Ausgabe 
3.2.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

en fig

naud

en ges

einer

affung Lohen

fie fi

es Le

1 Det

wischen de der

Geficht

aum orf w Lode bluta

örder, Che Die

POS

g des

ir die

Sentli teben. e Ar

elfen

Tedort eines

ß es

, und

Rade

einer

at ers

= der

und

Segros

ber

Chor

Ver tasten 28 an rade­

schon

gut­

afiaft

Ver

u set­

erden

Stets

dung

dem

Geld,

fzehn niffe

chau

den Lokal

esden

ete in

1 un

vtera

auf.

ollten

Belde

achen

ilder

arta,

Stober

Ent

den

Nach find­

- баб

weg.

-r ge

In der

fer und füllte sie frisch. Nach etwa acht Tagen hielt das Mädchen dem Angeklagten die verbrecherische Tat vor und teilte ihm mit, daß sie die Vergiftung verettelt habe. " Darum auch; ich habe mich gewundert, daß nichts vor­gekommen ist. Daß Du aber schweigst, sonst weißt du, was dir geschieht!" drohte der Angeklagte. Nach dem Gutachten der Aerzte ist der jugendliche Verbrecher ein pathologischer Lügner und Schwindler, körperlich und physisch entartet. Er wurde daher freigesprochen, doch dem Fürsorgeamt überwiesen.

Vermischtes.

26 Zote bei einem Hochzeitsschmans. Eine wirkliche " Bluthochzeit" wurde vor einigen Tagen, wie der Inf." geschrieben wird, in Ruchlow bet Kajan( Rußland) ge­fetert. Der Bauer Sjagdin hatte zu der Hochzeitsfeier feiner Tochter fast das ganze Dorf eingeladen. Es wurde schon am ersten Tage furchtbar viel getrunken und am zweiten Tage der Festlichkeit war der ganze Schnaps, ben der Hochzeitsvater bereitgestellt hatte, ausgetrunken. Von den 82 Geladenen war feiner mehr nüchtern und die schlimmsten Szenen spielten sich ab. Um die Mitt­tagszeit forderten die Gäste, die an das Nachhausegehen noch nicht dachten, von dem Hochzeitsgeber neuen Schnaps. Er beteuerte ihnen, daß er feinen Schnaps mehr im Hause habe. Da begannen ihn die Gäste un­barmherzig zu prügeln, bis er endlich ihnen den Keller aufschloß und weitere Schnapsvorräte zur Verfügung stellte. Die Schreckensszenen, die jetzt nun ihren An­fang nahmen, begannen damit, daß drei Bauern den Hochzeitsvater aus Wut darüber, well er ihnen nicht so­fort die Schnapsvorräte übergeben hatte, mit Knippeln totschlugen. Nun setzten sich die bezechten Gäste, an der Spize bas jungvermählte Ehepaar, zur Fortsetzung des wüsten Saufgelages hin. Die eigenartige Festlichkeit dauerte noch zwei Tage und hatte einen ganz furchtbaren Erfolg. Von den Hochzeitsgästen waren am Ende der Hochzeitsfeier 25 an den Folgen des übermäßigen Al­foholgenuffes gestorben, darunter der junge Bräutigam. Die meisten anderen mußten unter schweren Krankheits­erscheinungen in die Hospitäler der benachbarten Städte gebracht werden.

darauf kurz nacheinander zwei Schüsse aus dem Dienst­revolver abgegeben, von denen einer die Näherin in den Hals traf und schwer verletzte. Sie wurde nach der Krankenhaus gebracht.

