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Deutscher Keichstag.

Der Reichstag hat am Sonnabend den Rest des vierten Buches und dann gleich hinterher auch das fünfte Buch, das von den Beziehungen der Versicherungsträger zueinander und zu anderen Verpflichteten handelt, angenommen. Nach Paragraph 1243, der die Hinterbliebenenversicherung be trifft, erhält Witwenrente die dauernd invalide Witwe nach dem Tode ihres versicherten Mannes. Die Sozialdemokra­ten beantragten, die Witwenrente von der Voraussetzung der Invalidität unabhängig zu machen, die Volkspartei be­schränkte diese Forderung auf die 65 Jahre alten Witwen. Der Abschnitt über das Heilverfahren und vorbeugende Krankenfürsorge veranlaßt Sozialdemokraten und Fret­finnige zu dem Antrage, die Genehmigungspflicht, die den Versicherungsanstalten vorgeschrieben ist, soweit sie Maß­nahmen zur Verhütung vorzeitiger Invalidität treffen, zu streichen. Auch diese Anträge wurden abgelehnt. Zu Pa= ragraph 1341 lag ein Antrag auf namentliche Abstimmung vor. Der Haushaltsplan der Versicherungsangestellten un= terliegt der Kontrolle der Aufsichtsbehörde. Sie beanstandet hn, wenn er die Leistungen der Versicherungsanstalt zur Erfüllung der thr obliegenden gesetzlichen Verpflichtungen gefährdet. Die namentliche Abstimmung über den genann= ten Paragraphen findet, da die Beschlußfähigkeit des Hauses bezweifelt wurde, am Montag statt. Ein Antrag der Volks­partei, die freiwillige Zusatzversicherung auch für den An­spruch auf Altersrente zuzulassen, wurde abgelehnt. Das fünfte Buch wurde darauf noch debattelos erledigt, worauf fich das Haus auf Montag vertagte. Es steht jetzt nur noch das letzte Buch mit den Vorschriften über das Verfahren aus, das man am Montag schnell zu erledigen hofft.

Der Kaiser über den Frieden.

Eine englische Zeitschrift hat soeben einige Aeußerun­gen, teils polttische, teils künstlerische Fragen betreffend, veröffentlicht, die der Kaiser zu einem Künstler getan ha­ben soll, der an der Ausschmückung seiner Jacht beteiligt war. Wir geben das Interessanteste daraus nach einem Telegramm, das der Wiener N. Fr. Pr." zugeht, wieder:

welcher sie überall begrüßt wurden und sind erfreut über die Herzlichkeit, welche ihrer Tochter bei ihrem ersten Be­such in England entgegengebracht worden ist.

Das Kronprinzenpaar hat am Sonnabend abend Pe­tersburg verlassen. Die Reise ging zunächst nach Kalisch, wo der Kronprinz die Parade über das 14. Kleinrussische Dragonerregiment, das seinen Namen trägt, abnehmen wird. Zum Bahnhof begleiteten sie der Kaiser, die Kai­serin Alexandra, die Großfürstinnen, der Hofminister und die höchsten Hofchargen. Nach herzlichem, verwandtschaft­lichen Abschied bestieg das kronprinzliche Paar den Wagen des Sonderzuges.

Besuch des englischen Kronprinzen in Potsdam? Lon­doner Zeitungen fündigen an, daß Kaiser Wilhelm den jungen Prinzen von Wales eingeladen habe, nach Pots­dam zu kommen. Es sind bisher noch keine weiteren Ein­zelheiten mit bezug auf diesen Besuch getroffen worden; aber es heißt, daß er bereits in nächster Zeit stattfinden werde. Der Prinz ist erst 17 Jahre alt und hat bisher noch keinem ausländischen Hof einen Besuch gemacht, da er sich vielmehr ausschließlich seinem Studium widmete. Von den Zeitungen wird daher auf die Bedeutung der Tatsache, daß der erste Besuch des britischen Thronfolgers dem Hause Hohenzollern gelten werde, mit besonderem Nachdruck hin­gewiesen.

