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bungen; außerdem die Abhaltung von Vorträgen aur Anbahnung eines besseren Verständnisses für Jugend­pflege usw.

Der Arbeitgeberverband der Berliner Schneider­meister, der dem Allgemeinen Arbeitgeberverband an­geschlossen ist und dem ungefähr 600 Firmen angehören, hat in einer gestrigen Bersammlung beschlossen, den Tarifvertrag mit den Schneidern anzuerkennen. geschäftsführende Ausschuß des Allgemeinen deutschen Arbeitgeberbundes hat seinen Antrag auf erneute Eint­gungsverhandlungen zurückgezogen und die allgemeine Arbeiteraussperrung für nächsten Montag angeordnet.

Der

Diebstahl in einem Zarenpalais. Einen überaus geschichten Diebstahl vollführten dret Spizbuben im Anitschkowpalats in Petersburg. Sie erschienen als Dielenbohner in der Wohnung und nahmen nach geta­ner Arbeit fostbare Silbersachen im Werte von hun­derttausend Mart mit. Die ganze Geheimpolizei Pe­tersburgs ist auf den Beinen, um die unerhört dreisten Diebe zu verhaften. Sie wurden aber bisher vergeblic gesucht.

Ein Doppelmord wurde Montag nachmittag in der Nähe von Zittau verübt. In Waltersdorf wurden die Frau des Obermeisters Gittler und deren 18jährige Tochter in ihrer Wohnung erschossen aufgefunden. Der Mörder, ein 19jähriger Arbeiter Kraf, wurde in der Gr.- Schönauer Flur tot aufgefunden; er hat sich selbst erschossen. Zwischen ihm und dem jungen Mädchen scheint es vor der Tat zu einem heftigen Kampf ge= tommen zu sein.

Fingierter Ranbanfall. Die Magdeburger Krimi­nalpolizet nahm auf dem Hauptbahnhof einen Lehrling aus Berlin in Schußhaft, der angeblich in Bankow aus der Lehre gelaufen sein will. De mittellofe junge Mensch wurde im Abort 4. Klasse aufgefunden. Er hatte einen Raubanfall fingiert, gestand dies auch schließ= lich ein.

Großer Diebstahl in einem Postzollgebäude. In der Nacht zum Montag wurde ein schwerer Diebstahl in dem Postzollgebäude am Valentinstamp in Hamburg ver­ubt. Gestohlen wurden 7 Tausendmarkscheine, 74 Hun­dertmarkscheine, 600 Mart in Silber, ein Scheck von 680 Mart auf die Deutsche Bank in Hamburg und ein Scheck von 962 Mart auf die Haderslebener Bank. Ueber den Täter ist nichts bekannt.

Durch einen Hecht getötet. Aus dem Hammerschen See bet Wollstein in Bosen suchte ein neunjähriger Knabe Hechte zu fangen, wozu er in die Eisdecke ein Loch schlug. In demselben Augenblick schnellte ein 16­pfündiger Hecht empor und biß sich am Arm des Kna­ben fest. Der Knabe wurde später auf dem Eise erfroren aufgefunden.

Schwerer Unfall auf dem Flugplay Johannisthal. Als das Luftschiff ,, P. L. 6" Montag abend 9 Uhr nach einer Reklamefahrt nach der Halle transportiert wurde, wurde es plöglich von einer Windboe erfaßt und fort­getrieben. Der Ballonmeister Nobbes ließ das Schlepp­feil nicht los und wurde mitgeschleift. Der Ballon lan­dete unbeschädigt in der Nähe der Biesdorfer Ballon­halle. Der am Schleppseil hängende Nobbes, dem in­folge der Schleiffahrt durch den Biesdorfer Wald die Kleider vom Leibe gerissen waren, war beretts tot.

Ein Brimaner als Opfer eines Bogwettkampfes. In Lauenberg bei Danzig fand ein regelrechter Box­wettkampf mit Sekundanten zwischen zwet Primanern statt. Beim 21. Gang brach einer der Kämpfer zu= fammen und starb an Gehirnblutung.

