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Rodefeller gerichtet, forderten die sofortige Zahlung von I 500000 Dollars und gaben an, wohin das Geld geschicht werden sollte. In einem dritten Schreiben sollte sich Ka­

verpflichten, fein Wort über die Angelegenheit verlau­tens lassen Ter Tod sei ihm sonst sicher. Karos wat allein in seinem Bureau und mußte den Fünfen nachgeben und die Briefe englisch schreiben; durch das ihm abge­rungene Schweigegebot lick er sich aber nicht einschächtern, Jondern machte der Polizei Mitteilung, so daß noch am felben Tage einer der Ungarn festgenommen werden konn­te: Jetzt haben dessen Komplizen blutige Rache an dem Kaufmann genommen.

Um 10 Pfennig Porto. Aus Bayern wird folgende hestere Geschichte erzählt: Hatte da eine Bahninspektion von einer höheren Stelle ein umfangreiches Dienstschreiben beslommen, dessen großes Kouvert mit 20 Pfennigen fran­Hort war. Den Brief wiegen und feststellen, daß er nicht üler 20 Gramm wog, war das nächste, was die Inspet­tian tat, um dann mit geheimer Freude der höheren Stelle gegorsamst zu melden, daß die Post zu Unrecht 10 Pfennig Frantatur zu viel erhalten habe. Zugleich wurde ange­regt, ob wohl diese 10 Pfennig rüdersatzmöglich" seien. Und die höhere Stelle antwortete zurück, der Brief sei vor Agang gewogen worden. Er habe 20% Gramm gehabt, alter das rühre wohl daher, daß das Schreiben naß topiert. wurden sei und so bei seiner Abwiegung noch über 20 Gr. gervogen habe. Um dieser hochwichtigen Aufklärung wil­lei wurde die Post abermals um zweimal zehn Pfennige bereichert, und vier Beamte wurden deshalb unnüz in Be­gung gesetzt zu je zweimaliger Konzeption und Reinschrift, hiben und drüben.

Die Unterschlagungen des Bonner Oberpostassistenten Sillanus haben auch in Köln und Umgegend eine üble Magwirkung gezeitigt: Kölner Geschäftsleute werden nämlich von Bonner Firmen wiederholt zur Erledigung Da die gemahnten tändiger Beträge aufgefordert. Geschäftsleute aber die pünktliche Einlösung ihrer Zah­fungen durch Postquittungen nachweisen konnten, dürfte der Postsiskus für die verschwundenen Summen, die in die Then des Huttanus geflossen waren, aufzukommen haben.

Die Bluttat zweier Einbrecher ruft in Rathenow gro= Bes Aufsehen hervor. In früher Morgenstunde am Sonn­altend hatte der Wächter in der Schraubenfabrik von Lü­ben u. Busse an der Berliner Chaussee ein verdächtiges Geräusch vernommen, das von Einbrechern herzurühren fatien. Mit einer Laterne nahm der Wächter die Absuch­ung des Grundstückes vor. Der ihn begleitende Hund lief forort nach der Schmiede. In dem Augenblid, als der Märter die Türklinke anfoßte, wurde die Tür von innen aufgerissen und zwei Einbrecher stürzten heraus. Sie fie­len über den Wächter her und schlugen ihn zu Boden. Auch der Wad; hund wurde niedergeschlagen. Erst als sich der Wächter nicht mehr rührte, machten sich die Verbrecher aus den Staube. Die Polizet nimmt an, daß es sich um Ber­liter Verbrecher handelt.