Aufregende Szene bei einer Sinrichtung. Eine auf­regende Szene ereignete fich Donnerstag früh bei einer Hinrichtung auf dem Hofe des Dresdener Landgerichts. Um 7 Uhr sollte der Mörder Ernst Göhlert hingerichtet werden, der im vorigen Jahre einen 70 Jahre alten Mann in einer Laubenkolonie ermordet und beraubt hatte. Vor einigen Tagen wurde dem Göhlert mitge­feilt, daß der König von seinem Begnadigungsrecht fet­nen Gebrauch gemacht habe und seit dieser Bett spielte er den wilden Mann. Man mußte ihn in die Tob fuchtszelle des Gefängnisses bringen. Zuerst Iteß er sich von den Beamten anscheinend ganz gutwillig vor den braußen stehenden Gerichtstisch führen. Dann aber brach er in Raseret aus und er hielt eine lange Rede, in der er vor einem Justizmorde warnte; den Staats­anwalt und die Richter beschimpfte und beleidigte er auf das gröblichste. Unter dem Geschret des Berur­teilten wurden die Formalitäten erledigt und er wurde bem Scharfrichter übergeben. Er leistete jedoch rasen­den Widerstand und sechs Mann mußten aufgeboten werden, um den Mörder auf das Schaffot hinaufzu= tragen. Noch als er festgeschnallt war, beschimpfte er heftig den Staatsanwalt und erst das niedersausende Richtbeil machte der aufregenden Szene ein Ende.

Folgenschwerer Kampf mit Verbrechern. Im Bahn­hof von Orleans verwundeten gestern nachmittag meh­rere Verbrecher zwet Bahnbeamte mit Revolverschüssen, flüchteten und bestiegen in Aubray den Pariser Zug. Die hiervon verständigten Gendarmen sezten den Ta­tern nach. In dem Augenblick, als sie diese festnehmen wollten, schoß einer der Verbrecher einen Gendarmen nteder. In Etampes durchsuchten die Gendarmen die Wagen, und als sie ein Abteil erster Klasse betraten, fagte sich ein Retsender eine Kugel in den Kopf. Jden­tität des Selbstmörders, der zweifellos einer der Ver­brecher ist, ist noch nicht festgestellt. Auch ein zweiter Verbrecher, der während der Fahrt aus dem Wagen sprang und verwundet worden war, verübte Selbstmord. Ein dritter konnte festgenommen werden.

Eine Orientreise des Prinzen Waldemar. Prinz Waldemar von Preußen, der älteste Sohn des Prinzen Heinrich von Preußen, tritt am 8. Februar von Genua aus mit dem Lloyddampfer Prinzessin Alice" eine Reise an, die zunächst nach Colombo geht. Nach mehr­wöchigem Aufenthalt auf Ceylon fährt der Prinz wei­ter nach Tsingtau. Die Fahrt trägt einen durchaus pri­vaten Charakter. Es steht noch nicht fest, ob auch Japan besucht wird. Der Prinz, der sich zurzeit in Dresden aufhält, wird seine Erholungsreise von Berlin oder Kiel aus antreten. Prinz Waldemar hat in Straßburg und Kiel Jurisprudenz studiert und am 15. Januar in Kiel das Referendareramen bestanden. Nach Been= digung der etwa sechs Monate dauernden Reise wird der Prinz nach Stel zurückkehren, um am dortigen Landgericht neun Monate praktisch tätig zu sein.

werde ihn bei erster fich bietender Gelegenheit an emen Laternenpfahl aufknüpfen.

Nord und Süd. Am Geburtstag des Katsers wur den auch heuer zwischen den Offizierkorps der südlich. sten Garnison( 20. Infanterie- Regiment, Lindau) und der nördlichsten Garnison in Deutschland( Infanterie­Regiment von Boyen in Memel) poetische Depeschen gewechselt, die diesmal folgendermaßen lauteten: Offizierkorps Memel.

