Einzelbild herunterladen

hloffer

8. Bl.

1.

( 2: 1)

elt werden kann.

Street, London

piel

erleihen

66

elb- rote

Stadt Gießen Tochter, Wilhe auer eine To

Christian O rl Wilhelm. Grunewald

ig eine Tochte Stahl ein Gob

Amtsgericht

in Königslutte mit Margar

1 Neuß, mit

Sießen.

nichreiner i. in Gießen. mit Marga fmann, Muf , beide in Fri ner in Alten­Gießen.

Badmeister in G Frankfurt a

1 Gießen, mi Kreis Gießen Seiter in Wel Weigel in Gief

r Eisenbahn­

Schiffnie in Gif

Jahre alt.

36 Jahre all

1 Jahre alt.

r alt.

Barmbrodt, 85. 48 Jahre all

8 Jahre alt.

re alt.

ant, 57 Jahre

ten.

Gießen,

mn 25. Mai

e.

rche.

Schian.

stapelle

offer.

beide in Gießen

Gießener Beitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 pig. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Nedaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 120.

-

-

Telephon: Nr. 362.

Der Kaiser über den Frieden.

Der Kaiser ist bei seinem Besuche in England fort­gesetzt der Gegenstand lebhaftester Aufmerksamkeit des Publikums sowohl wie der Presse gewesen, die täglich nicht nur spaltenlange Artikel über den Aufenthalt des Kaisers in London brachte, sondern auch mehr oder min­der zutreffende anekdotische Mitteilungen. Aus dieser Mischung von Dichtung und Wahrheit, verdienen Mit­teilungen hervorgehoben zu werden, die die Wochen schrift Everybodys Weekly" macht, weil sie nicht unin­teressante Aeußerungen wiedergibt, die der Kaiser über politische Fragen gemacht hat oder wenigstens ge= macht haben soll. Es handelt sich um Gespräche, die der Kaiser angeblich mit einem englischen Künstler der Name wird nicht genannt geführt haben soll. Ein Telegramm der N. Fr. Pr." teilt über diese Ver­öffentlichung u. a. mit:

-

An der Spitze der Veröffentlichung steht ein leiden­schaftliches Friedensbekenntnis des Kaisers: Der dreißig jährige Krieg", sagte er, hat Deutschland auf dem Wege der Zivilisation um hundert Jahre zurückgeworfen. Jetzt sind wir mit Euch nahezu auf einem Niveau. Wo wä­ren wir, wenn wir statt des dreißigjährigen Krieges 30 Jahre Frieder gehabt hätten? So lange ich im Rate Europas eine kontrollierende Stimme habe, soll 3 11 meinen Lebzeiten fein Schuß abgefeu­ert und kein Schwert gezogen werden." Der Kaiser sagte, daß Europa jetzt durch die internatio­nalen Bande von Finanz und Handel so eng verbun­den ist, daß in einem europäischen Krieg der Sieger mehr verlieren würde als er gewinnen könnte. Deutsch­land habe auf dem Gebiete der angewandten Kunst sol­the Fortschritte gemacht, daß weder er, der Kaiser, noch sein Volk, die Position, die es friedlich, aber sicher durch die Charlottenburger technische Hochschule und ähnliche Institutionen gewinne, auf dem Schlachtfelde in Gefahr setzen würden. Andererseits verteidigte der Kaiser die militärischen Rüstungen. Deutschland als Kontinental­macht könne sich nur dann seiner friedlichen Arbeit mit Sicherheit hingeben, wenn es auf allen Seiten von einer Hecke von Bajonetten umgeben sei. Ihr Engländer, die ihr das Meer als natürliches Bollwerk besitzt, könnt nicht die Gefühle einer kontinentalen Macht verstehen, welche diese veranlassen, sich aufs Schwert zu stützen."

