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Angestellte.

Das Bersicherungsgesez für Angestellte.

Wer muß versichert werden?

Vom vollendeten 16. Lebensjahre ab: Angestellte in leitender Stellung. Betriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte in ähnlicher gehobener Stellung, Bureau- Angestellte, soweit sie nicht mit niederen oder lediglich mechanischen Dienstleistungen beschäftigt wer­den, Handlungsgehilfen und Gehilfen in Apotheken, Bühnen- und Orchestermitglieder, Lehrer und Erzieher, Kapitäne und Deckoffiziere der Handelsmarine, Ver­walter und ähnliche Angestellte bei deutschen See- und Binnenschiffen. Für alle diese Personen ist Bedingung, daß sie nicht berufsunfähig sind, daß sie gegen Entgelt beschäftigt werden, daß ihr Jahresarbeitsverdienst 5000 Mart nicht übersteigt, und daß sie beim Eintritt in die Versicherung das Alter von 60 Jahren noch nicht voll­endet haben. Zum Entgelt gehören: Gehalt, Lohn, Ge­winnantelle, Sach- und andere Bezüge.

Wer kann versichert werden und wer ist versicherungsfret?

Wer aus einer versicherungspflichtigen Beschäftt= gung ausscheidet und mindestens 6 Bettragsmonate auf Grund der Versicherungspflicht zurückgelegt hat, kann die Versicherung freiwillig fortseßen. Hat er 120 Bei­tragsmonate zurückgelegt, so kann er sich die bis dahin erworbene Anwartschaft durch Zahlung einer Aner­fennungsgebühr von 3 Mart fährlich erhalten. Unter denselben Voraussetzungen kann auch die Versicherung im Auslande aufrecht erhalten werden.

Im ersten Jahre nach dem Inkrafttreten des Ge­setzes( voraussichtlich 1913) können auch Angestellte mit einem Einkommen von 5000 bis unter 10 000 Mart fret­willig beitreten, wenn sie in den letzten vier Kalender­fahren mindestens 2% Jahre lang tätig gewesen sind. Dasselbe Recht steht fleineren Gewerbetreibenden zu, die höchstens drei versicherungspflichtige Personen be= schäftigen.

Versicherungsfrei sind Beschäftigungen eines Ehe­gatten beim anderen, Beschäftigung gegen lediglich freien Unterhalt( kost und Wohnung usw.), ferner Beschäf­tigungen, die mit Aussicht auf Ruhegehalt verbunden sind in staatlichen und kommunalen Betrieben. Getst= liche öffentlicher Korporationen, Lehrer und Erzieher an öffentlichen Schulen, Angestellte im Eisenbahn-, Post­und Telegraphendienste, die Aussicht auf Webernahme in das Beamtenverhältnis haben, Soldaten in gewerb­Itcher Beschäftigung und in der Vorbereitung zu einem bürgerlichen Berufe, Personen, die während ihrer be­ruflichen Ausbildung gegen Entgelt unterrichten, Aerzte, Zahnärzte und Tierärzte.

Auf Antrag wird befreit, wer eine Anwartschaft auf staatliche oder kommunale Ruhegehaltsbezüge hat.

Angestellte, welche vor dem 5. Dezember 1911 einen Lebensversicherungsvertrag geschlossen hatten, werden auf Antrag befreit, wenn die Jahresprämie sich mit den Gesetzesleistungen deckt, ebenso Angestellte, die beim Eintritt in die versicherungspflichtige Beschäftigung das 30. Lebensjahr überschritten haben und seit drei Jah­ren durch eine ausreichende Lebensversicherung gedeckt find.

Welche Beiträge sind zu leisten?

Nach der Höhe des Jahresarbeitsverdienstes wer= den folgende Gehaltstlaffen gebildet: A( bis 550 M.), B( bis 850 M.), C( bis 1150 M), D( bis 1500..), E( bis 2000), F( bis 2500 M.), G( bis 3000 M.), HI( bis 4000 M), J( bis 5000 M.). In diesen Klassen ist mo­natlich an Beiträgen zu entrichten: In A 1.60 M, in B 3,20 M. in C 4,80 A., in D 6.80 M., it E 9,60 M., in F 13,20 M., in G 16,60 M. in H 20,00 M in J 26,60 M. Diese Beiträge haben Arbeitgeber und Arbeit­nehmer zu gleichen Teilen zu leisten: für die Einzah= lung ist zunächst der Arbeitgeber verantwortlich, der Versicherte ist aber verpflichtet. sich die Hälfte vom Ge­halt oder Lohn abziehen zu lassen.

