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rin und faufte thr die Butter mit dem filbernen Inbalt für 1,20 Mart ab.
Ein anffehenerregender Fall hat sich in Lehe zugetragen. Für das neugeborene sind eines Konsumver eintontrolleurs war von einem Bremerhavener Arzt ein Totenschein ausgestellt worden. Die Schwester der Frau trug das sind in einer Siste zum Friedhof, wo es der Leiche eines Erwachsenen beigegeben werden sollte. Friedhofsarbetter hörten aus der Rifte Wimmern und als man den Deckel entfernte, strich sich das Eleine Wesen gerade mtt den Händen über das Gesicht und recte die Beinchen. Bestürzt eilte man der Frau nach und gab ihr das Kind mit, das heute noch lebt.
Zu schweren Ausschreitungen kam es Freitag abend in einem Lokal in Moabit. Zwischen Gästen waren Streitigkeiten entstanden. Gegen den Wirt, der den Streit zu schlichten trachtete, nahmen zwei der Befeiligten eine drohende Haltung ein. Der Wirt war ge nötigt, sein Lokal zu schließen und sich gegen die Radaubrüder mit Gummischläuchen zu wehren. Seine Haus Stener unterstützten ihn. Bald versammelte sich eine große Menge vor dem Lokal und nahm eine feindliche Haltung gegen den Wirt ein. Dieser gab, als er be droht wurde, fünf Revolverschüsse ab. Die Masse drang in sein Lokal und demolierte diefes. Schließlich erschien ein größeres Polizeiaufgebot und die Ruhe wurde wiederhergestellt.
Betrugsmanöver in einer Sparkasse. Ein plumper Betrug wurde bei der Nirdorfer Städtischen Sparkasse versucht. Am 9. d. M. erschien dort ein junges Mädchen, das 8 M. einzahlte und sich auf den Namen Martha Dornack ein Sparkassenbuch ausstellen ließ. Bereits am nächsten Tage ließ sie das Buch, das die Nummer 53 777 trug, als verloren sperren. Gestern mittag sprach nun eine Frau Krüger aus Britz bei der Kasse vor und wollte auf dieses Buch 500 Mart abheben. Die Be amten sahen auf den ersten Blick, daß es sich um das gesperrte Buch handelte. Zu ihrer größten Ueberraschung war der Betrag von 8 Mart auf 8000 Mart er höht. Die Beamten benachrichtigten die Polizei und Iteßen die Frau festnehmen. Im Verhör gab sie an, daß sie von der Eigentümerin des Buches mit dem Abheben der Summe beauftragt worden fet. Die Inha berin des Buches wurde ebenfalls festgenommen. Ste behauptete zunächst, daß sie mit der Frau Krüger gemeinsame Sache gemacht habe, um sich nach und nach in den Besitz der 8000 Mart zu setzen. In die Enge getrieben, gestand sie aber später ein, daß sie sich mit et nem Schausteller zu verheiraten gedachte, der aber nur ein vermögendes Mädchen heiraten wollte. Aus diesem Grunde habe sie die Fälschung begangen.
Schwere Streifunruhen. Im Hause einer Spedttionsfirma in Darmstadt hatten Streitposten das Tor versperrt. Als sie nach wiederholter Aufforderung der Schußleute den Eingang nicht fret machten, mußten diese blank ziehen und schlugen auf die Leute ein. Etwa 12 Personen wurden dabet verlegt. In verschiedenen Stadtteilen wurden am Freitag nachmittag und Sonnabend nacht beladene und leere Möbelwagen trotz der Esforte durch Schußleute von den Streifenden umgestürzt. Die Polizei hat deshalb angeordnet, daß iedes Zusammenrotten auf den Straßen und jedes Stehenbleiben verboten ist, und daß sofort Verhaftungen erfolgen werden, wenn diefem Befehl nicht ge geleistet wird, ger her wurde beftimit, daß die Strettenden mindestens 200 Meter von den Möbelwagen entfernt bletben müs= fen, und, falls dte tnruhen nicht aufhören, verschärfte Bestimmungen in Aussicht gestellt.
