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zur Erhöhung der Betriebssicherheit oder Wirtschaftlich­tett bettragen, erhalten.

Ueberschwemmungskatastrophe in China. Durch etn Ueberfluten der Gewässer des Tung- ting- Sees in der Provinz Hu- nan wurde eine riesige Ueberschwem­mung veranlaßt, zahlreiche Häufer find fortgeschwemmt worden. Menschen und Vieh sind zu Hunderten umge fommen. Regengüsse und Stürme dauern fort. Not­stand und Teuerung sind eingetreten. Aus der kaiser= Itchen Schatulle wurden 180 000 Mart zur Unterstützung gesandt.

Wie man in Paris badet. Die Stadt Paris leidet zurzeit fehr an Waffermangel, und vorsorglich hat der hochweise Magistrat von Mitternacht bis 8 Uhr mor gens die Lettungen gesperrt. Um so anerkennenswerter fit es darum, daß die bret großen Schwimmhallen dem Publikum geöffnet bleiben. Aber auch hier erzieht die Stadt ihre Bürger zur Sparsamkeit. Niemand darf länger als eine halbe Stunde im Wasser bleiben, da manchmal bis zu 3000 Schwimmbadbenußer an einem Tage gezählt wurden. Wie aber ist eine Kontrolle mög Itch? Diese Methode ist sehr einfach. Man teilt nach feder halben Stunde Bettel von einer anderen Farbe aus, und zwar hat man drei verschiedene Farben; auf diese Art haben die Aufseher eine ziemlich leichte Kon­trolle. Es dürfen niemals mehr als zwei Farben unter den Badenden vertreten sein. Nach einer halben Stunde erscheint allemal ein Posaunenbläser und ermahnt durch fetne mustfaltschen Bemühungen die Schwimmer zum Rückzug. Voraussetzung für die Kontrolle ist natür lich, daß alle diese ihre farbigen Billetts möglichst sicht­bar an threm Körper angebracht haben, wobei sich der Erfindungsgeist der Badenden ebensogut wie die Ge­schmacksrichtung eines jeden zit offenbaren pflegt.

Die Ursache des Unglücks von Müllheim. In ba dischen Eisenbahnerfreisen ist man der Ansicht, daß das Unglück von Müllheim auf ein Versehen des verhaf= teten Lokomotivführers Platten zurückzuführen ist. Blatten hatte am Tage der Katastrophe zum erstenmal einen neuen Dienst. Bisher hatte er den D- Rug Nr. 11 ab Basel 7 Uhr 43 Min. geführt, der in Müllheim nicht hält. Durch Dienständerung haffe er den Ellzug Nr. 9 erhalten, der in Müllheim um 8 Uhr 29 Min. eintrifft und um 8 Uhr 30 Min. wetter fährt. Der alte erprobte Führer scheint während der Fahrt vergessen zu haben, daß er den Eilzug Nr. 9 und nicht den D- Bug Nr. 11 führte. Kurz vor der Station wurde er fich des Vergehens bewußt; doch war es bereits zu spät.

Die Viehtransporte haben unter der Hize erheb­Itch zu leiden. In Crimmitschau langte, aus Preußen tommend, ein Transport von 78 Schweinen auf dem Güterbahnhof an. Infolge der Site waren 18 Schweine verendet. Auf Bahnhof Corbetha sind infolge der Hibe etwa 300 Läuferschweine verendet. In Barmen sind in­folge der großen Size von einem Hamburger Schweine­transport 58 Stück auf dem Schlachthof verendet ange= kommen.

Ein musikalisches Wunderkind. In Tegel bei Ber­Iin ist eine kleine Wirtschaft, die ein etwas alters­schwaches Klavier aufweist. Daran feben, wie die B. Morgenp." mitteilt, die Gäste häufig ein Bürschlein von dret Jahren siben, das mit seinen fleinen dicken Batsch­händchen die Tasten meistert. Wenn es ihm gerade nicht paßt, spielt das kleine Kerlchen mit jener müden un­willigkeit, die man bei elavtervirtuosen nicht allzu sel­ten antrifft. Aber nicht allein durch Launen beweist der kleine Mann sein Talent, sondern auch durch wirk liches Können. Denn wenn er Lust hat, und das ist immer der Fall, wenn sein Vater, ein besserer Dilet= tant auf der Geige, thn beglettet,- dann gletten feine Finger über die Tasten, dann hält er den Taft so sicher, dann spielt er sogar mit Ausdruck und Charakter, daß es eine Lust ist. Der Kleine ist das jüngste von fünf Kindern des Wirtes Hermann Mülle Er spielt, na= titrlich ohne Unterricht, alles nach der Gehör, was er einmal gehört hat.

