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Deutscher Reichstag.

Freundschaft mit anderen Mächten und den bestehenden Vertragsverpflichtungen festzuhalten und schloß dann: Wir stehen nicht im Licht einer Macht, die einen Blaz an der Sonne finden will. Wir haben teine Ursache zu irgendwelchen Strett mit irgendeiner Großmacht in der Welt. Das allererste britische Interesse ist heute wie immer der Weltfriede und der Erreichung dieses Zie­Ies tst unsere ganze Politik gewidmet.

Rundschau oom Cage.

Politisches.

Dr. Solf Staatssekretär des Reichskolonialamts? Wie in parlamentarischen Kretsen verlautet, hat sich Gouverneur Dr. Solf bereit erklärt, die Geschäfte des Kolontalamtes, die er zurzeit provisorisch verwaltet, de­finitiv zu übernehmen. Die Ernennung zum Staats­fekretär dürfte demnächst erfolgen.

Nach zehntägiger Pause trat am Montag der Reichstag in sehr schwacher Befeßung zur Beratung der oftafrikanischen Eisenbahnvorlage zusammen. Die Red­ner der bürgerlichen Parteien traten für die Vorlage ein. Das Haus beschloß die Verweisung der Vorlage an die Kommission und trat dann in die Beratung des folgenden Punktes der Tagesordnung ein: die zweite Lesung des Hausarbeitsgesetzes. Die Debatte, die ket­nerlet intereffante Momente ergab, fchloß mit der un­veränderten Annahme der beiden ersten Paragraphen. Am Dienstag wurde zunächst der Rest des Schiffahrts­abgabengesetzes in zweiter Lesung erledigt und darauf die Beratung des Hausarbeitsgefezes fortgesetzt.§ 8 steht das Auslegen von Lohnverzeichnissen oder das Aushängen von Lohntafeln in den Arbeitsräumen vor, damit die Arbetter sich über die jeweilig gezahlten Löhne für die zur Ausgabe gelangenden Arbetten unterrichten tönnen. Für neu einzuführende Muster soll diese Be­stimmung nicht gelten( in der Fabrikation von Mustern werden mit die besten Löhne gezahlt). Der Bundesrat tann für bestimmte Gewerbezwelge und Betriebsarten auf Antrag Beteiligter Ausnahmen gewähren. Diese letteren Bestimmungen will ein Antrag der Sozial­demokraten stretchen, ein Antrag der Fretsinnigen will Muster und Probearbeiten nicht in die Lohntafel einbe ziehen, da oft verschiedene Arbeiter an ein und dem­felben Stück arbeiten, so daß eine Tarifierung unmög lich ist. Außerdem liegen zwet Anträge des Zentrums vor, die die Preisangabe ausdehnen wollen auch auf die von den Hausarbeitern gelieferten Roh- und Hilfs­stoffe. Die Behauptungen der Sozialdemokraten in der Kritik der auf diesem Gebiet bestehenden Zustände und in den Forderungen wurden von allen Setten zurück­gewiesen und u. a. festgestellt, daß die niedrigen Preise verschuldet feten durch die Konkurrenz des Auslandes, wo viel traurigere Arbeitszustände herrschen als bei uns. Ein weiterer Antrag des Zentrums, neue Muster von der Tariftafel auszunehmen, wurde angenommen, der sozialdemokratische abgelehnt. Staatssekretär Del= brück erklärte, die verbündeten Regierungen würden unter allen Umständen einem Gesetz ihre Zustimmung versagen, das in irgend einer Form eine obligatorische Festlegung der Löhne unter Mitwirkung der Behörden bringt. Darauf vertagte das Haus die Wetterberatung auf Mittwoch.

Greys Rede im Unterhause.

Die Lage in der Berliner Metallindustrie nimmt allmählich bedrohlichere Formen an. Am Dienstag vor­mittag wurde ein letzter Einigungsversuch gemacht, der aber auch gescheitert zu sein scheint. Die Besprechungen der Ausschußmitglieder der Berliner Metallindustriel­len mit den Delegterten des Metallarbeiterverbandes waren streng vertraulich. Die Metallindustriellen sol­len erklärt haben, daß sie die Forderungen der seit An­fang Oktober streifenden 3500 Gießereiarbetter und Former nicht erfüllen könnten. Das fet ja auch der Ausgangspunkt für die jetzige, so bedauerliche Kriegs­lage geworden. Die Aussperrung von 60 Prozent der Arbeiter, also von rund 75 000 Perfonen, werde un­bedingt am 30. November in Kraft treten, wenn eine Einigung nicht zustande fäme.

