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Erfolgen gelangt, die das größte Aufsehen erregen dürften. Rach mannigfachen Fehlschlägen war es den beiden Ge= lehrten, die unermüdlich ihr Ziel verfolgten, endlich gelun gen, eine Verständigung durch eine Gesteinsschicht( Steine und Salze) von 10 Meter Dice zu erzielen. Somit war in die bisherigen Anschauungen eine Bresche gelegt, da eine Berständigung durch dickere Erdschichten als zehn Meter unwahrscheinlich erschien. Die nächsten Versuche fanden durch Eroschichten von zwanzig Metern Dice statt und Nun gingen die beiden awar mit gleich gutem Erfolg. Forscher dazu über, sich drahtlos durch neunzig Meter dicke Gesteine zu verständigen, dann auf zweihundertfünfzig Meter und zwar auf übereinanderliegenden Stellen. In allen diesen Fällen gab es eine klare Verständigung. Diese Versuche wurden im Kaltsalzbergwerk Hercynia in Vienenburg in Hannover unternommen. Nun gingen die Gelehrten dazu über, mit besseren Werkzeugen ausgerüstet, zwischen awet ganz verschiedenen Bergwerken, nämlich Ronnenberg" und der Gewerkschaft„ Deutschland" bet Hannover brahtlose Verbindungen herzustellen, um festzustellen, ob pielleicht bei den letzten Versuchen die möglichen Luftwege die Verständigung herbeigeführt haben könnten. Die Verfuche ergaben indessen, daß die Luftwege gar nicht in Be tracht kommen konnten. Im Monat Januar gab es dann Die Ueberraschung, daß die drahtlose Telegraphte zwischen den beiden verschiedenen Bergwerken Ronnenberg" und Deutschland" durchaus klar hergestellt werden konnte. Die Entfernung betrug 2000 Meter, und die Empfangswir fungen waren so fräftig, daß nach allgemeiner Ansicht noch eine viel weitere Verständigung zu erzielen ist. Es tommt Hinzu, daß die Verständigung in einer Tiefe von fünfhunbert Metern unter der Erde erzielt worden ist.
Vermischtes.
Brände auf dem Kieler Wohltätigkeitsbasar. Auf dem am Mittwoch von der Kaiserin und von dem Prinzen und der Prinzessin August Wilhelm besuchten, mit dem Kornblumentag verbundenen großen Wohltätigkeitsbasar sind, wie durch amtliche Untersuchungen festgestellt wurde, zweimal Brandstiftungsversuche unternommen worden. Durch bas schnelle Einschreiten der Feuersicherheitswache wurde eine Ausbreitung der Brände verhindert. Der in Kiel veranstaltete Kornblumentag zum Besten der Kriegervereinswaisentasse brachte einen Reingewinn von 80 000 M. Ueber die Ermordung eines deutschen Ehepaares wird aus London gemeldet: In der Nähe von Ashford liegt die zirka 20 Ader große Besizung Pluckley Grange, auf der ein Landhaus steht. Seit drei Jahren wohnte dort ein Deutscher namens Ludwig Berndt, der eine Engländerin geheiratet hatte. Am Mittwochmorgen fand der Postbote an der Hintertür einen Zettel, auf dem die Worte standen: Sofort zur Polizei schiden!" Im Schlafzimmer fand man Frau Berndt mit durchschossenem Kopf tot im Bett Ite= gend. Im Keller lag Berndt selbst in der Abwaschküche mit durchschnittener Kehle und einer tiefen Schußwunde Im Kopf. Am Dienstagabend wurde ein Mann gesehen, ber bereits vor einem Jahre bei den Berndts zu Besuch gewesen war. Er war der englischen Sprache nicht mächHg und war anscheinend ein Deutscher. Noch spät abends lahen ihn die Nachbarn auf dem Grundstück herumgehen. Mit dem ersten Frühzuge fuhr der Fremde nach London. Am Abend tam aus London ein an Berndt gerichtetes Telegramm in deutscher Sprache, das die Polizei beschlagnahmte.
