Die deutsche Parteizerfahrenheit.
Man schreibt der„ N. G. C." aus parlamentarischen Kreisen: A18 ob wir noch nicht genug Parteien in Deutsch land hätten! Da treten auf einmal drei neue Par= teten in die politische Arena, die elfaß- lothringische Nattonalpartet, te christlich- soziale Volkspartei in der Pfalz und eine bayerisch- konservative Partei. Diese neuen Partetbildungen können nirgends mit besonderer Freude be= grüßt werden, denn das deutsche Parteileben leidet ohne hin schon bedenklich an Zersplitterung und Eigenbrödelet. E8 wimmelt in Deutschland von Parteichen und Grüppchen. Da ist jede neue Bildung ohne weiteres vom Uebel. Denn diese neuen Organisationen werfen durchaus keine neuen Forderungen in den Kampf des Tages, sie schillern nur ein bißchen anders ais die bestehenden Parteien. Noch bet der Beratung der Reichsversicherungsordnung warnte Staatssekretär Delbrück mit vollem Recht vor der Partei- Kleinstaateret. Er wies darauf hin, daß schon jetzt die vielen kleinen Parteien im Reichstage die sachliche Erles digung der Geschäfte ungemein erschweren, weil jede der kleinen Gruppen- Polen, Welfen. Elsässer usw.- auf eine Extrawurst spekuliert. Jedes Grüppchen will das be= rühmte Bünglein an der Wage" sein und die Regierung gehörig schröpfen, wenn gerade seine paar Stimmen in die Wagschale fallen.
liches Echo nach London gedrungen ist. Gestern wurde von Leuten, die ihn bei der Ankunft gesehen haben, mehrfach bemerkt, wie auffallend englisch der Kronprinz aussehe und wie sympathisch der Eindruck seines Wesens anmute. Das mag nicht von welterschütternder Bedeutung sein, bleibt aber für die Landsleute hüben wie drüben erfreulich und feineswegs unwichtig. Der deutsche Kronprinz überreichte gestern dem König von England im. Auftrage des Kaisers den Feldmarschallstab. Im Laufe des Nachmittags machte der Kronprinz bei sämtlichen Mitgliedern des königlichen Hauses Besuche.
Nun ist im Lande noch ein halbes Dußend solcher Parteten ohne parlamentarische Vertretung im Reichstage vorhanden. Alle aber hoffen natürlich, bet den nächsten Wahlen dort einzuziehen. Das kann nett werden! Die Debatten würden natürlich durch solche Parteispalterei ins unendliche verlängert, weil jedes Grüppchen auch einen Redner zu jeder Sache stellen will. Unserem deutschen Reichstage fehlt aber gerade die wuchtige Gruppie rung nach großen Momenten. Man denke an England, wo es im großen und ganzen nur zwei große, durch Weltanschauungen getrennte Parteien gibt, Ste den parlamentarischen Kampf führen Unionisten und Liberale denn die Iren und die Arbeiterpartei laufen nur so nebenbei mit. Wir haben im Reichstage Gruppen, die nur einen, zwei, dret Mann als Mitglieder zählen. Die Reichstagsabgeordneten sollen aber nach der Verfassung nicht Vertreter eines Einzelwahlkreises, sondern des ganzen deutschen Volkes sein. Kann das aber ein Mitglied der kleinen Gruppen? Diese Zwergparteien werden nachgerade eine politische Gefahr. Erst wenn eine geschlossene Rechte und eine geeinte Linke neben dem Zentrum und der Arbeiterpartei stehen, wird der Parteizerfahrenheit, die unserem politischen Leben einen so kleinlichen Zug aufprägt, ein Ende bereitet sein.
Zur Reform der Fahrkartensteuer.
Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg beabsichtigt, wie die ,, N. G. C." hört, in diesem Sommer feinen anderen Erholungsort aufzusuchen als sein Rittergut Hohenfinow. Es liegt, wie man weiß, fast vor den Toren Berlins, in der Neumark, und ist von der Reichshauptstadt aus in furzer Zeit zu erreichen. In Hohenfinow kann der Reichsfanzler die politische Leitung stets in Händen behalten, die wichtigsten Vorträge entgegennehmen, Akten erledigen und erforderlichenfalls auch jederzeit nach Berlin kommen, sodaß eine eigentliche Unterbrechung oder Stellvertretung in den Geschäften überhaupt nicht stattfindet.
