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Durch Kündigung der Tag der Beendigung des Dienst­berhältnisses feststeht.

Ans dem dunkelsten Berlin. Ein Verbrechen, dessen grauenerregende Einzelheiten seinerzeit weit über die Grenzen der Reichshauptstadt hinaus Aufsehen erregt haben, beschäftigt das Schwurgericht Berlin I, vor dem fich der Wächter Wegener und die Gelegenheitsarbeiter Meißner und Wolff wegen Notzucht mit Todeserfolg und Bethilfe dazu zu verantworten haben. Der An­flage Itegt folgender Tatbestand zugrunde: Am 16. Ot­tober v. J. wurde in der Frühe in der Spree an der Luther- Brücke ein auf dem Wasser treibender Sack auf gefangen. Als er geöffnet wurde, fand sich in diesem die Ketche einer etwa 19- bis 20jährigen Frauensperson, an der äußere Spuren von Gewalt nicht wahrgenommen werden konnten, die aber offenbar schon längere gett im Wasser gelegen hatte. Die Tote fchten dem dienen­den Stande angehört zu haben. Die Kriminalpoltzet vermutete sofort einen Mord und leitete Recherchen ein, um zunächst die Persönlichkeit der Toten festzustellen. Nach vielen Bemühungen gelang es, zit ermitteln, daß die Tote tdentisch war mit einer Bertha Schardrowsti aus Bartels bei Bromberg, die sich auch Marie Schmidt nannte. Des weiteren wurde festgestellt, daß die Schar­browstt mit ihrer Freundin, einer gewissen Anna We­fenmeter, zuletzt in einem Lokal der Friedrichstraße th aller Eile ein Abendbrot zu sich genommen und dann gemeinsam nach dem Humboldthofen zugegangen seien. Die polizeilichen Ermittlungen führten schließlich zit der Verhaftung der Angeklagten. Es war die Vermutung aufgetaucht, daß der Mord auf einem Kahn verübt wor­den set, der am Humboldhafen vor Anker lag. den set, der am Humboldthafen vor Anker lag. mittelung des Täters ausgesetzt. Zur Verhandlung find sechs Sachverständige und 57 Zeugen geladen.

Vermischtes.

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Englisches Urteil über die Deutschen auf der Olym piaschau. Eines der anzichendsten Momente in der internationalen Pferdeschau in Olympia", schreibt ein Londoner Blatt, war das Retten der zwölf deutschen Offiziere, die eine Reihe mehr oder weniger verwickel­ter Evolutionen mit einem Charme und einer Grazte produzierten, die jeden, der für Reiten Verständnis hat, geradezu entzückten. Wenn man ehrlich sein will, muß man sagen, daß die deutschen Freunde uns eine ganze Menge bet der Gelegenheit thres ersten Besuches auf der Schau gelehrt haben. Daß aber unsere Offt­ziere sich diese Lehren zu Herzen nehmen werden, das möchten wir nicht absolut sicher voraussagen. Zuge­gebenermaßen waren die Deutschen die bestberittenen Konkurrenten in der betreffenden Abteilung, und wenn thre Chargenpferde an den Reitklassen teilgenommen hätten, so hätten sie jedenfalls weit über das Durch­schnittliche Hinaus geleistet. Aber auch ohne das mußte man die Leichtigkeit der Hand, die Eleganz des Sizes und die Wirkung der kaum sichtbaren Beinhilfen der Deutschen bewundern, die sich als die bedeutendsten Netter unter dem Dache Olympias erwiesen."

Hungertyphns nnd Skorbut in der Kirgisen steppe. Im transkaspischen Geblet tst unter den nomadisteren­ben Kirgisen der Hungertyphus und der Skorbut aus­gebrochen. Wte dem B. T." gemeldet wird, sind im Seretse Mangischlak achtzig Prozent aller Schafherden und fiebzig Prozent aller Kamele und Pferde einge= gangen, fodaß der Wohlstand der Nomaden auf Jahre hinaus untergraben ist. In vielen Belten der Noma­den findet man die Betchen verhungerter Kirgisen. Die Trittsche Lage ist auf die schlechte Ernte des vorigen Jahres und den Futtermangel zurückzuführen.

