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Gießener Zeitung
Bezugspreis 40 pfg. monatlich
( Neueste Nachrichten)
verteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Mittwochs und Samstags. weg 83.
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Erscheint Redaktion: SeltersFür Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.
Nr. 10.
( 1. Blatt.)
Die Errichtung eines Lehrstuhls für soziale Medizin, an der Landesuniversität zu Gießen
der
Samstags liegt für die Stadtabonnenten der Illustrierte Wochen- Anzeiger
gratis bei.
Expedition: Seltersweg 83.
Samstag, den 3. Februar 1912.
fellos verdienen und die dahin abzielen, einmal im Interesse einee Förderung der eignen Aufgaben zu wirken, zum andern aber, vereinte Kräfte zu einem gemeinsa men Ziel zusammenzufassen. Es wird eine nie wiederfehrende Gelegenheit sein, eine Anstalt mit derartig groBen Aufgaben und weiten Zielen in das eigne Land zu bekommen und sie der Lehrtätigkeit unserer Fakultäten dienstbar zu machen, wie sie augenblicklich für GieBen geplant ist. Schon jetzt wird über einen Mangel an Zugängen für die Universitätskliniken geklagt. Das wird in Zukunft anders werden, da die zu errichtende Anstalt, die nach den Wünschen der Erbauer vorerst für 100 Betten eingerichtet werden dürfte, in der Lage sein wird, Verletzte und Kranke ständig an die Direktoren der Spezialgebiete abzugeben. Man wird für die Universität damit kein Konkurrenzunternehmen schaffen, sondern erblickt vielmehr in einem Zusammenwirken der Vertreter der Wissenschaft unter Nutzbarmachung der bereits vorhandenen wertvollen Einrichtung des Heilapparates der medizinischen Fakultät eine glückliche Lösung des gesteck ten Zieles. Das Unternehmen, das durch die bereits früher von dem Vorstande der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft angebahnte Vereinigung der in Hessen tätigen berufsgenossenschaftlichen Verwaltungen und die persönlichen Beziehungen der Vertreter untereinander eine wesentliche Förderung erfährt, wird nach einem festen, einheitlichen Willen durchgeführt werden und man sehe sich vor, daß dies bei uns im Lande, dem die Einrichtung ohne Aufwendung von Kosten dargeboten wird, möglich ist.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 3. Februar 1912.
n Freiwillige für das Gießener In= fanterie- Regiment. Jungen Leuten, die beabsichtigen, bei dem Infanterie- Regiment„ Kaiser Wilhelm" Nr. 116 in Gießen in diesem Herbst als Freiwillige einzutreten, wird dringend geraten, sich den Meldeschein vor der Musterung zu besorgen, weil ihnen nachher Schwierigkeiten entstehen. Die Meldung auf dem Regiments- Geschäftszimmer kann an jedem Dienstag vormittag erfolgen. Köche und Handwerker werden bevor
Am 29. Januar fand in Gießen unter dem Vorsitz des Großh. Geheimen Regierungsrats Bichmann eine Versammlung statt, in der über die von dem Vorstand der land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt gegebenen Anregung bezüglich der Errichtung eines Lehrstuhles für soziale Medizin an der Landesuniversität beraten wurde. Als Grundlage der Einrichtung desselben ist ein mit allen Hilfsmitteln der neuzeitlichen Heilbehandlung ausgestattetes Krankenhaus gedacht, das gleichzeitig den Lehrzwecken der Universität dienstbar gemacht und den angehenden Aerzten die Gelegenheit zu einer fachgemäßen Ausbildung in der sozialen Medizin, die sich immer mehr zu einem Spezialgebiet entwickelt, bieten soll. Die Versammlung war außerordentlich zahlreich besucht. Es hatten sich zu ihr die Vertreter der Großh. Ministerien, der Rektor und zahlreiche Professoren der Fakultät, die Vertreter Gr. Provinzialdirektion und Gr. Kreisamts Gießen, der Kaiserlichen Oberpostdirektion Darmstadt, der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., der Landesversicherungsanstalt, der Ortskrankenkasse Gießen und eine Reihe anderer Herren eingefunden. Ganz besonders zahlreich waren