Ausgabe 
3.2.1912 Zweites Blatt
 
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haben. Es wurden abgegeben:

zu Gunsten des in Kassel unterlegenen Amtsgerichtsrat Lattmann zurückzutreten, und er soll dazu bei ent= sprechendem Entgegenkommen" geneigt sein.

kommen, daß die Harpener Bergbau- A.- G. die Schaffung| stelle während des ganzen Jahres in Betrieb gehabt| dermeister Rupp sei das Verlangen gestellt worden, eines Gemeindegasthauses zu Hochlarmark in der Nähe der Zeche Recklinghausen 2 und die Errichtung einer Milchausschankstelle auf dieser Zeche durch die Ge­meinnützige Gesellschaft für Milchausschank in Rhein­land und Westfalen, G. m. b. H. in Düsseldorf durch Hergabe erheblicher Mittel unterstützte.

Die Schlußfrage des Fragebogens lautete: Hat die Leitung des Unternehmens wegen der Bekämpfung des Mißbrauchs geistiger Getränke sonstige Vorschläge oder Wünsche.....? Dazu wurde von verschiedenen Zechenver­waltungen der sehr berechtigte Wunsch geäußert, daß in der nächsten Nähe von Zechen Gastwirtschaften über­haupt nicht genehmigt werden sollten, und daß die mit der Prüfung der Wirtschaftsgesuche betrauten Stellen bei der Feststellung der Bedürfnisfrage bei den Zechen Nach­frage halten möchten, die in der Nähe des den Gegen stand des Wirtschaftsgesuches bildenden Hauses belegen sind. Es ist bekannt, welch unheilvollen Einfluß die Wirtshäuser, die direkt vor den Toren der Zechen lie­gen, auft die Beamten- und Arbeiterschaft ausüben. Die Bergleute erhalten besonders an den Abschlagstagen der Einfachheit wegen abgerundete Geldbeträge, sodaß solchen Tagen hauptsächlich Goldstücke und Papiergeld ausgezahlt werden. Der Gastwirt vor dem Zechentor versorgt sich für diesen Tag mit einem ganzen Kasten von Kleingeld. Nun strömen die von der Abschlags= löhnung kommenden Leute zu seinem Tisch, wo jeder Papier und Gold gegen Silber und Nickel, Nickel, oft genug auch Silber, gegen Alkohol einwechselt. Vielleicht wäre zu erwägen, ob die von den Zechen betriebenen Ausgabestellen alkoholfreier Getränke nicht von diesem Geschäftsgeist der Alkoholvertreter lernen und auch den Lohntagen einen größeren Vorrat von Wechselgeld vorrätig halten sollten.

an

an

Getränke

Kohlensaures Wasser mit Fruchtgeschmac Kohlensaures Wasser ohne Fruchtgeschmac Natürliches Mineralwasser Milch..

Alkoholfreie Getränke zusammengerechnet.

Menge

1

Bei einer Also auf Beleg- 1 Kopf der schaft von Belegschaft Mann

806 509

46 450

35 777 106 696 519 966

15 409 30 860 47 867

1 468 921

75 919

17,36

2,32 3,45 10,86

19,35

Dem Gesamtverbrauch von 1,47 Mill. Liter an den hauptsächlich in Betracht kommenden gegen Bezahlung abgegebenen alkoholfreien Getränken sind nun noch die großen Mengen unentgeltlich abgegebenen Kaf­fees hinzuzurechnen, sie werden jedoch nicht zahlenmä ßig erfaßt. Im Jahre 1911 ist jedenfalls der Verbrauch an all diesen Getränken bei weitem größer gewesen als in 1910. Als Beispiel dafür mag nur angeführt wer­den, daß die Berginspektion 3 in Buer an fohlensaurer Limonade im ganzen Jahre 1910 eine Abgabe 78 920 Lit., im Jahre 1911 bis Ende September schon eine solche von 111 253 Liter zu verzeichnen hatte.

von

Die rheinisch- westfälische Bergwerksindustrie hat sich also der praktischen Bekämpfung des Alkoholmiß­brauchs in großem Umfang angenommen und damit zugunsten ihrer Arbeiterschaft ein neues Wohlfahrtsge­biet betreten. Die rheinisch- westfälischen Großindustriellen und ihre Vertreter speziell haben damit Wohlfahrtsein­richtungen geschaffen, welche nach vielen Richtungen hin für die ganze Welt vorbildlich geworden sind. Sie ha­ben sich dabei durch das Geschrei derjenigen Arbeiter, welche allein von der Gunst und den Groschen ihrer Kameraden abhängig sind, und die Einwendungen eines Teiles der Gelehrtenschaft, der nur das Trennende zwi ten alkoholfreien Getränke gemacht, die ihre Ausgabe- schen Arbeiter und Arbeitgeber betont, nicht beirren lassen.

Zum Schluß seien einige Zahlenangaben über die Menge der im Jahre 1910 auf den Bechen verausgab­

Knorr­Hafermehl

und

Reismehl

sind wegen ihres hohen Gehaltes an blutbildenden Nährsalzen u. Eiweiß natür­liche Kräftigungsmittel für Bleichsüchtige und Blutarme, die dabei rotwangig und blühend werden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 3. Februar 1912.

o Alsfeld. Folgende wahre Begeben­heit hat sich vor einigen Tagen in einer Volksschule des Kreises Alsfeld zugetragen. Der Lehrer übt die De­llination der Dingwörter mit seinen Schülern und wählt unter anderem das Wort der Vetter". Ein Schüler be­ginnt: ,, der Vetter, des Vetters...." Da streckt ein kleiner Knirps den Finger. Auf die Frage des Lehrers nach seinem Begehren antwortet er: Mein Vater hat den Vetters gewählt." Zufällig wurde in der Ge­meinde nur eine sozialdemokratische Stimme abgege= ben, ohne daß man wußte, wer sie abgegeben haben könnte. Der betreffende Vater wird sich über diesen Ver­rat des Wahlgeheimnisses nicht sonderlich gefreut haben.

