Einzelbild herunterladen

Deutscher Reichstag.

ten und zwar getrennt ifür die katholischen und evangeli­schen Abgeordneten. Dann sammelten sich alle Würdenträ­ger und Abgeordneten im Kaiserschloffe zu Berlin, wo der Kaiser selbst den Reichstag eröffnete. Es war ein unver­geßlicher Anblick, als alle die Helden, die heute schon vom Hauch der Sage umwittert sind, ihren Kaiser erwarteten, der mit großem Gefolge einzog. Er verlas mit vor Rührung zitternder Stimme die Thronrede, die er aus den Händen seines Kanzlers entgegennahm. Mit der Verlesung der Thronrede hatte die Eröffnung des Reichstages ihren Schluß erreicht. Am Nachmittag um 3 Uhr desselben Tages fan­den sich die Abgeordneten zur ersten Sizung im alten pren­ßischen Abgeordnetenhause zusammen. Am ersten Tage wurden nur die geschäftlichen Angelegenheiten erledigt, so­daß die Situng schon nach 2 Stunden um 5 Uhr ihren Schluß erreichte. Aber auch die Reichstagsabgeordneten wollten diesen denkwürdigen Tag nicht ohne gemeinschaftliche Feter vorübergehen lassen, und sie vereinigten sich darum zu einem gemeinsamen Abendessen. So wurde dieser Tag beschlossen, der die erste Volksvertretung aller deutschen Stämme ge= feben batte.

Am Sonnabend, dem siebenten Tage der Etatsdebatte, begann die Sigung, allerdings bei nur schwach besetztem Hause, zwei Stunden früher als gewöhnlich. Man beschäf­tigte sich mit dem Reichsgesundheitsamte. Ein Zentrums­mann der Dekonom Ranner aus Affelkofen in Oberbay­ern, begründete eine Resolution auf Ausdehnung der sfaat­lichen Entschädigung für die durch die Maul- und Klauen­seuche entstehenden Verluste und wurde darin von dem Gra­fen Kanit( fons.) unterstützt. Von der Veterinärpolizei ge­langte man zur Medizin. Der Sozialdemokrat Zietzsch for­derte wirksame Maßregeln zur Bekämpfung der Tuberku­lose, die zum Teil eine Berufs- und Gewerbefrankheit set. Am schlimmsten sei es in den Glasschleifereten und Porzel= lanfabriken. Staatssekretär Delbrück meinte, an sich set die Bekämpfung der Schwindsucht Sache der Einzelstaaten. Das Reich habe nur die wissenschaftliche Prüfung. Der Kampf gegen die Seuche habe schon gute Erfolge gehabt. Die Zahi der Todesfälle gehe konstant zurück. Gerade Deutschland gehe in der Bekämpfung der Seuche allen anderen Län­dern voran. Auf eine Anfrage des Abg. Neuner( natl.) nach der reichsgeseßlichen Regelung des Apothekenwesens erklärte der Staatssekretär, er habe sich nach eingehendem Studium und nach Anhörung von Sachverständigen über­zeugt, daß eine Lösung der Apothekenfrage durch Reichsge­setz nicht möglich set. Jetzt habe die Landesgesetzgebung einzugreifen. Namentlich könne das Reich die Kosten für die Ablösung der Privilegien nicht übernehmen. Der Abg. Mugdan( fortschr. Vp.) bedauerte, daß das Reichsapotheken­gesetz endgültig geschettert sei. Ehe ote Bundesstaaten so weit wären, würde lange Zeit vergehen. Abg. Rocside( ks.) tadelte die in den letzten Monaten in einigen Bundesstaa­ten erfolgte Einfuhr französischen Vichs als cine Gefahr für die heimische Viehzucht. Der Staatssekretär wtes den Vorwurf, daß dte Regterung das Reichsseuchengesetz nach­lässig behandle, zurück und betonte, daß die jetzigen Vieh­erkrankungen nicht auf Einschleppung von außen beruhen. Bon der Grenzsperre sprang das Thema des nächsten Red­ners wieder zum Apothekengeseß, zur Bletkrankheit und anderen Dingen über. Der Präsident des Reichsgesund­heitsamtes, Bumm, ein sächsischer und ein württembergi­scher Bundesratsvertreter beteiligten sich an der Debatte. Inzwischen hatte noch Graf Kanig im Sinne der Ausfüh­rungen seines Parteigenossen Dr. Roesicke eine Resolution über die Einbrufung einer Kommission zur Beratung der Viehseuchengefahr eingebracht, die dann zusammen mit den übrigen angenommen wurde. Nun kam das Patentamt an die Reihe, womit die erste Lesung einer Vorlage über den Patentausführungszwang verbunden wurde. Dieses Papi­tel wurde ziemlich schnell erledigt. An das nächste Scapi­tel, Reichsversicherungsamt, knüpfte sich eine fíeine Ge­schäftsordnungsdebatte. Es ging schon stark auf 7 Uhr, als ein von der Linken eingebrachter Vertagungsantrag Dauersizung ein Ende machte.

