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Herbst oder Frühjahr?

Das Raten nm den Termin der Reichstagswahlen.

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Es steht, wie wir berichteten, jetzt fest, daß die Reichs­regierung gewillt ist, den Reichstag Anfang Oktober einzi­berufen, damit er die im Sessionsabschnitt Ostern- Pfing= ften, der Hauptsächlich durch die Reichsversicherungsordnung ausgefüllt werden soll, unerledigt gebliebenen Gesetzentwürfe burchberate. In freikonservativen Blättern taucht weiter die Nachricht auf, diese im Herbst beginnende Session werde, wenn es nach dem Willen der Regierung gehe, bis Ende Januar verlängert werden und zwar genau bis zum 25. Januar 1912, dem Tage der Hauptwahlen von 1907 nach der Reichstagsauflösung vom 13. Dezember 1906. In einigen Zeitungen wird dieses Gerücht verspottet. Nach Erkundigungen der Münch. N. N." hat es gleichwohl einen ernsten Hintergrund, der durch ein Wort des Abg. Erzberger blißartig erleuchtet wird. Im Tag" vom 16. April beschäftigt sich dieser Zentrumsabgeordnete mit der Entwickelung der Retchsfinanzen und läßt dabei den Satz einfließen: Wenn der Etat für 1912, der dem Reichstag noch vorgelegt werden könnte, nach den erprobten Prinzi­pien von 1910 und 1911 aufgestellt wird, dann wird er schon einen erflecklichen Ueberschuß in der Aufstellung zeigen."

Wie das genannte Blatt zuverlässig erfährt, ist das nicht so leicht hingeredet. Es besteht in der Tat an manchen einflußreichen Regierungsstellen und bet führenden Per­sonen der Konservativen und des Zentrums der Wunsch und der Plan, noch diesem Reichstag den Entwurf des Budget& für 1912 vorzulegen. Dabei geht man von folgenden Erwägungen aus: Der Etat für das kommende Jahr wird vermutlich ziemlich klar und einfach liegen. Die Finanzen bessern sich, man kann sogar an eine Reform der Zündstoffabgaben und der Fahrkartensteuer im Sinne einer Entlastung denken. Die Heeresausgabe wurde in diesem Jahre neu geregelt, beim Marineetat sinken die Bauten für große Schiffe. So darf man damit rechnen, daß die Etatsbe= ratung verhältnismäßig rasch vor sich gehen wird, schneller noch als in diesem Jahre. Nach Ansicht dieser Kreise läuft die Legislaturperiode nicht am 5. Jahrestage der Auflösung des letzten Reichstages, sondern erst am Haupttage der Neu­wahlen ab. Wird der Etat im November dem Reichstag vorgelegt, was unschwer zu machen und auch früher schon geschehen ist, so stehen bis Ende Januar mehr als zwei Monate zur Beratung zur Verfügung, und das genügt voll­auf zur Erledigung. Dann aber hat die Regierung frete Hand, die Neuwahlen zu einem ihr passenden Termin im Frühjahr anzusetzen, da sie nur bei einer Auflösung des Reichstags an die feste Frist von sechs Wochen gebun­den ist und zudem thren Etat für 1912 erledigt hat.

So die Annahme in manchen Regierungs- und Reichs­tagskreisen, die von ihnen sehr lebhaft als Projekt erörtert wird. Eine andere Frage ist freilich, wie das zitterte Blatt weiter dazu bemerkt, ob sie damit an der entscheidenden Stelle durchdringen werden. Daß der Reichskanzler sich bereits in diesem Sinne schlüssig gemacht hat, glauben wir nicht, und selbst wenn das geschehen sollte, halten wir an den wiederholt geäußerten 3wetfeln fest, ob der Plan wirk­lich durchführbar ist. Aber daß er besteht, ist Tatsache, und es ist notwendig, daß man sich mit ihm ernsthaft beschäftigt.

Barenbesuch und Reisedispofitionen des Kaisers.

