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Weshalb England einlenkt.

Am beutigen Montag hält Sir Edward Grey im englischen Unterhaus seine große Rede über Englands auswärtige Politit. Verschiedene Anzeichen deuten da­rauf hin, daß sie friedlich sein wird. So haben die jüngste Rede Lloyd Georges in Bath und die des Unterstaats­fetretärs des Kriegsministeriums Oberst Seely in New­castle die öffentliche Meinung auf Friedensschalmeten vorbereitet. Der letztere erklärt geradezu, daß das große Exposee Greys dem Frieden förderlich sein werde. Er führte wetterhin aus, es set wesentlich, daß England freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland unterhalte, und betonte, daß der Liberalismus stets friedensfreund­lich gewesen set. Hinter diese lettere Behauptung wird man angesichts der Machenschaften der englischen Ne­gierung während des letzten Sommers etn großes Fragezeichen machen dürfen, aber jedenfalls tst diese Phrase gutgemeint, und immerhin ist anzuerkennen, daß es auch in der jetzigen liberalen Regierung nicht an Männern fehlt, die stets für ein friedliches Neben­einanderleben von England und Deutschland eingetreten find. Zu thnen gehört vor allem der Kriegsminister Hal­dane, der von der Deutschenheze vielleicht von allen eng­Itschen Staatsmännern am wenigsten angekränkelt ist.

Lloyd George ist in seiner Rede in Bath auf die in­ternationale Lage nur wenig eingegangen. Gleichwohl fanden sich auch in seinen Ausführungen friedliche Töne. So, als er mit Bezug auf das Frauenstimmrecht er­flärte: Wenn die Frauen durch ihr Wahlrecht uns vor dem Unglück eines fünftigen Arteges retten würden, so würden sie ihr Wahlrecht vor Gott und den Menschen rechtfertigen. Die Frauen Englands sollten darauf ach­ten, daß Europas Gefilde nicht mit dem Blut threr Söhne getränkt werden. Das klang wesentlich anders als dazumal, und man kann sich danach schon ein unge­fähres Bild davon machen, auf welchen Ton die Greysche Rede im Unterhaus abgestimmt ist.

Ein Urteil über Deutsch- Kongo.

Der französische Bischof Augouard, der seit 34 Jahren die französische Missionstätigkeit am Kongo let­fet, sollte als Sachverständiger in einer Kommission des französischen Ministeriums der auswärtigen Angelegen­hetten das an Deutschland abgetretene Gebiet als ein fast unzugängliches Sumpfland bezeichnet haben. Bischof Augouard erklärt nunmehr öffentlich, daß er niemals derartiges gefagt, daß man vielmehr seine Worte ein­fach ins Gegenteil verkehrt habe. Der Bischof bellagt den Verlust der abgetretenen Kongostücke auf das lebhafteste. Ueber das" Sumpfland" bemerkt Bl= schof Angouard wörtlich: Dieses Gebiet ist nur in dem Tett, der an den Kongo und an den übhangt grenzt, fumpfig; sonst enthält es-letder!- viel festes Land, erhöhte Täler und wirkliche Gebirge eine stark be­völkerte Gegend, deren Ueberlassung an Deutschland für Frankreich einen Jahresverlust von drei Millionen an Steuern und Zöllen bedeutet."

Wenn also jest die englischen Staatsmänner, die noch jüngst die lautesten Rufer im Streite waren, plöß= fich von Friedensliebe überfließen, und ihnen das Wort lieblicher denn Honig von den Lippen träufelt, so haven wir natürlich keinen Grund, in die Aufrichtigkeit ihrer Reden irgend welchen Zweifel zu sezen. England will den Frieden, es will auch wieder bessere Beziehungen zu Deutschland herstellen. Das glauben wir ohne wet­feres; aber nicht weil es Str Edward Grey und Lloyd George sagen, sondern weil England augenblicklich keine Aussicht hat, einen Dummen zu finden, der für John Bull die Kastanien aus dem Feuer holt. Diese Tatsache alletn, nicht die schönen Worte der englischen Staats­männer, bitrgt für die friedlichen Absichten Albions. Wir können uns auch auf die freundschaftlichen Gefühle Englands felfenfest verlassen, solange nicht neue po­fittiche Ereignisse eintreten, die England die Möglich­feit bieten, mit mehr Erfolg als im lesten Sommer ge­gen Deutschland einen Schlag zu fithreit.

Deutschlands Kriegsbereitschaft.

Rundschau oom Cage.

Politisches.

