Einzelbild herunterladen

Das Heer der Zukunft.

Ein Wehrfyftem des französischen Sozialistenführers.

schreibt die Nordd. Allg. 3tg.": Wir begrüßen in den amerikanischen Gästen die Vertreter einer nahe befreunde­ten großen Nation, mit der Deutschland durch mannig­fache Bande der Vergangenheit und der Gegenwart ver­tnüpft ist, und heißen sie in den deutschen Gewässern und auf deutschem Boden herzlich willkommen."- Der Kaiser, der ebenfalls in Kiel eingetroffen ist, empfing an Bord der " Hohenzollern" den amerikanischen Botschafter Hill, wel­cher dem Kaiser den amerikanischen Konteradmiral Badger vorstellte, der seinerseits die Kommandanten seiner Schiffe vorstellte.

Aufsehen erregender Austritt aus dem Hansabund. Wie der Hann. Cour." erfährt, ist der Landrat a. D. Röttger aus dem Vorstande des Hansabundes und aus dem Hansabund überhaupt ausgetreten. Er hat seinen Aus­fritt in einem Schreiben an den Vorsitzenden, Geheimrat Rießer, damit motiviert, daß die Schlußrede des Herrn Rießer auf dem Hansatage es ihm unmöglich mache, län­ger im Hansabunde zu verharren. Röttger ist Direktor des Zentralverbandes deutscher Industrieller. Von gut unterrichteter Seite wird versichert, daß mit Röttger etwa zehn bis zwölf Großindustrielle aus Rheinland und West­falen aus dem Hansabund ausscheiden werden.

Schon oft ist nicht nur bei uns, sondern auch bei den anderen Mächten etne wettere Kürzung der aktiven Dienst jel gefordert worden. Die Forderung tst neuerdings auch von dem bekannten französischen Parlamentarier Jaures aufgestellt worden. Er hat fürzlich ein umfangreiches Buch herausgegeben, das sich mit der Organisation des zukünf ftgen Volksheeres beschäftigt. Jaures Wehrsystem gliedert fich in drei Telle: In den Vorbereitungsunter­tight, die Rekrutenschule und das eigentliche Bür- gerbeer. Der Vorberettungsunterricht für Knaben und Jünglinge beginnt mit dem 10. Lebensjahr. Er wird von Offtateren gelettet und von den Zivilbehörden überwacht. Die Ausbildung erstreckt sich auf gymnastische und turnert­sche Uebungen, ferner auf Marschübungen, Schießen, Rete ten und sportliche Uebungen. Im 21. Lebensjahr wird der junge Mann in die Rekrutenschule einberufen, deren Kur­fus sechs Monate dauert. Die Offiziere und Unteroffiziere find Berufsfoldaten. Die Rekrutenschulen befinden sich in allen größeren Orten des Landes. In thnen werden auch die künftigen Unteroffiziere ausgebildet. Erst nach Been­digung der Rekrutenschule tritt der ausgebildete Mann in das Heer ein, in dem er bis zum 34. Lebensjahre bleibt. ( 34 bis 40 Reserve, 40 bts 45 Landsturm.) Die 14. Jahr­gänge von 21 bts 84 Jahren bilden das eigentliche Feldheer, das auf Grund der territorialen Einteilung in taktische Etnhetten gegliedert ist. Die Kompanien, Bataillone usw. bilden einen engen örtlichen Verband. Die Unteroffiztere find sämtlich Bürgerunteroffiziere, dte Offiziere zu einem Drittel Berufsoffiziere. Ein eigentlich stehendes Heer gibt es bis auf die Chargen nicht, vielmehr wird jeder Mann während der 14jährigen Dienstzeit zu acht Uebungen ein­berufen, von denen abwechselnd je vier 21 Tage dauern und den großen Manövern gewidmet sind, während die andere Hälfte nur 11 Tage dauert und der Spezialausbil­dung dient. Jeder Mann hat Uniform und Ausrüstung bei fich, während Munition und Waffen in den Zeughäusern und größeren Städten lagern. Für die Grenzgarnisonen im Osten sind noch besondere Bestimmungen getroffen, um einen dauernden Schuh gegen Ueberraschungen zu sichern. Die Mobilmachung soll sich äußerst rasch und glatt voll­stehen, da alle Mannschaften im Kriegsfalle nur in die nächst gelegenen größeren Ortschaften zu eilen brauchen, wo die Formierungen der territorialen Verbände erfolgen. Auf diese Weise beabsichtigt Jaures auch, das Heer immer de­mokratischer zu gestalten, zu dem Volksheer, wie es feinerzeit von der französischen Revolution geplant war. Er hat in seinem Buche in ausführlicher Weise gezeigt, wie er fich die demokratischen Ideen in praktischer Weise auf das Sein neues Heerwesen Heerwesen zu übertragen denkt.