Die erstmalige Einsendung der Beiträge muß auf Grund einer Uebersicht erfolgen. die bei der Reichs­versicherungsanstalt für die weiteren Zahlungen als Grundlage dient. Die Reichsversicherungsanstalt stellt Karten aus, in welche die Arbeitgeber die von der Beitragsstelle empfangenen Marken einzufleben haben.

etnes Zeitraums von 90 Tagen nach der Auflösung der

tiag versammelt werden." Da der alte Reichstag

am 5. Dezember geschlossen und wenige Tage später, am 7. Dezember, aufgelöst worden ist, müßte der neue Reichstag spätestens am 7. März zusammentreten. Das wäre der letzte verfassungsmäßig zulässige Termin. Tatsächlich wird der Reichstag aber schon drei Wochen früher einberufen werden und zwar in den Tagen vom 10. bis 15. Februar. Das ist durchaus notwendig, wenn der Reichstag auch nur den Versuch machen will, den Etat noch rechtzeitig zit erledigen. Mit anderen Ar­betten wird sich der neue Reichstag wohl kaum beschäf= tigen. Die zahlreichen spruchreifen Gesetzesvorlagen, die der parlamentarischen Behandlung harren, werden von ihm erst im Herbst in Angriff genommen werden, wenn eine neue Tagung beginnt.

Bei Selbstversicherung Itegt die Einsendung der Beiträge den Versicherten selbst ob. Pflichtbeiträge sind unwirksam, wenn sie nach Ablauf von zwei Jahren, oder, wenn der Beteiligte schuldlos ist, von vier Jah­ren eingezahlt werden. ( Schluß folgt.

Mann triff der Reichstag zusammen? Wenn die krittschen Tage des Januars vorüber sind, menn Haupt- und Stichwählen erledigt sind, dann, so schreibt die N. G. C.", machen sich die neugewählten Abgeordneten bereit, nach Berlin zu fahren, um ihres Amtes zu walten. Wann nimmt nun der neue Netchs­tag feine Tätigkeit auf? Die Verfassung des Reiches bestimmt darüber folgendes: Im Fall der Auflösung des Reichstags müssen innerhalb eines Zeitraums von 60 Tagen nach derselben die Wähler und innerhalb

Die Herren von Dieskaut.

1)

Original- Roman von Franz Treller. ( Nachdruck verboten.)

Rundschau oom Cage.

Politisches.

Der Kaiser hörte am Donnerstag im Königlichen Schloß zu Berlin die Vorträge des Kriegsministers, des Chefs des Generalstabs der Armee, des Chefs des Militärkabinetts, des Präses der Artillerie- Prüfungs­fommission sowie des Chefs des Ingenieur- und Pio­nierkorps und Generalinspekteurs der Festungen.

Dr. Solf Lindeqnists Nachfolger. Wie verlautet, ist die Ernennung des Gouverneurs Dr. Solf, der seit dem Rücktritt Dr. von Lindequists die Geschäfte des Reichs­folonialamtes in Vertretung führte, zum Staatssekretär des Reichskolonialamtes in Aussicht genommen.

Auf der breiten. von Sykomoren beschatteten Land­straße, die sich tief im Innern des Staates Georgia, am Ufer des Okonee hinzieht, begegneten sich an Sommerabend des Jahres 1889 zwei Reiter.

einem

Alarmnachrichten über das Befinden Kaiser Franz Josefs. Ein Budapester Blatt brachte Meldungen über einen ungünstigen Gesundheitszustand des Kaisers. Die Berichte besagten, daß der Kaiser an Herzschwäche leide, wiederholt einschlafe, und daß seine allgemeine Körperschwäche besorgniserregend fet. Mehrere Wiener Blätter griffen die Gerüchte auf und sind deswegen der Konfistation verfallen. Offiziell wird das Befinden des Kaisers als beruhigend bezeichnet.

Die soziale Gesetzgebuna in Frankreich. Die fran­zösische Deputiertenkammer hat die Artikel des Finanz­gefeßes angenommen, welches das Arbeiterpensionsge= fetz abändert, namentlich, daß die Alterspension bereits vom 60. Lebensjahre ab bezogen und die Staatszulage von 75 auf 100 Francs erhöht wird.

Der eine, nach Art der vornehmen Pflanzer geklet­det, ritt langsam auf wohlgepflegtem Maultiere einher. Der brettrandige Panamahut beschattete ein edelgeform­tes, von grauem, dichten Haar eingefaßtes Gesicht, des= fen sanfter nachdenklicher Ausdruck darauf hindeutete, daß der Retter mehr mit der Welt in seinem Innern, als der ihn umgebenden beschäftigt set.