Jm Reichsamt des Innern begann am Dienstag die. Konferenz der sozialpolitischen Abteilung mit Referenten sämtlicher Bundesregierungen zur Durchführung der Reichsversicherungsordnung. Die Konferenz wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. In erster Linie handelt es sich um die Organisation der neuen Versicherungsbehörden. Außerdem werden gemeinsame Grundsätze für die Neuorganisation der Krankenkassen, die Abgrenzung der Bezirke für die einzelnen Kassen, Orts- und Landkrankenkassen aufgestellt werden.
pfindliche Verluste. Die Bevölkerung ist sehr erregt, viel fach ist Militär bereitgestellt, so auch in Wien. In einigen Städten ist es zu blutigen Zusammenstößen gekommen.
Ein neuer Irrlehreprozeß? Gegen die Wahl des Pfarrers Dewaranne, der zum Prediger in der Trinitatisfirche in Charlottenburg gewählt wurde, ist beim Superintendenten Protest wegen Irrlehre erhoben worden. Der Superintendent hat den Protest pflichtgemäß weitergege= ben. Darin wird von Dewaranne behauptet, daß er Jrrlehren verbreite, weil er auf dem Standpunkt des Pfarrers Jatho stehe. Dewaranne ist ein junger liberaler Geistlicher, der seit einigen Monaten an der Jerusalemfirche in Berlin amtiert.
Der Berliner Lokalanz." brachte kürzlich eine Mittetlung über eine Reform der Fahrkartensteuer und den Inhalt des dem fünftigen Reichstag vorzulegenden Geseßentwurfes. Diese Mitteilungen werden von der„ Nordd. Allg. 8tg." als aus der Luft gegriffen bezeichnet. Das offiziöse Blatt erinnert an die Erklärungen des Ministers der öffentlichen Arbeiten bet den Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstags und auch in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses. Dort hatte der Minister u. a. bemerkt:„ Eine Aenderung der Fahrfartensteuer set auch jetzt noch geplant, es erscheine aber nicht opportun, den Reichstag zurzeit mit dieser Frage zu befassen. da er bekanntlich mit gesetzgeberischen Vorlagen in bedeutsamem Umfange zu tun habe." In den Verhand= lungen des Abgeordnetenhauses vom 20. und 21. Februar d. Js. äußerte sich der Minister dann in demselben Sinne und fügte auf die Anfrage eines Abgeordneten ausdrücklich noch hinzu: Was die Fahrkartensteuer betrifft, so bestätige ich ausdrücklich, daß die Reformbestrebungen, die von unserer Seite ausgehet und auch von den übrigen deutschen Bahnen geteilt werden, dahin zielen, die vierte Klasse unbesteuert zu lassen, daß die bisherigen Stenerträger, die erste bis dritte Klasse, das Steuereinkom men aufbringen sollen, das bisher dem Reich zufließt, weil vorausgesetzt wird, daß eine Minderung der Einnahmen des Reiches durch eine Aenderung der Steuer nicht herbeigeführt werden dürfe." Auch in den Verhandlungen des Reichstogs hat der Minister in demselben Sinne zur Reform der Fahrkartensteuer Stellung genommen. In dieser Sachlage, so resümiert die„ Norddeutsche Allgemeine Beitung". hat sich bis heute nichts geändert. Was verschiedene Zeitungen über den Inhalt des Reformplans im einzelnen mitteilen, beruht also auf müßigen Kombinationen.
Rundschau vom Cage.
Politisches.
