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etner in threm Zimmer befindlichen Kommode Geld, das Ihrer Wirtin gehörte, entwendet und zahlten, als dies schließlich verlangt wurde, auch die schuldige Miete von dem gestohlenen Gelde, um sich dann schleunigst aus dem Staube zu machen. In Darmstadt erfolgte ihre Verhaftung. Die Eltern deckten sogleich allen Schaden, konnten es aber nicht verhindern, daß gegen die jungen Leute wegen Betrugs und schweren Diebstahls Anklage erhoben wurde. Sie standen jetzt vor dem Bamberger Jugendgerichtshof. der unter Freisprechung der Anklage wegen Betrugs nur ein einfaches Vergehen wegen Diebstahls annahm und die An­geklagten zu einer Woche Gefängnis verurteilte. Zugleich empfahl sie der Gerichtshof der bedingten Begnadigung.

Ein Privatdozent des Wuchers angeklagt. Vor dem Leipziger Landgericht fand gestern ein großer Wucherpro= zeß gegen den früheren Privatdozenten an der Leipziger Universität Dr. phil. Carl August Albert Dahms statt. Dahms ist in Berlin geboren und steht im 38. Lebensjahre. Seit dem Jahre 1903 verfügte er über Barmittel in Höhe von 200 000 M und gab davon Darlehen an zahlreiche Leute. Nach der Anklage soll er in sieben Fällen die Notlage seiner Schuldner ausgebeutet und Wucherzinsen genommen haben. Er wurde wegen gewersmäßigen Wuchers in zwei Fällen zu 4 Monaten Gefängnis, 600 M Geldstrafe ubnd zwei Jah­ren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt.

Verurteilung eines Kapitänleutnants. Das Ober­friegsgericht in Riel verurteilte den Kapitänleutnant Berg von der zweiten Marineinspektion wegen Fahnenflucht und Unterschlagung von Messegeldern zu 1 Jahr Gefängnis und Dienstentlassung.

Oermischtes.

Bulveregplosion bei einer förperlichen Züchtigung. Als dieser Tage in der Ortsschule zu Loiz in Pommern der Lehrer gezwungen war, einem Schüler einen Hieb überzuziehen, machte sich zum Schreck der ganzen Klasse ein fnatterndes Geräusch bemerkbar, und ein starker Pul­verdampf entquoll der Kleidung des verblüfften Jungen. Er mußte sich schleunigst seiner Jade entledigen, damit er vor Brandschaden bewahrt blieb. Wie die Untersuchung ergab, hatte der jugendliche Sünder mehrere Schachteln Pulverblättchen für Kinderpistolen in de rTasche gehabt, die sich bei dem Jagdhieb des Lehrers entzündeten.

Ein mysteriöser Vorfall. In der Nacht zum Dienstag wurde in Bremen ein um Hilfe rufender Mann aus der Weser gezogen, der der Polizei gegenüber bekundete, zwei gutgekleidete Männer hätten ihn auf der Straße ersucht, ein Boot an Land zu ziehen. Bei der Weser angekommen, sagten beide, er solle das Boot liegen lassen. Sie zeigten ihm eine Handtasche mit zwei Bomben und gleichzeitig eine mit Wertpapieren gefüllte Brieftasche und boten ihm 3000 Mart, wenn er die größere Bombe beim Dom und die kleinere beim Rathauscafé niederlegen und die Zünd­schnur mit einer von dem Unbekannten wegzuwerfenden Zigarre anzünden würde. Auf seine Weigerung sei er von den beiden Männern in das Wasser geworfen worden. Die Polizei steht den Angaben des Mannes sehr skeptisch gegenüber. Seine Aussage war durchaus perwirrt, er widersprach sich teilweise.