Straßentumult infolge eines Automobilunfalls. Bwet junge Mädchen im Alter von 12 und 6 Jahren, bte auf Fahrrädern fuhren, wurden von einem Auto­mobil, das in rascher Fahrt sie überholen wollte, aberrannt und furchtbar verstümmelt. Der Unfall er­eignete sich im Arbeiterviertel Barcelonas. Die Be­völkerung gertet in große Erregung und bemächtigte fich des Lenters des Kraftwagens, der arg mißhan­belt wurde. Schließlich wurde auch das Automobil in Brand gesetzt. Feuerwehr und Poltzet eilten zur Hilfe. Die Poltzet mußte verschiedene Male mit blan­ter Waffe gegen die Menge vorgehen, ehe sie zerstreut werden konnte. Dabet ist es nicht ohne Verwundun­gen abgegangen.

Sensationelle Spionageaffäre. Seit vielen Mona­len befand sich in Wien ein geheimnisvoller Häftling, der in allen Registern ohne Namen geführt wurde und nur die Bezeichnung N. N. trug. Nun ist die Bett ge= kommen, wo die Anonymität des Mannes aufgehoben werden kann. Der Häftling heißt Korz und ist der be­kannteste und gefährlichste Spton, dessen Verhaftung im Auslande nicht bekannt werden sollte, um seine Kom­pltzen und namentlich einen, der lange Zeit mit dem Korz in Verbindung gestanden hatte, gleichfalls in Gewahrsam zu bekommen. Dies ist aber bisher letder nicht gelungen. Korz, ein Deserteur der deutschen Kriegsmarine, beschäftigte sich sett mehr als 5 Jahren berufsmäßig mit Spionage gegen Deutschland und Desterreich. Er hielt sich zumeist in Frankreich auf, von wo aus er in allen möglichen Verkletdungen Reisen als Kundschafter unternahm. Außer für Frankreich hat er auch für Jtalten sptontert.

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Brand eines Naphtawerkes. Vorgestern nacht herrschte in der Umgebung von Gorlice in Galizien ein furchtbares Unwetter. Ein Bitz schlug in Naphtaraffinerte der galtztschen Naphta- Industrie- Ge­sellschaft und entzündete die großen Mengen von Naphta, die sich im Reservotr befanden. Es entstand ein furchtbarer Brand, der die ganze Nacht über wütete. Gestern früh stürzten die Wände des Reservoirs, die durch die enorme Gluthtze geschmolzen waren, und das ganze brennende Naphta ergoß sich in gro= Ben brennenden Strömen nach allen Richtungen, über­schwemmte die Straßen und feste alles in Brand, was von thm erreicht wurde. Die Stadt Gorlice ist zurzeit von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Ob bet dem Brand auch Menschenleben zu beklagen sind, konnte noch nicht festgestellt werden.

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Die Mondscheinfahrt der Drehorgelspieler. In den Kretsen der Berliner Drehorgelspieler ist es zu einem großen Konflikt gekommen! Es besteht ein Verein ber Drehorgelspteler", und der hat für den 8. Jult eine Mondscheinfahrt mit Musik nach Voigts Krampenburg arrangiert. Ueber diese pomphafte Veranstaltung find nun die nichtorganisierten Drehorgelspieler Berlins em­pört. Sie behaupten in einem Rundschreiben, daß der " Verein" nur aus einem Dußend Leuien besteht, die noch nicht einmal richtige Leterkastenmänner seten und ( ben ganzen Stand schädigen. Ein Leterkastenmann set

auf die Pfenniggaben fetner Mitmenschen angewiesen und könne nicht Mondscheinfahrten unternehmen. Wie Man sieht, herrscht in einem Telle der Drehorgelspieler­Gilde ein ausgeprägter Leterkastengeist.

