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Herr mehrmals über seine Glaze( la lune der Mond) und sagte zu thr:" Na, das Wort endigt mit dem franzö schen Wort fitr Stadt!" Doch auch dieses drastische Nach belfen schien zunächst nicht zu helfen. Da plötzlich glaubte die Dame, den Namen gefunden zu haben, und platte heraus:„ Schweinsschädel!" Der Herr Examinalor soll zunächst ein etwas wunderliches Gesicht gemacht haben. Indes fonnte auch er sich der Komit der Situafton nicht entziehen, und es gelang ihm nicht völlig, bet der großen historischen Entdeckung des Friedens von Schweinsschädel ernst zu bleiben.
Lynchjustiz in Kroatien. In Karlstadt in Kroatien ereignete sich ein Fall grausamſter Lynchjustiz. Im Dorfe Ribnit, einem Vorort von Karlstadt, tamen sett Wochen Brände vor, ohne daß man die Brandstifter hätte erwischen tönnen. Dieser Tage fanden nun die Ortsbewohner in einem Haine einen wandernden Handwerksburschen, den natürlich niemand kannte und der daher allen verdächtig vorfami. Der Verdacht wurde noch ärger, als man sich mit dem Fremden nicht ver ständigen fonnte. Es war fein Zweifel: man hatte den geheimnisvollen Brandstifter vor sich. Die Menge, zum größten Teile aus Frauen bestehend, warf sich wütend auf den Gesellen und prügelte ihn, bis er bewußtlos Itegen blieb. Dann errichtete man einen Scheiterhaufen und warf den vermeintlichen Brandstifter, nachdem man ihn in Reisig und Stroh eingepackt hatte, mitten in die Flammen. Der Unglückliche verbrannte lebendigen Leibes. Wie die Untersuchung ergeben hat, war er ein harmloser tschechischer Wandergeselle.
Die beanstandete Korfeltbiifte. In einem Korsettgeschäft in der Leipziger Straße in Berlin war eine le= bensgroße Wechsfigur ausgestellt, die, mit Korsett und Unterrock befleidet, die Fabrikate der Firma wirkungsvoll demonstrieren sollte. Anfang dieses Monats erhielt nun der Geschäftsinhaber ein anonymes Schreiben aus Beuthen, worin gegen die Büste protestiert wurde. Der Geschäftsinhaber ignorierte diese zuschrift, die Folge aber war, daß die große Spiegelscheibe des Geschäfts in einer der nächsten Nächte zertrümmert wurde. Der geschädigte Geschäftstinhaber hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.
Rechtsabteilung bildert weltere Glteder des umfang reichen Apparates. Auch hier wieder Direktoren, vortragende Räte und ständige Hilfsarbeiter. Dazu Män ner der Wissenschaft, Geographen, Historifer, Militärattachees und andere, ferner ein halbes Dutzend Erpedienten", darunter Geheime Hofräte, sofräte, Herren, die ihren Doktor gemacht, und solche, die den Charakter als Konsul oder Vizekonsul besigen. Dann ein Bibliothefar, ein Dugend Geheime Kalkulatoren, ein Zentralund Depeschenbureau mit einem Dußend Beamten, ein Chiffrierbureau mit dreißig Personen und die GeheimRegistratur, die Geheim- Kanzlet und die Legationskasse, insgesamt mit 130 Köpfen.
Eine ungeheure Wafferkatastrophe ist über Serres, einer Station der Linie Saloniti- Konstantinopel, he reingebrochen. Der an der Stadt vorüberfließende Raf sustfluß, der seit Jahren immer mehr verschlammt und dessen Niveau im letzten Jahre allein um dret Meter gestiegen ist, hat durch gewaltige Regengüsse die unteren Stadtteile überflutef. Das Unheil brach über Nacht herein. Innerhalb einer Stunde standen in den unteren Quartieren der Stadt die Gebäude bis zum ersten Stockwerk unter Wasser. Die Bevölkerung hatte das Neujahrsfest gefetert und lag in tiefem Schlaf. Alles stürzte unbekleidet in wilder Flucht in die oberen Stockwerke. Furchtbare Szenen spielten sich ab, da überall undurchdringliche Finsternis herrschte. Von allen Setten drangen die Hilferufe aus den oberen Stockwerfen hervor. Bet Tagesanbruch zeigte sich die Katastrophe in ihrer ganzen Furchtbarkeit. Die vorhande nen Rähne waren fast alle durch die Fluten fortgerisfen. Die wenigen übrigen vermochten nur einem verschwindend kleinen Teil der Hilfesuchenden die notwendige Nahrung und Kleidung zu bringen. Die Zahl der Toten wird groß sein. Hauptsächlich werden viele Kinder vermißt. Außer Menschen, welche sich auf die Dächer und die oberen Stockwerke retten konnten, sind alle Lebewesen in den unteren Stadttetlen den Fluten zum Opfer gefallen.