Der Deutsch- amerikanische Nationalbund veröffentlicht einen Aufruf für den Abschluß eines Schiedsgerichtsvers trages zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Abschriften wurden dem deutschen Botschafter zur Uebermittlung an Kaiser und Reichstag, dem Präsidenten Taft und dem Kongreßausschusse für auswärtige Angelegenhei ten zugestellt. Am Schlusse des Aufrufs heißt es: Sprecht aus, daß das deutsche Volk diesen Friedensvertrag mit der Schwesternation jenseits des Weltmeeres wünscht, daß Ihr Vertrauen in die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit unseres Anerbieten habt, daß Freundschaft und Gerechtigkeit wal ten soll zwischen Eurem und unserem Volke, das 25 Millionen Bürger deutschen Blutes zu den Seinen zählt.
Eine Botschaft der provisorischen Regierung in Lissa. bon, wo, wie gemeldet, am Montag durch die gesetzgebende Versammlung die Republik proklamiert wurde, besagt: ,, Die Revolution war die Folge einer langen Krise, in der die Braganza ihre unheilvolle Tätigkeit verschlimmerten durch Zerstücklung des Landes und Unterdrückung aller Freiheiten. Die einmütige Zustimmung zur Republik ist ein wahres Volksurteil." Die Botschaft hebt dann den Feldzug hervor, der in der öffentlichen Meinung des Auslands gegen die Republik geführt werde und erinnert an die Versuche einer Gegenrevolution. Die Botschaft betont schließlich, daß die provisorische Regierung gewünscht habe, der konstituierenden Versammlung die Initiative zu überlassen, die Republik feierlich zu erklären.
Wünsche der preußischen Gemeinden. Die Gemeindetommission des preußischen Abgeordnetenhauses hat eine Petition um gesetzliche Regelung und Einschränkung der direkten Grundwertsteuer, sowie Ablehnung der rückwirkenden Kraft der Zuwachssteuer der Regierung als Material überwiesen. In der Petition wird gebeten, auf eine gewisse gesetzliche Regelung der Umsatzsteuern hinzuwirfen und den Gemeinden vorzuschreiben, wie weit sie in der Besteuerung gehen dürfen. Von seiten der Regierung wurde erklärt, daß die Wünsche der Petenten zwar beachtenswert seien, ihre Durchführung aber auf Schwierigteiten stoßen werde. So würde im Falle einer Neuveranlagung der Grundsteuer eine Erneuerung des Grundkatasters notwendig sein, die mit erheblichen Kosten verknüpft wäre..
Das deutsche Kronprinzenpaar in London. Von den bisher in London eingetroffenen Krönungsgästen erweckt unstreitig das deutsche Kronprinzenpaar das größte Interesse. Das erklärt sich teils durch die nahe Verwandtschaft beider Höfe, teils auch durch die Indienreise des Kronprinzen, von der vor wenigen Monaten manch freund
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Und dennoch.
Novelle von Ernst Busolt.
Nachdruck verboten.
Kleine Nachrichten.
Präsident Taft und seine Gattin empfingen zu ihrer Silbernen Hochzeitsfeier fünftausend Gäste im Park des Weißen Hauses. Der Empfang war die größte Veranstaltung, welche je im Weißen Hause arrangiert worden ist. Ganze Wagen voll Geschenke, durchmeg aus Silber, sind eingetroffen: dazu Glückwunschdepeschen von den Oberhäuptern fast aller Länder.
Die fünfte ordentliche Generalversammlung des Flottenbundes deutscher Frauen hat am Sonntag in Lübeck getagt. Es wurde beschlossen, cuch im nächsten Jahre das Seemannserholungsheim in Klein- Machnow bei Berlin durch Ueberweisung von 3000 Mart für Freibetten zu unterstützen. Vor allen Dingen aber soll ein Kapital angesammelt werden, das als Sparkassenbuch von Deutschlands Frauen im Falle der Not dem Vaterland für unsere blauen Jungen zur Verfügung gestellt werden kann. Ein Kapital von 135 724,75 Mark wurde beretts angesammelt, und die ständig wachsende Zahl der Ortsgruppen( 34 bestehen be= reits) bürgt dafür, daß die Opferwilligkeit und der nationale Sinn von Deutschlands Frauen sich heute ebenso beweist, wie in alten ernsten Zeiten. Einer Anregung Heldelbergs folgend, wurde beschlossen, Jugendgruppen zu bilden, die die einzelnen Vorstände bei ihren Werkarbetten unterstützen sollen.