Der Löwe als Nachtwächter. Die Verwendung des Königs der Ttere als Wächter eines Grundstückes erscheint gewiß erstaunlich, und doch kann man in der Umgebung von Kapstadt in Südafrika auf dem Gute etnes retchen Farmers zwet Söhne der Wüste in Freiheit Herumlaufen sehen, die fedem Fremdling den Eintritt verwehren, und, wenn die Nacht herangekommen ist, alle Strolche und Diebe fernhalten. Bevor der Grundbefiber sich diese beiden ungewöhnlichen Wachttiere ausfuchte, hatte er eine beträchtliche Anzahl von Voltzethunden, die seinen Ernten und seinem Besitz Schutz ge= währen sollten. Aber die Hunde wurden thm alle vergiftet. Da er nun wußte, mit welch sicherem Instinkt der König der Tiere fede verdächtige Spetse vermeidet, so beschloß er, es mit ihm als Nachtwächter zu versuchen. Sein Experiment war von bestem Erfolge gekrönt. Die vergifteten Köder blieben von nun an unberührt, und als sich das Gerücht verbrettete, welch fräftigen Schutz die umfriedeten Gehege des Grundstückes nun besaßen, wage niemand mehr, wie vorher die Drahtzäune zu überklettern. Seitdem herrscht Frieden und Ruhe auf dem wetten Besit. Mit unermüdlicher Sorgfalt pa= rouillieren die beiden Löwen des Nachts alles ab, und ie sind außerdem freundliche autartige Hausgenossen, bte mit allen Bewohnern der Farm auf bestem Fuße tehen. Alltäglich empfangen sie ihre Mahlzeit aus der Hand der jungen Tochter des Besizers; zierlich und be hutsam nehmen sie die Nahrung aus den zarten Fingern entgegen( Na na! D. Red.) mit ihrem gewaltigen Ge biß, das die Knochen eines unberufenen Eindringlings erbarmungslos zermalmen würde.
,, Guf. Könntest Du dem Alten nicht einen Schlaftrunk geben?"
„ Das wird gar nicht nötig sein. Der Arzt kommt heute abend noch einmal, um ihm eine Morphiumetn sprizung zu machen. Danach schläft er gewöhnlich bis zum Morgen."
,, Vortrefflich! Morgen vormittag kannst Du mich
dann-"
Er vollendete den Satz nicht, warf sich mit etnem plöhlichem Ruck vor dem Kruzifir nieder, nahm eine fntende Haltung ein und faltete die Hände. Sie folgte fetnem Betspiel. Vom Korridor hörte man Männerschritte. Es war Frizz von Marleben. Verwundert Blickte er beim Eintreten auf das kntende Paar.
Die Diakonissin verharrte noch eine Weile in threr schlichten Stellung und sagte dann, sich erhebend, t schlichtem Ton:„ Mein Bruder Karl, Herr Marleben. Wir bitten zu Gott für die baldige Genesung unseres teuren Kranken. Es liegt eine große Kraft in dem gläubig von mehreren verrichteten Gebete."
" Sehr freundlich von Ihnen," sagte Fritz trocken. " Wenn Sie Ihre Fürbitte beendet haben, kommen Ste wohl, bitte, herüber. Metn Vater Bedarf Ihrer Hilfe." Damit ging er mit freundlichem Gruß rasch wieder hin
aus.
,, Das war eine recht unltebsame Ueberraschung," erflärte der angebliche Bruder ärgerlich.„ Nun, ich habe den Kopf so gesenkt gehalten, daß er so gut wie gar nichts von metnem Gesicht gesehen haben kann."
„ Das glaube ich auch," bestätigte ste. Dann aber ngte ste thn, zn gehen, und er entfernte fich ebenso arborbar, wie er gekommen war, ohne von jemand geJhen zu werden.
Dippold im Zuchthaus.
Am 9. Oftober wird die Stunde schlagen, in der der ehemalige Student und Hauslehrer Andreas Dippold nach Sjähriger Strafhaft die Mauern des Zuchthauses in Straubing wieder verlassen kann. Seine entsetzlichen Taten find noch in Erinnerung. Er hatte die beiden Söhne des damaligen Direktors der deutschen Bant, Koch, in einer bisher noch nicht dagewesenen Weise mißhandelt. Der eine seiner beiden Schüler, der fugendliche Heinz Koch, war an den Folgen der entfeblichen Mißhandlungen gestorben. Dippold mußte sich deshalb vor dem Schwurgericht in Bayreuth verant worten, das am 9. Oktober 1903 unter stürmischen Betfallsrufen der nach Hunderten zählenden Zuschauer fämtliche Schuldfragen bejahte und die Frage nach mildernden Umständen in allen Fragen verneinte. Der Gerichtshof verurteilte daraufhin den Angeklagten zu acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehr= verlust. Dippold erklärte noch im Gerichtssaal, daß er auf das Rechtsmittel der Revision verzichte und die Strafe sofort antreten wirde Er mußte die Nacht über im Gerichtsgebäude bleiben, da die Volksmassen so erregt waren, daß die Behörden fürchteten, er werde geIyncht werden. Erst am nächsten Tage wurde er durch eine Seitentiir aus dem Gerichtsgebäude unter starter Bewachung abgeführt und zunächst in das Zuchthaus Erbach transportiert. Später erfolgte seine iteberfüthrung in das Buchthaus zu Straubing, wo er den Rest seiner Strafe abzubüßen hat. Dippold hat sich während der ganzen Beit gut geführt und war als Lithograph tätig. In der letzten Beit wurde er auch in der Buchbinderet der Strafanstalt beschäftigt. Im Laufe der Jahre hat er mehrere Gnadengesuche an den Brinzregenten gerichtet. Sie sind aber sämtlich a b= fchlägig beschieden worden und Dippold wird deshalb feine Strafe bis zum letzten Tage verbüßen mitsfen. Wie verlautet, soll er die Absicht haben, nach Amerika auszuwandern. Joachim Koch, der uteberlebende der beiden mißhandelten Brüder, ist jetzt Stutdent und studiert Rechtswissenschaften.
