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Aus trüber Zeit.

Der unermüdliche Bismarchforscher Heinrich von Bo­schinger hat wieder ein Bismarck- Jahrbuch" bearbeitet, das nächstens im Verlage von Karl Konegen in Wien er­scheinen soll. Einer der interessantesten Beiträge ist die Darstellung, wie der Kanzler die erste Nachricht von dem Krebsleiden des Kronprinzen Friedrich empfing und aufnahm.

während der der Thronfolger an der Spitze des Regiments steht, in der Front zuzubringen.

Die Jugendlichen im Strafrecht.

vaterländischen Sinne geleiteten Vereinigungen angehö ren. Weiter erstrecken sich die Erhebungen auch auf die Jugendheime. Die englischen Arbeiter und die Schiedsgerichtsver­träge. Der Präsident der Arbeiterpartei im englischen Parlament sprach in Leicester über Schiedsverträge. Er erzählte, daß er von einem französischen Staatsmann die Mitteilung erhalten habe, daß Frankreich ebenfalls zu einem allgemeinen Schiedsvertrag mit Amerika bereit sei. Dieser Staatsmann habe ihm auch geschrieben, daß es nicht mehr lange dauern werde, Lis Frankreich einen solchen Vertrag mit England schließen und England, Frankreich und Amerika der Welt ein Beispiel geben würden. Die einzige Nation, die sich dann noch angliedern müsse, sei Deutschland. Er hoffe, daß das deutsche Volk dafür sorgen werde, daß Deutschlands Anschluß dann nicht lange auf sich warten ließe.

Die deutsche Landesgruppe der Internationalen frt­minilastischen Vereinigung beendete am Sonnabend ihre Tagung mit der Debatte über die Behandlung der Jugendlichen im Vorentwurf eines neuen Strafge= setzbuches. Der Referent Prof. Freudentha l- Frankfurt a. M. erklärte die Erlassung eines besonderen Jugendstraf­gesetzes für erstrebenswert; neben die Strafe müßten Er­ziehungsmaßnahmen treten. Zu billigen set, daß der Vor­entwurf die Prügelstrafe nicht vorschlage. Er spreche über­haupt nicht von dieser Strafart, und der Kongreß täte am besten, auch nicht darüber zu sprechen. Durch lebhaften Bei­fall stimmte die Versammlung dem Referenten zu. Noch weiter als der Referent, ging Geh. Admiralitätsrat& e= Iisch- Berlin, der nicht ein Jugendstrafgeset, sondern ein großes einheitliches Jugendgesetz forderte; bei der Ausar­beitung eines solchen hätten nicht nur die Juristen, sondern auch Geistliche, Lehrer und Aerzte mitzusprechen. Amtsge­richtsrat Köhne- Berlin pflichtete diesem Vorschlage bei und führte weiter aus, daß in des Jugendgesetz auch die ge­samte Schul- und Gewerbegejesgebung und anderes mehr hineingearbeitet werden müßten. Zum mindesten aber sei demnächst zu erreichen der Erlaß eines Jugendgerichtsspezi­algesetzes, in das die öffentliche Hilfserziehung hineingenom­men werden müsse. Gegen alle diese Ausführungen sprach sich jedoch Prof. v. Lisz t- Charlottenburg aus. Er meinte, man solle der Arbeit der gegenwärtig tagenden Kommis­sion zur Ausarbeitung des Strafgesetzbuches nicht in die Quere kommen mit dem Vorschlag eines separaten Jugend­strafgesetzes. Es stehe nicht zur Debatte das Problem, wann sollen wir strafen und wann erziehen, sondern es handle sich darum, sollen wir überhaupt Jugendliche verur­teilen oder sollen wir sie freisprechen. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Die nächste Versammlung soll in München stattfinden.