Eine bestialische Tat zweier Frauen wird aus Valen­cia gemeldet: Bernarda Ortofa, die Inhaberin eines Pan­fionshauses, mit deren Nichte Lolo Jimeno der sechzigjäh= rige Unternehmer Garcia ein Liebesverhältnis unterhielt, Iud den Alten zu einer Landpartie ein. Die drei kehrten im Dorfe Burjasot in einem von den beiden Frauen ge= mieteten Hause ein. Kaum hatte Garcia den von den Frauen ihm angebotenen Kuchen gegessen und von ihrem Wein getrunken, als er sich unwohl fühlte. Er versuchte zu entfliehen, die beiden Frauen hielten ihn jedoch fest, warfen den alten Man zu Boden und trampelten auf dem Wehrlosen herum. Endlich gelang es Garcia, der furcht­bar zugerichtet war, zu entfliehen. Er eilte nach Balen­cia, starb dort aber, nachdem er faum angekommen war. Die Frauen wurden alsbald verhaftet; sie hatten den Ueberfall verübt, um Garcia eine bedeutende Summe zu Stehlen, die er bei sich trug. Im Garten des Hauses, in dem der Ueberfall verübt wurde, fanden die Polizeibeam­ten ein frisch aufgeworfenes Grab.

Eir aufregender Vorfall spielte sich in Lichtenberg bei Berlin ab. Der 31jährige Maler" Karl Meinde hatte von der Amtsanwaltschaft Köpenick schon mehrmals die Ausforderung erhalten, sich wegen eines Einbruchs vor Gericht zu verantworten. Da Meinde zu den Terminen nicht erschien, erfolgte schließlich ein Haftbefehl. Als die Lichtenberger Kriminalpolizei den M. verhaften wollte, flüchtete er zu seiner Geliebten. Er versuchte zuerst, die Kriminalbeamten am Eintritt in die Wohnung zu ver­hindern, und sprang, als ihm das nicht gelang, aus dem Fenster auf einen gepflasterten Hof hinab, wo er mit zer­schmetterten Beinen liegen blieb. Er wurde in einem Krankenwagen als Polizeigefangener nach der Charitee geschafft.

Am Dirigentenpult gepfändet. In einem tschechischen Theater Prags ging gestern eine Operette eines bekannten tschechischen Komponisten in Szene. Vor Beginn der Auf­führung fam aber ein Gerichtsbeamter, um den Kompo= nisten zu pfänden. Die Leibespfändung verlief jedoch re­Jultatlos. Als sich nun der Komponist mit der Partitur unterm Arm an das Dirigentenpult begab, trat der Ere­Tutor vor ihn hin und pfändete ihm die Partitur. Erst als ein bekannter Kaufmann für den Komponisten bürgte, konnte die Vorstellung beginnen.

Der Geldwert eines Familienvaters. Ein französi scher Gerichtshof verurteilte dieser Tage den Eigentümer eines Kraftwagens zu einer hohen Geldentschädigung an die Witwe eines Stallbedienten, der durch den Wagen überfahren und getötet worden ist. Der Mann war bei einem Trainer angestellt und hatte zusammen mit einigen anderen Bediensteten ein Koppel junger feuriger Tiere ausgeführt, als ein großes Automobil mit vielem Geräusch in schneller Fahrt herangesaust kam. Die Pferde scheuten

und bäumten sich hoch auf. Das ungebärdigste Tier schleu­derte seinen Führer geradewegs vor den Kraftwagen, der über ihn hinwegrollte und den Unglücklichen auf der Stelle tötete. Der Besitzer des Motorwagens hat nun ein Ka­pital von 4000 Franken an die Frau des Getöteten zu zahlen und für jedes der fünf Kinder einen jährlichen Be­trag von 2000 Franken bis zum Alter von 18 Jahren zu entrichten. Der Witwe ist dadurch auf längere Zeit ein Jahreseinkommen von 10 000 Franken gesichert.

mit großer Zärtlichkeit hing, in dem Kochtopfe zu waschen, in dem die Speisen für ihn und ste zubereitet wurden. Als er sich erlaubte, dagegen Einwendungen zu erheben, wurde die teure Gattin feindlich und erklärte, sie wasche besagten Budel nun schon, so lange sie ihn ihr eigen nenne, in dem für solchen Zwed außerordentlich geeigneten Koch­topfe, und beabsichtige, es auch fernerhin so zu halten. Wo­raus dann ein ziemlich heftiger ehelicher 3wist entstand. Da Mr. Robert Duncan feine Lust verspürte, mit ,, Ami" oder Mohrchen" weiter in so trauter Intimität zu leben, So entschloß er sich schließlich, die Ehescheidungsklage ein­zureichen. Und die Richter von Evansville werden nun barüber nachzudenken haben, ob ein Kochtopf das richtige Badeetablissement für einen Hund ist oder nicht.