Neicher Kinderfegen scheint ein Kennzeichen der Fa­milten auf dem Berliner Nieselgut Ruhlsdorf bei Tel­tow zu feln. Vor kurzem wurde dort in einer Famille bas 18. Kind geboren; gestern aber trug sich noch ein btel selteneres Ereignis zu: die Frau des Kutschers Benz gebar das 25. Kind. Die Mutter ist eine statt­Itche Frau, Anfang der vierziger Jahre. Es leben zehn threr Kinder, unter denen sich zwet Zwillingspaare bee finden. In einer anderen Famille des Rieselgutes Ruhlsdorf wird dieser Tage der 18. Erdenbürger er­wartet.

Der Räuberhauptmann von Smyrna. Daß es unter der Herrschaft des Halbmondes noch eine Räuberzunft gibt, wurde den Europäern durch das Verschwinden des Jugenteurs Richter nur zu gut ins Gedächtnis gerufen. Aber je wetter man nach Osten kommt, desto üpptger scheint die Gaunerpoefte zu blühen. Was ist diese olympische" Bande z. B. gegen Tschattröscht, den Räu­berhauptmann von Smyrna"! Tschaftröscht ist ein Herr­tcher; er treibt von retchen Leuten oder Gemeinden Trt­But ein, läßt die Männer eines Dorfes plötzlich antreten ind, weil ein Angeber unter ihnen ist, zehn Leuten den Kopf abschlagen usw. Aber er schenkt auch armen Mäd­chen ein Heiratsgut und sorgt auf seine Art für das öf­fentliche Wohl. Als z. B. in einem Dörfchen eine neue Brücke vonnöten war, bestimmte er, daß ein gewisser retcher Türke die Kosten von 20 000 Mark zu tragen habe. Und da seine Aufforderung fruchtlos blieb, ent­führte er den Mann mitten aus der Moschee, erhteft 40 000 Mart Lösegeld und ließ die Brücke bauen.

Eine Dollarprinzessin als Schmugglerin. Auch eine Dollarprinzessint hat jetzt in Neuvort erfahren müssen, daß nichts so fein gesponnen ist, daß es nicht an das Licht der Sonne kommt. Vor zwei Jahren hatte sie auf einer Europareise in Paris Juwelen im Werte von 1 600 000 Mart gekauft, die sie unverzollt in ihr Heimat­land gebracht hatte. Ein Teil dieser Juwelen war thr nun vor einigen Wochen gestohlen worden. Man las in den Zeitungen vom Diebstahl und erfuhr, wie die Schmuckstücke ausgeschen hatten. Auch der Zolleinneh­mer Loeb von Neuyork erfuhr das, und als er die Bollregister nachsah, fand er, daß die beschriebenen Schmucksachen nicht verzollt waren. Statt der gestoh­Ienen Juwelent erhielt die Dollarprinzessin eines Tages etne Anklage wegen Schmuggelet. Durch Zahlung einer Sunrme, die fast dem Wert der vor zwei Jahren ge= kauften Edelsteine und Schmuckgegenstände gleichkom­men soll, gelang es thr schließlich, die Zollbehörde zur Burückziehung des Strafantrages zu bewegen.

Die geprellten Freier.

Tragikomische Erlebnisse schilderten gestern vor der 7. Berliner Straffammer zwei Zeugen, die beide eine Millionen erbin hatten freien wollen und dabet arg enttäuscht worden waren. Der auf der Anklage= bant sigende Gegenstand threr Hetratslust war ein hochgewachsenes, mit verführerischen Reizen keineswegs verschwendertsch ausgestattetes Mädchen, das den gut­bürgerlichen Namen Sack führte. Die beiden Zeugen, etn Kaufmann Paul H. und ein Töpfermeister G., lernten besagtes Fräulein Sack unter dem Namen Margarete von Szamory kennen. Herrn H. wurde dieses Glück in einem Konzertlokal zutell, während Herr G. auf einem populären Ball in die Neze des Fräulein von Szamory geriet. Sowohl Herr H. wie auch Herr G. find bereits verhetratet gewesen, haben sich aber von ihren respek­tiven Gattinnen scheiden lassen. Troßdem waren ste nicht abgeneigt, sich aufs neue mit Hymens Rosenketten zu beladen, nachdem Margarete von Szamory ihnen verraten hatte, was für eine glänzende Bartte sie set: Eine Million in bar, deponiert bet etner Bank in No­stock, ein Rittergut bet Rogasen, große Biegeleten in der Nähe von Rathenow usw. bringe sie ihrem Erkore­nen als Morgengabe mit in die Ehe, dabet bestße sie ein Herz voller ungestillter Liebessehnsucht. S. und G. wa­ren bezaubert.