Wiederaufbau der abgebrannten Viertel Konstan= tinovels. Die türkischen Behörden verhandeln augenblicklich mit den holländischen Ingenieuren, die das " Haus aus einem Guß" zum ersten Male in Haarlem aufstellten, über die Errichtung von 20 000 solcher Säuser in den abgebrannten Vierteln Konstantinopels. Die gegossenen Häufer werden so hergestellt, daß ein etfernes Gerippe errichtet und mit einer hölzernen Form umgeben wird. Die letztere wird dann mit Beton gefüllt.
Es ist bekannt, daß vor allen anderen Ministerten die Arbeitslast im Auswärtigen Amt am größten ist. Wie es schon zu Bismarcks Zeit war, so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben. Das„ Sich verzehren im Dienste des Vaterlandes" gilt nicht allein für den Reichskanzler, den Staatssekretär und den Unterstaatsfetretär, sondern für alle diese Beamten bis herab zu den unscheinbarsten. Wichtig und verantwortungsvoll ist hier der Dienst für jedermann. Hinzuweisen ist nur auf den Depeschen- und Chiffrierdienst. Das Chtffrieren und Dechiffrieren ist eine Arbeit, welche die höchste Aufmerksamkeit, Uebung, Gewissenhaftigkeit und Spannkraft verlangt. Vorsteher dieses Bureaus ist ein Geheimer Hofrat. Daß infolge der Marokkosache erst recht mit Dampf" im Auswärtigen Amt gearbeitet ward, bedarf faum der Versicherung. Und doch ließ die ruhige äußere Physiognomie nicht erkennen, daß im politischen Schachspiel ein besonders lebhafter Kampf entbrannt war.
Vom Manöver. Leutnant A.:„ Daß Kamerad sich so Leut auf den Nafttag bet dem Gutsbefiber freuen?"- nant B.: Bin nun mal so ein Mensch. Mir is' was wie ein Vorgesetzter." Vorgesetztes immer Iteber,
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Der Betrieb im Auswärtigen Amt.
Wenn der Kaiser reist.
Nene Vorschriften über Eisenbahnreisen des Kaisers.
der spanischen Marine gebaut aut werden pflegt. Wean hielt denn auch im allgemeinen nicht allzu viel von den Schiffen der Liberte"-Klasse, deren Baupläne obendrein mehrfach geändert worden sind.
Nach der Explosion.
Das Rettungswerk an Bord der Liberté" gestaltet fich außerordentlich schwierig. Der Marinepräfeft hat Befehl gegeben, die Planken des Schiffes zu durchfägen um mit allen Mitteln zu versuchen, etwa noch ant Bord befindliche Lebende oder Verletzte aut retten. Unt ter einem Tisch wurde mittelst einer Stange ein Opfer hervorgeholt. Jedoch konnte man nur den eingetretenen Tod konstatteren. Hierauf fand man einen Unterofftsier, es war jedoch nicht möglich, thn au bergen, da er mit dem Kopf zwischen Schiffstrümmern und Eisenteilen eingeklemmt war. Verschiedene Leichen sind vollständig verkohlt aus dem Innern des Schiffes geborgen worden. Viele Matrosen wurden durch die umber fliegenden Granatsplitter vollständig zerrissen, sodaß es unmöglich war, ibre Persönlichkeit festzustellen. Die noch teberlebenden sind völlig geistesabwesend und können nur geringe Einzelheiten über die Katastrophe geben. In der Arsenalkapelle in Toulon, wo gerade gestern die beim sitngsten Versuchsschießen an Bord des Kreuzers Gloire" getöteten 9 Matrofen aufgebahrt lagen, sind die fitr die Beförderung der Leichen der " Liberté" erforderlichen zahlreichen Tragbahren aufge ftellt. Der Eindruck in diesem Raume ist berzzerreißend. Man brachte einen Toten, dessen Arme eine Leiter fest umflammert hielten, mit dieser Leiter in die Kammer. Unmittelbar darauf trug man den auf einen Mast aufgespießten Rumpf eines anderen Matrosen berein. Und so folgte ein furchtbar verwundetes Opfer nach dem anderen.
