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Die Tripolis- Attion.

Nach in Berlin vorliegenden zuverlässigen diploma­Hfchen Nachrichten sind die militärischen und maritimen Vorbereitungen, die Jtalten getroffen hat, so start, daß es in Tripolis mit beträchtlicher Uebermacht auftreten fann. Es ist erklärlich, daß Italien nach frit­heren Mißgeschicken auf afrikanischem Boden sich feinem Mißerfolg aussehen will, und daß es seine in der Tür­tet vielleicht angezweifelte Stärfe gleich von vornherein zu entfalten wünscht. Jtalten scheint den rechten Au­genblick zu einer Betätigung an der Mittelmeerküste fritas gekommen zu glauben; wenn es nur Garan= tten von der Türket dafür verlangt, daß keine an­bere Macht in Tripolis sich festsezen darf, so wird die Berechtigung dieses Verlangens talten auch von sol­chen Mächten zuerfannt werden, bie zu weitgehen­der unterstützung nicht verpflichtet find. Alle Mächte haben ein Interesse daran, daß es nicht zu frie gerischem Konflikt kommt, und wirken wohl auch in biefem Sinne, denn die möglichen Konsequenzen eines Krieges zwichen der Türkei und Stalien für die Lage auf dem Baltan und damit für die europäische Situ­ation im allgemeinen liegen nabe.

Die Expedition Italiens.

Die Zensur wird in Italien scharf gehandhabt, so baß zuverlässige Meldungen über die Bewegungen der Flotte nicht an die Deffentlichkeit fommen. Trotzdem weiß man, daß ein Teil der italienischen Flotte bestimm ten Befehl erhalten hat, nach dem legäischen Meer in See zu gehen. Auch die Luftschiffe haben Befehl erhalten, sich in Syratus, der Aktionsbasis für die Er­pedition nach Tripolis, zu fonzentrieren. Dieselbe Or der ist den Aeroplanen erteilt worden, die sich bet den jüngsten Rundflügen so glänzend bewährt haben. Bis jetzt ist verfügt, daß acht Regimenter an der Expedition teilnehmen. Bereits vor einigen Tagen sind von der italienischen Heeresverwaltung sehr umfang­reiche Kriegslieferungen vergeben worden. Kriegsministerium bezahlt dafür außergewöhnlich hohe Preise, verlangt aber dafür sofortige Lieferung.

Maßregeln der Türket.

Das

Die türkische Regierung hat die demnächst zur Ent­laffung kommenden Marinereservisten bis auf weiteres im attiven Dienst der Flotte belassen. Diese Maß­nahme wird als erste Schutzmaßregel der Türket gegen die angekündigte italienische Aktion in Tripolis be-. trachtet.

Die Haltung Frankreichs.

Die Tripolisfrage drängt selbst die Marokkofrage In den Hintergrund. Es scheint sicher, daß Frankreich Italien in dieses neue gefährliche Abenteuer hinein­trieb, um eutschland Berlegenheiten zu bereiten. Schon jetzt weisen die Betfungen auf die fchwierige Stellung Deutschlands im Konflikte zwischen Italten und der Türket hin und hoffen auf den 3 u= fammenbruch des Dretbundes. In Paris wird geglaubt, daß Italien schwere Opfer an Menschen und Geld wird bringen müssen, bevor Tripolis erobert werden kann. Bielfach wird überhaupt der Steg Ita= Itens bezweifelt.

Vor der Entscheidung?

Der Großwesir wellte am Dienstag schon seit 7 Uhr früh auf der Pforte, wo schwerwiegende Entschet­bungen in der Tripoltsfrage fallen sollen. Mittags be­rief der Großwesir den Kriegsminister zu sich und be­rtet mit ihm mehrere Stunden. Darauf begann eine lange Unterredung des Großwefirs mit dem Minister der Finanzer und der frommen Stiftungen über die Frage der Bereitstellung von Geldmitteln für den äu­Bersten Fall.

Ueber die Maroffofrage verlautet heute offiziös: Die Tatsache, daß an dem am Montag abend vom Bot­schafter Cambon überreichten französischen Vertragsent­wurf über Marotto nach dem Wunsche des Staatsse­fretärs v. Riderlen- Wächter noch einige Aenderungen wesentlich redaktioneller Natur vorgenommen werden sollen, bedeutet höchstens eine Verzögerung des defini­tiven formellen Abschlusses um wenige Tage und stellt natürlich diesen Abschluß selbst in feiner Weise in Frage.