An der Spitze der Veröffentlichung steht ein leidenschaft­Itches Friedensbekenntnis des Kaisers: Der Dreißigjährige Krieg", sagte er, hat Deutschland auf dem Wege der Zivilt­sation um hundert Jahre zurückgeworfen. Jetzt sind wir mit euch nahezu auf einem Niveau. Wo wären wir, wenn wir statt des Dreißigjährigen Krieges dreißig Jahre Frie­den gehabt hätten? Solange ich im Rate Europas eine kontrollierende Stimme habe, soll zu meinen Leb= zetten kein Schuß abgefeuert und kein Schwert gezogen werden." Der Kaiser sagte weiter bei der Ent­wicklung seiner Friedensabsichten, daß Europa jetzt durch die internationalen Bande von Finanz und Handel so eng verbunden ist, daß in einem europäischen Krieg der Steger mehr verlieren würde, als er gewinnen könnte. Deutschland habe auf dem Gebiete der angewand­ten Kunst und Wissenschaft solche Fortschritte gemacht, daß weder er, der Kaiser, noch sein Volk die Stellung, die es friedlich, aber sicher durch die Charlottenburger technische Hochschule und ähnliche Einrichtungen gewinne, auf dem Schlachtfelde in Gefahr setzen würden. Andererseits ver­teidigte der Kaiser die militärischen Rüstungen. Deutsch­land als Kontinentalmacht könne sich nur dann seiner fried­lichen Arbeit mit Sicherheit hingeben, wenn es auf allen Seiten von einer Hecke von Bajonetten umgeben sei. Ihr Engländer, die thr das Meer als natürliches Bollwerf be­sitzt, könnt nicht die Gefühle einer kontinentalen Macht verstehen, welche diese veranlassent, sich aufs Schwert zu stützen."

Der englische Künstler gewann aus den mehrtägigen Unterredungen mit dem Kaiser den Eindruck, daß des Kat­fers größte Sympathie der arbeitenden Mit­telklasse seines Landes gehört. Die grundbesitzende und militärische Aristokratie ist ein Mechanismus, den er zwar geerbt hat, aber nur zum allgemeinen Besten benüßen will. Aber er glaubt nicht, daß die Massen sich selbst regieren können. Er ist ein Schüler von Thomas Carlyle, dessen Studie über Friedrich den Großen ihm et­nes der größten Bildungselemente gewesen ist. Er will durch seine Autorität den gedankenlosen Teil der Menschen rascher vorwärts treiben, und zwar in der Richtung, die er selbst bestimmt.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Der Entwurf eines Herbstdiätengesetzes für die Mit­glieder des Reichstages wird dem Reichstage in der näch­sten Woche zugehen. Der Entwurf regelt die Diätenzah­lung für die außerordentliche Herbsttagung des Reichstages und hebt die Bestimmung des geltenden Diätengesezes für diese Herbsttagung auf. Wie verlautet, soll die Höhe der Diäten 1500 Mark betragen, von denen 1000 Mark am Schlusse der Herbsttagung gezahlt werden. Für den neu zu wählenden Reichstag, der voraussichtlich im Februar näch­sten Jahres zusammentreten wird, treten die alten Bé­stimmungen des Diätengesetzes wieder in Kraft.

Der Gesezentwurf zur Versicherung der Privatange­stellten soll, wie im Reichstage mitgeteilt worden ist, in den allernächsten Tagen dem Reichstage vorgelegt werden, nachdem der Bundesrat bereits vor längerer Zeit über die Formulierung der Vorlage Beschluß gefaßt hat. An dem ursprünglichen Entwurf soll nur der Abschnitt über die zukünftige Einfügung der privaten Versicherungskassen in den Rahmen des allgemeinen Gesetzes einer durchgreifen­den Umgestaltung unterzogen sein. Diese Kasseneinrich­tungen sind in der neuen Bearbeitung der Vorlage mit Befugnissen ausgestattet worden, durch die sie der Reichs­versicherung gleichgestellt werden; sie können diese ersetzen, während sie früher nur als Zusatzfassen gelten sollten.

