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ung enge Fühlung haben, eine sehr entschiedene Sprache führen. Der Budapesti Hirlap erklärt, es sei endlich die 3eit gekommen, den Bericht des Konsuls Prohaska zu veröffentlichen, wenn darin Tatsachen enthalten wären, die feine Großmacht dulden könne, müsse König Peter aufgefordert werden, daß er in voller Gala im Hotel des österreichischen Gesandten erscheine, wegen des Ge­schehenen um Verzeihung bitte und melde, daß die Schuldigen bestraft worden seien.

besteht unverändert fort, nachdem Serbien bislang amt­lich zu der Forderung der Monarchie keine Stellung ge­nommen hat, wiewohl ja ersichtlich, daß Paschitsch im Hinblick auf die Haltung Rußlands und die konflikts lustige Tendenz der Westmächte einzulenten scheint. Das Hauptbestreben der Mächte ist gegenwärtig die Lokali­sierung des Konfliktes, wodurch naturgemäß der Krieg vermieden würde. In Wien erwartet man sehnlichst das Gelingen des Friedensabschlusses mit der Türkei, weil dann spätestens die Austragung der Serbenfrage, sei es diplomatisch friedlich oder mit Waffengewalt, erfolgen muß. Die Berichte des Konsuls Prohaska seien derart belastend, daß Desterreich gerechtfertigt sein werde, öf­fentlic) Genugtuung zu verlangen. Die Forderung dürfte vor Europa so begründet erscheinen, daß das Belgra­der Kabinett sie nicht wird verweigern können.

Waffenstillstand

Vom Balkankrieg.

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Friedensschluß Botschafterkonferenz? Die Unterzeichnung des Waffenstillstands. Protokolls wurde an unterrichteter Stelle für gestern Mittag erwartet, da auch die letzten Einwendungen von griechischer Seite sollen gelassen worden seien. Nach einer Konstantinopeler Meldung soll sich der griechisch­bulgarische Konflikt allerdings bereits derart zugespitzt haben, daß die Bulgaren Gründe für den Abschluß eines Separatfriedens suchen. Gleich nach Un­terzeichnung des Protokolls werden die Friedensver= hondlungen beginnen. Nach einer Meldung der Frks. 31g." aus Konstantinopel versicherte gestern ein Bot= schafter der Triple- Entente, man würde sehen, daß die Unterzeichnung des Waffenstillstandes erst zwei Stun den nach dem Fall von Adrianopel Wirklichkeit werden

würde.

Die Friedensverhandlungen werden auf neutralem Boden stattfinden, voraussichtlich in Nizza, möglicherweise aber auch in Bukarest oder Buda­pest. Nach einer Meldung der Konstantinopeler Sa­

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bah" wird auf der Hohen Pforte erklärt, die Kon= ferenz der Botschafter der Großmächte für eine Erörterung der aktuellen Balkanfragen werde noch Der Sultan hat im Dezember in London beginnen. gestern in einem von friedlicher Gesinnung durchtränt­ten Telegramm an den Zaren Ferdinand erklärt, daß er auf Adrianopel, das ein türkisches Heiligtum sei, nicht verzichten könne.

Konstantinopel, 3. Dez. Der bisherige Un­terstaatssekretär Fuad Pascha ist an Stelle des interi­mistischen Striegsministers Fethi Pascha mit der Leitung des Kriegsministeriums und gleichzeitig mit der Leitung des Ministeriums des Innern betraut worden. Durch diese Ressortvereinigung wird dem Kriegszustande Rech­nung getragen, bei dem die meisten, dem Ministerium des Innern unterstehenden Aemter von Militärpersonen geleitet werden. Najim Pascha wurde zum interimiſti­schen Platzkommandanten von Konstantinopel und Ge­neral Ismail Kiamil, der Sohn des Großwesters, zum Vorsitzenden des Obersten Kriegsgerichtes berufen.

Hamburg, 3. Dez. Der deutsche Oberleutnant Stidentron von den 15. Husaren in Wandsbed ist bei den Kämpfen um Tschataldscha auf türkischer Seite gefallen.

