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Das deutsch- ruffifdhe Abkommen uuterzeichnet.

Marokko ohne Einfluß auf die Beziehungen der beiden Oftinächte.

Das deutsch- ruffische Abkommen über Persien ist am Sonnabend in Petersburg von dem deutschen Bot­schafter und dem Stellvertreter des russischen Ministers bes Auswärtigen unterzeichnet worden. Was den In­balt des Abkommens betrifft, so beseitigt es den Biderstreit der Interessen Deutschlands und Rußlands In der Bagdabbahnfrage. Zur Sicherung des Anschlusses ber Bagdadbahn an das fünftige Eisenbahn­net Nordperfiens find eingehende Bestimmungen ge troffen. Damit ist dem deutschen Handel ein wertvoller Bugang in das nördliche Perfien gewährleistet. Gleich in feiner Einleitung spricht das Abkommen den Grundsatz aus, daß der Handel aller Nationen in Per fien gleichberechtigt ist. Die Bewegungsfreiheit des deutschen Handels auf persischem Boden hat hierdurch etne neue vertragsmäßige Feststellung erhalten. Das Abkommen ist eine Folge der günstigen Wendung, die burch die Zusammenkunft der Kaiser Wilhelm und Ni tolaus in Potsdam in dem politischen Verhältnis zwischen Deutschland und Rußland herbeigeführt wurde, Damals beseitigte man, nach beiderseitigem Wunsch, die Entfremdung, die zeitweilig während der bosnischen Strifis eingetreten war, und fehrte zu der überlieferten Bolitit gutnachbarlicher Beziehungen zurück. Die Un­terzeichnung des Abkommens im gegenwärtigen Zeit­punft beweist, daß unsere Beziehungen zu Rußland burch die maroffanischen Schwierigkeiten nicht berührt worden sind. Der Forderung mehrerer französischer Blätter, Rußland dürfe während der Marottoverhand­Iungen teine freundliche Uebereinkunft mit Deutschland vollziehen, hat man sich in Petersburg nicht gefügt, denn die Gesinnungen der maßgebenden Personen in Ruß­land wie in Deutschland sind seit der Potsdamer Be gegnung unverändert geblieben.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Reichskanzler v. Bethmann Hollweg kehrte Freitag abend direkt von Wilhelmshöhe nach Berlin zurück. Staatssekretär von Riderlen- Wächter begibt sich einige Tage nach Süddeutschland zum Besuch des erkrankten früheren Unterstaatssekretärs Stemrich- Badenweller und zur Erledigung einiger Privatangelegenheiten. Demnach scheint unsere Regierung in Ruhe die Rück­Tehr Gambons aus Paris abzuwarten.

besondere Instruktionen u. a. auch über die Gefahren des unbewußten Verrats militärischer Geheimnisse, durch Gespräche an öffentlichen Orten, vornehmlich in Wirtshäusern, abgehalten werden. Von einer süddeut­schen höheren Dienststelle ist sogar eine besondere Aus­arbeitung über dies Thema in Umlauf gesetzt worden mit der Weisung, die Mannschaftsunterrichtsbücher in solchem Sinne zu ergänzen.

Ein Stillstand in den Marokkoverhandlungen. Botschafter Cambon ist am Sonntag nach Parts persönlich über abgereift, um seiner Regierung

Futtermittelnot und Staatshilfe. Dem Runderlaß des preußischen Landwirtschaftsministers über Futter­ernte und Viehhaltung scheint die Hilfsaktion auf dem Fuße folgen zu sollen: Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat für den Gesamtbereich der preußisch- hessi= schen Staatsbahnen während der Zeit vom 22. August 1911 bis 30. Juni 1912 eine Ermäßigung der Eisen­bahnfrachtsäge für Futtermittel um 50% ein­treten lassen.

Ein französischer Ministerrat ist, wie Pariser Blät­ter melden, auf Donnerstag oder Freitag zusammen­berufen. Es werden daran alle Minister, auch die zur­zeit in den Bädern befindlichen, unter dem Vorsitz Fal­Iteres teilnehmen. Gegenstand der Beratungen dürften die deutsch- französischen Verhandlungen auf Grund des Cambonschen Berichtes sein.