der

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Das deutsche Kaiserpaar trifft am 22. März in Kiel ein zum Stapellauf des Linienschiffes Ersaz Hildebrand". Die Kaiserin wird im föniglichen Schloß Wohnung neh men, während der Kaiser an Bord der Deutschland" bleibt. An die Taufhandlung, bei der, wie bereits ge= meldet, der Reichskanzler die Rede halten und die Kaise­rin die Taufe vollziehen wird, schließt sich eine Festlich­feit im königlichen Schlosse an. Bei seinem Besuche in Wien wird das Kaiserpaar auch von den drei Söhnen des Kronprinzenpaares begleitet sein, die dem Kaiser Franz Josef von Cesterreich vorgestellt werden sollen. Die Stadt Wien bewilligte 6000 Kronen für die Ausschmückung des Plazes an der Schönbrunner Schloßbrücke anläßlich der Ankunft des deutschen Kaiserpaares.

-

Budget des Landesverteidigungsministeriums angenom men. Der Landesverteidigungsminister erwiderte auf die vorgebrachten Anregungen, die Aeußerungen über den Weltfrieden und die Abrüstung hätten seine volle Zustim mung gefunden. Jeder Vernünftige müsse zugeben, daß ein ewiger Friede in volkswirtschaftlicher Beziehung der ideale Zustand für die Völker wäre. Die Erfahrung in sei. Gegenüber dem Hinweis auf die Friedensbestrebun­der Geschichte zeige aber, daß dieser Zustand unerreichbar gen Englands und Nordameritas weise er auf die kolossa= Ten Schiffsbauten Englands hin, das den Schiffsbau der anderen Staaten genau verfolge und sofort überbiete, fer­ner auf das Modernisierungsbestreben der englischen Are mee, um die Armeen des Festlandes einzuholen, schließlich auf die Rede Roosevelts in der Berliner Universität im Mai 1910, sowie darauf, wie energisch gerade jetzt die Union Teile ihrer Wehrmacht mobilisiere.

Neue englische Spionageversuche sind in Hamburg und Bremen entdeckt worden, nachdem die Borkumer Spionage­affäre erst vor wenigen Monaten mit der Verurteilung der beiden englischen Offiziere zu längeren Strafen ihr Ende fand. Die Hamburger Kriminalpolizei hat einen Engländer, der angeblich in Southampton wohnt, und vier einheimische Personen verhaftet, die dringend verdächtig sind, in landesverräterischer Absicht genaue Angaben und Zusammenstellungen über die auf Hamburger und Bremer Werften im Bau befindlichen Kriegsschiffe an England zu liefern. Durch das beschlagnahmte Material sind die Verhafteten schwer belastet.

Zur Wahlbewegung wird aus Cöln gemeldet: Die

Die Eröffnungsfeier des ersten Deutschen Reichstags, Berhandlungen zwischen der nationafideraken und der

