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Aus den Parlamenten.

Deutscher Reichsiaa.

Am Freitag wurde fast vor leerem Hause über die Interpellation des Zentrums und der fortschrittlichen Boltspartet über den Umfang der Maul- und Klauen­lenche und die von der Regierung geplante Schadlos­haltung der Landwirte verhandelt. Staatssekretär Del­brück beantwortete die Interpellationen, indem er aus­führte, eine folterung der Seuche set in diesem Jahre nicht möglich gewesen. Das neue Viehseuchengesetz solle am 1. April 1912 in Kraft treten. Auf das vom Abg. Fegter( fortschr. Vp.) gestellte Verlangen, Reichsmittel für die Erforschung der Seuche berett zu stellen, gab der Staatssekretär den Bescheid, daß zunächst die Ergebnisse ber vom preußischen Staate veranlaßten wirtschaftlichen Arbeiten abgewartet und, wenn diese Forschungen fein positives Ergebnis liefern, Reichsmittel aufgewendet werden sollen. Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schor= lemer berichtete über die den kleinen Landwirten ge= währten Erleichterungen in der Durchführung des Viehseuchengesezes. Nach wetterer Debatte vertagte sich das Haus bis zum 7. November, ohne daß die Be­sprechung der Teuerungsinterpellation beendet wurde.

3wei Reichstagserfazwahlen.

Konstanz und Ratibor.

Am letzten Freitag fand im badischen Wahlkreise Konstanz die Stichwahl zwischen Nationalliberalen und Zentrum statt, während im Wahlkreise Ratibor das Bentrum das Mandat im ersten Wahlgange zu ver­teidigen hatte.

men. Er wird für den Fall seiner Wahl fraktionslos bleiben. Man hofft, mit ihm erfolgreich eine Wieder­wahl des bisherigen sozialdemokratischen Abgeordneten Severing bekämpfen zu können.

Die Wählerlisten für die Reichstagswahl müssen nach dem Reichstagswahlgesetz spätestens 4 Wochen vor dem zur Wahl bestimmten Tage zu jedermanns Einsicht aufliegen." Nach dem Wahlreglement müssen die Wäh­lerlisten mindestens 8 Tage" ausliegen. In Bayern hat der Minister des Innern angeordnet, daß die Li­ſten von Montag, den 11. Dezember ab ausgelegt werden.

Die Vorbereitungen zu den Reichstagswahlen wer­den in den einzelnen Bundesstaaten bereits in Angriff genommen. So geht die Bürgermeisteret in Darmstadt fchon jetzt mit der Aufstellung der Listen der Wahlberechtigten vor. Durch diese zeitige Maßnahme wird eine sorgfältige Aufstellung der Wählerlisten er­möglicht und die Gemeinden erleichtern sich die Ar­beiten ungemein. Die hiesigen vereinigten Liberalen in Erfurt schlossen für die Reichstagswahl mit den rechtsstehenden Parteien ein Stichwahltompro­miß gegen die Sozialdemokraten. Die fortschrittliche Volkspartel hat im Reichstage einen Antrag zur Sicher­helt der Wahl frethett zu den bevorstehenden Wah­len eingebracht.

Bet der Wahl in Konstanz erhielt Gärtner Schmid( liberaler Block) 15 114 Stimmen, Landge­richtsrat Freiherr v. Rüpplin( Bentrum) 14 045 Stim­men. Schmid ist somit gewählt. Bet der Hauptwahl waren von den insgesamt abgegebenen 27 737 gültigen Stimmen 13 262 Stimmen auf den Zentrumskandidaten v. Rüpplin, 11 441 auf den Nationalliberalen Schmid, 3025 auf den Sozialdemokraten gefallen. Von diesen so= zialdemokratischen Stimmen hing die Entscheidung ab; denn, wenn es auch dem Zentrum gelingen mußte, aus der Reserve noch einige hundert Wähler mehr an die Urne heranzuführen, so war es doch unmöglich, den Vorsprung, den fein Gegner mit den sozialdemokratischen Stimmen in Höhe von 1200 Stimmen voraus hatte, ganz einzuholen. Daß die Sozialdemokraten zum Stimmenthaltung üben würden, war nicht anzunehmen, nachdem ihre Parteileitung die Parole ausgegeben hatte, geschlossen für den liberalen Kandidaten einzutreten.

Tett

Die Parteizusammensetzung in der zweiten Ram­mer von Elsaß- Lothringen wird sich nach den inzwischen erfolgten Nachmahlen folgendermaßen zusammensehen: 24 Zentrum, 9 Liberale, 11 Sozialdemokraten, 10 Ioth­ringer Block 6 Unabhängige und zwar 4 liberale Unab­hängige und zwei zentrumsgesinnte Unabhängige.

