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Familienbeziehungen im Reichstage.

Der deutsche Flottendesuch in Norwegen, es han­delt sich um elf Torpedoboote, ist in Christiania der Gegenstand von Betrachtungen wenig wohlwollender Art. Insbesondere tabelt man es scharf, daß der nor wegische Landesverteidigungsminister den deutschen Kriegsfahrzeugen die Erlaubnis erteilt hat, in der stra= tegisch wichtigen Gegend des Fjords von Drammen Aufenthalt zu nehmen. Ueber diese Kritik des deut­schen Flottenbesuches soll auch der Kaiser seine Miß­stimmung ausgesprochen haben. Ein Jeder kann ja," soll der Kaiser gesagt haben, in der ersten besten Buch­handlung die ausführlichsten und besten Karten über die norwegische Küste kaufen; wie kann dann der Som­merbesuch einiger deutscher Torpedoboote Bedenklichkeit erweden?"

Ein Disziplinarverfahren gegen einen Volksschul­lehrer, der Musikkritiken für das sozialdemokratische Offenbacher Abendblatt geliefert hatte, hat die hessische Regierung eingeleitet. Der Volksschullehrer, Peter mit Namen, gehört. politisch der fortschrittlichen Partei an und ist auch dort organisiert; nach verschiedenen Ver= nehmungen durch den Kreisschulinspektor sind die Ak­ten darüber in das Ministerium weitergegangen. Auch gegen mehrere Vorstandsmitglieder des Offenbacher Lehrervereins wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet, weil auf deren Veranlassung Inserate und Versamm­lungsberichte des Vereins im Offenbacher Abendblatt erschienen waren.

Herr Charles de Wendel, der im reichsländt­schen Wahlkreise Diedenhofen- Bolchen gewählt ist, will nicht mehr fandidieren. Er hat sich bereits nach Baris zurückgezogen und empfiehlt als seinen Mandatsnach­folger den lothringischen Abgeordneten Grégoire, dessen augenblicklicher Wahlfrets start gefährdet ist. Dagegen hat nun die Familie de Wendel Widerspruch erhoben, weil sie die Vertretung dieses Wahlkreises im Reichs­tage gewissermaßen als Familienfache betrachtet, da im Diedenhofener Bezirk der größte Teil des Grund und Bodens de Wendelsches Eigentum ist. Diese Art von Familienmandaten finden wir sonst nicht im Reichs­tage. Nur selten vererbt sich ein Mandat vom Vater auf den Sohn, wie das von Brenzlau- Angermünde, das schon seit Jahrzehnten von den Winterfeldt= Mentins vertreten wird. Natürlich haben einige start verbreitete, altansässige Familien immer einen oder mehrere Vertreter im Reichstage, wie die Fürsten und Grafen Dohna, die Freiherren von Richt= hofen, die Grafen von Schwerin, die Hohen= Tohes und andere. Auch in manchem Zentrumsfreise wird immer derfelbe Pfarrer desselben Ortes nach Ber­Im geschickt. Aber auch Vater und Sohn sitzen neben­einander als Boltsvertreter. Da ist im Zentrum der alte Vizepräsident Dr. Peter Spahn- Bonn und neben ihm sein Sohn, der Straßburger Professor Dr. Martin Spahn Warburg. Jahrelang faß mit Dr. Roestde- Ratserslautern sein Bruder Roestcke­Dessau im Wallothaus. Ste wurden aber durch eine Weltanschauung getrennt. Denn Dr. Noefice- Ratsers­lautern gehörte zum Bund der Landwirte, sein Bru­der aber zu den Fortschrittlern. Weiter sind jetzt noch awet verwandte Grafen Garmer im Reichstage ver­freten. Von anderen Abgeordneten, wie von den Her­ren Dr. Savigny( Str.), Conrad Haußmann ( Fortschrittliche Boltspartet), Frigen( tr.), Herzog zu Arenberg( 8tr.) faßen nahe Verwandte fr it her fm Reichsparlament. Barlamentarische Familien aber, in denen sich ein Mandat gewohnheitsmäßig forterbt, wie es in fleinen Landtagen oft der Fall ist, gibt es im Reichstage nicht. Dazu ist das Wahlglück doch zu wetterwendtsch.