Aus den Gerichtsälen.

Im Berliner Spielerprozeß wurde am Montag un­ter allgemeiner Spannung zur Vernehmung des Gra= fen Wolff- Metternich geschritten. Er schilderte zunächst fein Vorleben und erzählte, daß er mit 18 Jahren einen Selbstmordversuch verübt habe, weil ihn sein Vater sehr schlecht behandelt habe. Er habe immer als Prügelfunge gegolten. Während der Vernehmung des Grafen Wolff­Metternich ereignete sich ein sensationeller 3wischenfall. Der Verteidiger Werthauer erklärte, es sei ihm mitge= tellt worden, daß die Zugangstüren zum Sizungssaal für das Publikum geschlossen seien und daß nicht mehr als 40 Personen hereingelassen würden, trotzdem in dem Zuschauerraum für viel mehr Personen Platz sei. Die Deffentlichkeit sei dadurch beschränkt, und er bean­trage, den Teil der Verhandlungen, der während dieser Einschränkung der Deffentlichkeit vor sich ging, zu włe= derholen. Der Vorsigende ließ nunmehr den verant­wortlichen Beamten kommen. Dieser erklärte, daß al­lerdings von der zuständigen Stelle bestimmt worden set, daß nur 40 Personen zugelassen werden. Man wollte einige Pläße fret lassen für Herrschaften, die vielleicht noch kommen, und wollte einer Ueberfüllung vorbeu­gen. Vorsitzender: Es ist völlig unzulässig, etite be= fchränkte Zuhörerzahl festzusetzen. Ste( zum Beamten) haben hier nichts anzuordnen. Die Anordnungen in diesem Saale treffe ich. Hierauf wurde in der Berneh= mung des Grafen Wolff- Metternich fortgefahren. Er erzählte die Geschichte seines verfehlten Lebens, die fa aus dem ersten Metternich- Prozeß bekannt ist. Metter­nicht schilderte weiter, wie er in London mit Korff- Kö­

,, Willkommen, willkommen!" riefen ihm die Herren entgegen, und der Matre, welcher ihm zunächst stand, ließ es sich nicht nehmen, dem feindlich Dreinschauenden die Hand zu schütteln.

" Ich hoffe, daß ich willkommen bin", sagte Olivier zu den Gästen, wenigstens allen Franzosen in diesem Saale; denn ich bringe eine Nachricht, die uns mit pa triotischer Begeisterung erfüllen wird, wenn sie auch ge­eignet sein dürfte, dem reizenden Familienfest einen unerwarteten Abschluß zu geben."

Der Krieg ist erklärt?" fragte der Maire, im Vor­aus applaudierend. Sprechen Sie, ist es so?"

" Der Krieg ist ausgebrochen", bestätigte Olivier mit einem haßfunkelnden Blick auf Tyrolt. Unsere sieg­reiche Armee ging über den Rhein und jagte die Prus­flens, die aufs Haupt geschlagen sind, vor sich her. Der Kaiser zog als Steger in Saarbrücken ein."

Es lebe der Katser", klang es von allen Seiten. Nieder mit den Feinden des Baterlandes, nieder mit den Prufftens."

,, Nicht allein die Preußen sind es, gegen die wir tämpfen", sprach Olivier mit höhnischer Freude. Uns gegenüber steht ganz Deutschland, die Bayern, Würt­temberger und Badenser, alles elende Verräter an der guten Sache der großen Natton. Auch Sachsen hat sich den Abtrünnigen angeschlossen, dieses Volk von Feig­lingen, das seinem Bezwinger die schmutzige Hand küßt, die es zu Boden schlug und seiner Selbständigkeit be­raubte."

Waldemar war beim Eintritte Oliviers aufge= sprungen. Bleich und bebend stützte er sich auf die Lehne fetnes Stuhles. Als er die Worte vernahm, welche setn Feind eigens für ihn berechnet hatte, warf er stolz den Kopf zurück. Aber noch schwieg er in weißer Mäßigung; denn er fühlte Deftrees Hand auf seinem Arm und hörte thr ängstliches Atmen dicht an seinem Ohr.