Bei der Reichstagserfaßwahl in Rattbor erhielt Stadtrat Sapletta( Zentrum) 7897 Stimmen, Pfarrer Banas( Pole) 4773, Landschaftssyndikus Regterungsrat a. D. Lüdke( Reichspartet) 3265, Gewerkschaftssekretär Schwob( Soz.) 1609 Stimmen. Es findet somit Stich= wahl zwischen Sapletta und Banas statt. 1907 war der inzwischen verstorbene Zentrumsabgeordnete Erz­priester Wilhelm Frank im ersten Wahlgang mit 11 411 Stimmen gegen 5105 freifonservative, 4591 polnische und 1294 fozialdemokratische Stimmen gewählt worden. Der Wahlkrets war sett 1877 im dauernden Besitz des Zentrums, und es ist seitdem das erste Mal, daß das Bentrum in diesem Kreise sich einer Stichwahl unterzte­hen muß.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

An den Kaisermanövern 1912 werden, wie amtlich bekanntgegeben wird, das 3.( brandenburatsche), 4.( föch­fische), 12.( 1. föniglich fächsische) und 19.( 2. königlich fächsische) Armeekorps beteiligt sein.

dete, zu dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte. Die mitongeklagte unverehelichte Verkäuferin Regel, die Mutter des Kindes, wurde wegen Kindes­mordes unter Zubilligung mildernder Umstände zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt.

Reichstag und Sonno- Abkommen. Die Nordd. Ang. 3tg." schreibt: Die Frage, ob ein Staatsvertrag über die Abtretung oder den Erwerb von Kolontalbesitz zu sei­ner staatsrechtlichen Gültigkeit der Zustimmung des Budesrats und der Genehmigung des Reichstaces be­darf, ist, wie wir hören, von den zuständigen Reichs­ämtern geprüft und im vereinenden Sinne be­antwortet worden.

Kleine Dachrichten.

Nach verbüßter Strafe freigesprochen. Aus Posen wird berichtet: Vor Jahresfrist war der Oberleutnant Webel vom 50. Infanterie- Regiment in Rawitsch vom Oberkriegsgericht Bosen wegen mehrerer Vergehen ge= gen ein dortiges Bürgermädchen unter 16 Jahren zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe und zur Dienst­entlassung verurteilt worden. Webel hat inzwischen feine Strafe abgeseffen und wohnt jezt in Breslau, von wo er die Wiederaufnahme des Verfahrens mit Erfolg betrieb. In einer neuen Verhandlung vor dem Kriegs­gericht der 10. Division, die jetzt in Rawitsch stattfand, wurde der Angeklagte kostenlos freigesprochen.

Die erste deutsche Hochschule für Franen wurde am Sonntag in Leipzig eingeweiht. Der Rektor der Unt­persität, Professor Lamprecht, trat für die Notwendig­feit von Frauenhochschulen ein. Für die Borlesungen tm nächsten Semester haben sich bereits 500 Damen an­gemeldet.

Ein Gouverneurwechsel in Ostafrika fann trotz wi­dersprechender Aeußerungen wohl mit einiger Sicherheit aus der beschleunigten Rückkehr des Gouverneurs von Rechenberg geschlossen werden. Aus kolonialen Kreifen wird nun dem Deutschen Boten" mitgeteilt, daß man erneut mit der Berufung des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg nach Daressalam rechnen zu können glaube. Herzog Adolf Friedrich ist ein gu­fer Kenner von Deutsch- Ostafrika und Britisch- Ostaf= rifa, vom belgischen und französischen Kongo und von Deutsch- Kamerun.

Differenzen zwischen dem Staatssekretär von Linde: guist einerseits und dem Reichskanzler und von Kider­len- Wächter anderersetts, die zu einem Rücktritt des Herrn von Lindequist führen würden, sollten nach der Meldung eines Berliner Blattes bestehen. Wie die Nordd. Alla. 3tg." jest dazu erklärt, entbehrt diese Meldung jeglicher Begründung.

Vermischtes.

Die reichsten Frauen der Welt. Als die reichste Frau der Welt wird gewöhnlich die Amerikanerin Hetty Green bezeichnet. Diese Dame verfügt über ein Vermö gen von rund 350 Millionen Mart. Am nächsten steht ihr Mrs. Russel- Sage, dte seinerzeit ein Vermögen von 340 Millionen Mark erbte, den größten Teil desselben fedoch wieder für wohltätige Zwecke ausgegeben hat. Das Vermögen der Frau v. Bohlen- Halbach, der Toch= ter Krupps, zählt man auf 320 Millionen Mark, wäh­rend Mrs. Anne Wightmann Walker in Neuyork über 240 Millionen verfügt.