Die Abreise des Kaiserpaares von London erfolgte am Sonnabend. Kaiser Wilhelm, Kaiserin Auguste Viktoria und Prinzessin Viktoria Luise fuhren zunächst nach Port Victoria. Dort gingen sie an Bord der Hohenzollern", die am Sonntag nach Deutschland in See ging. Die Lan­dung erfolgte in Vlissingen. Von dort aus begab sich das Kaiserpaar mit der Prinzessin nach Cöln zur Einweihung der neuen Hohenzollernbrücke. Der Kaiser ist von dem Aufenthalt in England sehr befriedigt. Sowohl er als die Kaiserin stehen unter dem Eindruck der Wärme, mit

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3wei Kirschen an einem Stengel.

Roman von A. von Liliencron. Nachdruck verboten.)

Kleine Nachrichten.

Bäderfrequenz. Baden( Schwetz) 4972, Badenweller 1086, Brückenau 124, Bad Elster 1538, Friedrichroda 659, Ems 1585, Karlsbad 9274, Kissingen 4375, Königstein 2245. Marienbad 1809, Nauheim 6591, Neuenahr 2655, Orb 489, Pyrmont 1765, Salzulfen 912, Salzungen 443, Sooden- Werra 541, Schreiberhau 3790, Teplit- Schönau 996, Wildbad 1853. Die altrenommierte Düsseldorfer Holzfirma Friedr. Wilh. Hüllstrung ist infolge verfehlter Grundstücksgeschäfte mit 2 Millionen Passiva insolvent. Beteiligte Düsseldorfer Banken sind gedeckt. Die Buchgläubiger werden im Kon­fursfalle leer ausgehen.

Ueber die steigenden Güterpreise in der Provinz Bosen werden folgende Angaben Aufschluß geben, die auf einer amtlichen Denkschrift beruhen. 1905 zahlte die Ansiedlungs­fommission das 124fache des Grundsteuerreinertrages für angekaufte Güter aus polnischer Hand, 1906 das 142fache. Im Jahre 1908 ging der Preis auf das 115fache zurück, um im Jahre 1909 auf das 131face, 1910 auf das 151fache zu steigen. Wie sehr diese Steigerung andauert, zeigt der neueste Ankauf des Gutes Gorzewo tm Kreise Wongrowiz, der in diesem Monat bewirkt wurde. Für die Ländereien hat die Ansiedelungskommission das 196fache des Grund­Steuerreinertrages anlegen müssen.

Jemersch, wie die zwei fortsause!" Das is so a Feiner aus de Stadt, der versteht's Walzen!" Ich hätts nimmer glaubt, daß die Kathi es so fertig friegen tät! Es sieht rein aus, als ob sie mit dem Städt'schen davon­fliege wullt!"

Das Paar war just wieder an seinem Platz angelangt, als es die Worte hörte. Unwillkürlich sahen sie einander an, und Kathis lustiges Kichern riß sofort den Better mit, der sich schütteln wollte vor Lachen.

Der Kornblumentag zugunsten der Veteranen ergab in Mannheim 38 000 M. In Heidelberg und Freiburg kamen über 16 000, in Pforzheim 15 000 M, in Hannover 75 000 M zusammen.

Schwere Gasexplosion in einem Krankenhause. In der Gemeinde Eickel( Westf.) erfolgte im evangelischen Kran­fenhause eine schwere Gasexplosion. Eine Krankenschwester wurde getötet, eine zweite ist durch Brandwunden lebens­gefährlich verletzt.

Infolge Explosion eines Gasrohrs stürzte Sonntag vormittag ein Hochofen der Firma de Wendel in Joeuf bei Nancy ein. Sechs Arbetter wurden getötet und zwanzig schwer verletzt.

