Einzelbild herunterladen

3

It

13

t

g

f

I

F

t

I

I

it

e

e

start bezechten Bruder mit einer Schaufel so schwerwundete an Blutvergiftung gestorben. Da nun auch mißhandelt hatte, daß dieser, der während der Nacht in einem Chauffeegraben Itegen geblieben war, am andern Morgen starb. Die Verhandlung endete mit Fret­sprechung. Die Geschworenen verneinten die Schuld­frage, weil die Tat in sinnloser Betrunkenheit began­gen worden, der Täter also seiner Sinne nicht mächtig gewesen sei und deshalb strafrechtlich nicht verantwort­Itch gemacht werden könne.

Ein Schwindelpafcha vor Gericht. Mustapha Stouft, ein 42jähriger, in Aegypten mehrfach vorbestrafter Schwindler aus Kairo, der im Februar d. J. in der Augsburger Maschinenfabrik als türkischer Minister mit großen Bestellungen auftrat, ist gestern von der Augsburger Straffammer abgeurteilt worden. Der Schwindelpafcha unterzeichnete der genannten Firma eine von ihr selbst ausgestellte Bahlungsanweisung von 300 000 Mark auf die kaiserliche Ottomanbank in Kon­stantinopel als Abzahlung für seine großen Bestellungen und wollte daraufhin eine Provision in bar von der Fabrik haben, die jedoch mit der Auszahlung zurück­hielt und den Pascha nur mit einem splendiden Mahl absand. Mustapha Siouft wurde wegen Betruges, wegen einer Bechorelleret in einem Hotel in Augsburg und wegen der falschen Unterschrift auf jener Zahlungs­anweisung wegen Urkundenfälschung zu einer Ge­samtgefängnisstrafe von einem Jahre verurteilt.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Die nördlichste Wetterwarte der Erde. In Ver­bindung mit der Radiotelegraphenstation auf Spitzber­gen, deren Errichtung das norwegische Parlament zu= gestimmt hat, soll daselbst nunmehr auch eine meteoro­logische Station eingerichtet werden. Wie die Frankf. 3tg. meldet, wird die Ingenieurabteilung, welche die­fer Tage nach Spizbergen abreist, um die Statton fitr drahtlose Telegraphie dort in Betrieb zu setzen, die zur Errichtung und zum Betrieb einer meteorologischen Beobachtungsstation erforderlichen Instrumente mit­führen. Wenn es gelungen sein wird, die Radiotele­graphenstationen auf Spitzbergen und Hammerfest so­wie die geplante meteorologische Stationt auf Spitzber= gen in Betrieb zu setzen, werden von dieser nördlichen Wetterwarte der Erde aus an das meteorologische Ju titut zu Christiania via Hammerfest täglich telegraphi­fche Berichte über die meteorologischen Beobachtungen gelangen, genau in derselben Weise, wie, man jest Mel­dungen von Island und den Farber- Infelit bekommt. Zweifellos werden die Meldungen aus Spitzbergen für das Studium des Wetters und für die Wetterprog­nose in ganz Nordeuropa von größter Bedeutung sein.

Vermischtes.

Die Typhusepidemie in Schneidemüht. Generalarzt Prof. Dr. v. Schjerning, Chef des Sanitätskorps weilte am Mittwoch in Schneidemühl und besichtigte das La­zarett. Auch der Geheime Oberregierungsrat Kirschner vom Kultusministerium weltlte in der Stadt, um einer Sitzung der Gesundheitskommission betzuwohnen. Zwet neue Todesfälle an Typhus sind zu verzeichnen. Es starben ein 15jähriges Mädchen und der Kaufmann und Stadtverordnete Erbgut, so daß also bis heute ins­gesamt dret Personen der Krankheit erlegen sind.