Der Kaiser ist am Sonntag nachmittag nach herz­Itcher Verabschiedung von dem Fürsten zu Fürsten­berg, dessen Familie und den Gästen im Sonderzug von Donaueschingen nach Moschen in Schlesien abgereist. Ein zahlreiches Bublikum bereitete dem Katser bet der Ab= fahrt lebhafte Kundgebungen.

Als Termin für die Auflösung des Reichstags ist, wie die Militärpolit. Korresp." versichern zu fönnen glaubt, Mittwoch, der 6. Dezember, in sichere Aussicht genommen.

Unsere glänzende wirtschaftliche Entwicklung feterte der württembergische Ministerpräsident Weizsäcker in einer Rede bei der Eröffnung einer Eisenbahnlinie. Er sagte darin: Wte in Württemberg, so sehen wir in Deutschland blühende Industrie, fortschreitende, zum Tell glänzende wirtschaftliche Entwicklung. Kann man darauf auch für die Zukunft rechnen? ich sage fa, dank der Tatkraft des Volkes und dank der zielbewußten und ebenso entschlossenen, als besonnenen deutschen Po­Ittif."

Das Luftschiff Schwaben" tann die Wetterfahrt von Gotha nach Frankfurt a. M. vorläufig nicht antre ten. Während seiner Fahrt von Berlin nach Gotha er litt es durch Regen und Rauhfrost eine starke Eisbela stung. Man hofft es bis Montag von seiner Eislaft be freien zu können, so daß dann die Weiterfahrt angetre ten werden könnte.

Eine neue Eichordnung ist nach einer Meldung der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" auf Grund des § 19 der Maß- und Gewichtsordnung vom 30. Mai 1908 von der Kaiserlichen Normal- Eichungskommission un­ter dem 8. November dieses Jahres erlassen worden, die demnächst im Reichsgesetzblatt" veröffentlicht und am 1. April 1912 in Kraft treten wird.

Ueber die Cölner Luftschiffmanöver wird vom Sonnabend gemeldet: Das Zeppelinluftschiff und das Groß- Luftschiff vollführten nachmittags Uebungsfahrten Bemerkenswert war eine Höhenfahrt des Zeppelinluft­schiffes, das sich über Cöln in Schleifen bis auf etne Höhe von 1300 Meter Hinaufschraubte.

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Drei Schiffbrüchige, Kapitän Luhring und seine 15­jährige Tochter sowie ein junger Mann, alle deutscher Nationalität, wurden Sonnabend nachmittag von einem Dampfer in den Hafen von Shields in England ge bracht. Ihr Fahrzeug, ein kleiner Zweimaster, war 14 Meilen von Helgoland am Freitag frith gescheitert und die drei Insassen wurden noch zur rechten Beit aus einem kleinen Boot geborgen.

Nach dem Genuß von Käse erfrankten in Altona eine Chauffeurfrau und ihre drei Kinder unter schweren Vergiftungserscheinungen. Der Käse war aus einer Mofferet bezogen.

Der Wahlaufruf des Dentschen Kriegerbundes wird in der Barole" veröffentlicht. Es heißt in demt Aufruf u. a.:" In den Kriegervereinen darf auch zu Wahlzeiten von den Unterschieden der bürgerlichen na­tionalen Parteien und ihrer Bekämpfung untereinan­der keine Rede sein. Jeder Kamerad ist vollkommen fret, innerhalb dieser Partelen sich zu betätigen und zu wählen, wie und wen er will. Von allen unseren Ka­meraden aber erwarten wir, daß sie im Geiste des Krie­gervereinswesens bei den bevorstehenden Wahlen als patriottsche Staatsbürger fich betätigen, daß ein jeder den Kampf gegen die Sozialdemokratie unbetrri durchführt sowohl bet der Hauptwahl wie bei den Stichwahlen. Ein jeder Kamerad tue seine Pflicht als treuer, monarchisch gesinnter und vaterlandsliebender Staatsbürger. Gehe ein jeder zur Wahl, zur Haupt­wahl wie zur Stichwahl, und betätige sich dort im Sinne des Wahlspruches der Kriegervereine: Für Kai­ser und Reich!"