Der englische Künstler gewann aus den mehrtägigen Unterredungen mit dem Kaiser den Eindruck, daß des Kaisers größte Sympathie der arbeitenden Mittelklasse seines Landes gehört. Die grundbesitzende und militä­rische Aristokratie ist ein Mechanismus, den er zwar ge­erbt hat, aber nur zum allgemeinen Besten benützen will. Aber er glaubt nicht, daß die Massen sich selbst regieren können. Er ist ein Schüler von Thomas Car­lyle, dessen Studie über Friedrich den Großen eines der größten Bildungselemente für den deutschen Kaiser ge­wesen ist. Er will durch seine Autorität den langsa­men, gedankenlosen Teil der Menschheit rascher vorwärts treiben, und zwar in der Richtung, die er selbst bestimmt. Er hat den Ausdruck vom big stick"( großen Stock) von Theodore Roosevelt gebraucht.

Es läßt sich, wie gesagt, nicht kontrollieren, ob und in wieweit diese Mitteilungen den Tatsachen entsprechen jedenfalls liegt das Gespräch schon längere Zeit zu rück, da es mit einem Künstler geführt sein soll, der nach den Angaben der englischen Zeitschrift bei der Ausschmückung der kaiserlichen Nacht tätig war". Die Stellung des Kaisers zu den darin angeschnittenen Fra­gen ist aber bekannt und deckt sich mit der aus obigen Darlegungen erkenntlichen. Die Mitteilungen des Eve­rybody Weekly" bedeuten also keine Enthüllungen, wohl aber eine starke Unterstreichung der Lebensanschau­ungen des Kaisers, die also sehr wohl zutreffend sein können.

*

Reichstagswahlvorbereitungen.

Frankfurt a. M., 23. Mai. In der gestern stattgefundenen nationalliberalen Volks- Ver­sammlung im Kaufmännischen Verein sprach man sich dahin aus, daß in den kommenden Reichstagswahlen unter allen Umständen die Front nach rechts, nicht nach links gerichtet werden müsse; das gebiete mit Naturnotwendigkeit die Forderung der gegenwärtigen politischen Lage.

* Worms, 22. Mai. Gutsbesitzer Becker- Bart­mannshagen wurde in einer Versammlung der Ver=

I

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberheffens

Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Dienstag, den 23. Mai 1911.

trauensmänner der Fortschrittlichen Volkspartei Worms einstimmig zum Reichstagskandidaten aufgestellt.

Hus Stadt und Cand.

Gießen, den 23. Mai.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S.

Teiephon: Nr. 362.

Jahrg 23.

| herzlichen Begrüßungsansprache von Pfarrer Wagner­Beuern sämtliche anwesende Vereine Proben ihres Ein­zelfönnens ablegien, womit sie den Beifall der Zuhörer fanden. Hier überbrachte auch Kirchenrat D. Schlosser­Gießen dem Jubelverein die Glückwünsche des Vor= standes des Evangelischen Kirchengesangvereins für Hes­sen und des Prälaten D. Flöring- Darmstadt, beider Glückwunschschreiben verlesend, dann die des Gießener

Ein starker Temperaturst ur 3 ist seit einigen Tagen eingetreten. Das Thermometer sant stel- Kirchengesangvereins, des ältesten im Dekanat. Im wei­lenweise in der Nacht unter Null. Hoffentlich hat dieser Witterungsumschlag in den Gärten keinen erheblichen Schaden angerichtet.

*

3u Oberlehrern ernannt wurden die Lehr­amtsassessoren Aloys Appelmann an dem Wolfgang­Ernst- Gymnasium zu Büdingen und Dr. P. Ehr­hard an der höheren Bürgerschule zu Grünberg.

*

Die Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen beabsichtigt an­fangs Juli eine Studienreise für hessische Landwirte nach Hannover und Oldenburg zu veranstalten. Die Reisezeit ist auf 6 Tage festgesetzt. Es sollen in Hanno ver hervorragende Ackerbau- und Saatzuchtwirtschaften, ferner kleinbäuerliche Wirtschaften mit Elektrizitätsbetrieb und Schweinezuchtbetrieb besichtigt werden. In Olden­burg soll den Moorkolonien ein kurzer Besuch abgestat­tet werden, ferner Betriebe mit Schweinezucht, Rind­viehzucht und Pferdezucht angesehen werden.