Eine Schwindlerin beim Berliner Margaretentag. Der Margaretentag, der am Samstag und Conntag in Groß- Berlin abgehalten wurde, hat zu einem eigenar­tigen Schwindel Veranlassung gegeben. Zum Verkauf der Blumen waren zahlreiche junge Mädchen gewon­nen worden. Im Laufe des Tages stellte sich bet ver­schiedenen Mädchen eine Dame vor, die angab, Kon= trolleurin zu sein. Ste forderte den Mädchen die ge= füllten Büchsen ab und gab ihnen leere dafür zurück. Der Schwindlerin muß eine ansehnliche Summe in die Hände gefallen sein.

Eine Laufizer Kohlengrube in Flammen: In dem in Wolzow liegenden Tagschacht der Kohlengrube ,, Klara II" ist, wie gemeldet, durch Bitzschlag ein gro= ßer Brand ausgebrochen, der jetzt das gesamte zirka 100 Morgen umfassende Kohlenlager zu vernichten droht. Aus Senftenberg sind 7 Feuerwehren und eine Dampfsprite requirtert worden, denen es bis zur Stunde noch nicht gelungen ist, das Feuer zum Still­stand zu bringen. Der angerichtete Schaden wird auf 80 Millionen Mark beziffert.

Streit der Marinetechniker in Kiel? Nachdem der Staatssekretär des Reichsmarineamts bestimmt hatte, daß neu einzustellende Techniker nur noch auf Privat­dienstvertrag, also ohne Aussicht auf spätere etatsmä­ßige Anstellung und ohne Pensionsberechtigung, ange­nommen werden dürfen, haben verschiedene Marine­behörden den bet ihnen angestellten Technikern zum 1. Jult gekündigt und ihre Weiterbeschäftigung von der Anerkennung eines neuen Dienstvertrages abhängig gemacht. Zahlreiche Techniker haben in Eingaben an thre vorgesetzten Behörden um Abänderung des Ver­trages gebeten. Im Hinblick darauf, daß ihre Gesuche und auch eine Bitte des deutschen Technikerverbandes nicht berücksichtigt worden sind, haben sämtliche Technt­fer der Marineintendantur und der Bauämter in Kiel beschlossen, die Annahme der Verträge abzulehnen und ihre Unterschrift zu verweigern. Für den Fall, daß die gekündigten Techniker am 1. Jult aus ihrer Stel­lung entlassen werden, hat der Deutsche Technikerver­band beschlossen, die Entlassenen zu unterstützen und über die Betriebe der Marine die Sperre zu hängen.

ver=

Der Erfolg der Katzenstener in München. Die neu eingeführte Kazensteuer hat in München und Umge­bung rasch Nachahmung gefunden. Man findet diese Steuer vortrefflich, ganz abgesehen davon, daß ste dem Stadtsäckel neue Einnahmen verschafft, da kazen als Krankheitserreger für viele Krankheiten gelten. Viele Frauen haben die Angewohnheit, die Kazen zu lieb­fosen, und holen sich auf diese Wetse von den Tieren manche Krankheit, so daß man diese Steuer vollkom­men gerechtfertigt findet.

Ein Mensurunfall mit tödlichen Ansgange hat sich in Breslau ereignet. Dort sand etne studentische Men­sur statt, an der auch ein Mitglied der Freien Lands= mannschaft Stglingia", Sohn eines Dampfziegeleibe­sizers, als Testant beteiligt war. Infolge zu weiten Hervortretens erhielt er dabei einen Hieb in die Wange und auch dret Finger der rechten Hand wurden ihm abgeschlagen. Der Pautarzt behandelte ihn und ver­nähte thm auch die Wunde an der Wange. Es muß nun, so schreibt man der B. M.-P." , angenommen werden, daß dabet eine Vergiftung der Wunde statt­gefunden hat, da sie nämlich nicht heilte, sondern im­mer stärker in Etterung überging, trois Inanspruch­nabme wetterer Aerzte. Vor einigen Tagen ist der Ver­

vier andere Paukanten, die bet der Mensur Ver­legungen davontrugen und denen der Paufarzt die Wunden vernähte, schwer frank darniederliegen, so tann man die Vermutung nicht abweisen, daß bei der Vernähung der Wunden eine Vergiftung stattgefunden hat. Als die Fäden aus der Wunde des Verstorbenen gezogen wurden, stellte man fest, daß sich ein großer Eiterfanal gebildet hatte.