いり

Der auferstandene Tote. In der bosnischen Ort­schaft Zvornik ereignete fich fitrzlich ein ebenso aufre= gender, wie unerklärlicher Vorfall, der aber von zahl­reichen Augenzeugen als tatsächliches Vorkommnts ver­bürgt wird. Der Landwirt Ljubomir Rakic war fürz­lich im Alter von 40 Jahren nach eine kurzen Kran­fenlager einem Lungenleiden erlegen. Der Tote lag auf der Bahre, und die Frauen, die mit der Witwe am Sarge gebetet hatten, verließen am Abend das Toten­gemach, wobei ihnen die Witwe das Gelette gab. Wer beschreibt aber das Entseßen der Frau, als ste in das Zimmer zurückkehrte und den Leichnam thres Gatten nicht mehr im Sarge fand. Schretend und ihrer Sinne faum mächtig, flüchtete die Frau aus dem Zimmer und alarmierte die Hausbewohner. Das ganze Haus wurde Subhne daß der Tote zum Vorschein gorom i men wäre. Endlich hielt die bedauernswerte Frau auch im Garten Nachschau. Da fand sie ihren verstorbenen Gatten, angetan mit dem weißen Sterbegewande, in­mitten der Gemüsebeete auf dem Boden Itegen. Er gab kein Lebenszeichen, doch waren seine Augen, die er im Sarge geschlossen gehabt hatte, fest weit geöffnet, und die Gesichtszüge zeigten eine schmerzliche Verzer­rung. Es unterlag keinem Zweifel, daß Rakic nicht tot war, als man ihn in den Sarg legte. Er war zum Bewußtsein gekommen, hatte den Sarg verlassen und war in den Garten gegangen. Erst nach diesem letzten Aufflackern trat der Tod wirklich ein, dessen Anzeichen der herbeigerufene Arzt tett ohne feden Zweifel fest­stellen konnte. Die Witwe Ratic wurde durch das er­schittternde Erlebnis auf das Krankenlager geworfen. Was Hotels in Monte Carlo verdienen. Daß man in Monte Carlo zu Geld kommen kann, so oder so, tst allgemein bekannt. Gine wie goldene Ernte aber speziell die dortigen Hoteliers alljährlich abzuhalten pflegen. beweist wieder einmal die Bilanz des besonders von Berlinern aufgesuchten Hotel de Paris et Anneres in Monte Carlo. Diese Gesellschaft, deren Betriebskapital 1300 000 Fr. beträgt, hat nach dem Conf." im Ge­schäftsjahr 1910 einen Nettogewinn von 1541 290 ( gegent 1 049 199 Fr. im Vorfahre) erzielt. Nun ist die Dividende von 80 Fr. auf 100 Fr. erhöht worden auf fede Aktie von 100 Fr. nom. Gewiß ein gutes Geschäft!

r.

Nach dem Buchstaben des Gesetzes. Von einem französischen Friedensrichter, der es anscheinend mit dem Buchstaben des Gesetzes so genau nimmt wie we­nige feiner Berufsgenoffent, weiß der Gaulois" ein wahres kleines Geschichtchen zu erzählen. Ein braver, biederer Friedensrichter, dessen Saare das Alter schon gebletcht hatte, führte die Verhandlung gegen einen Bauern, der schuldig war, die gefeßlichen Vorschriften über die Reinigung von Schornsteinen und Kaminen mtßachtet zu haben. Infolge seiner Nachlässigkeit war in seinem Hause Feuer ausgebrochen, und das ganze Befigtum ging in Flammen auf. Im Laufe der Ver­handlungen kommt es zu folgendem Gespräch: Der Richter fragt: Also du selbst hast das Feuer im Ka­min angemacht?"" Jawohl, Herr Richter." das Feuer hat sich nicht durch einen Zufall selbst ent­zündet?"" Es war sehr falt und wir wollten uns nach der Rückkehr von der Feldarbeit wärmen." Und du wohntest in dem Hause?"- Gawohl, Herr Richter, wir hatten fein anderes, meine Frau und meine Kin­der. Wir haben das Haus nte verlassen, ebensowenig wte etnst mein Vater." Der aute Richter wird blaß