„ Und heute ist keine Zeit mehr zum Kurmachen. Ich habe einen Wunsch, Adrian. Du bist zwar zur Erholung hergekommen, aber nun sollst Du doch heran! Du mußt nach Hamburg! Ich habe böse Nachrichten über ein dor tiges Haus bekommen, mit dem wir arbeiten, sollst Dich umschauen, die Augen auftun und mir berichten. Wäre am liebsten selbst gefahren, habe aber, weiß der Himmel, woher es kommt, seit einigen Tagen die ärgsten rheumatischen Schmerzen. Du nimmst mir die Sorge ab."
Adrian sah zu der Mutter Mißvergnügen nicht traurig drein, als er seinen Vater bat, sich nicht zu beunruhigen und ihm alles zu überlassen.
Das Vermögen der Stadt Berlin beträgt nach einer soeben veröffentlichten Zusammenstellung rund 415 Millionen Mark, darunter sind etwa 90 Millionen Mark Inhalt der Tresors. Das übrige Geld setzt sich aus anderen Werten: Grundbesitz, Hypotheken usw. zusammen.
Glückliches Halle. Die Stadthauptkasse in Halle schloß das letzte Geschäftsjahr, das in Einnahmen und Ausgaben mit rund 10 Millionen Mark vorgesehen war, mit einem Ueberschuß von 1 100 000 Mark ab.
Ein Flug über das Mittelländische Meer soll zwischen den Städten Cartagena in Spanien und Oran in Algier veranstaltet werden. Die Anregung zu dem Flug, der über eine Strecke von etwa 220 Kilometern führt, geht von den beiden Städten aus.
Der 6. Bundestag der deutschen Telegraphenarbeiter, der am Dienstag in Halle in Gegenwart eines Vertreters des Reichspostamtes tagte, beschloß, bei der Reichsregie rung zu petitionieren, daß der Lohn allgemein entsprechend den Teuerungsverhältnissen, erhöht werde, daß statt des Tagelohnes fünftighin Wochenlohn gezahlt werde, daß die Arbeitszeit von 10 auf 9 Stunden verkürzt und ein Reichsarbeiterausschuß eingesetzt werde, in welchem Arbeiter aus jeder Oberpostdirektion vertreten sind.
Im Laufe des Vormittags stattete der Konsul seiner Nachbarin einen Abschiedsbesuch ab. Der Empfangssalon des Fräuleins war ein großes, prächtig ausgestattetes Gemach, erinnerte aber an eines jener unbewohnten Fürstenzimmer in fürstlichen Palästen, durch die man bewundernd hindurchschreitet, ohne den leisesten Wunsch zu hegen, sie zu bewohnen. Alles in dem Saal war hell, nirgends eine marme Farbe, ein dunkler, weicher Teppich, ein bequemer Sessel.
den Kleinen In den Groß fonen fiber 67, in Großf Möglichkeit, 900 Mart der Städte; Induftrie un ben Löhne u erwerbsluftig fraft auszufi freilich ber 1 in Eleineren
Die Leiche eines 13jährigen Tertianers ist am Dienstag in der Nähe von Cöln aus dem Rhein gezogen worden. Die Leiche hat eine Stichwunde am Halse, das Portemonnate mit Inhalt fehlt. Allem Anscheine nach ist der Schütz ler einem Verbrechen zum Opfer gefallen.
Die Reichsratsstichwahlen in Desterreich haben gestern begonnen. Nach den bisherigen Ergebnissen haben die Christlich- Sozialen eine schwere Niederlage erlitten. Die Sozialdemokraten erlitten besonders in Nordböhmen em
Vermißt wird sett zwei Tagen der Gymnasialprofessor Krüger aus Schwerin. Er hatte einen Spaziergang in die Umgebung der Stadt unternommen und ist seither spurlos verschwunden. Man nimmt an, daß er das Opfer eines Verbrechens geworden ist.
