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das ist in kurzen Umrissen die gegenwärtige Lage in der Türket. Der Konflikt zwischen Ministerium und den Jungtürfen hat nunmehr zur Auflösung der Rammer geführt.

Der Sultan lehnte es ab, den Rammerprä­sidenten zu empfangen.

Amerika.

Washington, 5. Aug. Mit Rüdsicht auf die Unruhen in Ricaragua wurden 100 Soldaten von Ko dem amerikanischen Kanonenboot Annapolis" in rinto gelandet.

* Chicago, 5. Aug. Der Nationalkonvent der von Roosevelt organisierten Fortschrittspartei begann heute mittag im Kolosseum. Es herrschte große Begei­sterung. 232 Anhängerinnen des Frauenstimmredyts und eine Anzahl weiblicher Delegierten zogen nach der Ron­ventshalle und wohnten dem Konvent bei. Neger- Dele­gierte versuchten, Roosevelt zu besuchen, wurden jedoch von Weißen daran verhindert. Die Polizei verhütete eine Schlägerei zwischen beiden Teilen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 7. August 1912.

n Gießen. Der Festausschuß der im Mai d. J. gegründeten Jubiläums- Vereinigung ehemaliger 116 er, der bis jetzt 32 Vereine und Vereinigungen angehören, nahm die ausgearbeiteten Satzungen an und wählte zum 1. Vorsitzenden Rechtsanwalt Kauf mann- Gießen, zum 2. Vorsitzenden Oberfriegsgerichtsrat Cellarius Frankfurt. Der Festausschuß übernimmt die Mann­Einquartierung und Verköstigung der alten schaften, insofern sie sich rechtzeitig melden; verlangt wird außer 20 Bfg. Beitrag zu den Verwaltungskosten nur Bezahlung für vorausbestelltes Quartier und Essen 2c. Festplatz soll der Trieb sein. Vom Regiment erhält je­der Regimentsteilnehmer eine Medaille, die an einem Bande in der Kompagniefarbe getragen wird. rechnet auf mehr als 10 000 Festteilnehmer.

Man

n Gießen. Dem in Amerifa wohnenden Bru­der eines hiesigen Briefmarken- und Kartensammlers, der eine Flugpostfarte gesandt bekommen hat, sind für dieselbe 500 Dollar, also über 2000 Mart geboten wor­den. Man sieht daraus, wie gesucht und wertvoll die Flugpostkarten jetzt schon sind.

Die Truppenschau auf dem Großen Sande bei Mainz vor dem Kaiser und dem Groß­Es herzog von Hessen findet am 21. August statt. nehmen folgende Truppen daran teil: 1. preußische Truppen: der Stab der 21. Division, die 41. Infan­terie- Brigade ohne 2. 88, der Stab der 42. Infanterie­brigade, die Infanterie- Regimenter 80 und 81, der Stab der 21. Kavallerie- Brigade, Dragoner- Regiment Nr. 6 ohne 1. 6., diese zur Absperrung, der Stab der 21. Feldartillerie- Brigade, Feldartillerie- Regiment Nr. 27, Regimentsstab und 2. 63, die Unteroffizierschule Bieb­rich, Fuß- Artillerie- Regiment Nr. 3( 3. und 6. Batterie bespannt), die 2. Pionier- Inspektion, das Kommando der Pioniere des 18. Armeekorps, Pionierbataillon Nr. 21, Pionier- Bataillon Nr. 25. 2. Hessische Truppen: der Stab der Großh. Hess.( 25.) Division, der Stab der 1. Gr. Hess.( 49.) Infanterie- Brigade, die Infanterie Regimenter 1. Gr. Hess. Nr. 115, 2. Gr. Hess. Nr.116, 5. Gr. Hess. Nr. 168, der Stab der 2. Gr. Heff.( 50.) Infanterie Brigade, das 3. Gr. Hess. Infanterie- Regi­ment Nr. 117( das 4. Gr. Hess. Infanterie- Regiment Nr. 118 nimmt an der Truppenschau nicht teil), der Stab der Gr. Sess.( 25.) Kavallerie- Brigade, das 1. Großh. Hess. Garde- Dragoner- Regiment Nr. 23. Beim Eintreffen des Kaisers und Königs von Preu­Ben sowie des Großherzogs von Hessen beginnt sofort das Exerzieren des 1. Großh. Hess. Garde- Dragoner- Regiments. Um 8.45 Uhr beginnt die Gefechtsübung, an der nur preußische Truppen teilnehmen. Um 10.15 Uhr beginnt der Parademarsch aller Truppen.

