Ausgabe 
21.10.1911 Erstes Blatt
 
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Das Kölner Luftschifferbataillon Nr. 3, das am 1. Oftober gebildet worden ist, besteht vorläufig aus vier Offizieren, 22 Unteroffizieren und 150 Mann. Es wird in zwei Jahren auf 400 Mann gebracht werden. Für dieses Bataillon wird in der Nähe der Militär­luftschiffhalle eine eigene Kaserne errichtet. In der Luft­schiffballe befinden sich zur Bett ein Groß- und ein Parsevalluftschiff. Wie verlautet, wird der neue Zep­pelinkreuzer bereits Freitag in Cöln eintreffen. An­fang nächster Woche werden dann voraussichtlich Ma­növer aller drei Luftschiffe beginnen und mehrere Wochen dauern.

Die Typhusepidemie in Duisburg. Die Typhus­epidemie hat in den letzten Tagen in Duisburg und Mülheim einen derartigen Umfang angenommen, daß die Krankenhäuser keine Kranten mehr annehmen kön­nen. In zwei Tagen wurden in Duisburg 13, in Mül­heim 15 Typhusfälle gemeldet. Die Unterbringung der Kranten erfolgt jetzt im städtischen Seuchenhaus. Auch in Mülheim find die Krankenhäuser nicht mehr auf­nahmefähig. Die Ursachen liegen in keimhaltigem Let­tungswasser.

Geld statt Effen. Eine eigenartige Folge hat die gegenwärtige Teuerung in Berlin gezeigt. Sie hat es bewirkt, daß diejenigen Gewerbetreibenden, die ihre Angestellten noch ganz oder teilweise beköstigen, und die bisher von einer Abschaffung der Kost und deren Ablösung durch bares Gelb nichts wissen wollten, jetzt gern dazu bereit sind. Selbst Gastwirte führen viel­fach, auf Wunsch der Kellner, den Ersatz der Beföſti­gung durch Lohnerhöhung ein. 1. a. hat der Wirt eines aroßen Braueretausschantes in der Friedrichstraße den Monatslohn seiner Kellner von 10 auf 50 Mark, unt= ter Wegfall der Kost, erhöht.

Aus den Gerichtssälen.

Im Prozeß gegen den Ritternutsbesiker Becker we­gen Beleidigung des Grimmer Landrats, der gegen= wärtig in Stettin verhandelt wird, beantragte der Staatsanwalt am Donnerstag gegen den Angeklagten ffinf Monate Gefängnis. Strafmildernd set ihm zuzu­billigen, daß die Angriffe aus parteipolitischen Motiven erfolgten und daß der Angeklagte seine Behauptungen Jalfächlich für wahr gehalten habe. Das genüge aber icht, um nur auf eine Geldstrafe zu erkennen, die zu­dem der Angeklagte bet feinen guten Berhältnissen nicht besonders spüren würde. Außerdem seten die Beleidt­gungen sehr schwere. Es handele sich um eine systema­liche Hetze gegen einen Beamten, um ihn unmöoltch zu machen. Außerdem habe er die beleidigenden Aeu­Berungen nicht im Wahlkampfe gebraucht, wo manches unbedachte Wort fällt, sondern habe sie sogar schriftlich niedergelegt. Daher set auf eine Freiheitsstrafe zu er­tennen.

Die, Swaben" in Berlin.