Nach einer Meldung aus Frankfurt sollte der Besuch des Zarenpaares in Schloß Friedberg im Juli d. J. seinen Anfang nehmen, und gleichzeitig waren mit dieser Nachricht bestimmte Angaben über den Austausch von Besuchen zwł= schen dem Kaiser und dem russischen Herrscher gemacht wor­den. Wie die Inf." demgegenüber erfährt, beruhen diese Meldungen lediglich auf privaten Kombinationen, so daß demnach das Eintreffen des russischen Kaiserpaares zu der angegebenen Zett nicht zu erwarten ist. Der russische Hof hat bisher über einen Besuch des Zaren mit seiner Ge­mahlin in Friedberg noch nichts Bestimmtes verlauten las= sen. Es besteht aber die Möglichkeit, daß die russischen Herr= schaften auch diesmal, und zwar im Herbst, in Deutschland Aufenthalt nehmen werden.- Bezüglich der Rückreise aus Korfu hat sich der Kaiser einen bestimmten Termin vorbe= halten. Es ist anzunehmen, daß der Monarch Anfang Mai Korfu verlassen und den Fürsten von Fürstenberg in Do­naueschingen sowie dem Hofe in Karlsruhe einen Besuch abstatten wird, um dann vom 10. bis 13. Mat im Schlosse zu Wiesbaden Wohnung zu nehmen und den Theatervorstellungen beizuwohnen. Von Wiesbaden erfolgt die Reise nach England, wo in London am 16. Mai die Enthüllung des Denkmals der Königin Viktoria stattfinden foll. Am 22.Mai findet die Eröffnung der neuen Rheinbrücke in Cöln statt, wobei gleichzeitig die Enthüllung des Kat­fer Friedrich- Denkmals stattfinden soll. Abends tst ein Fest­mahl im Gürzenich sowie eine Rheinbeleuchtung geplant. Von Cöln aus begibt sich das Kaiserpaar nach Wilhelm 8- Höhe. Möglich ist, daß Kaiser Wilhelm dem Festakt aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Genossenschaft freiwil­Iger Krankenpfleger im Kriege vom Roten Kreuz, der im großen Saale der Berliner Kriegsakademie stattfinden soll, am 25. Mai beiwohnen wird.

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Des Rätsels Lösung.

Roman von Ludwig Blüm ck e.

Rundschau vom Cage. Politisches.

Die Ernennung des Geh. Regierungsrats Brückner zum Gouverneur von Togo weckt die Erinnerung an die stürmischen Kolonialdebatten in der ersten Session des ge­genwärtigen Reichstags, die noch im Zeichen des Bülow­Blods stand. Der jetzige Gouverneur von Togo, Geh. Re­gierungsrat Edmund Brückner ist im Jahre 1906 dadurch bekannt geworden, daß er mit dem Zentrumsabgeordneten Noeren in der Angelegenheit Wistuba verhandelte, die den Ausgangspunkt des Streites Dernburg- Roeren bildete. Das Zentrum hatte damals der Kolonialverwaltung Be­dingungen stellen wollen. Abg. Roeren bestritt im Reichs­tage den Zusammenhang dieser Verhandlungen mit der Stellungnahme des Zentrums zum Kolonialetat und sprach von einem, grünen Assessor". Dieser grüne Assessor war Herr Brückner, der in so kurzer Zeit es bis zum Gouver neur von Togo gebracht hat.

( Nachdruck verboten.) Nachdem Hardi sich vorgestern abend aus des Rent­meisters Kontor entfernt hatte, durchmaß dieser wohl hun­dertmal den weiten Raum und war in so düstere Gedan­fen versunken, daß er selbst seine Arbeit vergaß, was sett dreißig Jahren wohl kaum passiert war. Ueber verlorene Söhne mußte er nachdenken.