Unmenschliche Söhne. Jm Dorfe Bois- Séjour bet Clermont- Ferrant haben die beiden 18 und 22 Jahre alten Söhne der Famille Morange thre greisen Eltern aus dem Sause gejagt. Sie verbarrikadlerten das Haus und scheufen sich nicht, Flintenschüsse auf Vater und Mutter abzugeben, als sie in das Haus einzubringen versuchten. Der Borfall hatte eine Ansammlung der gesamten Einwohners schaft zur Folge, die ihrer Empörung durch laute Drohungen gegen die jugendlichen Unholde Ausdruck gab. Bisher ist es der Polizei und der Gendarmerie trotz vereinter Anstrengung nicht gelungen, das fest verbarrikadierte Haus einzunehmen.
Kontrollierte Telephongespräche. Die von den Parifern so viel geschmähte französische Telephonverwaltung hat in ihrem Betriebe nun eine Neuerung eingeführt, die bazu bestimmt ist, den Verkehr der Beamten mit dem Publifum zu überwachen. Man hat auf dem Telephonamt für das Aufsichtspersonal sogenannte„ Mithörapparate" eingerichtet; bisher konnten die Aufsichtsbeamten ihre Tätigkeit sozusagen nur platonisch ausüben, sie traten immer erst in Wirksamkeit, wenn ein Streitfall zwischen Teilnehmer und Telephonfräulein ausgebrochen war; nun werden sich die Kontrolleure durch Mithören davon überzeugen önnen, ob die Telephondamen es an der nötigen Aufmerkfamkeit und Höflichkeit gegen die Abonnenten fehlen lassen, denn in Paris sind Differenzen zwischen Fernsprechteilnehmern und Telephondamen an der Tagesordnung. Das Pariser Publikum ist mit der Neuerung nicht einverstanben, es sträubt sich gegen den Gedanken, daß die Aufsichtsbeamten ganze Gespräche mit anhören und kontrollieren önnen; man sträubt sich gegen diese„ Zensur" und will Das Telephongeheimnis gewahrt wissen.
Die Zahl der Selbstmorde in Preußen hat nach den Feststellungen des Medizinalstatistikers Reg.- und Geh. MeDizinalrates Behla wiederum zugenommen. Danach haben Im Jahre 1909 nicht weniger als 8422 Personen( davon 1956 Frauen) Selbstmord verübt, von 100 000 also 21,6 ( vor fünf Jahren 20,7) Personen. Abgesehen von der ltersklasse von 25-80 Jahren, findet der alte Erfahtungssatz wieder seine Bestätigung, daß die Selbstmorde mit dem fortschreitenden Alter in der Bevölkerung zunehmen. Während auf 100 000 in der Altersklasse von 10 bis 15 Jahren 1,7, von 15-20 Jahren schon 16,9 Selbstmörder tamen, stieg diese Bahl wieder fast tonstant bis auf nahezu 60( Altersstufe 50-60 Jahre) und bewegte ich noch bet ben 70- und 80jährigen zwischen 56 und 54. Beim weiblichen Geschlecht ist die Selbstmordziffer gegen bas Borjahr von 38,6 auf 9,9 herabgegangen. Was die Ausführung des Selbstmordes betrifft, so haben von 200 Selbstmördern 94 threm Leben durch Erhängen, 40 durch rtränken, 25 burd) Gift und 23 durch Erschießen ein Ende ereitet. Als Beweggrund wurde( auf 100 Selbstmörder Berechnet) in E8 Fällen Getstestranthelt festgestellt, wobei uf das weibliche Geschlecht 37 Fälle entstelen. Auch wegen Rerventrantheit, Getstesschwäche und Leidenschaften legten Frauen öfter Band an sich als Männer. Bei den letzteren Aldeten Lebensüberdruß, Alkoholismus, Kummer usw. ervorragende Beweggründe zum Selbstmord.
