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Die schwarze Gefahr."

Raub eines wertvollen Bildes. Während eines Ges Itchung der Rede, die geeignet sei, in Frankreich Miß­trauen gegen England hervorzurufen und die in Deutsch- wittersturmes drangen in der Nacht vom Sonntag zu Montag Diebe vom Dach aus in das San Marco- Mu­land herrschende Mißstimmung gegen England zu ver­seum in Florenz und raubten ein kleines Reliquia­schärfen. rienbild, die Madonna de la stella. Der Wert des Bil­des wird auf eine Viertelmillion geschäßt. Von den Dieben hat man noch keine Spur.

Rundschau oom Cage.

Politisches.

Der nationalliberale Wahlaufruf ist am Sonntag von dem in Berlin versammelt gewesenen Vertretertage beschlossen und inzwischen veröffentlicht worden. Der Aufruf führt u. a. aus: Die nächsten Wahlen rufen das Volt auf zum Gericht! Die Nationalliberale Partet wird eintreten für die nationalen Forderungen, die sich aus der Weltstellung Deutschlands ergeben. Auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik hält die Nationalliberale Partet fest an dem bestehenden und bewährten System des maßvollen Schußzolles. Die Nationalliberale Bar­tei wird sich für die Kräftigung des selbständigen Mit­telstandes ebenso einseßen, wie für die Interessen der Beamten und die Rechte und die wirtschaftliche Sicher­stellung der Privatangestellten, die in der Vorlage eines Gesezes über die Pensionsversicherung der Privatbe­amten thren Ausdruck gefunden hat. Die Nationallibe= rale Partet tritt ein für die Unantastbarkeit des Reichs­tagswahlrechts und für die Wahrung des Koalitions­rechts. Ste hat stets für die berechtigten Interessen der Arbeiter, insbesondere auf dem Gebtete der sozialen Fürsorge gekämpft, wendet sich aber entschieden gegen dte utopistischen Forderungen der Sozialdemokratie. Auf allen Gebieten zetgen die letzten Jahre die wach­senden Machtansprüche des Zentrums. In seiner Be­fämpfung erblickt die Nationalliberale Partet eine ihrer ersten Aufgaben, überzeugt, daß der Ultramontantsmus unverträglich ist mit der Autorität des Staates und der freiheitlichen Entwickelung unseres Volkslebens. Der Wahlaufruf schließt mit der Ausführung, die Partei werde den Wahlkampf unter dem Wahlspruch führen: Für des Vaterlands Größe, Ehre und Recht, für die bürgerliche Freiheit und Gleichberechtigung.