ähnelt in vieler Hinsicht dem der Schwetz, mit dem Unter­schiede, daß sowohl die Rekrutenschulen wie die eigentlt­chen Uebungen viel länger andauern. Jaures meint, daß Frankreich allein sich nicht plößlich zu einer so grundstür­zenden Aenderung seiner Heeresorganisation entschließen fönne; aber er nimmt an, daß durch die wachsenden Kosten für die Riesenheere die Völker doch einmal gezwungen wür­den, von der jetzigen Art der Heeresergänzung abzugehen. Bis Jaures System einmal durchgeführt wird, dürfte es noch lange Weile haben, denn praktisch wird es überhaupt nicht zu verwenden sein.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Der Jahresabschluß der Reichshauptkasse hat, wie mit­geteilt, für das Rechnungsjahr 1910 einen Ueberschuß gent 117,7 Millionen Mark ergeben. ord. Allg. 3tg." Hauptbestandteile des Ueberschusses sind, wie wir entnehmen: ein Mehr an Zoll- und Steuereinnahmen von 57,5 und eine Einnahme aus dem Bankenwesen von 3,6 Millionen Mark, ein Mehrüberschuß der Retchspost von 19,7 Millionen Mark, der Reichseisenbahnen von 11,8 Mil­Itonen Mart, eine Minderausgabe bei der Reichsschuld von 9,9, beim Heer von 4,7 und bei der Marine von 1,6 Mil­lionen Mark, dazu treten erhöhte Ausgleichsbeträge mit 3,9 Millionen Mart. Ungünstiger als der Voranschlag stellt sich nur der Ueberschuß der Reichsdruckerei mit einem Minderüberschuß von 1,5 Millionen Mark.

Der Papst und der Weltfrieden. Der Papst hat an hen apostolischen Legaten in Washington ein Handschrei­ben gerichtet, in dem er seine Freude über die Schritte her­porragender amerikanischer Persönlichkeiten im Interesse des Weltfriedens ausdrückt.

Kleine Nachrichten.

Der Bau eines städtischen Krematoriums in Berlin soll alsbald erfolgen. Das Kuratorium für das Bestat tungswesen der Stadt Berlin hat beschloffen, sofort nach Inkrafttreten des Gesetzes über die Feuerbestattung den Gemeindebehörden bestimmte Vorschläge wegen des Baues eines Krematoriums zu machen, damit auch in Berlin die Feuerbestattung möglich ist.

Auf dem Schüßenfest erschossen. In Schönewalde bet Halle wurde auf dem Königsschießen der dortigen Schüßen­gilde durch eine abirrende Kugel ein 5jähriges Mind er schossen.

Strafmandate für Blumentag- Mädchen. Bei einem Blumentag, der in Rudolstadt veranstaltet wurde, haben junge Mädchen ohne Fahrkarte den D- Bug bestiegen, um Blumen und Postkarten an die Zuginsassen zu verkaufen, und sind bis Jena mitgefahren. Ihr Leichtsinn hat ihnen jezt Strafmandate eingetragen.

Eine Verständigung Deutschlands und Frankreichs_in der Marokkofrage? Die Pariser Morgenblätter messen der jüngsten Unterredung des Staatssekretärs des Aus­wärtigen v. Kiderlen- Wächter mit dem früheren französt­schen Minister des Aeußern Cambon, der seine Gattin nach Kissingen begleitet hatte, große Bedeutung bei und sprechen die Erwartung aus, daß die zwischen Frankreich und Spanien bestehenden Differenzen durch eine mögliche Verständigung Deutschlands und Frankreichs in gewissen schwebenden Marokkofragen an Stärke verlieren werden, weil Spanien sich dadurch seiner Isolierung immer mehr bewußt werde.

