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Einbrecher sämtliche Altardecken, eine kleine, gefüllte Opferbüchse und noch zwet bronzene Leuchter aus dem 12. Jahrhundert mtt.
Der Kampf gegen die Mitgift. In Amerika hat sich etne Liga gegründet, die den Kampf gegen die Mitgift auf ihre Fahne geschrieben hat und deren Sabungen bereits in der Oeffentlichkeit bekannt geworden sind. Ste enthalten die folgenden bemerkenswerten Säße: 1) Jede Frau, die eine Ehe mit einem Manne eingeht, ftellt an fich etnen Wert dar, den keine Mitgift erret then tann. 2) In der Seele der Frau existieren ungeheure Schäße; fein Leben lang tann ein Mann davon zehren; 3) Die Frau ist der Reichtum der Welt, der Netchtum, der die Reinheit des Himmels, die keusche Poesie des Meeres, den leuchtenden Brand der Sonne in sich birgt. 4) Alle reichen Frauen sollen an der Schwelle der Ehe freiwillig auf ihre Schäße verzichten; benn jeder Kuß, fede Zärtlichkeit, selbst die helligsten Schwitre tönnen auf die Aussicht auf Mitgift zurückzuführen sein. 5) Die Abschaffung der Mitgift bedeutet etne ungeheure Steigerung des moraltschen Wertes, den die Frau befißt. 6) Erst jetzt wird der Mann in der erwählten Gefährtin thren wahren Wert, thr wahres Licht zu erkennen vermögen. 7) Die Abschaffung der Mitgift bedeutet eine Wiederherstellung alles Guten und des reinen Triumpfes der ewigen Liebe.
Eine verminderte Heiratslust ist das Ergebnis et ner Betrachtung der Heiratsstatistit. Im Jahre 1906 famen auf 1000 Einwohner im Deutschen Reiche durch schnittlich 8,2 Eheschließungen. Bis zum Jahre 1909 hatte sich die Zahl der Hetraten auf 7,7 pro 1000 Personen verringert. Im allgemeinen war die Hetratslust in den vorwiegend industriellen Landestellen größer als in den ländlichen Bezirken. So famen auf 1000 Ginwohner in Berlin 9,8 im Königreich Sachsen 8,1, Hamburg 8,5, Oft- und Westpreußen 7,0 und Bosen 7,0 Eheschließungen. Hohe Durchschnittsziffern wetsen die thitringischen Staaten auf. In Reuß ä. L. ftelen auf 1000 Einwohner 8,7 und in Reuß f. L., dem Lande der Junggefellen- und Jungfernsteuer, 8,2 Heiraten. Man muß schon auf das Jahr 1883 zurückgehen, um auf eine benso geringe Hetratsluft zu stoßen wie im Jahre 1909. Die Ursache dtefer fintenden Hetratsluft ist in der Statistik natürlich nicht enthalten. Man schließt wohl nicht fehl, wenn man sie zum Teil auf die Verteuerung der allgemeinen Lebenshaltung setzt.