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Zur Abhaltung ihrer Hauptversammlung waren die hessischen Pfandmeister nach dem Aus­land" gezogen und hatten sich Frankfurt als Tagungs­ort gewählt.

es

n Gießen. Der neue Nacht 3 u g, der 11,47 Uhr in Gießen abgeht und 12,44 Uhr in Friedberg ein trifft, wird auch im kommenden Winter täglich durch geführt. Es ist dadurch den Theater- Interessenten der an der Strecke liegenden Orte Großen- Linden, Lang= Göns, Kirchgöns, Butzbach, Ostheim, Bad Nauheim und Friedberg Gelegenheit geboten, sich öfter die Vor­stellungen im Gießener Stadttheater anzusehen.

o Friedberg. Die diesjährige Provinzial- Ge­flügel- Ausstellung für die Provinz Oberhessen findet am 26. und 27. Oftober in Friedberg statt. Veranstalter ist der Wetterauer Geflügelzuchtverein. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung von Geflügel und landwirtschaftlichen Geräten verbunden.

o Aus dem Kreise Alsfeld. Um den nördlichen Teil des Kreises mit der Main- Weserbahn zu verbinden, sind schon seit Jahren Bestrebungen im Gange. Jetzt hat sich in dem Städtchen Kirtorf eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht gebildet zweds Errichtung einer Automobilpost zwischen Orten Ehringshausen an der Bahn Gießen- Fulda, Ober- Gleen, Kirtorf, Nieder- Gleen und Kirchhain an der Main- Weserbahn. Die Haftsumme von 36 000 Mt." ist gezeichnet.

den

! Mainz. Hauptmann Stettin, Som chef im Infanterie- Leibregiment Großherzogin Heff.) Nr. 117, ist zum vierten Lehrkursus der terie- Schießschule in Spandau tommandiert.

! Worms. Obstgroßmärkte, die für die Rreise von großer Bedeutung sind, werden nachdem alle Arbeiten in vollem Gange find, Der erste Markt wird Mittwoch, den 14. Aug gehalten. Es finden dann regelmäßig wöchentli tags, Mittwochs und Freitags Märkte statt.

o Aus dem Hüttenberg. Die Maul- und Klauenseuche spielt den Gemeinden der hiesigen Gegend doch recht übel mit. Kaum daß die Seuche im Kreise erloschen ist und alles wieder frei wurde, ist infolge ihres Auftretens in Langgöns aus den Orten Nieder­fleen, Dornholzhausen, Hochelheim und Hörnsheim wie­der ein Beobachtungsgebiet gebildet worden.

! Worms, 6. Aug. Die Einweihung der firche ist durch Beschluß des Kirchenvorstandes 10. November festgelegt. Der Großherzog hat Audienz den Termin genehmigt und die Einlad gegengenommen.

o Darmstadt. Die Ausstellung Der im Gr. Residenzschloß wird am Freitag, den 9 mittags 12 Uhr von Sr. Kgl. Hoheit dem Gro eröffnet. Dazu erging eine größere Anzahl von ladungen. Nach der Feier werden die Ehrengi den Großherzog und die Großherzogin im R des Residenzschlosses empfangen. Die Ausstellung diesem Tage von 3-10 Uhr und an den f Tagen von 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends öffnet.

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o Darmstadt, 6. Aug. Der Großherz gab sich gestern nachmittag 2 Uhr auf Jagd na

rod.

o Bensheim. Hier fand die diesjährig treterversammlung beis. Berlehrsverein

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zwei Tage indige Vereini die Anwese fig der Ruf: ): Marb ut, daß der J Matthes, d Die Gerüchte a Dagent nach Ro ben eigenen W nommen worder Fran 12. Auguft, mit gung des Dith ngsurkunde de

):( Rodheim a. d. Bieber. Der Kreisan erteilte jüngst seine Genehmigung zur Bildung follegialen Gemeindevorstandes. Es sind mithi die Folge 2 Schöffen und ein Beigeordneter zu Trotz der regen Baulust fehlt es an geeigneten plätzen, es wird daher mit Recht ein Ortsbe ungsplan gefordert. Unsere Gemartung hat Gesamtgröße von 880 Hektar, darunter viel Wall terer brachte im Vorjahre eine Einnahme von Mark.

Köln, gungen in G der Pater Jlde

):( Wetzlar, 5. Aug. Gestern nachte wurde auf der Steindorferchaussee das 6jährige chen des Metzgermeisters Löb von einem Auten Mission überfahren und sofort getötet. Den Chauffe feine Schuld.

