Ausgabe 
22.3.1911 Zweites Blatt
 
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Uebereinstimmung. Endgültige Beschlüsse werden erst am 19. März in Karlsruhe gefaßt. Bisher haben 27 Flieger gemeldet; aus praktischen Gründen soll aber die Fahrt der Teilnehmer zwölf nicht überschreiten. Das Kriegsministerium wird drei Offiziere von der Döbe­ritzer Fliegerschule abkommandieren und für diese beson­dere Preise aussetzen. Im Laufe des gestrigen Tages besichtigte Prinz Heinrich den Luftschiffhafen Mainzer Landstraße.

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Schotten. Hier soll eine Kirchenbau- Lotterie veranstaltet werden, um das wertvollste Baudenkmal der Stadt, die reingotische Stadtkirche, zu erhalten. Die Re­novierung wird sich auf rund 40 000 Mt. belaufen.

Aus Rheinhessen. Trotz der strengen Vor­sichtsmaßregeln greift die Maul- und Klauenseuche in unserer Provinz immer noch weiter um sich. Von ver­schiedenen Seiten wird infolgedessen als radikales Mit­tel die Abschlachtung des in einer Gemeinde zuerst von d! r Seuche betroffenen Viehs verlangt.

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!! Der wirtschaftliche RückgangRhein­hessens. Rheinhessen galt in den übrigen hessischen Provinzen von jeher als reichster Gebietsteil des Groß­herzogstums. Nach einer neuesten Statistik ist das aber nicht mehr der Fall. Durch schlechte Weinernten und der damit zusammenhängenden Winzernot ist jetzt Rhein hessen wirtschaftlich von Starkenburg weit überholt und von Oberhessen nahezu erreicht worden. Zahlen bewei sen. Das gesamte vom Staate versteuerte Einkommen beträgt 1910 bis 1911 in Starkenburg 263 Millionen Mark, in Rheinhessen 199 Millionen, in Oberhessen 169 Millionen Mark. Die versteuerten Vermögenswerte be­laufen sich für das laufende Steuerjahr in Starkenburg auf 1838 Millionen Mark mit 1 378 390 Mark Steuer­ertrag, in Rheinhessen auf 1620 Mill. Mark mit Mark 1 214 993 Steuerertrag, in Oberhessen auf 1141 Mill. Mark mit 855 638 Mark Steuertrag.( Wenn man von den Zahlen für Rheinhessen die der Großstadt Mainz abzieht, so bleiben sie hinter Oberhessen zurück.)

Bom Arbeitsmarkt in Hessen und e Hessen- Nassau.

In der Metallindustrie ist durch die wei­tere Entlassung von Arbeitern in den ehemaligen Lah­meyerwerken in Frankfurt a. M., deren Zahl nach un­seren Mitteilungen weit über Tausend betragen dürfte, eine starke Beunruhigung in den Kreisen der Arbeiter eingetreten. Aeltere Leute wurden gesucht, hauptsächlich von Elektrizitätsfirmen und Maschinenfabriken. Auch nach Bauschlossern herrscht gute Nachfrage. Für Spengler und Installateure war dieser Monat schlecht. Die Leder­waren- und Reiseartikel( Portefeuille)= Industrie berichtet von einer Verschlechterung des Beschäftigungsgrades gegenüber dem Vormonat; in ver­schiedenen Betrieben mußte Verkürzung der Arbeitszeit erfolgen. In Mainz war rege Nachfrage nach Satt= lern und Tapezierern. In der Holzindustrie aber herrschte eine gute Beschäftigung. Bei den Wagnern und Glasern( Rahmenmacher), konnten alle angemeldeten Be­werber ziemlich untergebracht werden. In Darmstadt war die Beschäftigung in der Möbelindustrie besser als im Vormonat. Spezialarbeiter auf Stühle und Kon= tormöbel waren sehr gesucht. In der Schuhindu­strie in Offenbach a. M. herrschte Mangel an tüchtigen Arbeitskräften. Die Lage des Arbeitsmarktes im B a u- gewerbe ist im allgemeinen günstiger geworden. In Frankfurt a. M. 3. B. konnten alle arbeitsuchenden Mau­rer untergebracht werden, nur für Zimmerleute war ge­ringe Nachfrage. In der Chemischen Industrie ist der Beschäftigungsgrad weiter ein günstiger zu nen­nen. Jm Buchdruckergewerbe hat die Besser­ung angehalten. Im G a st- und Schankwirt­schaftsgewerbe liefen die Aufträge auf feste Stel­len und Saisonstellen recht zahlreich ein. Bei den un= gelernten Arbeitern war die Lage des Ar­beitsmarktes im Verbandsgebiet nicht gleichmäßig; wäh= rend Frankfurt a. M. und Mainz eine Besserung mel­den, wird aus Wiesbaden und Kassel über geringe Be­schäftigung für ungelernte Arbeiter geklagt. Für land­wirtschaftliche Arbeiter, hauptsächlich ältere, hat der Berichtsmonat noch keine Besserung gebracht. Frankfurt a. M. berichtet, daß die Landwirte meistens auf jüngere Leute, nicht über 25 Jahre, sehen und sol­che Leute sich wenig melden. Vielfach haben die Ar­beitgeber Abneigung, Leute, die schon in der Frankfur­ter Gegend gearbeitet haben, einzustellen, da sie nicht lange auszuhalten pflegen. Ein Mangel an Dienst­Von boten herrscht allerdings fast überall noch. den Organen des Mitteldeutschen Arbeitsnachweis- Ver­bandes wurden, soweit Meldungen von den kommuna­len bezw. Kreisarbeits nachweisen und Herbergen zur