Die Montagsigung des englischen Unterhauses, in der der Minister des Auswärtigen Grey seine mit Spannung erwartete Rede über die auswärtige Bolt­tik hielt, ist ohne die Sensation verlaufen, die von thr erwartet wurde. Grey hat gesprochen, aber er hat kaum etwas anderes gefagt, als man erwartet hatte. Grey begann seine Rede, indem er ausführte, die Angelegen­heft set so ernst, wichtig und delikat, daß er sich auf Marokko sowie die Beziehungen Englands zu Frank­retch und Deutschland beschränke. Entgegen dem diplo­mattschen Brauch sei er von den beabsichtigten Aufklä­rungen im Reichstage vorher nicht unterrichtet worden. Nachdem der Banther", entgegen der Zusage, nicht so­fort nach Erfüüung seiner Aufgabe, die Deutschen zu fchüßen, zurückgezogen worden war, habe er dem deut­schen Botschafter sofort erklärt, daß für England eine neue Lage geschaffen worden set, die die Wahrnehmung der englischen Interessen hetsche. Der Minister ging dann die Verhandlungen durch, wobei er den engli= schen Standpunkt darlegte. Fitr die große Oeffentlich-= fett find diese Arsführungen weniger von Interesse. Beachtung verdienen allerdings

die Schlußfolgerungen,

Der Reichshaushaltsetat für 1912 dürfte, wie ver lautet, recht günstig abschließen. Während der Etat für 1909 zu seiner Balancierung noch einer Anleihe von 250 Millionen Mark bedurffe, war es für den lezten Etat möglich, mit einer Anleihe von rund 100 Millionen Mark auszukommen, und für den Etat 1912 dürfte man noch unter den letzten Betrag erheblich herunter­gehen.

Eine Ansprache des Vapftes. Im gestrigen Kon fistorium, in welchem der Papst die neuen Kardinäle ernannte, hielt er eine Ansprache, in der er das Jahr 1911 als ein Trauerjahr für die Kirche bezeichnete. Er sprach sein lebhaftes Bedauern über die in Italten ge­feterten geräuschvollen Feste und die Verfolgung der Kirche in Portugal aus. Der Papst erneuerte darauf den Wortlaut seiner Enzyklika, worin er die Trennung zwischen Kirche und Staat verurteilt. Dann drückte er noch seine Befriedigung über die in Montreal, London, Cöln und Madrid stattgefundenen eucharistischen Kon­gresse aus.

Die Nachricht von der Abbernfung des Krenzers " Berlin" von Agadir scheint in Paris die erwartete Auf­nahme gefunden zu haben. In den Wandelgängen der französischen Kammer äußerte man große Befriedigung darüber. Die von Journalisten befragten Abgeord­neten aller Partelen, von den Konservativen bis zu dem Sozialisten Jaurès, haben vorbehaltslos thre Ge­nugtuung ausgesprochen. Man erblickt in der Abbe­rufung nicht nur eine liebenswürdige Kundgebung, sondern auch ein Zugeständnis an die öffentliche Mei­nung Frankreichs, das zur Folge haben wird, daß die gedrückte Stimmung, die im französischen Volke herrscht, beseitigt werden wird und einer Beruhigung Plaz macht, die den französischen Parlamentsdebatten über die deutsch- französische Konvention ohne Zweifel zugute kommen werde.

Kleine Nachrichten.

Das Luftschiff Schwaben", das am Montag vor­mittag 9,15 Uhr in Gotha aufgestiegen war, landete nach glatter Fahrt um 4 Uhr nachmittags vor der Halle in Baden- Dos. Dort nimmt der Luftkreuzer sein Win=. terquartier.

Mit der Frage der Entsendung von Truppen nach Klantschen zum besseren Schuße unserer Kolonte gegen die chinesischen Revolutionäre haben sich die maßgeben­den Stellen der deutschen Reichsregierung beschäftigt. Ob es zu einer Entfendung von Verstärkungen kommen wird, steht noch dahin, vorläufig hält man die deutschen Streitkräfte in China für ausreichend, um die deut­schen Interessen zu schützen. Wenn eine Entsendung von deutschen Truppen nach China notwendig werden follte, so wird sie erfolgen im Einvernehmen mit den übrigen Großmächten, die alsdann ebenfalls Verstär­fungen nach China entfenden würden. Für diese Ver­stärkungen dürfte der Weg über Rußland und die Mandschuret gewählt werden.