Nach zwölfstündiger Fart ist das Luftschiff Schwa­ben", das am Donnerstag morgen% 5 Uhr in Düssel­dorf aufgestiegen war und seinen Weg über Hamburg und Bremen genommen hatte, in Johannistal bet Ber­In gelandet. Am Morgen schon hatten große Plakate an den Bitfassäulen die Ankunft der Schwaben anges Findlat, und die Mittagsblätter taten das übrige, um das Interesse der großen Bevölkerung für das denk­würdige Ereignis wachzurufen. Ueberall, an allen Straßenecken sah man die Menschen gruppenweise zu­sammenstehen, die mit Tücherschwenken und Hurra­rufen die Voritberfahrt des Luftschiffes begrüßten. Wer es aber irgend ermöglichen konnte, der setzte sich jedoch auf die Bahn und fuhr nach Johannistal hinaus, wo ein feder Bug neue Taufende brachte. Bald war das Fluafels, dessen neue Luftschiffhalle zum ersten Male ihren Beruf erfüllen sollte, von allen Seiten umlagert. Nach Westen waren die Augen gerichtet, denn von dort, von Berlin her, mußte der Kreuzer fommen. Einst­meilen war er aber noch nicht zu sehen, und so wird es denn dankbar begrüßt, als Oberingenieur Hirth auf einem neuen Rumplertyp, der in der Form noch mehr einer Taube ähnlich, die waghalsigsten Glettflüge vorführte, bis plötzlich oben von der Halle her, auf der man einen Auslug postiert hat, eine mächtige Stimme herabrief: Er kommt! Er kommt!" und im Au­genblick stürmte affes hinter die Tribüne, von wo aus man den besten Blick hat. 1nd richtta. Aus dem Nebel am Horizont löfte sich dort hinten etwas geheimnisvolles Granes ab. Bunächst nur in der Größe eines Kinder­spielzenges, um aber rasch zu wachsen, und nach went­gen Minuten konnte man den plumpen Kopf des Luft= ingetimes erkennen. Schon drama auch das summende Geräusch der Motore herüber. Die Gordeln wurden sichtbar, und aus der Mittelfabine leuchtete zum Gruß ein mehendes Taschentuch Hernor. Langfam fenfte fich das Schiff und steuerte, von stiirmischem Jubel empfan­aen, auf den Landungsplatz zu. Aber so einfach mar die Landuna nicht, da der Weg des Gegenwindes halber über die Trtbitnen gehen mußte und der Raum zum Niedergehen dadurch sehr furz bemessen ist. 3weimal mona der Verfuch. Aweimal mukte der Coloẞ mte­

vor.

Aber doch eigentlich ganz zufällig!" hielt ihm Friz

,, Das ist gleich, auch der Zufall wird bei uns aufs sorgfältigste berücksichtigt."

" Das war doch wohl selbstverständlich," versetzte der Justizrat. Und sie hat doch jedenfalls im Einver­nehmen mit ihrem Gemahl gehandelt, als Doktor Wal­dow zu seinem Arzt erkoren wurde."

Dann war sie aber vermutlich der leitende Geist bet dieser Wahl. Denn sie kannte ta den Doktor schon von früher her."

Wer sagt das?"

Niemand! Aber ich muß es daraus schließen, daß bet ihm eine Photographte der Frau von Marleben ge­funden wurde, die, wie wir durch Nachfrage bet dem be­treffenden Photographen festgestellt haben, bereits fünf Jahre alt ist, also aus threr Mädchenzeit stammt. Er kann das Bild doch nur von ihr selbst erhalten haben." " Hat er sich noch nicht darüber geäußert?." Nein wir sind gespannt darauf und wünschen sehr, daß es recht bald geschehen könne. Augenblicklich liegt er nämlich an einem schweren Nervenfteber darnieder." Sie haben also den Doktor ernstlich im Verdacht?" fragte Frizz ungläubig.

,, Verdacht müssen wir immer haben," versetzte Wet­de tn entschuldigendem Ton. Aber ich muß hinzusehen meine Herren, daß ich selber in diesem Falle eine ganz andere Spur verfolge."

,, und welche tst das?" fragte der Justizrat lebhaft. Es ist die, welche auf die falsche Diakonissin führt, über die sie Herr von Marleben noch aufklären wird." " Und sind alle thre Kollegen dieser Meinung?" " Allerdings nicht. Herr von Bardekow besonders hält mit Zähigkett daran fest, daß Doktor Waldow seine Hand dabei im Spiele gehabt haben müsse. Und man tann ihm das eigentlich nicht verdenken; denn er ist der erste gewesen, der diese Spur gefunden hat."

der emporsteigen, um in großem Bogen den Anlauf zu erneuern. Beim dritten Male endlich gelang es, auf 20 Meter herabzukommen. Die Piontere ergriffen das Seil und zogen langsam den mächtigen Rumpf herab, der von der sinkenden Abendsonne in einen goldenen Schein getaucht war. Gellende Kommandopfiffe ertön­ten und allmählich verschwand das Schiff. Gerade zwölf Stunden, nachdem es von Düsseldorf abgeflogen war, fonnte es sich von der langen Reise zu neuen Taten er­holen.

Die Revolution in China.