Um seinen Bart und 100 Mart gekommen. Ein lu ftiges Geschichtchen macht gegenwärtig im Osten Ber­lins die Runde. Saßen da in einem Lokal in der Wars schauer Straße mehrere Geschäftsleute beim Dämmer schoppen gemittlich beisammen. Der füffige Bock tat das Seine, und bald herrschte echte, rechte Bockbierfimmung. Man ulfte sich gegenseitig nach Kräften an, die Stiche Teien wurden immer übermütiger, bis sie schließlich wie auf Verabredung an eines Schlächtermeisters nennen wir ihn Hackebeil- Schnurrbart hängen blte= ben". Meister Hackebeil war besonders stolz auf dieses Attribut seiner Manneswürde, und man wollte sogar wissen, daß er seinem blonden Bärtchen liebevollere Sorgfalt widmete als seinem schwarzen Bertchen, set­ner Frau. Hackebeil hörte sich die humorvollen Anspie lungen ein Weilchen mit einem selbstgefälligen Lächeln an, dann aber waren ihm die gleichsam an den Schnurr­barthaaren herbeigezogenen Wize doch zu viel, und er erklärte schließlich, jeden verlangten Beweis erbringen zu wollen, daß er auch ohne seine verspottete Mannes­zier leben könne. Das war Del ins Feuer. Ein un­gläubiges Hohngelächter und noch boshaftere Wize wa­ren die Antwort. Man veranstaltete ein Sammlung und deponierte als Wertobjekt 100 Mart, die dem Met= ster zufallen sollten, wenn er sofort an Ort und Stelle fetnem blonden Bärtchen den Abschied geben würde. Hackebeil nahm die Wette an. Schon war die eine Hälfte vergangener Pracht und Herrlichkeit unter dem Messer des Barbiers gefallen, als die feierliche Stille durch das Hereinstürmen von Hackebeils Portierfrau fäh unterbrochen wurde. Meester", flüsterte sie mit feuchendem Atem dem erstaunt Aufblickenden zu, bet Ihre Jatt'n is eener..." Vom Stuhl aufspringen, die Serviette vom Halfe reißen und davonstürzen, war eins. Als der vor Eifersucht Ermannte sein Heim er­reicht hatte, mußte er sich überzeugen, daß er das Op­fer eines Scherzes fetner Bechgenossen geworden war. Diesen war angesichts des Bartmärtyrers um thr Geld doch bange geworden, und so hatten sie zu dem Eifer­fuchtstrid gegriffen. Dem armen Hackebetl blteb aller­dings nichts anderes übrig, als auch die andere blonde Hälfte, freilich ohne Entschädigung, zu opfern.

Ein neues Hochofennnglück, das viel Aehnlichkeit mit dem auf der Zeche Phönix" hat, ereignete sich Donnerstag auf den Rheinischen Stahlwerken zu Met­derich. Es war die Ladung des Hochofens Nr. 3 hän­gen geblieben und explodierte mit einem furchtbaren Kenall. Die Explosion war so stark, daß sie trotz der weiten Entfernung noch wie ein Kanonenschuß in Alt= Duisburg gehört wurde. Weithin wurden glühendes Eisen und Erdmaffen geschleudert, die große Verhee­rungen anrichteten. Zwet Arbetter erlitten lebensge­fährliche Verlegungen. Zahlreiche andere Arbeiter tru­gen zum Teil schwere Brandwunden davon.

tan

ver

enden

Salz­

& der

e das

chtet.

Glä­

= ge

rbie­

htlich

derte

durch

aufe

, um

nichi

Hgen

3 be=

hdem

Herr

rich­

ichts.

St ge­

oltan

dung

Terem

Itung

Ver

Saran

getan

ver

ging

erab:

nicht

e zur

Svon

Näherin und Schnhmann. In einem Hause der Koppenstraße zu Berlin wurde gestern abend eine 45­jährige Näherin von einem Schußmann durch einen Schuß aus dem Dienstrevolver schwer verletzt. Die Nä­herin war dem Hauswirt die Miete schuldig geblieben. Als er ihr deshalb Vorhaltungen machen wollte, ver­weigerte sie ihm den Eintritt in die Wohnung. Der Hauswirt holte einen Schutzmann, in dessen Begleitung er mit Gewalt in die Wohnung drang. Die Näherin soll darauf den Schuhmann mit Messer und Schere be­broht haben, während zugleich andere Mieter des Hau­ses auf ihn einnedrungen seien. Der Schutzmann habe

Holtau blieb stehen, musterte thn mit einem bedeut­tungsvollen Blick und sagte langsam: Gelüstet es Herrn von Dieskau vielleicht, seine Schüßenkunst an mir zu erproben?"

