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Gießener Zeitung

Bezugspreis 40 Pfg. monatlich

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( Neueste Nachrichten)

verteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Redaktion: Selters­Mittwochs und Samstags. Für Aufbewahrung oder Rücksendung weg 83. nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 2.

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Telephon: Nr. 362.

Reichstagswahlen 1912.

Graf Posadowskyim Wahlkampfe. Graf Posadowsky hat auf mehrfache Anfragen von Jn­teressentengruppen eine Erklärung veröffentlicht, in der er es ablehnt, sich auf so eingehende Wahlprogramme ein­zelner Interessentengruppen" festzulegen. Wer sich in dieser Weise bindet, ist kein Volksvertreter mehr, son­dern nur der Agent einzelner Gruppen. Nach Artikel 29 der Reichsverfassung sind die Abgeordneten aber Ver­treter des gesamten Volkes und an Aufträge und In­struktionen nicht gebunden. Es ist mir umsomehr ver­sagt, mich auf derartige Sonderprogramme festzulegen, als sich vier verschiedene Parteien auf meine Kandida­tur geeinigt haben."

Darmstadt. Das Zentrum hat die erst vor einigen Tagen aufgestellte Kandidatur des Freiherrn v. Hertling für Darmstadt- Groß- Gerau wieder zurück­gezogen. Das Zentrum sei zwar mit der Stellungnahme des Abg. Ofann zur Borromäus- Enzytiika nicht zufrie­den, wolle aber doch seine Kandidatur unterstützen, weil er Besserung versprochen habe.

Darmstadt. Der Hansabund faßte den Be­

schluß, bei der Reichstagswahl in den Wahlkreisen Darmstadt- Groß- Gerau und Bensheim- Erbach neu­tral zu bleiben.

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vor

Darmstadt. Das Zentrum hat seine einigen Tagen aufgestellte Zählkandidatur Hertling wie­der zurückgezogen. Die Partei hat Stimmenfreigabe be­schlossen, wobei der Sozialdemokrat und der Freisinnige ausscheiden sollen.

wurde

Mainz Bom Bund der Landwirte als Reichstagskandidat Gutsbesitzer Otto Dettweiler aus Wintersheim aufgestellt. Es sind jetzt dort aufgestellt: Dr. Keller( natl.), Dr. David( Soz.), Molthan( 3tr.) und Dettweiler( B. d. L.).

- Marburg. Die Zentrumswähler der Stadt Marburg beschlossen, für die freifonservativ- nationallibe­rale Kandidatur des Professors Bredt einzutreten, die des Kreises Kirchhain für die deutsch- soziale Kandidatur des Schneiders Rupp. Das Zentrum ist also gespalten.

Hersfeld. Die nationalliberale Partei ver­öffentlicht einen Wahlaufruf, der auffordert, dem fort­schrittlichen Kandidaten Fiedler Gießen weit= gehendste Unterstützung zu leihen.

Kassel. Der zum Hansabund neigende Aus­schuß der Kasseler Innungen hat beschlossen, an Stelle des deutsch- sozialen Kandidaten Lattmann den libera len Kandidaten Schröder den Handwerkern zur Wahl zu empfehlen.

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Die Nationalliberalen des Wahlkreises A de= nau- Cochem- 3 e II stellten den Staatssekretär a. D. Dernburg als Kandidaten für die Reichstags= wahl auf.

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Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Expedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 6. Januar 1912.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 6. Januar 1912. n Gießen. Der Großherzog hat dem Bahnmei­ster Peter Schemel zu Gießen die unkündbare Anstellung verliehen.

n Gießen. Heute Samstag abend spricht der Präsident des Hansa- Bundes, Geh. Justizrat Riezer, hier im Saale des Kolosseum". Ohne Zwei­fel wird ein Massenbesuch sein und deshalb ist ein frühes Erscheinen notwendig.

n Gießen. Die Stadtverordneten bewilligten einen Zuschuß von 100 000 Mt. für die vom Staat projek= tierte Errichtung einer neuen Haut- und Ohrenklinik an der Landes- Universität.

n Gießen. Der Oberbürgermeister beglüdwünschte in der letzten Sitzung der Stadtverordneten die Stadt= verordneten Wallenfels und Jughardt zu ihrer 25jährigen ununterbrochenen Tätigkeit als Stadtverord­nete. Er überreichte beiden silberne Jardinieren, die mit prächtigen Arrangements blühender Blumen gefüllt

waren.