auch die Vertreter der gewerblichen in Hessen tätigen Berufsgenossenschaften erschienen, genannt seien die Tiefbauberufsgenossenschaft Berlin, die Brauerei- und Mälzerei- Berufsgenossenschaft Frankfurt a. M. beziehungsweise Dortmund, die Sefiion 1 der Snappschaftsberufsgenossenschaft in Saarbrücken, die Steinbruchsberufsgenossenschaft in Hagen, die sämtlich ihr außerordentliches Interesse an der zur Beratung stehenden Angelegenheit insbesondere aber durch ihre Bereitwilligkeit, zusammen mit der hessischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft die erforderlichen Mittel aufzubringen, zu erkennen. gaben. Von der Bedeutung der großen berufsgenossenschaftlichen Versicherungsträger macht sich der Fernerstehende kaum den richtigen Begriff. Sie stellen große Verbände dar, denen die reichsgesetzlichen Aufgaben der Unfallversicherung übertragen und zu deren Förderung sie infolge der großen Anzahl ihrer Verletz ten und der enormen Summen, die sie in ihren Rückzugt. lagen angesammelt haben, ganz besonders imstande sind. Ihre Bereitwilligkeit, die Verletzten in Zukunft auch aus nicht hessischen Bezirken, mitunter von weither, nach Gießen verbringen zu lassen, muß deshalb auch dankbar anerkannt werden. Ihre Geneigtheit hier zu, auch bezüglich der Hergabe der erforderlichen Mittel für das Krankenhaus, die an sich reichlich zugesagt sind, machen sie indessen von dem Umstand abhängig, daß die Großh. Regierung ihrerseits den erbetenen Lehrstuhl für soziale Medizin an der Landesuniversität errichtet. Gerade von ihm erwarten die Versicherungsträger eine Förderung ihrer sozialen Aufgaben in besonderem Maße. Sie sind bereit, alle Opfer zu bringen, um eine mustergültige Anlage zu schaffen, die ihnen als Stützpunkt dienen und die Errungenschaften der modernen Behand lungsmethoden, die in erster Linie auf eine Wiederherstellung der Gebrauchsfähigkeit verletzter Glieder gerich tet sein muß, erhalten und wissenschaftlich weiter ausbauen soll. Die Einmütigkeit der Ansichten kam insbesondere in der Würdigung dieser Ziele voll und ganz zum Ausdruck. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Lasten der sozialen Versicherungsgesetzgebung von Jahr zu Jahr anwachsen, bedeutend höher noch ist aber der wirtschaftliche Schaden zu veranschlagen, der durch Unfall, Krankheit und Invalidität dem Volksvermögen verursacht wird und nicht völlig entschädigt werden kann. Man schätzt daher den wirtschaftlichen Wert der Heilbehandlung heutzutage weit höher ein, als dies früher der Fall war, und stellt ihn über die Rentengewährung, die nur dann einsetzen soll, wenn menschliches Wissen und Können versagen, und eine bessere Wiederherstellung unmöglich ist. Es wird jetzt sehr wesentlich von der Erkenntnis und von dem raschen Entschluß der maßgebenden Stellen abhängig sein, ob die Bestrebungen der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft diejenige Unterstützung finden, die sie ihrem inneren Wert nach zwei
n Gießen. Am 31. Januar fand die angefündigte Verhandlung gegen den Weißbindermeister Müller aus Nieder- Dorfelden vor der Strafkammer statt. Der Gerichtshof hielt die Schuld des Angeklagten nicht für erwiesen und kam zu einem Freispruch.
n Geänderte Stationsnamen. Vom 1. März ab führt der Bahnhof 3. Klasse Hainstadt( Hes sen) die Bezeichnung Hainst a dt( Kreis Offenbach) und der Bahnhof 2. Klasse Höchst- Neustadt die Bezeichnung Höchst( Odenwald). Beide Bahnhöfe liegen im Eisenbahndirektionsbezirk Mainz.
n Gießen. Der zweite Gautag der Main- Taunus- Vereinigung Gabelsbergerscher Stenographen, Sitz Höchst a. M. findet am 21. April in Schwanheim a. M. statt.
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n Gießen. In der Nacht zum 30. Januar wurde von der Biebertalbahn auf der Rodheimerstraße mittelbar am Weichbild der Stadt der verheiratete 3igarrenarbeiter Schäfer von Heuchelheim überfahren und schrecklich zugerichtet.