0 Rom, 27. September. Nach der Tribuna hat per ttaltenische Geschäftsträger in Konstantinopel ge­stern dem Großwesir eine sehr energische Note über­reicht, in der Jtalten gegen die Gefahr protestiert, der die italienische Kolonie in Tripolts durch den Fana­Hsmus der Muselmanen ausgesetzt fet. Die Note sagt, Italien werde die Entsendung türkischer Militärtrans­porte nach Tripolis als einen überaus schwerwiegenden Att ansehen.

Ein konservativ fortschrittliches Stichwahlabkom: men für Schlesien? Die fonservative Barteileitung Schlesiens bof nach einer Meldung der Frff. Stg." aus Breslau der Fortschrittlichen Volkspartei Schlesiens ein allgemeines Stichwahlabkommen für die ganze Provinz an. Die Antwort steht noch aus.

Vorschläge des Städtetages zur Tenerungsfrage. Der Vorstand des Deutschen Städtetages hat unter dem 19. September eine Eingabe an den Reichskanzler ge= richtet, in der rasche Maßnahmen gefordert werden, um etne für alle Voltstreise gefährlich lang andauernde Fleischteuerung bintanzuhalten. Als geeignete Wege zu diesem Ziel werden bezeichnet: Erleichte rungen der Einfuhr von lebendem Vieh aus unseren Nachbarländern, Ermöglichung, der Einfuhr von gefro­renem und gefühltem Fleisch, insbesondere aus Argen­tinten, die Einfuhr von Fleisch aus unseren Kolonien, ferner die Aufhebung der Einfuhrzölle auf Futtermit tel bis zur Behebung der Futternot und die Gewäh­rung weitestgehender Erleichterungen für den Trans­port von Futtermitteln. Schließlich stellt der Städtetag zur Erwägung, ob es nicht angezeigt ist, bei Eintritt weiterer Steigerungen zur Vermeidung eines schweren Notstandes auf Beft auch die Einfuhrzölle auf Vieh zu ermäßigen oder ganz aufzuheben.

Malta, 27. September. 3wet Schlachtschiffe und vier Torpedobootszerstörer, wie man annimmt, italie­nischer Herkunft, haben heute die Insel in der Nich­tung auf Tripolis passiert.

Rundschau vom Cage. Politisches.

Beim Kaiser zu Gast. Der Staatssekretär des Melchsmarineamts, Großadmiral von Tirpit, und der Chef des Marinkabinetts, Admiral von Müller, find ge Stern in Rominten eingetroffen. Sie werden einige Tage als Gäste des Kaisers dort bleiben. Diefe Fahrt des Staatssekretärs von Tirpitz wird, wie in der Bresse vermutet wird, mit dem Vorgehen des Borstan bes des Iottenvereins gegen das Netchsmarine­amt in Verbindung gebracht.

B)

Aus Eifersucht.

Roman von Max Hoffmann.

( Nachdruck verboten.)

Eine parlamentarische Behandlung der Marokko­frage. Wie verlautet, wird dem Reichstage das deutsch­französische Kongoabkommen zur Genehmigung vorge­Jegt werden, während das Berliner Protofoll über die Abmachungen in Maroffo dem Reichstage in Gestalt eines Weißbuches zur Kenntnisnahme zugehen wird. Man nimmt an, daß der Bundesrat das Kongoabkom­men bereits in der ersten Oktoberwoche beraten wird. Nach dem Abschlusse der Verhandlungen wird das Re­fultat amtlich bekannt gegeben werden.

Die Diakonissin raffte sich sichtlich zusammen. Nein, nein, Auguste! Ste wissen, daß die gnädige Frau das nicht leiden kann. Es wird schon gehen."

Sie erhob sich mit einem Seufzer, öffnete dann nach Jetsem Klopfen die Tür zum Schlafzimmer der Frau von Marleben und ging hinein.

Kein Ausnahmegesek genen die sozialdemokrati: schen Jugendorganisationen. Eine Tageszeitung hatte mitgeteilt, es feien Vorarbeiten im Gange zur Schaf= fung eines Reichsgefeßes gegen die sozialdemokratischen Jugendorganisationen, das die sozialdemokratische Agt­fation unter der heerespflichtigen Jugend verhindern folle. Wie der Juf." dazu aut zuständiger Stelle, unter Hinweis auf die vorfährige Rede des Reichskanzlers, in der die Stellung der Regierung zu Ausnahmegesetzen zum Ausdruck gekommen fet, mitgeteilt wird, ist von bieser Ansicht nichts bekannt.