Deutsches Blut für Frankreichs Ehre. Unter den bei den letzten Kämpfen in Marokko gefallenen Fremden­legionären befinden sich folgende Deutsche: Burkart- Türk­heim- Elsaß, Hollvans- Bremen, Klaud- Rottbus, Beckert­Oggersheim, Vallenes- Forbach, Trefs- Oldenfingen, Schoß­macher- Assen, Jansen- Metz, Meißner- Dresden; ferner ein Däne namens Petersen. Von den Verwundeten stammen gleichfalls drei aus Deutschland.

Tanz auf Tanz folgte Julius wich nicht von ihrer Seite, und Ruland ließ sich nicht blicken. Nicht bei ihr, aber im Saale war er doch, das hatte ihr rascher Blick fest­gestellt. In der anderen Ecke stand er mit der Rose­marie und schien sich angelegentlich mit ihr zu unterhalten. Biel, sehr viel tanzte er auch mit diesem schwarzbraunen Mädchen, das stellte die Blonde genau fest, und mit heim­lichem Aerger begründete sie das mit dem: ste hupft ja wie a Bachstelze und ist wie a Feder."

Ein Familiendrama hat sich am Sonntag früh in Ber­lin abgespielt. Der in der Akazienstraße in Schöneberg wohnende Kaufmann Schröder versuchte seine Frau und sich selbst durch Erschießen zu töten. Beide wurden schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Neue schwere Unwetterschäden werden aus Nord- und Westtirol berichtet. Infolge andauernder Regengüsse sind alle Flüsse hoch angeschwollen und teilweise aus den Ufern getreten. Viele Brücken wurden weggerissen und viele Straßen überflutet. Das regnerische Wetter dauert an.

Ueber die Lage in Marotto werden aus Paris wieder sehr schlechte Nachrichten verbreitet. Die Aufständischen machen den französischen Kolonnen große Schwierigkeiten; diese haben bereits erhebliche Verluste erlitten. Die fran­zösische Regierung beschleunigt die Absendung von Ver­stärkungen. In Spanien wächst die Erregung über die Marokkopolitik Frankreichs.

Wohlan, machte es der Hans heute so, dann wollte Sie sich auch feinen 3wang antun und hübsch lustig sein mit dem freundlichen Vetter. Teils aus Trok gegen Hans, teils in Wohlgefallen an dem Plaudern und Tanzen des angestaunten Stadtherrn ließ sie sich mehr und mehr von diesem umgarnen, und als er Mutter und Tochter nach Schluß des Festes nach Hause geleitete, hatte er bei beiden mit Nachhülfe von Frau Rosa die Zusage abgeschmeichelt, daß Kathi auf vierzehn Tage zu Besuch nach der Stadt tommen solle, und daß sie das Mädchen gleich mitnehmen wollter

IV.

Ein französischer Ingenieur von einem Albanesen er= schoffen. In Monastir wurde ein französischer Ingenieur von einem Albanesen, der angeblich auf einen türkischen Offizier zielte, versehentlich erschossen. Bei der Verfolgung des Albanesen wurden aus vielen Häusern Schüsse abge= geben, wobei ein Offizier und ein Türke verwundet wur= den. In Monastir herrscht über den Vorfall große Auf­regung.

Ein japanischer Wint für Rußland. Laut Meldung eines Blattes hat der japanische Ministerpräsident Kat­sura erklärt, Japan müsse dessen eingedenk sein, daß die Mandschurei China gehöre und das Prinzip der offenen Tür durch Verträge gesichert sei. Das Blatt rät Rußland, nicht die Mandschurei, sondern die Mongolei zu schützen.

Die Glaskutsche war bestellt, und Kathi konnte sich dem ungewöhnlichen Vergnügen hingeben, in diesem stol­

Maderos Zukunftspläne. Ein Telegramm aus Jua­rez in Merito meldet, daß Madero, der Führer der merika­nischen Rebellen, auf dem Schlachtfelde von dem Heere Abschied nahm und dabei erklärte, er gehe nach der Stadt Mexiko, um die Verwaltung zu modernisieren und ein neues Mexiko aufzubauen.