Durch den hrausenden Lärm der künstlichen Ent­

nig zusammenfam. Er habe keine Ahnung gehabt, daß Korff- König ein Falschspieler war.

Der Mordprozeß von Czenstochau.

Das Urtell, dem man für Mittwoch entgegensieht, wird voraussichtlich für Damattus Macoch nicht die To= desstrafe, sondern nur lebenslängliche Zwangsarbett bringen, die er wahrscheinlich im Landeszuchthaus ver­büßen wird. Die übrigen Angeklagten dürften nur Zwangsarbeitsstrafen von einigen Jahren treffen, da fie nicht überführt erscheinen, von dem Morde vorher etwas gewußt, oder ihn begünstigt zu haben. Für sie alle tommt vielmehr nur eine Mittäterschaft bei den Diebstählen und Unterschlagungen, sowie Begünstigung nach der Tat in Frage. Aus der Beweisaufnahme tra= gen wir folgendes nach: Mit Bezug auf das durch ihren Verteidiger abgelegte Geständnis der Helene Macoch, daß sie Beziehungen zu Maczoch unterhalten, daß sie aber von der Herkunft des Geldes nichts gewußt habe, wurde auf Veranlassung des Staatsanwalts noch ein­mal der in Haft befindliche ehemalige Gefängnisgehilfe Denissow als Beuge darüber vernommen, was Helene Maczoch ihm zunächst angegeben hat. Der Beuge be­hauptet, daß Frau Helene Maczoch im ersten Moment, nachdem sie in Haft genommen war, durch verschiedene Anzeichen verraten ließ, daß sie von dem Morde etwas wiffe. Das bestätigte sich durch den bet thr aufgefunde= nen Briefwechsel und die Telegramme. Auch der An­geklagte Starczewskt habe bet setnem ersten Verhör den Eindruck geweckt, als ob er ein diretter Teilnehmer an dem Morde set. Starczewski gibt zu, daß er nach der Tat in telegraphischer Beziehung mit Damattus Mac­zoch gestanden habe, aber er habe keine Ahnung gehabt, daß diefer einen Mord verübt hatte. Er fet allerdings zur Bahnstation gefahren, habe aber nicht die Idee ge= habt, zu flüchten, sondern wollte lediglich seine Uhr mit der Bahnhofsuhr vergleichen. Es wird dann die Aus= fage des Priors Welonski verlesen, die er in der Vor­untersuchung gemacht hat. Der Zeuge hat eine Charak= teristik der Angeklagten gegeben, die namentlich den An­geklagten Damattus Maczoch in ein sehr ungünstiges Licht stellt. Der Staatsanwalt fragte den Angeklagten Damatius Maczoch, wie hoch sich seine Einnahmen aus dem Messelesen steuten und welchen Teil von dem ein­genommenen Gelde er an die Klostertasse abgab. Der Angeklagte erklärt, daß er fährlich 700 Rubel an die Klostertasse abgegeben habe. Den Rest steckte er in die eigene Tasche. Die anderen Mönche hätten es ebenso gemacht, selbst der Zeuge Prior Reimann.

Wo sind die Zigeuner?