Also

und traurig, er schlägt im Strafgesetzbuch nach, und dann erklärt er mit Tränen des Mitleids in den Augen: " Mein armer Freund, ich fann da nichts machen, das Gesetz ist streng und deutlich, und es zwingt mich dazu, dich zum Tode zu verurteilen. Paragraph 434 des Straf gesetzbuches verurteilt jedes Individuum zum Tode, das fchuldig ist, mit Ueberlegung in einem bewohnten Hause Feuer angelegt zu haben." Glücklicherweise blieb dem armen Bäuerlein die Guillotine erspart, denn in der Berufungsinstanz wurde dieses gefeßliche Todesur teil" ohne weiteres sofort aufgehoben.

Der Galgenhumor des Selbstmörders. In der Nähe von Stendal fanden Holzhauer im Walde, fast unter dem grünen Laub versteckt, inmitten der Zweige einen Toten an einer Eiche hängen. Der gutgekleidete Unbekannte, über dessen Persönlichkeit man völlig im Unflaren ist, trug nichts weiter bet sich als eine stark abgegriffene Reisekarte Deutschlands, auf deren Rück­sette er die Worte geschrieben hatte: Was mir im Le­ben nicht gelang, im Tode solls mir gelingen: Ich kom me auf einen grünen Zweig. Begrabt mich, wo ihr wollt. Ein Heimatlofer.

Von der Schmiere. Die fitr heute angefagte Vor­Stellung der Jungfrau von Orleans" muß leider aus­fallen, da die hiesige Feuerwehr zwecks Hilfeleistung bet einem Brande in dem benachbarten Klein- Kleckersdorf thre Helme selbst braucht."

Am Querbaum. Unteroffizter: Gefretter Huber, machen Sie diese Uebung vor es sieht nicht gut aus, wenn ein Vorgeseßter herunterfällt."

Im Theater. Bäuerin: Hör mal, Vater, jetzt sin= gen sie alle miteinander." Bauer:" Das fun die Sackermenter auch nur, um schneller fertig zu werden." Je nachdem!( Im Restaurant): Professor( der ein abgestandenes Glas Bier erhalten hat):" Sagen Ste dem Buffetter, er sei ein Esel." Keaner:" Bitte, es fst ein Fräulein." Professor: So? Dann sagen Sie thr, ste sci eine Gans."

Ist die Hizze gesund?

Ueber die enorme Size, welche sett einigen Tagen den Kontinent beherrscht, wird in allen Tonarten ge­fchimpft. Die meisten Menschen stöhnen fürchterlich un­ter der hohen Temperatur, sie wissen gar nicht genug bavon zu berichten, wie sehr sie unter der Hize leiden, und stoßen doch fast allgemein auf ein ungläubiges Kopfschütteln. Die Antwort lautet auch meistens dann: " So wohl wie jetzt haben Sie aber noch niemals aus­gesehen. Der Klagende besinnt sich dann auf sich selbst und muß auch zugestehen, daß er sich sehr wohl befinde, und daß die klagen über die Temperatur mehr der Ge­wohnheit als der Tatsache entspringt. In Wirklichkeit steht es nämlich so, daß Menschen, die verständig leben und vernünftig angezogen sind, unter der size im all­gemeinen nicht gar zu viel zu leiden haben.