Das persische Heer

Der diesjährige sozialdemokratische Barteitag fin­det vom 10. bis 17. September in Jena statt. Dem Dresdener Anzeiger" zufolge sollen unter der Hand Anweisungen ergangen sein, unter allen Umständen Konflikte zu vermeiden, damit sich in Jena die Tagung so friedlich als möglich vollziehe. Bebels Referat über die Reichstagswahlen soll klar aussprechen, daß man die ganze Stoßkraft auf den ersten Wahlgang richten müsse, well man bet den Stichwahlen doch wenig Hilfe aus dem bürgerlichen Lager zu erwarten habe.

Kleine Nachrichten.

Das Reichskolonialkriegerdenkmal in der Reichs hauptstadt ist gesichert. Auf eine Anfrage des Reichs­fanzlers, ob der Berliner Magistrat berett set, fitr dte Errichtung des Dentmals einen geeigneten Platz zur Verfügung zu stellen und die Kosten der Unterhaltung der Denkmalsanlage zu übernehmen, bat der Berliner Magistrat beschlossen, zustimmend zu antworten.

Die Errichtung einer Akademie für Kommunalvers waltung plant die Stadtverwaltung von Duffeldorf, Eine Dentschrift hierüber wird in den nächsten Tagen erscheinen.

Im Befinden des Reichstagsabgeordneten Liebers mann von Sonnenberg ist eine so erhebliche Befferung eingetreten, daß eine unmittelbare Lebensgefahr aus­geschlossen erscheint.

Eine außerordentliche Zunahme der Krenzottern wird aus allen Teilen des Reiches gemeldet. Die un­gemein warme Frühjahrswitterung und auch die Wärme der letzten Wochen war den Reptilien sehr för­derlich, so daß sie jetzt strichwetse in großen Massen auf­treten.

Das Schicksal des entführten Jugenieurs Richter. Wie die rtf. 3tg." meldet, stellt die griechische Regte­rung in Abrede, daß der gefangene Ingenieur Richter sich auf griechischem Territorium befindet. Es Itegt die Befürchtung nahe, daß Richter nicht mehr am Leben ist. Die Unterschrift seines letzten Briefes scheine ge­fälscht zu sein.

Neue Erdstöße in Ungarn. In dem Dorfe Szen­tandres bei Temesvar stürzte gestern nachmittag infolge Erdbebens der Turm der Kirche ein. Es herrscht große Panit.

In dem langwierigen Kampf um die englische Be tobill ist jetzt wieder eine Schlacht geschlagen worden, aber feine Entscheidungsschlacht, und einstweilen ist das Ende dieses jetzt schon zwei Jahre währenden Rin­gens noch nicht abzusehen. Das Oberhaus hat die Ver­handlungen über die Vorlage zu Ende geführt und die Bill in dritter Lesung angenommen. Die Annahme der Vorlage ist zwar prinzipiell von der größten Bedeu­tung, faktisch wird es aber den Konflikt nicht verhin= dern, da jetzt naturgemäß das Unterhaus in wenigen Tagen en bloc die Abänderungsanträge des Oberhau­ses ablehnen wird. Die Lords werden dann direkt vor die Frage gestellt sein: Annahme der Parlamentsbill oder Vernichtung der konservativen Mehrheit durch et­nen Peersschub. In liberalen Kreisen hofft man, daß in dem Entscheidungskampf, der bei der Rückkehr der vom Unterhaus wiederhergestellten Vorlage an das Oberhaus ausgefochten werden muß, die Lords ihren Widerstand aufgeben werden. Immerhin fehlt es nicht an intransigenten Elementen, die entschlossen sind, den Kampf bis zum äußersten fortzusehen. Unter diesen Umständen muß das endgültige Schicksal der Vorlage noch immer als ungewiß gelten oder vielmehr, es ist noch nicht gewiß, ob die Betobill mit oder ohne Peersschub zustande kommt.