,, Armer Herr," sagte er vor sich hin ,,, wirst Dich mit mir trösten müssen. Beide haben wir einen verlorenen Sohn! Verschweige ich es auch, was er von mir gewollt, morgen ist es vielleicht schon stadtbekannt. Ach, und dann der Jammer? O Gott, o Gott, übe Barmherzigkeit!"

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Zu dem vielerörterten Thema Ballonflüge über Festungsstädte" und über die Handhabung dieser Verord­nung durch die Militärbehörde erfährt der Sann. Cour." von gutunterrichteter Seite, daß fortab in den Festungs­städten alle Ballonaufstiege ohne Ausnahme der Militär­behörde angezeigt werden müssen. Flugapparate dürfen nicht höher als 20 Meter steigen. Durchweg wird den Freiballons der Aufstieg gestattet, wenn es sich um vater­ländisch gesinnte Personen handelt und wenn der Luft­schiffverein die Gewähr für die Mitfahrenden übernimmt. Unter keinen Umständen indessen wird für Passagierfahr­ten die Erlaubnis erteilt werden. In einer Verfügung der Minister des Innern und der Eisenbahnen wird fate­gorisch ausgesprochen, daß Passagierluftschiffen unter fei­nen Umständen der Flug über Festungsgelände zu gestatten sei, weil die Führer eine Gewähr für die Mitfahrenden nicht übernehmen können.

Mit diesem Ausruf sank er in seinen Stuhl nieder, stützte das sorgenschwere Haupt auf die Ellenbogen und fühlte sich auf einmal sehr alt und hinfällig. Vergebens versuchte er, seine Arbeit fortzusehen, das schwirrte und summte ihm im Kopfe, als wäre er plötzlich schwer frank geworden, als könnte er überhaupt keinen klaren Gedan­fen mehr fassen. Muß mich stark erfältet haben!" stöhnte er, sich mühsam erhebend. Da es lange nach sieben ühr, so legte er die Bücher beiseite und wollte nach Hause gehen. Eo zerstreut war er, daß er vergaß, die Lampe auszu­löschen und seinen Schlüsselbund zu sich zu stecken. Das war ihm auch noch nicht passiert.

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Die Kommission für das Strafgesetzbuch, die am 4. April ihre Arbeiten aufgenommen hatte, wird sie in den nächsten Tage fortsetzen. Man hofft, daß sie die Arbeiten bis zum Frühjahr 1912 beendet hat, so daß unter Umstän­den schon der Reichstag in der Session 1913 sich mit dem neuen Strafgesetzbuch befassen kann. Die Beratungen der Kommission dürften eine Grundlage schaffen, der auch der Reichstag zustimmen kann. Die Regelung des Strafvoll­zugs wird sich erst später ausführen lassen, wenn das Strafgesetzbuch in allen Punkten feststeht.

Als der Rentmeister wankenden Schrittes seines Wohnung betreten, da hatte er auf seiner Frau besorgte Fragen nur die Erwiderung: Will gleich zu Bett gehen. Bin etwas überangestrengt. Morgen wird alles gut sein."

Zu seiner Verwunderung sah Weltersdorf, wie er um elf Uhr aus dem Dorf zurückkehrte, noch Licht in des Rent­meisters Kontor. Was könnte das zu bedeuten haben?

Vanderbilt Hills Nachfolger? Ueber den vermut­lichen Nachfolger des bisherigen amerikanischen Botschaf= ters in Berlin erfährt die B. 3. a. M." aus Neuyork, daß neben John Hays Hamond in erster Linie Cornelius Vanderbilt in Betracht komme. Hamonds Name tritt des­halb so häufig in den Vordergrund, weil er als Spezial­gesandter zur Krönung nach London geht, während man von Cornelius Vanderbilt weiß, daß er beim deutschen Kai­ser sehr beliebt ist, und man meint, Präsident Taft werde vielleicht gerne einen Industriefürsten nach einem Lande schicken, in dem solche Eigenschaften mehr Anerkennung fin­den als in anderen Ländern.