Die Forschungen der Mediziner haben ergeben, daß etne hohe Temperatur in der Zeit der Sommermonate für die Gesundheit von außerordentlichem Vorteil ist, daß die Hize gesund ist. Natürlich muß man entspre= chend gekleidet sein. Man darf bei der Temperatur der Hundstage teine beengenden Kleider anlegen. Diefe= ntgen Menschen, die hauptsächlich unter der Temperatur etnes warmen Sommers stöhnen, sind die Damen, ein­sig und allein aus diesem Grunde, weil sie in ein Kor­fett eingeschnürt sind. Glücklicherweise gestattet die diesjährige Mode den Damen, das Korsett auszulassen, ohne daß die Ftgur darunter sonderlich leidet. Die Wtr­fung, welche etne letchte und angenehme Bekleidung hervorruft, ist ganz außerordentlich. Man hat Gelegen­hett gehabt, festzustellen, daß Damen, die sich am Tage nicht auf die Straße wagten, so lange ste das Korsett trugen, befreit und erleichtert aufatmeten, weil sie mit der Tradition und Mode von früher gebrochen hatten. Alle Arbeiten gingen ihnen leicht von der Hand, sie zeigten eine fröhliche und heitere Stimmung, sie blüh= ten unter dem Einfluß der Size völlig auf, wurden jung, rosig, und zeigten einen lebhaften Appetit.

Die Herrenkleidung läßt natürlich für die warme Jahreszeti auch viel zu wünschen übria. Die Anzüge aus schwerem Stoff sind nicht geeignet, um eine_ent­sprechende Hitzeableitung zuzulassen. In diesem Som­mer der großen Trockenheit und hohen Wärme aber haben auch viele Herren, die sonst der Mode ihren Tri­but zollen, mit der Tradition aufgeräumt, und man sieht in den Städten vielfach eine ganz neue Art der Herrenkleidung. Der beengende Halskragen ist ver­schwunden, das flotte Teunishemd mitt fetnem weichen Kragen ist an Stelle des steifen Oberhemdes getreten. Der leichte Leinen- oder Bestanzug schaut sehr gut aus, wenn er aut aearbeitet in vielfach verfchehen die Herren der Schöpfung deft Nock und gehen vollständig in Tennisdreß, in der Leinenhose, dem weißen Hemb und dem bretten Gürtel. Man kann durchaus nicht be­haupten, daß diese Art der Kleidung unvorteilhafter wäre, als der übliche Anzug. Auch bet den Herren machte sich der Einfluß der Garderobe bemerkbar, man durfte vielfach beobachten, daß die arbeitenden Männer die Temperatur mit viel Humor und Leichtigkeit auf sich nahmen, daß fie sich wohler fühlten, als te zuvor, be= sonders aber als in einem regnerischen Sommer.

Zum Ausgleich für die falten Tage des Herbstes und Winters hat der Körper dte hohe Temperatur des Sommers durchaus nötig. Es tritt unbewußt eine Re­generation ein, die den Menschen verjüngt und auf­frischt. Der Sonnenschein wirkt auf das Gemüt und auf die Stimmung außerordentlich wohltuend. Man darf dem Körper selbst bet warmer Witterung Strava­zen zumuten, wenn man ihn entsprechend ernährt. Die scheinbare Appetitlosigkeit an den warmen Tagen rührt hauptsächlich von der ungefunden Kleidung her. Ist man leicht und entsprechend angezogen, dann hat man auch genügend Hunger, und der Durit zeigt sich durch­aus nicht quälend. Die Hitze tst dem Menschen notwen­dig und gesund, er muß nur selbst dafür Sorge trägen, daß er ihr entsprechend begegnen kann.

Konstantinopel nach dem Brande.

Die Schwierigkeiten in der jungen Türkei. Der Riesenbrand in Konstantinopel, der zehn Stadtteile und Tausende von Häusern vernichtet hat, gab dem Nationalfest am Goldenen Horn einen trüben Abschluß. Nun sind ja Brände in der großentells aus fämmerlichen Holzbaracken bestehenden Altstadt Stam­bul an der Tagesordnung, und zumal bei der alles ausdörrenden Size dieser Tage braucht böswillige Brandstiftung nicht ohne weiteres angenommen zu wer den. Die Schaffung einer ausreichenden Feuerwehr und einer zuverläfftg durchgeführten Bauordnung sind für die Hauptstadt des türkischen Reiches dringende Erfor­dernisse. Indessen mag diesmal die Wut der Elemente ohne böswilliges Zutun politischer Fanatiker entfacht worden sein, bei dem herrschenden Aberglauben in den Maffen wird zweifellos diese Katastrophe gerade am Feiertag der politischen Umwälzung als eine böse Bor­bedeutung und ein warnendes Menetekel für die mo­derne Türkei aufgefaßt werden. Ohnehin ist ihre St­tuation jetzt, wo sie den dritten Jahrestag thres Beste­