Harald zuckte unter diesen Worten und unter dem sie begleitenden, seltsamen Blicke zusammen und erschrak sichtlich.

Holtau, der bei seiner Anspielung an die verschiede­nen blutigen, für Dieskau nicht sehr ehrenvollen Ehren­händel gedacht hatte, war erstaunt über die Wirkung feiner Worte, aber durchaus nicht unzufrieden damit. Er grüßte leicht und schritt ruhig weiter.

Gleich darauf fuhr er in der Richtung nach Meer­holz davon.

Ich gäbe

Haralds Gesicht verlor auch den verstörten Aus­druck nicht, als er jetzt sein Zimmer aufsuchte. " Verdammt, was meinte der Bursche? etwas darum, wenn ich Gewißheit hätte."

Habt die Wolfen Ihr gesehen, Die fich fern am Horizont

Düster ballten, Sturm verheißend? Immer zu! Wir sind gewohnt, Stürmen niemals auszuweichen, Vielmehr, Stürme zu besteh'n, Und getreulich unser'm Kaiser Nach durch Did und Dünn zu geh'n. Wie der Fels, an dem die Wellen Immer wieder gierig branden, um dort machtlos zu zerschellen, So ragt aus den deutschen Landen Zwischen der Parteien Gunst Und Haß empor die deutsche Treu', Unser Ruf: Es leb' der Kaiser!" Künde dies der Welt auf's neu'!

Offizierforps 20. Infanterie- Regiments.

Die Kameraden in Memel antworteten nach Lindau: Das letzte Jahr, es ließ uns schauen,

Das, was dem deutschen Volk tut not,

Der ela'nen Kraft allein zu trauen,

Sich selbst zu helfen, dann hilft Gott!

Auf! Süd und Nord, schwört heut' aufs neue, Wo rings Gefahren uns umbroh'n,

Zu steh'n in Germanentreue

Fest um den deutschen Kaiserthron! Die Offiziere des 3. Bataillons Inf.- Regts. v. Boyen.

Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt.

Der Berliner Markt folgte in der Preisstellung von Brotgetreide den vom Ausland kommenden Anregun­gen nur in mäßigem Umfange. Das Geschäft in Weizen gestaltete sich hier vielmehr ziemlich ruhig und war im wesentlichen gekennzeichnet durch größere Abschlüsse nach der Küste zu Exportzwecken, da die Nachfrage für die Ausfuhr namentlich seitens Jtaltens anhalt. An Rog­gen wurde von Danzig zur Erfüllung früherer Export­verkäufe viel Material bezogen. Auch neue Verkäufe nach dem Auslande kamen zum Abschluß, und außer dem war die nur mit wenig Vorräten versehene Mülle ret des Inlands mit Käufern am Markt. Letztere hat auch von russischem Roggen größere Mengen erworben. Die Barpreise sowie die Notierungen auf nahe Ter mine haben infolgedessen etwas angezogen, auf Jult­Iteferung konnten sich dagegen die Pretse nicht behaup ten. Eine Stüße des Roggenmarktes bildete wieder die außerordentliche Festigkeit des Hafers. Die Barnotie rungen für letteren stellten sich in Berlin gegenüber den Forderungen der Provinz zeitweilig niedriger, weil hier Ware aus früheren Anschaffungen erhältlich war. Diese Vorräte gehen aber zur Neige, und daher muß man sich den hohen Preisforderungen fügen. Russt scher Safer stellt sich inkl. 3oll noch teurer als der deut­fche. Die Proviantämter haben bereits um Offerten in La Plata- Hafer sich bemüht. In Gerste ist das Ge­schäft ruhig gewesen. Für Mats hat sich die Nachfrage fettens des Konsums vermehrt. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mat wie folgt: Weizen 218,00 M, Roggen 198,50 M Hafer 196,50 M., Mais 171,50 M.

