Ausgabe 
21.10.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

U=

e!

i.

Ο

Ο

re

inträg­

annten

astin

Kauf­

s Real­Examen.

10. Die

Tüfung.

anstalt.

Höhere

nzende

nungs­

reit

m.so.

Ueberall zu haben.

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

Erscheint Redaktion:

oierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 213.( 1. Blatt.)

Mittelstandskongress des Hansabund. Darüber wird uns folgendes geschrieben mit der Bitte um Veröffentlichung:

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen Polizei Amfes

=

Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Samstag, den 21. Oftober 1911.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Neklameteil 50 Pfg..­Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden, Justizrat| Nachdem Landtagsabgeordneter Justizrat Grüne-

wald noch einige Ausführungen allgemeiner Natur und Prof. Urstadt einige Schlußworte gesprochen hatten, schloß gegen 12 Uhr Justizrat Metz die Ver­sammlung mit einem Hoch auf Gießen und das Hessen­land.

| Me 13, ergriff Professor Dr. Ur stadt, der Kandidat der Freisinnigen für Gießen in den kommenden Land­tagswahlen, das Wort, um in längerer Rede den Wählern seine politischen Anschauungen und Pläne vor­zutragen. Er begann, so wird Buhörer geschrieben, mit der Kennzeichnung des reak­uns von einem tionären Kurses der letzten Jahre, der bedingt sei durch das Erstarken der 1. Kammer und die Schwachheit der 2. Kammer. Diese Reaktion wäre sogar soweit getrie­ben, daß sie neben ihren Erfolgen wie Pluralwahlrecht, Rautelen, Wahlkreiseinteilung, Hintertreibung der Ge­währung des passiven Wahlrechts an Lehrer und Geist­währung des passiven Wahlrechts an Lehrer und Geist- wendung der psychologischen Untersuchungsmethoden auf

Am 5. und 6. November findet zu Berlin ein Mit­telstandskongreß statt, den der Hansabund einberufen hat, um mit den Angehörigen der zum Mittelstande zäh­lenden Berufsgruppen jene wichtigen gewerblichen und wirtschaftlichen Fragen zu besprechen, die für das Er­werbsleben der breiten Schichten des deutschen Volkes von großer Bedeutung sind. Es wird sich dabei Ge­legenheit finden, den Mittelständnern Aufklärung zu ge­ben über ihre wahren Freunde. Bekanntlich drängen sich aus den Lagern aller politischen Parteien geschäfliche usw, selbst das absolute Budget- Verwerfungsrecht tige Agitatoren und wirtschaftliche Heuchler an den Mit­telstand heran, um ihn einzufangen für die nackten und ost sehr egoistischen politischen Interessen.

Ein Meisterstücklein war der Kongreß in Dresden, um den Mittelstand dem Hansabunde zu entfremden. Es hat sich aber gezeigt, daß alle Versuche dem Hansa­bunde, der heute gefestigter dasteht als früher, feinen Abbruch tun können und der anfangs November in Ber­lin zusammentretende Mittelstandskongreß des Hansa­bundes wird dafür erneut den Beweis erbringen.

Auch der Landesverband Nassau des Hansabundes hat, wie bekannt, beschlossen, zahlreiche Handwerker und Detaillisten auf Kosten des Landesverbandes nach Ber­lin zu senden, denen sich viele Mitglieder des Landes= verbandes anschließen, die auf eigene Kosten dem Kon­gresse beiwohnen werden. Die Vertretung des Landes­verbandes wird deshalb seiner Stellung im Hansa­bunde und der Bedeutung des Kongresses angemessen sein.

Außerordentlich wichtig sind die einzelnen Beratungs­gegenstände. Neben den Fragen über die Hebung des fleingewerblichen Kredits( Referent Direktor Knob I o ch) wird die Diskontierung von Buchforderungen ( Referent Stadtrat Jung aus Neisse) besprochen wer­den. Herr Neddermann aus Bremen wird über das Verhältnis des Hansabundes zu den Konsumver­einen und Beamten- Konsumvereinen sprechen. Ueber die verschieden gestalteten Fragen des Detaillhandels wird Dr. Köthner aus Berlin referieren, indessen Herr Partsch at aus Königsberg die ernstesten Fragen des Handwerks sachkundig und weitausholend behandeln wird. Direktor Knobloch wird ein Referat über das Submissionswesen erstatten, dessen Studium er be­fanntlich schon lange zu seiner Aufgabe gemacht hat. Kommerzienrat Schmahl aus Mainz wird ausführ­lich das gewerbliche Bildungswesen behandeln und schließlich Direktor Knobloch in einem Schlußvor trage einen Ausblick tun in die Entwickelung des deut­schen Mittelstandes.

Parteipolitisches.

Hessische Landtagswahlen 1911.

von

s Offenbach. Der hiesige Verein der Fortschritt­lichen Volkspartei hat gestern abend beschlossen, der Aufstellung eines eigenen Kandidaten abzusehen und feinen Mitgliedern die Abstimmung freizugeben.