Erschah Mohammed Ali lebt noch. Die Gemahlin des persischen Erschahs Mohammed Alt, welche sett einem Monat mit ihren Kindern in Baden bet Wien wohnt, erklärte, sie halte die Gerüchte über die Ermor­dung ihres Gatten für unbegründet. Sie habe Nach­richt von ihm erhalten, aus der hervorgehe, daß es ihm gut gehe.

den Stand der Marokkoverhandlungen Bericht zu er­statten. Nach seiner Rückkehr nach Berlin werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Sie sind also vorläufig, zum Stillstand gekommen. Soll man an­nehmen, die deutschen Forderungen wären von solcher Tragwette geworden, daß sie der französische Botschafter als unvereinbar mit seinen Instruktionen empfunden hätte, so könnte das auf eine gewisse Festigkeit der deutschen Regierung in thren Forderungen deuten. Da fie sich aber unserer Kenntnis ihrem Umfange und Inhalte nach gänzlich entziehen, erscheint vorläufig jede Discussion über die Art threr Behandlung abgeschnitten. Bon halbamtlicher französischer Seite wird übrigens noch gemeldet, daß die letzte Zusammenkunft zwischen Kiderlen- Wächter und Gambon nichts an der gegenwär­tigen Lage der Marokkoverhandlungen geändert habe. Der Verband Deutscher Kriegsveteranen hielt so= eben in Dresden seine Generalversammlung ab. Eine längere Aussprache zeitigte der Antrag des Vorstandes, ben Veteranenverband an den deutschen Kriegerbund anzugliedern. Der Bund hat die Bedingung gestellt, daß der Veteranenverband sich auflöst und jedes Mit­glied in den Bund nen eintreten soll, aber ohne Ein­trittsgeld zu bezahlen und bet vollem Genuß der Unter­stützungen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Ferner wurde beschlossen, die Bitte an den Kultusminister zu richten, daß die Schuljugend in der Schule über den Wert und die Bedeutung der Kriegsdenkmünzen und Ehrenzeichen für Veteranen aufgeklärt werden soll.

Eine Novelle zum Reichsviehseuchengefeß beabsich­tigen Konservative und Zentrum beim Wiederzusam mentritt des Reichstags einzubringen. Es soll die Ent schädigungspflicht des Staates auf Viehverfufte ausge dehnt werden, welche durch starkes Auftreten der Maul und Klauenseuche und deren Folgen herbeigeführt we den. Insbesondere soll hierbet der kleine und mittlere Bauer berücksichtigt werden.

Gegen die Spionage. Der Milttärisch- Poltttschett Korrespondenz" zufolge werden angesichts der sich hätta fenden Spionageversuche bet zahlreicheit Truppentetlen

Wetterwolken.

Roman von M. v. But ch.

Kleine Nachrichten.

Steuerhinterziehung eines Millionärs. Nach einer Meldung aus München haben sich nunmehr in Sachen der Steuerhinterziehung des verstorbenen Reichsrates Klemm auf Schloß Haardt sichere Anhaltspunkte für eine ziemlich umfangreiche Steuerdefraudation ergeben. Der Verstorbene war, wie erinnerlich, mehrfacher Mil­Itonär.

8) ( Nachdruck verboten.) Damit ging fie, allein noch im Korridor hörte sie die Kleine rufen: Eine Krone, Mama Katserin, eine Krone!"

Durch ein einstürzendes Gerüst verschüttet wurden in Prag bet dem Wiederaufbau einer abgebrannten Textilfabrik zehn Maurer. Fünf der Verschütteten sind tot, dret schwer und zwei leicht verletzt.

Der Handarbeitsunterricht für Mädchen wird ge­genwärtig in Berlin einer Reviston unterworfen. Bu bisherigen Techniken kommen knüpfen und Häkeln. Das Erlernen der Technik soll nicht länger Selbstzweck sein, die Kinder sollen lernen, Dinge zu schaffen, die ste felber brauchen und dabei die Technit erlernen.

Nun stand sie im Arbeitszimmer, auf dessen mit Papieren bedecktem Tisch die Wachskerzen in filbernen Kandelabern brannten. Im Bannkreise des Tisches war es hell, aber der übrige Naum lag in Dunkelheit. Im matten Zwielichte sab das blaffe Gesicht ihres Kanz­fers noch blaffer aus denn sonst.

Sprechen Sie, Graf," sagte sie. Und Kaunitz sprach.

Von einer wütenden Stuh aufgespießt wurde im westfälischen Orte Laasphe die Frau eines Kassenren­danten. Das Tier, das durch die Fliegen wild gewors den war, rannte mit seinem Opfer gegen eine Mauer, so daß die Frau auf der Stelle tot war.

