Einzelbild herunterladen

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

oterteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H.

Nr. 147.

-

-

Telephon: Nr. 362.

Der Sommer 1911

wird an politischen Ereignissen reich sein und dürfte seinem Vorgänger umsoweniger etwas nachgeben, als er der letzte Sommer vor den

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens

Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Montag, den 26. Juni 1911.

| Gastwirt Schlierbach- Bieber bewirtete die erschienenen| Gäste aufs beste.

*

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" 6. m. b. H.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

*) Klein Karben, 26. Juni. Der Müller Schudt will, um seine Wasserkraft besser ausnutzen zu Hess. Verein für Luftschiffahrt. Auf können, einen beweglichen Wehraufsatz anbringen und Antrag der neugegründeten Ortsgruppe Gießen wurde damit bei niedrigem Wasserstand stauen. Der Kreisaus­auf der in Marburg stattgefundenen Vereinsversamm- schuß des Kreises Friedberg gab dem Gesuch statt. Es lung die beschlossene Namensänderung in Hessischer V. f. L." genehmigt. Für den deutschen Rundflug hat der Verein zu dem Streckenpreis( Kassel) bezw. zu Ortsflü­gen einen Beitrag bewilligt. Die Vereinsmitglieder er­halten auf den Zuschauertribünen Plätze zu ermäßigten

Wahlen zum deutschen Reichstage Breisen.

ist. Unsere Zeitung wird immerfort be­müht sein, über alles Wissenswerte in der Politik sowie über alle wichtigen Vorkomm­nisse in und außerhalb der rot- weißen Grenzpfähle zu berichten; ganz be= sonders aber wird sie die Leser über die Vorgänge in unserer näheren Heimat auf dem Laufenden erhalten. Da das alles in knapper, übersichtlicher Form ge­schieht, wird auch der in dieser Periode so außerordentlich in Anspruch genommene Landmann die Zeit finden, um unser Blatt weiter zu lesen und sich darüber zu unter­richten,

was jed. Staatsbürger wissen muß.

Zur Vermeidung von Unregelmäßigkeiten in der Zustellung beim Quartalswechsel bitten wir das Abonnement gefl. sofort zu erneuern, auch sind wir für Empfehlung in Freundes- u. Bekanntenkreisen dankbar. Verlag und Redaktion.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 26. Juni. * Erledigte Lehrerstelle. Die mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde schule zu Wernges, Kr. Lauterbach. Mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden.

Aus dem Militärwochenblatt. Un­terapotheker Schreiber wurde zum Oberapotheker be­fördert.

*

Ueber die hessisch preußische Ei­senbahngemeinschaft spricht am Mittwoch im " Jungliberalen Verein" zu Darmstadt Universitätsprofes­sor Dr. Biermer.

* Der Gau 3 der deutschen Motorfahrer= Vereinigung hält am 2. Juli, mittags 12 Uhr, im Hotel Schütz zu Gießen einen außerordentl Gautag ab. Tagesordnung: 1. Bericht über den 8. D. M. V.- Tag in Naumburg. 2. Die neuen D. M. V.- Satzungen und die erforderlichen Abänderungen un­serer Gausatzungen. 3. Die Pflasterzollfrage. 4. Wahl des Beisitzers zum D. M. V.- Gesamtvorstand. 5. Ver­schiedenes. Am. 2. Juli, vorm. 10 Uhr: Gauvor­standssitzung. Tagesordnung: 1. Festsetzung der Preise für die Gesellschaftsfahrt. 2. Besprechung verschie dener interner Gauangelegenheiten. 3. Besprechung et­waiger nachträglich eingegangener Anträge zum Gautag. Die Reineinnahmen aus Oktroifür Kohlen und Getränke für das abgelaufene Rechnungs­jahr beträgt 87 618 Mark und ist um 5000 Mark gegen den Voranschlag zurückgeblieben. Der Bierkonsum 1910 bis 1911 beträgt 44 700 Hektoliter.

=

-h Sonnenwendfeier. Gestern veranstaltete der Dünsberg Verein auf der Höhe des Düns­berges eine Sonnenwendfeier. Leider war die Beteili­gung von Gießen und Wetzlar gering. Doch ent­wickelte sich gegen 5 Uhr ein munteres Treiben. Nach den Klängen einer Musikkapelle huldigte die Jugend auf dem grünen Rasen dem fröhlichen Tanze. Gegen 6 Uhr hielt Herr Lehrer Feix- Fellingshausen auf Ver­anlassung des Vorstandes vom Dünsbergverein eine An­sprache, in welcher er die vielen wertlosen Feste in un­serer Zeit einer scharfen Kritik unterzog. Redner schilderte dann die Schönheit der altdeutschen Feste und forderte den Dünsbergverein auf, dazu beizutragen, daß die volkstümlichen Feste wieder zu Ehren kommen. Hoffent­lich ist die Beteiligung des über 300 Mitglieder 3öh­lenden Vereins an der Feier im nächsten Jahre besser.