Von einer hochgestellten militärischen Persönlich= felt wird der Militärisch- Politischen Korrespondenz" geschrieben:" In Verbindung mit den Erörterungen über die afute Kriegsgefahr des Hoch- und besonders des Spätsommers erscheint es nüßlich, darauf hinzu­wetsen, daß unsere leitenden Stellen in Heer und Ma­rtne andauernd auf die Möglichkeit des plöblich aus­brechenden Konfliktes abgestimmt waren. So haben fich it. a. die Bewegungen der Hochseeflotte in ſte= ter Verständigung mit den führenden Staatsmännern vollzogen; thr Verschwinden zit kritischer Zeit in die Ostsee spricht laut für den starken Willen Deutschlands, bts zum äußersten den Frieden zu erhalten, denn die englischen Absichten und die Möglichkeit eines Ausbruchs der Feindseligkeiten ohne vorhergehende Kriegserklärung waren uns vollauf bekannt. Ebenso wissen wir, daß ganz neuerdings gewisse Neu­befezungen in den Fachressorts des Londoner Flotten­amts lediglich als auf die Beschleunigung einer- wet­terhin denkbar gebliebenen- Mobilmachung hinarbet­tend zu deuten sind. Unsere festgefügte militärische und diplomatische Maschinerie hat in der Konfliktszett die Belastungsprobe voll und ganz bestan­den. Es haben das Auswärtige Amt, das Reichtsma­rtneamt, der Admiralstab, das Kriegsministertum, der Generalstab der Armee, das Reichsschabamt und das Präsidium der Reichsbank in engster Fühlung zuet­nander gearbeitet. Der Führung des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes sind die anderen Instanzen stets und mit vollem Vertrauen gefolgt. Man ist ge rade in militärischen Kreisen immer davon überzeugt gewesen, daß eine wirklich offene, alle politischen Fra­gen der letzten Monate rückhaltslos aufklärende Aus­prache, wie sie jetzt in der Budgetkommission erfolgt ft, die Richtigkeit der Klderlenschen Bolitik vor dem Bande erweisen würde."

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Ans Eifersucht.

Roman von Mar Hoffmann.

( Nachdruck verboten.) Mallmth schüttelte mit dem Kopf. Sagen Sie mal, Baben Sie denn schon einmal über die Rolle nachge­bacht, die der junge Marleben in der Sache gespielt haben könnte?"

Bardekow sah ihn erschrocken an. Wie meinen Ste

das?"

Die Aussperrung von 60 000-70 000 Metallarbets tern in Groß- Berlin, die für nächsten Donnerstag an­gekündigt ist, wird sich schwerlich abwenden lassen. Die Barteten stehen scharf einander gegenüber und feine ist zu Friedensverhandlungen bereit. Die Leitung der Streitbewegung in der Damenmäntelfonfektion erwar tet für heute wiederum eine umfassende Arbeitsnieder­legung.

Einzug des Winters. In der Nacht auf Sonntag fant die Temperatur in Berlin auf zwei Grad unter Null. Wie aus Ilmenau gemeldet wird, sind durch starten Raubfrost die Telegraphen- und Telephonvers bindungen zum größten Teil unterbrochen. Auf den Bergen liegt der Schnee 20-30 3entimeter hoch. Im rheinischen Industriegeblet trat in der Nacht zum Sonn­tag starker Schneefall ein, der bis Mittag anhielt.

Ein hervorragender japanischer Staatsmann, Graf Komura, ist am Freitag in Tofto gestorben. Komura hat als Minister der auswärtigen Angelegenhetten den denkwürdigen Frieden von Portsmouth, der den Krieg zwischen Japan und Rußland im Jahre 1905 beendete, mit dem russischen Minister Witte abgeschlossen. Ko­mura war ein Freund des englisch- japansichen Bünd­nisses, für dessen Stärkung er noch in einer seiner letzten Reden eintrat.

Du mein Gott, zum Nachdenken retzt doch die Sache immerhin. Sie wissen doch, daß der junge Herr vor vier oder fünf Jahren nach Amerika ging und zwar gleich nach der Verheiratung seines Vaters? Mir fchwant so etwas, daß da eine Eifersuchtsszene voraus­gegangen sein wird. Na, und sollte diese gegenseitige Etfersucht so ganz erloschen gewesen sein, als dieser kräf= fig herangewachsene junge Mann wiederfam?" Ungeheuerlich, ungeheuerlich!" murmelte

Kommissar.

der

Kleine Nachrichten.

Vermischtes.