Auf der Jagd von einem Kollegen aus Invorsich= tigkeit erschossen wurde in Thorn ein Gutsbesitzer. Beide gingen hintereinander, als der eine plötzlich strauchelte. Dadurch entlud sich sein Gewehr und die ganze Schrot= ladung drang dem anderen in den Rücken, so daß er auf der Stelle tot zusammenbrach.

In einem Steinbruch verfchittet. 18 französische Soldaten, die in einem Steinbruch in der Umgebung von Tanger arbeiteten, wurden vom Erdreich verschüttet. 16 wurden getötet und ziet schwer verwundet.

Graf Vosadowsky Reichstaaskandidat. Im Reichs­tagswahlkreis Bielefeld- Wiedenbrück haben nach län­geren Verhandlungen Nationalliberale, Konservative, Christlichsoziale und zentrum beschlossen, von der bis dahin beabsichtigten Aufstellung eigener Kandidaten für die kommende Reichstagswahl abzusehen und einer An­regung des Zentrums folgend den Grafen von Posa­powsky- Wehner als gemeinsamen Kandidaten aufzu­tellen. Graf Bosadowsky hat die Kandidatur angenom=

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Aus Eifersucht.

Roman von Max Hoffmann. ( Nachdruck verboten.)

Brand eines Kurhotels. In Bad Nenndorf in Han­nover ist am Sonnabend morgen das bekannte Hotel von Jathe einem Großfeuer zum Opfer gefallen. Das Hotel ist mit verschiedenen Nebengebäuden vollständig ntedergebrannt. Der Schaden ist sehr erheblich. Per= fonen sind nicht zu Schaden gekommen.

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Was Neuyork wert ist, hat die städtische Ab­schätzungskommission in der amerikanischen Metropole­nunmehr festgestellt: genau 8 274 603 633 Dollars. Die­ser Berechnung Itegen neue Abschäßungen für das kom­mende Jahr zugrunde. Das unbewegliche Eigentum in Neuyork beziffert sich in seinem Werte auf 7 525 474 063 Dollars, was gegen die Abschätzung vom letzten Ja nuar eine Wertzunahme von nahezu 148 Millionen Dol= lars bedeutet. Das bewegliche Eigentum wird auf 749 129 573 Dollars bewertet und zeigt damit einen Rückgang von rund 115 Millionen. Die höhere Ein­schäßuna des unbeweglichen Eigentums vermehrt die Schuldfähigkeit der Stadt um rund 15 Millionen Dol­lars.

Ein furchtbares Brandnnalta ereignete sich in der russisch- polnischen Ortschaft Strzelac. Das Feuer mar am frühen Morgen ausgebrochen, als sich die erwachse= nen Einwohner bereits im Walde befanden, um Retfig zu sammeln. Im Dorfe waren daher nur Greise und Kinder zurückgeblieben. In den Flammen sind zwölf Kinder umgekommen, die sich aus den brennenden Häu­ser nicht mehr retten konnten.

,, Er hat dem auch zugestimmt und ist vorhin sehr ruhig und, wie es scheint, in zuversichtlicher Stimmung mit uns hierhergefahren."

,, Dann lassen Sie ihn bitte, eintreten!"

In einem Porifer Stadtviertel explodierte in einem Kaffeehaus die Heizungsanlage. Durch ausströmenden Dampf wurde eine Anzahl Personen verbrüht, eine Per­son so schwer, daß sie bald darauf gestorben ist.

Eine Staatspension seit 276 Jahren. In England gibt es, mie tett bekannt geworden ist. einen Menschen, Beffen Familie fett 276 Jahren eine Staatspension be­zicht. Es ist dies ein Stallbursche namens Smith. der möchentlich 30 Schillinge aus der Staatskasse erhält. Und zwar wegen eines Dienstes, den einer seiner Vor­fahren dem damaligen Brinzen Charles, späterem Köntg Karl 2., nach der unglücklichen Schlacht von Worcester erwies. Im Jahre 1675 wurde der Köntg an diese Hilfe­leistung- der Prinz mußte damals in einer hohlen Eiche Schutz suchen erinnert, die er sofort durch eine erbliche Bension belohnte. Bisher hat die Familie un­gefähr 430 000 Mark erhalten. Diese Pension ist die ein­zige ihrer Art.