Der Konstantinopeler Korrespondent des B. T." meldet seinem Blatte: Soeben übergibt mir Minister Noradungian den amtlichen Bericht über die Greuelta­ten, die seitens der Verbündeten gegen die Türken begangen wurden. Der Bericht stellt u. a. 500 fest, daß in Seres reguläres bulgarisches Militär Persenen niederschoß. Ueber die Massakers von Salo­niti sagt der Bericht: griechische Soldaten massakrierten im Cafe Scheftet 30 franke türkische Soldaten. Die zum Polizeidienst bestellten Kreter verübten statt dessen alle Grausamkeiten, plünderten, töteten und vergewaltigten türkische und jüdische Mädchen. Bisher sind in Salo­nifi über 250 türkische Soldaten getötet worden.

Politische Rundschau.

Deutschland.

* Der Kronprinz Ferdinand von Ru mänien ist gestern früh in Berlin eingetrof fen. Am Vormittag war er beim Kaiser zur Frühstücks­tafel im Neuen Palais in Potsdam eingeladen. Das Kaiserpaar war um 8 Uhr von Baden- Baden auf der Station Wildpark eingetroffen.

* Berlin, 3. Dez. Wie der Reichsanz." mel­det, hat Kaiser Wilhelm dem italienischen Minister des Aeußeren, Marquis di San Giuliano, den Schwarzen Adierorden verliehen.

Die Bibelauffaffung des Kaisers.

neralstabschef der Armee stattfanden. Erst geste die Offiziere auf ihre Posten zurüdgekehrt.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 3.

Am Bundesratstisch Dr. Delbrüd, Kühn, Caspar, später der Reichstam3ler. Präside Kaempf eröffnet um 1 Uhr die Sitzung.

Die erste Lesung des Etats.

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soll versagt haben. Es liegt aber bisher fein Ani der diesen Tadel bestätigt. Sie war mit Erfolg be 2764 120 zu vermitteln und den Frieden zu schützen. Hätte im vorigen Jahre einen Teil Maroffos genomm mükten wir dort wenigstens ein Armeekorps un ten. Das würde eher eine Schwächung des V des bedeuten. Es ist nicht richtig, daß Geistliche 1831 3309 auf den Kanzeln in Kriegs prophezeihungen g345 1576 29

In der letzten Sitzung der Zweiten Sächsischen Ständekammer hatte bei Verhandlung des Ortsschulge­setzes der nationalliberale Abgeordnete Nitschke auf das dem Gespräch Bezug genommen, daß der Kaiser mit Züricher Universitätsprofessor Arnold Meyer gehabt haben sollte. Dabei habe der Kaiser ausgesprochen, er ertaue sich ohne den Umweg über die Dogmen aus der Bibel selbst und frage sich in allen Lebenslagen, ob er im Geiste Christi handle. Der Kultusminister Dr. Beck hatte erwidert, ihm sei davon nichts bekannt, der Abgeordnete Nitschke würde sich durch eine Klarstellung des Sachverhaltes verdient machen. Vor Eintritt in die gestrige Sitzung gab der Abg. Nitschke von dem Inhalt eines Briefes Kenntnis, der ihm auf seine Anfrage von Professor Mener zugegangen ist. Darnach hat der Kai ser im engen Freundschaftskreise in einem Privatge spräch in der Tat gewünscht, daß die Pfarrer nicht Dogmen predigen sollen, sondern sich bei allem fragen, was Christus dazu sagen würde.

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Ebenso verbitten wir uns den Chauvenismus ch ger Offiziere. Der Baseler Kongreß mutet einem 005282 180 ein Missionsfest an.( Heiterfeit.) Desterretchy fomm1160 101 104 9 Sprache der Gerben ertragen, weil es als Gro und Mitglied des Dreibundes nicht in den Be tommi, aus Angst ruhig zu sein. Hinter der Fr politik der Regierung stehen alle Parteien mit nahme vielleicht des Herrn Ledebour, der so lang sprochen hat, daß nicht ganz herausgekommen i hin er zielte.( Heiterkeit.) Wenn die Regierung hin ruhigen Blutes bleibt, so wird die Mehrhei Volkes hinter ihr stehen.