7000 Gäste bei einer Taufe. Die Taufe des Sohnes und Erben des Earl Tizwilliam wurde dieser Tage auf dem Schloß Wentworth Woodhouse in Yorkshire in Eng­Taard in einer an die Feudalzeit der englischen Barone erinnernden großartigen Weise gefeiert. Seit 71 Jahren war den Fizwilliams fein direkter männlicher Erbe ge­barren. Der Earl und seine bildschöne junge Gemahlin luben das ganze Land ringsum zur Freudenfeier ein. 7000 Gäste wurden in dem Schloß fürstlich bewirtet. Ein Preisstier des Earl wurde im Part am Spieß gebraten, Am und 2000 Gallonen Bier tränkten die Durstigen. Albend sahen 7000 Menschen im Park den Feuerwerken zu. Küchenmeuterei. Angesichts der aus Versailles ge= maldeten ,, Küchenmeuterei" einer Batterie ist die Frage afgeworfen worden, ob es auch in unserer Armee mög­tib sein könnte, daß Mannschaften ihrer Unzufriedenheit üler schlechte Verpflegung lauten Ausdruck gäben. Die mangelhafte Verpflegung in Versailles ist bekanntlich da­drh veranlaßt worden, daß der Batteriechef eine Unter­flagung des Feldwebels von 1700 Fr. duch Ersparnisse bieder einzuholen gezwungen war. Zunächst ist bei un­feger Küchenverwaltungseinrichtung eine derartige Unter­falagung von Beföstigungsgeldern schwer denkbar. Bares Gl fann nur der Küchenunteroffizier für freihändige Einfäufe und nur in der Höhe von höchstens 150 Mark irt die Hände bekommen. Von dieser Erlaubnis wird in dor seltensten Fällen Gebrauch gemacht, da die ganzen Be= diirfnisse bei den Lieferanten auf Grund der Verträge auf Buch gegen monatliche Abrechnung geholt werden. Nun alber fönnen auch schlechte Wirtschaft, geschmachlose Bulama ittenstellung, mangelhafte Zubereitung der Speisen eine Verschlechterung der Verpflegung herbeiführen. macht der Soldat, wenn ihm das Essen nicht schmeckt? Für diesen Fall besteht in der Armee eine Einrichtung, wie to demokratischer nicht gedacht werden kann. Der für den Küchenbetrieb verantwortlichen Verwaltungskommission wird von jeder Kompanie usw. mindestens ein Gemeiner zugeteilt. Dieser hat die Pflicht, sich nach den Wünschen der teilnehmenden Mannschaften inbezug auf Aender­ung des Epeisezettels oder Zubereitung der Speisen zu er= fundigen und das Ergebnis dem Vorstande der Kommis­siin, dem dazu vom Kommandeur ernannten Hauptmann, 3 unterbreiten. Im übrigen wird die Zubereitung der Epeisen und ihre Schmachaftigkeit außer von den Mit­gliedern der Küchenkommission noch von besonders kom­mandierten Offizieren geprüft. Solange in unserer Ar­nee Fürsorge für die Untergebenen als die vornehmste light des Vorgesetzten gilt, ist nicht zu fürchten, daß be­

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ten die meisten Kinder ihre Kraftübung bereits mehr als 90 Sefunden aushalten, fa ein kleiner Herkules blieb zwei Minuten und 38 Sekunden hangen, Iteß dann die rechte Hand los und hielt sich nun noch 15 Sekunden mit der lin­fen Hand allein.

Das Hören durch die Zähne. Von einer seltsamen Er­findung wird aus Amerika berichtet, von einer Art Sprach­rohr aus Hartgummi, daß statt in die Ohrmuschel in den Mund eingeführt wird und durch das Schwerhörige und fast Taube ungleich klarer und leichter hören, als durch das Schallrohr, das der Schwerhörige heute ans Ohr drückt. Die Wirkung der Schallwellen überträgt sich auf die Zähne und wird von hier dem Zentrum des Gehörs zugeführt. Die Erscheinung ist um so merkwürdiger, als eine direkte Ner­venverbindung von den Zähnen zu den Gehörsnerven nicht besteht, aber die Versuche sollen erwiesen haben, daß die Wirkung des Schalles durch die umliegenden Nervenstränge zum Gehirn geführt wird, so daß der Taube hören fann. Der praktischen Verwendung sind freilich Grenzen gesetzt, well nach den bisherigen Experimenten sich gezeigt hat, daß die ständige Benutzung dieses Hilfsmittels den Zähnen schadet, die nach längerer Zett wahrscheinlich ausfallen würden. _

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Ein englisches Pompejt. Kaum zwanzig englische Mei­Ien von der britischen Hauptstadt entfernt ist man mit Aus­grabungen beschäftigt, die voraussichtlich ein englisches Pompefi ans Licht fördern werden. Im Norden von Lon­don dehnte sich in alten Zeiten eine römische Stadt, Veru­Iam, aus, die in ihrer Ausdehnung Pompejt gleichkommt. Die Gesellschaft britischer Antiquitätenhändler hat von dem Besitzer des Geländes das Recht erworbent, in großem Stile Ausgrabungen vorzunehmen. Die Arbeiten haben bereits außerordentlich ermutigende Resultate ergeben. Man hat eine Reihe römischer Villen und Wohnhäuser freigelegt und darin reiche Mengen von Gebrauchsgegenständen und Ge­räten gefunden, die von einer weit fortgeschrittenen Kultur Zeugnis ablegen.