1 Auguste blieb erwartungsvoll draußen stehen und Iauschte, ob ste nicht die Stimme der gnädigen Frau Hören witrde. Ihre Neuglerde, was da eigentlich vor­gefallen sein möge, war noch größer als ihre Angst.

Da aber hörte sie plötzlich einen gräßlichen Schret, fo schrill und gellend, daß es ihr durch Mark und Bein ging und ihr Blut in den Adern für einen Augenblick stockte. Bleich darauf wurde die Tür des Schlafzimmers aufgerissen und die Diakonissin kam mit den Anzeichen bes höchsten Entsetzens auf den Korridor geellt. Ste wäre zu Boden gefallen, wenn das Dienstmädchen ste nicht gehalten hätte.

Was Bitternd.

- was ist denn bloß, Fräulein?" fragte biefe

Die andere konnte nur unverständliche Baute her vorbringen. Sie wies schandernd nach dem Schlafzim mer und sagte dant:

Dada- grauenbaft

Was denn? Was denn?"

Lot!"

Wer ist tot? Der gnädige Herr?

Mein, nein! Ste!"

Was fagen Sie? Die gnädige Frau?"

Jal ermordet!"

Die Belgier tranen den europäischen Frieden doch noch nicht ganz. Könia Albert hat beschlossen, seinem Lande einen eigenen Mobiltfterungsrat zu ge­ben, der alle Pläne für eine dringende Verteidigung Belgiens ausarbeiten und zur ständigen Staatsinstt­tution erhoben werden soll. In der Mitte dieser Woche wird sich der Rat formieren, in dem der König selber den Vorsitz führt.

Kleine Nachrichten.

Aussperrung in der westfälischen Zigarrenindustrie. Der Westfältsche Bigarrenfabrikantenverein beschloß, am 30. September den organisierten Arbeitern zu fün­digen, wenn die Streifenden bis zum 28. September die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben. In Be­tracht kommen 7000 Arbetter.

Wie ein Hefer Schlag traf dieses Wort das Dienst äbchen, to ble beiden bebenden, fich ängstlich an nander flammernden Gestalten überhörten in threr

Minuten Dauer, wobei fie eine Höhe von 820 Metern erreichte, einen neuen Weltreford für Fliegerinnen auf. Die Milchsverre in München fann als abgewendet gelten. Ein unter dem Vorsitz des Ministers des In­nern zusammengetretenes Schiedsgericht ſetzte für die Produzenten den Milchpreis auf 17 und 16% Pfennig für Winter und Sommer fest. Die Produzenten hatten 18 Pfennig pro Liter gefordert.

Wieder ein Spionagefall. In Germersheim wurde ein aus Mannheim stammender Kaufmann unter dem Verdacht der Spionage verhaftet und ins dortige Ges richtsgefängnis eingeliefert. Er soll einen Artilleristen zu bestechen versucht haben, um von ihm die Ausliefe­rung eines Geschosses zu erhalten.

Auf

Billige Kartoffeln für Eisenbahnbedienstete. Veranlassung der Eisenbahndirektion Berlin soll eine große Anzahl Waggons Kartoffeln unter Umgebung des Zwischenhandels direkt von Landwirten bezogen und dies Lebensmittel tunlichst billig an Eisenbahn­beamte abgegeben werden.

Der Kommandeur des Luftschifferbataillons in Reinickendorf, Major Groß, wird am 1. Oktober von seiner bisherigen Dienststellung enthoben und als Kom mandeur des neu zu bildenden Luftschifferbataillons Nr. 3 nach Cöln versetzt. Als sein Nachfolger wird der bisherige Major vom Stabe des Luftschifferbataillons, Major Sperling. bezeichnet.

Der Kongreß der Internationalen Gesellschaft für Chirurgie wurde gestern in Brüssel unter dem Ehren­vorsitz des Minister des Innern eröffnet. Zwefund­zwanzig Länder sind vertreten, darunter Deutschland ut. a. durch Prof. Sonnenburg( Berlin).

Volkswirtschaftliches.