Aus den Gerichtssälen.

Ueber die Frage der Schmiergelder hat bas preußische Kammergericht fürzlich ein bemerkenswertes Urteil erlaffen. Der Beklagte hatte dem Kläger, einem Profuristen, 500 Mart Provision für den Fall zuge= fichert ,, daß er von dessen Chef mit einem Jahresgehalt von 4000 art angestellt werde, dagegen 250 Mart bei geringerem Jahresgehalt. Das Kammergericht hat die auf Zahlung der Provision gerichtete Klage abgewiesen, indem es u. a. ausgeführt hat: Es handle fich bei den Verhandlungen des Klägers mit dem Beklagten um eine geschäftliche Tätigkeit im Dienste feines Geschäfts Herrn, für die er sich habe Vergütung versprechen lassen, und er entledigte fich des Auftrages in einer Weise, welche die pflichtmäßige Wahrnehmung der Vorteile seiner Firma dabet gefährdete, denn er set nach dem Wortlaute der Vereinbarung start daran beteiligt ge wesen, daß der Beklagte zuerst 4000 Mark Gehalt ver langte und auch erhielt, weil sonst seine Vergütung 250 Mark weniger betragen habe. Der fich hieraus ergebene Gegensatz zwischen seinen Interessen und denen seines Hauses allein gebe dem Abfommen schon einen unfitt­lichen Charakter. Weiter falle erheblich ins Gewicht, daß sich der Kläger einen Schweigeschein habe geben Lassen. Es handle fich also um eine heimliche Provision. Wenn sich aber ein Angestellter Provision schäftsherrn hinter dessen Rücken von dem andern Ver tragsschließenden versprechen lasse, so widerspreche das dem Volksbewußtsein, wie es aus dem Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden gebildet werde, und darauf set bet der Frage, ob ein Rechtsgeschäft gegen die guten Sitten verstoße, gerade Rücksicht zu nehmen

Einen furchtbaren Tod fand in der Lokomotiv dreherei des Bochumer Gußstahlvereins der 15jährige Dreherlehrling Spill. Spill arbeitete in der Nähe einer Drehbank und wollte sich eben zur Erde bücken, als die Slammern einer Blanscheibe herankamen. Der Unglüc liche wurde erfaßt und unter die Planscheibe gerissen. Die Klammern drückten ihm das Genick ab, so daß der Tod auf der Stelle eintrat.

Ein gewaltiger Temperaturstura wird aus Mecklen burg gemeldet. In einigen Gegenden sind Freitag nacht durch Fröste dic Gartenfrüchte erfroren.

Opfer der Schweizer Berge. Auf der Kleinen Scheidegg ist der Gymnasiallehrer Bucher aus Augs burg bet dem Versuche, ohne Führer den Weißen Mönch zu bestelgen, abgestürzt. Seine Leiche wurde nach Lau terbrunnen gebracht. Auch in Binal( wamia) ist eine achtzehnjährige Touristin aus Straßburg beim Edel­weißpflücken abgestürzt und hat den Tod gefunden.

Es war eine lange und erregte Unterhaltung, die bie Fitrstin mit ihrem Kanzler führte. Dieser teilte set­ner kaiserlichen Herrin die wichtigen Nachrichten mit, die er aus London empfangen hatte. Zwischen König Georg von England und König Friedrich von Preußen war zu Westminster ein Vertrag vereinbart worden. Der zwischen den amerikanischen Kolonien entbrannte Seekrieg zwischen England und Frankreich hatte den Röntg Georg wegen feines Staymlandes Hannover be­forgt gemacht. Daher war zwifchen thnt und König Friedrich ein Bündnis zustande gekommen. Der Prett Benkönig stand also nicht mehr allein, er hatte etnejt Bundesgenossen, der ihm im Falle der Not Truppeit und Hilfsgelder versprochen, und wer konnte wissen, vb er über kurz oder lang nicht noch andere Freunde ge­winnen würde!

Die Radfernfahrt Wien- Berlin hat gestern morgen in Martendorf thr Ende erreicht. Der Steger in der Gruppe der Geldpreisfahrer Hartmann aus Schwabach brauchte für die ganze Strede 26% Stunden. Hinter thm passierte um eine halbe Fahrradlänge zurück J. Hübner- Dresden das Ziel. In der Gruppe der Ama­feurfahrer zeigte sich Wedde- Bergedorf als befter.