Ste bewarben sich sofort um Gunst und Hand der Millionenerbin und erzielten einen vollen Erfolg: Gunst wurde ihnen noch desselbigen Tages zutell, die Hand erhielten sie für später zugesichert. Man rüstete alsbald zur Verlobung, und in der zwischenzeit durf ten die Bräutigams der Dame thres Herzens allerlet Gefälligkeiten erweisen. Es wurde ihnen gestattet, HD­telrechnungen zu bezahlen, Wäsche zu kaufen, Geschenke in bar zu machen und anderes mehr. Auf den Ge­banken, daß die angebliche Margarete von Szamory flunfern könnte, kam weder Herr H. noch Herr G., ob­wohl ihre gemeinsame Braut sozusagen faustdicke Lit­gen auftischte. Mit welcher Dreistigkeit das junge Mäd­chen auftrat, geht daraus hervor, daß Margarete von Szamory" Herrn H. veranlaßte, mit ihr nach Stettin zu fahren, um eine Vermögensstreitigkeit zu erledigen, und threm Ritter Telegramme schickte, in denen der Generalleutnant von Szamory dem glücklichen Bräu­#gam in Verfen gratulierte. Ein andermal führte sie thn zu einem Rechtsanwalt und erteilte diesem in Ge­genwart thres Bräutigams Prozeßvollmacht zu einer Klage gegen ihre selbstverständlich auch adlige Tante, die angeblich Sachen ihrer Nichte nicht herausgeben wollte.

Als die S. eines Tages flagte, fie fühle sich von threr Verwandtschaft verfolgt, dte sie entmündigen las­fen wolle, ging Herr H. flugs mit seiner Dame zu einem Medizinalrat, um sie auf ihren Geisteszustand unter­fuchen zu lassen. Dieser erklärte, die junge Dame set anscheinend ganz normal, um aber ein sicheres Gutach­ten abgeben zu können, sei eine sechswöchige Beobach­tung erforderlich. Hierzu hatte die S. aber keine Net­gung. Nach längerer Bett hatte sich die phantasiebegab­te Maid in thr Lügengewebe aber doch so verstrickt, daß das ganze Kartenhaus zusammenbrach. Ste wurde in Haft genommen und unter Anklage gestellt.

In der Verhandlung beantragte der Staatsanwalt gegen die wegen gleichartiger Delikte bereits vorbe­ftrafte Angeklagte drei Jahre Gefängnis für die Hoch­stapeleien und vier Wochen Haft für die unberechtigte Führung des Adelsprädikats. Der Gerichtshof erkann­te auf sieben Monate Gefängnis.

Ueber die Katastrophe des Parseval

in Hannov.- Münden geht dem Hannov. Cour." der Bericht eines Augenzeugen zu, in dem folgendes aus­geführt wird:

