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Dom Deutschen Kriegerbund.

Die 34. Zagung des Bundes

hat am Sonntag in Detmold stattgefunden. Zu den Berhandlungen war auch Fürst Leopold von Lippe­Detmold erschienen. Zu Beginn der Tagung teilte der Stellvertretende Vorsitzende Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Westphal( Berlin) mit, daß der anstelle bes verstorbenen Generalleutnants von Spitz gewählte erste Vorsitzende Generaloberst v. Lindequist plötz= Itch ertranft und daher verhindert set, an der Tagung tellzunehmen. Er habe jedoch eine Erklärung übersandt, in ber es nach einem warmen Nachruf auf General von Spit heiße: Wir, die wir seine Nachfolger geworden find, wollen in seinem Geiste innerhalb unseres Kreises weiter arbeiten. In erster Linie fann fein zweifel darliber herrschen, daß die deutschen Kriegervereine wie früher so auch fest den mächtigen Wall gegen die Partet des Umsturzes bilden müssen, und daß dem Manne, der dies zuerst klar erfannt hat, unserem verstorbenen Vor­fizenden von Spiz, der Dank des Vaterlandes und des Deutschen Kriegerbundes dafür gebührt. Obwohl in unserem Programm jede Erörterung politischer und re­Itgiöser Angelegenheiten ausgeschlossen ist, so ist es selbstverständlich, daß wir unsere

Stellung zur Sozialdemokratie

den. Wir wollen auch die kleinen Handwerter und Beamten an der Kasse teilnehmen lassen. Dadurch schädigen wir die christlichen Gewerkschaften nicht. Die Stasse müßte sich natürlich auf die Unterstützung bei Aussperrungen und nach Beendigung von Streits be­schränken, denn wir müssen neutral bleiben und haben mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu rechnen. Wir verlangen, daß unsere Arbeiterfameraden der Sozial­demokratie und ihren Gewerkschaften unter allen um­ständen fernbleiben. Dann müffen wir ihnen aber ein Aequivalent schaffen, und ich hoffe, daß Sie in diesem Sinne unserer Resolution zustimmen werden."

genau präzisieren. Es ist also gleichgültig, ob femand von unseren Kameraden liberal oder fonservativ ist, oder ob er dem Zentrum angehört. Wenn er nur die monarchische Gesinnung auf seine Fahne geschrieben hat, so ist er bei uns hoch willkommen. Der Krieger­bund hat die Pflege der vaterländischen Gesinnung in den Vordergrund seiner Bestrebungen gestellt, und so fann es feinem Zweifel unterliegen, daß fein Kamerad der Sozialdemokratie angehören darf." Es set ausge­schlossen, daß Arbeiterfameraden event. freien Ge= wertschaften angehören, deren revolutionäre Ten­denzen durch die Verhandlungen des Dresdener Ge­wertschaftsfongresses erneut dargetan seien, wohl aber christlich- nationalen Gewerkschaften.

Der Vorsitzende legte hierauf den Geschäftsbericht vor, aus dem hervorgeht, daß die gesamten Leistungen des Bundes gegen das Vorjahr um 1% Millionen Mark gewachsen sind. Sodann trat die Versammlung in die Beratung der zahlreichen Anträge ein. Zu dem Punkte der Tagesordnung

Nachdem die beiden anderen Resolutionen zurückge­zogen sind, wurde die Resolution des Vorstandes an­genommen.

Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit der Veteranenfürsorge und der Kriegerwaisenhausfrage. Für den nächsten Tagungsort wurde einstimmig Bres­lau gewählt.

Zwischenfall während eines Gottesdienstes.

Eigenartige Demonstration gegen Jatho.

Der Hauptgottesdienst in der Luisenkirche in Char­lottenburg wurde am Sonntag auf eigenartige Weise unterbrochen. Da das Militär in Charlottenburg feine eigene Garnisonskirche hat, so hat das Elisabeth- Garde­Regiment mit der Luisengemeinde einen Gastvertrag abgeschlossen, der den Mannschaften den Besuch des Gottesdienstes ermöglichen soll. Am Sonntag waren nun zur Predigt drei Kompanten und eine Maschinen­gewehrabteilung in Begleitung ihrer Ofifztere erschte­nen. Pfarrer straat, ein liberaler Geistlicher, sprach über den all Jatho im Anschluß an den Text: Ist es Menschenwert, wird es untergehen, ist es Gotteswerk, wird es fortbestehen." Er sprach dabei auch von der Bibel