* Vermißt. Am Abend des 2. Pfingstfeiertags verschwand der Verwalter Ernst 3ollmann, der bis dahin auf dem Hofgut des Herrn Kaz in Ofarben bedienstet war. Es wird befürchtet, daß ihm ein Un­glück zugestoßen oder er einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Wer Auskunft über seinen Verbleib geben kann, oder ihn nach dem Abend des 2. Pfingstfeiertags gesehen hat, wird gebeten, dies der Staatsan= waltschaft in Gießen direkt oder durch die Orts­polizeibehörde mitzuteilen.

t Dutenhofen, 26. Juni. In dem breiten Lahnbecken von Gießen abwärts ist die Heuernte soweit glücklich beendet. Viele Gemeinden, so auch Dutenhofen, besitzen zu beiden Seiten des Flusses große Wiesenflä­chen. Früher war daselbst noch keine Brücke und die Be­wohner fuhren im Kahn zur Heuernte, was bei hohem Wasserstand oft gefährlich war. Im Jahre 1871 stürzte zur Zeit der Heuernte der Fährkahn um; 32 Personen fielen in das Wasser und kämpften mit den Fluten, 7 davon ertranken.

*) Bad Nauheim, 24. Juni. Der engl. Krönungstag, zu dem die Vorbereitungen von der Großh. Bade- und Kurverwaltung mit einem von den zahlreichen englischen Kurgästen gewählten Festkomitee getroffen waren, nahm bei herrlichstem Wetter einen glänzenden Verlauf. Am Nachmittage fand auf dem Golfplatz ein 5 Uhr- Tee mit Militärkonzert statt. Hieran schloß sich das Festessen auf der Terasse. Die Festrede auf das englische Königspaar hielt Sir Lander Brunton; Mr. Gambell brachte das Hoch auf Kaiser und Groß­herzog aus. Im neuen Konzertsaale fand ein außeror­dentlich stark besuchter Blumenball statt, während Bark und Terasse bei Eintritt der Dunkelheit im feenhaften Märchenzauber der italienischen Nacht erglänzten.

Bad Nauheim, 26. Juni. Herzogin Max von Württemberg ist am Samstag mit Gefolge und Dienerschaft zu längerem Kur- Aufenthalt hier eingetrof fen. Ebenso ist der ungarische Staatsminister a. D. und Ministerpräsident Exz. v. Kossuth eingetroffen und im Park- Hotel abgestiegen.

*) Nieder- Mörlen, 26. Juni. Vor der Gie­ßener Straffammer hatten sich der Taglöhner L. und seine Stieftochter wegen Blutschande zu verant= worten. Mangels ausreichender Beweise wurden die Angeklagten freigesprochen. In der Begründung des Urteils heißt es: Die mitangeklagte Stieftochter gibt den strafbaren Verkehr unumwunden zu. Sie ist aber in ihrer Aussage vielfach schwankend und hat aus Ra­che und Gehässigkeit Anzeige erstattet. Sie hat außer­dem im Jahre 1906 als Mutter eines unehelichen Kin­des beschworen, daß sie mit keinem anderen Manne als mit einem jungen Burschen geschlechtlich verkehrt habe.

*

Friedberg, 26. Juni. Dem Friedberger Mu­ſeum steht eine große Erweiterung seines Bestandes be­vor. Die seinerzeit auf der Kapersburg gemachten Funde wurden, da die Untersuchung durch den Baurat Jakobi- Homburg geschah, auf der Saalburg aufbe­wahrt. Der Vorsitzende des hiesigen Geschichtsvereins hat nun wiederholt in schriftlicher und mündlicher Form bei den maßgebenden Behörden darauf hingewiesen, daß die Ausstellung auf hessischem Boden erhobener Altertümer auf der Saalburg in keiner Weise berechtigt sei. In anerkennenswerter Weise hat sich das Ministe rium der Sache angenommen; die Verhandlungen gin­gen hin und her, ohne daß es jedoch zu einer Entschei­dung kam. Schließlich wurde dann eine Entscheidung in der Weise getroffen, daß der Großherzog seine Zustim mung dazu gab, daß die Kapersburgfunde der Saal­burg als dauernde Leihgabe zugewiesen wurden. Aber Hessen hat den Vorbehalt gemacht, daß alle wichtigen Stücke, besonders die Inschriften und Altäre, naturge­treu nachgebildet und diese Nachbildungen an Hessen ab­geliefert würden. Die Herstellung der Nachbildungen und die Sichtung der Funde ist bereits im Gange, und sie sollen auf Antrag des hiesigen Geschichtsvereins dem Museum der Stadt Friedberg zugewiesen werden.

liefen aber Reklamationen von drei Gemeinden und 2 Müllern ein. Die Gemeinden befürchteten eine Erhöhung des Grundwasserspiegels und damit eine Versumpfung ihres Geländes, während die beiden Müller behaupteten, in ihrem Betrieb gehindert zu sein. Gegen das Urteil des Kreisausschusses erhoben die Genannten Rekurs beim Provinzial- Ausschuß. Auf Grund einer Lo­kalbesichtigung beschloß der Provinzial- Ausschuß den Re­furs der Einsprucherhebenden kostenpflichtig abzuweisen.