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Die verfannten Milchzähne. Man schreibt der„ Tgl. Rbfch." aus Seidelberg: Eine Dame hatte sich von den sorgaltig gesammelten Milchzähnchen ihrer beiden Töchter nen Ring anfertigen lassen, den sie mit großer Vorliebe rug und gern zeigte. Eines Tages hatte sie unter thren aften einen angehenden Naturforscher eingeladen, der in blicher Weise aufgefordert wurde, den merkwürdigen Bahmud zu bewundern, mit der weiteren Verpflichtung zu
erraten, von welcher Art die weißen glanzenden Steinchen wären. Der junge Wissenschaftler besah sich den Ring auf das genaueste, um daraufhin mit aller Bestimmtheit au erklären, daß es seiner Meinung nach fleine Affenzähne wären! Die Gastgeberin soll den Gelehrten niemals wieder zu Tisch gebeten haben.
Die Revolte der weisen Franen. Aus Wien wird den ,, M. N. N." geschrieben: Die Volkszählung 1910 hat uns um eine traurige Erkenntnis bereichert. Die Zahl der Geburten in Desterreich- Ungarn geht langsam, aber sicher zurück. Aber nicht der Rekruten heischende Staat fümmert sich als erster um diese„ passive Resistenz" der Staatsbürs ger, die gefährlicher ist als die neulich erst überstandene passive Resistenz der Staatsbeamten; nicht die Nationalökonomen sind es, die zuerst thre warnende Stimme er heben; nicht die beschämten Väter und Mütter haben das Wort zu ihrer Rechtfertigung ergriffen. Die weisen Frauen von Wien waren es, die zuerst den Schrei nach dem Kinde ausstießen. In einer Bersammlung der Hebammen haben blese würdigen Damen die Abnahme des Kindersegens auf das allerschärfste getadelt. Freilich, sie empörten sich, wie sich der Glasermeister empört, dem es zu wenig hagelt, oder wie der Totengräber, dem zu wenig Menschen sterben: weit das Geschäft darunter leidet. Ste beschwerten sich über die finderlosen Ehepaare, wie man sich über ungetreue Kunden beschwert, und sie taten, was alle die Wiener fleinen Geschäftsleute tun, denen es schlecht geht ste verlangten von der Regierung Hilfe für das notleidende Kleingewerbe. Sie verstiegen sich zwar nicht bis zu der Forderung nach einer gesetzlichen Festlegung der Verpflich tung, Vater und Mutter zu werden, aber thre Wünsche reichten immerhin weit genug: Die Zahl der Hebammen soll, so meinen sie, auf eine dem Lokalbedarf entsprechende Ziffer beschränkt werden. Schließlich aber und selbstverstnädlich verlangten sie die Schaffung eines Tarifs für ihr Gewerbe. Und um den Ernst der Lage gebührend zu fennzeichnen, drohten sie die Erfüllung ihrer Forderungen tm Notfall selbst durch einen Streit zu erzwingen.
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Zunahme der Kriminalität in Japan. Die Kriminalfälle in Japan haben in letzter Zeit eine erschreckende Zunahme aufzuweisen. Im Jahre 1905 befanden sich in den japanschen Gefängnissen ungefähr 53 000 Personen; diese Ziffer steigerte sich im Jahre 1906 auf 53 986 und stieg bis März 1909, nachdem ste 1907 um 256 gefallen war, auf 60 680. Jm März 1910 hatte sie die erschreckende Höhe von 73 300 erreicht. Das bedeutet in vier Jahren eine Zunahme von etwa 40 Prozent. Bei der Untersuchung der Ursache dieser Zunahme gibt die japanische Presse nicht einer Demoralisierung der Bevölkerung die Schuld, sondern den sozialen Verhältnissen. Im Gegensatz zu anderen Ländern haben sich in Japan nach dem letzten Kriege die Verhältnisse, anstatt zu bessern, verschlechtert. Der Unterschied zwischen arm und reich ist, wie die Deutsche Kolonialzeitung schreibt, allzu scharf ausgeprägt. Die hieraus erwachsende Unzufriedenheit im Volte schafft Oppositionsmänner, dte Japan bisher noch nicht kannte. Die Preise für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens haben eine ungeheure Erhöhung erfahren, unter deren Last gerade der fleine Mann und der Geschäftstreibende zu leiden haben. Die Steuern sind um 40 bis 50 Prozent gestiegen, und die nötigsten Lebensmittel haben eine Preiserhöhung von 50 bis 100 Prozent erfahren, so z. B. ist das Salz von 2 auf 5 Yen, brauner Zucker von 7 auf 11 Yen gestiegen. Aehnlich soll es sich mit den anderen Volksnahrungsmitteln, wie Fleisch, Rets usw. verhalten. Wenn die Regierung nicht dafür sorgt, daß die Lebensbedingungen für die breiten Massen des Volkes besser werden, wird Japan schweren Beiten entgegengehen.