*

Besteuerung der Eisenbahner in Hessen. Zum Einkommen in Hessen werden neuer­dings bei der Veranlagung der Eisenbahnbeamten der verschiedenen Dienstgrade auch etwaige Reise- und Ta­gegelder gerechnet, wodurch sich die von den Beamten zu zahlende Einkommensteuer vielfach erheblich erhöht. Da die Eisenbahnverwaltung die Reisekosten nur Ersatz für bare Auslagen ansieht, steht die Ansicht des hessischen Steuerfiskus im Gegensatze zu der der Eisen­bahnverwaltung.

als

* Neue Westerwaldbahnen. Die seit Jahren durch die Eisenbahndirektion Frankfurt einge­leitete wirtschaftliche Erschließung des Westerwaldes durch Nebenbahnen wird noch weiter fortgesetzt. Wie verlautet, hat der Eisenbahnminister soeben die Geneh­migung zu Vorarbeiten für zwei neue Westerwaldstrek­ten erteilt. Die erste Linie zweigt bei Haiger von der Strecke Gießen- Betzdorf ab und führt über Breitscheid nach Gusternhain dabei Langenaubach berührend. Die zweite Linie zweigt von der Strecke Gießen- Koblenz bei Stockhausen a. d. L. ab und führt über eine Reihe von Ortschaften nach Beilstein. Für später ist dann eine Verbindung der beiden Endstationen der Bahnen durch eine dritte Strecke Beilstein- Driedorf- Gusternhain in Aus­sicht genommen, sodaß dann eine neue fast genau von Süden nach Norden führende Westerwaldbahn besteht, welche die beiden so verkehrsreichen Hauptstrecken Gie­Ben- Betzdorf und Gießen- Koblenz verbindet.

-m- Beuern, 21. Mai. Heute nachmittag feierte, vom herrlichsten Frühlingswetter begünstigt, unser Kir­chengesangverein das Fest seines 25jährigen Bestehens, womit zugleich auch das erste Kirchengesangvereinsfest des Dekanats Gießen verbunden war. Das ganze Dorf prangte in stattlichem Schmuck, und als um 3 Uhr die Glocken zum Festgottesdienste riefen, konnte unsere schön geschmückte, geräumige Kirche die Festbesucher gar nicht alle fassen, und viele mußten wieder umkehren. Auch aus den umliegenden Gemeinden waren viele Festgäste her­beigekommen. Die gottesdienstliche Feier sollte das Lob Gottes aus den Werken der Schöpfung zum Ausdruck bringen, was auch in den gewählten Liedern, Schrift­verlesung und Gebet einheitlich durchgeführt wurde. Die Chöre waren teils Einzelchöre der Vereine von Gie­ßen und hier, teils Massenchöre der sämtlichen Vereine des Dekanats; anwesend waren die Vereine von Beu­ern, Annerod, Burkhardsfelden, Gießen, Großen- Lin­den, Klein- Linden, Langgöns, Leihgestern und Treis a. Lda. Die Massenchöre wurden dirigiert vom Musik­direktor Prof. Trautmann- Gießen und leisteten geradezu Meisterhaftes, ein Zeichen für die gute Schulung der einzelnen Vereine. Zum Vortrage kamen nach einem prachtvollen Orgelvorspiel aus Händels Messias", ge­spielt von Lehrer Görlach- Gießen, die Chöre Lobe den Herrn, o meine Seele", Geh' aus mein Herz und suche Freud'", Komm heil'ger Geist umhülle mich" u. mehr. Außerdem trug der Schülerchor von hier zwei reizend gesungene Lieder vor. Die packende Festpredigt hielt Pfarrer Schulte- Großen- Linden über Psalm 103, V. 1 und 2. Nach der gottesdienstlichen Feier fand eine gleichfalls gutbesuchte Nachversammlung in der Som­merladschen Gartenwirtschaft statt, bei welcher nach einer

a.

teren Verlauf des Festes verlas Pfarrer Wagner- Beuern das Glückwunschschreiben des Gründers des Vereins, des Pfarrers Vogel- Seeheim, der leider am Erscheinen perhindert war. Später überreichte er im Namen des hiesigen Vereins den beiden Vereinsmitgliedern, die dem Verein seit seiner Gründung angehören, Friedrich Ar­nold und Heinrich Schneider je ein Ehrendiplom und ein von Anfang an geleitet hat, ein gerahmtes Bild: dem verdienten Dirigenten, Lehrer Musch, der den Ver­ Der geigende Eremit" von Böcklin. Gegen Uhr fand die schöne Feier nach einigen Dankesworten des hie­ſigen Pfarrers ihr Ende. Möge das in allen seinen Teilen wohlgelungene Fest dazu beitragen, daß die schöne Sache der Kirchengesangvereine im Dekanat Gie­ßen weitere Fortschritte mache, und bald keine Gemeinde ohne einen solchen Verein sein.