):( Marburg. Nach der Hess. Landesztg." soll hier nochmals Reichstagswahl bevorstehen. An den gewählten deutsch- sozialen Kandidaten Schnei­

Wichtig für Asthmatiker.

Die Erfahrung des Herrn Hermann van der Berg in Wesel muß ein Troft für alle Asthamatiker sein, indem ihnen ein Weg gezeigt, wodurch dieses lästige Uebel sofort gelindert werden kann.

Er schreibt: ,, Aftmol- Asthma- Pulver hat bei mir vorzüglich gewirkt. Ich hatte oft schwere Anfälle von Atemnot, sobald ich aber dieses Pulver gebraucht hatte, spürte ich sofort große Erleich­terung und werde es jedem Asthmaleidend en empfehlen.

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Mein Haar fast verloren

Jahrelang litt ich unter schrecklicher Schuppenbildung, verbunden mit unerträglichem Juckreiz, ich getraute mich fast nirgends mehr hin, weil mir die Schuppen wie Mehl aus dem Haar schneiten und dabei verlor ich is kaum einem Jahr mehr als die Hälfte meines schönen Haares! Es dürfte kaum ein Haarmittel existieren, das ich, nicht in meiner Verzweiflung versucht habe, ich habe eine Unmenge Geld dafür ausge­geben, jedoch alles war vergebens, nichts half! Durch Zufall erfuhr ich ein Rezept, das von einem ersten Haarspezialisten stammt und das einen bekannten Herrn, der da­ran war, vollständig fahlköpfig zu werden, das Haar gerettet hatte. Ich ließ mir das Mittel anfertigen, muß aber gestehen, daß ich außerordentlich sklevtisch an die Benutzung ging, weil ich selbst nicht mehr auf Hilfe hoffte. Meine Ueberraschung werden Sie sich vorstellen können, als ich nach dreitägigem Gebrauch einen Erfolg sab, wie ich mir ihn nie hätte träumen lassen. Meine Schuppen waren wie weggeblasen, das Jucken ver­schwunden; sonst sah es beim Frisieren in meiner Umgebung aus, als ob ich Zucker verstreut hätte, jezt hatte ich taum ein paar Schuppen im Kamm, sonst ging ein ganzer Busch meist kurzer Haare, jetzt faum ein paar aus. Ich war derart über ascht, daß ich den Erfolg fast selbst nicht glauben wollte und meinen Bekannten das Mittel zu ver= suchen gab, die aber ohne Ausnahme dasselbe Resultat erzielten! Und bis hute häit der Erfolg unverändert an, mein Haar entwickelt sich wieder zur früheren Fülle und hat ein ganz anderes Aussehen erhalten, früher brüchig und spröde, ist jetzt weich und biegfam!

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):( Marburg. Der preußische Kulkushaushalt bewilligte für die hiesige Universität zum Neubau der psychiatrischen Aufnahmestation der Poliklinik einschließ­lich der Außenanlagen und der Inneneinrichtung, sewie für bauliche Aenderungen und Verbesserungen in der medizinischen Klinik erste Raten von 50 000 bezw. 100 000 Mark. Für den Neubau des physikalischen Instituts wurden bewilligt als erste Rate 200 000 Mark unter Verwendung der durch das Extraordinarium vom Jahr 1905 zum Umbau desselben Institutes bereit gestellten 102 500 Mark.

):( Marburg. Der frühere Schuldiener E. von der höheren Mädchenschule, der sich schulpflichtigen Mäd­chen in unsittlicher Weise genähert hatte, wurde zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt.

s Darmstadt. Die hess. Handwerks= kammer beabsichtigt in ihrem Bezirk die Errichtung einer Einziehungsgenossenschaft. Die Genossenschaft soll die Aufgabe haben, von säumigen Zahlern Forderungen nach Maßgabe einer aufzustellen­den Satzung einzuziehen. Gleichwie die Handwerks= kammer Darmstadt für das Großherzogtum Hessen, be­absichtigt auch eine Anzahl anderer Handwerkskammern die Errichtung derartiger Einrichtungen zu treffen, so­daß ein Zusammenschluß zu gemeinsamer Tätigkeit all dieser Genossenschaften erfolgen wird.

! Mommenheim( Rheinhessen). Einem Jagd­teilnehmer entlud sich das Gewehr, wodurch ein ande= rer Jagdteilnehmer, Vater von 8 Kindern, ins Herz getroffen wurde. Er war sofort tot.

! Bei der Reichstagswahl in Bingen­Alzey sollen It. Voss. Ztg." Unregelmäßigkeiten durch nachträgliche Eintragungen von Stimmabgaben zugun­sten des nationalliberalen Kandidaten in die Protokolle vorgekommen seien. Es würde daher die Ungültigkeits­erklärung der Wahl und eine Nach wahl erfolgen. Weiter lesen wir in den Franks. Nachr.", daß die Wahlkommission von Sprendlingen, deren Ent­scheidungen mehrfach angegriffen worden waren, jetzt in einer Erklärung verteidigt. Sie gibt darin zu, daß in dem Ort nur 522 Umschläge, aber 524 Stimmen gezählt wurden. Dagegen sei es falsch, daß die beiden letzten für Becker protokollierten Stimmen nachträglich und mit anderer Tinte eingeschrieben worden seien. Also eine Nachwahl wird sicherlich stattfinden müssen.

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