Grob. Bankdirektor:„ Aber, Meister, dieser Schreibtisch ist doch gar zu leicht gearbeitet, wie lange soll denn der Halten?"- Tischler:„ Der hält viel länger als Ihre Bank!"
Vom Laufburschen zum ,, Silberfönig“.
In Neuyork starb jüngst, wie wir berichteten, David Moffatt, der unter dem Namen des Silberkönigs" bekannte Multimillionär, im Alter von 72 Jahren. Sein Lebensgang entrollt das typische Bild der echt amerikanischen Karriere, die den Laufburschen von ehedem in raschem Aufstieg zu der die Finanzwelt beherrschenden Höhe des Großindustriellen hinaufführte. Gab es doch eine Bett, in der Moffatt nicht weniger als 100 Silberminen sein Eigen nannte. Um ein Haar wäre er eines Tage dem Attentat eines anarchistischen Minenarbeiters zum Opfer gefallen, und einige Jahre später war seine Bank in Denver der Schauplatz etnes sensationellen Ueberfalls, bei dem den Bankräubern etne Beute von einer Million Mark in die Hände ftel. Und nicht geringeres Aufsehen wie dieser Millionenraub erregte vor Jahren die Idee des Sonderlings, sich in Begleitung des Portters und eines Zimmermädchens eines Neuyorker Hotels auf eine Reise durch Europa zu begeben, die den vielbeneideten Gästen des freigebigen Millionärs nicht einen Pfennig kostete. Moffat, der im Jahre 1839 in der Nähe von Neuyork das Licht der Welt erblickt hatte, begann, wie gesagt, seine Laufbahn als Messengerboy und fand später im Staate Jowa eine kleine Stellung in einem Bankgeschchäft. Hier machte er die Bekanntschaft eines reichen Herrn aus Nebraska, der an dem 17jährigen Jüngling Gefallen fand und ihn zu seinem Kassierer machte. Nach dem Tode seines Wohltäters ging der 20jährige mit einem Gefährten und sechs Mauleseln nach dem goldenen Westen! Die betden Piontere versuchten sich hier zunächst als Kolportagebuchhändler und breiteten thren Handel später auch auf Lebensmittel aus. Die Santerung einer dem Zusam= menbruch nahen kalifornischen Bank, zu beren Leitung man Moffatt berief, wurde dann im Jahre 1867 der Ausgangspunkt der Entwickelung zur finanziellen Großmachtstellung. Er baute Bahnen, betätigte sich in der Terrainspekulation und galt mit 40 Jahren bereits als 20facher Millionär. Dann wandte er sich als Spezialgebiet der Ausbeutung von Silberminen mit einem Erfolge zu, der ihm bald den bis zum Tode behaupteten Titel des amerikanischen„ Silbertönigs" eintrug. Als bedeutendste seiner vielen großzügigen Unternehmungen bezeichnete Moffatt selbst die direkte Bahnlinie, die Denver mit Salt Lake City verbindet. Auf ben Einwand der mit der Trafsierung beauftragten Feldnieffer, daß die gewünschte gradlinige Verbindung angefichts der Schwierigkett des Terrains undurchführbar set, erwiderte Moffat kurz und bündig: Führen Sie sie gerade über die Berge weg!" Die Bahn freuzt demzufolge den Great Dtvtbt" in etner Höhe von 12 000 Fuß über dem Meeresspiegel, führt über die Höhenlinie des ewigen Schnees hinweg, erreicht ein 1000 Fuß höheres Niveau als irgendeine andere Bahn des Kontinents und spart infolge der kühnen Lintenführung zehn Stunden an der Fahrzeit. Moffatt widmete sich ausschließlich dem Geschäft und hatte insbesondere für die Politik nicht viel übrig. Als man ihm einmal die Würde des Senators antrug, lehnte er höflich aber entschieden mit den Worten ab, daß er sich mit Dingen zu beschäfttgen habe, die viel wichtiger seien als die Poltttt. Der Silberkönig hinterläßt ein Vermögen, das auf eine Viertelmilliarde Mark geschätzt wird, und das fetner Witwe und seiner in Paris verheirateten Tochter zufällt.