Wieder schlich er an die Tür und lugte durch einen

Große Arbeitskämpfe in den nordischen Ländern be­reiten sich vor. Die Lage des Arbeitsmarktes in Dänemark wird nachgerade beunruhigend. Am Dienstag sind die Berhandlungen der Tischler gescheitert, am Mittwoch ver­handelten die Klempner und Holzarbeiter, ob mit besserem Erfolg, ist zweifelhaft. Auch in Norwegen herrscht scharfe Spannung zwischen Arbeitern und Arbeitgebern und in Schweden verschärft sich die Lage ebenfalls ständig. In Arbeiterkreisen glaubt man, daß die Arbeitgeber der drei nordischen Länder sich geeinigt haben, gleichzeitig den Kampf aufzunehmen.

Die stolzen Serben. Die serbische Presse fährt fort, die vereinbarte Zusammenkunft der Kaisers Franz Josef mit dem König Peter als durchaus unbeliebt im Volke zu besprechen. Sie behauptet, die öffentliche Meinung fönne sich hierfür keineswegs erwärmen, geschweige denn begei­stern. Manche Blätter, darunter das der Verschwörer, ge hen in ihren Angriffen gegen die Regierung noch viel weiter und fordern König Peter direkt auf, vorher der Krone zu entsagen, falls er wirklich zur Kniebeuge nach Budapest gehen wolle.

Die megitanischen Revolutionäre haben als erste Be­dingung für den Abschluß eines dauernden Friedens den Rücktritt des Präsidenten Diaz gefordert. Ueber seinen Nachfolger sollen die Neuwahlen entscheiden. Ob es wirk lich zu einer Einstellung der Feindseligkeiten kommen wird, ist noch sehr zweifelhaft.

Kleine Nachrichten.

Die Auflaffung des Tempelhofer Feldes hat am Mitte woch vor dem Amtsgericht Berlin- Tempelhof stattgefunden. Damit ist das westliche Tempelhofer Feld endgültig in den Besitz der Gemeinde Tempelhof übergegangen.

Acht Millionen Fahrgäste hat die große Berliner Stra ßenbahn in den Tagen vom Karfreitag bis zum dritten Feiertag befördert. Das ist eine Zahl, wie sie bisher nur selten übertroffen worden ist. Sie bedeutet eine Zunahme gegen Ostern des Vorjahres um 900 000.

fleinen Spalt hinein. Da sich niemand drinnen befand, die Tür auch verschlossen war, so konnte er nur vermuten, daß Raben vergessen, die Lampe zu löschen. Einer seiner Schlüssel paßte zu dem Türschloß. Er öffnete ste also, um das Licht auszublasen. Da sieht er das Schlüsselbund auf dem Tisch liegen.

Sofort ist sein Plan gefaßt: Eine günstigere Ge­legenheit kann sich einem nicht bieten!" ruft er aus. ,, Rann gerade gut ein paar tausend Mark brauchen." Zunächst überzeugte er sich, daß nicht irgend ein Späher lauschte und daß im Schloß sonst nirgendwo Licht brannte.

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Ein Hundertjähriger gestorben. In Salzwedel ist am Mittwoch Pastor em. Karl August Güssow im Alter von 102 Jahren an Herzlähmung gestorben. Er war am 13. Januar 1809 geboren und erfreute sich bis zuletzt einer außerordent­Itch guten Gesundheit.

Hauptmann v. Oidtmann, der Führer des in Dresden am Ostersonntag verunglückten Ballons Nordhausen", ist seinen Verletzungen erlegen. Die übrigen Verunglückten befinden sich auf dem Wege der Besserung.

Alles schläft.- ,, Vorzüglich! Entweder der alte Raben oder, was noch weit wahrscheinlicher, Hardi muß für den Dieb gelten. Uebrigens könnte hier auch leicht ein Spizzbube durch das Fenster eingedrungen sein. Will, damit diese Vermutung nicht ausgeschlossen, alles danach einrichten."