In der Montagsfizung der Budgetkommission des Reichstags, in der die Besprechung des deutsch- fran­zöfifchen Abkommens fortgesetzt wurde, verbreitete sich der Vertreter des preußischen Kriegsministeriums, Ge­neral Wandel, über die schwarze Gefahr". Diese set nicht so groß, wie man früher vielfach geglaubt habe. In absehbarer Rett werde man nicht damit rechnen müs­fen, daß durch Besetzung von Marokko schwarze Kräfte in erheblichem Maße dem französischen Staate für milt­tärische Zwecke zuwachsen würden. Es würde wohl noch lange Jahre dauern, bis große Truppenmassen sich dort gewinnen lassen würden. Auf die Dauer set nicht von der Hand zu wetsen, daß eine Verstärkung der militärischen Macht Frankreichs in Marotto erfol gen werde. Ein Mitglied der Nationalliberalen glaubte aus eigener Sachkenntnis darauf hinweisen zu lönnen, daß die militärischen Fähigkeiten der in Frage fommenden Leute nicht zu unterschäben seien. Diese tämpften allerdings heute noch in Formen, wie sie im Altertum gebräuchlich gewesen, aber mit modernen Kriegsmitteln ausgerüstet und in rechter Weise ausge­bildet, könnten sie sehr gefährlich werden. Staatssekre tär v. Kiderlen- Wächter wies die Annahme, als fet die militärische Seite der marokkanischen Frage vom Auswärtigen Amt leichtsinnig behandelt worden, mit Nachdruck zurück. Diese Dinge seien schon vor dem vom Reichstag allgemein gebilligten Abkommen von 1909 mit den militärischen Behörden eingehend erörtert worden. Es sei daher nicht das mindeste versäumt. Ein Mitglied der sozialdemokratischen Partet meinte, bei der Einschätzung der schwarzen Gefahr" müsse man auch im Auge behalten, daß zur Verhütung von Aufständen in Afrika die Franzosen dort euro­päische Truppen halten müssen, also nicht allein nicht Truppen vorläufig gewinnen, sondern umgekehrt, im Fall eines europäischen Krieges in Afrika Truppen hal­ten müßten und nicht in Europa würden verwenden fönnen. Der Vertreter des Kriegsministe= riums machte im Anschluß an die Ausführungen über die Kriegstüchtigkeit der marnftanischen Bevölke­rung Mitteilung über die Leistungen der betreffenden französischen Truppen im 1870er Kriege. Der Staats­sekretär des auswärtigen Amtes wies darauf hin, daß es sich bei der allgemeinen Wehrpflicht in Algier zu­nächst nur um einen Versuch handele, der in Algier felbst bet den Kolonisten zum großen Teil auf starken Widerspruch stoße. Diese Kolonisten sähen in der milt­tärischen Ausbildung der Farbigen eine Gefahr für sich selbst und feten der Meinung, daß die Aufstandsmög­lichkeit dadurch wachse. In scharfer Weise erhob der Wortführer der Sozialdemokraten Einspruch gegen fede Anregung einer Verstärkung der Rüstung. Von volksparteilicher Sette wurde dazu be­merkt, es sei nicht Sache der Voltsvertretung, folche An­regungen zu geben, das set Sache der Regierung. Ein tonservatives Mitglied fand gewisse Widersprüche zwischen den Darlegungen des Staatssekretärs des Auswärtigen und des Vertreters des Kriegsministers. Das Auswärtige Amt scheine doch nicht ganz so ein­gehend, wie es wünschenswert set, mit anderen Ressorts, in erster Linie dem Kriegsministertum, in Verbin­dung gewesen zu sein. Das 3entrum äußerte sich zu der behandelten Frage nicht. Eines seiner Mitglie­ber machte den Vorschlag, über die von Bassermann im Plenum aufgeworfene Frage zu verhandeln, ob an Stelle der Entsendung des Panther" nach Agadir nicht jeffer zwet Armeekorps hätten mobilisiert werden sol­len. Auf den Einspruch eines nationalliberalen Mit­glteds, daß man darüber nicht gut in Abwesenheit Bas­ermanns verhandeln könne, wurde davon abgesehen. Die wetteren Verhandlungen waren vertraulich.

Das offene Geheimnis in England.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Was ein Menschenknochen aushält. Ein Knochen ist ein Naturwunder von ganz besonderer Art. Es sollte dem Menschen schwer fallen, trgendwie auf künst­lichem Wege eine Masse herzustellen, die einen glet­chen Grad der Festigkeit mit so großer Elastizität und so geringem Gewicht verbindet. Obgleich es auch heute im Zeitalter der Naturwissenschaften noch viele unver­ständige oder unbelehrbare Leute geben mag, die beim Anblick eines menschlichen Gerippes nichts anderes als ein Grauen empfinden, so müßte eigentlich jeder mit dem innerlichsten Gefühl der Verehrung dieses Wun­dergebilde anstaunen, das gleichsam das Fundament des Menschen und seiner Leistungsfähigkeit ist. Von den zahlreichen einzelnen Knochen des Skeletts verdienen wiederum die den Schädel zusammenseßenden Teile die größte Aufmerksamkeit. Hier gilt es, das edelste Or­gan des Menschen zu schüßen, das Gehirn, und des­halb besteht die Schädelkapsel aus zum Teil sehr masst­gen Knochen. Man sollte nun glauben, daß wenigstens diese Schädelkapsel hauptsächlich und ausschließlich nach dem Grundsatz gebaut ist, einer Verlegung von außen her eine möglichst große Festigkeit entgegenzusetzen. Das entspricht auch den Tatsachen, nur muß man dabet bedenken, daß eine starre Festigkeit nicht die sicherste Gewähr bietet. Wären diese Schädelknochen nur mit Rücksicht darauf zusammengesett, so würden Schädel­britche viel häufiger sein, als sie in Wirklichkeit vor­tommen. Die Schädeltapfel besitzt vielmehr eine er­staunliche Elastizität. Der Schädel eines erwachsenen Mannes kann durch einen Schlag oder Druck, der recht­winklig zu seiner Oberfläche ausgeübt wird, um volle Zentimeter eingepreßt werden, ohne zu brechen. Der Stoff der Menschenknochen besitzt eine so, hohe Wider­standsfähigkeit, daß ein daraus geschnittenes zylindrt­sches Stück von nur einem Geviertmillimeter Quer­schnitt eine Zugfestigkeit von 34 Pfund. auf einen Ge­viertzoll berechnet 21 300 Pfund, besitzt. Ein gleich großes Stück von hartem Holz würde schon bei der Hälfte der Belastung auseinandergerissen werden.