Eine glänzende Haaresfülle

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ist nicht jedermann beschert Selbst die sorgfältigste Pflege, die man dem Haar angedeihen läst, erweist sich erfolglos; wie gründlich man es auch wasche und bürste, es erhält nie jene bei Frauen und Kin­dern so gern gefebene glänzende Fülle, solange Ste Bildung von Kopfschuppen an der Lebenskraft der Haarwurzeln nagt. Häufiges Bürken und etwa alle zwei bis 3 Wochen eine Waschung sind zwar eine wertvolle Hülfe zur Erlangung schönen Haares, sie können aber die Schuppenbildung nicht verhindern. Als ein vortreffliches Mittel hiergegen fann die laut nachstehendem Rezept bereitete Mischung empfohlen werden, welche man zweimal täglich in die Kopfhaut ein­zureib n hat: 1 Gramm krist. Mentol wird in 85 Gramm Bay- Rum aufgelöst und dann werden 30 Gramm Livola de Composèe hin­zugefügt. Ein Teelöffelchen voll besseren Parfums gibt ihm den gewünschten Wohlgeruch. Dies Rezept beseitigt nicht nur die Schup: pen, man spricht ihm auch wirklich bemerkenswerte, den Haarwuchs fördernde Eigenschaften zu. Es kann von jedem Apotheker oder Drogiften zusammengestellt werden. Sein Erfolg liegt in seiner regel­mäßigen Anwendung. Man bürste das Haar öfters und nehme von Zeit zu Zeit eine Waschung vor. Heiße Lockenscheren sind zu vermeiden, denn sie geben dem Haar ein glanzloses, lebloses Aussehen.

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Der Hafer wird gewöhnlich infolge seiner ver­Ende hältnismäßig kräftigen Bewurzelung ganz ans der Fruchtfolge gestellt. Es ist jedoch ein großer Fehler, wenn viele Landwirte glauben, er könne an dieser Stelle ohne Düngung gute Erträge liefern. Für reichen Kör­nerertrag ist die Phosphorsäure unerläßlich und Trieb zu geben Stickstoff; daher lohnt der Hafer stets eine reichliche und kräftige Thomasmehldüngung in Ver­bindung mit Stickstoff und vielfach auch mit Kali. Ferner begegnet man heute gelegentlich auch noch der Ansicht, daß Thomasmehl zu Gerste nicht am Platze sei, weil man früher glaubte, die Gerste habe ein zu geringes Wurzelvermögen, um bei der schnellen Ent­wickelung die Thomasmehlphosphorsäure gut auszunü­zen. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß auch die Gerste das Thomasmehl vollkommen befriedigend aus­zunuzen vermag, selbst bei Anwendung im Frühjahr. Man bemesse die Thomasmehlgabe bei beiden Sommer­früchten nicht zu schwach, zumal wenn gleichzeitig noch eine Kleeeinsaat erfolgt. Bei zahlreichen Versuchen hat sich herausgestellt, daß Düngungen mit 600-800 Kg. Thomasmehl pro Hektar viel rentabler sind als schwache Gaben, und daß dann auch die Nachwirkung im fol-| genden Jahr um so besser ist.

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