- Friedberg, 22. Mai. Der zweite hess. Kolonnentag des Verbandes der hess. freiw. Sa­nitätskolonnen vom Roten Kreuz fand hier am Sonn­tag statt. Sämtliche Hessische Kolonnen waren mit der stattlichen Zahl von zirka 1000 Mann mit Führern, Aerzten 2c. erschienen. Die Verhandlungen wurden von dem Vorsitzenden des Hess. Landesvereins vom Roten Kreuz, Exz. Korwan, durch eine Begrüßungsansprache eingeleitet, worauf der Inspektor Generalarzt Dr. Lin­demann- Darmstadt einen interessanten Bericht über den gleichem Interesse wurden die Mitteilungen des Kolon­Stand der hess. freiw. Sanitätskolonnen erstattete. Mit nenführers Oberleutnant Lotheisen- Darmstadt über das Versorgungs- und Versicherungswesen der Hess. Kolonne Alzen bestimmt worden. Nachmittags fand eine Uebung entgegengenommen. Als Ort der nächsten Tagung ist der Kolonne Friedberg unter Beteiligung der Kolonnen Butzbach, Gießen und Babenhausen statt, an die sich eine kritische Besprechung durch Generalarzt Dr. Linde­mann anschloß. Es folgte dann ein Vorbeimarsch sämt­licher Kolonnen vor dem Vorsitzenden und abends ver­einigte man sich noch zu einer kameradschaftlichen Un­terhaltung im Saalbau.

Friedberg, 22. Mai. Die Ehefrau Born­träger aus Schwalheim kam auf der Straße nach Fried­berg mit der Frau des Weißbinders Wagner aus dem­selben Ort in Streit und schlug derart heftig auf die Frau Wagner ein, daß diese bald darauf in Wirtschaft, wohin sie sich geflüchtet hatte, tot zusammen­brach. Man vermutet, daß die Bornträger einen Stein zum Schlagen benutzte. Die Getötete war Mutter von 6 Kindern.

einer

*) Alsfeld, 22. Mai. Der bei dem hiesigen Amtsgericht beschäftigte Aktuar Karl Plock wurde in gleicher Eigenschaft nach Mainz versetzt.

Marburg, 23. Mai. Der frühere vortragende Rat im Kultusministerium, Universitätskurator Wirkl. Geheimer Obermedizinalrat Prof. Dr. A. Schmidt­mann, ist gestern im Alter von 60 Jahren an Herz­schwäche gestorben.

-r= Main 3, 22. Mai. Die Jahresversammlung des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung" begann. Samstag abend mit einem Vortrag von Pfarrer Kü­ster- Höchst über Volksbildung und Jugendpflege". Red­ner wandte sich u. a. gegen einseitige Körper- oder Gei­stesausbildung und betonte, daß die beste Jugendpflege auf kirchlich und politisch neutralem Boden gedeihe. Das große Ziel sei die Ausbildung der Persönlichkeit. Am Sonntag vormittag wurden die Verhandlungen fort­gesetzt. Im Mittelpunkt derselben stand die Aufnahme fonfessioneller Vereine. Ueber die Neuorganisation des Verbandstheaters durch völlige Uebernahme in eigene Regie des Verbandes sprachen Dr. Ernst Cahn und Direktor Hauser- Frankfurt. Die Tagung schloß mit einer Rheinfahrt.

Literarisches.

Kurhessische Gewerbepolitik von Dr. C. Brauns, Preis Mt. 3.-, Verlag von Duncker u. Humblot, Leipzig. Das vorliegende Werk ist beson­ders dadurch wertvoll, daß es fast ausschließlich auf archivalischen Studien beruht. Wer sich eingehend über die Kurhessische Gewerbepolitik" unterrichten will, dem wird das Buch ein zuverlässiger Führer sein.