Auch ein Scheidungsgeund. Aus einem entschieden nicht alltäglichem Grunde hat Mr. Robert Duncan, ein wohlhabender Bewohner der Stadt Evansville im Staate Indianapolis, wie man aus Neuyork schreibt, die Aus­lösung seiner Ehe beantragt. Am Weihnachtstage, als ihn seine geschäftlichen Pflichten nicht vom Hause fern hic!- ten, machte er zu seiner unliebsamen Ueberraschung die Entdeckung, daß Mrs. Duncan, seine Gattin, die Gewohn­heit hatte, ihren Hund einen fleinen Budel, an dem sie

Die Tragödie des Clowns. Durch das Geständnis et­nes sterbenden Zirkusklowns wurde, wie aus Budapest ge­schrieben wird, vor einiger Zeit eine geheimnisvolle Mord­affäre aufgedeckt, die sich vor 40 Jahren zutrug, und die einen wirklichen Roman aus dem Leben in sich schloß. In einem Zirkus namens Lody, der vor 40 bis 50 Jahren der größte Zirkus der Welt war, trat ein Clown namens Schmidt auf, der wegen seiner scherzhaften Einfälle sich der größten Beliebtheit beim Publikum erfreute. Schmidt verliebte sich sterblich in eine schöne Kollegin, eine Seil­tänzerin, die eines Tages plötzlich verunglückte, da der Strid ihres Trapezes in einer Höhe von 50 Metern über dem Erdboden zerriz. Auf dem Sterbebette gestand jetzt Schmidt folgendes ein: Die Setltänzerin wollte seine Lie­beswerbungen nicht annehmen. Als nun eines Tages der Clown sie in ihrer Garderobe übersiel, nahm sie eine Reit­peitsche, die sie in der Manege gebrauchte und prügelte ihn aus der Garderobe hinaus. Den Vorfall hatte nie­mand gesehen und beide Beteiligte schwiegen darüber, da er ihnen beide keine Ehre machte. Die schöne Seiltänzerin und Zirkusreiterin glaubte nun vor dem verliebten Ba­jazzo Ruhe zu haben, da er ihr offenbar nicht mehr nach­stellte. Sie fümmerte sich darum gar nicht weiter um seine Handlungen. Tatsächlich hatte aber der Clown den Schimpf, den ihm die von ihm angebetete Frau angetan hatte, nicht vergessen, sondern er sann, wie er dem Richter erzählte, auf Rache. Schließlich führte er folgenden teuf­lischen Plan aus: Die Seiltänzerin zeigte ihre Kunst auf einem 50 Meter hohen Trapez. Hierauf baute er seine Absichten. Eines Nachts schlich er sich in den Zirkusraum und begoß das Seil der Seiltänzerin in der Mitte mit einer äzenden Flüssigkeit, durch die das Seil verbrannt wurde. Am nächsten Tage wartete er gespannt in der Garderobe auf den Erfolg seiner verbrecherischen Tat. Die Seiltänzerin stieg wie gewöhnlich auf das Trapez, um ihre Kunststücke vorzuführen. Aber schon nach wenigen Sekun­den belehrte ihn der Schreckensschrei der Menge, daß ihm sein furchtbares Werk gelungen sei. Die Seiltänzerin hatte faum einige Uebungen gemacht, als das Seil entzwetriß und die Tänzerin in die Tiefe stürzte. Sie blieb mit zer= Schmetterten Gliedern tot liegen. Erkundigungen, die auf das Geständnis hin angestellt wurden, ergaben, daß die Mitteilungen des Clowns auf Wahrheit beruhten. Zu jener Zeit war tatsächlich eine Seiltänzerin tödlich ver­unglückt.