Soziale Aufgaben des Kriegervereinswefens lag ein Antrag des Kriegervereins Wülfel( Hannover) vor: Der Bundestag wolle in eine Beratung darüber eintreten, welche Einrichtungen vom Deutschen Krieger­bunde zur wirksamen Bekämpfung der Sozialdemokratie getroffen werden müssen und die weitere Bearbeitung dieser Frage einer vom Bundestage zu wählenden Kom­mission übertragen." Ferner verlangte ein Antrag des Kreiskriegerverbandes Spremberg: Der Bundestag wolle beschließen, daß vom 1. Januar 1912 ab eine Steuer von 10 Pfg. pro Kopf und Jahr zur Ansamm­lung eines Fonds bezahlt wird, aus welchem durch Aussperrung arbeitslos gewordene Kameraden unter­stützt werden können." Vom Vorstande lag eine Resolution vor, die besagt. daß der Bundestag dem Bundesvorstande mit der Ausarbeitung eines Projef= tes für die Errichtung einer Versicherungs- und Fürsorgekasse für die durch den Terrorismus der Sozialdemokratte geschädigten Kameraden- Arbeiter be­traut und dem nächsten Bundestag eine geeignete Vor­lage zu machen habe."

det an seine Mitglieder ein Rundschreiben, in dem er die Industriellen und Fabrikanten dringend warnt, den amerikanischen Agenten, die zurzeit in größerer An zahl unsere Industriebezirke bereisen, einen Einblick in die Fabriken zu gewähren, da die Agenten mit ihren Besuchen nur eine Verschleppung der Fabrikationsweise und die Anwerbung gelernter und befähigter Arbeiter bezweckten. Für die Dauer müsse eine derartige Aus­spionierung unserer Industrie für uns verhängnisvoll werden.

Ein Eingeborenenaufruhr in Dentsch- Südwestafrika wurde, wie erst jetzt bekannt wird, vor einigen Wochen in Bethanien rasch unterdrückt. Amtlich wird darüber der Deutsch- Südwestafrik. 8tg." gemeldet: Vor einigen Wochen wurden vom Eingeborenengericht in Bethanient 5 Hottentotten zum Tode und 4 zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die Verurteilten, welche fich arbeitslos in Bethanien herumtrieben und verschiedenen Ansiedlern als Arbeiter zugewiesen werden sollten, haben sich zu gestandenermaßen zusammengetan, um die Weißen in Bethanien zu ermorden und einen Aufruhr zu erregen. Sie hatten zu diesem Zweck ein Gewehr und einen Ka rabiner nebst Munition gestohlen. An den zum Tode Verurteilten wurde am 12. Juni in Bethanien das Ur­teil durch den Strang vollzogen.

und führte aus, daß unsere Kenntnis von dem Wort Gottes auf der Bibel und den Bekenntnisschriften be­ruhe. Die Bibel sei aber nicht, wie man früher geglaubt habe, ein Werf, in dem jedes Wort gewissermaßen von Gott diktiert set, sondern ein Menschenwerk, allerdings ein Werf gottbegnadeter und gottbegeisterter Menschen; aber es feien in ihr nicht nur die grundlegenden Gedan­ten der Religion enthalten, sondern auch menschliche Gedanken. Wo nun die Grenze zwischen beiden sei, das set schwer zu entscheiden. Schon während der ersten Worte hatte sich auf den Bänken des Militärs wieder­holt lebhafte Unruhe bemerkbar gemacht, die beim Schluß dieses Satzes ihren Höhepunkt erreichte. Die Offiziere gaben den Unterofftzteren ein Zeichen zum Aufstehen, und die Unteroffiziere riefen den Mannschaften zit,

das Gotteshaus zu verlassen.