Der Vormarsch der Russen auf Teheran steht bevor. Nach einer Meldung der Frontf. 3tg." aus Petersburg wird, wie in diplomatischen Kreisen bestimmt verlautet, in allernächster Zeit der Vormarsch des russischen Er­peditionskorps nach Teheran erfolgen. da die persische Regierung mit der Erfüllung der russischen Forderun gen zögert und durch den Kabinettswechsel augenschein­lich Zeit gewinnen will. Ueber die Absichten der rus­fischen Regierung ist England verständigt.

Der schönen, den Okonee an seinem oberen Laufe begleitenden Landschaft, die im Abendsonnenscheine gar Itebliche Bilder bot, schten er nicht zu achten, so wentg wie des thm entgegenkommenden Reiters, obgleich der= selbe in jenem Landstriche schon durch seine straffe Hal­tung im Sattel Aufmerksamkeit zu erregen, imstande war, wie auch sein martialisches Gesicht mit dem kräf= Higen Schnurrbart ihn als Fremden bezeichnete.­

Kleine Nachrichten.

Das Befinden der Kronprinzessin ist andauernd befriedigend. Mit Rücksicht auf thren günstigen Zustand hat die Kronprinzessin diesmal auf die Verwendung einer Amme verzichtet und nährt ihr Kind selbst. Mitt­woch nachmittag wurden zum ersten Male die drei klei­nen Prinzen zu ihrer Mutter gerufen und durften thr Brüderchen in Augenschein nehmen.

Er gewahrte auch, in Gedanken verloren, nicht, wie der Reite, als er wenige Schritte an ihm vorbeigertt­ten, sein Pferd zügelte und ihm mit einem Ausdruck nachschaute, in dem sich jähes Staunen mit Schreck mischten.

Ein Weihnachtsgeschenk des Kaisers an seine ehe­malige Kompanie. An alle Unteroffiziere und Grena= diere der 2. Kompanie des 1. Garde- Regiments zu Fuß, die seinerzeit unter dem Befehl des Kaisers gestanden haben, hat dieser zu Weihnachten fein lebensaroßes Bild als Weihnachtsgeschenk schicken lassen. Die Gabe wurde an 170 ehemalige Unteroffiziere und Grenadiere des Regiments verteilt.

,, Allmächtiger Gott, was ist denn das? Das sind Ja seine Züge. Kann es zwet Menschen geben, die sich so ähnlich sehen? Wer mag das sein? Seltsam- wun­derbar-?"

Attentat anf einen Polizeibeamten. Als in der Nacht zum Donnerstag ein Schußmann in Dortmund einen ffandalierenden Bürobeamten verhaften wollte, zog die­fer plößlich eine Pistole und gab dret Schüsse auf den Beamten ab. Der Beamte wurde lebensgefährlich ver­legt ins Krankenhaus gebracht.

Die erste fommnnale Regelung der Fleischpreise ist in Herford eingeführt worden. Der Herforder Magi­strat hatte zunächst einen städtischen Fleischverkauf ein­gerichtet. Infolge der billigen Preise dieses Verkaufes hatten die Fletschermeister das Nachsehen. Jetzt ist zwi­schen Magistrat und Fleischerinnung ein uebereinkom­men getroffen worden. Der städtische Fleischverkauf wird eingestent, und fortan sehen beide Parteien all­monatlich die Fleischpreise fest, wobei der Magistrat ausschlaggebend ist.

Ein Weichenwärter als Eisenbahnattentäter. In der an der Strecke Dresden- Wien gelegenen Statton Adamstal bet Brünn wurde ein Weichenwärter vor der Ankunft eines Zuges bei Entfernung von Schrauben aus den Weichen ertappt. Gleichzeitig wurde er als Ur­heber eines Bahnunfalles entlarvt.

Schweres Fahrstuhlunglück. Der Fahrstuhl et­nes Wolkenkrazers in Neuyork stürzte sechs Stockwerke tief in den Keller, wo er zerschellte. Von den neun Insassen wurden zwet tödlich, die übrigen leichter ver­Tett. Panik in einem Schacht. Auf der Museums­insel in Berlin, wo zurzeit Ausschachtungsarbeiten vor­genommen werden, barst heute vormittag eine Spund­wand infolge zu starken Wasserdruckes. In den 15 Me­ter tiefen Schacht stürzten ungeheure Wassermengen, so daß unter den im Schacht tätigen Arbeitern eine Panit ausbrach. Es konnten glücklicherweise alle Arbeiter in Sicherheit gebracht werden.