Alle Mühe und aufopferungsvolle Arbeit hat nichts geholfen. Die Bandten haben ihre ausgezeichnete Ortskenntnis benutzt und den Behörden vorläufig ein Schnippchen geschlagen Sie sind aus den Wäldern in der Gegend von Fulda entkommen und nach Thüringen oder Bayern hinübergeflüchtet. Die milt­tärischen Führer behaupten es. Der Sonntag brachte den Streiftorps eine ehr schwere Aufgabe. Es lagen bestimmte Bekundungen angeblich sicherer Zeugen vor, daß die dret Brüder Ebender, aufgestöbert von Salz­schltrf durch die Jäger, auf dem Marsche nach Lyders= hausen bet Fulda begriffen wären. Nun wurde die Parole ausgegeben, das Waldoreteck, wo sie vermutet wurden, peinlich zu durchsuchen und auf jeden Fall ihr Entkommen nach der Lahr linte rechts von Fulda zu verhindern, damit sie nicht in den jenseitigen Wäldern Deckung finden. Polizeihunde wurden aus Frankfurt nachgeholt, die leider wegen des Regens gar keinen Er­folg hatten. Die anstrengende, geradezu aufreibende Ar­beit, die immer aufs neue durch Falschmeldungen aus den Landdist iften genährt wurde, bewog die militäri­schen Führer schließlich, zunächst etne Bause in ihren Operationen treten zu lassen. Auch das Militärtom­mando bedarf dringend der Erholung. Bet der Streife wurden zwet Zigeuner aufgegriffen. Beide werden seit längerer Zeit steckbrieflich verfolgt; als mitschuldig an dem Fuldaer Mord kommen sie nicht in Betracht. So stehen die Dinge heute nicht anders als am 15. Februar. Die Belohnung für die Ergreifung der flüchtigen 3t= geuner wurde auf 3090 Mark erhöht.

Vermischtes.

Der mysteriöse Tod eines Berliner Arztes, des Dr. Louis Philipp, beschäftigt die Berliner Kriminalpolizet lebhaft. Philipp, ein bekannter Augenarzt, wurde Mon­tag vormittag in seiner Wohnung durch Morphium ver­giftet aufgefunden und in hoffnungslosem Zustande nach der Charitee gebracht, wo er verstarb. In der Wohnung des Arztes befand sich noch die Wirtschafte= rin Marie Kretschmann, die sich angeblich auch vergiftet hatte. Auch sie wurde nach der Charttee gebracht. Ste unternahm dort einen Selbstmordversuch, indem sie sich aus dem Fenster in den Hof stürzte, wunderbarerweise aber fast unverlett blieb. Der Tod des Philipp bedarf noch der Aufklärung, da verschiedene Momente zum

rüstung, der den Saal erfüllte, hörte er ihre flehende Stimme:

,, Schweige Geliebter, bei unserer Liebe beschwöre Er aber schitttelte das Haupt.

Wie ist das alles so schnell gekommen?" fragten die Herren, sich zu Olivier drängend, woher haben Ste diese Nachrichten?"

Telegraphische Depesche. In dem Kasino zu Sedan tst alles in fteberhafter Tätigkeit, man verschlingt förm= Itch die Berichte, welche von der Grenze kommen. Un­ser Gesandter Benedetti hat dem preußischen Könige das liebenswürdigste Anerbieten in der spanischen Erb­folgefache gestellt. Er wurde in schimpflicher Wetse be= leidigt. Der König ist nach diesem Affront nach Berlin geflüchtet. Herr von Bismarck hat eine unglaubliche Koalition der deutschen Stämme zusammengebracht. Wir stehen allen deutschen Völkern gegenüber; aber wir werden sie zerschmettern zerschmettern wie dieses Glas."

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Er warf das Kelchglas, welches man ihm mit Wein gefüllt entgegengebracht hatte, gegen die Wand, aber absichtlich so, daß es dicht an Waldemars Kopf vorbei­schwirrte und unmittelbar hinter dessen Rücken in Stücke zerbrach.

Da reckte sich Tyrolt empor.

Mene mene tefel," rief er mit grollender Stimme, triumphiere nicht zu früh, edler Zögling der verlotter= ten französischen Armee. Ihr steht einem Heere von Helden gegenüber. Wahrt Euch, daß sich das zweischnet= dige Schwert, welches Ihr in frechem Uebermute aus der Scheide gezogen, nicht gegen Euch kehre und Euch bis auf den Tod verwunde!"

" Was sagt er, was wagt er?" fragten die Gäste, empört von dem Manne zurücktretend, den sie eben noch beglückwünscht und geehrt hatten.