Drabtnachrichten und neuestes.
Das Kaiserpaar in Wien.
Wien, 24. März. Das deutsche Kaiserpaar mit der Prinzessin Viktoria Lutse und dem Prinzen Joachim iff heute vormittag hier eingetroffen. Um 10% Uhr lief der Sofzug auf dem Hauptbahnhof ein. Kaiser Franz Josef in der Uniform eines deutschen Feldmarschalls war zum Empfang anwesend. Die Begrüßung der beiden Majestäten war eine außerordentlich herzliche. Nachdem Kaiser Franz Josef die Kaiserin und die Prinzessin begrüßt hatte, stellte thm Kaiser Wilhelm den Prinzen Joachim vor. Sodann verblieben die höchsten Herrschaften einige Zeit im Fürstenfalon des Wartesaals und bestiegen dann den Sonderzug, um die Fahrt nach Penzing fortzusetzen. Das Publikum bereitete den Majestäten herzliche Ovationen. Auf dem Benzinger Bahnhof hatten sich die Mitglieder des katser Itchen Hauses eingefunden, ferner die Spitzen der Zivilund Militärbehörden, die Herren der deutschen Botschaft usw. Die Presse begrüßt das Eintreffen des deutschen Kat ferpaares in herzlicher Weise.
Die ruffische Ministerkrisis.
Petersburg, 24. März. Wie es jetzt heißt, dauert die Krists noch an. Stolypin ist zwar vom Kaiser empfangen worden, hat fein Abschiedsgesuch aber nicht zurücgenom men. Andererseits hat der Kaiser den erbetenen Abschied nicht gewährt.
Tod eines bekannten Gelehrten. Berlin, 24. März. Jm 71. Lebensjahre ist der Unts versitätsprofeffor Kekulé von Stradonit, der bekannte Archäologe und Heraldiker, gestorben.
Versteigerung seltener Porzellanwaren. Berlin, 24. März. In einer Altertumshandlung kam gestern ein flacher Teller aus Siena zur Versteigerung. Bel einem Angebot von 10 000 Mark stieg der Teller bald auf 80 000 und 40 000 Mart, bis schließlich ein Londoner Kunsthändler mit 41 000 Mark Steger blieb. Ein fast beispiel Toser Betrag wurde für einen Kristallpokal bezahlt. Es war italienische Arbeit des 16. Jahrhunderts mit reichem figürlichem Schmuck versehen. Wieder war es der Londoner Kunsthändler, der mit dem Höchstgebot von 71000 Mark den Pokal erwarb.
Telegraphie vom Luftballon aus.
Frankfurt a. M., 24. März. Dret Ballons des Frankfurter Vereins für Luftschiffahrt sind gestern vormittag von Griesheim aufgefttegen, um Versuche mit drahtloser Telegraphie anzustellen. Zwei der Ballons waren mit Wasserstoffgas, der dritte mit Leuchtgas gefüllt. Die Versuche erfolgten mit den Telefunkenstationen Göttingen, Karlsruhe, Darmstadt und Frankfurt. Von den drei Ballons sind zwei in der Nähe von Coblenz, der dritte in der Gegend von Ems gelandet. Die Versuche sind, wie man der Frkf. 3tg. telegraphisch meldet, geglückt. Mit drei Stationen fonnte man sich verständigen. Die Versuche sollen demnächst wiederholt werden.
Folgenschwerer Sturz aus dem Fenster.
Frankfurt a. M., 24. März. Gestern nachmittag stürzte vom dritten Stock eines Hauses am Kettenhofweg ein fünfjähriger Knabe in die Tiefe. Er brach betde Oberfchenkel und wurde bewußtlos ins Hospital geschafft.
Beraubung eines Opferfaftens.
