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mit einem anderen Autombil zusammen, so daß die In­faffen sehr schwer verlegt worden.

Falsche Zwanzig- und Zehnmarkscheine sind gegen­wärtig in ziemlich erheblicher Menge in zahlreichen Städten und Ortschaften der Mark Brandenburg in Um­lauf. Die Falfififate werden hauptsächlich an den Sonn­tagen in den besuchtesten Ausflugsorten von elegant getleideten jungen Leuten, die zweifellos aus Berlin stammen, in Bahlung gegeben.

Ueber den Gesundheitszustand des Papstes wird der " Köln. Volksztg." aus Rom gemeldet, daß der Papst alle Audienzen bis auf weiteres hat absagen lassen. Der Bapst leidet seit mehreren Tagen an Heiserkett und et ner Halsdrüsenanschwellung, auch die Bronchten sind angegriffen; er hütet aber nicht das Bett.

Ein Dienstmädchen als raffinierte Diebin. Einem Wirt in Mannheim wurden von seinem erst vor zwet Tagen eingetretenen Dienstmädchen Geld und Wartpa= ptere im Betrage von zirka 7000 Mart gestohlen. Das Mädchen wurde verhaftet, als sie sich gerade in einem Warenhaus eine neue Kleidung getauft hatte. Das ge stohlene Geld fand sich auf dem Grabe der Mutter des Mädchens versteckt vor.

Todessturz aus dem vierten Stocwert. In Mün= chen ist die zwölffährige Tochter eines Dienstmanns aus dem Fenster der im vierten Stockwerf liegenden elter­lichen Wohnung auf die Straße hinabgestürzt. Das Kind fand den Tod. Der Vater wollte nachspringen, nach mehreren vergeblichen Selbstmordversuchen ist er wahn finnig geworden.

In einer Sandgrube verschüttet wurden beim Sand­holen in Faulenhorst bet Stendal das Dienstmädchen eines Landwirts und die beiden Kinder des letzteren. Alle dret fonnten nur als Leichen geborgen werden.

Den Hungertos gestorben ist, nach amtlicher Fest­stellung ein Schauspieler. namens Anton Bretsch auß Budweis in Böhmen, der gestern unterhalb des Wege­bronnens bei Brettungen im Südharz tot aufgefunden wurde.

Aus Furcht vor der Cholera haben in der Umge­gend von Messina, wo jüngst die Unruhen wegen der fanitären Maßnahmen gegen die Cholera stattfanden, fast alle Einwohrer ihre Häuser verlassen und wett draußen ein Feldlager aufgeschlagen. In einem Orte find allein über 7000 Einwohner geflohen.

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1.)

Bei dem Brande eines Arbeiterwohnhauses bet Lübeck kamen zwei Arbeiter ums Leben, zwet andere erlitten schwere Brandwunden. Ein Arbeiter wird ver­mißt. Man glaubt, daß er als Leiche unter den Trüm­mern flegt.

Großer Hotelbrand. Das große Hotel im galizi schen Badeorte Krynica ist in der vergangenen Nacht vollständig abgebrannt. Die 160 Hotelgäste konnten nur mit Mühe das nackte Leben retten.

Bahnräuber bei der Arbeit. Auf der Fahrt nach Herkulesbad in Ungarn wurde einer Dame ein Stoffer, der Wertgegenstände im Betrage von 70 000 kronen enthielt, von unbekannten Tätern gestohlen.

Ein Bombenattentat auf ein Fährboot im Neuvor­fer Hafen verursachte gestern große Vanik. Die Bombe explodierte in der Mitte des Hudsonflusses und war ge­gen das Eigentum eines Jtalteners, der wiederholt von der Schwarzen Hand gewarnt worden war, gerichtet. Der Schaden ist gering.

Eine Pulverfabrik in die Luft geflogen. Bet Köf= lach in Steiermark ist gestern nachmittag eine Pulver­fabrik in die Luft geflogen. Vier Arbeiter wurden zer­rissen.

Wissenschaft, Kunst und Litteratur.