):( Wetzlar. Die Eröffnung der neuen linie Wetzlar Grävenwiesbach, die Oktober erfolgen sollte, muß auf den 1. Novemb schoben werden, da die erforderlichen Schienen rechtzeitig geliefert werden können.

):( Braunfels, 5. Aug. Die Kriegso aus den Feldzügen 1864, 1866 und 1870-71 immer mehr zusammen. Nach Ablauf von 10 werden wohl nicht mehr viele am Leben sein. der Wunsch geäußert worden, diese kurze Spam

o Schotten. Der rühmlichst bekannte Schottener Sommermarkt hat nun doch noch die behördliche Ge­nehmigung gefunden unter der Bedingung, daß sich die Maul- und Klauenseuche vorher nicht weiter usgebrei tet hat. Allerdings ist die Beschidung mit Rindvieh v. Ziegen verboten, nur Pferde und Schweine sind zugebenszeit zu benutzen und die Kriegsveteranen lassen. Der Markt findet am 12. und 13. August statt.

o Schlitz, 4. Aug. Die Erbgräfin Witwe Karl von Schlitz, gen. von Görtz, eine geborene Prinzessin von Thurn und Taxis, deren Gemahl Ende des vori gen Jahres als deutscher Legationsrat in Kristiania starb, wird mit ihren Kindern im Herbst hierher über­siedeln.

Beseitigt das Fallobst. Jetzt sollte fein Obstbaumbesitzer es unterlassen, das Fallobst auf­lesen zu lassen, damit die in demselben sich aufhalten­den Maden nicht ausschlüpfen, wieder auf die Bäume friechen und dort ihre verderbliche Tätigkeit fortsetzen. Alles Fallobst muß aufgelesen werden und wenn noch so flein ist. Pflaumen werden vernichtet, auch die ganz leinen Aepfel, aber die, die schon ein wenig Um-! Mainz, 5. Aug. Am 15. Juli abends hatten fang haben, fönnen natürlich zu Kompott usw. ver= in einer Wirtschaft in der Nähe des Marktes der 35­wertet werden. Wer unter seinen Bäumen jetzt Falljährige Hausbursche Georg Sorg und der Schriftsetzer obst liegen läßt, schädigt sich selbst. Es fönnen alle Fanggürtel nichts nützen, wenn die Baumbesitzer nicht auch in vorbezeichneter Weise die Vertilgung der In seften betreiben.

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthtas.

( Nachdruck verboten.)

Es war der Gärtner Laurence. Geben Sie nicht weiter, Herr Direktor," stotterte dieser mit einem ängstlichen Blick auf Olivier, der sich hoch aufbäumte, denn was ich sagen wollte

Was soll's mit dem Narren?" rief Olivier, sich von seinen Begleitern frei machend.

Können Sie mir diese Warnung erklären?" fragte Waldemar, sich an Olivier wendend, der rasend vor Born den unbequemen Warner in die Ecke des Sim­mers geschleudert hatte.

" Nichts leichter als das. Er ist wahnsinnig wie meine Schwester. Als ihr Hüter bat er den Verstand verloren," antwortete der Gefragte schlagfertig. Kehren Ste sich nicht daran."

Natürlich nicht. Aber der Alte hätte doch eine an­dere Behandlung verdient. Ich werde ihn schadlos bal­ten indessen-"

Er gab den beiden Lakaien die Leuchter in die Hand, fo bekam er seine Fäuste frei, und das schien ihm sehr angezeigt au sein, denn der Zorn des Hausherrn hatte sein Mißtrauen erregt.

Nun bitte ich Sie, vorauszuspasteren," sagte er nicht ohne Humor au Olivier. Ich entsinne mich doch des Weges nicht mehr."

Herr Bourlier junior biß sich auf die Lippen. Das war so seine Gewohnheit, wenn er sich überlistet sah. Doch er zögerte nicht. Er nahm Baurences Arm, der fich inzwischen wieder aufgerichtet hatte und au Tyrolt getreten war.

Führe mich, Alter," sagte er drohend, und sprich fein Wort mehr, sonst-

Meister wegen des Kartenspieles Streit bekommen. Der Schriftsetzer 30g einen scharf geladenen Revolver und schoß dem Sorg eine Kugel in den Leib. Sorg ist jetzt im Hospital gestorben.

Laurence fügte sich bebend. Sie setzten sich in Be­wegung, aber es schten fast, als ob der Herr seinen Die­ner führe, der Schritt Oliviers war fest und zeigte von Lahmheit keine Spur.

