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Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt.- Erscheint jeden Werktag früh.- Die Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer.

Nr. 23.

Tele phon: Nr. 362.

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kostet 1 Probeabonnement.

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umsonst

Der Verlag.

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen Polizei- Amtes

=

Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Freitag den 27. Januar 1911

Genossenschaft hatte früher die Absicht, auf diesem Ge­lände eine größere Anzahl Einfamilienhäuser richten.

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(*) Großen Linden. Der Spar- und Vor­schußverein schloß seine Jahresrechnung mit einem Ge­winnkonto von 64 087 Mark, die Aktiven betragen Mk.

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Rödgen, 24. Jan. Der bekannte Volksschrift steller Heinrich Naumann aus Nanzhausen hielt am Sonntag im Saale der Kleinkinderschule einen Vor­trag über Heimat und Heimatliebe". Wie immer fand auch hier wieder der einfache Landmann warme Töne, die den Weg zum Herzen der Zuhörer nicht verfehlten. Deklamationen und Gesänge trugen zur Belebung der interessanten Veranstaltung bei.

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Hattenrod, 26. Jan. Am Samstag, abends 7 Uhr, findet im Gasthause von H. Dörr ein Vortrag statt. Das Thema lautet: Die Organisation und Auf­gabe der Landwirtschaftskammer".

Sozialdemokratische Verwaltungskunst. statt. Das Thema lautet: Die Organisation und Auf­

Ein Zusammenbruch sozialdemokra tischer Verwaltungskunst. In einem in München bestehenden, eigentlich neutral sein sollenden Sanitätsverband hat sich die Sozialdemokratie die Leitung und Verwaltung zu verschaffen gewußt. Je­des Amt und jedes Aemtchen wurde mit waschechten Sozialdemokraten besetzt. Ein von dem Verband in Oberölkofen errichtetes Sanatorium bot eine Reihe willkommener Futterkrippen, die mit den besten" und fähigsten" Genossen besetzt wurden. Und nun ist das Gebäude sozialdemokratischer Verwaltungsherrlichkeit elend zusammengebrochen. Statt einer Mu­sterverwaltung nach dem Rezept des Zukunftsstaates ein unglaublicher Rattenkönig von himmelschreienden Miß ständen, eine Kliquenwirtschaft und Korruption, wie sie schlimmer in keinem zweifelhaften Unternehmen des ver­faulten" Gegenwartsstaates denkbar ist. Das ist nämlich das Ergebnis eines aussehenerregenden Beleidigungs prozeſſes, der sich fürzlich in München abspielte und die sozialdemokratische Miß- und Kliquenwirtschaft auf der Anklagebank sah. Ein Pationt des Sanatoriums, na­mens Seeleitner, selbst Sozialdemokrat, hatte sich über die Zustände in der Anstalt beschwert, war darüber aber von den Obergenossen" in der unflätigsten Weise be­schimpft, sogar angespuckt worden. Gegen solchen An­stand" und diese Brüderlichkeit" strengte er gerichtliche Klage an. Diese dreitägige Verhandlung war eine ein­3tge schmachvolle Blamage für die königlich- bayrische So­zialdemokratie. Verpflegung, Beköstigung wie Behand­lung der Patienten unter aller Kritik; der Verwalter und Obergenosse Schaupner ein Grobian und rücksichtslos­loser Diktator; die mit der Kontrolle betrauten Ober­genossen" aber taub gegen alle Beschwerden, aus ge= wissen Gründen drückten sie nicht ein, sondern beide Augen zu. Und der sozialdemokratische Anstaltsarzt wie die Gattin des Verwalters paßten ebenfalls in dieses Genrebildchen aus dem Zukunftsstaat. In diesem Sinn haben zahlreiche Zeugen, von denen die meisten selbst Sozialdemokraten sind, ihre eidlichen Aussagen vor Ge­richt gemacht. Das gravierende Ergebnis des Prozesses ist in einem Flugblatt zusammengefaßt, das vom Orts­fartell der christlichen Gewerkschaften Münchens, Fürsten­felderstraße 4, herausgegeben wurde. Es eignet sich als wirksame Waffe im Kampf gegen die Sozialdemo­fratie und kann von vorstehender Adresse bezogen wer­den: 100 Stück 1.20 Mt., 1000 Stück 10 M., 5000 Stück 48 Mt. Der Prozeß Oberölfofen hat erneut bestätigt, daß die Sozialdemokratie brutal in Anwend­ung der Macht, groß im Fordern und in der Kritik, aber vollständig unfähig zu positiver Arbeit ist.

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Lokal- Nachrichten.

Gießen, den 27. Januar.

= h= Gießen, 26. Jan. Am 1. April tritt Geheimer Hofrat Prof. Dr. Moritz Pasch von der Landesuni­versität in den Ruhestand. Wie verlautet, ist zum Nach folger der Mathematiker Prof. Dr. Georg Landsberg

Kiel ausersehen.

*) Gießen. Der Beginn der ersten Sch wur= gerichtsperiode für Oberhessen ist auf den 6. März festgesetzt worden. Zum Vorsitzenden wurde Land­gerichtsrat Wiener ernannt.