Der Geburtstag des Deutschen Reichstages am 21. März 1871 wird noch allen, die ihn in Berlin erlebt haben, und die durch einen glücklichen Zufall dem größten Teil der Feierlichkeiten beiwohnen konnten, in lebendiger Erin­nerung sein, als wäre er heute gefeiert worden. Dabei sind schon 40 Jahre politischer Kämpfe darüber hinweggegangen. Es war damals eine sehr bewegte Zeit. Auf den Straßen Berlins, besonders Unter den Linden, wogte eine festliche Menge, der die Freude über die errungenen Siege vom Ge­ficht leuchtete. Wenige Tage vorher, nämlich am 16. März, batte Berlin sein schönstes Festkleid angelegt, denn der greise Kaiser Wilhelm I. war vom Kriegsschauplate heim­gekehrt und unter dem Jubel der Bevölkerung durch Deutschlands Gaue gezogen. Die Begeisterung hallte noch in den Gemütern nach. Am 3. März hatten die Wahlen zu dem ersten Reichstag stattgefunden. Die begeisterte nati­onale Stimmung hatte also immerfort Nahrung gefunden. Nun war der große Tag der Eröffnung des ersten deutschen Reichstages, der ganz anders geartet war, als die früher unter dem Namen Deutscher Reichstag zusammengetretenen Körperschaften, herangekommen. Schon frühzeitig sammelte sich das Volk auf der Straße Unter den Linden, um etwas von dem festlichen Schauspiel zu sehen. Eine bisher un­gekannte Anzahl Fremder war aus allen Teilen Deutsch­lands in Berlin zusammengeströmt, da jeder Zenge des denkwürdigen Tages sein wollte. Unter den Linden stand schon um 9 Uhr frühmorgens das Volf Kopf an Kopf und begrüßte jede Equipage mit Freudenjubel. Endlich begann die Auffahrt der Würdenträger und Generäle. Ein brau­sendes, nicht endenwollendes Hurra erschütterte plötzlich die Luft und pflanzte sich von dem Brandenburger Tor nach dem Schlosse zu fort. Bismarck fuhr vorüber, der Schön­fer hea Metches, dent alle Herzen entgegenzfiterten. Ernst dankte der eiserne Kanzler für die Ovationen, die ihm dar­gebracht wurden. Nicht lange darauf erneute sich die Beget­sterung, da der zweite Paladin des Reiches, Moltke, in die Kissen seines Wagens zurückgelehnt, sich zu der Eröff= nung des Reichstages begab. Nun folgten die Wagen, welche die Fürsten und Großen des Reiches ihrem Ziele zuführten, in ununterbrochener Reihenfolge. Roon, Bun­desfürsten, Diplomaten, Minister, Generäle. Zuerst wurde für die Reichstagsabgeordneten ein Gottesdienst abgehal­

20)

Das Familiengeheimnis.

Roman von L. Walter.

fortschrittlichen Volispartei zwecks gemeinsamen Vorgehens bei den nächsten Reichstagswahlen in der Rheinprovinz sind gescheitert. Die nationalliberale Partei hat nun­mehr der Volkspartei Vorschläge überreicht, die die Auf­stellung gemeinsamer Kandidaten fordern, soweit es mög lich ist, und die Erwartung aussprechen, daß der Kampf zwischen Nationalliberalen und der Volkspartei überall in Formen geführt wird, die ein Zusammengehen in der Stichwahl nicht erschweren.

( Nachdruck verboten.) ,, Du bist Kaufmann, brauchst Betriebskapital... 0, Ich weiß schon, was Du mir erwidern willst... lassen wir diese Seite der Angelegenheit außer Acht und fassen wir die ernste, materielle ins Auge. Es handelt sich um Deine ganze Zukunft..."

Um das Glück meines Lebens!" rief eifrig der junge Mann, Auguste ist jung, schön und sein gebildet, sie bringt mir alles, was zu einer glücklichen Ehe nötig." ,, Nur kein Geld!" meinte seufzend die Tante. Ich bedarf des Geldes nicht."

Auftande bega Aur Unterfud mar, wegen 3 Im Den

Die in vielem

Das Urteil g reidhe Perfon Shubleute v filtenen Berl Engeklagten mistrafen ve Der Tod ein bielt fünf Ja Radelaflibrer He übrigen Befängnis. Telephon leim Landger rifdem Wege

In der italienischen Deputiertenkammer brachten die radikalen Sozialisten den Antrag ein, der mit der Bera­tung des Wahlreformentwurfs befaßten Kommission einen Termin für die Ueberreichung ihres Berichtes zu bestim=

men.

Die Kammer beschloß, über den Antrag, der ein verkapptes Mißtrauensvotum gegen das Kabinett darstellt, zur Tagesordnung überzugehen. Die radikalen Mitglieder des Kabinetts wollen nunmehr ausscheiden, um sich nicht zu ihrer Partei in Gegensatz zu setzen. Infolgedessen hat der Ministerrat einstimmig zu demissionieren beschlossen. Das Kabinett, das vorläufig noch die laufenden Geschäfte erledigt, wird heute dem Senat und der Deputiertenkam= mer seine Demission mitteilen.