Zur Erhöhung der Sicherheit des Kaisers auf setnen Eisenbahnreisen find den Eisenbahndirektionen er neut„ Vorschriften über die Reisen Allerhöchster und Höchster Herrschaften" zugegangen, die zum Teil bereits bestehende Verordnungen wiedergeben, zum Teil Neuerungen enthalten. Zur Sicherheit des Kaisers ist folgendes bestimmt: Die Sonderzüge des Kaisers müssen außer einer selbständigen Bremseinrichtung stets noch eine besondere 3ugleine aufweisen, damit jederzeit ein Aufsichtsbeamter des Sonderzuges die Möglichkeit hat, ein Notsignal zu geben. Eine Begegnung des fatferlichen Sonderzuges mit anderen Bütgen( gemischte Büge und Güterzüge) ist auszuschließen, wenn es sich um eine freie Strecke handelt. Wenn ein katserlicher Sonderzug aber mit einem anderen Zuge auf der Strecke oder auf einer Statton freuzen muß, oder etnen anderen Zug überholen will, dann sind alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen; außerdem muß der Lokomotivführer darauf achten, daß wäh rend der Zeit der Vorbeifahrt des fatserlichen Sonderzuges starkes und geräuschvolles Dampfablassen oder Qualmen der Lokomotive vermieden werden muß. Die Wagen, in denen der Kaiser oder die tatferliche Familie fährt, dürfen nicht unmittelbar hinter dem Schubwagen laufen, sondern es ist aus Sicherheitsrücksichten darauf zu achten, daß diese Wagen mindestens vier Achsen von der Lokomotive entfernt sein müffen. Die Beamten müssen alle Verrichtungen so geräuschloß wie möglich machen. Weichenfrümmungen und gekrümmte Gleisstrecken müssen langsam befahren werden, um heftige Schwankungen des Zuges zu ver meiden, und um die Sicherheit der Fahrt zu erhöhen. Die Lokomotivpfeife darf nur in sehr geringem Maße wenn es unbedingt notwendig ist, gebraucht werden. Alle diensttuenden Beamten mitffen den Kaiser durch Abnehmen der Müze grüßen. Alle auf die Reisen des Kaisers bezüglichen Dienstordnungen und Mitteilungen müssen gehetmgehalten werden.
In den beiden Häusern Wilhelmsstraße 75 und 76 in Berlin arbeitet der Staatssekretär des Auswärtigen Herr von Kiderlen mit seinem Stab. Die dortigen Räume sind bevölkert durch ein Heer von Beamten. Das Haupt bildet die politische Abteilung mit einem Direktor, einem halben Dußend vortragender Räte und einigen Hilfsarbeitern. In ihrer Nähe Itegen auch die Empfangsräume für Diplomaten und andere hochstehende Personen. Lurus ist nicht entfaltet, wie denn alles das Gepräge solider Schlichtheit trägt. Die Personalien, ausschließlich derjenigen des diplomatt schen Dienstes, die Kassen-, Ordens- und einige andere Sachen werden in einer besonderen Abteilung behan delt. Die hardelspolitische Abteilung und die
Der führende Beamte stellte sich als Kommissar Weide vor und sagte mit teilnahmsvoll gedämpfter Stimme schlicht:„ Ich möchte den Tatort näher bestch Hgen, Herr von Marleben."
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,, Gewiß! Gewiß!" versetzte Friß und schloß die betden Türen auf.
„ Es handelt sich," fuhr der Kommissar fort,„ vorläufig darum etn Protokoll über den ersten Befund aufzunehmen. Die Untersuchungskommission ist von mtr beretts telephonisch benachrichtigt worden, und wir tönnen jederzeit den Untersuchungsrichter und den Gerichtsphysikus erwarten. Wann ist übrigens Ihr Herr Vater verstorben?"
" Das weiß ich nicht."
„ Aber ist denn der Arzt noch nicht benachrichtigt worden?"
Frit faßte sich an den Kopf." Herr des Himmels! Die schreckliche Sache hat mich alles pergeffen lassen, Ich werde sofort den Arzt, der meinen Vater behandelt hat, Herbetrufen."
Er tat es, und schon nach wenigen Minuten war Doktor Waldow, der ganz in der Nähe wohnte, zur Stelle. Er stellte feft, daß der Regierungsrat beretts In der Mitte der Nacht verschieden sein mußte. Und Ste metnen, Herr Doktor, daß er etnes natürItchen Todes gestorben ist?"