Gin griechischer Geistlicher ermordet. Der Abt des artechischen Klosters Prodromos wurde in der Nähe von Salonikt ermordet an einem Baume hängend aufgefun­den. Der Täter ist unbekannt.

Der gleich darauf erscheinende Doktor Waldow sah Infolge der überstandenen Krankheit etwas abgemagert und blaß aus, aber sein Gesicht zeigte durchaus nicht mehr die frühere Scheu und Niedergeschlagenheit. Er machte ganz den Eindruck eines Menschen, der völlig mit sich im reinen ist und weiß, was er will.

Ciferbabfatefrophe in Amerika. Infolge falscher Weichenstellung fuhr auf der Unton Pacific Bahn ein Erpreßzug auf einen leeren Frachtzug. Die Wirkung des Zusammenstoßes war furchtbar. Die beiden Ritge waren vollständig ineinander gefahren. Zwanzig Per­sonen wurden getötet und 30 verwundet.

Herr von Scharffenstein blickte scheinbar uninteref= ftert zu ihm hin und bedeutete ihm in gewinnendem Ton, daß er Platz nehmen möge. Die beiden Kommis­fare traten schweigend etwas zurück.

Es sind da noch einige Sachen zu erledigen, Herr Doktor," begann der Untersuchungsrichter in schleppen­bem, gleichgiltigen Ton. Waren Ste von Anfang an Hausarzt bet Herrn von Marleben?"

Aus den Gerichtssälen.

Die Brügelstrafe in Schottland. Wie bekannt, wird in England auch heutzutage noch von Gerichts wegen die Brügelstrafe verhängt. Es kommt sogar zuweilen vor, daß sie erwachsenen Personen zuerteilt wird, aber in der Hauptsache betrifft sie jedoch nur Halbwüchsige. In Dunfermline in Schottland, dem Geburtsort des amerikanischen Millionärs Carnegie, ist es wohl zum ersten Male passiert, daß eine Massenprügelet verhängt wurde, wie dies vor einigen Tagen geschah. Nicht we= niger als 26 Jungen wurden wegen groben Unfugs, den. sie an dem Grubeneingang in Lochgelly verübten, zur Brügelstrafe verurteilt. Gegen Schluß der Gerichtsver­Handlung erschten vor dem Gerichtsgebäude ein großer Wagen, und die Brügelkandidaten, von einem Boltzettn= spektor und vier Polizisten begleitet, wurden nach Dun= fermline gebracht. Vor Abfahrt des Wagens fand eine feindliche Demonstration der Mütter der Missetäter statt, denen es gelang, zwei der Delinquenten vom Wagen zu ziehen, die jedoch threm Schicksal nicht entgingen. Als der Wagen in Dunfermline angekommen war, hatte sich bereits eine Anzahl von Müttern dort eingefunden, dte scharf gegen die Prügelstrafe protestierten. Alles dies half fedoch nichts; die Erefution nahm ihren Verlauf.

Todesurteil wegen Kindesmordes. Das Schwur­gericht in Braunschmetg verurteilte am Sonnabend nach aweitägiger Verhandlung den Kaufmann Müller in Schöningen wegen Ermordung setnes außereheltchen zwet Tage alten Kindes zum Tode, und wegen seiner brutalen Gesinnung, die er auch an Gerichtsstelle bekun­

" Nein. Ich war dort überhaupt nicht Hausarzt. Erst In der letzten Zeit wurde ich hingerufen." " Durch wen?"

Nun, ich glaube auf Wunsch des Herrn Regie­rungsrats selbst."

Wer bestellte Ste?"

Die Frau Regierungsrat."

" Persönlich?"

Doktor Waldow zögerte ein wenig, ehe er erwiderte: Buerst telephonisch."

" Und darauf gingen Sie sofort hin?

,, Weshalb waren Sie nicht sofort berett?"

Aus rein persönlichen Gründen."

"

Hm. Und wie kam es, daß Sie doch hingingen?" Frau Regierungsrat hat es persönlich gewünscht." Das heißt, sie ist selbst bet Ihnen gewesen und hat Ste umgeftimmt?"

" Rein. Ich sagte vielmehr zurück, daß meine Bett

au sehr besetzt fet."

War das der Fall?

" Netn."

Das könnte sich so anhören, als wenn ich durch lange Ueberredungskünfte bewogen worden set, den Krankenbesuch zu machen. So war es aber nicht. So= bald ich die Frau Regierungsrat im Sprechzimmer sah, tellte ich ihr kurz mit, daß ich kommen würde."