Waffermangel in Paris. Sett dem Weltausstel| lungsjahre 1900 hat Paris noch nicht wieder einen so heißen Sommer gehabt wie in diesem Jahre. Seit dret Wochen herrscht eine von Tag zu Tag steigende Glut­hizze, kein Tropfen Regen ist in dieser Beit gefallen. Sonntag erreichte die Temperatur 35,5 Grad im Schat ten, in der Sonne wurden auf den Boulevards 54 Grad Celsius gemessen. Sehr empfindlich macht sich der Was= fermangel fühlbar, allnächtlich furz nach 10 Uhr werdent die Wasserleitungen abgesperrt, um erst wieder am Morgen gegen 7 Uhr freigegeben zu werden. In den Straßen stürzten viele Droschkenpferde aus Ermattung nieder. Die Sanitätswachen hatten den ganzen Tag über zu tun, da zahlreiche von Sizschlag Betroffene ein= geliefert wurden.

In ihren Betten verbrannt. Im berüchtigten Houndsditch- Viertel in London, dem Schauplatz man­cher Kämpfe zwischen Poltzet und Verbrechern, ist Sonntag mittag Großfeuer ausgebrochen, dem zwei Menschenleben zum Opfer ftelen. Der Brand entstand In der Wohnung einer armen israelitischen Familie in etnem der baufälligen Mietshäuser. Das Feuer griff

mit rafender Geschwindigkeit um fich, und der sich ent­wickelnde Rauch erschwerte das Rettungswerk sehr. Ehe dte Feuerwehr mit Lettern und Sprungtüchern zur Stelle war, versuchten mehrere Polizisten, die verqualm­ten Treppen emporzubringen und einige Kinder in St­cherheit zu bringen, die hilferufend an den Fenstern der oberen Stockwerfe erschienen. Dret konnten in Sicher­heit gebracht werden; zwei von ihnen sind in den Flam­men umgekommen. Man fand sie in ihren Betten als verkohlte Leichen. Das große Mietshaus ist vollkom men niedergebrannt.

Neue Forschungen über den Krebs. Aus London wird berichtet: Das von dem britischen Fonds für Krebsforschung unterhaltene Laboratorium, das sich un­ter der Leitung von Dr. Bashford seit Jahren mit au­ßerordentlich verdienstvollen Forschungen über den Krebs beschäftigt, hat soeben einen bedeutungsvollen Bericht über die bisher geleistete Arbeit veröffentlicht. 3um erstenmal fann einwandfrei Berichtet werden," so berichtet Dr. Bashford, daß die immer wieder auftau­chenden Gerüchte von einer Zunahme der Krebsfrank­hetten unberechtigt sind." Das wichtigste aber ist die auf Grund von zahlreichen Versuchen gewonnene Er­fenntnis, daß Krebs nicht ansteckend ist. Die Expert­mente und Forschungen führtent zu der Erkenntnis, daß die meisten Krebsleiden tit der Regel auf die fort­dauernde Erregung gewisser Körperteile zurückzuführen find. Erperimente mit Mäusen haben gezeigt, daß der Brustkrebs sich bei diesen Tieren in der Tat bisweilen vererbt, aber der Gelehrte weist ausdrücklich darauf hin, daß aus diesen Beobachtungen noch keineswegs auf eine allgemeine Erblichkeit des Krebses geschlossen werden könne. Einen lichten Ausblick in die Zukunft gewähren die Beobachtungen, nach denen bet etner ganzen Rethe von frebskranken Mäusen das Leiden durch einen na­türlichen Heilungsprozeß ertötet wurde. Aehnliche Er­scheinungen wurden auch bei menschlichen Krebsleiden­den festgestellt. Es scheinen sich bet diesen Heilungen gewisse Umwandlungen der Krebszellen zu vollziehen, die noch näherer Untersuchung bedürfen.

Vermischtes.