Der Marineattachee bei der deutschen Botschaft in Wien, Graf Posadowsky, der, wie man sich erinnern wird, vor einiger Zeit einen Unfall erlitt, hai zur Wiederherstellung setner Gesundheit einen halb­jährigen Urlaub erhalten. Als Ersatz tritt an seine Stelle Kapitänleutnant Freiherr Ensenberg.

England.

London, 3. Dez. Die angebliche Schenkung der indischen Fürsten und Vornehmen, die der britischen Regierung für ½ Milliarde Mark Kriegsschiffe zur Ver­fügung stellen wollten, ist ein großer Schwindel.

Rußland.

Unterstaatssekretär 3immermann: Die ob der spanisch- französische Maroffovertrag unsere teressen verletzt, bin ich in der Lage, verneinen zu

Abg. Frhr. v. Richthofen( Natlib.): falsch, den deutschen Instrukteuren vorzuwerfen, ten den türkischen Zusammenbruchy verschuldet. W fensien nicht, daß die österreichischen Interessen sind. Die Reichspolitik hat auch die Zustimmung Reichstages.( Beifall.)

Petersburg, 3. Dez. Die Militärchefs der 17 Rekrutierungsbezirke haben die letzte Woche über in Petersburg geweilt, wo täglich Beratungen mit dem Ge­

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Abg. Herzog( W. V.): Das deutsche Vo überwiegend hinter Desterreich. Wir begrüßen di näherung an England, warnen aber vor allzug Optimismus. Im Volte herrscht Besorgnis, obertreter: Gebrü genügend gerüstet sind. Nicht das Wort entscheide dern die Tat.( Beifall).

Aus Stadt und Land.

n Gießen. Leutnant Jttmann, de dem französischen Rechtsstudenten Fighiera im 6 Stadtwald ein Pistolenduell hatte, wurde in a. M. festgenommen.

s Darmstadt. Anläßlich des Geburtstag Großherzogs von Hessen erhielten die Pensioner wen und Waisen des hess. Beamten- und Vol leh: erstandes von der Regierung die Mitteilung ihre Bezüge mit Wirkung vom 1. April 1912 höht worden sind. Die Erhöhung beträgt 10 Prozent des seitherigen Jahreseinkommens. Gläubigerversammlung der Spar- und Darlehe Nieder Modau reduzierte die lan Genossenschaftsbank ihre Forderung um rund Marl, so daß jetzt eine baldige zufriedenstellende nierung in Aussicht steht.

s Darmstadt. Eine wichtige Entscheidi das Landgericht Starkenburg in der Nieder dauer Sparkassenangelegenheit. sehr vermögende Mitglieder der Kasse hatten ra Bekanntwerden des Zusammenbruchs das von Frauen eingebrachte Vermögen hypothefarisch id stellt, in der Erwartung, daß sie für die Verlul bar gemacht würden. Der Konkursverwalter de hat diese hypothefarischen Eintragu gerichtlich angefochten und das Landgerict nun eine Entscheidung dahin gefällt, daß diese thelen ungültig find

):( Frankfurt a. M. Der geftrige St tag hat der bürgerlichen Parteien ein aus glänzenden Sieg gebracht: ihre ichen Kandidaten wurden gegen die der Sozia fratie gewählt, und zwar die Kandidaten der schrittlichen Volkspartei, zwei Rationalliberale un Mittelständler. Dieses Resultat verdanken die lichen Parteien vor allem ihrem einmütigen fammengehen. Die jetzige Parteigruppierung daß die bürgerliche Mehrheit auch weiterhin bleiben wird. Die Fortschrittliche Bollspartei, 34 Mandate im Stadtparlamente verfügte, ha verloren, so daß sie nunmehr 32 Mandate befiz Nationalliberalen haben ihren Besitzstand von 12 daten behauptet, ebenso die Mittelstandspartei, weiterhin 3 Size besetzt hat. Das Zentrum, das her nicht im Stadtparlament vertreten war, fant

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