Bürgerlicher Offiziersersaz. Die durch eine Kaiser­liche Kabinettsorder befohlene Verteilung der Abiturien­ten der Hauptkadettenanstalt Lichterfelde auf die Armee zeigt sichtlich und erheblich mehr noch als im Vorjahre das Bestreben des Militärkabinetts, die Adelserklusivität ge= wisser Truppenteile zu beseitigen. Bet verschiedenen Gre­nadierregimentern und Jägerbataillonen, darunter den Gardejägern, die sämtlich seit Jahren eigentlich ausschließ­lich adligen Ersatz gehabt haben und fast nur adlige Of= fiziere in ihren Reihen zählen, sind Kadetten mit bürger­lichem Namen als Fähnriche angestellt worden.

Wärest Du ein Beamter, der festen Gehalt bezieht, so würde ich Dir beipflichten, oder ein Rentier, der seine Rapitalien gut angelegt hat... nach dem Stande der Dinge aber muß ich Dir doch zu bedenken geben, daß das Geld eine sehr wichtige Rolle spielt. Du bist Kaufmann, darfst nicht geringschätzend auf den sogenannten Mammon blicken, der Dein Wagen und Pflug ist."

Kleine Nachrichten.

Ein Vortrag über den Panamakanal vor dem Kaiser hat am Sonnabend im Ministerium des Innern in Berlin stattgefunden. Dem Vortrage wohnten bet die Minister Breitenbach, Sydow, von Heeringen und die Staatssekre täre Kraetke, v. Kiderlen- Waechter und v. Lindequist. Der Vortrag wurde von dem Geheimen Baurat Tincauzer acual­ten, der Mitglied der vom Präsidenten Roosevelt im Jahre 1905 berufenen internationalen Kommission war, welche die Frage, ob der Kanal im Niveau des Meeres anzulegen oder als Schleusenkanal zu erbauen set, zu begutachten hatte.

Gegen die Forderungen der Elsässer zur reichsländischen Verfassungsfrage, die weit über das hinausgehen, was den Reichslanden von Regierung und Reichstag zugebilligt wird, wendet sich die Norddeutsche Allgemeine Zeitung. Sie führt aus, daß sich der Landesausschuß wohl selbst keinem Zweifel über die Unannehmbarkeit dieser Forderun­gen hingeben dürtte. Das offiziöse Blatt fügt hin­zu: Wenn die elfa- lathringijmen Elemente, welche dem Lande die Unzufriedenheit und sich den Agi= tationsstoff erhalten wollen, diesen Radikalismus nach Kräften schüren, um die Vorlage zu Fall zu bringen, so mag das taktisch verständlich sein. Allen denen, die prin­zipiell mit dem von der Regierung vorgeschlagenen Weg einverstanden sind, wird aber die Gefahr einer solchen Taktik nicht verborgen bleiben fönnen."

,, Dies alles, liebe Tante, habe ich bedacht, und ich verfahre wahrlich nicht wie eir unbesonnener Knabe. Nach der Jahresbilanz liefert mein Geschäft einen Ertrag, der mir erlaubt, ein anständiges Haus zu machen. Mehr for­dere ich nicht, und Auguste, die an Einfachheit gewöhnt, ist damit zufrieden. Außerdem bin ich jung und rüstig und werde bemüht sein, mein Geschäft auf verständige Weise auszudehnen. Du siehst also, daß ich des Geldes nicht bedarf."

Karl, der sich des Rates Horns erinnerte, hatte so ruhig gesprochen, als ob er von dem Inhalte des Geheim­buches gar keine Kenntnis hätte, ob das letzte Bekennt­nis des Vaters gar nicht existierte.

Ja dante Dir, liebe Tante, für den guten Willen, mir nüßlich zu sein," fügte er hinzu. Du wirst Auguste fennen lernen und mir beipflichten, wenn ich behaupte:

Der ewige Friede und die Wirklichkeit. Der Budget­ausschuß des österreichischen Abgeordnetenhauses hat das

Die übliche Feier auf dem Friedhofe der Märzgefallenen im Berliner Friedrichshain spielte sich am Sonnabend in dem bekannten Rahmen ab. Bet dem schönen Wetter hat­ten sich zahlreiche Arbeiterdeputationen und Besucher, da­runter viele Frauen, eingefunden. Das Publikum verhielt sich sehr ruhig.