Anfang Juni 1887 sollte ein Mitglied der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, wie damals jede Woche ein- bis zweimal, bei Bismard speisen. Als er um 6 Uhr ins Palais fam, fand er nur die Fürstin vor. Sie empfing thn mit den Worten: Wir werden heute nicht vor 7 Uhr speisen können. Mein Mann ist ins kronprinzliche Palais gerufen worden und hat von dort sagen lassen, daß er erst gegen 7 Uhr zurück sein werde, es gehe dem Kronprinzen recht schlecht." Es war schon halb acht uhr vorüber, als der Kanzler endlich kam. Tränen standen ihm in den Augen. Er sah bleich und abgespannt aus und erzählte: Die Professoren Bergmann und Gerhardt haben das Hals­Tetden des Kronprinzen für Krebs erklärt und wollen eine sofortige gefährliche Operation an ihm vornehmen; noch ahnt der Kronprinz nichts, er ist nur ungehalten darüber, daß ihm die Aerzte so viel in den Hals gucken". Die Kronprinzessin, niedergebeugt von Schmerz, widersetzt sich der Operation und verlangt die Zuziehung eines englischen Arztes. Auch hat sie mir zugemutet, vom Kaiser einen Befehl zu erwirken, daß die Operation nicht vorgenommen werden darf. Ich weigerte mich natürlich, eine solche Wil­lenskundgebung des Katsers zu extrahieren, indem ich da= rauf hinwies, daß hier nur die Aerzte mitzusprechen ha­ben, und daß ich als Laie keine Meinung äußern kann. Inzwischen war im kronprinzlichen Palais alles zur Opera­flon vorbereitet worden, die Bergmann am anderen Mor­gen um 8 Uhr vornehmen wollte. Die Kronprinzessin be= stand indessen auf Aufschub, bis ein englischer Arzt gehört set. Diesem Wunsche mußten die Aerzte sich fügen. Die Operation wurde verschoben. Man telegraphterte an Mackenzie in London. Dieser kam. Der Rest ist be= fannt!

Abermals wird aus Bismarcks eigenem Munde bestä­tigt, daß zwischen ihm und der Kaiserin Friedrich keines­wegs jener Kriegszustand bestand, der immer noch ange= nommen wird. Es wird eine Aeußerung von ihm verzeich­net: Mit der Kaiserin Friedrich bin ich während der 99 Tage sehr gut ausgekommen, sie ist eine gescheidte Frau und für Vernunftgründe stets zugänglich. Ste hat sich mir damals immer gefällig erweisen wollen, die Unterschrift des Kaisers Friedrich war damals völlig in ihrer Hand und ste hat dieselbe in unglaublich kurzer Zeit erlangt, wo ich auf nicht zu bewältigenden Widerstand gestoßen wäre."

Der deutsche Kronprinz wieder als Militär.

Rundschau vom Cage. Politisches.

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Neue Komplitationen in Marotto? Aus zuverlässiger französischer Quelle kommt die Nachricht, daß die Besatzung Phazas durch die französischen Truppen in kurzer Zeit be­vorstehe. Da Phaza, das nur 100 Kilometer von Fez ent­fernt ist, den Schlüsselpunkt zum Innern Marokkos dar­stellt, so würde durch diese Maßnahme eine vollkommen neue Lage in Marokko geschaffen werden, die mit der Alge­cirasatte nicht in Einklang zu bringen wäre.

Der Kaiser trifft bekanntlich am 6. Mai in Straßburg. ein, am 8. Mai in Metz und am 9. Mai in Wiesbaden, wo er drei Tage verweilen wird. Während dieser Zeit wird, wie das ,, B. T." erfährt, der Reichskanzler von Bethmann Hollweg dem Kaiser Vortrag halten. Am Abend des 13. Mai erfolgt die Abreise nach England zur Teilnahme an den Krönungsfeierlichkeiten.