* Ofarben, 26. Juni. Mehrere Mitglieder ci­nes Vereins aus Griesheim hatten am preußischen Buß­hörig dem Alkohol zugesprochen. Als sie mit dem Abend­tage einen Ausflug nach hier unternommen und ge= zuge die Heimreise antraten, fügten sie dem Bahnvor­steher und dem Bahnsteigschaffner schwere Beleidigungen zu. Die Ausflügler kehrten, nachdem sie Fahrkarten ge­löst hatten, in eine nahegelegene Wirtschaft ein. Inzwi­schen nahte der Zug und die Schranken wurden schriftsmäßig geschlossen. Die Ausflügler glaubten nun, sie seien mit Absicht ausgesperrt worden. Mit Stöcken und abgerissenen Latten schlugen sie nun auf den dienst­tuenden Beamten ein. Erst als der Bahnsteigschaffner, der durch ein Fenster geflüchtet war, Hilfe herbeiholte, nahm die Mißhandlung ein Ende. Zwei Attentäter er­hielten von der Strafkammer Gießen drei Monate, der dritte a cht und der vierte neun Monate Gefängnis.

vor=

* Büdingen, 26. Juni. Auf dem Rouselle'schen Basaltwerke in Breitenborn sind unter zwei italienischen Arbeitern die schwarzen Pocken ausgebrochen. Vorsichts­maßregeln sind getroffen.

* Alsfeld, 26. Juni. In einer Sandgrube bei Brauerschwend wurde ein Landwirt von einer Sand­heraus, aber er starb an einer erlittenen schweren Schä­schicht verschüttet. Andere Personen zogen ihn schnell delverletzung.

-m- Lauterbach, 25. Juni. Der nächste Got­tesdienst für Taub stumme in Lauterbach findet am Sonntag, den 2. Juli, und zwar diesmal vormit= tags um 11 Uhr statt. Daran anschließend ist ein gemeinsames einfaches Mittagessen und nachmittags ein Ausflug nach dem schön gelegenen Schloß Eisenbach ge­plant. Unbemittelte Taubstumme mögen sich zwecks Er­langung von Fahrpreisermäßigung alsbald durch eine Postkarte an Oberpfarrer Müller- Lauterbach wenden, un­ter Angabe der Bahnstation, von der sie abfahren.

*) Lauterbach, 26. Juni. Der Seifenfabrikant Karl Sandmann hatte beim Kreisausschuß um die Er­laubnis zur Aufstellung eines Dampftessels nachgesucht und erhalten. Dagegen erhob H. Zinn Rekurs, weil in der Seifenfabrik des S. wissentliche Aenderungen ein­getreten seien. Nach Anhörung der Gewerbeinspektion und einer Reihe Zeugen entschied schließlich der Kreis­ausschuß, daß die nachgesuchte Genehmigung unter ge­wissen Bedingungen zu erteilen sei. Zinn verfolgte Re­furs

an den Provinzial- Ausschuß. Dieser entschied, daß dem Rekurs stattzugeben und unter teil­weiser Aufhebung der Entscheidung des Kreisausschusses die Genehmigung zur Aufstellung eines Dampftessels zu erteilen sei, daß dagegen die Genehmigung zur Abän­derung einer Seifensiederei und Fettschmelze zu versagen sei.

== Marburg, 24. Juni. Ein schweres Geschick ereilte zwei Landwirte beim Streuen von Superphos= phat und Kainit. Beide zogen sich durch an den Hän­den befindlichen Schrunden, welche nicht mit Sorgfalt ausgewaschen waren, Blutvergiftungen zu. Während der eine durch Amputation des Armes in der Marburger Klinik gerettet werden konnte, büßte der zweite sein Le­ben ein.

*) Limburg, 24. Juni. An folgende Eisen­bahnbeamten wurden Auszeichnungen überreicht: Für und Bahnwärter Müller. Für 25jährige Dienstzeit an 40jährige Dienstzeit: An Zugführer J. Busalt Oberbahn- Assistent Kuns, Zugführer Thomas, Seelbach und Fischer, den Schaffnern Weber, Schermuin, Heinrich Müller und Schmidt, sowie dem Weichenſteller Pfaff.

*) Frankfurt, 26. Juni. Die Vorarbeiten zur der Eckenheimer Landstraße sind so vorgeschritten, daß Errichtung eines Krematoriums auf dem Friedhof an man mit der Leichenverbrennung schon im kommenden Winter beginnen zu können glaubt.

Meine Dampfmaschine.

Meine Dampfmaschine.

Skizzen aus Marokko.

Flinte im Arm, auf dem einzigen, dem Elmfallen

Maultiere

naben, mageren

en er ist nla oder kleinen Esel sigend, seine Ehehälfte begleitet.

Seine Frau hat