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Vermischtes.

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des Schiffes nommen. Reine Prinz Seinri Frankfurter fallah zu erkl Geheimrat H feien. Es fei Einvernehmer wie sie bei d ten, in feiner Der gro Sonntag früh

Große Unterschlagungen eines Bahnassistenten. Auf dem Görlitzer Bahnhof in Berlin ist die Eisenbahndirektion großen Unterschlagungen auf die Spur gekommen, die von einem Assistenten und einer Assistentin ausgeführt worden find. Die Assistentin ist, seitdem sie zur Rede gestellt wurde, spurlos verschwunden. Als der Assistent, der gleichfalls mit thr verschwunden war, am Sonntag Frau und Kinder be suchen wollte, wurde er verhaftet. Er gab die Verfehlungen zu, bestreitet aber, mit der Kollegin im Einverständnis gehandelt zu haben. Die veruntreute Summe soll 16.000 Mark betragen.

zen Gefährte nicht nur durch Hennigbach zu fahren, sondern auch durch zwei Nachbardörfer bis zu ihrem Bestimmungs­orte Reichenbach. Nicht so harmlos froh wie das erste Mal saß sie heute in der Glaskutsche, sie war was sie sonst nicht kannte müde vom gestrigen Feste, wenigstens bil­dete sie sich ein, es zu sein; im Greunde genommen war es nur der Stachel, der ihr im Herzen saß, weil sie sich mit ihrem Hans verknurrt hatte.

Der Flieger zwischen dem Publikum. Ueber ein ähn­liches Unglück wie auf dem Flugplatz von Issy wird aus Nürnberg gemeldet: Als der Ingenieur Schwandt Sonntag abend nach einigen wohlgelungenen Flügen in die Zelt­halle zurückkehren wollte, durchbrach das nach Tausenden zählende Publikum die Schranken. Dabet wurde die Schlof­serfrau Weiß vom Propeller derart am Kopfe getroffen, daß sie einen schweren Schädelbruch erlitt. Ihr Zustand ist hoffnungslos. Zwet andere Personen wurden gleichfalls nicht unbedenklich verletzt.

In Reichenbach war Konzert, nachher im Saal auf der kleinen Bühne allerhand komische Vorträge. Der Vet­ter ließ etwas draufgehen und bestellte ein nobles Abend­brot, auch Wein ließ er bringen, man mußte doch anstoßen auf Kathis ersten Besuch in der Stadt.

Ihr schwirrte der Kopf von allem Feiern und allem Neuen, was sie gesehen und gehört hatte. Der Mutter ging es nicht anders, sie sehnte sich nach ihrem stillen Häuschen, und da auch Frau Rosa die dörfliche Freude zur Genüge gekostet hatte, so wurde die Glaskutsche bei­zeiten bestellt.

Ueber das Befinden des Papstes wird dem ,, B. L.-A." aus Rom gemeldet: Das förperliche Befinden des Papstes gibt zu Besorgnissen keinen Anlaß. Der jüngste kleine Gichtanfall ist vorübergegangen, ohne daß der Papst seine gewohnte Beschäftigung aufgegeben oder auch nur einge. schränkt hätte. Nur die Massenempfänge wurden abgesagt. meil sich der Papst wegen der Schmerzen im Fuß nicht viel bewegen konnte, wurden aber am Montag wieder aufge nommen. Was seine Umgebung in Besorgnis erhält, ist mehr sein psychisches Befinden; oft beschleicht ihn eine große Melancholie. Unter diesem Zustand leidet er mehr als unter der Gicht. Der Leibarzt Petacci meint, der hei­lige Vater müßte sich mehr schonen und mehr Bewegung machen, aber leider wolle er alle Dinge, auch die kleinsten, selbst erledigen. Sein Schreibtisch trage jeden Morgen ei­nen Berg von Dokumenten, den er bis zum Abend durch­arbeite. Seine Umgebung läge ihm in den Ohren, in den vatikanischen Gärten oder Galerien Spaziergänge zu machen, aber er sei taub gegen alle ihre Bitten. Die Spa­ziergänge habe er seit Oktober aufgegeben und benutze in frischer Luft nur noch die Equipage. Eine solche Lebens­weise lindere natürlich die Gicht nicht, die ihn drei Jahre lang nicht geplagt hat und nun wieder aufgetreten ist. Verhaftung eines Schiffsattentäters. Um die 300 M betragende Versicherungssumme für seine Effekten zu ers halten, hat der siebzehnjährige Leichtmatrose Haupt zwei mal versucht, die Salpeterladung des Hamburger Segel