Der Kaiser und die Hamburger. Auf eine Ansprache des Hamburger Bürgermeisters Burchard, die dieser bei dem Regatta- Essen an Bord der Amerika" am Dienstag abend an ihn richtete, erwiderte der Kaiser mit einer Rede, in der er u. a. sagte: Er sei tief bewegt von dem Empfang Hamburgs. Zu der Entwicklung, die unser Vaterland ge= nommen habe, sei der Hammer Gottes notwendig ge­wesen, um den Stahlblock deutscher Kraft zu schmieden. Er freue sich aber der Bestätigung, daß er, der Kaiser, Ham­burg und der deutschen Schiffahrt auch mit der Aufrechter­haltung des Friedens habe von Nugen sein können. Was die Hansa gewollt, habe erst durchgesetzt werden können, nachdem des neuen Reiches schirmende Schuhwehr hinter Handel und Seefahrt stand und vor allem eine überall respektierte deutsche Kriegsflotte. Er danke den Herren allen, besonders auch dem Leiter der Hamburg- Amerika­Linie, für ihre Tatkraft, mit der sie das Vaterland zu einer machtvollen Stellung gebracht hätten. Unter dem Frieden erblühten Handel und Seefahrt und Sport. Er und die Kaiserin und seine Kinder besuchten gerne die Hamburger Rennen. Wenn er in Hannover die Ulanen besichtigt hätte und durch die schöne Heide nach Hamburg fahre, dann beginnen für ihn die Feiertage.

Das nach den europäischen Gewässern entsandte ames ritanische Panzergeschwader ist am Mittwoch zum Besuch auf der Kieler Reede eingetroffen. Aus diesem Anlaß

6)

Und dennoch.

Novelle von Ernst Busoit. ( Nachdruck verboten.)

Zum Mord in der Blumenthalstraße in Berlin. Der Kellner Josef Rumbler, geboren zu Gablonz an der Neiße, hat sich am Mittwoch der Polizei in Letpa( Böhmen) ge­stellt mit der Selbstbezichtigung, im vorigen Herbst den Mord an der Frau Hoffmann in Berlin begangen zu haben.

Ein schwerer Fliegerunfall hat sich in Kiel ereignet. Leutnant Jahnow, der bet ziemlich bötgem Winde aufge­stiegen war, wurde von einer Böe erfaßt und in die Bäume beim Schützenhause außerhalb des Flugplazes getrieben. Die Flugmaschine stürzte in einen Gartne, wobei sie schwer beschädigt wurde. Jahnow erlit bei dem Unfall eine Schul­terverrenkung und einen Armbruch.

Ein schweres Bauunglück ereignete sich Mittwoch abend bei einem Neubau in Hagen( Westf.). Mehrere Arbeiter führten Betonarbeiten an einem Balkon in der vierten Etage aus. Als einer der Arbeiter vier Säcke Zement, die mittelst Aufzuges hinauf befördert wurden, auf dem Balkon abwarf, brach die Verschalung durch und vier auf dem Balkon arbeitende Italiener stürzten in die Tiefe. Ale edop vier wurden tödlich verletzt.jp

Die Uebersicht der bisherigen Reichsratswahlen in Desterreich zeigt folgendes Resultat: Die Deutschfreiheit­lichen gewinnen 31 und verlieren 6 Mandate. Die Christ­lichsoziale gewinnen 4 und verlieren 24. Die zentralisti­schen Sozialdemokraten gewinnen 15 und verlieren 22. Die tschechischen Sozialdemokraten gewinnen 8 und ver= lieren 5. Die bürgerlichen Tschechen gewinnen 6 und ver lieren 8, die Polen gewannen bisher 4 und verlieren 3. Bei den Südslawen ist bisher keine Veränderung. Die galizischen Ruthenen verlieren bisher 1 Mandat. Die Bukowinaer Ruthenen und die Rumänen erhalten ihren frühern Besitzstand von 5 Mandaten, die Italiener ge= winnen 1 Mandat, die Alldeutschen gewinnen 1 Mandat, die Tschechisch- nationalen verlieren 2 Mandate, der Deutsch­nationale Verband, der früher 79 zählte, setzt sich jetzt aus 104 Mitgliedern zusammen.