In Merito gewinnt die Friedensstimmung rasch die Oberhand, da beide Parteten eingesehen haben, daß wei­tere Kämpfe an der Grenze Amerikas nur zu leicht Gelegen­heit zur Intervention geben könnten. Der Führer der Aufständischen Madero hat jetzt selbst einen Anhänger be­auftragt, über den bereits angeregten Waffenstillstand zu verhandeln. Die von ihm angedrohte Beschießung von Juarez ist unterblieben. Nach einer Meldung aus Wa­shington hat der amerikanische Staatssekretär des Krieges bereits offiziell erklärt, daß Präsident Taft aus Merito die amtliche Nachricht erhalten habe, daß zwischen den Re­bellen und der Regierung ein Waffenstillstand vereinbart worden sei.

Das Befinden des Kaisers Franz Josef ist nach amt­licher Mitteilung andauernd gut, so daß weder von einem Unwohlsein noch von einer Unpäßlichkeit gesprochen wer­den kann. Abgesehen von einem unbedeutenden Schnupfen, der keine Behandlung, sondern nur Schonung erfordert, ist sein Zustand ganz normal. Jm Arbeitsprogramm und in der gewohnten Lebensweise des Kaisers ist keine Aen­derung eingetreten. Der Kaiser unternahm Sonnabend mittag einen einstündigen Spaziergang im Schönbrunner Rammergarten und empfing später die Erzherzogin Maria Josefa. Die Schonung, die sich der Kaiser für die folgen­den zwei Audienztage auferlegt, bezweckt nur, daß der Monarch nächsten Sonnabend vollständig erholt die Parade über die Truppen der Wiener Garnison abnehmen kann.

Der deutsche Kronprinz, der seit dem 19. April in Dö­beritz weilt, wird am 2. Mai sein Bataillon des Ersten Garderegiments z.F. dem Oberbefehlshaber in den Mar­ken, Kaiserlichem Generaladjutanten und Generalobersten v. Kessel vorstellen, den der Kaiser besonders mit seiner Vertretung für diese Gelegenheit beauftragt hat. Weiter wird in der ersten Maihälfte der Kronprinz sein Bataillon bei den Regiments- und Brigadeübungen führen und dann mit der Kronprinzessin in offizieller Vertretung des Kat­sers zu den Krönungsfeierlichkeiten nach London abreisen. Nach seiner Rückkehr ist eine Teilnahme an der Korps= generalstabsreise des Gardekorps vorgesehen, die unter der Lettung des Generalstabschefs, Generalmajor v. Knobels­dorf, stattfindet. Das kronprinzliche Paar plant dann einen Besuch in Danzig und Langfuhr, um wegen der dortigen Wohnungseinrichtung der v. Dippeschen Villa und der an­Itegenden, dazugemieteten Häuser selbst Direktiven zu ge= ben. Im Herbst nimmt der Kronprinz an den Manövern des Gardekorps und am Kaisermanöver teil. Mit den gro­Ben, am letzten Manövertage zu erwartenden militärischen Veränderungen wird auch die Ernennung des Thronfolgers zum Kommandeur der 1. Leibhusaren und zwar mit Gel­tung vom 1. Oktober befohlen werden. An dem Tage der Regimentsübernahme durch den Kronprinzen wird, den bisherigen Dispositionen zufolge, die Stadt Danzig und thr Vorort Langfuhr auch den Besuch des Kaisers erhalten. Inzwischen hat bei den städtischen und militärischen Be­hörden in Danzig eine rege Tätigkeit eingesetzt. Außer selbstverständlichen Erneuerungen und Instandsetzungen werden alte, seit Jahren nicht gepflegte Wege in dem an Langfuhr grenzenden Olivaer Forst gebessert und als Reit­wege hergerichtet. Die Garnisonverwaltung hat aus ihrem sorgsam behüteten Vorrat neue Tische für die Mannschafts­stuben der ersten Leibhusaren ausgegeben. Das Geschäfts­zimmer des Regiments, in dem der kronprinzliche Kom­mandeur seine Dienstgeschäfte erledigen wird, ist neuge­strichen, tapeziert und nue ausgestattet worden. Mehrere alte Unteroffiziere des 1. Leibhusarenregiments, die nach vollendeter zwölfjähriger Dienstzeit bereits eine Probe­bienstleistung in einem Zivilberuf angetreten hatten, haben diese Dienstleistung abgebrochen und sind zur Truppe zu­rückgekehrt, um noch unter dem kronprinzlichen Komman= deur weiter zu dienen. Des weiteren haben einige Offt­ztere Kommandos nach Berlin ausgeschlagen, um die Bett,

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Des Rätsels Lösung.