Kaufläden ohne Verkäufer. In den nördlichsten Teilen von Amerika, den Regionen der wertvollsten Belztiere, find die Ansiedlungen sehr dünn gefät; die Belztierjäger, die dort ihrem Berufe nachgehen, kommen oftmals monatelang an teine menschliche Ansiedlung. Damit nun die Jäger ihren Bedarf an Nahrungsmit= teln und sonstigen Gebrauchsgegenständen decken kön­nen, haben die großen Gesellschaften, die mit den Pelz= fellen Handel freiben, an verschiedenen Zusammen­funftsorten der Pelzjäger Warenhäuser im kleinen ein­gerichtet. Dort find alle Gegenstände zu haben, die der Belzfäger bei seinem aufreibenden Beruf braucht und ebenso auch alle notwendigen Nahrungs- und Genuß= mittel, wie Tabat, Spirituosen usw. Das Merkwürdige an diesen Kaufläden aber ist, daß es ihnen keine Ver­fäufer gibt. An jedem einzelnen Gegenstand ist der Preis verzeichnet; der Jäger legt den veranschlagten Preis hin größere Gegenstände werden in Fellen be­zahlt und nimmt dafür den Gegenstand an sich. Es foll noch nie vorgekommen sein, daß ein derartiger Ver= taufsstand etwa ausgeraubt oder nicht der richtige Preis hingelegt wurde. Von Zeit machen Angestellte der gro= Ben Handelsgesellschaften die Runde, bringen auf ihren Schlitten neue Ware und nehmen die für die verkauf­ten" Waren entrichteten Werte mtt. Diese sehr einfache Art des Tauschgeschäftes stellt den Belziägern jedenfalls das rühmliche Zeugnis größter Ehrlichkeit aus.

Verwegener Juwelenraub. Ein Diebstahl auf of= fener Straße wurde gestern mittag in Neuyork am hell­lichten Tage verübt. Zahlreiche Menschen befanden sich in den Straßen. Eine Gruppe von elegant gekleideten Personen machte sich in der Nähe eines Juwelterladens bemerkbar. Plößlich schlug einer von ihnen mit einem Stock die Fensterscheibe ein, während ein anderer eine Tablette mit wertvollen Diamantringen herausriß. Der Ladeninhaber des Nachbarhauses gab einen Re­volverschuß auf die Banditen ab, traf jedoch nicht. Da­gegen antwortete einer der Banditen mit einem Revol­verschuß, der den Mann schwer verlegte. Das Publi­fum war vollständig konsterniert, und diesen Augen­blick benutzten die Diebe, um noch weitere Wertsachen an sich zu reißen, in etn bereitstehendes Automobil zu springen und davonzurasen. Als das Publikum wieder zu sich kam, waren die Banditen schon so weit entfernt, daß an eine Verfolgung nicht mehr gedacht werden konnte.

Arbetter erlitt einen Tobfuchtsanfall und mußte in Ge wahrsam gebracht werden. Auch in der Industrte machen sich die Folgen der anhaltenden Trockenheit be merkbar. So mußten zwei Abteilungen der Weidaer Jutespinnerei und Weberet, in der etwa 400 Arbeiter beschäftigt find den Betrieb einstellen, weil das Wasser der Weida nicht mehr zur Speisung der Dampffefsel usw. ausreichte. In zahlreichen Städten macht sich ein empfindlicher Wassermangel geltend, und man bes fitrchtet eine ernste Gefahr, wenn nicht bald ergiebige Niederschläge sich einstellen.

Der Riesenbrand in Konstantinopel.

Die furchtbare Brandkatastrophe, die, wie gemel det, in der Montagnacht Konstantinopel heimsuchte, hat unbeschreibliches Elend

