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Rundschau vom Cage.

Politisches.

Die Englandreise des Kaiserpaares. Wie die Nord­Seutsche Allgemeine Bettung" hört, bestätigt sich die Nach­icht, daß der König von England den Kaiser und die Ratserin eingeladen hat, an der Feier zur Enthüllung des Denkmals für die Königin Viktoria teilzunehmen, und daß biese Einladung dankbar angenommen worden ist.

Zu dem Zusammenstoß zwischen den Konservativen und den Nationalliberalen im preußischen Abgeordneten­hause nimmt auch die Nordd. Allg. 3tg." das Wort, in­bem sie schreibt:" Der Zusammenstoß wird von der radika­Jen Presse mit tiefer Genugtuung besprochen. Sie geht da­bei von der Ansicht aus, daß die Auseinandersetzung am vergangenen Dienstag mehr als ein isoliertes, aus augen­blidlicher Streitlust erwachsenes Ereignis ist, und in der Tat mögen Reden im Lande, Kundgebungen in der Presse gerade in der letzten Zeit viel zur Verschärfung der Stime mung beigetragen haben. Hiernach ist es begreiflich, daß von der raditalen Presse mit wachsender Zuversicht die Prognose aufgestellt wird, daß die Reichstagswahlen eine geschlossene Front der Linken den Parteien der Rechten ge­genüber sehen werden. Gleichwohl nehmen wir nicht an, daß eine solche Radikalisierung unserer Parteiverhältnisse von den Beteiligten beabsichtigt wird; denn weder die Konservativen, noch die Nationalliberalen können erwar= ten, daß sie es sein werden, denen die Ernte aus dem so tief ausgerissenen Boden zuwächst...

Ueber die fünftigen Reichstagsarbeiten wird aus un­terrichteten Kreisen mitgeteilt, die großen Gesetzentwürfe, die augenblicklich dem Reichstage vorliegen, werden wahr­scheinlich in dieser Session nicht mehr erledigt werden. Boraussichtlich wird der Tagungsabschnitt kurz nach Pfing­ten geschlossen werden, dagegen wird der Reichstag noch einmal zur Herbstsession zusammentreten, in der dann die Schiffahrtsabgaben, die Reichsversicherungsordnung und die Brivatbeamtenversicherung ihre Erledigung finden. Das Arbeitskammergesez darf wohl als gescheitert be= trachtet werden. Die Strafprozeßreform und die kleine­ren Vorlagen dürften wohl noch in dieser Session zur Er­ledigung kommen.

Dic Vertreter sämtlicher deutschen Landesversicherungs­anstalicn traten am Sonnabend zu einer Vollversammlung zusammen. Die Versammlung beschäftigte sich eingehend mit dem von der Reichstagskommission für die Reichsversiche­rungsordnung gefaßten Beschluß, wonach die Ausgaben der Landesversicherungsanstalten für die vorbeugenden Heilverfahren auf sieben Prozent der Beitrags- Einnah­men beschränkt werden sollen. In einer Resolution, die einstimmig zur Annahme gelangte, wurde zum Ausdruck gebracht, daß der Kommissionsbeschluß notwendig zur völ­ligen Aufhebung der Selbstverwaltung der Träger der In­nalidenversicherung führe, sowie den maßgebenden Ein­fluß, der dem Ausschuß angehörenden Arbeitgeber und Ar­beitnehmer auf die Verwaltung und damit die Arbeits­freudigkeit der für die Durchführung der Invalidenver­ficherung so wichtigen Organe beseitige.

Der nächste sozialdemokratische Parteitag wird wahr­scheinlich früher als sonst zusammentreten. Mit Rücksicht darauf hat dem Vorwärts" zufolge die Kontrollkommis­sion der sozialdemokratischen Partet verzichtet, an Stelle Singers einen neuen Vorsitzenden der Partei zu wählen und beschlossen, dem Parteitag diese Wahl vorzubehalten.

St. Raphael in Toulon fand man, daß sich zahlreiche Briefe in einer Maueröffnung festgesetzt hatten. Es sind dies größtenteils Briefschaften aus dem Jahre 1895 und 1896, die von deutschen und englischen Touristen Grüße in die Heimat bringen sollten. Die Postbehörde hat ihre Weiter­beförderung angeordnet.