Die Abenteuer eines deutschen Dienstmädchens. Vor einigen Monaten war in Buenos Aires ein junges deutsches Dienstmädchen von zwei Männern überfallen worden. Das Schicksa' des Mädchens erregte großes Aufsehen. Der deutsche Konsul und die deutsche Presse in Buenos Aires nahmen sich seiner an und veranstal teten einen Aufruf. Auf diese Wetse tamen 15 000 mr. zufammen; 8000 Mt. wurden bei einer Bant depontert und itber 7000 Mt. wurden dem Dienstmädchen ausgebändigt, damit es sich nach Deutschland beaeben könne. Kurz vor seiner Abreise lernte es eine Frau Gramm aus Frankfurt a. M. kennen, die es zu überreden_ver= stand, mit ihr zusammen nach Deutschland zu fahren. Der Hamburger Kaufmann Schmißenberger und der Steward Koch. die betden Liebhaber der Frau Gramm, machten die Reise mit. Frau Gramm warf schon nach ben betben ersten Tagen des Schiffsaufenthaltes dte Maste der Beschüßerin von sich, nahm dem Mädchen bte 7000 Mart bis auf den letten Pfennig ab und ließ es weder auf dem Schiff noch auf dem Festlande einen Augenblick allein, um eine Verständigung der Boltzet zu verhitten. Vor dret Tagen famen die beiden Frauen in Frankfurt a. M. an, nachdem sich die beiden Liebhaber der Frau Gramm schon in Antwerpen von ihr getrennt hatten. Jezt gelang es dem Mädchen, setner Wächterin zu entkommen und die Kriminalpolizet zu benachrichtigen. Frau Gramm wurde sofort verhaftet. Der größte Teil des unterschlagenen Geldes war bereits In Geschenken für die beiden Liebhaber angelegt worben, und es befanden sich im Besitz der Betritgerin nur noch wenige hundert Mark. Die beiden Diebhaber werben noch verfolgt.
Bismarck und die Zahl 3. Die Zahl 3 scheint auf das Geschick der Menschen einen seltsamen Einfluß ausjuüben. An ihren geheimnisvollen Einfluß laubte much der größte Staatsmann unserer Zeit, Bismarck, der sich hierbei sicher nicht wie die alten Scholastiker von mystisch- religiösen Erwägungen letten Iteß. Bismarc pflegte zu sagen, daß sein Leben ganz von der Dreizahl beeinflußt werde. Urteilen Sie selbst!" sprach er zu seinen Freunden. Ich habe dret Herren gedient, habe bret Namen, in meinem Familiennamen sind dret Eichenblätter, tch habe drei Kriege herbeigeführt(!) und habe dret Friedensverträge unterzeichnet, tch ritt im deutsch- französischen Kriege dret Pferde, die eins nach dem andern getötet wurden, nachdem ich dreimal aus dem Sattel geworfen war; ich habe die Zusammenkunft der dret Kaiser vorbereitet. habe den Dreibund ins Leben gerufen, habe drei Kinder, habe als Wahlspruch metnes Hauses die Worte:„ In Trinitate Robur!" und habe, wenn ich den Witzblättern und den Karikaturengetchnern glauben darf, auf meinem Schädel nur dret Saare!"
Aus der Schule. Man erzählt der„ Tal. Josch.": Eine Lehrerin hat die Kinder gelehrt, daß die Hauptwörter mit einem großen Anfangsbuchstaben geschrieben werden. Um ihnen begreiflich zu machen, woran sie ein Hauptwort erkennen könnten, sagt sie: Alle Sachen, die ihr sehen und anfassen tönnt, find Hauptwörter, z. B. Tisch, Garten, Himmel, Bleifeder usw. Zur Uebung läßt sie Säße schreiben. Die kleine Anna hat geschrieben: Ich ging mit Iteschen in den Garten."" Anna", fragte die Lehrerin, weshalb hast du Lieschen klein geschrieben? Du kannst deine Freundin doch schen und anfassen!" Anna schüttelt den Kopf und als die Lehrerin noch einmal fragt, erklärte sie: Nee, se hat de Mafern." Der gefürchtete Herr Schulrat erscheint in einer Gemeindeschule und prüff die Kinder in Religion. Die Schöpfungsgeschichte wird durchgenommen. Die Kinder haben brav geantwortet und der strenge Herr Schulrat hatte sogar gelächelt, als bei seiner Frage: Wie hat Gott das Licht erschaffen?" ein Jungen fect antwortete: „ Er fntpfte einfach!" Der Schulrat ruft nun einen kleinen Faulpelz auf, der sich noch niemals gemeldet hatte: " Was erschuf Gott am sechsten Tage?" Voll Todesangst steht der Kleine die Lehrerin, Frl. Fricke an, die hinter dem Schulrat steht. Die Lehrerin deutet mit dem Beigefinger auf sich, um dem Kinde die Antwort zu erleichtern, der Junge schweigt aber. Ungeduldig fragt nun der Schulrat:„ Nun, wer erschuf Gött ain sechsten Tage?" Da ruft der Junge reudig: Gott erschuf am sechsten Tage Fräulein Fricke!"