Ueber eine Audienz bei dem Khediven von Aegyp­ten, dem Vorgänger des jetzigen Khediven, die durch die Ernennung Lord Kitcheners zum diplomatischen Agen­ten in Aegypten ein erhöhtes Interesse gewinnt, erzählt ein Ingenieur einige spaßhafte Erlebnisse. Die Audienz ging bei allem Zeremoniell doch ohne jede Förmlich­tett vor sich. Besonders die Diener schienen ohnen je­den Respekt zu sein. Während der Audienz brauchte der Khedive sein Taschentuch, konnte es aber nicht fin­den, obgleich er es links und rechts auf dem Divan und in den Taschen suchte. Ein Diener rtef ihm vom Ende des Saales her zu, es wird sich schon einfinden. Nun ja," antwortete der Vizekönig, es ist aber nicht da."" So fucht wieder in der anderen Tasche", rief der Diener. Ich habe aber gar fein Tuch!" schrie der Khe­dive. Ganz bestimmt, Du hast eins!"" Nein, ich habe keins!"" Sicher, Du hast eins!" und der Diener ging auf den Gebieter zu und griff in die Tasche setner Jacke. Als er hier das Tuch nicht fand, befühlte er thn rings um die Hüften, ob er es vielleicht in die Leib­binde gesteckt habe. Da es auch hier nicht war, tippte er den König erst nach rechts, dann nach links liber, ob er etwa darauf size. Alles das Iteß der Gebieter ruhig geschehen. Nun fuhr der Diener bis zum Ellen­bogen in eine Tasche der Pluderhosen des Vizekönigs, brachte aus dieser einen Rosenkranz und verschiedene andere Dinge hervor, die er auf den Divan legte, aber das Tuch war nicht da. So trat er auf dte andere Sette, griff wundersam tief in die Tasche, fischte das fehlende Tuch hier heraus aus seinem Versteck, drückte es dem Gebieter mit Ernst und Ehrerbietung in die Hand und ging zurück auf seinen Plab.

Ein neuer Tenor entdeckt. Einem neuen Tenor ist man am Starnberger See auf die Spur gekommen. Die Gäste etnes Strandlokales vernahmen abends plötzlich von den Useranlagen her einen kräftigen ho­hen und ganz wundervollen Tenor, der augenblicklich eine Schar Münchener Bühnenkünstler in Aufregung brachte. Man ellt hinaus und sucht; man findet einen ungen Menschen in beschmustem Arbeitstittel. Freund­Einladung nett, er geht nicht mit, Aber man würde hit la bezahlen! Nein, netn. Man btetet bis 50 Mart Dinauf; nein, er geht nicht. Wann i finga mag, fing i r mt alloa!" Sprachs und ging zu den Kameraden den Tubingerhof" und fang bis Milernacht. Der Tenor, in dessen Stimme nach Aussage derer, die ihn örten, viel Großes" Itegen fon, ist also vorläufig noch mentdeckt geblieben. Nur soviel hat man über den zu­fitnftigen Lohengrin erfahren, daß er Bahntaglöhner

Starnberg ist, gegenwärtig 28 Benze zählt und mit Vornamen Lenzi heißt.

über die osmantsche Hauptstadt gebracht. Viele nackte Frauen sprangen zwischen den brennenden Häusern umber, einzelne mit Kindern auf den Armen, andere mit den zwecklosesten Dingen beladen, heulend und schreiend, manche sich in Krämpfen am Boden windend. Hohe Offiziere in Galauniformen und mit reichem Or­densschmuck fuhren auf efelbespannten Müllabfuhrwa­gent ihren Hausrat weg. Hodschas suchten die Menge zu beruhigen und sie zur Serrichtung eines provisort fchen Zeltlagers zu bewegen, das sich nun hinter der Hayafidmoschee bis Afferai und Kumfapu aufzubauen beginnt, wo früher die belebtesten Viertel Stambuls standen. Viele Leute warfen ihren Besitz selbst ins Feuer, nachdem sie wie die Irrsinnigen stundenlang zwischen den Flammen umbergeirrt und vom Militär bald hierhin, bald dorthin getrieben worden waren, ohne eine sicheren Platz finden zu können. Die Not ist groß. Viele hundert Menschen haben nur gerettet, was fie auf dem Leibe trugen.

Naiv. Als wahres Geschichtchen erzählt die Mün­chener Jugend: Leutnant X. will einen Kameraden in der Rettbahn sprechen. Da es verboten ist, in der Reit­bahn zu rauchen, übergibt er vor Eintritt einem ula­nen, der das Tor zu öffnen hat, die Zigarre. Als der Offizier die Bahn verläßt, hält der Ulan dem Leutnant den Tabak hin. Na, 3istat, brennt er noch?" frägt so nebenbet der Offizier. Wie' n geölter Blizz fährt die Giftnudel in den Mund des Rekruten und' ne Niesen­dampfwolte in die Luft blasend, meldet 3tskat: Befell, Herr Lettnant."