Die Frauen der französischen Marschälle im Kriegsla: ger. Im letzten Heft der Revue des deux mondes weist Emile Ollivier darauf hin, daß die französischen Niederla­gen des Jahres 1870 auch durch die Zerstreuungen der Mar­schälle beeinflußt worden seien, die sich zum Zeitvertretb Frau und Kinder nach Metz hatten nachkommen lassen. Es sind viel zu viele Offiziersfrauen hter", schrieb Prinz Na­poleon damals in sein Tagebuch, und nur am entschlossenen Widerstande des Kaisers war der Wunsch seiner Gewahlin gescheitert, dem französischen Heere ins Lager nach Metz zu folgen. Der Kriegsminister Leboeuf hatte das schlechte Bel­faxel gegeben, als er Frau und Tochter mit sich ins Feld nahm, und trotz der scharfen und ironischen Artikel der fanzösischen Zeitungen ließen sich auch die übrigen Mar­schälle, vor allem Mac Mahon, Canrobert und Bazaine nicht abhalten, in ihren Diensträumen behagliche Stunden im Familienkreise zu verleben. Ein Divisionsgeneral hatte sich von seiner ausgezeichneten Köchin nicht zu trennen ver­mocht, und die von ihr zubereiteten Mahlzeiten erfreuten sich in der Festung bald eines solchen Rufes, daß die Ka­tharina" des Herrn Generals ein größeres Ansehen genoß, als der Kaiser- wenigstens in den Kreisen der höheren Offiziere. Auch der äußere Schmuck der Tafel ließ den Un­terschied zwischen Paris und einem Kriegslager vollständig vergessen, und selbst die strengsten Verbote des Kriegsmi­nisters vermochten hierin nichts zu ändern.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Zu stimmberechtigten Rittern des Ordens pour le merite für Wissenschaften und Künste sind ernannt worden: der bayerische Geh. Rat Professor Wilhelm Konrad Rönt­gen in München, der ordentliche Universitätsprofessor Geh. Medizinalrat Dr. Ewald Hering in Leipzig, der Bildhauer Professor Otto Lessing in Berlin, Landschaftsmaler Pro­fessor G. Schoenleber in Karlsruhe und der Generalfeld­marschall Colmar Freiherr von der Goltz in Berlin.

60 000 neue Sterne entdeckt. Unter den neuangekündig­ten Stiftungen, die Carnegie wissenschaftlichen Instituten hat zuteil werden lassen, befinde sich auch das Geschenk eines auf dem neuen Teleskops für das Bergobservatorium Mont Wilson in Kalifornien. Bei dieser Gelegenheit wird daran erinnert, daß die Astronomen dieses Observatoriums bereits 60 000 neue Sterne entdeckt haben. Es ist zu er= warten, daß diese Zahl mit Hilfe des neuen ausgezeichne= ten Teleskops noch beträchtlich vergrößert werden wird.

Die Braut des Zuchthäuslers.

fetzt überredete er Louisa, erst eine Tour nach Florida zu machen, wo eben die Saison ihren Höhepunkt erreicht hatte. Dort angekommen, faufte der Baron" sofort zwei Auto­mobile, eins für sich und eins für die Baronin", beide natürlich mit ihrem Gelde. Die schönsten jungen Damen lud er ein, mit ihm auszufahren, die Baronin" mußte allein fahren das sei fetzt so Mode unter den oberent Zehntausend! Er faufte prachtvollen Schmuck für seine Freundinnen mit dem Gelde der Baronin" und gab set­nen Freunden festliche Gelage zu Ehren der Baronin". Sie zahlte und zahlte immer wieder und würde vielleicht noch jetzt zahlen, aber eines Tages, als König mit einer neuen und sehr hübschen Freundin über die Straße ging, da verleugnete er die alte Dame, die ihm begegnete, uno er erwiderte den Gruß der eigenen Frau nicht. Das war selbst der geduldigen Louisa zu viel. Sie fuhr nach Neus york zurück und engagierte sechs Detektivs, die ausspürent sollten, wen sie eigentlich geheiratet hatte. Gestern gabent diese Detektivs vor dem Scheidungsgerichte an, daß Könitz ein bekannter internationaler Gauner set, der kurz vor set­ner Verheiratung mit der Tochter des Generals Ewen aus einem Zuchthause entlassen worden war. Er ist jetzt spur­los verschwunden. Das Gericht hat ein Urteil noch nicht gefällt.

