinem gerollten Mantel auf.

Das ist ja Infubordination!" rief der Offizier, welcher nur die lächerliche Bewegung setnes Burschen und nicht dessen heroische Tat bemerkt hatte. Warte, nach dem Gefecht sprechen wir uns."

,, Nu eben, Herr Leutnant," lachte Neumann selbst­zufrieden, Ste müssen aber bis dahin noch leben. Seten Sie ein bischen vorsichtig, denken Sie an Ihre Braut."

" Was weißt Du von meiner Braut," sagte der Offizter achfelzuckend. Aufgepaßt, Ihr Leute," befahl er, dritben die Batterie, alle Mann in den Graben!" Die Schüßen gehorchten. Ein Hagel von Geschossen pfiff über sie dahin. Auch der Leutnant fühlte sich in den sumpftger Terrain- Einschnitt hinabgezogen. Es war wieder der Schütze Neumann gewesen, der ihn be­vormundet hatte.

Hornsignale erschallten. Das Ganze avancteren!" Augenblicklich erhoben sich die Schüßen aus dem Gra­ben. Der Offizier sprang als erster auf den Gras benrand.

,, Vorwärts, Marsch! Marsch!"

Troß des mordenden Schnellfeuers der Mitras Meusen, welche hinter der massiven Mauer eines gegen­überliegenden Obstgartens aufgefahren waren, dran­gen die Sachsen unaufhaltsam vor, in weiten Sprüngen Terrain gewinnend, furchtlos, ohne Zögern.

( Fortsetzung folgt.)