Riesenschwindel mit lebenden Leichnamen". Der Sohn eines russischen Offizters, Sigismund Poplawskt, wurde in Petersburg verhaftet. Er hatte bet zahlret­chen Lebensversicherungen in Neuport Lebensversiche­rungen abgeschlossen, indem er Schwerkrante als Vers sicherungsnehmer unterschob und nach threm Tode die Versicherungssumme in Empfang nahm. Dasselbe Ex­periment war ihm auch mit der Versicherung seiner Frau gelungen. Poplawskt war eben damit beschäftigt, in Finnland einen Bekannten mit achtzigtausend Mart zut versichern, als der lebendige Leichnam" entlarvt wurde. Die Gesellschaften find um viele hunderttausend Mark geschädigt worden.

Eine Typhusepidemie ist in dem rheinischen Orte Ohlias ausgebrochen. Etwa 22 Personen liegen 3. 3. tranf darnieder. Man nimmt an, daß die Epidemie auf den Genuß von Brunnenwasser zurückzuführen ist. In­folgedessen find die Brunnen volizeilich gefperrt worden.

Ste benehmen sich ja wie ein richtiger Angstmeter, Heber von Bardekow. Ich meine ja auch nicht gerade, daß er es selbst getan haben soll, aber er könnte doch Immerhin die Hand dabet im Spiele gehabt haben."

Unterschlagungen eines Poftunterbeamten. Ein in Kottbus beschäftigter Bostunterbeamter wurde verhaf­tet. Er hat Bostsendungen unterschlagen, die dann in größeren Mengen in seiner Wohnung vorgefunden wurden.

Der Kommissar krazte sich hinter dem Ohr: Ich möchte aber dem Herrn von Scharffenstein nicht mit diesem Verdacht kommen. Ich glaube, er hat so wie so schon eine Pike auf mich, well ich ihm viel zu viel mit diesem Doktor in den Ohren liege."

Gin folgenschwerer Betriebsnnfall wird aus Ober­schlesien gemeldet. Zwischen den Eisenbahnstationen Bezdany und Bodbrodz überfuhr eine Lokomotive et­nen Revisionswagen, in dem sich vter höhere Beamte befanden. Alle vier Insassen des Revisionswagens wur­den getötet.

Dann werde ich es übernehmen, den Alten auf biese Spur zu verweisen."

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Deutschlands Luftflotte. Zurzeit sind in Deutsch­land 17 Motorluftschiffe in Betrieb, von denen elf im Besitz der Heeresverwaltung, sechs in Privathänden sind. Durch den Hinzutritt von im Bau oder im Umbau befindlichen Luftschiffen, die bis Ende dieses Jahres be­triebsferita sein sollen, erhöht sich die Gesamtzahl aller deutschen Luftschiffe auf sechsundzwanzig. Unter ihnen werden verschiedene Systeme, am meisten natürlich Zeppelin, Parseval und das System des Militärluft­schiffes, vertreten fein. Gegenübeer dieſem äußerst gün­stigen Stand unserer Luftschiffahrt verfügt Frankreich im ganzen nur über zehn, Desterretch- Ungarn über vier Lenkballons. Rußland hat fünf, Spanten und Italien besitzen je zwei Luftschiffe. Frankreich hat dagegen mit seinen zahlreichen Flugzeugen einen erheblichen Vor­sprung.

Herr von Scharffenstein brummte eines Tages unwirsch vor sich hin, daß sich diese Untersuchung des Falles Marleben immer mehr in die Länge ziehe, ohne bis jetzt irgend ein Ergebnis gezeitigt zu haben. Und dabei seten doch alle Umstände aufs sorgfältigste erwo­gen und geprüft worden!

,, Gut, tun Ste das, Herr Assessor! Wenn aus der Sache etwas wird, können Sie meiner Unterstützung ficher sein."

Es sollte sich für Mallmiz bald Gelegenheit finden, fein Vorhaben auszuführen.

Mallmiz, der mit seinem Vorgesetzten allein tm Zimmer war, ließ die Feder sinken, strich mit Daumen und Zeigefinger der Linken seinen Schnurrbart aus­einander und bemerkte: Sehr sorgfältig, allerdings! Ich glaube, manchen Dingen ist sogar ein viel zu gro­ßes Gewicht beigelegt worden."