Man munkelte, daß der Großfürst Peter, ein Prinz von Holstein- Gottorp, der präsumtive Nachfolger der Katserin Elisabeth von Rußland, durchaus nicht die Ab­netgung seiner Tante gegen den Preußenkönig telle, ja im Gegenteil eine wahrhaft schwärmerische Berehrung

Die Ermordung eines Polizisten durch einen Neger veranlaßte im Staate Georgia etne Negerheze. Sechs Neger wurden erschlagen, hunderte wurden ausge­petticht und dann davongefagt. Die Wohnhäuser der Neger wurden verbrannt.

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Berlin ohne Straßenbahn. Eine empfindliche Ver tehrsstörung trat am Freitagmorgen im Betriebe der Großen Berliner Straßenbahn ein. Kurz nach 7 Uhr früh fetzte plötzlich der elektrische Strom aus und sämt liche Straßenbahnlinien Großberlins lagen still. Die Verkehrsstörung währte eine volle Stunde. Besonders im Innern der Stadt bildeten die Wagenburgen arge Verkehrshindernisse, Die Autobusse wurden von den Tausenden von Arbeitern und Angestellten, die in der achten Stunde zu ihren Arbeitsstätten und Bureaus wollten, gestürmt. Obwohl der Verkehrsstörung im Straßenbahnbetriebe Rechnung getragen und mitge nommen wurde, was nur in die Auto- Omnibusse hinein fonnte, mußten doch Tausende ihren Weg zu Fuß fort­setzen. Erst um 19 Uhr nahm die Straßenbahn wieder ihren Betrieb auf. Die Störung war dadurch verursacht worden, daß in der elektrischen Hauptzentrale ein Dampfrohr platzte, wodurch die Stromzufuhr unterbro chen wurde.

Ein Dampfboot des Linienschiffes Bosen" über­Tannte im Rieler Hafen gestern nacht ein mit 28 vom Urlaub heimkehrenden Matrosen besetztes Bopt. Alle 28 Mann fielen in das Waffer. Das Boot ging fofort upter. Nach anstrengender Tätigkeit gelang es, alle 28 au retten.

für ihn hegte. Wenn Peter einmal= das Wann war unbestimmt den Thron bestieg, war die österreichische Allianz, deren Spike gegen Preußen gerichtet war, ver­nichtet

Kaunis sprach sehr überzeugt. Er schilderte seiner Herrin die Weltlage, diese von allen Setten beleuchtend, fa, endlich gelang es seiner Beredsamkeit, Maria The­resias moralischen Widerstand zu besiegen und sie zu fiberzeugen, daß, Frankreich als Bundesgenosse zu ers werben, Pflicht, mehr als das, eine harte Notwendig­fett fet.

Und als die Kaiserin flaren Sinnes dies erkannt, war sie bereit, threin Willen die Tat folgen zu lassen.

Den Ehemann mit einer Dynamitpatrone getötet. In dem ungarischen Orte Nagy- Ilva wurde dieser Tage im Walde die Leiche des 30jährigen Holzarbet­ters Konstantin gräßlich verstümmelt aufgefunden. In der offenen Bauchhöhle lagen Kleidungsstücke. Gestern wurde die Witwe des Ermordeten und ihr Geliebter, ein Hirt, verhaftet. Die Frau hatte ihrem Ehemann eine Dynamitpatrone ins Hemd genäht und ihn dann mit Hilfe ihres Geliebten trunken gemacht. Hierauf fchleppten ihn beide in den Wald und setzten die Bünd schnur in Brand. Die Explosion erfolgte erst nach Stunt den. Der Hirt ging nach einigen Tagen an den Ort des Verbrechens und entdeckte die Leiche, worauf er selbst die Anzeige erstattete. Der Verdacht lenkte sich aber bald gegen ihn und die Frau.

König Ludwig war nur dem Namen nach der Herr scher Frankreichs. In Wirklichkeit régierte dort die Maitresse des Königs, die Marquise de Pompadour. In ihren juwelengeschmückten Händen lagen die Ruder, die das Staatsschiff lenkten. Maria Theresia sah ein, baß sie vor allem fene Frau threm Willen geneigt ma­chen mußte.

Ste preßte die Zähne aufeinander und beganit den Brief an die allmächtige Freundin des Königs aufzut­setzen.

Die Ueberschrift machte thr Kopfzerbrechen. Wte sollte diese laufen?

Die Fürstin feufate und schrieb bann: Biebe Marquise."