Wi wulln heimwärts über Spreewit fahre, da künnt Ihr halt wieder was Neues sehe," schlug Kathi vor.

Die Tante gähnte. Es ist ein Dorf wie das andere! Außerdem ist ja bald nachtschlafende Zeit."

,, Aberst der Mond geiht glix uf, und weiter is ok nit," beharrte das Mädchen.

So fahren wir über Spreewig," stimmte der Vetter ihr bei, und so geschah's auch. Er ahnte freilich nicht, warum sie den Weg vorzog.

Hans Ruland wohnte in Spreewitz, und Kathis Ge­danken waren doch so manches Mal zurückgeflogen zu dem lieben, vertrauten Jugendgefährten. War er zur Kir­mesfeier in Hennigbach auch ohne ste? War er daheim­geblieben oder etwa beim Peter und der Rosemarie? Sie brannte darauf, es zu wissen, und hoffte, da sie nun sowohl durch die Dorfstraße von Spreewitz fahren mußten wie an der Festwiese vorbei, daß ste den Hans doch noch zu Gesichte bekommen würde

Der Mond schien hell und beleuchtete scharf den Weg, so konnte sie genau Umschau halten, als sie durch Spree­with fuhren. Ihre Augen sollten nicht vergebens ausge­späht haben; denn als sie in Spreewig an einem der gro­ßen Bauerngehöfte vorbeikamen, sah sie vor diesem einige funge Burschen und Mädchen stehen. Sie preßte ihr Ge­sicht dicht an die Wagenscheibe, denn der um einen halben Kopf die andern überragte, konnte nur der Hans sein.

Jett fuhren sie hart an der Gruppe vorbei, und jetzt wußte sie, daß sie sich nicht getäuscht hatte. Es war wirk lich Hans, aber er hatte keinen Blick für den Wagen, er sah nur auf das schwarzbraune Mädchen an seiner Seite, die Rosemarie, der er die Hand schüttelte, und die ihn an­lachte.

,,' s ist zum Erstide heiß hier drinne," plakte Kathi heraus und ließ mit einem Rucke die Wagenscheibe her­unter.

Freiburg beg Sirt, Laemm ben Leutnant mitnahm und Frau mitnah Graf Zeppeli fter traf auf

Das gab ein lautes Klirren, und ein paar der jungen Burschen drehten sich um, nur der nicht, dem sie hätte zu­rufen mögen: Sieh mich nur wieder fründlich an und kümmere Dich nit um de andere, wir sind ja doch zwei Kirschen an oinem Stengel."

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Da lehnte die Kathi sich tief in die Wagenecke zurück. Sie wollte nichts, gar nichts mehr sehen, darum schloß sie die Augen und suchte den Tränen zu wehren, die sich vor: drängen wollten und an ihren Wimpern hingen.

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Am andern Tage sollte es am Nachmittage fortgehen, vorher so hatte die Mutter vorgeschlagen wollte sie den Verwandten noch den Steinbruch zeigen, wo heute wieder gearbeitet wurde. So etwas hatten die Städter noch nicht geshen, und Frau Amrum war ganz stolz, daß Hennigbach etwas besaß, was die Großstadt nicht aufweisen fonnte.

( Fortsetzung folgt

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