Eine internationale Gesundheitskonferenz. Die fran­zösische Regierung hat im Hinblick auf das Umsichgreifen der Pest und der Cholera, die Regierungen der fremden Staaten eingeladen, im nächsten Mat in Paris eine inter­nationale Gesundheitskonferenz abzuhalten.

Der Glockenturm der Markuskirche in Venedig ist wie­derhergestellt und soll am 14. Juli d. J., am Tage, an dem er vor neun Jahren zusammenbrach, seiner Bestimmung übergeben werden. Die Arbeiten am Glockengehäuse gehen ihrer Vollendung entgegen. In diesen Tagen werden die Kolossalstatuen der Gerechtigkeit und die beiden Markus­löwen an den Fassaden des mächtigem Würfels angebracht, der über dem Glockenhaus die blinkende Turmspitze trägt. Die vier Figuren waren bei dem Sturz am 14. Jult 1902 stark beschädigt worden. Die Ausbesserungsarbeiten find geglückt. Wollte man mit der Einweihung des neuen Cam­panile noch ein Jahr warten, dann könnte man im Früh­jahr 1912 gleich die Tausendjahrfeier des ursprünglichen Baues veranstalten.

Die Sehschärfe des Kaisers.

Bei seinem Vortrag im Deutschen Landwirtschaftsrat hat der Kaiser sich zum ersten Mal eines sogenannten ,, neifers" bedient, der die allgemeinste Aufmerksamkeit er­regte. Mit so viel Staunen ist wohl noch nie ein Kneifer betrachtet worden, wie der des Katsers. Es haben sich auch nicht wenige darüber gewundert, wozu der Kaiser sich et= Glases bedient

Polizeiinspektor, dann 1907 zum Stationsleiter in Rio del Rey und vor wenigen Wochen zum Bezirksleiter befördert. Er hat demnach eine ungewöhnliche Laufbahn durchgemacht. Der Wörmanndampfer, der Biernaßky im Jahre 1894 nach Kamerun bringen sollte, strandete an der Küste von Liberia. Unter den wenigen Ueberlebenden befand sich auch Bier­natky. Biernaßfy beabsichtigte, im kommenden März einen halbjährigen Urlaub anzutreten, den er in Danzig ver­bringen wollte.

Sekretär Gnies ist 1878 in Schlitz( Kreis Lauterbach) in Hessen geboren, war zuerst hessischer Finanzaspirant und wurde 1903 in den Kolonialdienst einberufen. Er war Sekretär zunächst beim Gouvernement, sodann außerdem in Victoria und schließlich einige Dienstperioden in Duala beim Bezirksamt bezw. als stellvertretender Vorstand des dortigen Hauptmagazins.

Der Ort Buca, der Schauplatz der blutigen Tragödie, liegt unweit der Küste in schöner Lage am Fuße des 4000 Meter hohen Kamerun- Berges. Nähere Nachrichten, aus denen man erfahren könnte, wie das tragische Ereignis sich abgespielt, sind bisher in Berlin nicht eingetroffen. Ueber die Kämpfe auf den Karolinen wird uns aus Berlin folgende amtliche Meldung aus Po­nape telegraphisch übermittelt:

Das Landungskorps der Kreuzer Emden, Cormoran und Nürnberg stürmte am 26. Januar eine verschanzte Stellung der aufständischen Eingeborenen. Leutnant z. S. Erhard, Obermatrose Kneidl sind gefallen, die Ober­matrosen Pimperts, Karl Meyer und der Matrose Agathon schwer verwundet. Der Feind ist zerstreut. Bis zum 14. Februar ergaben sich zahlreiche Aufständische, darunter sechs Rädelsführer. Die Beendigung der Operation steht bevor.

Drabtnachrichten und neuestes.