Mehr Leid als Freude in der Ehe hat Frau Louisa von König. eine reiche Neuvorfer Dame, erfahren. Louisa wird in einem amerikanischen Telegramm als eine sehr schlanke, ziemlich gut ausgebesserte Person von über 50 Jah­ren" beschrieben, ihr Gatte Baron von Könitz" als ein schneidiger. hübscher, junger Mann von militärischem Aen­Bern 27 Jahre alt. Louisa ist eine Tochter des verstor= benen Generals Ewen, von dem sic, mie jede ihrer beiden Schweitern 1 Millionen Mark geerbt hatte. Auf einem deste der Siebtrotter" hatte sie den Baton fennen ge= lernt und war se entzückt von ihm, daß sie ihn in des Haus ihrer Mutter lud. v. Könitz machte dem zärtlichkeitsbedürf= tigen. alternden Mädchen auf feine Weise den Hof Leuisa glaubte sehr bald zu empfinden, daß diefer Freier es nicht af ihr Geld abgesehen haben konnte, denn er war ja selbst ein sehr reicher Mann- wie er, ohne zu dentlich zu werden, hatte durchblicken lassen und die Photographien von scinem Ahnenschloß" in Schlesien waren unzweifel­haft cast. Die Photographie lügt nicht. suchte sie die war­nende Mutter und Schwester au beruhigen. Nein, aber der Baron" fügt!" antworteten diese und wollten ihr die einzige große Freude ihres Rekens verderben. Eines Tages fuhr sie mit dem Baron" nach Neujersey, wo er alles vor­bereitet hatte, und kehrte als Baronin" wieder nach Neu­york zurück.

Er hatte ihr versprochen. fie mit nach Deutschland zu nehmen. In dem Schuenschlof, abgeschieden von aller Welt, wollten sie die Flitterrechen in stillem Glüd verleben, aber

Drabinachrichten und neuestes.

Geständnis auf dem Sterbebett.

Trantenan i. B., 25. Januar. In Teschermna bek Trautenau starb im 80. Lebensjahr der sogenannte Kittler­Schuster, der auf dem Totenbett gestand, im Jahre 1898 den Mord an der dortigen Privatiere Ruß begangen zur haben.

Die Verheerungen des Erdbebens in Zentralasien. Petersburg, 25. Januar. Nach amtlicher Feststellung sind bei dem Erdbeben in Buchara 376 Eingeborene und 14 Russen umgekommen. Die Zahl der notleidenden Fa= milten beträgt 10 000.

Ein Tiroler Dorf bedroht.

Innsbruck, 25. Januar. Das am Nordabhang des Monte Baldo in Südtirol gelegene kleine Dorf Besagno ist in Gefahr, durch einen Erdrutsch verschüttet zu werden. Einige Hütten wurden von niedergehenden Gesteinsmassen eingedrückt und mußten geräumt werden.

Die unzufriedenen italienischen Eisenbahner. O Rom, 25. Januar. Die Eisenbahner benutzten ge­stern die Reise vieler Abgeordneter nach Rom zur Wieder­eröffnung der Kammer, um zur schleunigen Erledigung der Gesetzesvorlage zu mahnen, die ihre Gehaltsaufbesse­rung bezweckt. Zwischen Ancona und Falconara und bet Arpi in der Nähe von Florenz wurden Eilzüge durch rote Laternen aufgehalten, die die Inschrift trugen: Minister Saccht, die Eisenbahner sind bereit, Ihnen entgegenzutre­ten!" Bei Falconara wurden auch Sprengförper abges feuert. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. Todesurteile in Frankreich.

Paris, 25. Januar. Das Pariser Schwurgericht hat zwei junge Burschen, welche vor einigen Monaten einen Bankkassierer in ein Hotel lockten und dort ermordeten, zum Tode verurteilt.

Sensationeller Nachlaß König Leopolds.

London, 24. Januar. Die Pall Mall Gazette" Herichtet aus diplomatischer Quelle von einem Gerücht, welches von erfahrenen Chefs des diplomatischen Dienstes" für abso= lut wahr gehalten werde. Danach sei nach dem Tode Leo­polds von Belgien in dessen Nachlaß ein Papier vorgefun den und der franzöfifchen Regierung mitgeteilt worden, and dem sich der vollständige Operationsplan zur Invasion in Frankreich auf dem Wege durch Belgien vorgefunden habe. Der Plan sei mit dem Generalstabe einer fremden Macht arrangiert gewesen und habe sich an die betreffende Mach um Schutz gewendet; der Beweis der Freundschaft jener Macht sei der jetzt in Händen Frankreichs befindliche In vasionsplan.