"

Die Luftschiffe P. 5" und P. 6" sind durch Kauf in den Besitz der Luftverkehrsgesellschaft zu Berlin übergegangen. Die Gesellschaft beabsichtigt nunmehr regelmäßige Passa­ater- und Reklamefahrten auszuführen. Beide Schiffe wers dent in Johannistal bet Berlin stationiert.

ich habe die beste Wahl getroffen, die für mich überhaupt möglich ist. Meine Braut ist in jeder Beziehung liebens­würdig, sie ist ein Engel! Da sie einer achtbaren Fa­milie angehört... ihr Vater war mein Lehrer. so läßt die Partie nichts zu wünschen übrig."

Ein Schuhnägelfreffer ist im Sulzbacher Knappschaftsla­zarett bei Saarbrücken operiert worden. Es ist ein Berge mann, der vor einiger Zeit schon einmal operiert werden mußte, weil er damals zu viel Hut- und Haarnadeln ver­schluckt hatte. Der Mann ist total verrückt und will immer wieder derartige Mahlzeiten einnehmen.

91 Stück Vich verbrannt sind bei einem Feuer auf dem mecklenburgischen Gute Maßlow bet Lübow. Durch den Brand, der, wie man vermutet, böswillig angelegt worden ist, sind das Viehhaus und eine Scheune vollständig ein­geäschert worden. Hierbet tamen 54 Milchkühe, 2 Zucht­stiere, 19 Starken, 16 Kälber und sämtliches Federvieh in den Flammen um.

Er erhob sich und wollte das Zimmer verlassen. ,, Bleibe noch, Karl!" rief Selma. Es wäre töricht, wollte ich gegen Deine Wahl eifern und einen Entschluß schwanken machen, den die Liebe, wie es scheint, längst fest­gestellt... Ich habe ja kein Recht, Dir Vorschriften zu machen und eben so wenig einen Grund, Dir Hindernisse in den Weg zu legen; aber die Pflicht gebietet mir, über einen Punkt mit Dir zu sprechen, den Du längst hättest in Anregung bringen müssen."

"

Was für einen Punkt meinst Du, liebe Tante?"

Ein Frauenmord wird wieder einmal aus Berlin ge­meldet. In der Sonntagnacht wurde die von ihrem Manne getrennt lebende Frau Martha Schramm in threr Wohnung in der Boyenstraße ermordet aufgefunden. Auf die Ergret­fung des Täters hat die Polizei eine Belohnung von 1000 Mart ausgeseßt.

Traurige Familienverhältnisse werden durch folgende Meldung aus Berlin enthüllt. Als der 36jährige in der Koloniestraße wohnende Stellmacher Balda, der als arbeits­schener roher Geselle und Trinker bekannt ist, in der Nacht zum Sonntag wieder schwer betrunken nach Hause kam, miß­handelte er seine Frau in fürchterlicher Weise. Die schwa­che Frau suchte sich zu wehren und versetzte dem Rasenden, als er sie würgte, einen Fußtritt und flüchtete dann mit ihren Kindern zu Verwandten. Als sie Sonntag früh in ihre Wohnung zurückkehrte, fand sie ihren Mann dort tot auf. Wahrscheinlich wurde ihm durch den Fußtritt eine Krampfader verlobt, so daß er verblutet ist.

" Wie Dir mit der Verlobung, so geht es mir mit die­ser Angelegenheit... ich habe in den Tagen der ersten Trauer darüber geschwiegen, zumal ich es für selbstver= ständlich hielt, daß Du sie bei passender Gelegenheit ord­nen würdest Ich bin Mitbesitzerin des Geschäfts..." Selma schwieg und sah den Neffen forschend an. " Mitbesitzerin?" fragte Karl verwundert. Ja!"

,, Du sagst mir das erste Wort von einem Verhält­nisse, das ich für unmöglich gehalten..."

"

,, Hat Dir Dein Voter nie von einer Summe gesagt, die ich ihm geliehen?"

,, Nie!" versicherte Karl, der sich bewußt war, die Wahr­heit zu sagen.

,, Das wundert mich!"

,, Wie hoch beläuft sich die Summe?" Fünfundsiebzigtausend Taler."

" Das ist viel."

Hus den

Gerichtssälen.

