Ausgabe 
22.4.1911 Zweites Blatt
 
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Drogerien

Wehlarer Zeitung

( Weglarer Tageblatt)

Nationale Tageszeitung für die schaffenden Stände in Stadt und Land.

1

Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag. Die ,, Illustrierte Welt- Rundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Weglarer Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 94.

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( 2. Blatt.)

Ergänzungen und Berichtigungen zu freisinnigen Reden.

In der freisinnigen Wählerversammlung, die am 7. April in Wetzlar stattfand, hat der freisinnige Reichs tagskandidat Herr Professor Schloßmann laut Be­richt des Wetzlarer Anzeigers" u. a. ausgeführt:

Der Abgeordnete Behrens ist gegen die Koali­tionsfreiheit der Staatsarbeiter eingetreten." Durch diesen Satz soll zweifellos der Eindruck erweckt werden, die Fortschrittliche Volkspartei nehme in der Frage der Koalitionsfreiheit der Staatsarbeiter eine an­dere Stellung ein als ich. Die Angelegenheit kam beim Etat der Reichseisenbahnen am 28. März 1911 im Reichstage zu Sprache. Nachdem ich meine Stellung zu der Frage gegenüber den Sozialdemokraten dargelegt und nachgewiesen hatte, daß die Koalitionsfrei heit mit Streifrecht( denn darum handelt es sich) für die Staatsarbeiter wertlos und schädi­gend und nur eine sozialdemokratische bombastische Phrase sei, nahm der Redner der Fortschrittl. Volkspartei, Abg. Carstens, das Wort, um zu erklären:

Meine Herren, ich hatte mir das Wort erbeten, um gegen die unmotivierten Angriffe des Herrn Ab­geordneten Emmel über meine Haltung in der Streik­frage der Eisenbahnarbeiter Stellung zu nehmen.

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Abonnements Bestellungen nehmen entgegen

alle Postanstalten, unsere Boten und die

Geschäftsstelle: Wetzlar, Hausergasse 32

wohin alle für die Redaktion u. die Expedition bestimmten Einsendungen zu adressieren sind.

Samstag den 22. April 1911

Aus Stadt und Land.

( Wetzlarer Nachrichten)

Anzeigenpreis 10 pfg.

die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 30 Pfg., auswärts 50 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe be­rechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Wetzlarer Zeitung" 6. m. b. H.

Telephon: Nr. 285.

4. Jahrg.

wenigstens den Namen Liselotte für eintragsfähig zu erklären. Das Amtsgericht wies den Vater mit seinem Antrag glatt ab, das Landgericht aber trat zwar der Ansicht des Vordergerichts bei, daß dem Beschwerde= ganze schwarze Liste zurückgezogen werde, doch wurde führer die Legitimation fehlte, zu verlangen, daß die in dem erlassenen Beschluß anerkannt, daß es der amts­richterlichen Verfügung und dem Verbot der darin an= gegebenen Vornamen an jeder gesetzlichen Grundlage fehle. Der Name Lieselotte wurde für eintragungsfähig erklärt, und zwar mit der Begründung, daß der Vater berechtigt sei, seinem Kinde einen Namen zu geben und dabei gesetzlich durch nichts beschränkt sei. Allerdings habe er Rücksicht zu nehmen, daß der gewählte Name nicht unanständig sei, nicht gegen die guten Sitten und auch nicht gegen die Religion verstoße, dies alles treffe nicht zu, der auch keine Verkeßerung der beiden richtigen auf den übrigens längst eingebürgerten Namen Lieselotte Namen enthalte, wie das Amtsgericht behauptet.

Wetzlar, den 22. April. Bisch hessischen Staatseisenbahnen er­Die Betriebseinnahmen der preu­gaben im März 1911 gegenüber März 1910 im Per sonenverkehr 3,4 Millionen oder 6,94 Prozent weniger, der Güterverkehr 16,1 Millionen oder 14,50 Prozent mehr, insgesamt nach Abzug der Mindereinnahmen von 3,3 Millionen bei den sonstigen Einnahmen 9,3 Mil­lionen oder 5,27 Prozent mehr. Bei der Beurteilung des Ergebnisses ist zu berücksichtigen, daß in diesem Jahre das Osterfest nicht, wie im Vorjahre, in den März, sondern April fiel, sodaß die Märzeinnahmen dieses Jahres aus dem Personenverkehr um den vollen Be­trag der Ostereinnahmen hinter denen des Vorjahres zu­zwei Werktage mehr hatte als im Vorjahre, so erklärt rückblieben. Da andererseits der März in diesem Jahre sich hieraus die beträchtliche Mehreinnahme aus dem Güterverkehr. Ueber die Mindereinnahmen bei den son­Einnahmen, wie Wagenmieten, Altmaterialienerlöse, je stigen Einnahmen ist zu bemerken, daß ein Teil dieser nach dem Stande der Abrechnungsarbeiten und der Ma­terialienabnahme bald früher, bald später eingeht. Im Substanzzuführung der sich be­

Vorjahre ist ein beträchtlicher Teil dieser Einnahmen erst im März zur Kasse geflossen.