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bens hinter sich hat, tros des ehrlichen Strevens der Führer und der mannigfachen Fortschritte eine feines wegs völlig gesicherte zu nennen. Dunkle Wolfen sind von verschiedenen Seiten heraufgezogen und bedrohen das junge tonstitutionelle Reich der Osmanen. Bet ernstlicher Selbstprüfung mitssen sich auch die Jungtür­fen sagen, daß der Fanatismus mancher ihrer Anhän ger die Verschlimmerung thre Lage mitverschuldet hat. Dazu kommen die albanesischen und arabtschen Kämpfe, die von einem befriedigenden Abschluk noch weit ent fernt find, und so manche zentrifugalen Kräfte, denen gegenüber die verhältnismäßig wenig zahlreiche jung fürfische Intelligens sich nur auf die Kraft des Heeres und seines modern gesinnten Offizierkorps stützen kann. Die Stambuler Brandkatastrophe ist Die größte, welche die titrfische Hauptstadt jemals betroffen bat. Der Ministerrat trat bebufs Einleitung einer Hilfe­aftion zusammen. Die Regierung wird eine große Summe zum Wiederaufbau der abgebrannten Stadt­viertel bewilligen. Nach einem offiziellen Bericht sind bei dem Riesenbrande 2224 Häuser, über 300 Kaufläden, 16 Moscheen, 2 Regierungsgebäude, 2 Bäder, 1 Mau­soleum, 2 Derwischtlöster, einige Schulen und Gendar meriewachthäuser niedergebrannt. Der Bericht ſtellt fest, daß das Feuer durch unvorsichtigkeit einer Perfers entstanden ist. Das jungtürkische Komitee stellte seine Klublokale zur Unterbringung der Obdachlosen zur Verfügung, die auf den Höfen der Moscheen und auf den freten Pläßen fampieren. Das Komitee verteilte Lebensmittel. Die Regierung spendete 5000 türkische Bfund für die Betroffenen. Als erster unter allen Staatsoberhäuptern sprach Katser Wilhelm dem Sultan sein Beileid anläßlich der großen nationalen Katastrophe aus. Der Reichskanzler von Bethmann Hollweg drahtete gleichfalls fein Betletd, fitr das der Großwefir und der Sultan telegraphisch dankten.

Drabtnachrichten und neuestes.

Die Ausländer in Agadir.

Paris, 26. Jult. Nach einer Meldung des Matin aus Agadir vom 21. Jult befinden sich zehn Europäer, sechs Deutsche, zwei Engländer, ein Fran­zose und ein Spanier, in dem Orte. Fünf Franzosen, die am 15. Juli ankamen, sind inzwischen wieder ab­gereist Ueberall wurde den Franzosen eine offenfun­dig feindselige Haltung befundet.

Folgen der Size.

Göln, 26. Juli. Die anhaltende Size hat gro= Ben Wassermangel hervorgerufen, der vor allem in der Etfel, im Westerwald und in höher gelegenen Gegen­den zu einer Kalamität geworden ist. Die Gemeinden helfen sich dadurch, daß sie die noch wafferhaltigen Brunnen und Wasserleitungsanlagen bewachen und täglich nur zu bestimmten Stunden freigeben. Im Sauerlande mitssen die Landleute das Wasser stunden­weit holen. Die Stationen der Lokalbahnen sind zum Tell ohne Wasser, so daß die Züge Wasser mitführen. Infolge der Dürre werden aus vielen Orten Schaden­feuer gemeldet, denen man machtlos gegenübersteht, weil es an Wasser fehlt.

Die Fahrt eines Militärfliegers.