die Grey aus dem Gang der Verhandlungen zog. Er fagte: Deutschlands Stärke ist in sich selbst eine Ga­rantte, daß kein anderes Land einen Streit mit ihm anfangen wird. Das ist eine Seite des Bildes, auf die Deutschland stolz sein kann. Aber es gibt eine andere Sette des Bildes, was der öffentlichen Meinung in Deutschland zu denken geben sollte. Wenn eine Nation die größte Armee der Welt und eine sehr große Flotte besitzt und im Begriff steht, eine noch größere zu bauen, so muß sie alles tun, um die so natürlichen Befürch= fungen anderer Nationen zu zerstreuen, daß sie keine aggresive Absichten befize. Ich glaube nicht an aggref= five Blane. Andere Nationen könnten aber besorgt und empfindlich werden. Ich möchte alles tun, was ich kann, um die Beziehungen zu Deutschland zu bessern, aber die Freundschaften, die wir haben, haben jest mehrere ahre gehalten und es muß der Hauptpunkt bet der Besserung unserer Beziehungen zu Deutschland sein, daß wir keine von ihnen opfern.

Premterminister Asquith erklärte: Ich hoffe, es ist unnötig, in diesem Augenblick in Abrede zu stellen, daß wir in irgendeiner Phase der Verhandlungen durch Haß und Feindschaft oder indirekte Motive trgendwel cher Art oder durch Netaung die legitimen Ambitionen und Ziele der anderen Großmächte zu freuzen beseeft gewefen sind. Der Minister betonte sodann ausdrück­sich den Willen der Regierung, an der bestehenden

80)

Aus Eifersucht.

Roman von Mar Hoffmann.

( Nachdruck verboten.)

Ein Preis zur Bekämpfung der Schlaffrankheit. Die Königin von Beigten hat für die beste Arbeit zur Bekämpfung der Schlaffrankheit einen Preis von 240 000 Francs ausgesetzt. Dieser Betrag stellt das Er­gebnis einer wohltätigen Sammlung dar, die durch den Verkauf von Edelweißblumen erzielt worden ist, und durch die Initiative der Königin veranlaßt wurde.

Begnadigung eines ehemaligen Kommerzienrats. Dem früheren Befizer der Altonaer Wachsbletche, ehe­maligem Kommerzienrat Möller, der seinerzeit mit 11 Millionen Mark fallierte und wegen Betrugs zu fünf Jahren Gefängnis veruteilt wurde, ist, dem Verneh­men nach, ein Jahr dieser Strafe im Gnadenwege er­lassen worden, so daß zum April 1912 seine Entlassung aus der Strafhaft erfolgen wird.

Die Verhandlungen in der Berliner Metallin: dustrie, die feit Dienstag vormittag zwischen Ausschuß­mitgliedern der Berliner Metallindustriellen und den Delegierten des Metallarbeiterverbandes gepflogen wurden, um die drohende Aussperrung in Groß- Berlin zu vermeiden, waren von Erfolg gekrönt. Nach viel­stündiger Beratung gelang es in später Nachtſtunde, durch Nachalebigkeit auf beiden Selten zu einer Eint gung zu gelangen und einen dahingehenden Beschluß zu formulieren. Stimmt heute die Arbeitnehmervers fammlung diesem Vorschlage zu, so wird damit die Aussperruna, von der etwa 75 000 Metallarbeiter be­troffen worden wären, vermieden.

Ein Racheakt, wie er unter Winzern noch nicht das gewesen ist, wurde in Waltammer in der Pfalz verübt. Als am Freitag die Pachtghter auf weitere 20 Jahre versteigert wurden, verlautete die Drohung, daß etwas geschehen würde, wenn es jemanden einfallen sollte, den alten Bachtpreis zu überbieten. Am Montag ent­deckten nun die neuen Bächter, daß 250 Rebstöcke ab­geschnitten wurden. Als Täter nahm die Gendarmerie einen Winzer fest, der die Tat auch bereits eingestan­den hat.

Keine Kandidatur des Grafen Säfeler. Graf Häfeler hat seine Kandidatur für den Wahlkreis Mül­heim- Duisburg- Oberhausen zurückgezogen. Die rechts­stehenden Parteien stellen feinen neuen Kandidaten auf und treten für den nationalliberalen Kandidaten ein.

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Die neue Spur in der Konizer Mordaffäre. Der unter dem Verdachte der Ermordung des Gymnasiasten Winter in Konig verhaftete Agent Breulich wurde nach dem Beuthener Untersuchungsgefängnts überge­führt. Ein erneutes Verhör des Verhafteten ergab, daß Breulich folgende Aeußerungen getan hatte: An den Kragen wird es mir wohl nicht gehen, höchstens bekomme ich 15 Jahre Zuchthaus."