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Wann tritt die Privatbeamtenversicherung Kroft? Nach dem Gang der Kommissionsberatungen über das Versicherungsgesetz unterliegt es, wie eine of= stziöse Berliner Korrespondenz schreibt, feinem zwet­fel, daß die Vorlage bis zum Ende dieses Monats end­gültig verabschiedet sein wird. Nach den Absichten des Entwurfes wird durch das Gesetz selbst ein Zeitpunkt für sein Infrafttreten nicht festgestellt werden, weil es nicht möglich ist zu übersehen, bis zu welchem Zeitpunkte alle Vorarbeiten zur Durchführung abgeschlossen sein fönnen. Man nimmt jedoch als sicher an, daß die Ver­sicherung der Privatangestellten mit dem 1. Januar 1913 in Kraft treten wird.

Eine Junggesellenstener in Mecklenburg. Der meck­lenburgische Landtag nahm bet Beratung des Steuerge­setes einen Antrag auf Einführung einer Junggesellen­steuer an. Es sollen unverheiratete, über 30 Jahre alte Männer um 25 Broz. höhere Steuern als verheiratete zahlen, wenn sie nicht für Familienangehörige, die mit thnen zusammenwohnen, gefeßlich zu sorgen haben.

Der Kreuzer Berlin" dürfte nach einer Meldung des Berl. Lot.- Anz." in Agadir verbleiben, bis der deutsch- französische Vertrag durch Ratifizierung der französischen Kammer vollkommen perfekt geworden ist.

Kleine Nachrichten.

Ein Rekord in Schulbeuten fte von der Stadt Rirdorf unter den deutschen Städten in den lezten 5 Jahren aufgestellt worden sein. Seit dem 1. Oktober 1906 hat die Stadtgemeinde elf Schulhäuser mit insge= famt 335 Klassen erbaut. Die Gesamtaufwendungen an Bautapital ohne die Kosten für Grunderwerb betragen 4 740 000 Mart.

Die Londoner Blätter beschäftigten sich gestern in langen Artikeln mit den von uns mitgeteilten Ent­hüllungen des Kapitäns Faber über den im Auguſt ge­plant gewesenen Ueberfall auf Deutschland. Die best­unterrichteten Blätter segen daran aus, daß seine Mit­tellungen nur teilweise richtig sind. Es wird zuge= geben, daß die beiden Divisionen der Heimatflotte nicht vereinigt waren, aber eine Vereinigung hätte in kürs zerer Frist als 6 Stunden erfolgen können. Ferner set falsch, daß die britische Admiralität die ganze deutsche Flotte aus den Augen verloren hätte. Die britischen Kundschafterschiffe hätten nur die Fühlung mit einer deutschen Torpedoflottille verloren. Die ganze schottt­sche Küste wurde nach den deutschen Torpedobooten ab­gesucht, und schließlich hörte man, daß die verlorenen Torpedoboote sich in das Baltische Meer zurückgezogen hätten. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die mit der Suche nach den deutschen Torpedobooten beauf­fragten britischen Kreuzer Befehl hatten, te des bent­sche Torpedo boot, das sie versteckt auffinden soll­ten, ohne wetteres zu zerstören. Die sonstigen Enthüllungen Kapitän Fabers begegnen kaum einem Widerspruch. Die ernste Presse beklagt die Veröffent­

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Aus Eifersucht.

Ein folgenschweres Baunnglück wird aus Forch­heim gemeldet. Dort filtrzte Montag vormittag ein Neubau ein. Vier Arbeiter wurden unter den Trüm­mern schwerverlegt hervorgezogen, einige andere ka­men mit leichten Verlegungen davon. Der Einsturz wird mit den Wirkungen des jüngsten Erdbebens in Busammenhang gebracht.

Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) " Sicher!" schnarrte der Angeredete. Eifersucht set­nersetts, wahnsinnige Eifersucht, wetter nichts." " Auf den Doktor?"

" Freilich!"

Vermischtes.