" Die Wahrheit, die Worte der Vernunft," antwor tete dieser in loderndem 3orn. Ich habe die Albern­betten frankhafter National- Eitelkeit mit mitleidigem

Zweifel berechtigen, daß Philipp Selbmord verübte, wie dte Wirtschafterin behauptete.

Verhaftung eines gefährlichen Berbrechers. Den König der Schaufenstereinbrecher" nannte sich der Bäder Karl Schojan, auf den die Berliner Kriminal­polizet feit vielen Monaten fahndete, der aber erst jetzt bingfest gemacht werden konnte. Sch. galt seit Jahren als der verwegenste und tätigste Schaufensterdieb Ber­lins. Im Herbst vorigen Jahres hatte sich Schotan mit dem Bäcker Richard Kluge zu gemeinsamen Einbrüchen zusammengetan, und beide verübten im Laufe des Win­fers eine große Zahl von Schaufenstereinbrüchen, na­mentlich bet Juwelieren, bis Kluge schließlich im De= zember vorigen Jahres auf frischer Tat ergriffen wurde. Nunmehr verband sich Echofan mit dem Bäcker Richard Becker zu dem gleichen geschäftlichen Unternehmen", aber auch dieser Komplice fiel vor 14 Tagen bei Aus­übung eines Einbruchs der Schöneberger Polizei in die Hände, während es Schojan abermals gelang, zu ent tommen. Auf der Suche nach einem neuen Gefährten feiner verbrechertschen Tätigkett fand er bald wieder eine geeignete Person; doch diesmal verließ ihn sein Glücksstern, und am Sonntag gelang es der Kriminal­polizet, den gefährlichen, vielgesuchten Burschen selbst bei einem Schaufenstereinbruch festzunehmen; natürlich will er seinen neuen, leider entwischten Somplicen nicht fen­nen. Die Summe der von Schotan erbeuteten Werte beläuft sich auf viele tausend Mark.

Ein gefährlicher Stadtbahnräuber in der Person des 23fährigen Installateurs Sendliß stieg, wie aus Berlin gemeldet wird, auf der Station Wedding zu einem Schlafenden in ein Abteil dritter Klasse und fuhr mit ihm nach Weißensee zu. Als der Reisende bei einem Versuch, ihn zu berauben, erwachte, versetzte ihm Send­lig mit einer metallenen Kaffeeflasche etwa zwanzig Schläge auf der Kopf, bis er niedersant. Auf dem Bahn­hof Weißensee versuchte der Fledderer mit der von ihm Inzwischen gemachten Beute eiligst zu entkommen, da­durch fiel er den Stationsbeamten auf, die thn sesinah­men und der Polizei übergaben. Dret Portemonnaies, ein halbes Dußend Straßenbahnabonnements, mehrere Arbeiterfahrkarten, sowie sonstige Sachen wurden bei dem Räuber gefunden

Heimsparbüchsen bei der englischen Bostsparkasse. In London ist ein Versuch mit Einführung von Heim­sparbüchsen gemacht worden, d. t. mit Sparbüchsen, de­ren Schlüffel beim Postamt verwahrt werden. Die Büchsen können also nur von den dazu berufenen Post­beamten zur Gutschrift des Inhaltes auf ein Sparkonto geöffnet werden. Schon am Ausgabetage wurden von Ben Sparbüchsen 20 000 Stick ausgegeben, so daß bei verschiedenen Bostämtern bereits in der ersten Stunde nach der Eröffnung der Ausgabe der Vorrat erschöpft war. Die Büchsen faffen 100 Schilling oder 200 Sechs­Pence- Stück. Ste werden gegen den Betrag von drei Schilling an das Publikum abgegeben. Davon werden zwei Schilling zurückvergütet, wenn die Blichfe zuritek­gegeben wird, ein Schilling wird als Einschretbegebühr berechnet.

Drabtnachrichten und neuestes.

Der Kaiser in Wilhelmshaven.