Differenzen im französischen obersten Kriegsrat. Zwischen dem für den Kriegsfall als Generalissimus ausersehenen französischen General Michel, der im Frie den Bizepräsident des obersten Kriegsrates ist, und den Generälen, die Mitglieder dieses Kriegsrates sind, be­stehen ernste Meinungsverschiedenheiten. General Mi­chel soll nach dem Matin" in der letzten Zeit bei wich tigen Abstimmungen mit seinem Votum alleingestanden haben. Dieses Mißtrauen, dem der designierte Genera liffimus des französischen Heeres bei seinen Generälen begegnet, bezieht sich auf wichtige Fragen der Taktik. Es wird behauptet, daß General Weichel im Kriegsfalle der Verteidigungstaktik den Vorzug geben wolle, wäh rend der Kriegsrat für den raschen Angriff set. Die Gegensätze haben sich im Kriegsrat jetzt so verschärft, daß man mit einem Rücktritt des Generals Michel rech­net, obwohl dieser soeben noch eine Inspektionsreife an die Ostgrenze angetreten hat. Diese Reise wird in Pa­ris als ein Zeichen für einen doch nicht ganz befriedi genden Verlauf der Berliner Verhandlungen gedeutet.

Der Auszug der Soldaten aus der Kirche vollzog sich unter erheblichem Geräusch, und etwa 5 Minuten lang mußte der Pfarrer seine Predigt unterbrechen. Von militär- tirchlicher Sette wird erklärt, daß eine allgemeine Vorschrift, nach der Offtztere und Sol­daten einen Gottesdienst verlassen sollen, in dem für den Pfarrer Jatho Partei ergriffen wird, nicht besteht. Pfarrer Kraaß sei kein militärischer Seelsorger, sondern Geistlicher einer Zivilgemeinde, unterstehe daher in ket­ner Weise der militärisch- tirchlichen Gewalt. Ein Ur­tell über die Sachlage set nicht möglich, so lange nicht der Text im Wortlaut vorliege. Freilich set anzuneh­men, daß die Offiziere, denen von berufener Stelle das Zeugnis ausgestellt werden dürfe, daß sie einen besont­ders feinen Taft in firchlichen Angelegenheiten besitzen, nicht ohne Not den Aufsehen erregenden Schritt getan und die Kirche verlassen hätten. Es müsse von der Kan­zel ein verlegendes Wort gefallen sein, so daß sich die Militärs gedrängt gesehen hätten, den Gottesdienst zu verlassen. Hierüber irgend ein Urteil im Augenblick zu fällen, fet ganz unmöglich, so lange nicht die einwand­freie Schilderung des Tatbestandes vorliege.

Geheimer Regierungsrat, stellvertretender Vor­sitzender Westphal führte dazu aus: Es ist zit fra= gen: Ist es überhaupt noch möglich, bei dem großen Wachsen der sozialdemokratischen Gewerkschaften etwas durch die Unterstützung der Christlichen zu erreichen? Sind doch die sozialdemokratischen Gewerkschaften im letzten Jahre um 235 000 Mitglieder gestiegen, ihr Ver­mögen von 50% auf 64% millionen. Da entsteht die Frage: Können wir überhaupt noch mit?( Sehr rich­tig!) Können da vor allem die christlich- nationalen Ge­wertschaften noch mit? Wir wünschen, daß auch diese wachsen und blühen und wünschen ihnen den besten Erfolg. Es ist ganz falsch, daß wir ihnen mit unserer Resolution in die Arme fallen wollen. Alles, was an nationalen Arbeitervereinen im Reiche besteht, wird von uns unterstützt. Aber zusammen bilden sie kaum eine Million gegen die 2% Millionen der Sozialdemo= fraten. Auch diese kleine Zahl fönnte noch viel schaf= fen, wenn sie einig wäre, womit es leider sehr ha­pert. Trotzdem sind wir im Vorstand der Meinung, daß das große Kriegervereinswesen wohl in der Lage wäre, einen Damm gegen die Sozialdemokraten zu schaffen. Denn alles Arbeiten unsererseits ist vollkommen nichtig, wenn wir nicht den

Arbeiterkameraden zunächst eine materielle Hilfe fichern.

Das können wir aber nur dann erringen, wenn wir sofort eingreifen und die vorgeschlagene staffe grün­den. Gerade aus Arbeiterkreiseit sind uns nach der Richtung hin viele wertvolle Fingerzeige gegeben wor=

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Jugendfreundschaft.

Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Daß Rosen sich zu Klara bingezogen fühlte, daran war die Liebe schuld, nicht wie in der Jugend­zeit mit stürmischer Leidenschaft, aber doch treu und in­nig mit wohltuender Wärme. Klara hatte gleich für den Verwandten eine große Vorliebe gezeigt und sie inter­effierte sich für alles, was er erzählte, sie hatten lange Gespräche über Lachsdienen, und nach Rosens Schilde­rungen war dort alles besser und schöner als sonst in der Welt.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

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Sturmszenen im englischen Parlament. Beim Be­ginn der gestrigen Unterhausdebatte über die Abände­rungsanträge der Lords zur Vetobill war das Haus überfüllt. Die Opposition zeigte gleich zu Beginn der Sitzung große Unruhe und begann sofort zu demonstrie­ren und zu schreien, als Ministerpräsident Asquith zur Beantwortung einer Frage zunächst fehlte. Nachdem er erschien, wurde er von seiner Partet stehend und mit enthusiastischen Zurufen empfangen, während die Geg­ner in Zischen ausbrachen. Als der Premierminister sich erhob, um die Stellung der Regierung zu den Amendements des Oberhauses zur Betobill zu begrün-. den, entstand neuer Lärm. Vergebens bat der Sprecher der Opposition, den Premierminister ruhig anzuhören, da ihr daran mehr gelegen sein müsse als der Regie­rung. Der Lärm dauerte über eine halbe Stunde. Siebenmal nahm der Premier seinen Sitz wieder ein und erhob sich wieder zur Rede, stets von der Opposition daran verhindert. Als nach der Rede Lord Balfours Staatssekretär Grey aufstand und erklärte, er beantrage wegen der Obstruktion gegen Asquith Vertagung, er­hob sich neuer Lärm. Unter Szenen höchster Erregung verließen die Mitglieder das Haus. Rufe wie Feigling und Verräter gegen Asquith wurden laut, vermischt mit Gegenrufen der Regierungsanhänger.

Ueber die Marokkofrage sprach am Sonntag der nationalliberale Führer Bassermann gelegentlich einer nationalliberalen Festlichkeit auf Schloß Burg bet So­Itngen. Bassermann erklärte, Deutschland könne und ditrfe nicht zurückweichen auf dem Gebiete der Welt­politik. Er begrüße das energische Eingreifen der Re­gierung gegenüber den fortgesetzten Bestrebungen Frankreichs, die Unabhängigkeit Marokkos aufzuheben. Die Regierung werde das ganze deutsche Volk hinter sich haben, wenn sie nicht zurückweiche und fich nicht mit billigen Kompensationen am Kongo und in Togo zu­frieden geben. Deutschland müsse unter allen Umstän­den der Weg nach Maroffo freibleiben.

Endlich sprach Rosen das entscheidende Wort; die Art der Werbung war ziemlich eigentümlich, sie fand in der Speisekammer statt, in der Klara stand, eine große Schürze vorgebunden und eben damit beschäftigt, die rosigen Schinkenscheiben und die Wurst zum abend­lichen Aufschnitt zu tranchieren. Die Tür zur Speise­fammer knarrte, Rosen trat ein und schloß hinter sich zu. Er stand einige Zeit neben Klara und sah auf die gut geformten, aber nicht allzu weißen Mädchenhände, welche die Spuren der Arbeit trugen. Schöner Schin­fen, nicht?" sagte Klara, der das Schweigen peinlich wurde.

" Der in Lachsdienen ist besser," versetzte Rosen und ließ einige Auseinandersetzungen über Schweinemast folgen.

Die Ausspionierung der Industrie. Der Arbett­geberverband für den Solinger Industriebezirk versen­

,, Ach," sagte Klara seufzend, wie schön muß es auf dem Lande sein!"

" So würden Sie das Landleben der Stadt vor­stehen?"

Aber natürlich!" rief Klara.

Rosen hielt das schwere Stück in der Hand, er war sehr rot.

Jetzt war eine genügende Anzahl Schinkenscheiben aufgeschnitten.

" Wollen Sie mich heiraten?" fragte er, wie aus der Pistole geschossen.

Klara hatte sich in der letzten Zeit einigemale diesen Augenblick ausgemalt, mit echt weiblichem Instinkt war thr Rosens Gefühl nicht verborgen geblieben. " Ja," sagte sie, sehr gern!"

" Bitte, hängen Sie den Schinken auf," bat das junge Mädchen, der Fleischhaken ist so hoch!"

Der Schinken fiel zur Erde, die kräftigen Arme des Freiers hoben die keineswegs ätherische Gestalt seiner Braut auf, wobei sie mit dem Kopf an die herab­hängenden Würste stieß, die bedenklich ins Pendeln ge­rieten.