Todesurteil im Prozeß van de Velde. Nach fünftä­giger Verhandlung vor dem Danziger Schwurgericht wurde am Sonnabend der Wirtschaftseleve van de Velde, der am 21. Februar 1909 den 68jährigen Rechnungsführer der Domäne Ratsstube, Ehlert, im Eisenbahnzuge zwischen Sub­kau und Dirschau ermordete und beraubte und bereits im Oktober 1909 vom Schwurgericht abgeurteilt werden sollte, aber, da angenommen wurde, daß er die Tat im Dämmer­

Jch gab sie meinem Bruder vor acht Jahren, als die allgemeine Geldkrists so viele Geschäfte ruinierte. Häuser in Reuyork und Hamburg stellten die Zahlungen ein die Firma Halling würde gestürzt sein, wenn ich nicht Rat

geschafft hätte... mit meiner Hülfe' konnte sie die schwe-, ren Schläge überstehen da die Schwester dem Bruder

Bericht verwa He telephonif

He Jdentität

Kämpfe Genen, die fi abe der Jub er Beschreib die Menschen

lieh, vermieden wir alle Weitläufigkeiten; auch sollte nie= mand drum wissen... Halling stand in den Augen der Handelswelt auf eigenen Füßen dieser Umstand be­festigte seinen Kredit, wie Du wohl einsehen wirst. da ich mein Kapital gut angelegt glaubte, forderte ich es nicht zurück der Bruder nannte mich stets Mitbe­sizerin des Geschäfts und versprach, mir die Zinsen gut­zuschreiben..

trägt."

Ich habe kein Konto gefunden, das Deinen Namen Unbegreiflich! Unbegreiflich! rief Selma erschreckt. ,, Sollte der plötzliche Tod den Bruder verhindert haben, mir meine Rechte zu sichern? Ich konnte nicht mit ihm sprechen, er litt unsägliche Schmerzen, war bewußtlos.. es würde grausam gewesen sein, hätte ich den Leidenden mit Geschäften gemartert..

Karl der auf diese Unterredung vorbereitet war, ent gegnete ruhig:

Stunde zu St

fillte und jed

nurden beije

brie. Als e

carde das D

albe Stunde carde, daß fei alles ausve

die Leute noch

us Norddeut dan Tor der Münzen mehr peimartstud Die Reife mit feiner Ger marichloß Bet fahrt durch d uh in Deutsc Bider in Hom heimer Bäder angenommen Familie des mo das neue But und eing bert Arbeiter giftigt.

,, Du wirst nicht voraussetzen, liebe Tante, daß auch nur der Gedanke an eine Uebervorteilung in mir auftau= chen kann." ,, Gewiß nicht!" rief sie hastig. Aber auch Du wirst nicht glauben. Ich glaube nichts, denn ich bin Geschäftsmann, der das geschriebene Wort achtet."

'" 6

So willst Du nur anerkennen, was..." Bitte, laß mich ausreden. Der Stand meines Ge­schäfts ist nicht der, den ich erwartet habe und den die Handelswelt bisher vermutet hat. Der Vater muß sich an Unternehmungen beteiligt haben, die völlig mißglüdt sind. Das Stammkapital ist gering und wird völlig illu­sorisch, wenn ich nicht mit geschickter Hand manipuliere. Jch gestehe cffen, daß der Ruin da ist, wenn das Darlehen, das Du geleistet haben willst, fonstatiert wird. Fünfund Hebzigtausend Taler! Es ist eine große Summe!"(&. f.)

Jagd auf burger Fischer

Marine gewan in der Flensb der Fischern fabte das Sa Das Tier an

Walfisch ist et

Gift noch ni Ein Stude

ein Student

Maje bei der

diften foftba

Sine Kühnhei

in denen er f leine Perfonal einem Laden, fäuferin und v

Der in ganz gu Juwelen verfa

tet. Deshalt

gung feines zw

befehl aufgeho Juriftifaje rometen Käfe Badische Lande net werten S allen Rechtsan len, die Spezi

tellen. Vielle

nalen, worauf

ebildet ist, fie

binden halten

Baib Eniment

han audy nur

Drei Schl

Beit langer 3 en städtischen

aben jetzt die anden. Zu de

olizei um Sil

er Fleischerm

hein Krimi inchließen. Männer Andeten, mit

en großen Fle

Ruhe die b aben, die K mte mit gefpo ex von ihnen

Lis

angestellte richt über de

der um so

huffel zu de

über die S

loltszig. ein G

itgeteilt wird

6000 nichts me

m Bustande verweiten

Hot in Silbdh Sunger geft

us den um auferit triti

mm Zug ber

weifelten G

er oder überfa

ar fchätzt die

lionen Men Das Migg angenjäger

en legten m