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Die franzöfifche Sprachlehrerin Fräulein Thirion, te bekanntlich in Cöln unter dem Verdacht der Spio­nage verhaftet und zu einer inzwischen verbüßten Ge­fängnisstrafe vom Reichsgericht in Leipzig verurteilt wurde, well fle, wie es in der Urteilsbegründung heißt, bte ihr von einem preußischen Offizier gestellte Falle nicht als solche erkannt hatte, tst gegenwärtig damit be­schäftigt, für einen Pariser Verlag ihre Erlebnisse in Deutschland zu schildern, wobei sie hauptsächlich die Ab­fich verfolgt, fich an dem preußischen Offizier zu rächen. Fräulein Thirion verlangt eine riesige Summe für den Abdruckt diefer Niederschrift, viermal mehr, als Frau Toselli vom Verlage des" Matin" für ihre Memoiren erhalten hat.

Ueberfall auf einen Kassenboten durch einen Bank: beamten. Donnerstag nachmittag wurde der Kassen­bote Klein in Berlin in einer Autodroschte im Tier­garten von dem Bankbeamten Julius Friche überfal­fen. Friebe würgte den Kassenboten mit geflochtenem Klein Meffingdraht in der Absicht, ihn zu berauben. Fonnte sich freimachen und um Hilfe rufen. Der Täter wurde festgenommen und der Polizei überliefert. Klein hatte 40 300 Mark bei sich, was dem Täter bekannt war. Der überfallene Klein ist seit Jahren bei der Darm­Städter Bant beschäftigt. Vor einigen Jahren trat dort auch der jetzt 30jährige Julius Friehe als Kaffenbote ein und wurde seinerzeit von Klein ongelernt. Inzwi­schen hat Friehe bei der Bant eine Stelle als Bureau­beamter erhalten. Da der Täter selbst Kassenboten­gänge gemacht hatte, wußte er genau, wann Klein im Besize großer Geldbeträge war. Friehe fam wie zu­fällig mit einer Kraftdroschke im Tiergarten an Klein vobet und lud thn ein, mitzufahren. da er denselben Weg zu machen habe. Bei der Vernehmung gestand Friche ein, daß er schon lange einen Ueberfall auf Klein geplant habe. Er hatte alles sorgfältig vorbereitet und Außerdem auch ein scharf geschliffenes Beil bet sich. hatte er einen Lodenmantel und einen Schlapphut mit­genommen, um nach der Tat unerkannt entfliehen zu fönnen.

Ein unheimlicher Vorgang, der mit dem Tode et­ner Braut endete, ereignete fich in Zarizyn in Ruß­land. In einer Kirche in Zarizyn sollte ein gewisser Lobanow getraut werden. Er war bereits in der Kirche. Die Braut fam angefahren, begrüßt von dem Schrette, schreite" der Sänger. Der Bräutigam geht ihr entge gen, praft aber entsetzt vor ihr an der Kirchentür zu ritck. Dicht hinter der Braut betritt ein Leichenzug die Kirche. Wenige Schritte hinter der Braut wird ein Sarg in die Kirche getragen. Der Geistliche, der die Trauung zu vollziehen hatte, begann ganz gemütlich die Trauhandlung, während der Sarg mit der Letche ganz nahe bei dem Brautpaar hingestellt wurde. Und noch während der Geistliche traute, sang ein anderer Geistlicher die Grabgefänge. Beide Fetern fanden gleichzeitig am selben Orte statt. Wer wird es für er­taunlich erklären, daß dieses Ereignis auf das erregte Gemüt etner jungen Braut von größtem Einfluß sein muß. Während der ganzen Trauungszeremonie hielt fich die Braut, die dicht neben dem Sarg stand, frampf= baft aufrecht. Beim Verlassen der Kirche fiel sie aber mit einem furchtbaren Schret hin und schten einen Ohn­machtsanfall zu haben. Als sich aber der junge Gatte Aber sie beugte, erkannte er, daß die junge Frau einem Schlaganfall zum Opfer gefallen war.

vor seinen Augen die Stiefel ausziehen. Da fielen nuk die Bronzestücke heraus. Sorellon wurde verhaftet und gestand ein, daß er täglich gegen 14 Pfund gestohlener Bronze aus dem Arsenal schleppen konnte, weil er es zweimal verließ, wobei er jedesmal 7 Pfund Bronze in seinen Riesenstiefeln verborgen hatte.