Auch Athleten. August: Weißte, ich hab Dir solche Forsche in meinen Händen, daß ich een Taler in zwet Stücke zerbrechen könnte, wenn tch een hätte!" Frib: Wenns weiter nischt is; ich kann een Goldfuchs kleene friegen wenn tdk een hab

Von der Hitze.

Von den Brandstiftern,

von denen nach amtlichen Angaben mindestens dreißig am Werke gewesen sein müssen, die nach einheitlichem Plan arbeiteten und es vor allem auf das Kriegsmint sterium abgesehen hatten, sind zwölf bereits verhaf­tet worden. Sie dürften friegsgerichtlich verurteilt werden. Der Schaden ist ungeheuer groß. Der Mor genwind begünstigte das Feuer, das rasend in wetter Linie fich verbreitete. Die Feuerwehr des deutschen Stationsschiffes und der englischen Stationäre eilten zur Hilfe herbet. Erst Montag vormittag gegen 11 Uhr konnte man des Feuers Herr werden, das zehn Stadt­viertel und fast 10 000 Häuser zerstört hat. Die Rabl der abgebrannten Gebäude beläuft sich nach neueren Meldungen auf 7500. Die Verletzungen des Kriegs­ministers sind nur leichter Natur und in einigen Tagen wird er das Bett wieder verlassen können. Für die Opfer der Katastrophe wurde eine nationale Substrip­tion eröffnet, wozu der Sultan 50 000 Mark zeichnete. Die Regierung stellte 10 000 Zelte für die Obdachlosen zur Verfügung.

Size überall in Europa. Das ist noch wenigstens etn Trost für alle, die jetzt unter der gewaltigen Hize zu leiden haben. So wird aus London gemeldet: Die mördertsche Size in Südengland ist am Sonntag noch um 2 Grad gestiegen, so daß in London das Ther­mometer 38 Grad Celsius zeigte. Von den zahlreichen Sißschlägen sind 8 tödlich verlaufen. Aus den Provinz­städten werden zahlreiche Schadenfeuer gemeldet, da oft ein Funten genügt, um die ausgetrockneten Scheunen und das dürre Gebält der Häuser in Brand zu setzen. Auch Paris steht unter dem Zeichen der Hizwelle. Im Laufe des Sonntags erreichte die Temperatur eine Höhe von 38 Grad Celsius im Schatten. Viele Ver= sonen sind vom Hizschlag getroffen worden und mußten arztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Vom Rhein meldet der Draht: In den letzten Tagen sind auf der niederrheinischen Strecke Cöln- Duisburg insgesamt 30 Personen durch Hißschlag oder Ertrinten im Rhein zu Tode gekommen. Die Size hält in unverminder­ter Stärfe an. Am Sonntag erreichte sie an einzelnen Stellen die enorme Höhe von 40 Grad Celsius im Schatten. Bei einem Schweinetransport nach dem Cöl­ner Viehhofe verendeten infolge der Hitze 314 Schweine.

Ein neuer Brand.

Nur tnappe vier Stunden währte die Feuerpause. Während die diplomatischen Vertreter gestern nachmit­tag auf der Pforte vorsprachen, um bet der entsetzlichen Katastrophe, welche Stambul heimgesucht hat, thr Bet­leid auszudrücken, während aus Tausenden von Trüm­merfeldern noch unaufhaltsam Rauchwolfen emporstte­gen und die Behörden Maßnahmen trafen, 60 000 bis­her obdachlos gewordene Menschen auss notdürftigste in gelten unterzubringen, gelten von neuem die schred= lichen Rufe Großfeuer! durch die Straßen. In Alvar­ferail in Stambul unmittelbar bei dem griechischen Patriarchat, und in dem am Goldenen Horn sich hin­ziehenden Stadtviertel Balat, welches größtenteils spa­nische Juden bewohnen, wittete bald in entsetzlicher Weise das Element; bis abends lagen in diesen Vierteln 800 Häuser in Asche. Die Feuerwehr erweist sich als machtlos; wenn nicht besondere Umstände mitwirken, ist ein Aufhalten der Heimsuchung gar nicht abzusehen. Immer mehr nimmt die Ansicht zu, daß hierbei die schändlichsten Verbrechen mitwirften. Ueber 200 Ver­haftungen wurden vorgenommen. Stambul bietet den trostlosesten Anblick des Jammers. Der Verkehr der Wagen und Tramways ist vollkommen eingestellt; die Remisen der letzteren fielen ebenfalls der Katastrophe zum Opfer.

