Ausgabe 
30.9.1911 Zweites Blatt
 
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Verein für Zeppelinfahrten. Geor

Jabresbeitrag 6 Mk.

Unter den Mitgliedern werden fortwährend

Freifahrten im Zeppelinluftschiff

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Anmeldungen für Giessen und Umgegend in der Expedition der Giessener Zeitung, Seltersweg 83, oder im Bankhaus Strauss, Alicestr. 2.

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Eine Zeppelinfahrt für 6 Mark! Der bisherige hohe Preis für Zeppelinfahrten hat es nur wenigen Bevorzugten ermöglicht, eine Fahrt mit­zumachen, die nach dem einstimmigen Urteil aller der Glücklichen, die einmal mitfuhren, zum Schönsten und Großartigsten gehört, was ein Mensch über­haupt erleben kann. Nun aber haben wir einen Ver­ein für Zeppelinfahrten mit 6 Mark Jahresbeitrag, dem zur Zeit überall Mitglieder in großer Zahl zuströmen. Da der ganze Ertrag der Mitgliedszahlungen und Stif­tungen nach Abzug der Verwaltungskosten zum Ankauf von Fahrscheinen für ein Zeppelinluftschiff verwendet wird, die dann unter die Mitglieder verlost werden, so sind die Chancen sehr günstige. Wer einigermaßen Glück hat, kann sicher in Bälde ein Luftschiff besteigen. An­meldungen für Gießen und Umgegend bei Buch­druckereibesitzer Albin Klein zu Gießen.

Nummer 20.

Illustrierte

27 September 1911.

Welt- Rundschau

Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer, Gießen.

Illustrierter Stadt- Anzeiger

Die Schwäbische Alb.

Dieser Tage bin ich wieder in Tübingen hinter dem alten

Schloß auf dem Schänzle" gestanden und habe Um­schau gehalten über das gesegnete Land, das sich dort am Ufer des Neckars weithin vor dem Auge ausbreitet, und meine Blicke sind wie einst hinübergeflogen zu den

blauen, so schön geschwungenen Bogen

der Schwäbischen Alb. Die Gegen­

wart versant mir und ein Gesicht

aus vergangenen Tagen umfing

die Seele. Ich bin wieder jung, und um mich stehen einige Freunde aus dem Norden, die gekommen sind, am grünen Neckar ein paar frohe Se­mester zuzubringen. Ich höre sie in Rufe des Entzückens aus­brechen über den Blick, der sich vor unsern Augen auf­tut. ,, Donnerwetter, ist das mal schön. So hübsch hätte ich mir euer Schwaben doch nicht gedacht. Sieh mal einer die Pracht!" Dann werden sie stiller. Die Augen beginnen in der Ferne zu weilen. Nun kann ich reden und ihnen mit Stolz von meiner

Heimat sagen, von den schlanken

Bergen, den grauen Burgen, den zackigen

Felsen, den grünen Tälern, den lichten Wäldern,

Leser zu führen als mit der Feder schwarz auf weiß zu be­schreiben, was so farbig und wohlgestaltet, so luftig und duf.ig unter Gottes blauem Simmel sich breitet.

Die Schwäbische Alb ist ein Teil eines größeren Ganzen, des Juragebirges, welches als Schweizer­Jura an der Nordwest- Grenze der Schweiz

in gewaltigeren Bildungen als im Schwabenland sich hinzieht. Bei Schaffhausen überschreitet es den Rhein, um in Württem­berg seine schönste und formenreichste Gestalt zu gewinnen und verliert sich in Bayern im fränkischen Jura. Das Juragebirge wie­derum ist nur ein verhältnismäßig fleiner Überrest der Ablagerungen des alten Jurameers, welches einst einen großen Teil von Europa bis nach England hinein be­deckte. Der Jura­meeresboden, welcher sich im Werden unserer Erde hob und faltete, zer­spalten, fortgeschwemmt, ausgewaschen wurde, auch in der Tiefe versunten ist, ist im Lauf der Jahrhunderttausende oder Millionen Jahren zum heutigen Jura­gebirge geworden, welches in der Schwäbischen Alb

den stillen Dörfern und klaren Bächen, den Sagen und Burg Zollern. als Mittelgebirge mit Erhebungen von rund 700-1000 m Ruinen, den Blumen und Menschen der schwäbischen Alb. Wie sie aufhorchen! Das müssen wir sehen, das mußt du uns zeigen." Wir haben's gesehen auf fröhlichen Fahrten und weiten Wanderungen. Wie vielen habe ich seither die Alb gezeigt! Wär' mir auch heute lieber, mit dem Stab in der Hand meine

Meereshöhe vor uns steht. Wer mit offenen Augen wandert, der sieht allenthalben die deutlichen Spuren des alten Meeres in den versteinerten Überresten der Meertiere, den Am­moniten, Belemniten, Muscheln, Austern, Korallen und Schnecken. Keine Formation der Erde ist an derartigen

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