Graf Haeseler und die Jugend.
Der greise Feldmarschall Graf von Haefeler, der allen Bestrebungen lebhaftes ntereffe nigegenbringt, welche die Nation wehrhaft machen, empfing am Sonntag den Besuch von 120 frischen Berliner Jungen, die den Volksschulen und höheren Lehranstalten angehören. Die im Alter von 12 bis 15 Jahren stehenden Knaben, mit Rucksack, Reltbahnen und Winterflaggen vorschriftsmäßig ausgerüstet, waren unter Führung etniger Offiziere am Sonnabend nachmittag nach der Station Sternebeck gefahren und hatten später, eine halbe Stunde vit dem Schloß des Grafen Haeseler, bem idyllischen Harnecop, entfernt, in zwet Döifern Unterkommen gefunden, wo sie ein Strohlager in den Sälen der Gastwirtschaften bezogen.
Sonntag morgen wurde frühzeitig der Wunsch der Knaben erfüllt; schon um 7 Uhr hatte der Generalfeldmarschall das Antreten vor seinem Schloß befohlen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: der Marshall widmete fich bis nachmittags 2 Uhr en Knaben. Er gab selbst die Idee für ein Zusammentreffen der feindlichen Barteien im Walde an, bestieg sein Roß und folgte den Jungen Kriegern über Stock und Stein. Graf Haefeler Iteß die Jungen nicht etwa ererzieren. Er bezeichnete es vielmehr als einen Vorzug des Pfadfinderkorps, daß es sich nicht mit militärischen Dingen abgebe. Die Jungen sollten nicht Soldaten spielen, sondern allerlet Dinge in der freien Natur lernen, die ihnen als Stadtfinder fremd sind. Das wäre der Profit, den sie aus dem Pfadfinden für das spätere Leben ernten. Mit vieIem Intereffe beobachtete der alte Kriegsmann das Auf
ſchlagen ber Zelte. Dann mußten bie, jungen, bie bas Kochen an improvisierter Feuerstelle längst erlernt ha= ben, fich thr Mittagsmahl selbst bereiten.
Graf Haefeler sah sich das Abkochen mit der ihm auch in fleinen Dingen eigenen Gründlichkeit an. Er hielt hierbet den Jungen eine wohlgefeßte Rede, wonach jedermann seinen Körper so in der Gewalt haben miffe, daß er auch das Gefühl des Jungers und Durstes zeitweilta überwinden lerne.
Italienischer Peffimismus.
Die Friedcasgerüchte, die in den letzten Tagen durch alle tta, nischen Blätter gingen, saben Mittellungen über d. a Beginn eines zweiten Abschnitts des Krieges Plagemacht, wie ich die offiziöse„ Tribuna" in einem Artit ausdrückt, der versichert, daß die Nachrichten über einen Friedensschuß in diesem Augenblick ganz unbegründet seten. Tatsächlich scheinen, wie aus Telegrammen aus Tripolis geschlossen werden kann, nach Unterbrechung der Operationen durch die Ueberschwemmungen die Angriffe der türkisch- arabischen Truppen mit neuer Seftigtett begonnen zu haben. Der Sonderberichterstatter des Secolo" weist darauf hin, daß die türkischen Truppen die früheren Stellungen unweit der Dschebel aufgegeben und sich im= mer enger um Tripolis vereinigen. Dies set durch die strategischen Irrtümer der italienischen Heeresleitung möglich gewefen, die Tripolis zu früh beschossen habe und dann nicht in der Lage gewefen fet, sofort nach dem wirkungsvollen Eindruck der BeSchießung 10 000 Mann landen zu lassen, die eine träftige Offensive hätten ergreifen müssen. Durch diese Verzögerung fet es den Türken möglich gewesen, die Araber für sich zu gewinnen und mit verhältnismäßig fleinen Streitfräften die italienischen Truppen, die th= nen an Zahl weit überlenen feien, in Schach zu halten.