Granatenexplosion auf einem französischen Kreuzer. Während der Schießübungen des zu einer 24stündigen Probefahrt ausgelaufenen neuen 18 400 Tonnen gro= ßen Panzerkreuzers Mirabeau" ereignete sich, wie aus Toulon gemeldet wird, ein schwerer Unglücksfall. Beim Laden eines Geschüßes glitt die Granate von dem Ladegerüst und stürzte mitten in die Bedienungsmann­schaft. Einer wurde lebensgefährlich, zwei weniger schwer verletzt. Die Schießübungen des Panzerkreuzers, dessen Indienststellung infolge verschiedener Zwischen­fälle schon mehrfach verschoben werden mußte, wurden sofort abgebrochen.

Ein Opfer feines Berufs. Der Wilmersdorfer Frauenarzt Dr. Hans Leyden, etn Neffe des berühm­ten Klinikers, tst einer Infektion zum Opfer gefal­len, die er sich während seines Aufenthaltes in Spanien, wo er als Arzt bei der deutschen Botschaft wirkte, zu­gezogen hatte. Es herrschte damals in Madrid eine starke Diphtheritis- Epidemie. Dr. Leyden entfaltete eine eifrige, auch von der spanischen Regierung aner­fannte Tätigkeit in den Hospitälern. Bet der Hingabe an seinen Beruf ließ er die nötige Vorsicht außer acht und zog sich eine Infektion zu; seit der Zeit hatte er fast jedes Jahr unter den Folgen zu leiden, aber seine fräftige Natur überwand immer wieder die Krank­heit. Dieses Mal aber zeigte sich eine außergewöhnlich starke Eiterung, die auch das Gehirn in Mitleidenschaft zog, so daß er nach kurzem und schwerem Leiden der heimtückischen Krankheit erlag.

Die Millionenbetrügerelen im Hafen von Neuyork. An den großen Zollbetrügereien, die, wie wiederholt berichtet, jahrelang von reichen, aus Europa zurück­kehrenden Amerikanern verübt worden sind, sind etwa zwölf Millionäre beteiligt. Einer von ihnen, der für insgesamt zwei Millionen Dollar Pariser Waren einge= schmuggelt hat, darf als der geistige Urheber des ausge= dehnten Schmuggelsystems gelten. Er instruterte seine Freunde, wie sie es bet ihrer Ankunft im Hafen von Neuyork zu machen hätten. Er selbst hat besonders in Damenroben und Juwelen gearbettet". Das von ihm Bezahlte Bestechungsgeld belief sich durchschnittlich auf 100 Dollar pro ungeöffneten Koffer. Nach Aussage des Neuyorker Zollinspektors Loeb haben die Millionärs­schmuggler kürzlich versucht, dte ungetreuen Zollbeamten wieder zu bestechen, damit sie nicht die Namen der Mil­lionäre nennen. Durch dieses Intrigteren wird die Un­tersuchung äußerst erschwert; doch erklärt Loeb, daß er mit größter Rücksichtslosigkeit gegen die Schuldtgen vor­gehen wird.

Humor im Rathause. Als kürzlich in einer größe­ren Stadt des Bayerischen Waldes die Gemeindekol­reglumsfizung zu Ende war, cryob sich ein alterer Herr und sagte: Ich hätte noch den Wunsch, daß die Presse, die uns immer in dankenswerter Weise ihre liebens­würdige Aufmerksamkeit schenkt, fünftightn in ihrem Sizungsbericht den Schlußsatz wegläßt. Unsere Ver­sammlung ist immer schon um 9 Uhr zu Ende und da geht man noch ein Glas Bier trinfen; es werden auch manchmal zwei Glas. Einige Herren spielen Schafkopf und man klebißt ein Viertelstündchen, und so kommt man um 1 Uhr nach Hause. Am andern Tage sitzt man, nichts Böses ahnend, da und liest die Zeitung, und da hält einem dann die teure Gattin den Versammlungs­bericht vor die Nase, wo in der letzten Zeile steht: ,, Schluß der Sigung um 9 Uhr." und Du bist erst um 1 Uhr aus der Versammlung heimgekommen?" Na­türlich gibt es dann unangenehme Auseinandersetzun­gen. Was liegt der Presse daran, Schluß 9 Uhr zu schret­ben. Der Antrag fand allgemeine Unterstützung und der Vorsitzende übermittelte ihn unter großer Heiterkeit der Presse.