Ueber die ruskich- chinesische Spannung wird aus Pe­tersburg gemeldet: Am Sonnabend konferierte der russische Minister des Aeußer Ssasonow längere Zeit mit dem chi­nesischen Gesandten. Die russische Regierung erwartet Chi­nas Antwot innerhalb der nächsten vierzehn Tage. Falls se während dieser Zeit nicht eingeht, wird ein bestimmter Termin festgesetzt werder. Die hiesigen politischen Kreise find überzeugt, daß China Rußlands Forderungen be­milligen wird. Andernfalls werden die russischen Trup­pen sicherlich vorrücken.

Kleine Nachrichten.

Infolge furchtbaren Schneesturmes stürzten in der transfaukasischen Ansiedlung Psyrtscha viele Häuser ein. 16 Menschen und viel Vich sind umgekommen. Menschen und viel Vieh sind vielfach unterwegs im Schnee stecken ge= blieben. Die Bevölkerung leidet Not.

Verschitttete Verglente. In der Nacht zum Sonntag stürzte infolge eines Wasserdurchbruchs ein Schacht der Braunkohlengrube Concordia bei Oberhartmannsdorf im Oberschleften ein. Drei Bergleute wurden verschüttet. Dte Rettungsarbeiten sind im Gange.

Ein aufregender Vorfall spielte sich im Mannheimer Vororte Ludwigshafen am Freitag abend ab. Der Arbet­ter Hehl schoß in einer Wirtschaft auf seine Geliebte, eine 17jährige Arbeiterin. Als er vom Wirte auf die Straße ge­setzt wurde, schoß er auch auf diesen, und gab auf die ihn verfolgenden Schußleute und Passanten Schüsse ab. Als etner der Passanten lebensgefährlich verlegt, zusammen­brach, schossen auch die Schußleute, und Hehl sank, von meh= reren Schüssen getroffen, tot zu Boden.

Eine neue Stiftung Carnegies. Carnegie bot durch den amerikanischen Gesandten in Kopenhagen für Dänemark die Errichtung einer Stiftung für heldenmütige Leistungen mit einem Kapital von 400 000 Mark in Form einer jähr= Hichen Rente von etwa 20 000 Mark an.

Die Influenza im Vatikan. Während der Papst sich von der Influenza soweit erholt hat, daß er heute wieder feine Empfänge aufnehmen kann, macht die Influenza un­ter den Kardinälen große Fortschritte. Außer Rampolla sind, wie dem B. T." aus Rom gemeldet wird, jetzt auch fünf andere Kardinäle ernstlich erkrankt. Verfährte Briefe. Bei Abnahme eines Brieffastens in

Der Familienschmuck der Wallutfeffs.

Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.)

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Kinder von heute. In Potsdam erschoß sich ein 17­fähriger Obertertianer. Der Grund zu der unseligen Tat war Liebeskummer!!

Doppelmord bei einem Bankraub. In Nom fand man am Sonnabend früh die beiden Wächter eines Bankhauses gebunden und ermordet auf. Die Bank war völlig ausge­raubt. finner

Ach, Mutter, so lange der Familienschmuck nicht in unserem Besitze ist, kommt noch mehr Unglück," antwortete Maria.

Eine Bande von fünf Räubern hat aus dem Wagen et­nes Schnellzuges im nordamerikanischen Staate Georgia 500 Dollar geraubt. Eine Summe von 50 000 Dollars ent­ging ihnen dadurch, daß eine Dynamitpatrone vorzeitig ex­plodierte, die sie an einem Geldschranke angebracht hatten.

Eine Studententragödie hat sich am Sonnabend in Ber­Itu abgespielt. Der Student der Zahnheilkunde Apt aus Breslau tötete seine Braut, die 23jährige Studentin der Zahnheilkunde Löwensohn aus Gumbinnen, indem er sie mit Chloroform betäubte und ihr die Pulsadern aufschnitt. Dann legte er sich selbst die Chloroformmaske an. Er wur­de aber moch rechtzeitig gerettet.

,, De sei Gott vor," sagte die Fürstin schaudernd, dann setzte sie hinzu: Ich finde aber, ihr müßtet euch mehr zerstreuen. Daß ihr jetzt nicht nach Petersburg zurüd wollt, begreife ich, aber warum wollt ihr nicht reisen? Gewiß würde Alwechslung euch gut tun. Du müßtest in die Ber­ge. Geht in den Kaukasus, oder in die Krim, später nach Valta."