Marleben."
Dieser war sehr bleich geworden und suchte sich| Weinrestaurant Genugtuung schuldig sind, Herr von elnen möglichst vornehmen Rückzug zu sichern.„ Kellner zahlen!" rtef er. Und dann setzte er zu Friß ge-| wandt hinzu:" Sie werden von mtr hören, mein Herr!"
Frizz sah thn von oben bis unten verächtlich an, suckte die Achseln und drehte sich um. Er bestellte sich zur Beruhigung noch eine halbe Flasche Wein, während dte fünf Herren, jest sehr leise und gesittet miteinander sprechend, das Lokal verließen.
10. Rapitel.
Am Morgen des folgenden Tages hatte sich Frizz nach dem Frühstück eben rasiert und einen Blick in die Bettung geworfen, als ihm vom Mädchen zwet Bisitenkarten hereingebracht wurden. Hans von Prizelwis, Rittergutsbesitzer, Leutnant d. N., las er auf der etmen, Müller, Regierungs- Assessor, auf der anderen.
Ihm dämmerte sofort, weswegen diese thm gänz= lich unbekannten Herrn zu ihm kommen mochten. Aber er fühlte sich nicht im mindesten beängstigt und sagte frohgelaunt:" Ich lasse die Herren bitten."
Die beiden Besucher benahmen sich sehr förmlich, nachdem sie sich nochmals nicht ohne Feierlichkeit perfönlich vorgestellt hatten. Herr von Prizelwig, groß, frettschultrig, blond und frisch, nahm zuerst das Wort and sagte mit einer gewissen Leutseligkeit, daß Herr vort Marleben wohl wissen werde, weswegen sie fanten.
Auf die verwunderte Rede des Angeredeten ftel Der Regterungs- Assessor, etn schlanker, bletcher, schwarzbaariger Herr ein:„ Wir können ja gleich ad rem gehen. Ste werden selbst gefühlt haben, daß Ste Herrn von Malmitz wegen Ihres gestrigen Benehmens in dem
" Ich Genugtuung schuldig?" bemerkte Friz lachend. Ich meine vielmehr, daß Herr Mallmit mir solche schuldig set."
" Sie haben Herrn Mallmiz haranglert und öffentItch attacktert."
„ Wir können dreist deutsch sprechen", sagte Friz ruhig. Ich habe Herrn Mallmit auf seine unehrerbietigen Aeußerungen aufmerksam gemacht und ihm die Fortsetzung dieser Neden verboten. Das war mein gutes Recht. Er hat mein Auftreten durch sein tadelnswertes Verhalten hervorgerufen. Nicht er ist nach meiner Meinung beleidigt, sondern ich war es."
„ Na, wie dem auch sein möge", erklärte Prizelwie unmutig,„ jedenfalls fühlt sich Mallmtz durch Ste beleidigt und will Genugtuung von Ihnen haben."
" Die Sache ist mtr rätselhaft", versetzte Friz.„ Was verlangt er denn von mtr?"