Der Papst leidet an einem leichten Gichtanfall und hat daher seine Absicht, am Donnerstag in seiner Privatkapelle Messe zu lesen aufgegeben. Er hat indes am Mittwoch einige Audienzen erteilt.

Ein deutscher Bierpalast in Paris. Die Direktoren der Berliner Braueret Pazzenhofer sind in Paris eingetroffen, um die Verhandlungen zum Abschluß zu bringen, nach de­nen an der belebtesten Stelle der Pariser großen Boule­vards ein großer deutscher Bierpalast nach Berliner Muster errichtet werden soll. Das Unternehmen wird von der Pazenhofer Brauerei cingerichtet.

Er lockert die Riegel, so daß die Fenster nur fest an gelehn: schienen, dann öffnet er den Schrank. Das Päck­chen, welches der General dem Rentmeister vor ein paar Tagen zum Auszahlen der Leute gebracht, fällt ihm zu­nächst in die Hände. Außer diesem liegen in demselben Fach noch einige Rollen Goldgeld. Auch das reißt er an sich.

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Ein seltener Fall in der Tierwelt ist in Burglengenfeld in der Oberpfalz zu beobachten. Dort haben sich Nachteulen in einem Taubenschlage eingenistet und brüten friedlich neben den Tauben, die sich anfangs verzogen hatten, dann aber doch wieder in den alten Schlag zurückgekehrt sind und sich jetzt vollständig an die Eindringlinge gewöhnt haben.

Nach seiner Vermutung mußte das alles Geld sein, was sich augenblicklich im Tresor befand. Es genügte ihm vorläufig auch. Denn e swaren fünfzehnhundert Mark. Nachdem er den Geldschrank wieder verschlossen und das Schlüsselbund auf den Tisch gelegt, verließ er das Kontor, ohne die Lampe zu löschen.

Ein rücksichtsvoller Mörder. Der Grubenarbetter Matthias Plasa in Königshütte, der seine Geliebte aus Et­fersucht erschoß, hat sich selbst der Polizei gestellt. Man fand in seiner Tasche einen Brief, in dem er seine Eltern bittet, nicht zum Begräbnis zu kommen, wenn er geköpft werden sollte.

Einer gefährlichen Spielerei ist in Borbeck t. W. cin Knabe zum Opfer gefallen. Spielgenossen banden einem 7jährigen Knaben eine Blechbüchse auf den Rücken, füllten diese mit Petroleum und entzündeten das Petroleum. Der Knabe erlitt schwere Brandwunden, an denen er sofort starb.

Ueber die Verzweiflungstat einer Mutter wird aus Bietigheim in Württemberg gemeldet: Mittwoch früh stürzte sich die Frau des Arbeiters Fischer mit zwei Mädchen im Alter von 6 Monaten und 2 Jahren und einem Knaben von 4 Jahren in die Enz. Der Knabe konnte gerettet wer den, während die Frau und die Mädchen ertranfen.

Punkt acht Uhr betrat der Rentmeister am nächsten Morgen seine Arbeitsstätte.- Der unangenhme Dunst im Zimmer und der noch glimmende Docht der Lampe verrieten ihm ebenso wie das Schlüsselbund auf dem Tisch, daß er gestern abend recht leichtsinnig gewesen. Er machte sich bittere Vorwürfe deshalb. riß die Fenster auf und

Drei tödliche Unglücksfälle von Kindern haben sich in der Nähe von Leer( Ostfriesland) ereignet. Das 2% jährige Söhnchen eines Arbeiters in Heisfelde fiel in einen Graben und ertrank. Der 4jährige Sohn eines Kolonisten zu West­rhauderfehn trank aus einer Schnapsflasche und starb bald darauf an Alkoholvergiftung. Die 4jährige Tochter einer Witwe zu Ostrhauderfehn lief beim Spielen in eine Dung­gabel. Die Zinken drangen der Kleinen in die Schläfe, so daß der Tod nach kurzer Zeit eintrat.

Aus dem Reiche der Technit.