Die Geometrie des Tanzens. Ein englischer Sta­tistiker hat berechnet, daß ein Walzer in dem üblichen Tempo und der gebräuchlichen Dauer für eine Tänze­rin gleichbedeutend ist mit einem Marsche von einem Kilometer. Auch die Länge" anderer Tänze hat er fest­gestellt. So ist z. B. ein Bolta gleich 800 und ein Ma­zurka gleich 900 Metern. Eine Quadrille hat sogar die Länge von 1110 Metern. Die durchschnittliche Fortbe­wegung einer Tänzerin im Verlaufe eines Balles ist auf sage und schreibe 45 Kilometer zu veranschlagen, fe= doch bringen es hauptsächlich wohl nur vielumworbene Schönen zu dieser stattlichen Leistung. Leidenschaffliche Tänzerinnen sollen sogar noch diesen Rekord schlagen. Das erste Telegramm ans Spitzbergen. Wie der B. L.-A." aus Chriftiania meldet, konnte die Insel Spizbergen in der Nacht auf den 24. November zum erstenmale auf telegraphischem Wege mit der Welt in Verbindung treten. Der Generaldirektor der Norwegt­schen Telegraphen Heftye empfing am Freitag früh die erste Depesche, die um 1 Uhr 45 morgens nach einer norwegischen Station abgesandt und von dort wetter­telegraphiert worden war. Das Telegramm besaate, der Betrieb tönne teßt jederzeit eröffnet werden. Alle auf Spißbergen Anwesenden seien bei bester Gesundheit, das Leben set trop Finsternis und Kälte sehr gemütlich.

Wieso?" fragte der kleine Herr barsch. " Ja, sehen Ste, Herr Rat, da sind zum Beispiel diese Spuren, die sich dort damals fanden und die aus­gemessen und sogar durch Gipsabguß festgelegt worden sind. Da waren Fußspuren und außerdem noch Spu­ren von einer Stange."

" Ja," fiel der Untersuchungsrichter lebhaft ein, und diese letteren sind es eben, die uns rätselhaft geblieben sind und auch zu bleiben scheinen."

Warum soll man sich darüber den Kopf zerbrechen, Herr Rat? Könnte es nicht einfach Schwindel sein?" " Was für ein Schwindel?"

Ich meine, diese Spuren sind nur gemacht, um die Untersuchung irre zu führen. Irgend ein Mensch hat sich große Stiefel angezogen und ist da langgestapft, wobei er mit einem dicen Knittel beständig aufge­stoßen hat. Das sollte dann so aussehen, als wenn der Täter über das Gitter entschwunden ist. In Wirklich­fett aber saß er ruhig im Hause."

Der Untersuchungsrichter sah thn mit zusammen­gefniffenen Augen fast drohend an. Dann ruckte er mit dem Kopf zum Zeichen, daß der Sprecher wefterreden möge.

Herr von Scharffenstein lochte turz auf. Mas Ba= chen klang hart, metallisch, fast verächtlich. Und das Geld?" fragte er. Wo ließ Frizz von Marleben das Geld?"

" Jawohl," fuhr Mallmit stegesgewiß fort, er faß tm Hause und legte sich ungestört schlafen."

Mallmiz bekam einen Ruck. Donnerwetter! Wte schnell ihn dieser alte Knurrhahn durchschaute! Na, umso besser! So brauchte ers nicht erst selber aus­zusprechen.

Das Geld?" erwiderte er gedehnt. Das wird er betseite geschafft haben. Darauf brauchte er bei seiner glänzenden Position ja keinen Wert zu legen."

Und da murkste er nun seine Stiefmutter ab, nach­dem sein Vater gestorben war?"

" Der Alte kann ja vor Schreck dabei gestorben setn. Und welchen Grund sollte der Sohn gehabt ha­ben?" Eifersucht, Herr Rat! Pure Eifersucht!" Herr von Scharffenstein wiegte sein Haupt, und aus seinem scharfgeschnittenen Gesicht blitzte ein dolchartiger Blick zu dem jungen Mann hin. Er füllte bedächtig je­des Nasenloch mit einer Brise, und dann kam wieder sein hartes Lachen. Ste meinen, aus Eifersucht macht man seine Sttefmutter tot, wenn man feinen Grund dazu hat, eifersüchtig zu sein? Werter Herr Assessor, ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ein guter Turist vor allen Dingen ein guter Psychologe sein muß. Ste haben aber in diesem Augenblick ein recht mäßiges Talent dazu gezeigt."

Mallmis wurde bleich und richtete sich auf seinem Stuhl trokig gerade.

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Na, na, nichts für ungut, werter Herr Assessor! Nur nicht empfindlich sein, das ist für einen angehenden Staatsanwalt teine brauchbare Ware! Sehen Sie, tch habe ja meinen trifitgen Grund dazu, Ihren Vermut tungen nicht bloß skeptisch, sondern direkt ablehnend ge genüberzustehen. Und zwar einen handgreiflichen Grund. Was meinen Ste dazu?"

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