Der Schimmel mit der Leibrente. Einen ergötzlichen Stretch hat ein alter Herr, der kürzlich in Berlin das Beitliche segnete, seinen Erben, entfernten Anver­wandten, gespielt. Neben einem ansehnlichen Ver­mögen hinterließ er auch einen Schimmel, mit dem er früher zuweilen herumfutschtert war. Im Testament fand sich nun die Bestimmung, daß der Schimmel et­nem langjährigen Freund des Verstorbenen in Pflege zu geben set. Für jedes Jahr solle der Pfleger bei Lebzeiten des Pferdes die Summe von 10 000 Mark er­halten. Um das Pflegegeld sicherzustellen, war der größte Teil des Vermögens auf einer Bank zu depo­nieren. Da der Schimmel noch gar nicht alt ist, so fann seine Pflege noch manche 10 000 Mark kosten wie man sich vorstellen kann, zum nicht geringen Aer­ger der lachenden Erben". Ueberhaupt tst es uner­gründet, ob nicht am Ende der alte Herr mit seinem Testament nur seine Verwandten ärgern wollte, oder ob er wirklich seinen Schimmel so lieb hatte.

Lichtenhain ist hin, ist hin. Ein friedlicher Gebiets­austausch findet zurzeit in Thüringen, namentlich zwi­schen dem Großherzogtum Sachsen- Weimar und dem Herzogtum Sachsen- Meiningen statt. Dabet soll u. a. auch von der Regierung des lettgenannten Staates das alte Bierdorf Lichtenhain, das, ringum von weimari­schem Gebtet umschlossen, hart vor den Toren Jenas Itegt, von seiner meiningischen Regierung an Sachsen­Weimar ausgetauscht werden. Die Minister Meinin­gens waren dieser Tage zu langen Beratungen mit der Gemeinde in Lichtenhain versammelt, und das Ergeb­nis der Konferenz ist, daß die Abtretung an Weimar beschlossen wurde.

Aus dem Reiche der Technit.

Die neue Schwebebahn zum Montblanc. Ueber ein werdendes Meisterwerk der modernen Technik, über die große Hängebahn, die von Chamonix bis hinauf zu den Firnen der Aiguille du Midi führen wird und da­mit allen Touristen die mächtige Gebirgskette des Montblanc bequem erreichbar macht, teilt Dr. Graden­wiz in der" Nature" einige interessante Einzelheiten mit. Die ersten beiden Abschnitte dieser groß angeleg­ten Schwebebahn, die in einer Höhe von 1000 Meter über dem Meeresspiegel in Chamonix thren Ausgangs­punkt hat, führen über La Plata und über den Glet­scher von Bossons bis zu 2500 Meter Höbe empor. Die