Bamberg, 24. März. In Bischberg versuchten Diebe den an der Tür der dortigen Kapelle befestigten Opferkasten abzubrechen. Da ihnen dies nicht gelang, hoben sie die Tür aus und schleppten sie ins Feld, wo sie den Opferfasten er brachen.
Drohender Streik in den Zeppelin- Werken. Friedrichshafen, 24. März. Auf den Zeppelin- Werken droht ein Streit der gesamten Arbeiterschaft. Schon seit längerer Zeit streben die Arbeiter der Luftschiffwerft eine Besserung ihrer Lohnverhältnisse an. Sie verlangen u. a. eine Lohnerhöhung für die oft vorkommenden Ueberstunden. In einer vorgestern abgehaltenen Versammlung beschlossen die Arbeiter, ihre Kündigung einzureichen. Wenn nicht noch eine Einigung zwischen der Direktion und den Arbeitern zustande kommt, werden die Arbeiter, da sie nur eine dreitägige Kündigungsfrist haben, am Sonnabend in den Streit treten. Wann unter diesen Umständen die Probefahrten des Ersatz Deutschland" stattfinden können, die für Ende dieses Monats geplant waren, ist nicht abzusehen.
Eine ganze Familie bei einem Brande umgekommen. Lille, 24. März. In einem Gebäude, in dem sich etn Kinematographentheater befand, brach Feuer aus, das sich schnell ausbreitete. Eine im zweiten Stock wohnende fünfköpfige Familie fand den Erstickungstod.
Standrechtlich erschossen.
Nenyork, 24. März. Wie aus San Antonio ge= meldet wird, sind vier Amerikaner wegen Teilnahme an den merikanischen Unruhen standrechtlich erschossen worden. Berliner Getreide- und Schlachtviehmarktbericht.
Am Berliner Marfte war eine zeitweilige Befestigung bemerkbar, namentlich für Weizen. Schließlich wurde die Tendenz für dieses Getreide unter dem Eindruck matteren Amerikas, nachlassender. argentinischer Forderungen und des warmen, schönen Wetters abgeschwächt. Die Notterungen find gegen die Vorwoche faum verändert. Roggen hielt sich im Anschluß an Weizen einige Tage auch etwas fester, dann aber machte sich die drückende Wirkung der groBen hier befindlichen Lager geltend, und die Notierungen schlossen etwas niedriger als vor 8 Tagen. Das Lieferungsgeschäft hat unter den im Verhältnis zu Mat ansehnlich billigeren Preisen für greifbaren Roggen zu leiden. Rußland bleibt verkaufslustig und hat seine Forderungen et was ermäßigt. Hafer ist aus der Provinz wentger offeriert gewesen, und dieser Umstand hat die Preise etwas anzie= hen lassen. Schließlich jedoch neigte auch für diesen Artikel die Stimmung zur Schwäche, da Ware an den Konsum nur zu billigen Preisen unterzubringen war. Mais war bei ruhigem Geschäft etwas schwächer. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mat wie folgt: Weizen 201,75 M, Roggen 155,25 M, Hafer 157,00 M, Mais 133,50 M.
Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, un gejocht 78-83 M, 6) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 75-80 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 70-74 M, d) gering genährte jeden Alters bis M. 2. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 72-77 M, 6) vollfleischige jüngere 70-75 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 64 bis 72 M, d) gering genährte- M. 8. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes bis M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 67-72 M, c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 62 bts. 67 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 58-66 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 62 M, f) gering genährtes Jungvieh( Fresser) 60-72 M. 4. Kälber: a) Doppellender feiner Mast 111-183 M, 6) feinste Mast-( Vollm.Mast) und beste Saugkälber 103-110 M, c) mittlere Mastund gute Saugfälber 95-108 M, d) geringe Saugkälber 49 bis 82 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere MastHammel 76-85 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte jüngere Schafe 70-76 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe 60-75 M. 6. Schweine: bis a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht
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M, b) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 2½ 3entner Lebendgewicht 56-57 M. c) vollfletschige der feineren Raffen und deren Kreuzungen bis 2% Bentner Lebendgewicht 55-57 M, b) fletschige Schwetne 58 bis 56 M, e) Sauen 52-53 M.