- Von der Post. Briefmarken in Rol= lenform hat die Reichspost seit einiger Zeit einge­führt. Diese Freimarkenrollen wurden bisher mit einem gegeben. Das Reichspostamt hat soeben angeordnet, daß

Bluterneuerung.

ständig abnutenden Nerven.

Es sind dies die absolut not­

Nach den Ausführungen des Kollegen Ausschlag von 25 Pig. für das Stück von der Poſt abwendigen Forderungen der Neu­

Behrens kann ich darauf verzichten. Ich möchte nur betonen, daß auch die Majorität der Eisenbahnangestellten ihrerseits auf dem vernünf­tigen Standpunkt steht, daß sie ein Streif= recht für sich nicht beanspruchen will."

die Rollen vom 1. Mai an zum Nennwert, also ohne den Aufschlag, an das Publikum abgegeben werden. Rol

len mit Marken zu 3, 5 und 10 Pfg. enthalten je 1000,

Als nächster Redner nahm der Abgeordnete Horie 500 Stück. Diese Rollen werden auch für die Post die mit Freimarken zu 20, 25, 30, 40, 50 und 80 Big mann( Bremen) von der Fortschrittl. Volks­partei das Wort und erklärte:

Meine Herren, ich identifiziere mich durchaus mit den Ausführungen des Herrn Kollegen Carstens. Auch wir stehen bezüglich des Streifrechts der Staatsarbeiter auf dem von ihm und

Herrn Kollegen Behrens dargelegten

Standpunft."

Der Kandidat der Fortschrittlichen Volkspartei in Wetzlar- Altenkirchen sollte doch wenigstens wissen, wel­che Stellung die Fraktion der Fortschrittt. Volkspartei im Reichstag einnimmt zu einer so wichtigen Frage. Wenn er es aber wußte, dann ist es charakteristisch, daß er auf mich Steine zu werfen ver= suchte, die ihn schließlich doch selbst mittreffen müssen. Zur Frage des Vereinigungsrechts tage aus:

wertzeichen- Automaten verwendet.

Neue Fernsprech- Apparate für feuchte Räume. Da sich nicht immer vermeiden

zeit bei ueberanstrengung durch mechanische sowie geistige Hebung Leistungen. Als Mittel zur des Ernährungszu­standes für Standes im Allgemeinen, zur Entwickelung des Hämoglobin­gehaltes im Blute und zur Kräftigung der Nervensubstanz, steht heute im Vordergrund Leciferrin, welches bei den Aerzten sowie im Allgemeinen reichen Anklang findet.

läßt, daß Fernsprechapparate bei Teilnehmerstellen in feuchten Räumen untergebracht werden, unter dem Ein fluß der Feuchtigkeit aber in den Apparaten erhebliche Räume besondere Apparate zulassen, ähnlich denjenigen, die für die Kolonien angefertigt werden. Bei diesen Ap paraten sind die Eisen- und Stahlteile verkupfert mit Lack überzogen, die Holzteile wasserdicht lackiert, die übrigen Teile sind mit imprägnierter Umſpinnung um­zogen. Für die neuen Apparate müssen die Teilnehmer

Störungen entstehen, will die Postverwaltung für solche

und

einen einmaligen Beitrag von 15 Prozent zu den Be­schaffungskosten leisten.

Mit der Beseitigung der Reflame

der schilder an den Eisenbahnstrecken geht man jetzt ganz

Staatsarbeiter führte ich am 28. März 1911 im Reichs- energisch vor. Soeben wird eine Polizeiverordnung vom

Für das Vereinigungsrecht fordern wir natür­lich alle Sicherheiten für seine Ausübung."

Regierungspräsidenten zu Potsdam veröffentlicht. Da Landschaftsbild verunzieren, außerhalb der geschlossenen In derselben Versammlung der Fortschrittlichen Ortschaften auf beiden Geiten der Cisenbahnstrecke Ber

nach ist die Anbringung solcher Reklameschilder, die das

Volkspartei in Wetzlar sagte nach dem Bericht des ,, Wetzlarer Anzeigers" Herr Fabrikant A. Pfeiffer:

" So habe der Abgeordnete Behrens in Ulm ge­

sagt, die Freisinnigen hätten die Absicht, den Bau­

ern die Ställe zu verseuchen."