Ebenso herrscht in der Provinz Sachsen und in Thüringen seit Sonnabend eine glühende Hive, die am Sonntag 37 Grad Celsius im Schatten und 47 Grad Celsius in der Sonne erreichte. In Halle und Umge­bung sind zahlreiche unglücksfälle infolge von Hinschlag zit verzeichnen, von denen vier tödlich verliefen. Ein

Die Bauart der Häuser von Konstantinopel.

Bon einem Kenner Konstantinopels wird der Inf." über die Ursachen der schnellen Verbreitung des Brandes folgendes geschrieben: Die Hauptursache für das schnelle Umsichgreifen der Flammen bei fedemt Brande Konstantinopels ist in erster Reihe in der Bau­art der Häuser zu suchen. Es gibt vier verschiedene Bauarten. Die feuerfesteste Art stellen die sogenannten Karawansereien in Stambul dar, die über Brandmaus ern von 1 Meter Dicke verfügen. Es sind ungefüge Bauten, die einer Ausdehnung des Brandes manchen Widerstand entgegensezen. Die zweite Art der Häuser findet sich in Galata und Pera. Es sind schöne moderne Einfamilienwohnungen und werden meist von Europä­ern bewohnt. Ste sind nach der Art der Villen in un­seren europäischen Städten erbaut. Die dritte Art tst bet\ den kleinen Häusern im türkischen Viertel vertreten. Es sind Holzhäuser, denen das Aussehen richtiger Häuser dadurch verliehen ist, daß sie mit Mörtel bewor­fen sind. Diese Häuser bieten naturgemäß den Flam­men nur wenig Widerstand. Schon besser sind hierin die Häuser der vierten Art zu bewerten, die einen stet­nernen Unterbau und einen hölzernen Oberbau haben. Aber auch diese Häuser bieten noch eine große Gefahr. für die Entstehung von Bränden, da gewissermaßen immer nur die Hälfte der Häuser feuersicher gebaut ist. Die moderne Zeit weist allerdings frog aller dieser Mängel schon ungeheuere Verbesserungen beim Bau der Häuser auf. Früher waren die Häuser eine schwere Gefahr für die Sicherheit der Stadt. Das läßt sich schon daraus erkennen, daß in drei verschiedenen Brän­den nicht weniger als 20 000 Säuser den Flammen zum Opfer fielen. Im Jahre 1870 vernichtete der große, Brand allein 7500 Säufer und das ungeheuere euer vom 24. August 1908 forderte 6000 Säufer. Vielleicht wird man jetzt in Konstantinopel endlich daran gehen, auch für die Feuersicherheit der menschlichen Wohnun­gen die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.

Drahtnachrichten und Deuestes.

Von der Schwiegertochter ermordet. Hirschberg. 25. Jult. Die Frau eines Zimmer­maunes in Schwerta imRiefengebirge erschlug im Walde ihre 74jährige Schwiegermutter. Durch einen Polizei­hund wurde die Mörderin gestellt, die dann auch ein Geständnis ablegte.

Abermals ein Flieger zu Tode gestürzt. Mosfaut, 25. Juli. Heute früh 7 Uhr stieg der Aviatifer Slusarento mit einem Passagier auf. In der Nähe von Barsfote Gelo stürzte er aus bedeutender Söhe ab. Der Passagier war sofort tot, der Flieger hat beide Betne gebrochen. Der Apparat tst zerstört.

Die Choleragefahr in Neuyort. Neuvorf, 25. Juli. In das städtische Hospital ist ein cholerafranter Seemann gebracht worden, der schon vor 20 Tagen in Neuvort landete,