Von einem Radfahrer angefahren wurde in Oschah in Sachsen ein Stabsarzt auf abschüssiger Straße. Er ist in folge einer Gehirnerschütterung alsbald verstorben.
Maffenvergiftungen durch Milch werden aus Edinburg ( Schottland) gemeldet: Dort liegen jetzt über 200 Personen infolge Genusses von roher Milch, die von einem Händler geliefert wurde, krank darnieder. Eine Menge anderer Konsumenten der Milch kamen mit leichterem Unwohlfein davon. In einem Krankenhaus ist bereits ein Knabe unter Vergiftungserscheinungen gestorben. Bisher ist es der Sanitätsbehörde nicht gelungen, die Erreger der Massenerkrankungen festzustellen.
Adrians Geschäfte in Hamburg gingen ihrem Ende entgegen. Mit dem ganzen Aufgebot seines Scharfsinnes und seiner geschäfilichen Gewandtheit hatte er von dem wankenden Hause, das sich noch um jeden Preis halten wollte, den größten Teil des Geldes erhalten und gedachte es noch an demselben Tage abzusenden. Er freute sich dem Vater gegenüber seines Erfolges. Dieser liebte es ja, ihn seiner künstlerischen Neigungen halber als Schwärmer, als unpraktischen Menschen hinzustellen; er würde jetzt anders von ihm denken, ihn lieber haben, auch wenn der Sohn ihm früher oder später seinen Entschluß mitteilte, ihm das Fräulein von Grimmen nicht als Tochter zuzuführen.
Fräulein von Grimmen trat ein. Adrian teilte ihr mit, daß er zu seinem Bedauern verreisen müsse. Der schäfste Beobachter hätte nicht die mindeste Veränderung in ihrem stets streng gehüteten Antlitz entdecken können. Mit der Sicherheit und Ruhe der Dame von Welt wünschte sie ihm viel Glück und hoffte, er werde mancherlei neuen Eindrücken gegenüber alte Freunde nicht vergessen. Damit war er in Gnaden entlassen. Man sagt, ein jeder Mann fühle für die Frau, von der er wisse, daß er nicht gleichgültig sei, Sympathie; ob aber Adrian diese für Konstanze gefühlt hätte, wenn er das stolze, siegesgewisse Lächeln gesehen, mit dem ste ihm nachblickte?
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Explosion in der Straßenbahn. In einem Straßenbahnwagen in Mailand explodierte gestern ein von einem Unbekannten niedergelegtes Paket. Sechs Irsassen wur den schwer verwundet.
Bei schönem Wetter schlenderte er in der Stadt umher und befand sich gegen 6 Uhr mit bestaubten Stiefeln in einer abgelegenen Gasse. Er trat in eine kleine Konditorei, forderte Tee und blätterte in den Zeitungen. Sein Auge flog zerstreut über politische Berichte, Feuilletons, Anzeigen aller Art.„ Buchenau", las er,„ Ostseebad, kräftiger Wellenschlag."
Volkswirtschaftliches.
Beffere Vermögensverhältnisse in den größeren oder Eleineren Städten? In der neuen Zeitschrift Verwaltung und Statistik" wird die interessante Frage behandelt, ob die Einkommens- und Vermögensverhältnisse in den größeren oder kleineren Städten besser seien. Die statistischen Ermittelungen erweisen, daß mit zunehmender Größe der Städte im allgemeinen zugleich der Bruchteil der Bevölferung mit einem das sogenannte Eristenzminimum von 900 Mark übersteigenden Einkommen in die Höhe geht, anderseits aber der Bruchteil mit einem wirtschaftlich schon einigermaßen ins Gewicht fallenden Vermögen von über 6000 Mark sinkt. Vom Tausend der Bevölkerung haben in nach Italien, mit Post oder Wagen.