Der Erfinder der Knorrbremse nestorben. Am 15. d. M. starb in Davos nach langer Krankheit Georg Knorr, der Gründer und frühere Leiter der Knorr- Bremse- A.- G. in Borhagen- Rummelsburg. Mit ihm verliert die deutsche In­dustrie eine ihrer marfantesten Persönlichkeiten, einen Er­findergeist, der nicht mit Unrecht mit dem des bekannten Amerikaners Westinghouse verglichen wurde. Wie bet Westinghouse, war auch bei Knorr das Gebiet, auf dem sich sein Erfindergeist besonders betätigte, das der Luftdruck­bremse, und wie die Westinghousebremse heute jedermann geläufig ist, so ist auch dem Deutschen die Knorrbremse seit vielen Jahren bekannt. Georg Knorr entstammte einer ostpreußischen Gutsbesißerfamilie. Die nach ihm benannte Knorrschnellbremse ist heute bei den preußischen Staats­bahnen und vielen ausländischen Eisenbahnen eingeführt.

Vermischtes.

Die erste Ballonfahrt mit Neuengammer Erdgas wurde Ostermontag vom Hamburger Verein für Luftschif= fahrt mit dem 2200 Kubikmeter fassenden Freiballon Har­burg III" unternommen. Der Versuch gelang vorzüglich. Anstelle der vorher berechneten 20 Sad Sandballast konn­ten 39 Sad mitgenommen werden. Der mit zwei Offi­zieren besetzte Ballon landete nach ca. fünfstündiger Fahrt glatt bei Goldberg in Mecklenburg. Es ist dies wahr­scheinlich die erste Luftballonfahrt, die mit reinem Erd­gas ausgeführt wurde.

Ein dritter Eispalast hat am Mittwoch vormittag in Berlin seine Pforten geöffnet. Der Admiralspalast auf

wollte sein Versehen durch doppelten Eifer wieder gut machen.

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Wie er den Geldschrank öffnete, um demselben ein paar Dokumente zu entnehmen, bemerkte er den Verlust des Geldes.- Sein erster Gedanke ist: Du hast es durch Deinen Leichtsinn verschuldet! Und der zweite ist: Der junge Herr ist der Dieb! Er hat das Licht gesehen und ist durch das Fenster hereingekommen. Das war ja nicht geschlossen. O Gott, o Gott!"

Wie der alte Mann noch ratlos dasteht, öffnet sich die Tür und der General tritt ein, sehr aufgeregt und in übelster Laune.

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,, Nun denken Sie einmal an, Herr Raben, was mir da alles über den Hals kommt!" ruft er aus. Der Hardi ist zurückkommandiert nach der Residenz. Ist mir sehr unangenehm, daß man das so ganz hinter meinem Rüden getan, als wäre ich wirklich total falt gestellt. Nun, das werde ich verschmerzen. Aber mein Aeltester hat mir eis nen bösen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich spreche mich offen gegen Sie aus, lieber Raben. Die Spekula­tionen dort im Ausland, die uns so sehr gewinnbringend dünkten, mich ganz besonders, sind fehlgeschlagen. Er hat nicht nur nichts gewonnen, sondern recht erhebliche Ver­luste gehabt. Soeben bittet er mich telegraphisch um sechs­tausend Mark. Muß also Ihre Kasse plündern, werde bis morgen Ersatz schaffen. Sie haben doch soviel hier?" Was sollte der alte Mann antworten? Natürlich, eingestehen, daß die Kasse bestohlen ist über Nacht, weil er vergessen, die Schlüssel mit sich zu nehmen und das Licht zu löschen. Aber das ist ja unmöglich! Hardi ist doch zweis fellos der Dieb. Nein, nein, nicht den unglücklich machen, nicht so ein junges Leben gänzlich verpfuschen.

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Zum erstenmal wird der alte Raben zum Lügner. Bebend an allen Gliedern, antwortet er seinem Herrn: Exzellenz, es ist leider nicht so viel da!"

( Fortsetzung folgt.)

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