Drahtlänge des ersten Abschnittes beträgt 1870 Meter, auf welcher Strecke 750 Meter Steigung gewonnen werden; die zweite bringt bei 1190 Meter Horizontaler Länge die gleiche Steigung, sodaß auf 100 Meter Stets gungen von durchschnittlich 50-63 Meter überwunden werden. Der Bahnkörper", also die mächtigen Draht­seile, an denen die Waggons durch die Lüfte schweben, ist nach Kräften dem Gelände angepaßt; in Abständen von 40-90 Meter ragen die kunstvoll konstruierten Eisenpfeiler empor, auf denen die Pfeiler ruhen. Nur ant zwei Stellen sind die Tragepfeller 200 Meter von einander entfernt, sodaß man von einem Schwebetra­jeft sprechen fann. Die dritte und vierte Sektion der Bahn führen bis zum Col du Midi in eine Höhe von 3500 Meter empor, und die fünfte und letzte Seftion hat als Endpunkt den Gipfel der Aiguille du Midi, womit die Bahn in einer Höhe von nicht weniger als 3843 Meter über dem Meeresspiegel anlangt. Bet Stesen letzten Sektionen hat man infolge der stellen Gebirgsformationen zu noch größeren seabelspannun gen seine Zuflucht nehmen müssen. Die Waggons dieser einzig dastehenden Schwebebahn, die 20 bis 24 Per­sonen fassen, laufen auf dret verschiedenen Kabeln, einem großen, von 30 Meter Durchmesser, auf dem die Räder der Gestelle ruhen, an dem der Wagen hängt; darunter ist der eigentliche Aktionskabel der die Fort­bewegung übernimmt; ein drittes Drahtseil erfüllt den Zweck einer Bremsvorrichtung, mit deren Hilfe die elektrische Kraft automatisch ausgeschaltet werden kann. Unmittelbar unter dem Gipfel der Aiguille du Midi, in 3800 Meter Höhe, wird zwischen den Bergfelsen ein prachtvolles modernes Hotel eingerichtet. Hier soll auch ein kleiner Aufzug gebaut werden, der zu dem Gletscher= felde des Weißen Tales" führt, das bisher im Winter überhaupt unzugänglich und im Sommer nur durch einen langen, schwierigen Aufstieg zu erreichen war.

Ein Laboratorium für- Schlangengifte.

Die Schlangen sind in Brasilien, wenn sie auch aus den bewohnten Orten fast gänzlich verschwunden sind, nach wie vor eine furchtbare Gefahr für die Arbeiter auf den Zuckerrohr- und Kaffeeplantagen. Die gefährlichsten Ar­ten sind die Klapperschlange und Brillenschlangen( Cobra). Nach den Statistiken starben bis zum Jahre 1905 allein im Staate St. Paul mehr als 240 Menschen infolge von Schlangenbiffen. Seitdem gibt das serotherapeutische In­stitut in Botantan seine Präparate an die Bevölkerung ab, und die Zahl der Todesfälle hat sich ganz bedeutend verringert.

Eine französische Zeitschrift bringt über das Institut interessante Angaben von Professor Pozzi, der kürzlich von einer wissenschaftlichen Reise nach Brasilien und Ar­gentinien zurückgekehrt ist. Das ferotherapeutische Institut in Botantan, in der Nähe von St. Paul, ist ein groß­artiges, vor allem zur Bekämpfung der Schlangengifte er­richtetes Laboratorium; es besteht aus einer ganzen Rethe von Gebäuden; außerdem ist für die Schlangen eine voll­ständige Anlage vorhanden, nach Art eines zoologischen Gartens, in dem die Tiere in voller Freiheit leben. Der Komplex ist von einer mäßig hohen Mauer umgeben und um diese läuft ein Wassergraben, um den Schlangen die Möglichkett, ins Gelände zu entweichen, zu nehmen. Der Genannte hat zunächst die Wirkung der Schlangengifte ein­gehend im Laboratorium studiert. Das Gift der Klapper­fchlange tötet eine Taabe bereits bei einer Dofis von einem Millionstel Milligramm, und zwar bei der Einspritzung in die Adern. Die tödliche Wirkung kommt durch den paraly­fierenden Einfluß auf das Blut zustande. Es treten schwere Störungen der Atmung, des Kreislaufs und des Sehver mögens ein. Merkwürdig ist, daß die Bißstelle fast gar feine Reaktion zeigt. Beim Menschen tritt der Tod meist nach 24 Stunden ein. Das antitorische Serum nun gewinnt man aus dem Blut von Pferden, die längere Zeit mit dem Gift behandelt worden sind. Die Gewinnung geschicht in der Weise, daß dem Tier zuerst ganz geringe Dosen des Giftes eingespritzt werden. Allmählich steigt man mit der Größe der Gaben. Sobald sich das Tier einigermaßen an das Gift gewöhnt hat, befindet es sich sehr wohl und nimmt an Gewicht zu. Setzt man dann plötzlich die Einspritzung aus, so wird es sehr elend, ganz wie ein Morphiumsüchtiger. Ist die Immunität vollendet, so wird das Serum dem Blute entnommen und ist gebrauchsfertig. Solch ein immunisier= tes Pferd kann sehr lange Zeit hindurch Serum liefern. Bet Menschen wird in den ersten 12 Stunden nach dem Biß eine Einspritzung unter die Haut gegeben. Der Preis des Prä­parates ist ein sehr niedriger. Es wird vom Institut so­gar gratis an Hospitäler und Behörden abgegeben. Arme Bauern bekommen es mit Spriße und ausführlicher Ge­brauchsanweisung umsonst. Als Gegengabe wird höchstens eine Schlange genommen oder verlangt.