Als ich am Tage der Katastrophe gegen 12 thr mittags den Festplat betrat, hatte das Publikum die Umzäunung des Landungsplazes umgestürzt. Das Wetter schien durchaus günstig. Die Luft war fast ruhig. Nachlässig hielten im Grafe liegende Männer dte zit

beiden Seiten des vorderen Luftschiffes angebrachten Haltetaue, als plöblich einige windstöße famen, welche den Ballon hin und her schwanken ließen und die Geister mehr und mehr aufzurütteln begannen; denn es zeigte sich, daß der von Münden her talabwärts wehende Wind, dem der Ballon völlig preisgegeben war, stärker wurde, und daher alle Aufmerksamkeit er forderlich war, um das Höhensteuer bei den Abwärts­neigungen des Schiffsvorderteils vor dem Aufschlagen auf den Erdboden zu bewahren. Alle Bemühungen was ren aber bei dem bölgen Charakter des Windes vers gebens. Zunächst wurde das Steuer nur etwas ver­bogen, dann aber ein eisernes Gestänge zweimal an derselben Stelle geknickt, so daß das Eindringen der Stange in die Ballonhülle befürchtet werden mußte. Schließlich wurden auch andere Teile des Steuers be­schädigt.

Schneller als erwartet werden konnte, nahte nun das Unglück. Das Hanftau, mit welchem der Bal Ion vorn und zur Seite, hter von Menschenhänden, dort durch die Verankerung gehalten, befestigt war, zerriß, und nur ein kräftiger neuer Windstoß wäre erforderlich gewesen, das Fahrzeug völlig den Elemens ten pretszugeben. Die große Gefahr erkennend, zog der Monteur die Reißleine. Flimmernd sah man das Gas entströmen, und unter grotesken Forment sant der eben noch so stolze Ballonkörper kraftlos zu Boden. Mit erhobener Stimme forderte gleichzeitig der eine Monteur das Publikum auf, den Festplatz zu ver­Tassen; man leistete der Aufforderung aber feine Folge. Plötzlich ertönte ein explosionsartiger knall. Eine gewaltige Feuer- und Rauchsäule wälzte sich an der Unglücksstelle zum Himmel empor, und dehnte sich, vom heftigent Winde getrieben, nach dem Festplatz zu aus. Es war, als wenn ein feuerspetender Berg plöts Itch seine Gluten entfendet und die Bewohner der nahen Ortschaften in angstvolle Flucht gefagt hätte! Unter Schreckensrufen stob das Publikunt, darunter zahlreiche Schulfinder mit ihren Lehrern, nach allen Seiten aus einander. Während dieser pantkartigen Flucht, und während die lodernde Flamme das Gebild von Mens schenhand" in einen Haufen Asche verwandelte, leterte die Orgel eines Karussells unausgesetzt ihre fröhlichen Weisen.

Einen der Monteure sah man weinend vor Schmerz über das Unglück am Boden liegen. Hätte man doch am Abend nach der Landung das Luftschiff an eine geschitt tere Stelle gebracht, wie man dies ursprünglich auch beabsichtigt hatte. Ueber die Entstehungsursache wird fich faum ein bestimmtes Urteil fällen lassen. Möglich ist, daß durch das Herausstreichen des Gafes mit der Hand aus der mit Gummt durchsetzten Seldenhülle des Ballons ein elektrischer Funke entstanden ist, der sofort die Entzündung des gefährlichen Knallgases herbeige­führt hat.

Das Luftschiff P. 5" ist im Jahre 1910 in Bitterfeld gebaut worden. Im ganzen hat das Luftschiff 150 Fahr fen vollendet, ohne jemals wesentlichen Schaden er­litten zu haben. Im Jahre 1910 allein haben 400 Per­sonen mit dem P. 5" Fahrten unternommen, die Insgesamt sich über eine Strecke von 2200 Kilometern ausdehnten. In diesem Jahre unternahm der P. 5" auch eine Retse nach Amsterdam, wo er wiederholte Aufstiege glücklich absolvierte. Der V. 5" hat eine Länge von 40 Meter, einen größten Durchmesser von 8 Meter, einen Fassungsraum von 1600 Subikmeter und eine größte Elgengeschwindigkeit von 35 Kilometer in der Stunde. In der Gondel konnten bei jedem Aufs stieg insgesamt 5-6 Personen befördert werden.

Drabtnachrichten und neuestes.