Stürmische Privatbeamtenversammlung.

Berlin, 20. Februar. Auf dem gestern in der Neuen Welt" im der Hasenheide abgehaltenen 3. deutschen Privat­angestelltentag, der von etwa 3000 Personen aus allen Tet­len Deutschlands besucht war und sich mit der Versiche rungsvorlage beschäftigte, kam es zu stürmischen Auftritten. Die tumultuarischen Szenen wurden von der Minderheit der Versammlung hervorgerufen, den Anhängern der soge­nannten freien Vereinigung, die im Gegensatz zu dem Hauptausschuß unter der Führung des Bundes der tech­nisch- industriellen Beamten auf dem Standpunkte des An­schlusses an die allgemeine Invalidenversicherung steht. Ge gen eine von der Zweidrittelmehrheit der Versammlung an­genommene Resolution, die sich für die Versicherungsvor Tage ausspricht, wurde von der erwähnten Minderheit heftig protesttert.

Geständnis eines Mörders.

Berlin, 20. Februar. Der am Sonnabend eingelieferte Arbeiter Hartmann hat gestanden, am 28. Januar die 3te­geletarbeitersfrau Gorgolowskt bet Stolpe ermordet und ihrer Barschaft beraubt zu haben.

Zwei Ausflügler totgefahren.

Frankfurt a. M., 20. Februar. Auf der Station Gold­stein sind Sonntag abend gegen 8 Uhr zwei Herren von einem Rangierzuge überfahren und getötet worden. Der Vorgang spielte sich, wie der Frff. 3tg." berichtet wird, folgendermaßen ab: Als der Personenzug Mainz- Frant­furt um 7 Uhr 25 Min. In der Station Goldstein einfuhr, Itefen von der Waldseite her drei Herren quer über die Gleise, um den Zug noch zu erreichen. Sie hatten sich wahr­scheinlich verspätet und die Gleisanlagen von der entgegen­gesetzten Seite aus betreten, was bekanntlich streng ver­boten ist. In diesem Augenblick fuhr eine mit einer Ma­schine bespannte Rangierabteilung an. 3wet der Herren erfaßt, überfahren und auf

Res Walt gehört hatte, die befonders auf der Jagd auf wurden von der Maschine erfauch rechtzeitig zur Seite

gefallen waren. Man fragte sich, ob und durch welche Ver anlassung sich das plößlich geändert hatte. Irgend welche Veranlassung zu Besorgnissen ist auch nicht vorhanden. Der Kaiser hat tatsächlich ungewöhnlich scharfe Augen, was er schon oft auf dem Manöverfelde, bet Seefahrten und auf der Jagd bewiesen hat. Von Kurzsichtigkeit, wie manche an= nahmen, kann keine Rede sein. Der Kaiser sieht ausge­zeichnet, auf eine Entfernung von sechs Metern tadellos, er verfügt also über die normalste Sehschärfe.

In der letzten Zeit hat sich ein geringer Grad von Weit­fichtigkeit eingestellt. Aber darin ist nicht irgend etwas Außergewöhnliches zu sehen, sondern im Gegenteil, dadurch wird die Tatsache bestätigt, daß der Kaiser sehr scharfe Au­gen haben muß. Denn gerade bet Leuten, die durchaus nor­malsichtig sind und an keiner Schwäche der Augen leiden, stellt sich im Alter von 40 bis 50 Jahren ein geringer Grad von Weitsichtigkeit ein. Diese kleine Abweichung des Au­ges soll durch den vielbesprochenen Kneifer ausgeglichen werden. Der Kaiser trägt ihn übrigens sehr selten, und es gibt eine Menge Hofleute, die den Katser nicht selten sehen, und trotzdem bei ihm einen Knetfer noch nicht be­merkt haben Auf der Straße und bei Spazterfahrten sett er ihn nie auf. Er kommt ausschließlich dann in Betracht, wenn der Kaiser liest. Auch bei Arbeiten am Schreibtisch full er thn des öfteren benußen, wenn er ihn hier nicht ständig trägt.