Edison in einer Berliner Fabrik.
Der große amerikanische Erfinder Edison ist am Sonnabend in Berlin eingetroffen. Ueber seinen Aufenthalt in der Reichshauptstadt plaudert das " B. T.":
Dieser Mann past wett beffer in einen Maschinenfaal mit großen Delflecken auf den Dielen und gefüllt vom Rasseln der umlaufenden Räder, als in den teppichbelegten eleganten Salon des Hotels Adlon. Gestern besuchte Edison die hiesigen Fabriken seines Freundes und früheren Mitarbeiters, des jetzigen Generaldirektors Bergmann der Bergmann- Elektrizitätswerke. In seinem verschossenen grauen Ueberzieher, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben, ging der große Mann durch die schmalen Gassen zwischen den Maschinen. Ste sind ihm liebe Bekannte, und er stretchelt fte mit seinen Blicken. Edisons Sohn, ein schlan= fer, blonder Junge, machte die Besichtigung mit, und oft faßte thn der Vater mit einer sehr liebevollen Gebärde um und machte ihn auf besonders interessante Einzelhetten aufmerksam.
Edison äußerte sich erstaunt über die außerordentItchen Fortschritte, die die deutsche Industrie seit ſetnem vorigen Besuch in unserem Vaterlande- es war gegen Ende der achtziger Jahre gemacht habe. Befonders charakteristisch fand er die Mannigfaltigkeit der Erzeugnisse, die in einer Fabrik hergestellt wirden. Seltsamerwetse war er auch von einigen fühnen Maschinenkonstruktionen überrascht. Das ist erstaunlich aus dem Grunde, weil wir ja gewöhnt sind, Amerika als das Land der gewagten Fabrikationsmethoden anzusehen. So stand er lange vor einer Bergmannschen Maschine, die mit Hilfe eines hydraulischen Drucks von 150 Atmosphären einen glühenden, dicken Messingklotz mit großer Geschwindigkeit in dret lange, dünne Drähte verwandelt. Auch die in der Tat in Deutschland sehr wett vorgeschrittene Technik des Stanzverfahrens fesselte ihn sehr. Es werden da durch einen einzigen Schlag der mächtigen Stanze auf einen glühenden vierkanttgen Messingklos ganz komplizierte Formen wie Schautfeln für Dampfturbinen oder Verteilungsdosen für Let= tungen herausgeschlagen. Edison steckte eine besonders fompliziertes Stanzstück in setne Tasche, um es für feine Sammlungen nach Amerika mitzunehmen.
Der alte Herr tit fast unermüdlich. Nach den vielen anstrengenden Reisetagen im Automobil, die er hinter sich hat, war er gestern frisch genug zu einer stundenlangen Wanderung durch die Fabriken, und abends besuchte er dann noch ein Kinematographentheater. Anderthalb Stunden lange unterhielt sich der große Erfinder dort sehr gut. Schließlich wurde er vom PubItfum erkannt, das ihm lebhafte Ovationen darbrachte. Von einem Bekannten gefragt, ob er im finematographischen Theater auch etwa lernen wolle, antwortete er: „ Ob ich will? Aber natürlich! Und glauben Ste mir, hter
2. Kapitel.
Es war am anderen Morgen gegen sieben Uhr. Das Dienstmädchen Auguste hantterte schon etne Welle in der Küche umher, hatte das Frühstücksbrot, das vom Bäckerjungen in einem Beutel an die äußere KorridorHtr gehängt worden war, hereingenommen und war fetzt dabet, den Kaffee zu fochen. Gleich nach 7 Uhr pflegte die gnädige Frau nach dem Frühstück zu schellen, und das Mädchen wußte, daß die Herrin sehr ungehalten werden konnte, wenn sie das Gewünschte nicht gleich erHtelt. Ste htelt deshalb das filberne Tablett mit dem Service berett, um auf das erste Klingelzeichen alles hineintragen zu können.