Die Berliner Methylalkoholvergiftung. Wie neuer­dings gemeldet wird, haben die Ermittelungen der Kriminalpolizet in der Angelegenheit der Massener­frankungen unter den Asylisten ein sehr eigenartiges Ergebnis gehabt: Kriminalfommissar Toussaint hat festgestellt, daß eine große Reihe von Erkrankungen und Todesfällen, die zum Teil bis in den Juli des ver­flossenen Jahres zurückreichen, nach dem Genuß von Methylalkohol eingetreten find. Vier Erkrankungs­fälle, die im Juli in Berlin eintraten, sind besonders typisch für das Krankheitsbild der Methylalkoholvergif­tung. Es erfrankten damals fast zu gleicher Zeit vier Männer, die alle aus derselben Flasche getrunken hat­ten. In der Flasche befand sich, wie nachgewiesen wurde, mit Methylalkohol vermischter Sprit. Zwei von den Erkrankten starben schon nach eingen Sinden; die beiden anderen erholten sich wieder, nachdem sie zwei Tage lang fast vollständig erblindet gewesen waren. Die Kriminalpolizet hat wetter festgestellt, daß der verhaf= tete Drogist Scharmach weit größere Mengen von Me­thylalkohol von verschiedenen Fabriken bezogen hat, als er bisher zugestand. Die Nachforschungen der Bolt­zet in Charlottenburg führten dazu, daß auch eine Charlottenburger Schankwirtschaft, in der der gefähr= liche Schnaps von Scharmach ausgeschenkt wurde, poli­zeilich geschlossen wurde. Seit Anfang dieser Woche sind feine Erkrankungen mehr infolge von Methylalkohol­vergiftung vorgekommen.

Wie weit der englische Deutschenhak geht, erhellt aus einer Buschrift, die das Luzerner Vaterland aus seinem Leserkreise erhalten hat: Wiederholt haben Ste auf die Nervosität der Engländer aufmerksam gemacht, die sich überall da zeigt, wo von Deutschland und von Deutschem zu sehen oder zu hören ist. Ich kann Ihnen dazu ein kleines Beleg liefern, das zwar für sich genom­men fast als Lächerlichfett erscheinen mag. Als sympto matische Erscheinung mag der Vorfall Beachtung ver­dienen. Letzten Frühsommer mtetete etne reiche allein­stehende Engländerin in der Innerschweiz eine kleine Villa. Eine junge Luzernerin trat hier zu ihr in Dienst. Als die Dame gegen den Herbst hin nach London zurück­fehrte, nahm sie die ihr liebgewordene Luzernerin mit. Bald nach ihrer Rückkehr wurde die Dame frank und starb, und die Luzernerin sah sich nach einem anderen Plaze um. Durch ein Plazierungsbureau wurden thr mehrere Stellen offeriert. Die erste Dame verlangte, daß sich unsere Luzernerin vorstelle. Das geschah. Die Dame fand Gefallen an ihr, um so mehr, als sie fran­zösisch gestellte Fragen prompt in fließendem Franzö­fisch beantwortete. Beretts waren sie über den Dienst­vertrag einig, als der Dame schwere Bedenken famen. Sie fragte plößlich: Wenn Sie etwas denken, wie den­fen Sie es, deutsch oder franzöfifch?" Verblüfft über eine so alberne Frage antwortete die Luzernerin frisch: Deutsch, natürlich!" Ja, dann ist's was anderes. Wenn Sie französisch denken würden, wären wir einig gewor den; weil Ste aber deutsch denken, kann ich Ste nicht brauchen. Adteu!"