Der erweiterte Vorstand der deutsch- konservativen Bartel tagte am Dienstag unter außerordentlich starter Beteiligung aus Preußen und allen deutschen Bundes­staaten im Abgeordnetenhause. Die Verhandlungen waren vertraulich. Auf Antrag der Vertreter der dret größten füddeutschen Bundesstaaten wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: Der weitere Vorstand der deutsch- konservativen Bartet billigt in vollem Umfang das Verhalten ihrer Vertreter im Reichstag bet den Verhandlungen in der Marokkofrage.

Das Marokko- Abkommen in der franzöfifchen Kam= mer. In der Kammerfommission für auswärtige An­gelegenhetten waren bei der Abstimmung über das Deutsch- französische Abkommen, wie jest feststeht, 29 Abgeordnete anwesend; 15 haben für und 2 gegen die Annahme gestimmt, 12 haben sich der Abstimmung ent­halten.

Mit der größten Umsicht traf er seine Vorkehrun gen. Schon dreiviertel Stunden nachdem er den Auf­trag bekommen hatte, war das angegebene Haus in der Wißmannstraße unter schärfster, aber vorsichtiger Be­obachtung, sodaß jeder Ein- und Ausgehende aufs Korn genommen werden konnte, ohne daß der Betreffende et­was davon merkte. Es war beretts gegen Abend, und als am nächsten Morgen eine ganze Kolonne von Krimt= nalmännern und uniformierten Schußleuten anrickte, stand fest, daß der Gesuchte während der Nacht das Haus nicht verlassen haben konnte. Das Gebäude selbst wurde umftellt, der Ausgang nach der Straße und nach dem Hof doppelt besetzt und auch an jedem Flurfenster ein Posten aufgestellt. Auch der Bodenraum und die Aus­gänge nach dem Dach wurden mit Wachen versehen, so Daß eine Flucht dorthin unmöglich war. Das alles ging so letse und unauffällig vor sich, daß die Bewohner des Sauses nicht das geringste davon merkten. Und dann Flingelte Weide, der von vier handfesten Leuten begleitet war, an der Tür der Witwe Mandelftiel. Ste öffnete selbst. The sie noch ein Wort hervorbringen konnte, war fte bet Seite geschoben, und die fünf Beamten stürmten in das links vom Korridor belegene Wohnzimmer.

Verhaftung wegen Verdachts des Giftmordes. Vor einiger Zeit starb in Alteffen der Apotheker Nolshoven, angeblich an einem Schlaganfall. Es tauchten ledoch bald nach seinem Tode Zweifel an der Todesursache auf. Am Montag abend wurden nun die Frau des Verstorbenen und ihr Vetter Rolswoven, ein früherer Pfarrer, unter dem Verdachte des Giftmords verhaftet. Zwischen beiden sollen schon längere Zett Beziehungen bestanden haben.

jeder Seite postierte sich einer neben ihn, und Welde sag­te ruhig:

Machen Sie keine Umstände weiter, Majewsk! Sie sind verhaftet."

Ein Kirchenbrand hat in dem kleinen märkischen Städtchen Lippehnen gewütet. Der Brand entstand in­folge schadhafter Heizungsanlage, ergriff den Dachstuhl der Kirche und brettete sich so schnell aus, daß nur die Kirchengeräte, das Taufbecken und die Gedenktafeln in Sicherhett gebracht werden konnten. Auch der Turm ist ganz ausgebrannt. Die Glocken sind geschmolzen. Die Bersteigerung der Juwelen des Erfultans Ab­dul Hamid brachte am Dienstag, dem zweiten Tage der öffentlichen Ausbietung 2 090 000 Francs.

Der Mann erblaßte. Der Biffen, den er eben von einem Brötchen genommen hatte, blieb ihm beinahe im Halse stecken. Dann aber sah er sofort ein, daß hter feder Widerstand nuplos und töricht sein würde. Er faßte sich und sagte: Aha! Ich kann's mir denken. Ste hat gepfiffent. Na ja, so sind die Weiber. Erst ma­chen fie alles mit, und dann verraten sie einen." Und gemütlich setzte er hinzu: Ich kann doch wenigstens mein Frühstück verzehren, nicht wahr?"