wird in den kommenden Ereignissen eine ausschlag­gebende Rolle zu spielen haben. Es wird darum eine Uebersicht über die Heeresverhältnisse in Persien von Interesse sein. Die einzig reguläre Truppe tst die so­genannte Sofatenbrigade, die im Jahre 1879 nach rus­fischem Vorbilde gegründet worden ist, bis zum Jahre 1909 gewefen. Die Kosakenbrigade bestand in letter Bett aus 17 500 Rofafen und 200 Offizieren. Dieser Truppenförper zerfällt in 4 Reiterregimenter, von de­nen 1 au 1000 Mann ein Garderegiment vorstellt. Da­zu gehören 2 Batterten zu 4 Geschützen, 8 russische Felbartillertegeschütze und 4 Maschinengewehre. Ferner gehört dazu ein Bataillon Infanterte von 600 osaken und ein Musikkorps von 60 Mann. Allen übrigen Truppen fann man das Zeugnis ausstellen, daß sie für einen Feldzug dirett untauglich sind. Die Ausrüstung läßt viel zu wünschen übrig, da die Regimentskom­mandeure es vorziehen, die Gelder für die Beschaffung der Uniformen zum größten Tete! für sich zu behal= ten. Wenn man bedenkt, daß dte Soldaten nur ca. 3.80 Mark für den Monat erhalten, so kann man sich denken, welcher Leistungen fte fähig find. Im zerlump­ten Zustande steht man sie nicht felten, oft betteln sie und dienen als Arbetter Privatleuten. Die Korruption tm Heere ist hauptsächlich der Ausbeutung der Unter­gebenen durch die Vorgesetzten zuzuschreiben. Im gan­žen soll die Stärke des regulären" Heeres etwa 70 000 Mann betragen. Es besteht weder eine Wehrpflicht, noch eine bestimmte Dienstzeit, auch Vorschriften für Aushebung und Entlassung sind nicht vorhanden. Aus diesen Angaben geht hervor, daß das persische Heer" auch nicht den geringsten militärischen Ansprüchen ge= nigt.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Auswärtige Schwierigkeiten. Unter dieser Ueber­schrift bespricht die Köln. 3tg." an leitender Stelle un­ter anderem auch den langsamen Fortgang der fran­zösisch- deutschen Verhandlungen, die sich nicht im Hand­umdrehen zum Abschluß bringen Iteßen, und meint, daß man auch heute noch an der Hoffnung festhalten Tonne, daß aus den Verhandlungen schließlich für befve Telle annehmbare und ehrenvolle Abmachungen her­vorgehen wirden.

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Jugendfreundschaft.

Roman von G. v. Schlippenbach.

Ein riesiger Waldbrand wittet zurzeit in den_fts­kalischen Waldungen bet Mörs am Niederrhein. Dem Feuer sind bisher 400 Morgen zum Opfer gefallen. Schwerer Fliegernnfall. Auf dem Lagerfeld von Betheny bet Reims stürzte der Militärflieger Leut­nant Girard mit seinem weidecker aus 50 Meter Höhe ab. Der Flieger hat schwere innere Verlegungen erlitten.

Reffelerplosion auf einem englischen Torpedos bootszerstörer. Während einer Uebung der Torpedo­bootsflottille bet Portsmouth explodierte gestern ein Dampffefsel etnes Torpedobootszerstörers. Zwet Mann der Besazung wurden getötet, vier schwer verlegt.

Eine furchtbare Benzinerplofton, bet der ein Arbet­ter getötet und dret andere schwer verletzt wurden, er­eignete fich gestern vormittag in der Gummifabrik von Herz in der Köpenickerstraße in Berlin. Riesige Stich­flammen schossen durch den Raum, so daß die darin beschäftigten Mädchen nur mit Mühe gerettet werden fonnten.

Ein Vorstoß Montenegros. Die Montenegriner besetzten die Höhen von Bezero an der türkischen Grenze, welche strategisch wichtig sind, errichteten Erdwerke und Laufgräben und ließen die Einsprache des türkischen Generalstabsmajors Risa unbeachtet. Dieser fordert neue Weisungen. Auf den Höhen befand sich bis vor furzem ein türkisches Blockhaus, das zerstört wurde. Die Instruktionen des Kriegsministers, für den Kriegs­fall große Depots in Uestüb und Mitrowiza zu errich­ten, werden in der Türkei sehr ernst beurteilt. Trozz dieser offensichtlichen Rüstungen versichert Montenegro stets, baß von seiner Sette der Friede nicht bedroht werde.

( Nachdruck verboten.) " Denten Ste nicht daran, wieder einmal nach Rügen zu geben?" Das eben so belebte Gesicht Karlas um­wölfte sich.

" D, wie gerne täte tch es," entgegnete fie traurig, mein fleiner Junge ist aber so schwächlich und ohne thn reise ich nicht; er braucht die stärkende Nadelholz­luft. Ich möchte gern, daß Sie Nicolai sehen, Herr Doktor, es wäre mir eine Beruhigung, wenn Ste mit unserem Hausarzt konferierten und mir Ihren Rat geben."