Der Wohnungskrieg in Paris. Dem Sekretär des Syndikats zur Verteidigung der Mieter gegen die Wohnungsvermieter, Couchon, der aus seiner Wohnung ermittiert wurde, ist es bis fept trop eifrigen Suchens noch nicht gelungen, eine Wohnung zu finden. Ueber­all, wo er anfragte, ist er abgewiesen worden. Nunmehr fündigt er an, daß, wenn die Vermteter thn weiter bontottieren würden, er eine Kundgebung veranstalten werde. Unter den Mietern der kleinen Wohnungen macht sich eine sehr ernste Bewegung gegen die Haus­eigentümer bemerkbar, die in der letzten Zeit die Mie ten stark gesteigert haben. Wohnungen, die für 600 Frank pro Jahr zu haben waren, haben tm Laufe des verflossenen Jahres eine 20prozentige Steigerung er­fahren. Hierzu kommt noch, daß die Lebensmittel eine Verteuerung erfahren haben und die Löhne unverän­dert geblieben sind. Eine Hauseigentümerin, die die Absicht hatte, 300 threr Mieter gerichtlich ermittleren zu laffen, wurde vom Polizeipräfekten der Rat erteilt, von diesem Vorhaben bis auf weiteres Abstand zu nehmen, da die Mieter angekündigt hatten, im Falle threr Ex­mittierung zwar thre Wohnungen verlassen zu wollen, die Häuser fedoch in Brand zu stecken. Die Wohnungs­frage hat übrigens durch die bedauerliche Ermittierung der Familie Husson, die aus neun Köpfen bestand, und der es nirgends gelang. Unterkunft zu finden, eine neue Verschärfung erfahren. Der Hausbesitzer, der diese Fa­milie auf die Straße feßte, muß sich versteckt halten, da ihm von verschiedenen Setten gedroht wurde, man

Kaum war Holtaus Wagen außer Sicht, als von der anderen Sette her eine Kalesche nahte, in der ein sonnengebräunter Herr mit mächtigem Schnurrbart saß.

Langsam schlenderte gerade Klaus des Weges daher und schaute diesem Herrn, dessen Miene sehr ernst war, aufmerksam nach.

Er folgte dem Wagen, der gleich darauf an der Rampe vorfuhr, sah, wie der Herr ins Schloß trat und ging zurück zu einem dichten Boskett, wo er ruhig har­rend blieb.

Der Diener, durch den der Fremde seine Karte hineingeschickt hatte, tam zurück und sagte: Der Herr Baron läßt bedauern, er tst zu unwohl, um den Herrn Oberstleutnant empfangen zu können. Würde es Ih­nen genehm sein, Baron Harald zu sprechen?"

,, Auch gut," sagte der Fremde, den wir unter dem Namen Felsect fennen, führen Ste mich zu dem fun­gen Herrn."

Harald von Dieskau erwartete den thm nicht ganz fremden Oberstleutnant z. D. Felseck im Empfangsja­Ion.

Das Gesicht des alten Soldaten hatte etwas Fin steres, als er den Sprößling des Hauses musterte.

,, Es tut mir leid, Herr von Dieskau, daß Ihr Water, ein alter Bekannter, verhindert ist, mich zu se­hen, er hätte mir am besten sagen können, wo sein Bru­der Hermann tst."

In Haralds Geficht drückte sich bei dieser kurzen, in barschem Ton gehaltenen Anrede, ein Schreck aus, den er nicht zu beherrschen wußte, denn die Worte des Fremden kamen zu unerwartet.

Felseck hatte ihn fest im Auge.

" Ich verstehe in der Tat nicht, was Ste metnen, Herr Oberstleutnant."