Hinter dem Tisch, auf dem eine brennende Petrole­umlampe stand, saß auf dem Sofa in dicker Lodenjoppe etn Mann, der friedlich sein Frühstück verzehrte. Er wollte bet dem unerwarteten Eintreten der fremden Männer aufspringen, aber zwet Beamte schoben den Tisch dicht an thn heran, daß er eingeklemmt war, auf

Bei einem Einbruch in der Kurfürstenstraße zu Berlin in der Nacht zum Mittwoch erbeuteten Ein­brecher Pelzwaren im Werte von 6000 Mark. Die Tä­ter entfamen unerkannt.

,, Gewiß!" versicherte Weide, der geschickt auf seinen Ton einging. Ich wundere mich nur, daß Sie schon so früh aufgestanden find, Majewski."

Zum Bürgermeister von Bremen an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Dr. Marcus wurde der bisherige Senator Stadtländer gewählt.

Na, Ihnen kann ich's ja sagen, Herr Kommiffar," erwiderte der Verbrecher zutraulich. In einer Stunde hätten Sie mich schon nicht mehr gefunden. Ich wollte um halb acht vom Anhalter Bahnhof abdampfen."

Wir werden auch fahren," sagte Welde mit fatirt­schem Humor.

Gine berüchtigte Einbrecherfamilie wurde ge= stern in Poliz an der Elbe wegen eines in Königstein verübten Einbruches verhaftet, wobei sich ein förmlicher Kampf zwischen den Gendarmen und den Mitgliedern der Bande abspielte. Letztere wurden schließlich über= wältigt; ein Gendarm wurde dabet durch einen Schuß schwer verletzt.

Majewski nickte verständnisinnig und grinste. Als er sah, daß zwet Beamte sämtliche Möbel des Zimmers durchsuchten, fragte er: Was suchen denn die Herren da? Ach, Sie wünschen das Geld zu haben? Sie fin­den es in der kleinen Siste hter unter dem Sofa."

Wissenschaft, Runst und Citeratur.

Auf dem Wege zur Krebs: und Tuberkulose- Sei­lung? Die Deutsche medizinische Breffe" veröffentlicht etnen Artikel, wonach es einem Arzt in Davos refp.

Als die Kiste geöffnet und geleert war, sagte Weide: " Da sind siebzig Hundertmarkscheine. Wo ist das üb­rige Geld?"

Du mein Gott, man muß doch leben! Tausend Mark habe ich ausgegeben."

wahr ist, will ich gestehen, aber man soll mich nicht un­nitz verdächtigen."

Sie haben doch viel mehr als achttausend Mark gehabt!"

Weide beruhigte thn. Das wird sich ja noch alles Herausstellen. Sie sind wohl lett fertig? Dann bitte!" Majewskt erhob sich. In demselben Augenblick war von jeder Seite ein Beamter an ihn herangetreten und thm waren Handschellen angelegt. Grollend mußte er fich hinunterführen lassen.

Der Verbrecher schlug mit der Faust auf den Tisch. " Nicht einen Pfennia mehr, Herr Kommiffar! Was

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Hter hatten sich mittlerweile doch einige Zuschauer eingefunden, und er stteg ellig in die bereitstehende Droschke, um in Begleitung von vier Beamten, von de­nen einer auf dem Bock neben dem Kutscher Platz nahm, nach dem Untersuchungsgefängnis zu fahren.

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Noch an demselben Vormittag wurde der Festge­nommene dem Untersuchungsrichter zum Verhör vorge­führt. Er war zuerst sehr wortfarg und wog alle seine Worte vorsichtig ab; als ihm aber zur Stärkung eine halbe Flasche Portwein und verschiedene Brötchen mit Lachs und vortrefflichem Schinken vorgesetzt worden waren, ward er allmählich gesprächiger und war be­reit, Auskunft zu geben über die Art, in der er seine Tat ausgeführt hatte.

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Mallmiß, der zur Aufnahme des Protokolls zuge= gen war, hatte sein Einglas festgeklemmt und fixterte thn wie ein seltenes Tier mit großem Interesse. Also nun erzählen Sie einmal, Majewski!" for= derte Herr v. Scharfenstein auf. Wie kamen Sie über­haupt auf den Gedanken, jene Tat auszuführen?" ,, Das ist eigentlich so ein ganz unbewußter Vor­gang gewesen, Herr Untersuchungsrichter. Sehen Sie, nötig war es ta, daß ich irgend ein Ding drehte, denn ich war leergebrannt wie ein ausgestorbener Krater, und da mußte ich eben sehen, wie ich mir Geld ver­schaffen konnte." Wäre das nicht durch ehrliche Arbeit möglich ge= wesen? Ste find doch kein ungebildeter Mensch, wie tch merke."

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