Adrian liebte die See. Er hatte das glänzende Mittelländische Meer gesehen, auf dem sich blumenumfränzt der duftende Süd wie auf einem Ruhebette wiegt, hatte an den Gestaden des Jonischen Meeres geweilt, dessen azurne Mogen die Lorbeerbüsche und purpurnen Granatblüten Albaniens wiederspiegeln, jetzt sehnte er sich mit der ganzen tiefen Innigkeit seiner Natur nach der nordischen See, die er von Kindheit an gekannt und geliebt. Wie schön war sie mit den ste umgebenden gelben Dünen und finsteren Waldungen und ihrem dunklen Wasserspiegel, durch den man am stillen Sommernachmittag in der Tiefe versunkene Städte zu sehen glaubt.
Ein inter Montag vor d handelte fich u nift, der tatend feiner Luft, fich Gewandtheit b der 20jährige ftädt wegen v zündete Neum wirts ist, eine Reifighaufen a nächst die Flar blies den Feu dämpfen des f mann die Fei angeblich eine sollte; da die geben wollten, brandmeister a daß binnen ei und fich doct flärte der geft blasen und in len; er ist nod riumsdiener u Stadtküche, in rebigkeit aufge lantete auf sch brandfehung dernder Umstä neun Monate naten auf die dem Antrage
Eine kleine, graue Kirche mit weithin schimmerndem Kreuz und bunt leuchtenden Glasfenstern, uralt und ver fallen, ein modernes, hellgetünchtes Kurhaus mit Bal fons, Loggien und Veranden, eleganten Zimmern und französisch sprechenden Kellnern, eine breite Straße, ein großer freier Platz, auf dem die Kurmusik spielt, dicht an der See mehrere größere und kleinere Villen und am Ende Buchenaus armselige, strohgedeckte Fischerhütten das ist der ganze Badeort.
Kurz entschloß er sich, ein paar Tage nach der Ostsee zu gehen, und zwar nach Buchenau. Buchenau ist trotz aller Zeitungsannoncen mit großen Lettern ein kleines Bad. Drei Meilen von Strehla, der nächsten Stadt, gelegen, fährt man dorthin, wie weiland Eichendorffs Taugenichts
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Es war 4 Uhr, als Adrian durch die prächtige, breite Buchenallee, die die Hauptstraße des kleinen Bades bildet, langsam hinaus auf den Landweg schlenderte. Statt Aehrenfelder sandiger Boden, mit Kiefern und Tannen bewachsen. In Gedanken verloren, setzte er sich unter einen Baum, um wenige Augenblicke zu ruhen. Tiefe Stille um ihn her. Nur aus einem einsamen Hause drangen Töne eines Klaviers zu ihm her. Bald sanft schmeichelnd, bald brausend wie das bewegte Meer. Es war eine Lisztsche Rhapsodie, wunderbar gespielt. Bald klang es wie Jubel der Seele, bald heimlich schluchzend. Adrian entsann sich, diese Rhapsodie oft in Konzerten gehört zu haben, aber nie so vorgetragen.
Lange waren die Töne verhallt, und noch immer saß er in lauschender Haltung da. Schweigen lag über See und Wald, die Tannenbäume schienen still zu horchen; am Himmel war der blasse Mond herausgetreten unter grauen und perlfarbigen Lüften.
Adrian zog am folgenden Nachmittag mit Skizzenbuch und Feldstuhl wieder hinaus. Lag der Zauber jener sü Ben Töne noch in der Luft? Es lockte ihn nach jenem einsamen Hause, das, so malerisch gegen den dichten Tannens wald gelegen, auf das Meer blickte. Eine mächtige, weit hinausrauchende Blutbuche, die dicht vor demselben wuchs, warf ihren Schatten auf dasselbe und auf eine fleine Veranda oder richtiger Loggia, die, fast ganz von Weins laub umspannen, nach der See hinaussah.( Forts. folgt.)
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bekannten mit wäffer. Die Einfluß die vermochten, wu Alemlich dem g Bler ergaben fung des Apfel trächtliches.
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Die Rache
Blattes erzähl meinem Garten
feine Wohnung
reitig machen heißer Kampf auffallend still
lehen fand ich Die Nisthöhle Drel Jungen lebendig einge wohl von den Diefelbe Weije nungen verge
Todesstra
Haaten Nevad
Alichen dem