Die beiden Herren warfen sich einen Blick zu, als wenn sie sagen wollten:„ Entweder ist dieser Mann schrecklich ungebildet, oder er will sich über uns lustig machen." Zu seiner Ehre schienen sie das letztere anzunehmen, und Prizelwitz fuhr fort:„ Herrn Mallmiz steht als dem Beleidigten die Wahl der Waffe frei. Er hat sich für Pistolen entschieden, zehn Schritte Barriere
Er htelt plößlich mit fetner Auseinandersetzung inne, denn Fritz unterbrach ihn durch ein lautes, ganz respektloses Gelächter, das eine Weile anhielt. Endlich beruhigte er sich wieder und sagte:
,, Ach so, meine Herren, jetzt verstehe ich sie erst! Herr Mallmis will sich mit mir schlagen, er schlägt mir ein richtiges Duell vor. Wie ehrenhaft für mich! Ste müssen mir aber schon erlauben, für diese große Ehre zu danken. Ich treffe zwar mit meiner BrowningPistole auf dreißig Schritt die Löcher in einem Schwet
Es sei daher angesichts der angekommenen Truppens verstärkungen notwendig, die Offensive endlich zu beginnen und ins Innere vorzurüden. Anderer Ansicht ist der nationalistische Professor Sighele, der, vom Kriegsschauplatz zurückgekehrt, einem Ausfrager der„ Tribuna" erklärte, daß für die Eroberung von Tripolitanien lange Zeit nötig sein werde. Für den Augenblick müsse man sich mit der Besetzung ber Dase von Tripolis begnügen und den Vormarsch ins Innere auf eine spätere Zeit des Feldzuges aufschieben. Dieser Meinung pflichtet wohl auch die itaItenische Regierung bei, denn sonst würde sie nicht verfündigen lassen. daß nicht nur eine Division, sondern ein ganzes drittes Armeekorps nach Tripolis abgehen werde.
Aufschub der türkischen Friedensmission.
Wie der„ Inf." mitgeteilt wird, hat die türkische Friedensmission, die die Regierungen aller Großmächte wegen einer Anbahnung der Friedensverhandlungen jetzt besuchen sollte, einen Aufschub erfahren. Auch der Zeitpunkt, wann die Mission ihre diplomatische Reife antreten wird, ist offen gelassen worden. Die Grinde für das Unterlassen der Gesandtschaft sind nicht bekannt gegeben worden. Man kann aber annehmen, daß es aus dem Grunde erfolgte, weil die Türfen angesichts ihrer Erfolge den Krieg weiter zu führen gedenken. Aus dieser Tatsache fann man auch den Schluß ziehen, daß die Meldungen von den Waffenerfolgen der Türkei richtig sind.
Vom Kriegsschauplak
meldet heute der Draht:
Tripolis, 21. November. Die Lage auf dem Kriegsschauplake ist unverändert. Tatsächlich belästtgen arabische Blänkler den ganzen linken Flügel der taliener von der Meeresrüste bis zum Wüstenrand. Viertägige Regengüiffe haben die trockenen Flußbette des Hinterlandes angefüllt. Gestern strömte das Wasser in mehreren starken Bächen bis ins Zentrum der Stadt. Draußen stehen alle Schüßengräben unter Wasser und besonders bet Bumiliana sind alle Verschanzungen fortgeschwemmt. Auch etwa 20 Maultiere wurden vom Waffer fortgeriffen. Die Geschüße eines Panzerfreuzers senkten sich in dem lehmigen Untergrund. Die ganze Oase bildet eine grundlose Lehmschicht. Der Regen dauert fort.
Katastrophe in einem Kalischabt.
In einem Kaltschacht bet Nordhausen hat sich heute vormittag eine folgenschwere Katastrophe ereignet. Eine Kolonne Arbeiter wurde durch niedergehendes Gestein verschüttet, wobei elf Personen getötet und eine schwer verletzt wurden. Ein Telegramm meldet uns darüber: Nordhaufen, 21. November. Auf einem im Abbruch befindlichen Schacht des fiskalischen Saltwertes Klein- Bodungen hat sich heute ein schmeres Unglück ereignet. Eine Drittelmannschaft in Stärke von fecb= zehn Mann wurde infolge eines zu frith Iosachenden Sprengschuffes durch Gesteinsmaffen verschüttet. EIF Mann wurden getötet und ein Mann schwer verletzt. Vier konnten unverletzt geborgen werden.
Drabtnachrichten und neuestes.
Familientragödie.