Querfurt, 26. Jult. Heute früh 7% Uhr lant­dete in dem benachbarten Orte Barnstedt der heute früh auf dem Döberizer Flugplatz ausgestiegene Militär­flieger Leutnant Freiherr von Thueno mit einem Bas­fagier. Er wollte nach Gotha fliegen, mußte aber we­gen eines Motordefektes landen. Der Flieger beabsich­tigt, nach Beseitigung des Schadens heute noch den Flug fortzusetzen.

Von einem Scheunentor erschlagen. Orleans, 26. Jult. In der Gemeinde Greucy hatten sechs Arbeiter, die auf einem Gutshofe beschäf figt waren, während eines Gewitters in einer auf fretem Felde stehenden Scheune Zuflucht gesucht. Durch den Sturm brach das schwere Scheunenior, hinter dem die Arbeiter standen, plößlich zusammen und begrito die sechs Menschen unter sich. Fünf von ihnen wurden auf der Stelle erschlagen. der sechste schwer verletzt.

Folgenschwere Minenerplosion.

Warschau, 26. Jult. Durch eine Minenerplo­ston bet Sprengübungen der Pioniere wurden zwet Mann getötet und vier Mann und zwei Offiziere le=. bensgefährlich verletzt.

Die Cholera in Konstantinopel. Konstantinopel, 26. Juli. Gestern sind hier sechs neue Cholerafälle festgestellt worden. Tom 11. Juni bis 22. Jult find 22 Cholerafälle, von, denen 18 tödlich verliefen, vorgekommen.

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und Verket.

Frankfurt, 25. Jult. Biehmarktpreise vom 24. Ochsen: a) Juli. Preise für 1 Bentner: Rinder. A. vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, 50-56 M höchstens 7 Jahre alt( Lebendgewicht) ( Schlachtgewicht) 91-97 M., die noch nicht gezogen ha= ben( ungefocht)( Lebendgewicht 52-55 M.,( Schlachtge= wicht) 90-95 M., 6) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgewicht) 44-48 M ( Schlachtgewicht) 80-87 M., c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Lebendgewicht) 38-41.M.,( Schlacht­gewicht) 70-75 M. B. Bullen: a) vollfleischige, aus­gewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) 44 bis 46 M.,( Schlachtgewicht) 73-76 M. b) vollfleischige jüngere( Lebendgewicht) 36-40,( Schlachtgewicht) 60 618 66.M. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, aus­gemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendge­wicht) 00-00 M.,( Schlachtgewicht) 00-00, 6) voll­fleischige, ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M. 40-45,( Schlacht­gewicht) M. 74-81, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen ( Lebendgewicht) M. 38-43,( Schlachtgewicht) M. 73 bis 83, dto. 2. ältere ausgemäftete ühe und wenig gut ent­wickelte jüngere Kühe( Lebendgewicht) M. 37-42, ( Schlachtgewicht) M 69-78, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M. 30-34,( Schlachtgew.) M. 60-68, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebend­gewicht) M. 18-22,( Schlachtgewicht) M. 41-50. Kälber: a) Doppellender, feinste Mast,( Lebendgewicht) M ( Schlachtgewicht) Mb) feinste Mast-( Vollmilch­Majt) und beste Saugtälber( Lebendgewicht) M ( Schlachtgewicht) M. c) mittlere Mast- und gute Saugkälber( Lebendgewicht) M. 50-55,( Schlachtgew.) M.85-93, 5) gering. Saugtälber( Lebendgewicht) M. 43 bts 48,( Schlachtgewicht) M. 73-81. Schafe. A) Stall­mastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel ( Lebendgewicht).. 42,-,( Schlachtgewicht).M. 88,-, b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebend­Schweine: gewicht) M( Schlachtgewicht) M.­

a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Algr. Lebend­gewicht( Lebendgewicht) M. 48-50,( Schlachtgewicht) M. 62-64, 6) vollfleischige Schweine unter 80 lgr. Le­bendgewicht( Lebendgewicht) M. 47-49,( Schlachtge wicht) M. 61-63, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Algr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M. 48-50 ( Schlachtgewicht). 60-63, 6d) vollfletschige Schweine von 120-150 Algr. Lebendgewicht( Lebendgew.) Mart 49-49%,( Schlachtgewicht) M. 61-62, e) ettfchweine fiber 150 gr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M. 49 618 50,( Schlachtgewicht) 61-63.