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Das Luftschiff in der Wahlagitation. Eine origt­nelle Wahlagitation war anläßlich der eben abgehaltenen Stadtverordnetenwahlen in Schöneberg bet Berlin ge­plant. Zwei Herren hatten für die bürgerlichen Kan­didaten in Schöneberg von der Luftverkehrsgesellschaft das Personen- Luftschiff P. L. 6" für den Wahltag mit Mitteln aus freigebiger Hand gemietet. Es sollten aus ihm von elf bis zwölf Uhr vormittags 30 000 Wahl­zettel in ungefähr Ottavformat aus der Höhe von 120 bis 150 Metern über den Stadtbezirk 11 fallen gelassen werden. Es kam aber anders. Kurz vor dem Aufstieg erschten Prinz Sigismund, Sohn des Prinzen Heinrich, und wünschte an der Fahrt teilzunehmen. Der Auf­stteg vollzog sich glatt, der Kurs wurde jedoch nicht nach Schöneberg, sondern auf Wunsch des Prinzen zu einem Rundflug über Berlin Mitte genommen. Kurz vor Beendigung des Fluges wurde der Wind stärker, so daß der zweite Flug über Schöneberg, der dann den Wahlzettelregen bringen sollte, nicht mehr ausgeführt werden konnte und die originelle Agitation aus der Luft schließlich ins Wasser fiel.

Im Zorn tötete in Holzhausen( füdl. Oldenburg), der Stationswärter Beez sein 7 Jahre altes Töchter­chen. Er befahl thm, ein Messer, mit dem es hantierte, herauszugeben, und als es nicht sofort folgte, riß er es thm voll Wut aus der Hand und warf damit nach ihm. Die Schneide traf das Mädchen so unglücklich, daß ihm die Wirbelsäule durchschnitten wurde, und es muf der Stelle tot umftel.

Und da sollte er sie über den Haufen gestochen

haben?"

Warum nicht?"

" Na, ich denke, er hat sie sehr lieb gehabt?"

" Liebe und Haß wohnen dicht beteinander", erklärte der Assessor wetshettsvoll. Außerdem hat der Alte je­denfalls im Affett gehandelt, wo er seiner Sinne nicht mehr mächtig war."

Mehrere Berhaltungen in Handelskreisen erregen in Cöln großes Aufsehen. Der Großkaufmann Licht wurde wegen betrügerischen Bankerotts verhaftet. Er hatte einen Jahresumsaß von über einer Million Mt. In der Kontursmasse wurde nichts gefunden. Der Kaufmann Graf wurde wegen Beihilfe festgenommen. Wegen großer Unterschlagungen auf dem Bahnhof in Görlig wurde der Kassenvorsteher Schellmann ver­haftet, nachdem er sich selber der Boltzet gestellt hatte.

" Ihr Scharfsinn springt todesmutig über eine flaf­fende Lücke hinweg," ftel ein anderer ein. Wo soll das Geld geblieben sein?"

,, D, daran habe ich auch schon gedacht. Könnte es der Alte nicht verbrannt haben?"

,, Erlauben Sie mal mein Lieber, es waren zwanzig­tausend Mark bares Geld dabet!"

" Na, dann hat er es vielleicht vergraben."

Erregung versetzt! Eben wollte er seinen Entschluß aus­führen, als er direkt von sich sprechen hörte.

" In seinem Zustand als Halbtoter? Nein, nein, mein Bester, diese Sache bleibt immer noch sehr schleter­baft."

Meinetwegen," sagte Mallmiz gleichgültig.

Und der junge Marleben, wie denken Ste über thn?" fragte einer der Herren.

Spionageversuche? Im vergangenen Monat sind bet einem Regiment des Gardekorps zwei Gewehr­schlösser und bei einem andern ein Gewehr abhanden gekommen. Alle Nachforschungen waren ergebnislos geblieben; es liegt, wie vom Kriegsministerium nun­mehr den Armeekommandos mitgeteilt wurde, die Ver­mutung nahe, daß es sich um Diebstähle zu Sptonage­zwecken handelt. Auch beim Kommando des 18. Armee­torps in Frankfurt war bekannt geworden, daß ein Agent einer fremden Macht einen gewaltsamen Einbruch in einem milttärischen Dienstgebäude unter Benutzung von besonderen Werkzeugen, wie Sauerstoffgebläse, für das Deffnen eiserner Schränke beabsichtigte, doch wur­den rechtzeitig entsprechende Vorsichtsmaßregeln ange­ordnet, so daß der beabsichtigte Einbruch nicht zur Aus­führung fam.

" Fritz von Marleben?" lachte Mallmit Wollen Ste thn auch in Verbindung mit der Tat bringen?" Kriminalistisch ist kein Ding unmöglich." Nee, wetu teber, für so etwas halte ich diesen jungen Mann für zu unbedeutend. Ist ja'n richtiger Huckedrusel."