= 0= Gießen, 26. Jan. Vom 4.- 6. Februar ver­anstaltet der Sti- Klub Wintersport" seinen 2. Skikursus. Am 5. Februar sollen mehrere Wettläufe, die sich auf Dauerlauf, Damenlauf, Volts- und Jugendlauf erstrecken, abgehalten werden.

= 0= Gießen, 27. Jan. Die Stadt kaufte von der Baugenossenschaft des ev. Arbeitervereins das an der Liebigstraße gelegene Baugelände von ca. 11 000 Quadratmeter für den Preis von 42 000 Mark. Die

* Wetzlar. Generaldirektor Kaiser erhielt an­läßlich des Krönungs- und Ordensfestes den Roten Adlerorden 4. Klasse.

-h- Wetzlar, 27. Jan. Am Dienstag, den 31. Ja­nuar findet im Hotel Kessel eine außerordentl. Mitgliederversammlung der Herdbuch= gesellschaft des Kreises Wetzlar für das Vogelsberger Rind statt.

== Wetzlar, 27. Jan. Am 26. April, vormittags 8 Uhr, findet die Aufnahmeprüfung für die Seminar- Präparanden- Anstalt zu Wetzlar statt.

Aus=

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

von der Fortschrittlichen Volkspartei ein­berufenen Versammlung einen Vortrag über die Frage: ,, Wo steht der Feind?" In seinen Ausführungen wandte er sich scharf gegen die Stellung des Bundes der Land­wirte und gegen die Regierung.

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Frankfurt, 26. Jan. Oberst Prinz Friedrich Karl von Hessen, Kommandeur des 1. Kurhessischen In­fanterie- Regiments Nr. 81, ist auf sein Gesuch von die­ser Stelle enthoben und mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt worden. Gleichzeitig wurde der Prinz zum Generalmajor befördert und zum Chef des Infanterie- Regiments Nr. 81 ernannt.

- Frankfurt. Oberbürgermeister Adickes und Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. Ehrlich wurden zu Mitgliedern des Reichsgesundheitsamts für die Jahre 1911 bis 1915 ernannt.

= 0= Offenba ch. Die Jahresrechnung für 1909 schließt mit günstigem Ergebnis ab. Um mehr als Mk. 300 000 hat sich die Betriebsrechnung von 1909 gegen 1908 verbessert. Nicht weniger als 110 Bewerber hat­ten sich um die ausgeschriebene Stelle des technischen Beigeordneten der Stadt Offenbach gemeldet. Die neu zu besetzende Stelle war mit einem Anfangsgehalt von 8000 Mark ausgeschrieben.

* Mainz. Der vollzählig erschienene geschäftsfüh­rende Ausschuß für Mutter- und Säuglings­fürsorge in Mainz hielt am 17. Januar unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Schmidt und unter An­wesenheit des Provinzialdirektors Geheimerat Dr. Brei­dert, sowie eines Vertreters der Großh. Zentrale eine Sigung ab, in der u. a. beschlossen wurde, die Frei­(*) Wezlar. Durch Verfügung vom 11. Januar bammenlehranstalt zu vermehren und in Kostheim eine stellen für Schwangere und Wöchnerinnen an der He­hat der Regierungspräsident zu Koblenz wegen bruchs der Maul- und Klauenseuche im Kreise Friedberg Mustereinrichtung( mit Beratungsstelle und besoldeter die Abhaltung von Klauenviehmärkten in dem Pflegerin 2c.) für besonders gefährdete Vorortsbezirke zu Kreis Wetzlar bis auf weiteres untersagt. treffen. Zugleich teilte Bürgermeister Dr. Schmidt mit, Weiter hat der Regierungspräsident von Koblenz daß die Stadt für die Pflegefinder fünf ärztliche Säug­fügt, daß infolge Ausbruchs der Maul- und Klauen- lingsfürsorgestellen errichtet habe, denen jedes Pflegekind seuche unter dem Viehbestande des zu Bassenheim regelmäßig zuzuführen sei. Alsdann wurde beschlossen, gehörigen Hengsthofs die Abhaltung von Rindvieh abzuhaltenden großen Versammlung aller Interessenten und Schweinemärkten in Weißenthurm, Rübe­nach, Bendorf, Vallendar, Winningen, Cobern, Dieb- durch Zuwahl zu ergänzen. Ein Antrag wegen Ein­dermendig, Polch, Kreis Mayen, bis auf weiteres un­lich, Kreis Koblenz- Land, Mayen, Münstermaiseld, Nie- führung der gesetzlichen Vormundschaft, den Bürgermeister Dr. Schmidt bereits früher bei der Zen­terbleiben. trale gestellt hat, wird an das Ministerium des Innern gerichtet werden.