Im Anschluß daran set auf die recht eigenartige Er­scheinung hingewiesen, daß die Herrscher im allgemeinen anscheinend mit recht guten Augen von der Natur bedacht worden sind. Mit Ausnahme des Königs Alexander von Serbien hat kein Herrscher in den letzten Jahren ständig et­nen Zwicker getragen. Hin und wieder wird er von meh­reren Königen benutzt. Katser Wilhelm I., der bekanntlich über ein sehr scharfes Auge verfügte, hat doch in den letzten Jahren seines Lebens auch zu einem 3wider greifen müs­fen, um seine Weitsichtigkeit auszugleichen. Viele Berliner erinnern sich noch an die schönen Stunden, wo sich der alte Kaiser an dem historischen Eckfenster zeigte. Dabei fiel allen ein 3wider auf, der an einer Schnur um den Hals des greisen Kaisers befestigt war und sich bet dem freund­lichen Grüßen des Kaisers recht kräftig bewegte. Auf der Straße hat aber auch der alte Kaifer nie einen 3wider getragen, da ihn seine Weitsichtigkeit nur bei dem Lesen und Schreiben behinderte.

digle Klagen über unzureichende oder unschmackhafte Trauernachrichten aus unseren Kolonien.

Soft unberücksichtigt bleiben.

Die Muskelkraft der Neugeborenen. Ein neugeborenes Find wird gewöhnlich als das schwächste und hilfloseste aller esen bezeichnet. Diese Ansicht scheint jedoch irrig zu sein, renigstens haben die merkwürdigen Untersuchungen, die 1 dem Eclair" einige Pariser Aerzte über die Mus­haft der Neugeborenen angestellt haben, dargetan, daß eugeborene Kinder wenige Zeit nach der Geburt unter be= nderen Umständen bereits recht ansehnliche Kraftleistun= en vollbringen können. Der Experimentator hielt den engeborenen Kindern einen dünnen Stock oder wohl den aunten so hin, daß sie mit den Händen zugriffen, dann onnten sie emporgehoben werden und trugen also durch Be Kraft der Beugemuskeln der Unterarme ihr eigenes Kör­gergericht. Je nach der Länge der Zeit, während der sie Beje Kraftübung vorführen konnten, sind sie als schwäch­che, mittelstarke oder gar als Athleten im turnerischen inne zu bezeichnen. 98 Prozent der Versuchstinder blie­en eine Stunde nach der Geburt über 10 Sekunden hängen. 19 Prozent hielten es eine halbe Minute aus, 4 eine volle Minu te. Hierbei scheint es sich nicht um eine atavistische Fä­igfeit zu handeln, die gleich wieder verloren geht, denn Bei bei viertägigen Kindern war die Muskelkraft weiter an­gewachsen: 98% der Kinder konnten nun eine halbe Minute

der angegebenen Lage hängen bleiben. Am 15. Tage reichte die Muskelkraft thren Höhepunkt, denn nun konn=

Ein Drama in Kamernn. Verluste auf Ponape. dem Ein erschütterndes Drama hat sich in Buea, Gouvernementssit unserer Kolonie Kamerun, abgespielt. Nach einer telegraphischen Meldung des stellvertretenden Gouverneurs hat der in der ersten Dienstperiode stehende Sekretär Kerner in einem Anfall von Geisteskrankheit den Bezirksleiter Biernazky und den Sekretär Gnieß er: schossen, die Sekretäre Nagel und Schnäbele leicht verlegt und dann sich selbst erschossen. Der Verlust von Biernatky und Gnieß trifft die Kolonialverwaltung um so schwerer, als es sich um Beamte handelt, die sich in langjährigem Dienste des Schuhgebiets Kamerun besonders bewährt hatten.

Der unglückliche Täter Sekretär Kerner befand sich erst seit Jahren in Kamerun und stand im 27. Lebens­jahre. Er war ursprünglich Gerichtsaktuar, wurde 1908 dem Kolonialinstitut in Hamburg zur Ausbildung überwie­sen und im August 1909 beim Gouvernement in Buea an­gestellt.

Ueber die Persönlichkeiten der Ermordeten gehen uns folgende Mitteilungen zu: Biernatty wurde 1863 in Neuhoff bet Strasburg( Westpreußen) geboren, war bis No­vemebr 1893 Vizefeldwebel im Infanterieregiment Graf Werder( 4. Rheinisches) Nr. 30 und fan: im Januar 1894 als Polizeimeister nach Kamerun. Später wurde er zum

springen. Die Leichen. wurden im Warteraum der Station untergebracht, wo sie bis zum Eintreffen der Staatsanwalt­schaft verblieben. Die Verunglückten sind der Lehrer an der Softenschule Ludwig Priester und der Fabrikant Karl Taufkirch.