n Gießen. Die letzte Stadtverordnetenversamm­lung beschloß die Einrichtung eines städtischen Versicher­ungsamtes. Der Anschluß der Vororte Heuchelheim, Wieseck und Klein- Linden kann bei Tragung eines Tei­les der Kosten vollzogen werden.

n Gießen. Am Dienstag begannen hier die von der hess. Landwirtschaftskammer veranstalteten Kurse. Sie wurden in Anwesenhett des Regierungsvertreters, Regierungsrat Spahmer, durch den Vize- Präsidenten, Abg. Bähr, eröffnet. Mehr als hundert Landwirte aus sämtlichen Provinzen Hessens sind anwesend.

n Gießen. Der Bau des Amtsgerichts geht nun jeiner Ausführung entgegen. Das neue Projekt sicht einen Flügelbau am jetzigen Justizpalast vor, der mit der Hauptfront an die neue Straße zu liegen kommt, die von der Ostanlage in der Richtung nach dem Philo­Sophenwald hin geplant ist.

n Gießen. Zu der Messerstecherei in der Neu­jahrsnacht liest man, daß die beiden Attentäter vorher die beiden Frauen belästigt haben sollen, worauf deren Männer zu Hilfe kamen.

o Schlitz. Die Leiche des Erbgrafen von Schlih, der in Kristiania verstorben ist, wird hierher gebracht und am 6. Januar in der gräflichen Familiengruft bei­In diesem Jahre wird die hiesige gesetzt werden. Stadtkirche das Jubiläum des 1100jährigen Bestehens festlich feiern.

o Friedberg. Die Neujahrsnacht verlief dies= mal sehr stürmisch. Einem verheirateten Maschinenschlos= ser wurde ein Bein durch einen Schuß zerschmettert, und einem anderen jungen Manne wurde der Unterschenkel durchschossen. Außerdem fanden blutige Schlägereien statt. Polizei und Rettungsmannschaften mußten viei­fach in Aktion treten. Auch fanden verschiedene durch Feuerwerk verursachte Brände bezw. Explosionen statt. ! In Brezzenheim wurde gegen 60 Frauen eine gerichtliche Untersuchung wegen Verbrechens gegen das Leben eingeleitet. Verschiedene Personen sind ver­haftet worden.

):( Hohensolms. Auch hier ist die Wasser­frage endlich gelöst worden. Am Fuße des Lappenber­ges wurde eine ergiebige Quelle erbohrt und ein Was­serwerk errichtet. Zu Kaisers Geburtstag soll das Werk

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):( Wiesbaden. Die amtlichen Ermittelungen über die Schäden der sommerlichen Hitze in den Staats­und Kommunalwaldungen des Regierungsbezirkes ha­ben ergeben, daß 135 Hektar Wald vernichtet sind. ! Aus dem Rheingau. In der ehemaligen teroffiziere und Mannschaften des 18. Armeekorps richtet, und zwar in den Gebäuden, die zur Zeit der Justizverwaltung zu Gefängniszweden dienen. Die Ge­fangenen werden am 1. Oktober nach Diez überführt.

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( Gießener Tageblatt)

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Telephon: Nr. 362.

24. Jahrg.

Von der Edertallperre. Eine gewal­tige Arbeit ist schon an der Edertalsperre geleistet wor­den. Die Mauer ist zirka 7 bis 8 Meter hoch von einer Talseite cur anderen, 5-6 Meter schaut sie aus der Erde heraus. Aller Voraussicht nach wird das laufende Jahr das Hauptbaujahr werden.

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)( Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der bekannten Firma Inhalatorium Tancree, Wiesbaden, bei, deren Hauptaufgaben auf dem Gebiete der speziellen Katarrh- Kampfmittel liegen. Die­selbe brachte vor Jahren als erste den ärztlich bestens empfohlenen Tancree- Inhalator für Kalt- Inhalation zu jedermanns Benutzung. Durch Vergasung der Inhala­tionsstoffe in feinster Verteilung ist es ohne Beschwerden möglich, die wirksamsten Stoffe gegen Katarrhe, Ver­schleimungen aller Art bis zu den tiefsten Atemzügen einzuatmen, wodurch eine überraschend schnelle Lösung der Schleimpfropfen herbeigeführt wird. Zahlreiche Nach­ahmungen sind seitdem aufgetaucht, sie reichen aber alle nicht an die Wirkungen des ersten echten Tancree- Inha­lators heran, weil dessen Konstruktion patentamtlich ge­schützt ist. Wir nehmen deshalb gerne Veranlassung, hierauf hinzuweisen und bitten die verehrten Leser, bei Bestellungen sich auf unser Blatt beziehen zu wollen.

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