Das Regierungsblatt in Peking fündigt an, daß die Aufständischen bei Hankau gestern geschlagen worden sind. Fünf mit Truppen aus dem Norden be= setzte Eisenbahnzüge find in Hantau eingetroffen. Kai­ferliche Edikte befehlen, daß die Anführer der Aufstän­dischen streng bestraft werden sollen, fordern die Miß­leiteten und diejenigen, die sich dem Aufstande nur ge­zwungen angeschlossen haben, auf, zur Botmäßigkeit zu­rückzukehren, und warnen die Bevölkerung wie die Soldaten, an dem Aufstande teilzunehmen. Bei der Beschießung Hankaus sind auch Häuser der Deutschen beschädigt worden, doch liegen nähere Nachrichten über den angerichteten Schaden noch nicht vor. Die Stadt Hantau ist jetzt übrigens von den Kaiserlichen einge= schlossen und es steht die uebergabe zu erwarten. Ein Telegramm meldet uns:

London, 20. Oktober. Die Blätter melden aus Beting: General Jintschang, der Befehlshaber der kat­ferlichen Truppen, hat in der vergangenen Nacht mit acht Bataillonen Infanterie und sechs Batterien Artil­lerte den Jangse überschritten, wodurch die Stadt völlig umzingelt ist. Man hegt die Hoffnung, das gemeinsame Bombardement durch die Land- und Seestreitkräfte ver­meiden zu können. Man glaubt ferner, daß die Auf­ständischen den Widerstand bald aufgeben werden.

Die 3taliener in Tripolis.

Trotz aller italienischer Siegesnachrichten ist bisher auf dem Kriegsschauplaß nichts vorgefallen, das die gleich nach dem Falle von Tripolis geäußerte Ansicht, Baß diefer feinen friegerischen Erfolg bedeute, da erst in Hinterlande der Krieg beginne, auch nur um matte Nuancen abschwächte. Im Gegenteil. Die Scharmützel, dte dicht hinter dem Stadtbezirke einfeßten, haben trotz umfassender Gegenmaßregeln der Italiener bisher fort­gedauert. Und das schönste Feuerwerk mit Stegesnach­richten kann nicht den Bulverdampf rosenrot färben, der Zeugnis davon ablegt, daß die Türken an der Idee der Gegenwehr im Hinterlande allen Ernstes festhalten. Auch den Meldungen über die italienfreundliche Stim­mung der Araber steht die Drapierung mit Lorbeer­fränzchen und Friedensfähnchen schlecht. Was sollen diese Araber in den Küstenstädten denn anders tun, als gute Miene zum bösen Spiel machen? Nun, das haben sie getan. Nichts deutet aber bisher darauf hin, daß die Araberstämme im Hinterlande, die gerade krte­gerische Leistungsfähigkeit von den in den Küstenstädten seßhaft und träge gewordenen unterscheidet, den Ita­lienern Frieden oder gar Waffengemeinschaft anbieten merden. So Weibt es denn tross allen Feuerwerts da­bet: Gelingt es nicht vor der Fortsetzung des Krieges im Hinterlande eine Verständigung zu erzielen, dann steht ein schweres Ringen bevor, in dem die Italiener in Land und Leuten größte Schwierigkeiten überwinden müssen.

Ueber die 3ugeständnisse, welche Jtalten der Türket für die Abtretung von Tripolis zu machen be­reit wäre, erfährt der Bariser Temps" folgendes: Ita­Iten will sie für die Krondomänen und gewisse Antt­quitäten durch Geld entschädigen. Ferner will Italten der Bevölkerung gestatten, den Sultan als reliatlife Oberhaupt anzuerkennen. Endlich verspricht Italien die von der Pforte geplante Kopfstexer für Ausländer somie 4% Rollerhöhung anzunehmen, falls auch die anderen Großmächte sich damit einverstanden erklären. Wenn auf dieser Grundlage bold Friede geschlossen wird, so will talten der forte bei der Erhaltung des Status quo auf dem Balkan gute Dienste Tetsten.

Das türkische Ministerium.

Der Großvesir Satd Pascha erhielt in der gestrigen Kammerstzung mit 125 gegen 60 Stimmen ein Ver­trauensvotum. Said erklärte, daß er die Regelung me= der durch Gelbentschädigung noch durch Verzicht auf die Rechte der Türkei in Tripolis autheiße.

Reichstagserfazwahl in Konstanz.

Für den am 13. August d. J. verstorbenen Abge­ordneten Geh. Finansrat Friedrich Hug fand am Don­nerstag im Reichstagswahlkreise Konstanz- Meßkirch­Stockach die Ersabwahl statt. Der Wahlkreis war feit 1890 ununterbrochen im Besitze des Zentrums, wäh­rend er vorher stets durch einen Nationalliberalen im Reichstage vertreten war. Zwischen diesen beiden Bar­teten spielte sich im wesentlichen auch der gestrige Wahl= tampf ab. Kandidat des Zentrums war Landgerichtsrat

So verteidigte Weide seinen Kollegen und ließ sich nichts anmerken, daß zwischen ihm und Herrn von Bar­dekow schon lange eine Nebenbuhlerschaft bestand, die fett einiger Bett zu ehrgeiziger Eifersucht, ähnlich der bet einem Wettrennen, entbrannt war.