Roman von Ludwig Blümck e. ( Nachdruck verboten.)

Kleine Nachrichten.

Prinz Friedrich Wilhelm, der füngste Sohn des verstor­benen Prinzen Albrecht von Preußen, der bereits seit meh­reren Jahren im preußischen Verwaltungsdienst tätig ist, ist jetzt in das Ministerium für Landwirtschaft eingetreten, um dort einige Monate lang sich in alle Zweige dieses Res­sorts einzuarbeiten. Der Prinz, der früher in Schlesien einem Landratsamt zugeteilt war, hat in den letzten Mo­naten auch schon in einigen anderen preußischen Ministerien den Dienstbetrieb fennen gelernt.

Ueber die Verwendung des Fonds für in den Ruhe­stand versetzte preußisch- hessische Eisenbahnbeamte, die Kriegsteilnehmer waren und neben der Staatspension eine statutenmäßige Pension verdient haben, hat die Eisen­bahnverwaltung jetzt nähere Bestimmungen erlassen. Da­nach können solche gewährt werden an die zu oder vor dem 1. April 1907 pensionierten Beamten, deren Staatspension vom 1. April 1907 ab erhöht worden ist, deren statutmäßige Zuschußpensionen aber gleichzeitig auf Grund der Kassen­statuten haben gekürzt werden müssen. Die Höchstgrenze der dem einzelnen Beamten zu gewährenden Unterstügung bildet der Betrag, um welchen die statutenmäßige Zuschuß­pension des Beamten infolge der nachträglichen Erhöhung der gesetzlichen Bension am 1. 4. 1907 sich vermindert hat. Eine Besserstellung der Altpensionäre in ihren Gesamtbe­zügen gegenüber den erst nach dem 1. 4. 1907 in den Ruhe­stand versetzten Beamten muß jedoch tunlichst vermieden werden. Die Unterstützungen tönnen vom 1. April 1911 ab laufend bewilligt werden und sind in Vierteljahrsbe= trägen im Voraus mit den gesetzlichen Pensionen zu zahlen.

,, Daß Raben von meinem Besuch kein Wort erwähnte, um mich nicht zu verdächtigen, um Dir großen Kummer zu ersparen, zeugt nach meiner Meinung deutlich genug von seiner hochherzigen Gesinnung. Der Mann sollte ein Dieb sein? Es wird Dir genügen, Papa, wenn ich Dir nus meinen Büchern, die ich sehr gewissenhaft führe, seit ich solide geworden bin, den Beweis liefere, daß ich in Thalbrücken nicht nur keine Schulden gemacht, sondern von meinem Zuschuß noch etwas gespart habe. Du wirst dann nicht in mich dringen, Dir mein Geheimnis zu offen­baren. Zum Beweis dafür, daß ich nicht der Dieb bin, möchte ich Dir gleich auch noch anvertrauen, daß ich nach meiner Rückkehr mit dem Nachtzuge noch bei Hildebrand war, ebenfalls ohne Erfolg zu haben."

Die Gesellschaft für soziale Reform hält vom 11. bis 18. Mai in Berlin ihre Generalversammlung ab. Die Ta­gung wird dem Thema Die gewerblichen Lohnarbeiter bei­derlet Geschlechts im Alter von 14 bis 18 Jahren" gewid met sein.

Hauptmann von Didtmann, der am Ostersonntage mit dem Ballon Nordhausen" schwer verunglückte, dessen Be finden sich in den letzten Tagen aber soweit gebessert hatte, daß Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens bestand, ist Sonnabend abend seinen Verlegungen erlegen.