Die Katastrophe der„ Liberté".
Die Zahl der Opfer beschränkt sich, wie bereits gemeldet, nicht auf die Liberto", sondern betrifft auch die übrigen in der Nachbarschaft anternden Kriegsschiffe. Besonders hart betroffen wurden die„ Democratie", die Vérité", und die„ Republique", welch letztere awet schwere Vecke erhielt und sofort auf das Reparaturdock gebracht werden mußte. Das Kriegsschiff„ Foudre", Bas 3 Kilometer von der„ Liberté" veranfert lag, bat felnen befehlshabenden Offizier verloren. Dieser wurde auf der Kommandobritcke durch einen Granatsplitter getötet, zwei neben ihm stehende Matrosen wurden schwer verletzt. Bisher wurden 350-400 Opfer von der„ Lt berte" und etwa 100 von den anderen Kriegsschiffen ge zählt.
Die Zerstörung des Lintenschiffes Liberté" ist eine der schwersten Katastrophen, die überhaupt die Ges schichte aller Marinen kennt. Aehnlich verheerend wte 1898 die Explosion der amerikanischen„ Maine" im Hafen von Havana, wie die Vernichtung des russischen Panzers Petropawlowst" durch eine tapanische Mine vor Port Arthur und die Zerstörung des französischen Lintenschiffes Jena" im Frühjahr 1907 infolge der Erplosion zersetzter Pulvervorräte beweist ste, wte verhängnisvoll es werden kann und muß, wenn die prtmitivsten Sicherheitsvorkehrungen an Bord eines Kriegsschiffes, das solche Riesenmassen von Explosionsförpern mit sich führt, vernachlässigt werden. Mit der „ Liberté" verltert die französische Flotte etnes threr neuesten Lintenschiffe. Sie war ein Schiff etwas größer und stärker bewaffnet als unser 1904 vom Stapel gegangener Panzer„ Deutschland". Aber während an der " Deutschland" nur 26 Monate gebaut worden ist, hatte bte Liberté" und ihre Schwefterfchiffe" etne gewiffe Berühmtheit dadurch erlangt, daß fte 60 bis 72 Monate bis zu ihrer Fertigstellung gebraucht haben, fast fo lange, wie sonst an den nte fertig werdenden Schiffen
„ Daran kann nicht der geringste Bwetfel setn. Ich habe dem Herrn Regierungsrat gestern abend auf seinen ausdrücklichen Wunsch noch etné Morphtumetnfprtzung zur Linderung fetner Schmerzen machen müffen. Er verftel dann bald in einen wohltätigen Schlummer und ist während desselben jedenfalls einem Schlaganfall erLegen."
„ Und diese Tote hter?" Der Kommissar trat von der Durchgangstür, die von ihm und den belden Be( amten verdeckt worden war, zurück, fo daß die in threm
Blute schwimmende Frau jezt den Blicken des Arztes fichtbar wurde.
Doktor Waldow stuzte erschrocken. Dann beugte er fich tief nieder, seine Augen traten welt aus den Höhlen, seine Hände zitterten und seine Stimme flang fast röchelnd, als er sagte:„ Grauenhaft! höchft grauenhaft! Sie ist in den Hals gestochen- abgeschlachtet wie ein Tter!"
Es sah aus, als wenn er sich über die Dalfegende stitrzen wolle; aber der Kommiffar, der ihn scharf beobachtet hatte, hob thn empor und führte ihn zu einem Seffet.
Toulon, 27. September. Die Nachforschungen nach Leichen auf dem Wrack der Liberté" wurden bis in die Nacht binein fortgefeist. Man fand noch verschiedene furchtbar verstimmelte Körper sowie eine Anzahl menschlicher Ueberreste. Auch in einem wieder ge= hobenen Dampfer fand man eine unbekannte Leiche. Jm Spital erlagen gestern abend zwel Leute den erhaltenen Verlegungeit. Den ganzen Tag über spielten fich im Spital herzzerreißende Szenen ab, als Angehörige der Opfer tamen, um die Leichen noch einmal zit sehen.
„ Beruhigen Ste sich, Herr Doktor!" fagte er be stimmt. Allem Anscheine nach Itegt also ein Doppelmord nicht vor. Haben Sie auf irgend femand Verdacht, Sie auf tra Herr von Marleben?"
" Netn, auf niemand."
" Ich sehe dort einen Geldschrank. Er scheint unversehrt. Ift Geld dartn?"
Sovtel ich weiß, muß er dreißigtausend Mark ent" Könnten Ste thn einmal öffnen?"
halten."