Adrian sfizierte eifrig. Kein Laut tönte heute zu ihm her. Nur der einförmige Ruf des Kuckucks klang aus dem Walde herüber. Ganz in seine Lieblingsbeschäftigung ver­tieft, hatte er auf den plöglichen Wechsel des Wetters nicht Acht gegeben. Ein Windstoß ließ ihn auffahren. Finsteres Gewölf jagte unheildrohend herauf; gischtsprühend, schwarz­blau erhob sich zornbrüllend die See, kreischend flogen mit weitausgebreiteten Schwingen die Möven auf. Ein Sturm mar im Anzuge.

Absturz einer bayrischen Patrouille. Am Plankenstein im Kreuthertal sind von einer Abteilung des 1. Infan= terieregiments König", die dort Kletterübungen machte, 5 Mann, darunter 1 Offizier, abgestürzt. Ein Unteroffizier wurde schwer verletzt. Eine Abteilung der Tegernseer Sanitätsfolonne Holte die Verwundeten mit Tragbahren ab und brachte sie zur Bahn.

Das Streitrecht der französischen Eisenbahnbeamten wird nun doch anerkannt werden. Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten bereitet einen Gesetzentwurf vor be= treffend das Statut der Eisenbahnbeamten. Der Entwurf erkennt das Recht zum Ausstand an und schreibt hinsicht= lich dessen Ausübung vor, daß der Streik nur nach einem Referendum mit geheimer Abstimmung erklärt werden kann. An der Abstimmung müssen Beamte teilnehmen.

Obschon Adrian, so rasch es ihm nur möglich war, alles zusammenraffte, ergriff ein Wirbelwind einige Blätter und wehte sie in den Garten der kleinen Villa hinüber. Er trat rasch durch das nur von einem Riegel verschlossene Schlehdornumwucherte Pförtchen, um sie zu sammeln, allein eine so mächtige Staubwolfe brauste heran, daß er nichts mehr sah und hörte. Er hielt die Hände vor die schmerzen­den Augen, als er eine heisere, alte Stimme vernahm: Bitte, mein Herr, einzutreten! Die Gnädige hat mich Ihnen entgegengeschickt."

Tragischer Tod eines Reichstagskandidaten. Der kon­servative Reichstagskandidat für den 21. sächsischen Wahl­freis, Gärtnereibesitzer Gabriel, kam in Dresden in dem Versammlungslokal, in dem er einen Vortrag gehalten hatte, zu Fall und starb bald darauf an den erlittenen inneren Verlegungen:

Pestfälle in Aegypten. In verflossener Woche sind 23 Bestfälle in Aegypten festgestellt worden, darunter einer in Kairo, 10 in Alexandrien. Seit Januar sind im ganzen etwa 1400 Fälle vorgekommen.

Eine Adresse der Albanier an die Mächte. Eine halb­amtliche Pariser Mitteilung besagt, daß die Anführer der aufrührerischen Albanier an die Mächte eine Adresse ge­richtet haben, die der englischen Regierung zugestellt wur­de, damit diese sie den verschiedenen Kabinetten übermittle. Die Albanier verlangen die Einstellung der Unter­brückungsmaßregeln und die freie Ausübung ihres Rechts, damit sie eine tätige Einheit im Schoße des ottomanischen Reiches bilden können.

Adrian folgte dem greisen Diener ins Haus und wurde in ein behaglich altmodisches Zimmer mit alten, schwarzen Mahagonimöbeln, Stuzuhren, Glasschränkchen und Blu­mentischen geführt. Eine schlanke, lichtgekleidete Frau trat durch die geöffnete Balkontür herein.

Das starre Staunen hat nur Schweigen. Der Gedanke wagt nicht, sich ins lebendige Wort zu hüllen. Adrians Gesicht zeigte im ersten Augenblicke, obschon sein Herz zum Berspringen flopft, weder große Freude noch Ueberraschung, und doch fühlt er beides in fast überwältigendem Maße. Unerwartet steht sie vor ihm, die Fee aus dem Traum sei­ner ersten Liebe.