Wilhelmshaven, 5. März. Der Kaiser verließ um 10 Uhr die" Deutschland" und begab sich auf dem Wasserwege zur Werft, die er unter Führung des Staatssekretärs von Tirpitz besichtigte. Heute früh ist der Großherzog von Oldenburg zur Teilnahme an der Besichtigung hier eingetroffen.

Ein zweiter schwerer Unfall auf dem Flugplag Johannisthal.

Berlin, 5. März. Heute morgen wurde auf dem Flugplab Johannisthal der Monteur Recß von einem herabfallenden Zor eines Schuppens getroffen. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Bruch der Wirbelsäule.

Selbstmord eines Sekundaners.

Frankenhausen, 5. März. Der sechzehnjährige Sefundaner Blume von hier hat sich am Sonnabend in der Kyffhäuserwaldung erschossen. Seine Leiche wurde gestern nachmittag aufgefunden. Der Grund zur Tat dürfte in der Zurückweisung des iungen Mannes von der Einfährig- Freiwilligen- Prüfung zu suchen sein. Ein Schnellzug in großer Gefahr. onusbrud, 5. März. Bet Altzwang verschüttete furz nachdem ein Schnellzug vorübergefahren war, ein Felssturz das Gleis der Eisenbahn. Durch drei starke Sprengungen wurde ein Gleis wieder fret. Es ist eine große Zuaverspätung entstanden.

Bublikum und Suffragettes in London. London, 5. März. Die gestrigen Strawalle der Frauenrechtlerinnen führten zu zweihundert Verhaf­tungen. Bemerkenswert ist, daß zum erstenmale das Publikum eine mißbilligende Haltung gegenüber den Suffragetten einnimmt. Gestern abend schlug eine An­zahl junger Leute unter dem Beifall der Menge die Fenster zweier Lokale der Frauenrechtlerinnen ein.

Lächeln angehört; ich habe die Achsel gezuckt, als die friegslüsternen Politiker hier mein Vaterland ohne einen Schwertstreich zu erobern wähnten; ich habe alle die Schwäßereien unbeantwortet gelassen, als man den Abfall der deutschen Stämme von der deutschen Sache voraussette, Gottlob, die Depeschen haben das Ge­genteil bestätigt ich habe geschwiegen; aber den Schimpf, den mir dieser Erleutnant antun wollte, werde ich nicht sanftmütig ertragen. Das Glas, welches er von sich schleuderte, sollte mich treffen. Natürlich hat es mich gefehlt. Aber seine Reden haben mich verletzt, und darauf will ich ihm dienen. Ich habe es geahnt, daß der Herausforderung des eitlen Franzosenfaisers ganz Deutschland antworten würde, und daß sich alle Stäm­me unserer Nation wie ein Mann erheben würden, wenn man Preußens König, den Schirmherrn des Norddeutschen Bundes in seiner Majestät verletzt. Nicht nur wir Sachsen, ein jeder deutsche Mann hält sich zum Reiche, wenn der Erbfeind droht und auf's neue seine beutegterige Hand nach deutschem Besigtum ausstreckt oder Verheerung in unsere Fluren tragen will. Nicht Abfall ist es also, was geschehen, sondern Treue, die den Deutschen stets auszeichnet; nicht Felgheit führte die Sachsen zum preußischen Truzbündnis, sondern Mut, das Vertrauen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Und dieses Volk von Brüdern wollt Ihr zerschmettern mit Euren absinthduftenden Offizieren, Euren undis= ziplinierten Soldatenhorden? Wehe Euch, Ihr aben­teuerlustigen Unruhestifter, die Ihr den Völkerfrieden stört, um ein Phantom, die Lüge des Kaiserreichs auf­recht zu erhalten. Wenn Ihr zuckend am Boden liegt, werdet Ihr einsehen, wie groß Eure Narrhett war. Denn Eure Vernichtung wird das Ende des Spazier ganges nach Berlin sein, von dem Ihr faselt in Eurer wahnsinnigen Selbstverblendung. Und nun Gott befoh­len und auf Wiedersehen in Paris!"

( Fortfehung folgt.)