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Jm Lande der Romantik.

Gestalt eines sprungbereiten Löwen hat. Das Ober­landesgericht war früher das Parlamentsgebäude, in dem die Schotten bis zum Jahre 1707 ihre eigenen Gesetze machten.

Die alte Stadt bildet ein Labyrinth von engen Straßen, in denen heute die ärmere Bevölkerung haust. Einige der Häuser sind in der Front zehn, in den Rück­wänden wegen der Hügel- jedoch nur drei bis vier Stockwerke hoch.

Der neue Stadtteil steht im krassen Kontrast zu dem alten. Seine Straßen sind breit und gut gepflastert und werden von modernen Häusern flankiert. Bemerkenswert ist das Denkmal Walter Scotts und das unfertige National Monument auf dem Calton- Berge, eine Nachbildung des griechischen Parthenons.

Auch die Umgebung Edin­burgs weist interessante Punkte auf. So das Schlacht­feld von Prestonpans( wo der junge Kronprätendent Karl Eduard Sir John Pope besiegte) und Dunbar, wo Cromwell die Schotten schlug. In der Nähe von Edinburg befindet sich auch die welt­berühmte 22 km lange Forth­Brücke. Auf der Fife- Seite des Forth Flusses liegt die Königsstadt" Dunferm line. In der Abtei ruhen die Gebeine von Robert Bruce und anderer schottischer Monarchen. Nicht weit von hier stand einst der Palast, in dem Karl I. geboren wurde und wo Karl II. das bekannte Religions edikt unterzeichnete, das in Schott land so böses Blut er­regte. In dieser Gegend er­blickte auch der Multi­millionär Andrew Carnegie das Licht der Welt.

Nördlich von Dunferm line kommen wir nach St. Andrew, wo die Ruinen einer alten Kathedrale, sowie ein mittelalterliches Schloß und ein Domini­kanerkloster unser Interesse erregen. Das Märtyrer­Denkmal erinnert an die Leiden der hier dem Flammentode preis­gegebenen Reformatoren. St. Andrew spielte im Mittelalter eine bedeutende Rolle. Außer der ältesten

Stadt selbst bietet nicht viel Sehenswertes, ist aber historisch interessant, weil hier der berüchtigte Claverhouse( später Vicomte Dundee) sich mit den Stuarts gegen Wilhelm von Orange verband. In Dundee sammelte Claverhouse die Clans, mit denen er die königlichen Truppen bei Killiercronkie schlug. Er selbst fiel in dieser Schlacht. Dundee bildet auch das Rendezvous der schottischen Walfischfänger.

Auf Dundee folgt zuerst der Geburtsort des Feld­marschalls Keith, Schloß Inverurgie in Rincardineshire, und dann die Granit- Stadt" Aberdeen, in der fast sämt­liche Häuser aus rotem Granit gebaut sind. Aberdeen liegt zwischen den Flüssen Don und Dee. Über den letzteren führt eine im Jahre 1520 erbaute Brücke. Die schon seit

1366 bestehende St. Macha­rin- Kathedrale soll die einzige Granitkirche in der Welt sein. Aberdeen besitzt noch andere schöne Kirchen sowie prächtige öffentliche Gebäude und die die Universität umfassenden Old Kings= und Mari­shal Colleges". In der Umgebung von Aberdeen werden Topase gefunden. Un­gefähr 80 km von Aberdeen ist das Schloß der verstorbenen Königin Viktoria, Balmoral, gelegen. Auf einem der Bal­moral umgebenden Hügel steht ein Standbild des Prinz­gemahls der Königin. Um das schottische Hochgebirge genauer kennen zu lernen, sollte ein Ausflug nach Inverneß unternommen werden. Dort spricht die Bevölkerung noch den unver­fälschten gälischen Dialekt, so daß Englisch wie eine fremde Sprache klingt. In Inverneß, das früher die Hauptstadt der Könige der Pikten war, begegnet man interessanten gälischen Volkstypen, wie den Berg­bewohnern und Schaf= hirten in ihren malerischen Trachten.

Sir Walter Scott: Denkmal in Edinburg.

In der Umgebung von Inverneß liegt das Schlacht­feld Culloden, auf dem der junge Thronprätendent Karl Eduard seine endgültige Niederlage erlitt.

Wir machen nun einen Trip durch den Cale= donian- Kanal, an dessen Ostseite Inverneß gelegen, und bemerken zuerst den Glencoe- Paß, wo im Jahre 1692 die Mac Donaldschen Clans gänzlich vernichtet wurden.