Ueber den gegenwärtigen Stand der Jugendpflege sind seitens des preußischen Kultusministers dringliche Er­hebungen angeordnet. Es soll die Zahl der männlichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren festgestellt und ferner ermittelt werden, wieviel den Jugendvereinen im Anschluß an Fortbildungsschulen, im Anschluß an Mit­tel- und Volksschulen, kirchliche Vereinigungen, nationale Turn, Spiel- und Sportvereinigungen und sonstige im

Während der ganzen Zeit hatte der General seinem Sohn scharf ins Auge geschaut. Jetzt antwortete er, mit ber Hand auf den Tisch schlagend: Dann heißt es für uns, alles daran setzen, den wahren Täter zu ermitteln! Ich werde keine ruhige Stunde mehr im Leben haben, wenn ich mir sagen müßte, daß ich einem Unschuldigen sein Lebensglüd, seine Ehre vernichtet habe. Gib mir Tinte und Feder. Ich will sofort an Raben schreiben. O, wie tut er mir leid, daß ich so heftig war!- Aber daß der Mann log, schien mir der Klarste Beweis seiner Schuld. Jetzt freilich urteile ich anders. Mein armer, alter Rentmeister."

In der Angelegenheit des Bürgermeisters Trömel in Usedom wird weiter mitgeteilt, daß dieser von der Re gierung aufgefordert worden ist, sich innerhalb von fünf Tagen in Usedom zur Verfügung zu stellen. Hier wurde thm eröffnet, daß er bis zur Erledigung des gegen ihn ein­geleiteten Disziplinarverfahrens mit halbem Gehalt sus­pendiert worden set.

Nach dem Genusse von Schinken schwer erkrankt ist in Berlin die Familie eines Bierabziehers. Sie hatte den Schinken zum Osterfest vom Lande bekommen und ihn einige Tage liegen lassen. Nach der Mahlzeit stellten sich bei der Mutter und ihren beiden Töchtern heftiges Er­brechen und Durchfall ein. Die Erkrankten wurden nach der Charitee überführt.

große Freude sein, wenn Sie Ihr Amt, das Sie so viele Jahre mit rührender Treue verwaltet, die wahrlich keinen Undank verdient hat, gleich wieder übernehmen wollten. Ich werde Herrn Woltersdorf diesbezügliche Instruktionen mit gleicher Post zugehen lassen." So etwa fing der Brief an, zu dessen Vollendung er volle zwei Stunden brauchte.

Einen so langen Brief hatte der General, der kein Freund der Feder war, wohl seit seiner Bräutigamszeit nicht mehr geschrieben.

Nach Rücksprache mit meinem Sohne nicht nur von Ihrer Unschuld, sondern auch davon überzeugt, daß Sie einer der edelsten Menschen sind, die ich je kennen gelernt, bitte ich Sie sehr um Verzeihung. Es würde mir eine

Dann schrieb er an Woltersdorf und an den Amts­vorsteher in Wedelstein, demselben den Diebstahl anzei­gend und zugleich bekannt gebend, daß er eine Belohnung von hundert Talern für die Ermittelung des Täters aus­setzte.

Ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem königlichen Automobil, in dem die Kronprin­zessin und die Prinzessin Eitel Friedrich saßen, ereignete sich Sonnabend vormittag in Schöneberg bei Berlin. Nur burch scharfes Bremsen des Wagenführers des elektrischen Straßenbahnwagens wurde größeres Unheil verhütet, und lediglich das Automobil an der linken Seite, wo die Kron­prinzessin saß, leicht geschrammt. Die Fürstlichkeiten konn= ten ihre Fahrt ungehindert fortsetzen.

Bereits nach zwei Tagen traf ein Telegramm von Erna Raben bei Hardi ein, gerade als der General ab­reisen wollte, das also lautete: Euer Exzellenz herzlich dankend, kann Vater das Amt wegen Krankheit nicht ver­sehen. Erna Raben."