5. Kaptter.

Mehrere Wochen waren verstrichen, der Dezember war mit Schnee und Frost gekommen, und mit ihm rück­te das liebe Wethnachtfest immer näher. Auf allen Ge­fichtern lag es wie eine frohe Erwartung kommender­froher Ereignisse, in den Auslagen der Schaufenster häuften sich reizende und kostbare Gegenstände und schienen den draußen stehenden zuzurufen: Seht wie schön wir sind! Kauft uns! Kauft uns zu Geschenken für eure Lieben! Und da gingen auch überall Leute mit geheimnisvollen Paketen, den Vorgeschmack jenes herr­lichen Gefühls im Herzen, daß Geben seliger ist denn Nehmen Gab es wirklich Menschen, die solchem fröh­lichen Treiben fern standen und nicht mitschwammen in dem lachenden Strom, der schließlich in den allgemet­nen Jubel des Festes mündete? O ja! Das waren die Armen und Elenden, die Ausgestoßenen, die niemand und nichts hatten, um sich und anderen eine Freude zu beretten. Aber auch unter denen, die durchaus nicht zu diesen Bedauernswerten gehörten, gab es solche trüb­seligen Wesen, und unter ihnen war Herr von Scharf­fenstein.

Was ging ihn das Fest, was gingen ihn die ver­gnügten Menschen an? Er hatte sein hübsches Jung­gesellenheim und das, was ihm alles ersetzet, Weib und Kind und das Glück im Schoß der eigenen Familie: setn Amt! Sein Amt als gerechter Priester fener un­

Frhr. v. Rüpplin, der der Nationalliberalen Gärt­nereibefizer Schmidt, der auch von den Freifinnigen unterstützt wurde. Als fozialdemokratischer Mitbewer ber trat der Buchdrucker Großhans in die Schranken. Ueber das Resultat der Wahl meldet uns ein Tele­gramm:

Konstanz, 20. Oktober. Bei der gestrigen Reichs­tagsersatzwahl im ersten badischen Wahlkreise erhielt Landgerichtsrat v. Ripplin( 3tr.) 13 410 Stimmen, Gärtner Schmidt( liberaler Block) 11 234 und Buch­drucker Großhans( Soz.) 3026 Stimmen. Es ist so­mit Stichwahl zwischen den beiden erstgenannten erforderlich.

Im Jahre 1907 erhielt von 25 527 abgegebenen Stimmen der Zentrumskandidat 14 327, der National­liberale 8596 und der Sozialdemokrat 2565 Stimmen. Eine Stichwahl war also nicht nötig.

Drabtnachrichten und neuestes.

Nachklang zum Metternich- Prozeß. Berlin, 20. Oktober. Der Vorstand der Berliner Anwaltskammer hat bei der Oberstaatsanwaltschaft von Amtswegen die Einleitung des ehrengerichtlichen Ver­fahrens gegen die beiden Verteidiger im Metternich­Prozeß beantragt. Die Tragödie in Rudolstadt. Rudolstadt, 20. Oktober. Der Brief, den der Obersekundaner von Necker an seine Mutter hinterließ, enthält die folgende bezeichnende Stelle:" Ich habe schon seit Wochen Harry( Dießen, dessen Rufname übrigens Rudolf tst) das Ehrenwort abgenommen, daß er mir jeden Liebesdienst tut, den ich von ihm verlange." Wet­fer wird ausgeführt, daß eben der Wunsch, durch Dießens Hand zu sterben, der Lieblingswunsch gewesen ist, und daß die Beleidigungsszene nur Mittel zum Zweck ge= wefen fei. Die Staatsanwaltschaft hat alle Briefe von Schülern, die mit der Angelegenheit in Verbindung ste= hen, an sich genommen. Explosionsunglüd in einem russischen Erziehungsheim. Warschau, 20. Oktober. Gestern explodierte in dem Erziehunasheim Zum heiligen Herzen Jesu" ein Kessel, wodurch fünf Personen tödlich und einige andere leichter verletzt wurden.

Berliner Getreides und Schlachtviehmarkt.