Preise des städtischen Schlachtvichmarktes. 1. Och fen: a) vollfletfchtge, ausgemästete höchsten Schlachtwer tes, ungefocht 79-86 M., b) junge, fleischtge, nicht ausge= mästete und ältere ausgemästete 75-80 M., c) mäßig ge­nährte junge und gut genährte ältere 68-72 M. 2. Bule len: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlacht­wertes 75-80 M., b) vollfletschige jüngere 71-79 M c) mäßig genährte füngere und gut genährte ältere 66 bis 74 M. 3. Färfen und Kühe: a) vollfleischige, ausge­mästete Kühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 68-75 M, c) ältere ausgemästete und wenig gut ent­wickelte jüngere Kühe und Färsen 64-69 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen 55-64 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 62 M., f) gering genährtes Jung­vieh(& reffer) 52-64 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 114-143 M., b) feinste Mastfälber 100 bis 108 M, Mast- und gute Saugtälber 79-80 M, e) geringe Saugfälber 60-78 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 70-78 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 60-70 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 56 bis 66 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 gtr. Le­bendgewicht 64-65 M., b) vollfleischige Schweine 250 bts 300 fund 63-64 M., c) vollfleischtge 200 bis 240 Pfund 62-64 M., d) vollfletschige Schweine 160 bis 200 Pfund 60-62 M, e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfund 55-59 M., f) Sauen 59-60 M

Hermann von Dieskau, wollte, wie er mir schrieb, am 15. Otteber seinen Bruder aufsuchen und hat diese Absicht auch unzweifelhaft ausgeführt. Seitdem ist er verschwunden. Weder in seinem Domizil weiß man et­was von ihm, noch hat er mir geschrieben, was er sicher nach seinem Besuche hier unverzüglich getan haben würde wenn- thm nicht ein unglück zugestoßen wäre. Also, welche Auskunft können Sie mir über set­nen Verbleib geben?"

Harald war von der barschen Art und von der ab­soluten Bestimmtheit, mit der Felseck von der Existenz des eigentlichen Majoratsherrn sprach, so konsterntert, daß er ihn, ohne ein Wort zu finden, blöde aus seinen glasigen Augen anstarrte.

Er fühlte, daß das Unheil näher kam. " Nun, Sie werden doch von dem Besuch Ihres Onkels unterrichtet sein?"

Harald nahm seine ganze Kraft zusammen, er fühlte, daß er der Ruhe bedürfte, um diese Husarenat­tacke abzuwehren,

,, Sie sehen mich ganz verwirrt, Herr Oberstleut­nant; ich höre von allem, was Sie sagen, nur das her­aus, daß Ste annehmen, daß mein Onkel Hermann, der unseres Wissens vor Jahren im Auslande gestorben ist, noch unter den Lebenden weilen soll."

" Ja, und das tst so sicher wie ich annehme, daß Ste vor mir stehen. Und ich will wissen, was aus ihm ge= worden ist, Herr von Dieskau!"

" Ich bin unfähig, hierüber Auskunft zu geben, hier tft er nicht erschienen."

" So?" Die grauen Augen Felsects schtenen Harald zu durchbohren. Vielleicht kann Ihr Herr Vater Aus­funft ertetlen, wollen Sie ihn nicht fragen?"

"

" Mein Vater ist so frank, daß ihm die durch eine solche überraschende Frage unausbleibliche Aufregung den Tod bringen könnte."

,, Also, Sie erklären mir, Herr Leutnant von Dtes­fau, daß Sie weder von Ihrem Onkel Hermann noch von dessen Verbleib etwas wissen?"

Einen Augenblick zögerte Harald, der Edelmann und Offizier regte sich doch ein wenig in ihm, dann sagte er aber frech:" Wie sollte ich, Herr Oberstleutnant? Ich bin auf das Aeußerste überrascht von der fabelhaft flingenden Nachricht, daß mein Oheim noch am Leben fet

,, Nun, so muß ihm einunglück widerfahren sein und zwar, wie die Vermutung nahe Itegt, hier in der Nähe. Die Polizeibehörde wird hier aufflärend wirken. Her­mann von Dieskaut, von dessen Existenz ich Ihren Va­ter zu unterrichten bitte, tst verschwunden und man wird thn finden, lebend oder tot, verlassen Sie sich dar­auf. Das mar's, was mich herführte. Guten Morgen!" Er wandte sich um und ging

( Fortsetzung folat.)

-