Aus den Gerichtssälen.

and the Li verurteilt. Jahre Bud

Ein B jerner Tag Briefträger fräftiger, in 16 bis 259 melfen fan teht, wird

Lohn zugefi zeugniffen

Michlischwa

neuartige Der Pe don wetlen

und Iwan riofen Miffi wertvoller odien des sein und fei baben. Die

fifchen Kolle

Nenorleans doner Gehei den Dieben Folgens Sächsischen Mittwoch no Spirituserp an der Unf unter den T zeichen von hat erheblich jeinem Auff ten ferner ein Feuerw fiberführt w left. Es fin Banditer rer und die then( Oberf viduen das fragte nach

Herenglaube im 20. Jahrhundert. Daß auch in unserer Zeit der krasseste Aberglauben noch sein Unwesen treibt, zeigte eine Verhandlung vor dem Schwurgericht in Thorn. Ein Pferdeknecht hatte sich wegen Körperverlegung zu ver­antworten. Er war zu der Anschauung gekommen, daß die Witwe Borowskt, eine hochbetagte Frau, sein Kind ver­hert" habe, fodaß es erkrankte. Er begab sich in der Ab­sicht, die Frou zur Rede zu stellen, in deren Wohnung, gertet aber alsbald in solche Erregung, daß er mit einem Stock auf die wegen Krankheit bettlägerige Frau ein­schlug und sie derart zurichtete, daß dieselbe an den Folgen der rohen Mißhandlung nach etwa acht Tagen starb. Der Mann gab an, er hätte durch seine Frau erfahren, daß die Witwe Borowski dem Kinde ein verhertes Stück Fleisch gegeben habe; seinem Verlangen, die Verherung" wieder zurückzunehmen, set die Frau nicht nachgekommen und des­halb set er so aufgeregt gewesen, daß er blindlings zuge­schlagen habe. Das Urteil lautete auf sechs Monate Ge­fängnis.

Grundfesten zu beben. Und als dann später sich das Wet­ter beruhigt hat, der gelbe Strand von Kieseln und Mu­scheln glänzend im bläulichen Mondlicht schimmert, kehrt Adrian zurück, glückselig und doch traurig wie sie, in deren schöne Augen er lange geschaut.

Der Sturm braust, das Meer wogt. Ein Schleter von Wellenschaum umhüllt alles. Die Natur scheint in ihren

Warum war sie schwermütig? Warum hatte sie nur zögernd Adrian die Erlaubnis erteilt, sie zu besuchen? Allem Anscheine nach lebte sie, Gräfin Virginia Alexan­drowna Barinoff, als Witwe fret und unabhängig. Ste mußte doch froh sein, daß ein gütiges Geschick sie von einem Spieler, einem Abenteurer befreit hatte, den man ver­sucht gewesen wäre, ohne seine guten Manieren und seinen guten Rod einfach Strolch zu nennen.

Am nächsten Vormittag schlug Adrian den wohlbe­fannten Weg ein. Virginia saß auf der Loggia, unter dem rotgolden schimmernden Weinlaub. Er bemerkte, daß sie sich nur wenig verändert hatte; nur ihre Formen er schienen voller, ihre Bewegungen ruhiger, ihr liebliches Gesicht frauenhaft weicher.

Ein für Meggerkreise interessanter Prozeß ist in Pas­sau entschieden worden. Die dortige Meßgerinnung hat in thren Satzungen bestimmt, daß ein Meister, falls er Fleisch unter dem ortsüblichen Preise öffentlich anbietet, Strafe zu zahlen hat. Auf Grund dieser Bestimmung wurde der Meßgermeister Hausmann, da er billige Fleischtage veran­staltete, von der Junung in eine Geldstrafe von 20 Mark genommen. Der Magistrat als Berufungsinstanz entschied jedoch zugunsten Hausmanns und stellte sich auf den Stand­punkt, daß es nur freudig zu begrüßen set, wenn ein Megger billiges und dabei gutes Fleisch dem Publikum Itefere.

Sie reichte Adrian die weiche Hand, die, wie er be­merkte, keinen Trauring trug, und fragte, wie er heim­gekommen und ob er keine Skizzen verloren.

Ein ungetrener Stadtkassenbeamter. Das Schwurge­richt in Bartenstein( Ostpreußen) verurteilte den Stadtkas­senrendanten Kirstein aus Domnau wegen Diebstahls an der Stadtkasse, Urkundenfälschung und Unterschlagung amt­Itcher Gelder zu vier Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehrverlust. Hilje

Wegen versuchten Giftmordes an ihrem Manne wurde vom Schwurgericht in Trier die Frau eines Bergmanns

Geheimnis, das sie umgab, zu erforschen, ihr zu helfen, denn sie brauchte Schuh und Hilfe. Ihr Auge sagte es ihm, ihren abweisenden Worten zum Trotz. Die heimliche Träne verrtet es ihm, die er an ihrer Wimper funkeln sah. 3um zweiten Male hatten ihn freundliche Sterne zu der geführt, von der er wußte und fühlte, daß sie sein Lebens glüd ausmache. Und jetzt als reifer Mann war er nicht gesonnen, sie sich entreißen zu lassen.