Auf
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 20 pfg.
die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.
Telephon: Nr. 362.
24. Jahrg.
von
folgen kann und die Sitzung gegen 12 Uhr beendet ist, so daß nach einer kleinen Restaurationspause der angefagte rheinische Bohnenball inszeniert werden kann. Die für die Bohnenkönigin bestimmte goldene Uhr ist zurzeit im Schaufenster des Juweliers Stöver( Seltersweg) ausgestellt. Bei der 2. Damen- und Herren= Sizung werden aktiv tätig sein Kappenbrüder Würzburg, Ludwigshafen, Köln, Wiesbaden, Mainz und Frankfurt sowohl als Büttredner wie Poeten; spe= ziell das Liederbuch weißt wieder einige herrliche Schöpfungen auf, darunter aber auch von Gießener Einwohnern, die ebenfalls noch durch Büttreden sich dem närrischen Auditorium zeigen werden. Der Kartenvorverkauf zu ermäßigten Preisen findet auch Sonntag von 11-1 Uhr in der Geschäftsstelle: Seltersweg 50( Laden Woltengasse) statt. Schließlich sei noch bemerkt, daß der festliche Einzug des Ministeriums diesmal pünktlichst um 8 Uhr 33 Min. erfolgt, man möge sich daher frühzeitig einfinden, zumal der Besuch diesmal ein weit größerer zu werden verspricht, als bei der ersten Sitzung.
o Friedberg. Lehrer Höcker vom Alzeyer Seminar soll an Stelle des Musikdirektors Schmitt an das Lehrerseminar nach. Friedberg berufen werden.
):( Weilburg. Der Schütze Johann Holy in Neuhäusel brachte kürzlich den 100. Hirsch, einen Zehnender, mitten im Sprung durch einen Schuß ins Herz zur Strecke.
):( Limburg. In Freiendiez soll eine größere Stuhlfabrik erstehen, die einigen Hundert Arbeitern lohnende Beschäftigung bieten dürfte.
):( Dillenburg. Regierungsassessor von 3izewitz, der das hiesige Landratsamt seither kommissarisch verwaltete, ist zum Landrat des Dillkreises ernannt worden.
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s Darmstadt. Das Denkmal für den so heldenmütig verunglückten Kapitänleutnant Fischer wird in dem Hofe des Realgymnasiums am 4. März enthüllt. Der Teilhaber der bekannten Chemischen ben den Betrag von Fabrik, Dr. Mer& und Frau aufenthalt schwächlicher Kinder Verwendung finden sollen. 50 000 Mark ausgesetzt, dessen Safen für einen Land
! Mainz. Das Komitee des Karnevalvereins beschloß, die Veranstaltung des Rosenmontagszuges nach der Jdee sämtliche Nationen der Erde senden Abordnungen nach Mainz, um jetzt schon für das Jubeljahr 1913( 75jähriges Jubiläum des Karnevalvereins)/ die Verhältnisse und Quartiere zu studieren.
Geschäftliches.
)( Der Frost ist der beste Ackersmann, sagt sich mit Recht jeder fürsorgliche Landwirt und legt deshalb seine Felder über Winter in rauhe Furche, damit der Boden durch den Frost besser mürbe gemacht wird und dann bei der Frühjahrsbestellung die richtige Ackergare besitzt. Ebenso wichtig ist es aber auch, daß sich überall im Boden gleichmäßig verteilt leicht aufnehmbare, reichliche Nahrung vorfindet; darum iſt es unerläßlich, insbesondere mit einer kräftigen Thomas mehldüngung dem Acker so früh wie möglich zu kommen. Billiger Preis und billige Frachten in diesem Frühjahr lassen die Anwendung doppelt lohnend
scheinen.
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n Gießen. Allgem. Karnevalier Gesetzliche Meisterprüfungen für Handwerker.
Wunsch hat sich die Bundesverwaltung genötigt ge= sehen, doch wieder eine kleine Anzahl numerierter
Tische zu der am Montag stattfindenden 2.& est sitzung einzustellen. Gleichzeitig möge die Bitte ausgesprochen sein, die Geschäfte an diesem Abend einige Minuten früher zu schließen, damit diesmal Punkt 8 Uhr 33 Min. der festliche Einzug des Ministeriums er
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Gießen, am 10. Januar 1912.
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