" Hurra!" schrie Rosen.

Die Gegenrevolution in Portugal. Ein Madrider Blatt berichtet über eine Unterredung mit dem Sohn des portugiesischen Publizisten und Monarchisten Chrt­sto, der erklärte, König Manuel lette persönlich die Umtriebe der Verschwörer und habe sich erboten, sich an die Spitze der monarchisch gesinnten Truppen zu stellen. Seine Anhängerzahl belaufe sich auf 10 000. Die Be­schlagnahme der Waffen habe nur den Ausbruch der Be­wegung verhindert. Zwei Tage später habe Manuel ein Drittel seines Vermögens zur Wiederherstellung der Monarchie zur Verfügung gestellt.

Sie füßten sich, nicht unter blühenden Bäumen, nicht beim Mondschein und Nachtigallengesang, sondern mitten unter den guten Dingen, die die Speisekammer barg, und nicht das poetische Silbergestirn schien träu­merisch nieder, die Sonne lachte fröhlich durch das Fen­ster und in der Küche rumorten die Dienstmädchen mit dem Geschirr.

" Nun komm zur Mutter, Adolf!" sagte Klara. Sie weiß schon um alles, sie hat mich hergeschickt," fagte Rosen glücklich.

" Dann ist alles in Ordnung," kam es zufrieden über die Lippen der Neuverlobten, aber bitte, hänge fetzt den Schinken an seinen Platz und lange mir die Leberwurst herunter, unsere Bensionäre dürfen nicht warten, immer erst die Pflicht."

Das sage ich auch," bestätigte Rosen.

Kleine Nachrichten.

Der Bezirkshauptmann von Kamerun, Freiherr v. Lüdinghausen, der auf Urlaub in der Heimat wellt, ist zwischen Danzig und Langfuhr von einem schweren Au­tomobilunfall betroffen worden. Sein Fahrzeug stieß

Mannes gute, blauen Augen zu sagen, und Klärchens helle, grauen Sterne antworteten ihm:

Abends saß die Familie im Wohnzimmer zusam men, man trant Bunsch auf das Wohl des Brautpaares und Berliner Pfannkuchen dazu, die Lina noch schnell gebacken hatte. Reine übertriebene Verliebtheit sprach aus Klaras und Rosens Mienen, sie sahen stillzufrieden aus, thre Hände ruhten ineinander.

" Ich achte Dich und bin Dir gut." " Schade, daß Eva und Alfred nicht da sind," sagte die Mutter, die gern alle ihre Kinder um sich gesehen hätte.

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Es gab für Lina und Frau Grotenbach viel zu tun, die Aussteuer mußte in furzer Zeit fertig sein, denn Rosen wünschte schon in sechs Wochen sein junges Weib heimzuführen; die Wirtschaft bedurfte des Herrn, er sehnte sich schon heim. Eine Hochzeitsreise wollten sie nicht machen, Lina fand es sehr vernünftig. Rosen meinte, daß er gerade zur Zeit der Auerhahnbalze in Lachsdienen eintreffen werde; er hätte es nicht ver­schmerzt, wenn er seiner Lieblingsjagd hätte entsagen sollen.

Frau Grotenbach war erfreut, daß eines ihrer Kin­der wieder in die Nähe von Memel zog, sie versprach, Rosens zu besuchen. Etwas mehr Poesie hätte die Mutter zuweilen wohl dem Brautpaar gewünscht, aber sie gab Klara ruhigen Herzens fort, fie wußte, daß sie an der Seite des schlichten, braven Gatten glücklich werden mußte.

Neuntes Kapitel.

Doktor Alfred Grotenbach. Seit zwei Monaten ging Alfred Grotenbach bet Uchatscheffs ein und aus; diese schon kurze Zeit ge­nügte, um ihm einen flaren Einblick zu geben. Die Behandlung des fleinen Knaben war ausschließlich in die Hände des jungen deutschen Arztes übergegangen. Nach der ersten Besprechung hatte der bisherige Haus­arzt sich freiwillig zurückgezogen, er sprach sich gegen den Kollegen dahin aus, daß der Fall hoffnungslos set. Alfred war anderer Ansicht; er wollte alles daran setzen, um der Mutter ihr Kind zu erhalten.

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