Waldemar bemerkte es faum. Seine Aufmerksam feit richtete sich auf den dunklen Korridor und die bei­den, welche ihm leuchtend folgten. Alle schlugen die Richtung nach dem Erkerzimmer ein. Ihre Schritte hallten durch den öden korridor. An der Türe ange­kommen, horchte Olivier.

" Sie ist erwacht," sagte er geheimnisvoll. Sind Sie bereit?"

Ich bin es," antwortete Waldemar, den Revolver hervorreißend, denn im selben Moment ließen die Die­ner wie auf Verabredung die Leuchter fallen, daß die Kerzen erloschen. Olivier schob Laurence bet Seite und stieß die Tür auf. Waldemar fühlte einen Anprall, der thn in das Zimmer schleuderte und hörte, während er ins Ungewisse hineinschoß, die Türe wieder ins Schloß fallen.

" Du suchst Desiree, die ich nie gesehen, Du dent­scher Narr," hörte er Oliviers Stimme höhnisch schallen. Du wirst fie nicht finden, aber den Tod, wie Du thn verdienst für Deine Dummheit!

germeisterei Braunfels alljährlich einmal zu meradschaftlichen gemütlichen Aussprache zu verja Zu diesem Zwed vereinigten sich am Sonntage Saale des Bahnhofshotels Funke, hier, die Kr ranen aus allen Gemeinden, 82 an der Zahl Generalmajor 3. D. Castendyt zu Braunfels, Wörth am 6. August 1870 schwer verwundet begrüßte die Erschienenen. Es wurde festgestell der älteste der Anwesenden 82, der jüngste 59 zählte, daß 2 Kriegsveteranen anwesend wata 1864 noch mitgelämpft haben, Scheer- Burgfolms Schreiber- Leun. Mehr wie die Hälfte der Am hatte vor 42 Jahren am Versammlungstage, am gust, die feindliche Grenze überschritten und vi ihnen hatten noch an demselben Tage bei Wei

Waldemar erwiderte den Schimpf mit einem Schuß gegen die Tütre, dann riß er feinen Säbel aus der Schelde, denn im Dunkeln schlichen die Meuchelmörder an ihn heran, das fühlte er, obgleich er nicht sehen fonnte. Sein Stahl traf etnen, daß er aufichtte, ett awetter Hieb ging in die Luft, ein dritter faß in der Schulter eines Banditen, daß sah der Angegriffene, denn ein aufbitzender Schuß erhellte auf Augenblicks. dauer die Finsternis. Nun bußte Waldemar Bescheid. Hinter ihm war der Marmorfamin, als er sich mit awet Schritten dorthin zurüczog, tftrate ein Tisch zu Boden. Die Alabastertafel richtete er als Schus vor sich auf,

denn nun schossen die Angreifer zu gleicher Zeit. hatte sich im Dunkeln herbeigeschlichen. Waldemar einen Stich im Rüden. Eh Revolverschuß Pred Heimtückischen zu Boden. Aber es war, als a Schuß ein Echo fände. Knall auf Knall folgte. diesmal kam es von den Fenstern her, deren Eado geflogen, dem Mondenlicht Einlaß gestattend.

Mit Wucht wurden die Fenster eingeschlag etnem deutschen Hurra schwangen sich vier bo Soldaten in den Salon und fielen über die B her, welche, vor Ueberraschung topflos geworde Tür nicht finden konnten.

Zwet Kerle lagen verwundet am Boden, deren schnürten die Soldaten die Hände auf den aufammen.

Leutnant Baldreich stand am Fenster und b den sächsischen Kameraden.

Soeben erhalte binefischer Bate tort und 5000

* Habe ich nicht gesagt, der Bourlier ist ein bube?" sprach er gemütlich. Na, wir haben ih lich erwiſcht, und wodurch? Durch Sie, Herr als Sie fich stellten. Ste glaubten dem Kerl unbi thn doch bloß in unsere Falle. So haben wir ein fettes Franttireur- und Stäubernest ansgen Danke schön, Herr Kamerab!"

An mir ist es, au banten," antwortete pr Baron die Hand schüttelnd. Ste tamen gem rechten Bette

Natürlich, das machen wir Bayern toune Gind, daß der Herr Kommandant bie Hetne Ba willigte. Als ich den ersten Schuß hörte, hieß und metne Leute gingen wie die echten Baj brauf und dran. Nun wollen wir mal R balten."

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