Und wieder saß er mit ihr auf der kleinen Loggia. Das Meer vor sich und sie ihm gegenüber, die ihm uner­gründlicher erschten als das Meer. Die Wärme, Schön­heit und der Duft des Sommers lagen über der Erde. Leise rauschte die See, die Blätter flüsterten in der blauen Luft. " Jeht ist es schön hier," nahm Adrian das Wort, ,, allein im Winter muß es doch Stnuden geben, wo sich Ihnen die große Einsamkeit fühlbar macht."

-

einer der f Er ging in daß die bei

diesem Aug

Diese schlug Autscher, der dem fam 2 ergriffen hi Bet der Ve wurde ein Verfolgten festgenomme nalien.

,, Das Meer ist auch im Winter schön. Wenn der weiße Schnee so ruhig liegt, fein Flügelschlag durch die Welt zu gehen scheint, die starre See keine Welle, der Horizont kein Wölfchen zeigt, dann ist mir's, als stünde ich hoch über der Welt in einer reineren Atmosphäre. Jch atme diese Ruhe, glüdlich. diesen Frieden mit vollen Zügen, und ich bin Nächst Liebe ist Ruhe das Schönste auf Erden." ,, Sie sprechen, als dede Sie der Schnee des Alters, und doch sind Sie frisch und blühend, könnten glüdlich machen glücklich sein. Ein eigentümliches Geschid hat uns zusammengeführt. Darf ich als alter Freund zu Ihnen sprechen, Gräfin? Sagen Sie mir, was Sie drüdt ganzes Lebensglüd hängt von Ihrer Antwort ab. find fret?" pensi Adrian sah sie an und sog mit durstigem Auge all thre Schönheit, die unwiderstehliche Anmut ein, die sie umfloß.

-

Adrian antwortete ihr unter Herzpochen, indes er ver­suchte, in ihrer Seele zu lesen. Denn ein Geheimnis um­gab sie. Das erkannte er in ihrem wehmütig verschlossenen Wesen, in ihrer selbstgewählten Einsamkeit. Und unwill­türlich hastig fam ihm die Frage, ob sie sich nicht sehr ver­Tassen fühle in ihren Jahren, mit ihrer Schönheit wollte er hinzufügen, unterdrückte es aber noch rechtzeitig. ,, Nicht so verlassen, als Sie vielleicht glauben; ich habe meine Musik. Und dann: ich muß so allein leben, muß es und will es." In ihrer stillen, abweisenden Hal tung lag es wie eine Bitte, nicht weiter forschen zu wollen. ,, Sie lieben Musit," sagte sie nach einer Bause und nahm antisj all am Flügel Platz. Aus einzelnen Afforden ging ste bald in das Warum" von Schumann über.

Fester als je hatte Adrian den Entschluß gefaßt. das

( Fortsetzung folgt.)

Große

ben Vieruh von Batte sächsisch- thüri Juni 7000 genannten nommen wi Bergleute i ter. Nach d angekündigt digt werden 30 000 bis 4 Bereitel fängnisschlie berg bei Be chungsgefang merkte er, d ften Stodes es dem Au bewußtlos z fallitation,

Bei dem Fl Hand zurüc rüdgeschnellt Kinderl Cordoba"

in den mit paares Gard Die Nachfor

mit den Aus in Buenos

verstorbenen

über den D und hier vo

Eine d

in der Stad

etwa 150 T sche Kranten gefchlagen m

ist die Kran geschleppt w

liche Milchh

worden. G wirtschaften

geschlossen.

Steht unmitt

man nicht

wurden 35 Vier S

gische Unter

mahl durch

Brown war Schon versam zum Mahle als fie aus reits feit ei

gefühlt, abe

davon geäu

geführt, wo

Blinddarmo

ration, vier

Jugend

Find drei ju

die durch ih

gebung in 1

-

mein

-

Sie

Schüler aus

lebten feitde

merte Küh

was fie nu

trigen Na Tiefen fie i Ein dritter bursche in volver, wu purden ge Burlopett

20