Das Mädchen vom Lande. Ausgedehnte statistische Erhebungen haben einen Ueberblick darüber ermöglicht, in welcher Weise die große Zahl der noch immer im steigenden Grade vom Lande in die Großstadt abwan dernden Mädchen dort ihr Fortkommen finden. nach fand die größte Zahl in der Industrie als Da­Lohnarbeiterinnen Unterkunft. Davon waren in Spin nereien etwa 150 000 Mäbchen und in der Tabakfabri fation 52 000 beschäftigt. Als Wäscherinnen und Plät­terinnen fanden 8300 Frauen ihren Lohn, von denen allerdings ein nicht geringer Teil sich häuslichen Dien ſten zuwandte. Ein sehr großer Teil der vom Lande zugewanderten Mädchen fand als Verkäuferin nen im Warenhandel Stellung. Dabei betrug das Durchschnittsgehalt nur 60 Mark monatlich, wovon der ganze Unterhalt bestritten werden mußte. Die günstig­sten Arbeitsbedingungen erlangten die Mädchen in der Bahl ven 210 000, die sich dem häuslichen Dienst widmeten. Von ihnen gelangte auch ein ziemlich gro Ber Prozentsag zur Selbständigkeit, durch Uebernahme eines fleinen Verkaufs von Lebensmittelwaren. Ein nicht geringer Prozentsatz verheiratete fich auch. In der Gesundheits- und Krankenpflege fanden 75 000, in Gast- und Schankwirtschaften 167 000 Unterkunft.

In den Londoner Docks sind neue Unruhen aus­gebrochen; 500 Arbetter sind ausständig. Die Lage fcheint ernster zu werden. Die Vertreter der Arbeiter erklären, daß die Docketgentitmer es unterlassen, dem tm legten Strette vom Schiedrichter gefällten Spruch nachzukommen.

Der Weltrekord einer Fliegerin. Gestern stellte auf dem Flugplatz Johannistal die Fliegerin Fräulein Beese durch einen Flug mit einem Passagier von 140

furchtbaren Erregung ganz, daß die Korridortüre ge­öffnet wurde und Fritz eintrat.

" Was ist?" fragte er ernst. Was war das für ein Schret? Ist Papa-"

" Nein, nein, die Frau!" stöhnte die Diakonissin und włes nach der Tür. Meine Mutter?" fragte Fris erbleichend und öffnete weit die Tür. Dann trat er hinein, während die beiden Mädchen scheu folgten.

-

Er mußte feine ganze Kraft zusammennehmen, um bet dem Anblick, der sich ihm bot, seine Faffung zu behalten. Denn dieser war dazu angetan, auch den stärk sten Mann niederauschmettern.

Vermischtes.

Verweigertes Obdach. Wir lesen in der Landes­zeitung für beide Mecklenburg:": Prinz Oskar war an einem Tage des Kaisermanövers auf einem Patrouil lenritt mit einem anderen deutschen Prinzen( wahr­scheinlich Prinz Albert von Sachsen- Weimar) von seiner Truppe abgekommen. Sie fehrten spät abends auf ei nem zu Mildeniz gehörigen Ausbau ein in der An­nahme, hier übernachten zu können. Doch ein Quar tier wurde ihnen nicht gewährt, obwohl sie in beschet­dener Weise nur um Stroblager gebeten hatten. Das rauf hielten fie um etwas Futter für ihre Pferde und einen fleinen Imbiß für sich selbst an. Aber auch soweit reichte die Gastfreundschaft und die Soldatenliebe des Besizers nicht. Nur einen Trunk Kaffe hielt er ihnen in einer Blechkanne vor. Nun sollte es weitergehen. Aber wohin in der Dunkelheit; zumal der Weg durch einen Wald führte. Um nur die Soldaten los zu wer den, anb der Besitzer ihnen feinen Sohn als Fibrer mit. Mit diesem fnüpften die beiden Brinzen ein Ge spräch an. Schließlich gaben sie ihm auf, feinem Vater zu sagen, er hätte den Prinzen Oskar und noch einen anderen deutschen Prinzen vor sich gehabt. Als dies der Sohn zu Hause erzählte, sagte der Alte: Wenn ta dat wüßt har, denn har'ns jo of minetwegen" hier blieben fünnt." Als die Prinzen durch den Wald fa­men, saben sie ein anderes Gehöft, wo sie dann Auf­nahme fanden.

An der Verbindungstür vom Schlafzimmer der Frau nach dem Krankenzimmer Tag im Nachtgewand mit aufgelöstem Haar halb auf dem Rücken Frau von Marleben. Das schneeige Gewand war mit Blut be spritzt, und eine große Blutlache brettete sich um Kopf und Hals aus.

Ach, unsere arme, Itebę Frau!" Jammerte das Dienstmädchen und wollte dienstetfrig nähertreten, um Die Tote aufzuheben. Aber Frth hielt sie zurüd.