§ Die Christlichsoziale und Deutschsoziale Parteileit ung beschloß, in dem Landtagswahlkreise Darmstadt sowie in den Reichstagswahlkreisen Darmstadt und Mainz eigene Kandidaten aufzustellen.

=

§ Ueber das für die bevorstehende Landtagswahl in Mainz zwischen der Fortschrittlichen Volkspartei und den Nationalliberalen abgeschlossene Wahlbündnis erfährt die Frks. 3tg." noch nachträglich, daß zwischen den beiden Parteileitungen vereinbart wurde, daß bei der diesmaligen Landtagswahl die Nationalliberalen für den Kandidaten der Fortschrittlichen Volkspartei ein­treten, während diese sich verpflichtet, bei der in drei Jahren stattfindenden Landtagswahl für den Kandida­ten der Nationalliberalen Partei einzutreten.

§ In Alzey hat die Zentrumspartei den Ober­postassistenten Neundörfer in Worms als Land­tagskandidaten aufgestellt.

Aus Stadt und Cand.

Gießen, 21. Oktober 1911.

* Die vierte Reihe der Darmstädter Schloßfreiheits­Geldlotterie wird bestimmt am 15. November dieses Jahres in Darmstadt gezogen.

n Der Verein der Fortschrittlichen Volfs= partei zu Gießen hatte für gestern Abend nach Steins Garten eine öffentliche Versammlung einberufen,

die sich eines zahlreichen Besuches erfreuen konnte. Nach

der 2. Kammer, bestritten habe. Redner kritisiert dann das Verhalten der hohen Herren" gegenüber Steuern, die nicht nur die Allgemeinheit, sondern auch sie selbst treffen könnten( Gemeindesteuer nach dem gemeinen Wert, und auf Dekonomiegebäude). Die Reaktion macht selbst vor den Schulen nicht halt und bedrohe sogar die Uni­versität, der man einen Kurator aufoktropieren wollte. Redner wandte sich alsdann der riesigen Schuldenlast zu. Trotz ihrer Höhe seien neue Ausgaben unerläßlich, so für Erhöhung der Beamtengehälter, Pensionen der Witwen und Waisen, besonders der unteren Beamten. Es müsse gespart werden am Verwaltungsapparat, aber nicht an den unteren Beamten mit den kleinen, sondern an den oberen mit den großen Gehältern. Eine größere Einnahmequelle müsse durch Revision des Ei­senbahnvertrages mit Hessen beschafft werden. Der Red­ner kam auf das Handwerk zu sprechen und führte aus, daß der kleine Befähigungsnachweis wohl, der große aber schon wegen seiner technischen Undurchführbarkeit nicht annehmbar sei. Eine Besteuerung der Konsumver­eine halte er für gerecht, ebenso eine Filialsteuer, ob­gleich diese Schwierigkeiten bereiten würde. Die Waren­haussteuer trüge die Gefahr in sich, daß sie auf die fleinen Leute abgewälzt werden könnte, auch wäre ihr Ertrag sehr problematisch. Forderungen seiner Partei seien die Förderung der allgemeinen Fachausbildung, den Gewerbeschulen und Fachschulen müsse die Erteilung des Einjährigen- Scheins zugestanden werden, Aenderung des Submissionswesens, Beschränkung oder Abschaffung der gewerblichen Arbeit beim Militär und in Gefäng nissen, wo sie mit dem Handwerk in Wettbewerb tritt. Zum Schluß äußerte sich der Redner über sein Ver= halten im Falle seiner Wahl, wobei er betonte, daß er durch öffentliche Aussprachen usw. stets mit allen Krei­sen seiner Wähler in ständiger Berührung bleiben Nach ihm ergriff Pfarrer Korell das Wort und erläuterte zunächst, mit welcher Berechtigung und aus welchen Gründen er erschienen sei. Dann schilderte er die Einigungsverhandlungen und ihr Scheitern. In längeren Ausführungen beleuchtete er das Verhältnis zwischen den Freisinnigen und den Nationalliberalen, welch letzteren der Reaktion Vorspanndienste leisteten. Das geschlossene Zusammengehen der linken Front sei durch die Schuld der Sozialdemokratie verhindert wor­den. Redner forderte zum Schluß die Wähler auf, ihre Stimme dem freisinnigen Kandidaten zu geben. Zur Debatte über das eigentliche Thema ergriff nur Stadt­verordneter Krumm das Wort. Er wandte sich scharf gegen die Nationalliberalen, denen seine Partei keine Stimme geben würde. Sollte der sozialdemokratische Kandidat nicht in die Stichwahl gelangen, würde die Partei geschlossen für den Freisinnstim­men. Im übrigen erklärte der Redner seine Zustimmung zu den meisten der Ausführungen des Vorredners.

werde.