Die Fortsetzung des Deutschen Rundfluges. Münster, 28. Junt. Hier sind heute früh zum Fluge nach Cöln gestartet um 4,08 Uhr Lindpaintner und um 4,30 Uhr Vollmöller. Lindpaintner mußte bet dem Dorfe Appelhuesen eine Notlandung vornehmen, weil der Zylinder des Motors beschädigt war. Voll möller nahm bet Havigbeck eine Landung vor, um sich zu orientieren. Bet der Landung wurde der Propeller beschädigt und mußte repariert werden.

Bielefeld, 28. Juni. König ist um 4,15 Uhr aufgestiegen. Er überflog in dichtem Nebel den Teuto­burger Wald und landete schließlich in Bielefeld. Da der Nebel jede Orientierung unmöglich machte, fonnte der Flieger den Flugplatz nicht auffinden und landete in der Schillerstraße, einer Vorortstraße von Bielefeld. Von der Kieler Woche.

Eckernförde, 28. Junt. Heute morgen 8,05 Uhr begannen die Wettfahrten von Eckernförde nach Kiel, an der auch der Meteor teilnahm. Die Jacht Jduná mit der Kaiserin und der Prinzessin Vittoria Luise an Bord folgte den übrigen Jachten nach Kiel.

Bom Blizz getötet.

Görlig, 28. Juni. In Bergen bei Hoyerswerda wurden durch einen Blitzschlag in einer Wohnung eine 78fährige Frau und deren 28jähriger Enkel getötet und andere Familienmitglieder betäubt.

Eine Spionageaffäre in Frankreich. Paris, 28. Juni. Blättermeldungen zufolge find in Chalon sur Marne zwei Personen und hier ein Handlungsagent verhaftet worden. Weitere Ber­Haftungen sollen bevorstehen. Ueber die Affäre wird zunächst noch tiefes Stillschweigen bewahrt.

Handel und Verkebr.

Frankfurt, 26. Juni. Viehmarktpreise vom 26. Junt Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen: a) vollflets fchige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt( Lebendgewicht) 50-55 M,( Schlachtgewicht) 91-95 M, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Le= bendgew.) 46-49 M,( Schlachtgew.) 83-89 M, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete ( Lebendgew.) 42-45 M,( Schlachtgew.) 77-83 M. B. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchst. Schlacht­wertes( Lebendgew.) 44-48 M, Schlachtgew.) 79-86 Mark, b) vollfleischige, ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgem.) 43-46 M, ( Schlachtgew) 80-83 M, c) 1. wenig gut entwickelte jüngere ühe( Lebendgew.) 36-41 M,( Schlachtgew.) 67-76 M, 5) mäßig genährte Kühe und Färsen( Le­bendgew.) 30-34 M,( Schlachtgew.) 60-68 M, e) ge­ring genährte Kühe u. Färsen( Lebendgew.) 23-26 M, ( Schlachtgew.) 52-59 M. Kälber: a) feinste Mast= ( Vollmilch- Mast) und beste Saugtälber( Lebendgew.) 57-61 M,( Schlachtgew.) 95-102 M, b) mittlere Mast und gute Saugkälber( Lebendgem.) 52-56 M,( Schlacht­gew.) 88-95 M, c) geringe Saugkälber( Lebendgew.) 48-50 M,( Schlachtgew.) 81-85 M. Schafe: Stallmast­schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Le­bendgew.) 41-42 M,( Schlachtgew.) 86-88 M, b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M. Schweine: a) vollfleischige M,( Schlachtgew.) Schweine von 80-100 g. Lebendgewicht( Lebendgew.) 46-48 M,( Schlachtgew.) 60-62 M, b) vollfleischige Schweine unter 80 kg. Lebendgew.( Lebendgew.) 45-47 Mart,( Schlachtgew.) 58-60 M, c) vollfleisch. Schweine von 100-120 kg. Lebendgew.( Lebendgew.) 46-48 M, ( Schlachtgem.) 58-60 M, 5) vollfleischige Schweine von 120-150 g. Lebendgewicht( Lebendgew.) 45-47 M. ( Schlachtgew.) 57-59 M.