Rühren Sie ste nicht an!" befahl er. Sier in dem ganzen Bimmer darf auf keinen Fall trgend etwas ver ändert werden, ehe nicht bie Boltzet ben Tatbestand aufgenommen hat. Aber warum hören wir denn gar nichts von Papa?"

Er überschritt vorsichtig den Leichnam und bat dann mit tränenerfitater Stimme die beiden Mädchen, vom Rorridor aus ins Krankensimmer au tommen.

Regierungsrat von Marleben Tag tot in feinem Bett, Seine verglasten, halboffenen Augen starrten aus brudsloß gerade aus, feine Fäuste waren trampfbaft geballt, und zwischen den Augenbraunen zeigten fich wet fefe fentrechte Balten, wie bet jemanden, der au frgend einer schweren Tat felne ganze Kraft aufammen­raffen muß.

Die japanischen Rothschilds. Mitsu ist der Name der glücklichen Familie, die man mit Recht die japant schen Rothschilds nennen kann. Gleich diesen waren

auch sie vor anderthalb Jahrhunderten noch in fleinen Verhältnissen; hente aber besitzen sie ein Vermögen von mehr als einer Milliarde Franfen. Bollfommene Einig­feit nach außen hin soll auch die Stärke der Mitsu ge­wesen sein; wie die Rotschilds heiraten auch sie nur untereinander. Die Familie ist durch ganz Japan ver­streut, der Hauptsitz befindet sich in Tokio. Die Mitsit beherrschen eine große Anzahl japanischer Banken, viele Industriegesellschaften und die bedeutendsten Eisenbahn­und Schiffahrtslinien Japans. Außerdem ist die japant sche Elektrizitätsindustrie in ihren Händen. Noch in den letzten Jahren haben die Mitfu viele Millionen gewonnen, so vor allem auf der Insel Sachalin. Vor dem russisch- tapanischen Krieg hatte Rußland die Fischereirechte auf diefer Insel um 1500 Rubel ver­pachtef; als nun nach Friedensschluß die Südhälfte der Insel in Japans Befis fam, erwarben die Mitsu die Fischeretrechte und eratelten in einigen Jahren einen Ueberschuß von 17 Mill. Franken.

Die Dame im Eramen. In diesen Tagen fand in Berlin die Reifeprüfung für Damen statt. Sterbet er eignete sich der folgende amüsante Swischenfall. Der Examinator fragte eine Dame nach dem Frieden, durch welchen der zweite Roalitionskrieg beendet wurde. Die Dame schwieg; sie wußte es nicht. Namen Luneville hinzulenken, strich sich der gutmütige Um fie auf den

" Ster ist eine furchtbare, dunkle Tat geschehen", fagte Frizz dumpf." Nehmen Sie sich zusammen, Au­guste, ellen Ste sofort zur Boltzet und teilen Sie dort fura alles mit! Wir selbst tönnen jetzt nichts wetter tun, als abwarten, was die behördlichen Organe feft­stellen werden."

Damit drängte er die beiden weiblichen Personen aus dem Zimmer hinaus und schloß die beiden Türen ab.

Nachdem das Dienstmädchen fich entfernt hatte, führte Fritz die ganz gebrochen erscheinende Diakoniffin auf ihre Stube und ging mit auf dem Rücken gelegten Händen nachdenklich auf dem Korridor, der von der Küche her durch ein Fenster erhellt wurde, auf und ab. Mehrere Male blieb er unschlüssig vor dem dort an gebrachten Telephon stehen, trat aber immer wieder schen zurück. Endlich nahm er den Hörer ab und drehte bie Kurbel zum Anruf. Er ahnte nicht, daß drinnen die Diakoniffin troß ihrer Ergriffenheit das Ohr fest an die Tür gelegt hatte und alle seine Worte deutlich belauschte:

Hier Fritz von Marleben! Kann ich Miß Moles­worth sprechen? Ja! Guten Morgen, Itebe Felicia! Etwas Furchtbares! Nein! Ich fann es Dir garnicht gleich mitteilen. Mach Dich auf alles gefaßt!

-

Ja, tomm nur so schnell wie möglich hierher! Du wirst dann alles Nähere erfahren.

auf Wiedersehen!"

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Er atmete auf und begann wieder seine rastlose Wanderung hin und her.

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Endlich die verstrichene Belt war thm wie eine Ewigkett vergangen tam das Dienstmädchen in atem­Loser Hast wieder, und ihr folgte auf dem Fuße etn hochgewachsener Polizeikommiffar, begleitet von zwet ftattlichen Polizisten.

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