Aber es wurde ein viertel auf acht, es wurde halb acht, ohne daß das Zeichen kam. Sie begann unruhig zu werden. Kett Laut war aus dem Vorderzimmer zu hören, und diese unheimliche Stille beängstigte ste. Es war, als wenn etwas Bedrückendes in der Luft läge, das thr Furcht einflößte. Warum schlummerte Ste gnädige Frau gerade heute so lange, wo es doch bekannt war, daß es mit dem Herrn feden Augenblick zu Ende fein fonnte? Ste trippelte aufgeregt hin und her, legte das Ohr an die Küchentür und öffnete sie schließlich, um zu lauschen; aber es blieb alles still wie zuvor.
Was follte sie nur tun? An die Tür der Herrin zu klopfen, wagte sie nicht. Einmal hatte ste es getan und war deshalb gescholten worden, sie solle sich das nicht noch einmal unterstehen, wenn sie nicht ihre Kündigung haben wolle.
Doch allein in dieser Ungewißheit zu bleiben, dazu fürchtete fte sich zit sehr, und so schlich sie endlich, es war bereits dreiviertel acht geworden, an das Zimmer der Diakonissin und Klopfte dort erst schüchtern und dann, als feine Antwort fam, etwas lauter.
Es währte eine ganze Wetle, ehe sich drinnen etwas regte. Es war, als wenn sich jemand tm Bett
fann man es! So wunderschöne Bilder wie hier haben wir„ drilben" denn doch nicht! Uebrigens muß ich noc ein wenig weiter lernen". Sprach's und lief davon
Im letzten Stadium.
Die Marokkoverhandlungen dürfen, soweit sie Mas rotto selbst betreffen, als erledigt betrachtet werden. Es handelt sich nur noch um redaktionelle Formalitäten. Benn nicht die französische Regierung in einigen, int Berlin als minderwichtig betrachteten Einzelheiten eine unerwartete Hartnäckigkeit gezeigt hätte, so wären die Besprechungen schon mit Ende voriger Woche zum Ab schluß gekommen, wie es in wohlunterrichteten Seretsey erwartet worden war. Es wird nunmehr sogleich zur Regelung der Sompensationsfrage geschritteit werden. Obgleich diese Verhandlungen sich noch etwa eine Woche hinziehen können, werden in Berlin nens nenswerte Schwierigkeiten nicht erwartet.
Eine Friedensrede des französischen Ministers präsidenten.
Ministerpräsident Caillaux hielt in Alencon bei einem aus Anlaß der Einweihung des neuen Postges bäudes veranstalteten Festessen eine Rede, in der er betonte, man solle die Schwierigkeiten der gegenwär Higen Lage nicht überschätzen. Frankreich wird, sagte er, fich bemithen, die durch die Folge der Ereignisse in Marokko geschaffene Lage zu klären und zwar in einer Weise, die Frankreich volle Aktionsfret heit in dem Landstriche gibt, der wichtige Teile seines afrikanischen Besizes berührt. Frankreich betreibt dic tentge Lösung, die ihm allein seiner würdig scheint. Es brachte in die Verhandlung den weitherzigen Geist der Versöhnung und des Verständnisses für die Interessen der Gegenpartet mit, eifrig bemüht, seine eigenen Interessen zu wahren. Wir zweifeln nicht, daß die beiden großen Nationen, deren Rolle als Kultur träger in der Welt so groß ist und die beide den Wil Ien zum Frieden und die gleiche Sorge haben, ihn zu sichern, zu einem dauernden Einvernehmen ge= langen werden, das kein schmerzliches Gefühl hinter laffen wird, wenn jeder das Wort bedenkt:" Geschäfte und es handelt sich hier um ein Geschäft. sind nur gut, wenn sie zum Vorteil beider Parteien sind."
Drabtnachrichten und Deuestes.
Blutiges Eiferfuchtsdrama. Berlin, 25. September. Ein blutiges Eiferfuchtsdrama hat sich gestern vormittag im Osten der Stadt abgespielt. Im Hause Kochhannstraße 25 vers fuchte der 34jährige Schlossergeselle Paul Bryller die von ihrem Manne getrennt lebende Schlossersehefrau Hedwig Mitschmann durch einen Schuß zu töten, nachdem ein heftiger Streit mit dem unerwartet Heimgefehrten Manne voraufgegangen war. Nach einem verettelten Selbstmordversuch des Täters wurde dieser ver haftet. Frau Mitschmann liegt hoffnungslos darnieder. Eine wohltätige Stiftung.