Revolte in einer Weiber strakanstalt. In der Wet- Die Leiden des Deutschen Henne in China.

Berstrafanstalt zu Clairmont, einer Ortschaft im fran­ösischen Departement Otfe, fam es zu einer großen Revolte der bort eingeschlossenen dreihundert Frauen­zimmer im Alter von 15 bis 20 Jahren. Sie rotteten tch im Hofe zusammen, verlangten die Abschaffung der Disziplinarstrafen und schlugen endlich in den Schlaf­und Spetsesälen alles kurz und klein. Da das Auf­fichtspersonal der Anstalt ausschließlich weiblich ist, so mußte die Gendarmerie geholt werden, um die Meu­teret niederzuschlagen, was erst nach vier Stunden ge= lang, well die Gendarmerie von der Waffe feinen Ge­brauch machen wollte.

Blutiger Kampf um den Liebhaber. In Neapel sptelte sich dieser Tage eine Eifersuchtstragödie ab. Zwei verheiratete Frauen aus dem besseren Bürger­ftande waren in heftiger Liebe zu ein und demselben Manne entbrannt. Als dieser wahrhaft edle" Lieb­haber nach einem vergeblichen Erpressungsversuch da­mit drohte, den Ehemännern der betden Gattinnen von dem Liebesverhältnis Mitteilung zu machen, fam es zwischen den beiden Frauen zu einer Auseinander­febuna, in deren Verlauf die eine einen Revolver zog und ihre Freundin" durch dret Schüsse schwer ver= lette. Die Märtyrerin der Liebe wurde ins Spital ge= schafft, die Attentäterin ins Gefängnis von Neapel.

Die Riesenstiefel des Bronzediebes. Schon seit Mo­naten ftel es der Arsenalverwaltung in Brest auf, daß regelmäßig Bronzestücke gestohlen wurden, ohne daß es trotz genauefter Ueberwachung gelang, dem Dieb auf die Spur zu kommen. Da bemerkte nun dieser Tage der Portier, daß der Arbeiter Horellon, als er sich mit feinen Kameraden aus dem Arsenal entfernte, unge= wöhnlich große Stiefel anhatte und er Iteß Horellon

Aber sie faßte sich früher als er, seine Verlegenheit gab ihr Mut und so vermochte sie in leichterem Tone zu äußern:

" Ihre Reisegefährten müssen kaum noch in Ihrem Gedächtnis leben, sonst hätten Sie uns gewiß die Freude gemacht, auf Dieskau vorzusprechen. Frau von Her stell wird Ihre Saumseligkeit vermerken."

Ein kaum merkliches Lächeln umspielte dabet thre rosigen Lippen.

Das gab ihm seine Haltung wieder und artig ent­gegnete er: Ich bin sa erst seit gestern auf Meerholz und werde natürlich nicht verfäumen, Frau von Herstell meine Ehrerbietung zu bezeugen, nachdem mich ein so glückliches Ungefähr gleich beim ersten Spaziergang in dte Nähe von Dieskau geführt hat."

Sein Blick und der lächelnde Zug um den Mund, als er mit scheinbar absichtlichem Nachdruck die würdige Frau von Herstell voranstellte und nur von ihr sprach, drohten sie wieder in Verlegenheit zu bringen, aber ste Half sich und sagte, um nur etwas zu erwidern:

,, Sie sind zum ersten Male in unseren schönen Tä­lern?"

Ich war als Schüler schon einmal als Gast auf Meerholz."

,, D," dachte sie, dann wußte er also ganz genau, wie nahe Dieskau bei Meerholz Itegt!" Daß er auf Meerholz sofort Erkundigungen eingezogen und erfah­ren hatte, daß die Tochter des Freiherrn fast täglich diese Straße entlang ritt, ahnte ste freilich nicht.