Gewiß, gnädige Frau, aber wird es Ihrem Herrn Gemahl auch recht sein?"

Durch Kleefalz zu vergiften versuchte in Hombruch in Westfalen die Frau des Bergmanns Wiesnewsti ihren Ehemann von dem sie getrennt lebt. Der et­gene Sohn, der dem Vater das Gift heimlich in den Kaffee tun sollte, wurde mißtrauisch und meldete die Sache dem Lehrer. Die Frau wurde verhaftet.

Die Revolution in Haiti hat zu einem vollständigen Siege der Rebellen geführt, die im Besitz von ganz Nordhaitt sind. Ste nahmen die Hauptstadt ein und plünderten sie, nachdem Präsident Simon sich mit dem Kabinett und 3000 Mann Truppen auf den deutschen Dampfer Syria" begeben hatte, welcher nach Port au Prince fuhr. Dort bestieg auch der Kriegsminister Ma­rius das Schiff, um sich nach Jamaica zu retten. St­mons Truppen deserttern scharenweise ritanische, deutsche und ftalienische Gesandtschaft rich­teten an thre Regierungen die dringende Bitte um Ent­sendung von Kriegsschiffen.

Wieder flog ein Schatten über Frau Uchatscheffs Bilge.

Mein Mann fragt nicht viel nach dem Kinde," fagte sie Telfe, er hat sich einen kräftigen Sohn ge­witnscht; statt dessen hat er nun ein so zartes, kränkliches Geschöpfchen."

" Leidet der Knabe an etwas bestimmtem, gnädige Frau?"

" Eigentlich nicht, es ist eine allgemeine Schwäche; Im Sommer erholt Kolta sich, aber im Winter ist er welt und elend."

Die ame­

Wissenschaft, Kunst und Litteratur.

Wie lange studieren die deutschen Studenten? e- ber den Zeitraum von 1899-1909 find Erhebungen über die Studiendauer unserer Studenten angestellt worden. Wie die vom Kgl. preußischen Statistischen Landesamt herausgegebene Statistische Korrespondenz mittellt, ha­ben in diesem Zeitraum mit der geringsten zulässigen Studtendauer thr Studium beendet: von je 100 Studie­renden der evangelischen Theologie nach 6 Semestern 21,2; der fatholischen Theologie 40,2; der Jurisprudenz 50,7; der Medizin nach 10 Semestern 40,8; der Philolo­gte nach 6 Semestern 7,5; nach 7 Semestern 8,7; nach 8 Semestern 26,8. Hieraus ergibt sich, daß nur der flet­nere Teil der Studenten die vorgeschriebene fürzeste Studtendauer innehält. Wetter wurde berechnet, daß die durchschnittliche Dauer des Aufenthaltes auf der Universität für Theologie fast 8 Semester für Juris prudenz 7,2, fitr Medizin 13,6, für die Philologen und Historifer 10,2 Semester beträgt. Sterbet find alle Stu­denten, auch die bemoosten Häupter in Rechnung gezo­gen. Infolgedessen dürften die Zahlen etwas zu hoch gegriffen sein. Nach Fortlassung der alten Semester fann man die normale Studiendauer bei der Theologie auf 7,4, bet der Jurisprudenz auf 6,9, bei der Medizin auf 11, der Philologie auf 9, der Mathematik und Na­turwissenschaft auf 8,9 angeben.

und der traurige Blick der großen, braunen Augen, das alles sagte Grotenbach, daß Karlas Kind sehr frank war. Kolja lehnte den Kopf mit den spärlichen, dunklen Haaren an die Schulter seiner Mutter, mit ernsten Blicken sah er den Fremden an und stieß einen schwa­chen Laut aus.

" Ich habe mich in Parts auch speziell mit der Be­Handlung von Kindern beschäftigt," bemerkte Groten­bach; diese kleinen, hilflosen Wesen in den Hofpitälern der großen Städte haben sie mir immer tiefes Mitleid eingeflüßt."