Er ist aber bedeutend genug gewesen, sehr vor­sichtig in der Wahl seiner Braut zu sein."

Fritz fühlte bet diesem Fortgang des Gesprächs sein Blut heißer und heißer werden. Sein Puls flopste rasch, und er hätte am Itebsten den frivolen Menschen zu Bo­den geschlagen, aber er nahm sich zusammen, biß die Bähne aufeinander und blieb ſizen. Das beste war wohl, er zahlte seinen Wein und ging. Mochten dann die mit Paragraphen gefütterten Gernegroße reden, was ste wollten, er hörte es nicht und wurde nicht dadurch in

" Die Geschichte vom blinden Huhn! Außerdem ist noch nicht aller Tage Abend."

" Das klingt ja sehr geheimnisvoll." " Ja, jedes Wetb ist eine Festung, die erobert wer­den kann, wenn man es richtig anfängt."

Kirchenräuber drangen in der Nacht zum Sonntag in die Auferstehungskirche in der Friedensstraße in Ber­Iin ein. Die Einbrecher stiegen in der Nacht durch ein zufällig nicht verriegeltes Fenster, von dem sie das zum Schuß angebrachte Drahtgeflecht abgerissen hatten, in die Safristet ein. Ste erbrachen hier ein Holzspind und stahlen drei wertvolle Antependiums. Eins von ihnen, etne rote Sammetdecke ist mit goldenen Ornamenten bestickt und 600 Mark wert, die beiden anderen haben einen Wert von je 200 Mark. Außerdem nahmen die

" Haha, und das verstehen Ste, Mallmiz. Schön ist ste ja. Und Mammon hat sie auch, nicht wahr?" " Das will ich meinen! Dret Milltönchen." Mark?"

,, Nein, gute Dollars."

" Donnerwetter, Mallmis, Sie sind vorsichtig tn der Wahl Ihrer Zukünftigen. Und woher wissen Ste das?"

" Selbstverständlich habe ich mich bet einer Hitchtt­gen Auskunftet über die Verhältnisse der Dame etn= gehend erkundigt."

Die Gläser klirrten, und der Gefeterte sagte hoch­trabend: Danke, meine werten Freunde! Felicia sets Panter!"

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Da hielt Frig nicht mehr an sich. Energisch sprang er auf und trat um die Holzwand an den Tisch der fleinen Gesellschaft. Er sah sich fünf elegant gekleide­ten Herren gegenüber, die sich zum Hoch erhoben hatten und in deren Mitte Mallmiz stand. Er ging gerade auf thn zu, tippte kräftig auf seine Schulter und sagte laut: Herr Assessor, ich habe die Ehre, der Bräutigam von Fräulein Felicia Molesworth zu sein."

" Pozz Bliz!" rief einer ganz hingerissen, der bis jetzt geschwiegen hatte, das sind ja über zwölf Millt= onen Mark! Mallmiz, Mensch, wenn Ste erst in die­sem goldenen Nest sitzen, kann man hoffentlich einen heftigen Pump bei Ihnen anlegen?"

Alle lachten fröhlich, und einer rief: Stoßen wtr an auf Mallmiz, den zukünftigen Dollarikaner! Möge es thm gelingen und möge er seine guten Freunde nicht vergessen!"

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Alle ließen verdußt dte Gläser sinken. Einige neu­gterige Kellner kamen langsam näher geschlichen, mch­rere Gäste an ferneren Tischen reckten die Hälse. Es herrschte plötzlich eine unheimliche Stille in dem großen, stilvollen Raume.

Mallmis runzelte die Stirn, faßte sich aber und sagte mit erzwungener Gleichgültigkett: Das wußte tch bereits, Herr von Marleben. Warum sagen Sie mir das?"

Frizz brauste auf. Ich sage es Ihnen, Herr Assessor, um Ihnen zu verbieten, weiter in diesem Tone von metner Braut zu sprechen."

" Ich bin nicht gewöhnt, mir von fremden Leuten Vorschriften machen zu lassen, am allerwenigsten von Ihnen."

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Ob Ste's gewöhnt sind oder nicht, ist mir gleich. Etgentlich müßten Sie sich wegen Ihrer respektlosen Aeußerungen bet mir entschuldigen; ich will aber da­rüber hinwegsehen und sie auf das Konto des genosse­nen Alkohols setzen. Wagen Sie es jedoch nicht, in diefer Redewetse fortzufahren! Es könnte Ihnen schlecht bekommen."

Er nahm eine Stellung ein, als wenn er bereit wäre, den Assessor im nächsten Augenblick niederzu­boren.

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