Dortmund, 25. September. Die Teilhaber der Maschinenfabrik Schüchtermann& Seremer in Dortmund haben eine Stiftung von 100 000 Mart zugunsten der Arbeiter und Invaliden des Werkes sowie deren Witwen gemacht.
Großer Fabrikbrand.
Kaiserslautern, 25. September. Die Jalousiefabrit von Gebr. Burki ist durch ein Großfeuer zerstört worden. Man vermutet Brandstiftung.
Der Attentäter Bagrow gehängt. Petersburg, 25. September.( Privattelegramm.) Der Mörder Stolypins, Bagrow, wurde gestern nacht im Kiewer Festungshof gehängt.
Tragödie in der Familie eines französischen Edelmannes.
Paris, 25. September. Gestern abend erschoß der 18jährige Sohn des Barons Gouvringny bei Falatse in der Normandie seinen Vater, als er im offenen Wagen heimkehrte. Der Sohn gab an, daß er im Auftrage seiner Mutter gehandelt habe, die neben ihm gestanden habe, als er den Schuß abgab. Mutter und Sohn wurden verhaftet.
Ein französischer Panzer infolge Explosion gesunken. Angeblich 500 Menschen umgekommen.
Die französische Marine wird vom Unglück verfolgt. Noch sind die neun Opfer des Unglücks auf der " Gloire" nicht alle bestattet, noch steht man in Frankreich unter dem Eindruck des Unglücks auf der Marseillaise", und schon wieder hat eine Statastrophe die französische Kriegsflotte heimgesucht. Diesmal ist das Unglück in feinen Folgen ganz furchtbar. Fast die gefamte Besatzung des verunglückten Schiffes soll dabet ums Leben gekommen sein. Der Draht meldet uns:
Toulon, 25. September. Infolge eines im Kohlenraum ausgebrochenen Brandes explodierte heute früh der Kessel des Panzers" Liberté". Das Saiff fant in 19 Minuten. Angeblich sind 500 Personen umge= kommen. Einige Matrosen, die ins Wasser gesprungen waren, konnten durch Boote gerettet werden.
hin- und her bewege und dann ertönte unter lautem Gähnen die Stimme der Diakonissin.
" Ja! Was gibts denn? Werde ich gewünscht?" " Ach, Fräuleinchen," sagte das Dienstmädchen kläglich,„ bet der Herrschaft ist es so merkwürdig stille die gnädige Frau hat auch noch gar nicht das Frühstück verlangt="
„ Wie? Aber es ist ja gleich acht Uhr!" rief die Pflegerin. Warten Sie, ich werde sofort tommen!"
Nach kurzer Bett öffnete sie die Tür und vollendete, während das Mädchen auf sie wartete, rasch ihre Morgentotlette. Sehr schnell hatte sie sich das Gesicht gewaschen, die Haare in einen Knoten gewunden, ihr schwarzes Kostüm angelegt und die schwarze Haube mit den weißen Streifen, unter dem die rötlich schimmernden Haare ganz verschwanden, aufgesetzt. Aber der rofige Schein der Jugend, der sonst des Morgens auf thren zarten Wangen lag, zeigte sich heute nicht. Ihr Gesicht war auffallend blaß, die grünlich schimmernden Augen lagen tief und hatten dunkle Ränder, und thre Bewegungen waren hastig, nicht so abgemessen wie sonst. " Wie sehen Ste denn aus, Fräuleinchen?" sagte das Mädchen erstaunt.„ Haben Sie schlecht geschlafen?" „ Ja, sehr schlecht, Auguste! Ich habe allerhand gräßliche, beängstigende Träume gehabt, und nun fühle ich mich matt und habe Kopfschmerzen. Aber darauf darf ich kein großes Gewicht legen, ich darf nicht an mein eigenes Befinden denken; denn ich bin nicht mehr für mich auf der Welt, sondern für andere. Und nun werde ich hinübergehen und nachsehen, weshalb die gnädige Frau noch nicht gerufen hat.".
Ste wanfte, als sie das 3tmmer verlassen wollte und mußte sich auf einen Stuhl niederlassen.
Ste find wirklich frank, Fräulein!" rief Auguste erschrocken.„ Wollen Sie nicht lieber ruhen, und soll ichs nicht darauf ankommen laffen, gescholten zu wer ( Forts. folgt.) den, und selbst nach vorne gehen?"