Alte Kleider für Rußland. An die Haushaltungen, besonders in Deutschand, ist in den letzten Tagen ein Birkular geschickt worden, in welchem um alte Kletder gebeten wird. die zu höchsten" Preisen gekauft werden sollen. Die Begründung ist eine recht sonderbare: Da in der letzten Zeit teils durch politische Unruhen, teils durch Streiks und Aussperrungen die Industrie und Heimarbeit in Stillstand geraten set, und die Preise sich erhöht hätten, so set ein geftetaerter Bedarf von Herren­und Damengarderobe vorhanden. Well nun in Ruß­land für getragene Kleidungsstücke kein Eingangszoll erhoben werde, so set der Import getragener Kleider nach dort sehr lohnend. Gekauft werden Herren- und Damenkleider, Wäsche usw. Die Berliner Auffäufer schicken die Ware, direkt nach Rußland an ihre Großab­nehmer, die damit ein glänzendes Geschäft machen.

Ihr blokes Erscheinen genitate also, Ste bereit zu machen. Hm, sehen Ste, Herr Doktor, tch wußte das be­reits schon alles und wollte nur sehen, ob Ihre Aus­sage sich mit den Ergebnissen unserer Nachforschungen decken würde."

,, Sie mißtrauen mtr?" fragte Dr. Waldow erregt. Das gerade nicht aber Ihre bisherige zurück­haltung wird mein Verfahren rechtfertigen. Ich sehe nun zu meiner Freude, daß Ste heute viel offener find als vor einigen Wochen, wo sie mir schroff jede Aus­fage verweigerten. And so hoffe ich, daß Ste sich auch zur Antwort auf die Kardinalfrage entschlossen haben, und diese lautet für uns noch immer: Wte kam tenes Geld in Ihre Händer"

Sie sind im Fretum, Herr Untersuchungsrichter, wenn Sie vermuten, daß ich in den vergangenen Wo­chen meine Ansicht über diesen Punkt geändert habe. Es muß Ihnen genügen, wenn ich die Versicherung ab­gebe, darüber zu schweigen."

Ihr Schweigen vorteilhaft für Sie ist, werden Sie selbst faum glauben."

" War Ihnen die Frau Regierungsrat nicht schon von frither bekannt?

"

Allerdings. Aus threr Mädchenzeit." Wte war thr

kenbesuchen?"

Doktor Waldow zuckte mit den Achseln und machte eine Miene, als menn er sagen wolle, daß er auf alle Folgen seines Verhaltens gefaßt set.

erhalten zu Ihnen bet den Kran­

Warum haben Ste denn nun eigentlich am Tage nach der Entdeckung der Tat so plößlich Ihr Heim ver­lassen und sind plan- und ztellos umhergetrrt?"

Auch darüber möchte ich die Auskunft verweigern." Dieses Recht steht Ghnen selbstverständlich zu. Daß

Ich hatte tatsächlich den Kopf verloren. Als ich nach einer äußerst unruhigen Nacht am Morgen in der Zeitung Jas. daß die Nummern jener Scheine bekannt wären, da sagte ich mir sogleich, daß fie in kürzester Frist gefunden würden-

,, Sett welcher Zeit waren Ste in threm Befit?" Doktor Waldow achtete nicht im geringsten auf diese plötzlich dahin geworfene Frage des Untersuchungsrich­ters. Er tat, als wenn er sie gar nicht gehört hätte, und fuhr, starr 31 Boden sehend, fort: Ich wurde immer erregter geradezu verrückt- ein momentaner Wahn= furz, ich stürzte fort. finn muß mich gepackt haben Wohin? Das wußte ich selbst nicht. Nur fort! Fort! rief es in mir."

-

Sie fühlten sich also schuldig?" " Das kann ich nicht gerade sagen. Aber mich bes herrschte das unklare Gefühl, daß man mich für schuldig halten müsse."

Sehr richtig! Denn wenn Ste etwas von dem Gelde hatten, fonnten Ste ja auch noch mehr davon ha= ben. Sie konnten also mit der Tat überhaupt in Ver­bindung gebracht werden. In Bezug auf Ihr Alibi für fene Nacht ist zwar nachgewiesen, daß Ihre Wirt­schafterin Ste gletch am Abend nach dem letzten Kran= tenbesuche hat zurückkehren hören. Sie hat beschworen, daß Ste das Haus dann nicht mehr verlassen haben. Wir müssen daher annehmen, daß Sie nur in Verbindung zu dem Täter stande, der Ihnen etwas von dem Gelde gab

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