Karla schellte und gab den Auftrag, daß die Wär­terin ihr Söhnchen herbettrage. Der Kleine lächelte die Mutter an und streckte ihr die mageren Aermchen entgegen; ein blasses Gesicht, die blutlose Haut, die von blauen Adern durchzogen war, der abaezehrte Körper

Du willst wissen, wer das ist, mein Liebling?" fagte die junge Mutter, dieser Herr ist ein alter Be­fannter Deiner Mama, er wird. Dich gesund machen."

Grotenbach trat auf den fleinen Kranten zu und er­griff sein Händchen, das gelb und schlaff herabhing; Kolja lächelte Alfred an.

Er ist sonst sehr scheu gegen fremde Gesichter," be­merkte Frau Uchatscheff, es wundert mich, daß er Ste in Gnaden annimmt."

Aus den Gerichtssälen.

Boykottandrohung als Erpressung. Wie der Inf." mitgeteilt wird, hat das Reichsgericht vor einiger Zeit eine Entscheidung darüber gefällt. ob eine Androhung, mit Boytoit als Erpressungsverfua anzuseheni ft. Bom Landgericht Glogau war der Gauleiter für Schlesien des Deutschen Tabatarbeitervereins zu Gefängnis ver­urteilt worden, weil er einen Zigarrenfabrikanten durch Androhung mit Boykott zwingen wollte, einen entlas­

Er merkt vielleicht mit dem feinen Instinkt der Kinder, daß ich mir neben dem Namen eines alten Be­kannten, den Sie mir gaben, gnädige Frau, den eines Freundes verdienen möchte. Bitte, entkleiden Sie ihn," wandte Grotenbach sich an die Wärterin, und als er das erschreckend welke Körperchen Kolfas fab, untersuchte er den Knaben sorgfältig. Er konnte sich nicht entschließen, der angstvollen Mutter zu sagen, daß das junge Leben gefährdet war; nur die beste, sorgfamste Pflege konnte es retten.

Nicht wahr, er wird leben?"

Die slebende Frauenstimme bebt in Tränen, be­schwörend legt Karla die Hand auf des Arztes Arm. " Ich finde keinen organischen Fehler," sagt Groten­

Als sie zurückkehrte, nahmen Alfred und Karla wieder auf ihren Stühlen Play.

bach. Sie werden meine Bitte erfüllen, nicht wahr? Sie werden eine Besprechung halten mit dem Hausarzt und dann hoffentlich die Behandlung übernehmen."

" Von Ihrer lieben Mutter weiß ich fett lange nichts, es geht ihr doch hoffentlich nach Wunsch?" fragte Frau Uchatscheff.

Ich wiederhole es nochmals, gnädige Frau, nur mit der Einwilligung Ihres Herrn Gemahls." Kolja war angekleidet und seine Mutter trug ihn

fort.

Ste ist in den letzten Jahren frisch erblüht; die Pension muß vergrößert werden; sie renttert sich gut, Klara hilft tüchtig, die beiden jüngsten Brüder kommen vorwärts in ihren Schulen, das alles haben wir der treuen Jugendfreundin, der Iteben Tante Anna, zu dan­fen, die mit Rat und Tat in das Geschick der Meinen eingriff."

Und Lina, die Selbstlose, gute Lina? Erzählen Ste mir auch von thr."

Lina ist Oberin einer Klinik und wirft dort se­gensreich, es liegt in ihrem Wesen, sich zu opfern."

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D! Ich habe Lina sehr gern!" rief Karla, was für liebe Familienglieder Sie haben, Herr Doktor! Ich sehe viele von ihnen wie Geschwister an." Ste sprachen noch eine Weile; im Begriff, sich zu verabschieden, hör­ten Sie einen Säbel flirren. Uchatscheff kam vom Dienst nach Hause. Er war in seiner reichen Galauniform und hielt die goldbltzende, mit Pelz verbrämte Mütze in der Hand. Karla stellte die beiden Männer einan­der vor und brachte gleich den Wunsch wegen der ärzt­lichen Konsultation vor, Uchatscheff willigte ziemlich gleichgültig ein. Darauf wurde Karla fortgerufen, Kolja sollte sein Kräuterbad nehmen, wobei seine Mutter stets zugegen war. Sie verabschiedete sich eilig von Grotenbach. Welch ein schöner Mensch!" dachte der funge Deutsche, als er den Gatten Karlas fab. Wie seltsam zerfahren aber sein Wesen ist, wie unftät seine Bewe gungen, dazu die flackernden Augen!"

( Fortsetzung folgt.)

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