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Nummer 12.

Illustrierte

7. Juni 1911.

-Rundschau

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Im Lande der Romantik.

Von Robert M. Berry.

Das einſt ſo kriegerische Schottland, deſſen Geschichte Ursprungs.

in so ergreifenden Worten einen Interpret in Sir Walter Scott gefunden hat, ist heute ein Mekka für die Touristen geworden. Und fürwahr, die schottischen Land­schaftsbilder können getrost den szenischen Schönheiten der Schweiz oder des Felsengebirges zur Seite gestellt werden. Ergötzen schon die lieblichen Häfen und Täler sowie die romantisch gelegenen Seen das Auge, so gewinnt das Ganze an Reiz noch durch die historischen

Überlieferungen, die mit jedem

Orte verknüpft sind. In der

Tat,

man mag seine

Schritte in Schottland lenken, wohin man will, überall wird man einen historischen Boden betreten. Bothwell Bridge, Killier. cronkie, Dunbar, Glencoe, Langside, Prestonpans, Cul­loden, Sheriffmur usw., sie alle verkörpern ein Stück von Schottlands Romantik. Heute ist Schott­land ein friedliches Land ge= worden. Zwar legen die Ruinen der alten Schlösser noch ein beredtes Zeugnis von den einstigen unruhigen Zeiten ab, aber der ehemalige kriege­rische Sinn der Bevölkerung hat eine Ablenkung in den Industrien gefunden, die das Land heute friedlich- groß gemacht haben.

Von den schottischen Städten ist in erster Linie Edinburg zu nennen. Glasgow nennt aller­dings eine größere Einwohnerzahl sein eigen, aber in Hinsicht auf Romantik und Schönheit gebührt Edinburg der Vorrang. Nicht mit Unrecht wird die Hauptstadt Schottlands das Athen des Nordens" genannt. Das alte Schloß ist Zeuge so manchen dramatischen Vorganges gewesen. Von einem seiner Fenster soll Maria Stuart ihren Sohn, den späteren König James VI., in einem Korb herabgelassen

Das Schloß Stibo des amerikanischen Multimillionårs Garnegie.

Schottische Energie und schottischer Unternehmungs­geist sind auch in den Vereinigten Staaten zu Ehren gekommen, denn nicht weniger als acht Präsidenten John Monroe, Andrew Jackson, James Polk, James Buchanan, Ulysses Grant, Rutherfort Hayes, Chester Arthur und William McKinley waren schottischen

-

haben, damit er ins Schloß von Stirling gebracht werden konnte. Der Anblick der im Schlosse befindlichen Kron­juwelen der schot­tischen Könige ruft die Erinnerung an Schottlands glän­zendste Zeit wach. Heute dient das Schloß nur noch als Festung und Garnison eines der berühmtesten schottischen Regimenter, der sogenannten Highlanders".

In der Nähe des Schlosses ist die wohlerhaltene Behausung des religiösen Reformators John Knor gelegen. Dicht dabei steht die St. Gila Kathedrale, in der Jenny Geddes einen Stuhl gegen das Haupt des Dekans warf, als dieser die vom König verordnete neue Liturgie verlesen wollte.

Andere historische Plätze in Edinburg sind der alte Holybrood Palast mit der anstoßenden Abtei. Der Palast enthält außer den Porträts vieler schottischer Könige noch viele Reliquien an Maria Stuart, deren Zimmer in pietätvoller Weise konserviert worden sind. Holy­rood Palace" liegt am" Arthur's Seat Ruge", der die

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