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(*) Wetzlar. Die Bürgermeisterei gibt bekannt, daß die Straßenreinigungspflicht Sache der Anlieger ist; als Anlieger ist stets der jeweilige Eigentümer der der Straße anliegenden Grundstücke anzusehen. Die Rei­nigungspflicht erstreckt sich auf die Bürgersteige, Rinn­steine und die Hälfte der Fahrbahn. Zur Reinigung gehört auch die Entfernung von Gras, Unkraut und Schnee, sowie das bei Frostwetter notwendig werdende Streuen.

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Hörnsheim, 25. Jan. In der vergangenen Woche hielt Zuchtinspektor Luther- Bonn einen Vortrag über die Aufzucht von Jungvieh. Es empfehle sich­obwohl das Säugen an dem Muttertiere manche Vor­teile hätte bei der durch die Praxis herausgebildeten Ge= Regel zu bleiben, das Jungvieh sofort nach der burt abzusetzen. Reinheit der Gefäße, aus denen dem Tiere die Milch verabreicht wird, sei ein Haupterfordernis. Staub und Schmutz könnten schwere Verdauungsstörungen hervorrufen. Damit man sicher gehe, ein kräftiges Tier im ersten Jahre heranzuziehen, müsse man mit dem Uebergang der Rauh= fütterung allmählich beginnen, während mit der Fettfütterung aus Zuchtrücksichten im 2. Jahre nach= gelassen werden müsse.

Lampertheim. Jn nächster Zeit wollen 21 Familien von hier und Bürstadt die hessische Heimat ver­lassen und sich in Ostpreußen ansiedeln.

= 0= Friedberg. Der verstorbene kinderlose Georg Philipps 2. setzte sein langjähriges Dienstmädchen von Cleeberg dergestalt als Erbin ein, daß sie von der nicht unbeträchtlichen Hinterlassenschaft die lebens= längliche Nutznießung hat. Nach ihrem Tode werden Vermögen und Hofraite für Wohnung und Unterhalt­ung einer Schwester in Fauerbach Verwendung finden.

* Darmstadt, 26. Jan. Der 63jährige Land­tagsabgeordnete, frühere Bürgermeister Adam Seelinger von Lampertheim ist des Vergehens im Amte ange­flagt. Es sind 36 Zeugen zu vernehmen, weshalb die Verhandlung erst morgen Samstag zu Ende geführt und das Urteil gesprochen werden kann.

= 0= Bensheim, 24. Jan. Der seit dem vorigen Herbst hier wohnende und durch den Prozeß mit dem Landrat v. Malzahn bekannt gewordene Rittergutsbe­fizer Beder scheint das politische Gebiet weiter be­ackern zu wollen. In Darmstadt hielt er kürzlich in einer

Nierstein, 25. Jan. Wie verlautet, soll für den Reichstagswahlkreis Mainz- Oppenheim ein Kandidat der christlich- sozialen Partei auf­gestellt werden.

- Oppenheim, 25. Jan. Ein Schulmädchen, welches mit einem kleinen Kinde auf dem Eise spazieren ging, brach durch das vom Tauwetter mors gewordene Eis. Der 11jährige Sohn des Schreinermeisters Bickel sprang schnell hinzu und rettete mit eigener Lebensge­fahr beiden das Leben.

* 3immersrode. In den letzten Monaten sind die Arbeiten an der Neubaustrecke Zimmersrode- Gemün­den so weit gefördert, daß die täglich verkehrenden Ar­beitszüge schon von hier bis Jesberg fahren können. Wie daher verlautet, soll sich die Eisenbahndirektion Kassel entschlossen haben, die Teilstrecke Zimmersrode= Densberg bereits am 1. März d. J. dem öffentlichen Verkehr zu übergeben.

Holzverkäufe u. Versteigerung. Bürgermeisterei Groß- Rechtenbach: Dienstag, d. 31. Jan., vorm. 10 Uhr. Zusammenkunft im Distr. Pfingstweide.

Bürgermeisterei Braunfels: Mittwoch, 8. Febr., vorm. 10 Uhr, im Saale der Wirtschaft zur Schmelz" auf der Oberndorferhütte. Kaufliebhaber wollen sich das Holz in den Distr. 3 Alte Fichten, 7 Jungfer, 1 Kirschenhau, 10 guter Graben, 11 u. 12 Schotten­mitte, 13 alte Stöcke und 14 Attenbach ansehen. Rentfammer Braunfels: Samstag, den 28. Jan., vorm. 10 Uhr im Forstrevier Altenberg. 3u= sammenkunft am Jägerhäuschen, Distrikt Husaren= lager.

Kgl. Wasserbauamt Die 3: Samstag, 28. Jan., nachm. 1 Uhr bei der Schleuse Oberbiel. Gemeinde Da ubhausen: Montag, 30. Jan., vor­mittags 10 Uhr, Distr. Hauch. Gemeinde Kröffelbach: Montag, 30. Jan., vor­mittags 10 Uhr, Distr. 1-3, Kohlerwald. Gemeinde Niederquemba dh: Montag, 30. Jan., vorm. 10 Uhr.

Gemeinde Weil münster: Submissions- Holzverkauf. Off. bis zum 31. Jan., nachm. 1 Uhr an die Bür­germeisterei.