Familientragödie.

Darmstadt, 20. Februar. Sonntag früh wurde in der Heidelbergerstraße die 32 Jahre alte Ehefrau des Kauf­manns Ludwig Brack mit ihrem Kinde, einem Knaben von Jahren, in der Wohnung tot aufgefunden. Die Gas­hähne waren aufgedreht. Es scheint Selbstmord vorzu­Itegen.

Zwischenfälle bei einer Beerdigung.

Cöln, 20. Februar. Gelegentlich des Begräbnisses etnes Sozialdemokraten kam es zu einem Zusammenstoß zwischen den Leidtragenden und Polizisten, weil diese dte Entfernung der roten Kranzschleifen verlangten. Als dies verweigert wurde, erschien auf dem eine Stunde abseits von Cöln gelegenen Südfriedhof ein starkes Polizeiaufgebot mit einem Polizeiinspektor und zwei Kommissaren. Als die Schleifen gewaltsam entfernt werden sollten, kam es zu einem Handgemenge mit den Beamten. Die Polizisten be setzten die Gruft, um Grabreden zu verhindern.

Betrügereien bei einer Weltfirma. Bonn, 20. Februar. Unter dem Verdacht großer Be­trügereten bei der Firma Soennecken haben verschiedene Verhaftungen stattgefunden.

Der Papst wiederhergestellt.

Rom, 20. Februar. Der Gesundheitszustand des Papstes ist wieder normal. Der Papst hat die gewohnte Beschäftigung wieder aufgenommen.

Erdbeben in der Türkei.

Monastir, 20. Februar. In der letzten Nacht hat ein Erdbeben in Starowo fast alle Häuser unbewohnbar gemacht. Eine Frau wurde getötet und zwet Personen Der russisch- chinesische Konflikt.

Peking, 20. Februar. Die chinesische Regierung wird am heutigen Montag formell die sechs Punkte der russischen Note beantworten. Wie verlautet, erkennt China die Klage über eine angebliche Beschränkung der russischen Tarifauto­nomte an der chinesischen Grenze als berechtigt an. Ver­schiedene Ansprüche Rußlands erklärt China für berechtigt. Für ungerechtfertigt hält China jedoch die Beschwerde über die Haltung der chinesischen Behörden gegenüber den rus­fischen Konsuln. Die Antwort schließt mit der Erklärung, daß China an den Punkten des Vertrages festhalten, einer Erweiterung desselben jedoch nicht zustimmen werde.

Handel und Verkebr.

Der Postanweisungsverkehr ist im Rückgange begrif fen. Der Betrag der bei der Reichspost eingezahlten Bost anweisungen war bis vor wenigen Jahren jährlich um 4 bis 5 Prozent gestiegen. So wuchs er von 9149% Millio­nen Mark von 1904 bis 1907 auf fast 11 Milliarden, ge= nau 10 903 Millionen Mart. Gleichzeitig stieg die Zahl der eingelieferten Anweisungen von 151 auf 164 Milli onen. Die Stückzahl stieg auch noch im Jahre 1908 und zwar auf 183 Millionen. Dagegen fiel in jenem Jahre schon der Gesamtgeldbetrag auf 10 889 Millionen, was et nen verhältnismäßig fleinen Rückgang von 14 Millionen bedeutet. Im Jahre 1909 ist der Geldbetrag weiter auf 9479% Millionen und im Jahre 1910 nach vorläufiger Fest­stellung auf 8490 Millionen gefallen. Der Rückgang der beiden letzten Jahre wird durch den Uebergang zum Scheck­verkehr erklärt.

Cassel, 18. Februar. Weizen( 100 Kilogramm) 19,25 618, 19,75 M. Roggen( 100 Kilogramm) 15,75-16,25 M. Gerste ( 100 Kilogramm) 15,00-16,50 M. Safer( 100 Kilogramm) 15,50-17,00 M. Hen( Zentner) 2,70-3,30 M. Stroh( Sent­ner) 1,60-2,40 M