Berlin, 21. November. Der 56 Jahre alte Tagelöhner Schoepf in der Rüdersdorferstraße erschoß hente früh seine Ehefrau während sie schlief und dann sich felbst. Die Frau war vor mehreren Jahren wegen Verfolgungswahn in einer Frrenanstalt untergebracht gewesen und nach einiger Zeit als geheilt entlassen morden. Als sie jest abermals in eine Frrenanstalt überführt werden sollte, zog der Ehemann den gemeinsamer Tod der Trennung vor.
Gine türkische Stadt durch Tener zerstört. Konstantinopel, 21. November. Gestern hat eine Feuersbrunft die fleine Stadt Siman fast vollstän= dta zerstört. Auch die Regierungsgebäude sind vernichtet worden. Der Finanzminister sandte 1000 fund zur Unterstützung für die notleidende Bevölkerung. Die Massenerkrankungen in der franzöfifchen Marine. Toulon, 21. November. Die Zahl der an Bord, der Kriegsschiffe ertrantten Mannschaften beträgt tett 130. Es heißt, die Erfrankungen seien auf den Genuß schlechten Wassers zurückzuführen.
Mexiko vor einer neuen Revolution. Neuvort, 21. November. Nach einem Telegramm aus Meriko sind an der Nordgrenze 25 000 Mann mobil gemacht worden.
In China ermordete Europäer.
Befing, 21. November. Schwedische Missionare ,. die aus Tientsin hier angekommen sind, berichten, daß in Sinanfu die Schulvorsteherin Fräulein Beckmann und flink Kinder von Ausländern ermordet worden feten, ebenso ein in chinesischen Postdiensten stehender Deutscher.
zerkäse. Wissen Sie, ich habe das jenseits des großer Teichs so nebenbei zu meinem Vergnügen gelernt, denn es gibt da in manchen Städten recht verteufelte Gegenden, wo einem solche Fertigkeit ganz nüßlich sein kann, aber trotzdem habe ich kein Verlangen danach, mir vielleicht durch eine Kugel des Herrn Mallmit das Lebenslicht ausblasen zu lassen. Nein, dazu gefällt mir's noch viel zu gut auf dieser schönen Gottesmelt. Und bedenken Sie: Ich stehe kurz vor meiner Hochzeit!"
Die Herren waren offenbar sehr peinlich berührt durch diese sonderbare, unerwartete Aufnahme, die sie mit ihrer so überaus wichtigen Mission gefunden hat= ten, und wußten nicht recht, was sie dazu sagen sollten. Auf ein solches unfaires Verhalten waren sie nicht im mindesten gefaßt gewesen. Sie hatten sich das so schön gedacht, in feierlicher, durchaus korrekter Wetse thren bedeutenden Auftrag erledigen zu können, als würdige Vertreter einer höheren Jdee ihrer Gesellschaftstreife und nun benahm sich dieser Mann, gelinde gesagt, so inforrekt! Unglaublich! Ste sahen betreten zur Erde. Affeffor Müller fand zuerst die Sprache wieder und fragte, nachdem er sich hörbar geräuspert hatte:„ Ste wollen uns also kurz und bündig zu verstehen geben, Herr von Marleben, daß Ste die Forderung des Herrn Assessors Mallmit nicht annehmen?"
Sehr richtig, meine Herren. Ueber solche- wie soll ich sagen?- Kindlichkeiten bin ich doch hinaus. Ich bin jetzt ein Mann von siebenundzwanzig Jahren, vor zehn Jahren wäre ich vielleicht darauf eingegangen, vor flinf Jahren hätte ich mich vielleicht in eine Borerei eingelassen, aber das alles Itegt weit hinter mtr. Sehen Ste, meine Herren, wenn nun der eine von uns tot oder zum Krüppel geschossen wird oder wenn thm von dem anderen die Knochen zerschlagen werden, was ist damit bewiesen? Höchstens, daß der andere besser schießen kann oder daß er der Stärkere von uns beiden ift. ( Fortsetzung folgt.)