Danit reichte fie das Blatt zur Begutachtung an Kannig. Der las, lächelte und schüttelte den Kopf.

Ein Fabrikschornstein als Briefkasten" für Lufts schiffpost. Bet der letzten Fahrt des Zeppelin- Luftschiffs " Schwaben" nach Frankfurt ist auf mertwitrdige Welse eine aus dem Luftschiff ausgeworfene Postsendung vers Ioren gegangen. Die neun Mitreisenden hatten in der Kabine eifrig Luftpostkarten geschrieben. Diese wurden mit dem Stempel versehen und aufgerollt in eine Bapp Hilfe gesteckt, die 50 Pfg. Finderlohn enthielt und den Finder ersuchte, die Karten in den nächsten Postkasten zu stecken. Kurz vor Heidelberg wurde das Paketchen, bas zur besseren Kenntlichmachung mit bunten, leicht flatternden Bändern versehen war, zur Kabine hinaus geworfen. Schnell sant es und verschwand mitten in die fchwarzberußfe Oeffnung eines Schornsteins. Dieser Vorfall erregte natürlich große Heiterkeit. Dann wur den neue Karten geschrieben.

Ich wage Ew. Majestät an die Stellung der Mar­quise zu erinnern. Die Anrede ist nicht verbindlich ge­mug, bedenken Majestät, daß wir Anliegen haben."

Maria Theresia ftrich die Ueberschrift aus und be­gann von neem. Die Herrscher pflegten sich in ihren Briefen mit dem Brudernamen anzureden. Als Marta Theresia an die Katserii Elisabeth geschrieben, hatte

Ein raffinierter Trid einer internationalen Hochs staplerin, dem sogar ein hoher Beamter der Polizei zum Opfer gefallen ist, erregt in Hamburg großes Aufsehen. Vor einigen Tagen brachten die Hamburger Blätter die Meldung, daß einer Dame der Kopenhagener Gesell­schaft, die sich Astra Lübbe nannte, in einem vornehmen Nachtlokal, dem Kabarett Hölle", eine Handtasche, in der sich außer einer goldenen, mit Brillanten besetzten Uhr und einem Portemonnaie mit einigen hundert Mark ein Bankbuch der Kopenhagener Grund- Eyre- Bank über 70 000 kronen befunden haben sollte, gestohlen wurde. Die Kriminalpolizet, die sofort umfassende Re­

fie die Anrede: Liebe Schwester" gebraucht. Marquise de Pompadour war de facto die Regentin Frankreichs. Also

Aber das Wort Schwester fener Frau gegenüber wollte der Kaiserin nicht aus der Feder fließen. Endlich, endlich hatte sie ein anderes dafür gefunden. Sie schrieb: " Teuerste Cousine." Das genügte...

Auch Kaunitz war zufrieden. Allein um die Wir­fung des Briefes aut erhöhen, wurde dem Schreiben ein auf Elfenbein gemaltes Miniaturporträt der Kal­serin Theresia belgelegt.

Aber dem Porträt fehlte der Rahmen. Auch diese Schwierigkeit wurde nach kurzem Nachdenken erledigt. Es sollte in Brillanten gefaßt werden. So war es Ges, schenk und Aufmerksamkeit zugleich.

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Raunitz strahlte über sein Wert. Er sprach davon, wie es der durch Russen und Franzosen verstärkten österreichischen Armee ein leichtes sein würde, Schlesien, zurückzuerobern. Er sprach von einer Annäherung der Häuser Habsburg und Bourbon, ja er weißfagte fogar eine fünftige Familienallianz. Der Dauphin Frank reichs besaß einen im zarten Alter stehenden Sohn, der als Gatte für eine der jungen Erzherzoginnen in Frage tommen könnte, als passendste vielleicht für die Kleine Prinzeß Marie Antoinette...

Maria Theresia wurde nachdenklich. Sie dachte an das Geschenk, das die Kleine begehrt hatte. Eine Krone, Mama Raiserin, eine Krone!"

Als sich jedoch Raunis verabschieden wollte, wurde er noch einmal von der Kaiserin zurückgerufen. Lieber Graf, die Sache gehört freilich nicht hier her, aber mir flog eben der Gedanke durch den Kopf. Ste haben Ihren Diener, Franz heißt er, und ist der Sohn meiner Kammerfrau Glasau, nach Dresden re­tommandiert. Ich bitte Sie, tönnen Sie den Menschen nicht zurückrufen?"

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