High Street in Aberdeen.

schottischen Universität( gegründet 1441) kann es sich einer heilbringenden Quelle sowie eines ausgedehnten Golf feldes rühmen.

Wir kreuzen nun die Tay- Brücke und gelangen zuerst nach Dundee, dessen alter vom Earl of Huntinston er bauter Schloßturm bereits in der Ferne sichtbar ist. Die

Am westlichen Ende des Kanals ist das schottische Cowes", Oban, gelegen. Der kleine Ort erfreut sich einer idyllischen Lage und Umgebung. Nahebei befindet sich das Schloß Dunstaffnage. Weiter südlich kommen wir endlich

Internationale Weltblige.

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Internationale Weltblitze.

zu dem die auf einem oberen Bilde ab­gebildete prachtvolle Marmortreppe führt, befinden sich der Empfangs­salon, der Thronsaal, der Große Salon, der Statsballsaal und die Bildergalerie mit wertvollen Ge­mälden von Rembrandt, Rubens, van Dyck, Franz Hals u. a.

Der Palast wurde im Jahre 1825 von Nash an Stelle des Sd losses des Herzogs von Buckingham- der Name Buckingham rührt von den Buchenhainen her, die ehemals die Grafschaft Buckinghamshire be­deckten erbaut. Als erster Graf von Buckingham wird Walter Giffard erwähnt, der von Wilhelm dem Er­oberer mit der Grafschaft Buckinaham belehnt wurde, die aber, da Giffards Sohn ohne männliche Nachkommen­schaft starb, der Krone wieder an­heimfiel.

Die Marmortreppe im Vestibül des Buckingham- Palastes.

Zur englischen Krönungsfeier.

Am 22. und 23. Juni findet in London die mit großen Festlichkeiten verbun­dene Krönung des englischen König­paares statt. In der Millionenstadt wird sich an diesen Tagen eine ungeheure Fremdenmenge ein Rendezvous geben, um dem prächtigen Schauspiel beizuwohnen. Die größte Attraktion bildet immer der Königszug, die Fahrt des Königpaares vom Buckingham­Palast zur Westminster Abbey, wo die Krönung vor sich geht.

Unsere Bilder gewähren einen Blick in das Innere des Bucking­ham Palastes, vor dem erst kürzlich in Gegenwart des deutschen Kaiser­paares das Denkmal der Königin Victoria enthüllt wurde. Der Buck­ingham- Palast ist am westlichen Ende des St. James Park, beim Green­Park gelegen. Im ersten Stockwerk,

Der Empfangssalon im Buckingham- Palast.

Der Ritter der Prärie.

Eine noch romantischere Erscheinung und jedenfalls wilder und gefürchteter als der Indianer ist der Cowboy, der be­rittene Hirt, der im Dienste der amerikanischen Groß- Herdenbesitzer die frei über die Prärie schweifenden Rinder bewacht, und der für seine Person meist für 1500 bis 2000 Stück zu bürgen hat. Dieser Cowboy im Westen der Vereinigten Staaten ist zu einer vollständig mythologischen Figur geworden, die zu den tollsten Übertreibungen Veranlassung gibt. Er gilt als ein unbändiger Raufbold, dessen Gebet ein Fluch und dessen lobenswürdigste Taten Revolverschüsse sind, als

Die Wohnhütte( ,, dugout") eines Gowboy in der Prärie.

ein Unhold, dem die Rechte zuckt, wenn er einen zivilisierten Menschen sieht, und dem­gegenüber der Versuch, mit einer Rechnung für Koſt und Trank zu kommen, gleich bedeutend ist mit der Unterzeichnung des eigenen Todes­urteils. In der Tat laufen häufig genug Be­richte von Gewalttätigkeiten und polizei­widrigen Schießübungen der Cowboys durch die Zeitungen. Und wenn man diese gebräun­ten Gesellen sieht, in ihren breitkrempigen spanischen Hüten, blauen Hemden, Leder­wämsern und Buckskinhosen mit dem in­dianischen Troddelbesatz, mit riesigem Revolver an der Seite und Bowiemesser, so denkt man unwillkürlich an alte Landsknechte.

Unser Bild zeigt den Cowboy vor seiner typischen Hütte, die im Jargon des wilden Westens dugout" genannt wird und halb im Erdboden gelegen ist.