Ein großer Grubenbrand wütet, wie erst jetzt bekannt wird, seit acht Tagen auf der Zeche Holland" bei Watten­scheid. Das Fener, das einen außerordentlichen Umfang an= genommen hat, entstand am Karfreitag zwischen der sechsten und siebten Sohle. Obwohl die Direktion sofort umfang= reiche Absperrungen anordnete, ist es trotz der achttägigen anstrengenden Arbeit nicht gelungen, des Feuers Herr zu werden. Infolge des Brandes sind etwa 600 Bergleute arbeitslos.

" Herr Gott, was würde ich darum geben, wenn ich nach Wedelstein zurückreisen könnte, statt da in alle Welt zu müssen!" rief der General aus. Auch das habe ich noch auf dem Gewissen!"

Etwa eine Woche nach des Vaters Abreise erschien Hans Raben in gedrücktester Stimmung bei seinem alten Freunde.

Ans Angst vor der Zwangserziehung erhängte sich in einer Zelle des Wiener Bezirksgerichts Margarethen ein 16jähriger Handwerksbursche, der wegen Diebstahls

, Wurde mir gestern vom Bezirkskommandeur, der mich unlängst sehr liebenswürdig empfangen und schon ganz tameradschaftlich behandelt, recht nachdrücklich der gute Rat gegeben, mich vorläufig nicht zur Wahl zu stellen," sagte er, nachdem er des Freundes Ausdrücke des Bedauerns ru­hig mit angehört, wie etwas, an das er gewöhnt war.

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sind total taput und Vater schleicht umher wie ein Schat­ten. Er ist und trinkt nicht, weicht allen Menschen aus, und man hat Grund genug, für seinen Verstand zu befürch­ten. Und Woltersdorf, Hardi, ich glaube, Du hast den richtiger taxiert, als wir alle."

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Was ist mit dem?" fiel ihm jener ins Wort. Wol­tersdorf, hat er Erna etwas zuleide getan?"

Er hat die Verlobung aufgehoben, angeblich, weil Erna seine Liebe nicht richtig erwiderte. Ich habe aber zufällig in Erfahrung gebracht, daß er hier in der Residenz einer wohlhabenden Witwe schon lange sehr eifrig den Hof macht." Nun, und Erna? Ist sie sehr un­

,, Es ist Tatsache! Mein Freund Reyther dürfte wohl dahinter stecken. Der hat es ja längst verstanden, sich bei. dem Bezirkskommandeur einzuschmeicheln. Nun, Jda trägt alles mit Geduld. Aber der Geheimrat ist sehr ver= stimmt. Ich fürchte, aus unserer Verlobung wird nichts. Zu Hause sieht es sehr traurig aus. Mutters Nerven

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,, Der Schuft!- glücklich? " Gottlob nicht! Im Gegenteil, ste nennt es ein Glück in allem Unglück, daß es so gekommen. Sie muß sich wirklich rein gar nichts aus dem Menschen gemacht haben und sich nur den Eltern zuliebe mit ihm verlobt haben."

Hardis Augen glänzten vor Freude, wie er jetzt des Freundes Hände drückte und ausrief:

,, Ach laß uns nicht so trübselig ins schöne Leben blicken. Es wird alles, alles wieder gut werden, alter Junge!"

,, Hardi, Du bist mir ein Rätsel! Ich beneide Dich um Deinen leichten Sinn, der sich so schnell über das hinweg­zusetzen vermag. Verzeih übrigens, daß ich rücksichtslos ge­nug war, bisher nur von meiner Misere zu sprechen und sag mir nun einmal auf Dein Wort, wie ist es Dir zu Mute? Bist Du wirklich so guter Laune, wie man nach Deinem strahlenden Gesichte meinen sollte, oder hast Du die Kunst der Verstellung plötzlich kennen gelernt?"

,, Bin treuzfidel, mein guter Hans! Wahrhaftig! Auch fein Schimmer von Heuchelei ist dabei. Die Sache ist für mich abgetan. Ich war niemals mit dem Herzen dabei, des= halb hätte mich der Reichtum der Komtesse, der mich ge= blendet hatte. auch niemals froh gemacht. CF.)

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