Wie es meist im Oktober der Fall ist, verkehrte der Getreidemarkt in der am 18. Oktober beendeten Berichts­woche in fester Haltung. Die Landwirtschaft ist in die­fer Zeit durch Feldarbeiten in Anspruch genommen und aus diesem Grunde nicht in der Lage, dem Markt viel Ware zuzuführen. Infolgedessen zeigt das Angebot eine Verringerung, und gleichzeitig erwies sich der Konsum fauflustiger, well die kälter gewordene Witterung An­laß gibt, an die notwendige Versorgung für den Win­ter zu denken. Dazu kam die unbefriedigende Beschaf= fenheit des diesjährigen Frühjahrsweizens der nord­amerikanischen Union und des kanadischen Wetzens. Al­Terdings steht diesen Einflüssen das ständige beträchtliche Anwachsen der sichtbaren nordamerikanischen Wetzen­vorräte als abschwächendes Moment gegenüber. Hafer hob sich im Breise infolge der Abnahme des inländischen Angebots, die sich det diesem Artikel noch schärfer be­merkbar macht als bei Brotgetreide. Gerste wurde ztem­lich rege gehandelt. Mais wurde vielfach von Nord­amerika zurückgekauft und zog gleichfalls an. Für Lte= ferung im Dezember stellten sich schließlich die Preise wie folgt: Weizen 211,75 M, Roggen 189,50 M., Hafer 187. Mark, Mais 168,50 M..

Breise des städtischen Schlachtvich- Marktes. 1. Och sen: a) vollfleischig, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes, ungejocht 78-86 M., b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 73 bis 80 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 58 bis 72 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höch= sten Schlachtwertes 73-80 M., b) vollfleischige jüngere 70-76 M., c) mäßig genährte füngere und gut genährte ältere 60-72 M. 3. Färfen und Kühe: a) vollfleischtge, ausgemästete höchsten Schlachtwertes 613 M., 6) vollfleischiae, ausgemästete ühe hächsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 65-68 M., c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte füngere Kühe und Färsen 58-65 Mark, d) mäßig genährte ühe und Färfen 51-57 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bts 58 M., f) ge= ring genährtes Tunavieh( reffer- M. 5. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 100-136 M., b) feine Mastkälber 100-107 M., c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 87-97 M, b) geringere Mast- und gute Saugfälber 77-84 M, e) geringe Saugtälber 65-75 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und füngere Masthammel 70-80 M., 6) ältere Masthammel, geringere Maitlam­und gut genährte junge Schafe 60-68. c) mäßig genährte Hammel und Schafe 44-64 M. 4. Schmeine: a) Fettschweine über 3 2tr. Lebendgewicht 60-62 M, b) vollfleischige Schweine 250 bis 300 fund 58-68 M. c) vollfleischige 200 bis 240 fund 56-60 M., d) vollfleischige Schweine 160 bis 200 Bfund 52-57 M., e) vollfleischige Schweine unter 160 Bfund 50-57 M., f) Sauen 51-53 M

mer

erbittlichen, ernsten und strengen Frau, die mit der Wage in der Hand dte Taten der Sterblichen abwägt und eine Binde vor thre Augen gelegt hat, um nicht sehen zu können, ob arm oder reich, jung oder alt, schön oder häßlich vor thr steht: der furchtbaren Göttin The­mis.

So saß er auch heute wieder wie immer in seinem Büro vor seinen Aften, als ihm der Gerichtsdiener eine Dame meldete, die ihm eine wichtige Mitteilung zu ma­chen habe.

" Emmi Heinroth" las er auf der Visitenkarte. Heinroth? Hetnroth?" murmelte er sinnend vor sich hin.

Ich lasse die Dame bitten!" sagte er laut.

Eine mittelgroße. verschleierte Dame trat ein. Als ste den Schleter zurückschlug, sah er, daß sie ein geist­volles Geficht hatte, daß sie sehr blaß war und daß thr dunkles Pelzbarett auf prächtigem, goldblondem Haar faß. Ste schaute ihn mit ihren großen braunen Augen forschend an, als ob sie sich vergewissern wollte, was für einen Mann sie vor sich habe. Ste hatte offenbar etwas auf dem Herzen und schien nicht gleich die rich­tigen Worte zu finden.

Er wies zuvorkommend auf einen Stuhl. wünschen, gnädiges Fräulein?"

Ste

Ich komme," sagte sie, nachdem sie dankend Platz genommen hatte, in jener Angelegenheit zu Ihnen, die Ste in der letzten Bett, wie ich erfahren habe, besonders beschäftigt hat, mein Herr. Ich meine den Fall Mar= leben." Ste blickte verlegen zu Boden.

Wissen Ste etwas Neues darüber?" fragte er ruhig.

( Fortsetzung folgt.)