" Metne Mutter pflegte den Schlüffel bet sich zu führen."
Greueltaten von Indianern.
Aus Mexiko kommen Meldungen über Greueltaten von Indianern, die an Weißen verübt wurden. Sie sind so entsetzlich, daß sie an die Zeiten der Unterwerfung der Indianer Nordamerikas durch die Union erinnern:
" Hm." Der kommtffar fühlte vorsichtig an dem Kleide der Toten entlang, richtete sich dann topfschütttelnb auf und sagte:„ In der fleinen Tasche des Nachtgewandes ist nichts enthalten. Wir müffent also die Garderobe der gnäbtgen Frau durchsuchen."
Neuyork, 27. September. Wie aus Merito ge= meldet wird, haben aufrührerische Indianer im Staate Las Chiapas am Sonnabend den etwa 4000 Einwohner zählenden Ort Chamula überfallen und geplündert. Die Indianer richteten in der Stadt ein Blutbad an. Sie sollen die Männer an das Kreuz geschlagen, Frauen und Kinder in barbarischer Weise hingeschlachtet, dann in die Luft geworfen und mit den Spitzen ihrer Lanzen anfgefangen haben. Die weiße Bevölkerung war machtlos.
Ehe er das tat, Iteß er fetne Polizeiblicke, denen nichts zu entgehen schien, noch einmal durch das 8tmmer wandern und rief:„ Halt! Das wird wahrscheinlich gar nicht nötig sein. Ster in der kleinen Schale auf dem Rauchtischchen Itegt etn merkwürdig geformter Schlüssel. Sollte das nicht der gesuchte setn?"
Er hatte thn ergriffen, pritfte damit an dem Schloß,
Drabinachrichten und Deuestes.
Selbstmord eines Schuhmanns.
Berlin, 27. September. Heute nacht hat sich der 31jährige Schuhmann Moll vor dem Königl. Schloß mit seinem Dienstrevolver erschossen. Der Beweggrund der Tat ist unbekannt.
Folgenschwere Kesselerplosion.
Berlin, 27. September. Die Rummelsburger Anilinfabrik A.-G. für Anilinfabrikation war gestern nachmittag der Schauplatz einer verheerenden Kesselexplosion. Gegen 3 Uhr flog plötzlich mit lautem Senall ein großer Kessel durch das Dach des Fabrikgebäudes in die Luft. Der Kessel ftitrzte dann mit großer Gewalt auf das Dach zurück, durchschlug es nochmals und blieb im Mittelgeschoß Itegen. Fünf Arbeiter famen dabet zu Schaden und wurden schwer verbrüht oder erlitten Knochenbrüche.
und es sprang sofort auf.
Mit einem Blick überschaute er die Sachlage.„ Aha! dachte ich mir's doch! Es ist ein Raubmord. Der Geldschrank ist leer!"
Auch Frizz war näher getreten und sah entrüstet dte leeren Fächer, wo gestern noch die Geldrollen und Banknoten gelegen hatten.
" Das Fenster tst nur angelehnt," stellte der Kommissar wetter fest. Der Täter, falls es nicht mehrere waren, ist offenbar hier hereingekommen und hat sich auf demselben Wege wieder entfernt. An dem Spalter des wilden Wetnes kann man ja bis zu dieser Hochparterrewohnung gelangen."
Er beugte sich hinaus.„ Da sehe ich ja auch in dem von dem Regen dieser Nacht aufgeweichten Boden deutItch die Fußspuren!"
Gletch darauf nahm er etne militärisch grüßende Haltung ein. Vom Gitter her vernahm man fefte Tritte. Der Untersuchungsrichter von Scharffenstein war soeben mit einem jungen Affeffor und dem Gerichtsarzt Dr. Guhlte aus einem Automobil gestiegen.
Frig empfing dte Herren an der offenen Tür, und etne turze, gegenseitige Vorstellung vollzog sich.
Der Kleine, barsche Serr von Scharffenstein mit dem dicken, grauen Schnauzbart, der unter der träftig gebogenen Nase bte Spuren häufig genoffenen Schnupf tabats zeigte, verneigte fich höflich und brudte Frth mit einem raschen, teilnehmenden Bild die Hand.
" Dort im Zimmer?" fragte er, nach dem Kranten zimmer wetsend, aus dem thm der Kriminalfommiffar entgegenkam.
Er wartete bte Antwort nicht ab, sondern schritt mit seinen Beglettern hinein.
( Fortsetzung folgt.)