Ein Sozialdemokrat als Gerichtsvorsitzender. Der Stadtrat von Frankenthal hatte vor einiger Zeit den sozialdemokratischen Rechtsanwalt Ackermann als stell­vertretenden Vorsitzenden des Kaufmannsgerichts ge­wählt. Die banrische Regierung hat jetzt diese Wahl be­stätigt. Es ist dies wohl der erste Fall in Deutschland, daß ein Sozialdemokrat das Amt eines Gerichtsvor= sitzenden ausübt.

Er wandte sein Roß und ritt dem sich immer ge­mächlich fortbewegenden Herrn nach. In seiner Nähe angekommen, der Reiter achtete seiner so wenig wie früher, musterte er scharf fetn Profil und in hoher Er­

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Streifer effe in Schottland. Donnerstag abend sammelte sich in Dundee, wo seit einigen Tagen eine allgemeine Streitbewegung herrscht, eine Menge von mehreren tausend Personen vor der Eisenbahnstation an und brachten den Zugverkehr zum Stilstand. Be­rittene Poliet wurde mit Steinen beworfen. Konstabler mußten in das Hospital gebracht werden. Auch einige Rivilpersonen wurden verletzt.

Elektrische Schnellbahn Göln- Düsseldorf. Wie der Kölnischen Zeitung" aus Berlin gemeldet wird, ist das Abkommen der Stadt Cöln mit der Allgemeinen Elektri­zttätsgesellschaft und den Siemens- Schuckert- Werken wegen Errichtung einer elektrischen Schnellbahn zwt­schen Cöln und Düsseldorf abgeschlossen worden.

regung, fast ihm selbst unbewußt, kam es letse in deut­schen Lauten über seine Lippen: Hermann Dieskau

So leise er gesprochen, mußte der Name doch das Ohr des anderen erreicht haben, und seine Wirkung war eine außerordentliche. Der in Gedanken Versunkene wandte sich schnell um und starrte mit großen Augen den neben ihm haltenden Reiter an.

Wer nennt diesen längst vergessenen Namen?" Auch dies wurde deutsch gesagt.

Boshafter Streich eines Warenhausangestellten. Im Materialienfeller eines Berliner Warenhauses zerschlug ein Hausdiener aus Boshett einen Ballon Schwefelsäure. Die Feuerwehr beseitigte sofort jede Gefahr, ohne daß das Publikum beunruhlat und der Geschäftsverfehr unterbrochen wurde. Der Täter wurde festgenommen.

In seiner tiefinneren Erregung brachte der andere, den Blick fast angstvoll auf die Züge des Pflanzers ge= richtet, mühevoll hervor:

Hermann? Hermann- bist Du's-?"

Wegen heftiger Stürme war während der gestrigen Abendstunden der Telegraphenverkehr mit Barts unterbrochen. Im Kanal erlitten die Damer, die den regelmäßigen Post- und Passagterdienst ver­fehen, große Verspätungen. Auch der Telephonverkehr Paris- London war ebenso wie der Verkehr mit Brüssel gestört.

Den Fragenden forschend anblickend, erwiderte der Angeredete:" Ich war es einst es tst lange her. Doch wer sind Sie? Sie kannten Hermann Dieskau?"

Ja, ja, tch kannte ihn und auch er sollte den kennen, den er einst seinen Pylades nannte."

Aus den Gerichtssälen.

Das

Die Büchtigung der Fortbildungsschüler. Reichsgericht hat sich neuerdings dahin ausgesprochen, daß auch den Fortbildungsschülern gegenüber ein Züch= tigungsrecht der Lehrer besteht. Ein Fortbildungsschul­lehrer in Gleiwit hatte gegen 15tährige Schlächterlehr­Itnge, die zu spät tamen, förperliche Strafen angewandt und war, als er angeklagt wurde, von der Straffammer freigesprochen worden Das Reichsgericht verwarf die gegen das freisprechende Urteil eingelegte Revision. In der Urteilsbegründung heißt es unter anderem: Der Erlaß des preußischen Handelsministers vom 31. August 1889 weise darauf hin, daß die Fortbildungsschule die Aufgabe hat, für die Jugendlichen gewerblichen Arbetter ,, eine Stätte der Bildung und Erziehung" zu sein und auf Geist und Charakter der Jugend einzuwirken, um fie gegenüber den in mannigfacher Form auf sie ein= dringenden Verlockungen widerstandsfähig zu machen". Den Lehrern der Fortbildungsschule tönne daher das Recht, gegen die ihrer Erziehung anvertrauten Schitler bei gegebener Veranlassung angemessene Buchtmittel anzuwenden, nicht versagt werden. Daß zu diesen Zucht­mitteln auch die Vornahme körperlicher Büchtigung ge­hört, könne einem Bedenken nicht unterliegen.