Die Bekämpfung der Best.

Petersburg, 25. Januar. In Fudsjadian, dem Best herde, sind aus Pefing tausend chinesische Soldaten und Merzte eingetroffen. Gonze Straßen wurden aufgerissen und ausgeschwefelt. Die Sterblichkeit in Charbin wächs stündlich. Jeden Tag werden viele Tote von den Straßen aufgelesen.

London, 25. Januar. Daily Mail" meldet aus Pe­fing, daß im Europäerviertel wegen der Pest eine Pani! ausgebrochen sei. Die Europäer verproviantieren sich wie zu einer Belagerung, und binnen 24 Stunden würden Eingeborene nur noch nach einer Quarantäne zugelassen werden.

Bandel und( orkebr.

Frankfurt, 24. Januar. Bichmarktpreise vom 23. Ja­nuar. Preise für ein Zentner: Rinder: A. Ochsen: a) voll­fleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt( Lebendgewicht) M 49-53,( Schlachtgewicht) M 888-91, 6) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 44-48,( Schlachtgew.) M 81 bis 87, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere( Re­bendgew.) M 34-42,( Schlachtgew.) M 72-77, 6) gering ge­nährte jeden Alters( Lebendgew.) M,( Schlachtgew.) M. 3. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene, höchst. Schlacht­wertes( Rebendgew.) M 44-47,( Schlachtgew.). 73-78, b) vollfleissige jüngere( Lebendgew.) M 41-43,( Schlachtge­wicht) M 68-71, c) mäßig genährte jüngere und gut genähr= te ältere( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M d) gering genährte( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M C. Fär­sen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete ärsen höch sien Schlachtwertes( Lebendgew.) M 41-46,( Schlachtgew.) 74-83, 6) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 41--47, ( Schlachtgew.) M 76-84, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwidelte jüngere Kühe und Färsen( Lebend­gewicht) M 37-40, Schlachtgew.) M 71-77, d) mäßig ge= nährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 24-31,( Schlacht­gewicht) M 48-62, c) gering genährte Kühe und Färsen ( Lebendgew.) M 20-23,( Schlachtgem.) M 46-52. D. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)( Lebendgew.) M-,( Schlacht­gewicht) M Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Le­bendgew.) M( Schlachtgew.) M. 6) feinste Mast-( Voll­milch- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgew.) M 56-60, ( Schlachtgew.) M 93-100, c) mittlere Mast- und gute Sang­fälber( Lebendgew.) M 52-55,( Schlachtgem.) M 88-93, 5) geringe Saugfälber( Lebendgew.) M 50-51,( Schlachtgew.) M 85-86. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthäm­mel( Lebendg.) M 38-40,( Schlachtg.) M 40-48, 6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M 31, ( Schlachtg.) M 74, c) mäßig genährte Hammel und Schafe ( Merzschafe)( Lebendgew.) M d) ( Schlachtgew.) M Marschschafe oder Niederungsschafe( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.) M Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80-100 lgr. Lebendgew.)( Lebendgew.) M 51½- 53%, ( Schlachtgew.) M 65-67. 6) vollfleischige Schweine unter 80 Klgr. Rebendgew.( Lebendgew.) M 51½- 58½,( Schlacht­gem.) M 65 67 ,, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Klgr. Lebendaew.( Lebendgem.) M 51½- 53%,( Schlacht= 150gew.) M 63-67, d) vollfleischige Schweine von 120--150 Kilogramm Lebendgewicht( Lebendgew.) M 51½- 58½, ( Schlachtgew.) M 64-67.

Cassel, 24. Januar. Weizen( 100 Kilogramm) 19,50 618 20,00 M. Roggen( 100 Kilogramm) 15,00-15,60 M. Gerste ( 100 Kilogramm)- M. Hafer( 100 Kilogramm) 15,00 618 10.75 M.