Diese Behauptung des Herrn Pfeiffer ist unwah r. Franz Behrens, M. d. R.

Zur Pflege des Haares

wird neuerdings das nachstehend verzeichnete Rezept em­

pfohlen, da es sich vortrefflich zur Förderung des Haar

wuchses, zur Beseitigung der Kopfschuppen und damit zur Vorbeugung der Kahlköpfigkeit eigne.

1 Gramm kristallisiertes Menthol wird zunächst in 85 Gramm Bay- Rum aufgelöst, alsdann füge man 30 Gramm Livola de Composee hinzu und falls man einen Wohlgeruch gern hat ein Teelöffelchen voll eines besseren Parfüms.

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Das Ganze wird tüchtig durcheinandergeschüttelt und ist dann nach etwa halbstündigem Stehen gebrauchsfer­fig. Die Anwendung geschieht durch leichtes Einreiben in die Kopfhaut, morgens und abends.

Da vielleicht andere Leser dieses Rezept gerne auch probieren möchten, sei hier noch erwähnt, daß dasselbe von jedem Apotheker oder Drogisten nach obigen An­gaben leicht zusammengestellt werden kann. Bei Ver­wendung der richtigen Bestandteile in den genannten Quantitäten sollte die Mischung von flarer, goldgelber

bis lichtbrauner Farbe sein und ihr Herstellungspreis ungefähr 3 Mark betragen.

lin- Halle und Jüterbogk- Treuenbriezen verboten,

zwar darf kein solches Schild in einer Entfernung von je 300 Metern, vom Rande des Bahnkörpers ab ge­rechnet, angebracht werden. Bereits bestehende Anlagen

dieser Art müssen bis zum 15. Mai beseitigt werden.

h= Gießen, 22. Aprii. Jm bevorstehenden Som­

merhalbjahr wird an der hiesigen Universität Gießen wieder ein wissenschaftlicher Fortbildungskursus für die werden in der zweiten Maiwoche beginnen und, wie in den Vorjahren, jeden Mittwoch von 4-6 Uhr nach

Volksschullehrer eingerichtet werden. Die Vorlesungen

mittags stattfinden. Es werden lesen die Herren Geh.

Kirchenrat Prof. D. Krüger über Die Entstehung der der Klinik für pſychiſche und nervöse Krankheiten, und Dr. Dannemann, dessen Themen noch bekannt gegeben werden. Meldungen sind an Valentin Müller, Frank­furterstraße 86, zu richten.

firchlichen Glaubenslehre", Prof. Dr. Sommer, Direktor

Gießen, 22. April. Der die Aufsicht über das hiesige Standesamt führende Amtsrichter hat im Jahre

1909 eine Verfügung erlassen, wonach es dem Stan desbeamten verboten war, eine ganze Reihe von ge­bräuchlichen Vornamen, darunter unter anderen Minna,

Erna, Anneliese und Lieselotte, als Eintrag in das Ge­burts register vorzunehmen. Nach dieser Verfügung soll­

im

Kammerherr Freiherr v. M. in B. äußert seine Erfahrung mit Leciferrin: Von Leciferrin habe ich jetzt 2 Flaschen eingenommen, schon nachdem ich die erste Flasche genommen hatte, zeigte sich bei mir wesentliche Besserung Allgemeinbefinden; die große Müdig= keit, die ich seit langer Zeit nach­keit, die mittags und besonders Abends fühlte, zeigte sich nicht mehr, und besonders ist der mich peinigende Schmerz in beiden Schläfen, der sich abends immer einstellte, gänzlich geschwunden. Ich kann nur sagen, daß ich mich durch Gebrauch dieses Mittels direkt verjüngt fühle."

Leciferrin enthält Dvo- Lecithin 0.5. Eisen als Eisenoxybhydrat an Buder gebunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alfohol 40.0, Nest destilliertes Wasser

Der Preis von Leciferrin ist Mt. 3 die Flasche:

In allen Apotheken erhält= lich, ganz sicher von:

ten alle abgekürzten und zuſammengezogenen Vornamen als Verkürzung der richtigen Namen nicht eintragungs­fähig für neugeborene Knaben und Mädchen sein. Nun Universitäts- Apotheke, Gießen hat im Januar der Oberregisseur Bakoff, dem man für sein Töchterchen den Namen Lieselotte nicht eintragen und Engel- Apotheke in Frank­wollte, dagegen Beschwerde erhoben. Er beantragte, die ganze schwarze Liste von Vornamen zurückzuziehen, evt. furt a. Main.