Ein freudiger Strahl der Erkenntnis leuchtete in des Pflanzers Auge auf- er streckte die Hand aus die Hand zitterte: Ewald, mein Ewald!" Mensch Junge Hermann, bist Du's? Du? Leibhaftig Du- o, Herzensjunge na, da soll doch -", er zog das Taschentuch und fuhr sich über die Au­gen ,,, ach was, ich kann nicht anders hol's der Det­wel!"

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Es verging einige Zeit, bis der so marttaltsch aus= sehende Mann sich beruhigte.

,, Nein, da schlag Gott den Delwel tot," fuhr er, um seine Rührung zu verbergen, derb heraus, während ihm die Träne noch im Auge stand. Das ist ein Wunder, Du lebst? Herr Gott, ich kann gar nicht zu mir selbst tommen. Hermann, bist Du es wirklich?"

Vermischtes.

Berlin als billige Stadt. Während bet uns alles über die zunehmende Teuerung feufzt, preifen die Ame­rikaner in ihren Blättern die Reichshauptstadt als etn wahres Eldorado für sparsame Leute, als einen zu­fluchtsort für alle Amerikaner, die daheim nicht mehr die teueren reise bezahlen wollen und den Winter in Berlin verbringen, um billta zu leben. In der Tat beherbergt Berlin in diesem Winter mehr amerikanische Gäste als te, und sie alle sind sich darüber einig, daß für feden Yankee eine Reise nach Deutschland unerwartete Ersparnisse mit sich bringt. Was man im Heimatlande tenseits des Ozeans mit einem Dollar bezahlt, bekommt man in Berlin für eine Mark. Man. entdeckt mit Ueberraschung, daß man den besten Platz im Opern­Hause für nur 3 Dollars bekommt und in anderen The­atern sogar fitr nur anderthalb Dollars. Man fährt Automobil für 50 Cents und ist in einem erstklassigen Weinrestaurant für 75 Cents zu Mittag. Nur in den ganz großen Luxushotels findet man Preise, die ein we­nig an den Broadwan erinnern."

Ein Wunder ja", wiederholte leise der mit Her­mann Dieskau Angeredete, hter, fernab der Welt, steigt die Vergangenheit plößlich aus threm Grabe her= vor."

Eine ganze Familie durch Gas vergiftet. In der bekannten Kurstadt Teplth- Schönau hat sich am Mitt­woch ein furchtbares Unglück zugetragen, dem eine

Er war sichtlich nicht minder bewegt, als der an­dere. Mein Ewald wie kommst Dit hierher an den Okonee, um meinen Weg zu kreuzen?"

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,, Später, später. Hermann, warum warst Du tot für uns, für mich?"

,, Warum? Die Heimat versant für mich, ich nicht für sie. Hermann von Dieskau ist lange tot, nicht ein­mal sein Name ist übrig. Und ein Wunder, Du sagst es, mußte geschehen, thn aus dem Grabe herauszu­Holen."

Er fuhr mit der schmalen Hand über die Stirn. ,, Ich bin wic betäubt. alles, was einst war, taucht vor mir auf. Komm mit mir, Ewald, ich wohne unweit von hier, komm, wir wollen ausklingen lassen, was die Seele erregt."

Willig folgte ihm der von seinen Gefühlen faſt überwältigte Kriegsmann und bald darauf saßen ste einander gegenüber im Parlour des Hauses Mr. War­thons, der einst Hermann von Dieskaut war. Da saßen die Jugendgefährten, Freunde, Regimentskameraden, und schauten sich an, und suchten nach langen Jahren aus gefurchten Linien die gewohnten jugendlichen Lt­nien hervor.

Der untersetzte Ewald von Felseck war in den der= ben massigen Zügen und dem gewaltigen Schnauzbart feiner einstigen jugendlichen Erscheinung viel weniger ähnlich, als Dieskau, deffen bartloses Gesicht in seinem milden Ausdruck noch alle die Linien wahrte, die ihn einst zu dem Adonis des Regiments und dem Liebling der Frauen gemacht hatten.

Endlich begann Ewald von Felseck: Wie konnte es geschehen, Hermann, daß Du für uns tot warst?" Die Frage überhörend, sagte der andere sanften Tones: Wie wunderbar das Geschickt mit uns spielt! E8 sendet mir nach dreißig Jahren den Jugendfreund

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