Ste bletbent wohl noch einige Zeit in Deutschland?" " Ich habe noch über vier Wochen Urlaub zu ver­

fligen."

Es muß doch eine große Freude setn, nach längerer Abwesenheit sein Vaterland, seine Angehörigen und Freunde wiederzusehen. Mir war schon ein kurzer Auf­enthalt in England genügend, um Sehnsucht nach der

Im Anfang der chinesischen Revolitionsbewegung gelangte, wie man sich erinnern wird, die Nachricht nach Deutschland, daß der als Postdirektor in chinesi­schen Diensten stehende Deutsche Henne, Ende Oktober in Sianfu das Opfer eines von den Revolutionären angerichteten Gemezels geworden fet. Glücklicherweise bestätigte sich diese Nachricht nicht im vollen Umfange. Henne hat zwar schwere Verlegungen erlitten, ist aber wie durch ein Wunder noch mit dem Leben davonge= tommen.

Die Gefahren und Leiden,

mit einem Schwerte niedergeschlagen

haben. Ich kam erst wieder zur Besinnung, als ich zn Hause war. Daß ich mit dem Leben davon gefommen bin, ist das reine Wunder. Dret vernünftige Soldaten hatten sich meiner angenommen und mich nach Hause geschafft. Wenn es uns nicht gelungen wäre, diese dret Soldaten zu überreden, als Wache in unserem Hause zu bleiben, so wäre es sehr fraglich, ob heute noch eine See le von uns am Leben wäre. Mit Einbruch der Dunkel­heit nahm aber das Morden und Brennen erst recht set­nen Anfang. In unserer Straße, wo fast nur reiche Chinesen wohnen und die großen Banken sich befinden, zog sich die ganze blutdürftige Menge zusammen, und alle Häuser wurden geplündert. Ringsherum hatten wir Feuer. Das Gefindel lag beständig vor unserem Tor und verlangte Einlaß. Doch gelang es den Sol­daten, die Hyänen abzulenken. Es war eine schreckliche Nacht. Ich lag halbtot, völlig angezogen im Bett. Die Letter stand an der Mauer nach hinten, und wir waren die ganze Nacht zur Flucht bereit. In derselben Nacht wurde eine außerhalb des Südtores gelegene kleine Missionsschule für Kinder von Missionaren vom Pöbel vollständig zerstört und 6 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren, sowie die Hausmutter und der Lehrer in der grausamsten Wetse, die man sich denken kann, umge­bracht, während es dem Hausvater gelang, mit dem Jüngsten Kinde zu entkommen. Von der englischen Mis­fion sind auch noch verschiedene schwer verletzt und an­dere völlig ausgeraubt worden.

dte er ausgestanden hat, schildert sehr eindrucksvoll ein vom 12. November 1911 batterter Brief des Postdtrek­tors Henne, der durch einen Boten der Missionen von Stanfu nach Hankau gebracht und von dort am Neu­fahrstage in Hann. Münden, von wo Henne gebitrtig tst, eingetroffen ist. Darin hetßt es: Am 22. Oktober brach auch hier in Stanfu dte Revolution aus, plötzlich, doch kann ich nicht sagen, daß wir davon sehr überrascht waren. Ich rttt noch schnell zum Hofpital, um dort Rück­sprache zu nehmen. Auf dem Rückwege ftel tch bewaff= netem Gesindel, etwa 150 oder mehr, in die Hände. Man nahm mir das Pferd ab und ich hatte einen harten Stand, um mich bis an die nächste Straßenecke durchzu­fämpfen. Dann erhielt ich von einem Kerl mit einem et­ma 10 Bentimeter dicken Knippel etnen furchtbaren Schlag auf die linke Schulter und im nächsten Augen­blick hielt mir ein anderer Halunke etn Gewehr entge= gen, um mir etne Kugel in den Unterleib zu fagen. Ich ftürzte mich auf den Menschen, schlug den Gewehrlauf zur Sette und der Schuß ging scharf an metner rechten Sette vorbet. Was weiter passtert ist, weiß ich nicht, denn im selben Augenblick muß man mich

Heimat zu empfinden und ich war glücklich, als ich ste wiedersah."