Drabtnachrichten und neuestes.

Keine Aussperrung der fächsisch- thüringischen Färbereiarbeiter.

Greiz, 29. Juni. Die von der Konvention der sächsisch- thüringischen Färbereien geplante Aussperrung von 10000 Färbereiarbeitern findet nicht statt. Gestern ist es in Meerane zu einer Einigung gekommen, auf der Basis, daß den Arbeitern zugestanden wurde, in den Betrieben von Batty und Bornemann statt des Sonnabends um 6, schon um 5 Uhr die Arbeit zu be= enden.

Ein neuer wiledi- Prozeß.

Posen, 29. Junt. Mit Genehmigung des kaiser­Itchen Bezirksgerichts in Krakau und des zum Vor­mund des jungen Grafen wileckt ernannten Krakauer Advokaten wird die Bahnwärtersfrau Meyer in den nächsten Tagen beim Landgericht Posen eine neue Klage, die sich nach der Entscheidung des Reichsgerichts gegen den Grafen Kwileckt und gegen den als seinen Sohn im Standesamtsregister eingetragenen Knaben richten muß, einreichen.

Erfolg eines Polizeihundes.

Danzig, 29. Junt. Bet wizno in der Nähe von Preußisch- Stargard wurde gestern die Leiche eines ermordeten Mädchens von Arbeitern gefunden. Die aus dem Dorfe herbeigeholten Bewohner erkannten in der Toten die 20jährige Tochter des verstorbenen Schneiders Orsowski. Man benachrichtigte sofort die Staatsanwaltschaft und die Polizei in Preußisch- Star­gard. Lettere erschien mit einem Polizeihund am Tat­ort. Der Hund nahm Witterung an der Leiche und verfolgte die Spur des Mörders, die auf Umwegen in das Dorf führte. Der Hund lief direkt auf das Gehöft eines Kätners, des Stiefvaters der Ermordeten, zu. Dieser wurde verhaftet, da mehrere Verdachtsmomente gegen ihn vorliegen.

Eine franzöfifche Spionageaffäre.

Baris, 29. Juni. Den Blättern zufolge wur­den bei dem in Chalons sur Marne verhafteten Spion Lebrecht ein Modell der 75er Kanone, eine Anzahl Ge­wehrpatronen und von deutschen Generalstabsoffizieren hergestellte Schriftstücke gefunden, die alle Angaben über die Befestigung der Grenzstädte enthalten.

Streif der Straßenbahner in Oporto. Oporto, 29. Juni. Der Verkehr auf der elek­trischen Bahn ist infolge des Streifs der Angestellten Lahingelegt. Die Stadt hat den Betrieb übernommen, der mit Hilfe von Gentesoldaten aufrecht erhalten wer den soll.

97

er

ne

t=

rf

11=

tt­

ert

Der

Der

er

es

Der

Sen

die

om

бе

Sas

fla

im.

tm

che

ein

Ten

gen

Jaf

han

auf

Die

und

aus

orge