-

Kartheniums Marlykoffun

n Malermeister E. Aßmann und Frau konnten gestern das Fest der Silbernen Hochzeit begehen.

n Der 7. Internationale Kongreß für Kriminal- An­thropologie wurde durch einen Besuch der Gießener Kli­nik für psychische und nervöse Krankheiten beschlossen. Professor Sommer hielt einen Vortrag über die An­dem Gebiet der Kriminalpsychologie. Die Laboratorien und Unterrichtseinrichtungen wurden eingehend be= sichtigt.

n Militärisch e s. Zum Fähnrich befördert wurde der Unteroffizier v. Specht im Inf.- Rgt. Kaiser Wil­helm( 2. Gr. Hess.) Nr. 116. Dr. Lehr, Div.-Pfarrer der 14. Div. in Wesel, ist in gleicher Eigenschaft zur 21. Div. nach Mainz versetzt.

n Der hiesige Gesangverein Harmonie" feiert heute sein 65. Stiftungsfest.

n Stadttheater. Bei der Aufführung von Aristophanes Fröschen" am 31. Oktober sollen die Schüler der oberen Klassen gleiche Ermäßigung wie die Studierenden genießen.

n Das Programm der Anlage- Musik morgen Sonntag, mittags 12 Uhr, ist folgendes: 1. Schäfers Sonntagslied v. C. Kreutzer, 2. Duverture zur Oper. Fantasie aus G. Verdis Oper Trovatore" von W. ,, Das Glöckchen des Eremiten" von A. Maillart, 3. Große, Löber, 4. Kinderlieder- Marsch von M. Ziehrer.

o Alsfeld. In dem Holzlager der Firma Steu­ernagel brach am Mittwoch abend Feuer aus, das in Vorstellung bald eine Panik hervorgerufen hätte. einer gleichzeitig in der Nähe stattfindenden Theater=

o Bernsburg. Hier wurde durch Fertigstellung der neuen Verbindungskreisstraße zwischen Ruhlkirchen und Bernsburg ein fürzerer Weg nach Alsfeld geschaffen.

o Ockstadt. Seit Mittwoch dürfen die hiesigen Landwirte wegen der in der Nähe herrschenden Maul­fahren; auch dürfen sie nicht die restlichen Feldfrüchte von und Klauenseuche ihr Vieh nicht mehr nach Friedberg ihren Friedberger Feldern holen oder dort ihre Aecker versehen.

o Darmstadt, 20. Okt. Die Fürstin zu Solms­Lich, sowie Prinz Hermann zu Stolberg- Wernigerode sind gestern im Jagdschloß Wolfsgarten eingetroffen und reisten heute mit der Prinzessin Hermann zu Stolberg= Wernigerode wieder ab. Prinz Heinrich von Preußen ist im Auto zum Besuch in Wolfsgarten ein­getroffen. Der König von Preußen hat dem Garni­sonverwaltungsdirektor i. P. Adolf Dörr den Kgl. Kronen- Orden 3. Klasse verliehen.

-

-

! Bodenheim. Die Firma Krafft begeht mor­gen Sonntag das Fest ihres 100jährigen Bestehens als Weingutsbesitzerin von Bodenheim.

! Viernheim. Der Arbeiter Ignaz Riehl ge­riet beim Abspringen von der fahrenden Nebenbahn un­ter die Räder, wodurch ihm beide Beine abgefahren wurden.

bahnhof Bischofsheim bei Mainz der Rangierer Heinr. ! Mainz. Letzten Freitag wurde im Rangier= Gimbel von einem Rangierzug erfaßt, überfahren und sofort getötet.

! Mainz. Ein Bäckergeselle bedrohte den Geist­lichen Prof. Dr. Anton Kirstein, weil er ihm auf seine Frage, wie er sich die Stellung des Papstes denke, keine genügende Auskunft geben konnte. Der anscheinend Gei­steskranke wurde verhaftet.

! Höchst a. M. Die Stadtverordnetensizung be­willigte die Erweiterung des städtischen Krankenhauses,

schmeckt gut, ist gesund die ungefähr 700 000 Mart beanspruchen wird. und- billig.

! Worms. In der Dampfmühle der Firma L. Landsberg brach Mittwoch früh Feuer aus, das sehr rasch um sich griff. Der Schaden wird auf über 300 000 Mark geschätzt.

Magenstörungen, Verstopfung.

Es ist allgemein anerkannt, das durch eine mehrwöchentlich e beseitigt werden.

Das Gehalt mocht' 6! Behandlung mit Dr. Wegeners Tee bie hartnäckigften Fälle

Dr. Wegener's Tee wirkt sehr mild, dennoch gründlich und sollte in keiner Familie fehlen. Preis Mt. 1.50, in Apotheken erhältlich; wo nicht vorrätig wende man sich an die Ferromanganingesellschaft, Kronprinzenftrake 55, Frank­

furt a/ M.