" Ich begretfe das, doch vermag ich es nicht ganz nach­zufühlen. Nicht, daß ich dem Vaterlande fremb ge­worden wäre, aber die trauliche Heimstätte, an der mich Itebe Menschen erwarten, fehlt mir, tch stehe ganz allein im Leben."

" D," wie ein leiser Hauch entschwebte es threm Munde, ein Ton herzinniger Teilnahme.

Er, der mit ruhigem Ernst gesprochen, einem Ernst, der doch etwas wehmutsvolles an sich hatte, fühlte es wohl: der Laut kam aus mitfühlendem Herzen.

" Ich bin zwar nicht ohne Freunde, aber eine Fa­milie fehlt mir, darum fällt es mir weniger schwer, mich auch in der Fremde wohl zu fühlen, so ist mir denn auch England Iteb geworden."

teber 10 000 Mandschus find vollständig ausgerottet worden und weder Frauen noch Kinder verschont. Ich glaube, ein solches Morden steht in der Weltgeschichte einzig da. Mein Befinden ist den Umständen nach nicht fchlecht. Die Wunden sind vorzüglich geheilt, aber das Gehör des rechten Ohres habe ich vollständig verloren. Mein Gedächtnis ich noch schlecht und den linken Arm fann ich nur wenig bewegen. Gefahr besteht augenblick= Itch für uns nicht"."

Allein? Der Arme doch bin ich denn nicht auch allein? schoß es thr durch den Sinn. Bin ich nicht fremd inmitten der Meinen? Habe ich außer meiner guten Herstell ein Wesen, das mich mit guter Herzens­Itebe umfinge?"

Mit leichtem Zögern sagte ste:

So haben Sie auch allein den Kampf mit dem Le= ben aufnehmen müssen?"

Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt.

Die Nachrichten über die Herabminderung des Wei­zenertrags Argentiniens die mögliche Ausfuhrlet­ftung wird jetzt mit 2% Millionen Tonnen gegen früher 4% Millionen angegeben wirden zweifellos einen weit stärkeren Einfluß auf die Märkte gemacht haben, wenn nicht gleichzeitig sich vermehrtes Angebot kana­dischen Weizens am Weltmarkt zu nachgiebigen Forde­rungen gezeigt hätte. Außerdem sind die nach Europa schwimmenden Weizenmengen recht ansehnlich und die Verschiffungen der Welt in der letzten Woche durchaus genügend groß. Auffällig ist das für diese Jahreszeit recht geringe Inlandsangebot in Deutschland, nament­Itch an Rogoen. Man erklärt sich diese Erscheinung teils durch die unnatürliche, teils durch die Einfuhrscheine geförderte Ausfuhr an Brotgetreide, teils aus dem Um­stande, daß die Landwirte wegen der enormen Höhe der Gerste- und Haferpreise vielfach Roggen zur Fütterung verwenden. Man befürchtet, daß eine Knappheit an Roggen, Hafer und Gerste sich in den nächsten Mona­ten noch stärker geltend machen dürfte, während fir Wetzen der Umfang der demnächst in stärkerem Maße einsetzenden Ausfuhr aus den südamerikanischen Staa= ten bestimmend sein wird. Hafer und Gerste haben bet starker Bedarfsnachfrage beträchtlich im Werte gewon= nen. Die Preise für Lieferung im Mai stellten sich fchließlich wie folgt: Weizen 216,50, Roggen 198,00, Safer 193,50, Mais 165,00 M.

Ja, denn früh ließen mich metne schon befahrten Eltern einsam auf dieser Welt, aber," und sein Auge leuchtete in männlichem Selbstbewußtsetn auf- tch bin als Steger aus dem Kampfe hervorgegangen. Ich habe eingesehen, daß nur Arbeit fret macht und ich habe gearbeitet."

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Die schöne, männliche Gestalt vor thr mit der wirk­Itch vornehmen Haltung und dem sympathischen offenen Antlig, aus dem zwet aufrichtige Blauaugen bltzten, das kräftige Selbstbewußtsetn, das aus seinen Worten und Mtenen sprach, alles dies bildete einen folchen Gegensatz zu den Gestalten, an die fie gewöhnt war, dak

Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Och­fen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht­wertes, ungejocht 83-89 M., 6) tunge fletschige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere M. 2. Bul­len: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlacht­wertes 77-83 M, 6) vollfleischige jüngere 75-82 M., c) mäßia genährte tüngere und gut genährte ältere 72 bis 77 M. 3. Färsen und Kithe: a) vollfleischige ausge= mästete Färsen höchsten Schlachtwertes- M., b) voll­fleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes, bts zu 7 Jahren M, c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen 74-79 M, b) mäßig genährte Kühe und Färsen 67-73 M, e) ge­ring genährte Kühe und Färfen bis 64 M., f) gering genährtes Jungvleh( Freffer) 56-70 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 114-150 M. 6) feinste Mastfälber 113-120 M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 100-110 M, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 91-102 M. e) geringe Saugfälber 65-85 Mart. 5. Schafe: a) Maftlämmer und jüngere Mast­Hammel 72-82 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 62-70 Mrs c) mäßig genährte Hammel und Schafe 50-66 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Bentner Lebendgem. 62-63 M., b) vollfleischige Schweine 240-300 23fd. 61 bts 63 M. c) vollfleischige Schmetne 200-240 93fd. 60 bis 62 M., d) vollfleischige Schweine 160-200 fb. 57 bis 60 M, e) vollfleischige Schmetne unter 160 Bfd. 53 bts 56 M. f) Sauen 55-58 M.

deutlich ein Ausdruck kindlicher Bewunderung in threm rosigen Antlig erschien.

Er verstand dies und die Freude über die setner mannhaften Tätigkeit so unverholen dargebrachte Aner­fennung spiegelte sich in seinen Blicken wieder.

,, Wie schön ist es, das von sich sagen zu können, und wie stolz müffen Sie auf das selbst Errungene fein!"

" Ich freue mich der Freiheit und Selbständigkeit, dte mir mein Fleiß erwarben." ,, Und Sie sind so früh Waise geworden?" " Das Geschick wollte es so und es hat mich wild im Leben umhergewirbelt, aber ich behielt das Steuer in der Hand und gelangte zum Ufer. Einige Freunde und die tiefe Liebe zu meinem Heimatsvolt erhielten mich in allen Fährnissen treu dem Vaterlande und ich trage mit Stolz von Zeit zu Zeit den Rock des deutschen Artegers."

Silda fühlte, daß die Unterhaltung vom Sattel her. ab schon zu lange gedauert hatte. So ungern sie abs brach, sagte fte doch:

,, Wir erwarten Sie also auf Dieskau, Herr Holtau, Frau von Herstell wtro Ste mtt Vergnügen empfan gen."

Ich werde nicht zögern, gnädiges Fräulein!" Schon neigte fie das Köpfchen verabschiedend und zog die Zügel des in aller Ruhe verharrenden Tiered an, als elliger Hufschlag von der Straße herklang, dte Bilda gekommen war. Ste sowohl als auch Holtau horchten auf und gleich darauf bog auf hochgestelltem Roffe Harald von Dieskau um die Baumgruppe, dte hter den Weg etnengte. Das Gesicht des jungen Man­nes war gerötet, es war dies wohl etne Folge des ge noffenen Weines und bes etligen Rittes; auch saß es nicht ganz fest im Sattel.

( Fortsekung folgt.)