Dieser oft wiederholte Vorschlag Lisaweta Borissow­nas fand zuletzt Gehör, und Wallutjeff versuchte, seine Frau zu der Reise zu bewegen; aber Maria wehrte sich eigensinnig dagegen.

Mit fiebeshafter Unruhe erwarteten sie die amerika­nischen Briefe mit der Chiffre 3. 3.

Hus den Gerichtssälen.

Eine exemplarische Strafe wegen Verbreitung unzüch­tiger Schriften ist vom Münchener Schwurgericht über den Händler Ludwig Ramlow verhängt worden. Der Ange­flagte war Mitglied einer internationalen Bande, die in München ihren Sitz hatte und nach allen Ländern einen schwunghaften Handel mit unzüchtigen Büchern unter Deck­adresse unterhielt. Der Staatsanwalt nannte diese Händ­ler Kreaturen, die auf gleicher Stufe stehen mit Mädchen­Händlern und Zuhältern. Das Gericht verurteilte Ramlow zu zehn Monaten Gefängnis, 500 M Geldstrafe und Aber­kennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren.

Ich glaube, Clairon, oder wie er sich jetzt nennt, Mr. White, wird uns bald gute Nachricht geben," tröstete Jegor seine mutlose Frau. Aber Maria schüttelte den blei­then Kopf. Sie glaubte nicht an das Gelingen der Mis­sion, die dem Geheimpolizisten anvertraut war, obgleich er den Dieb entdeckt hatte.

Eine gefährliche Einbrecherbande, die Familie Hübel in Burkersdorf bei Bautzen, der 153 Einbrüche nachgewie­sen worden sind, wurde vom Landgericht in Bauben abge= urteilt. Der alte Hübel erhielt 15 Jahre, sein Sohn Paul 10 Jahre Zuchthaus, Frau Hübel und der Sohn Mar 10 Monate bezw. 6 Wochen Gefängnis. Damit ist die Lausitz von einer berüchtigten Einbrecherbande befreit.

Da kam der Brief an, in dem White über den Tod der Mrs. Amy Brook berichtet hatte, und worin er die Hoffnung aussprach, das Perlenhalsband zurückkaufen zu fönnen.

Vermischtes.

genannten Ortes wir fürzlich berichteten, scheint jetzt nach vierzig Jahren noch als die eines Dragoners Müller fest­gestellt werden zu fönnen. Einer der wenigen noch Ueber­lebenden des blutigen Todesrittes teilt dem B. L. A. mit, daß jener Müller, ein wohlhabender Bauernsohn aus Westfalen, an seiner Seite die beiden Attacken der zwei­ter Garde- Dragoner mitgeritten habe. Nach der zweiten Attacke, die von der vierten Schwadron allein ausgeführt wurde, fehlte unter all den vielen anderen auch der Dra= goner Müller, einer der Tapfersten der Schwadron, und man hat über seinen Verbleib trotz aller Nachfragen und Erkundigungen nie wieder etwas gehört. Da bei der Leiche ein Gardehelm gefunden ist, muß es unbedingt ein Diagoner gewesen sein, und die Vermutung, daß es sich um den vermißten Müller handelt, gewinnt noch dadurch an Wahrscheinlichkeit, daß man auch dessen Pferd nie nieder gesehen hat, obwohl sonst verwundete Pferde am Abend stets zum Gammelplatz zurückzukommen pflegten.

Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich Sonnabend nachmittag in Antwerpen. Seit einigen Jahren ist die Firma Dnckerhoff& Wiedmann aus Biebrich am Rhein mit dem Bau eines Trodendocks beschäftigt, welche die Fortsetzung des Bassins Lefevre bildet. Seit mehreren Wochen wurde festgestellt, daß das Wasser durch die Kai­moucr einsiderte und es entstand die Gefahr, daß ein Teil des Mauerwerks unterminiert wurde und daß dann das Wasser des Bassins Lefevre nachdringen würde. Wieder­hol konnte diese Gefahr abgewendet werden, aber Sonn­abend nachmittag erweiterte sich die Bruchstelle zusehends. Die zuständige Hafenbehörde wurde benachrichtigt und die Arbeiter innerhalb des Docks angewiesen, dieses unverge züglich zu verlassen. Bald darauf gab das Mauerwerk nach. Es entstand eine Oeffnung von 20 Quadratmetern und das Wasser drang mit furchtbarer Gewalt aus dem Bassin Lefevre in das 12 Meter tiefer liegende Trockendock. Glücklicherweise waren die Schiffe, welche sich in der Nähe befanden, rechtzeitig gewarnt worden, sodaß kein Fahrzeug von der Strömung erfaßt werden konnte. In kurzer Zeit war das Trockendod mit 70 000 Kubikmeter Wasser gefüllt. Es entstend eine neue Gefahr, die bis jetzt noch nicht be- d hohen ist, indem eine Mauer ebenfalls einzustürzen droht, sid wodurch die nahegelegenen Wohnungen und das ganze Terrain unter Wasser gesetzt werden dürften. Die An­strengungen der Behörden gehen deshalb dahin, eine solche Katastrophe zu verhüten Der Schaden wird auf über eine Million Francs geschätzt.

Am Donnerstag Blatiger Kampf mit Wilderern. nachmittag hat sich in der Döberitzer Heide ein blutiger Kampf zwisden drei Wilderern und dem Gefreiten Brandt von der 3. Kompanie des Gardeschützenbataillons abge­spielt. Der Gefreite, der seit mehreren Tagen schon Wild­dieken auf der Spur war, tras diese am Donnerstag nach­mittag, ais fie gerade dabei waren, ein. von ihnen abge­schossenes Reh beiseite zu bringen. Brandt, der die Wild­diche auffoderte, die Waffen niedezulegen, wurde durch vier lebensgefährliche Schüsse verletzt. Man fand ihn spä­ter auf; ein Schuß war ihm in die linke Wange gedrungen und hatte ihm die Sehkraft auf beiden Augen nahezu_ge= raubt. Der Schwerverlette wurde in das Spandauer Gar­nifonlazarett geschafft, wo er in höchster Lebensgefahr schwebt. Durch polizeiliche Nachforschungen nach den Tä­tern, die men mit Hilfe von Polizeihunden vornahm, ge­lang es Sonnabend mittag, im Elchgrunde bei Döberiz einen verdächtigen Arbeiter zu verhaften, der in seiner Wohnung gerade dabei war. das Reh zu zerkleinern. Er leugnete zwar zunächst die Tat, wurde aber dem ab und zu bei Besinnung befindlichen Gefreiten Brandt gegen­übergestellt, der ihn als einen seiner Gegner bezeichnete. Ueber seine Mittäter verweigert der Festgenommene jede Auskunft. Dem Kriegsministerium wurde ein eingehen­der Bericht über den traurigen Vorfall erstattet. Die Beine des Retters von Mars- la- Tour, über deren effindung neben einem Pferdesfelett im Schloßteich des

Die Gräfin Wallutjeff blickte von diesem Zeitpunkt an weniger trübe in die Zukunft. Ganz sachte regte sich die Hoffnung in ihrem Herzen, daß das düstere Verhäng­nis gewichen sei, daß es wieder licht werden könne in ihrem Hause und in ihrer gramerfüllten Seele.

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In der Geschäftsstelle der Versicherungs- Gesellschaft Equitable war man auf den jungen Volontär wegen sei­ner Geschäftskenntnis und seines Eifers aufmerksam ge= worden. Ihm verdankte man es, daß Baron Sarner sein beträchtliches Vermögen bei der Gesellschaft angelegt hatte. Der Chef machte deshalb Robert White günstige Vorschlä­ge und bat ihn, als Beamter bei ihm einzutreten.

Unter cigenartigen Umständen verhaftet wurde nach der Granks. 3tg." in Metz der Leutnant Erb vom 130. Infanterieregiment. Eib gab an, daß aus seinem Kassen­schrank eine beträchtliche Summe durch Einbruch gestohlen sei. Durch einen Sachverständigen ist aber festgestellt wor den, daß der Kassenschrank nur mit dem richtigen Schlüssel geöffnet worden sei. Erb hatte vor einigen Tagen sich gegen Diebstahl versichern lassen und verlangte von der Versicherungsgesellschaft die Auszahlung der Summe. Auf Befragen, woher der Offizier die beträchtliche Summe habe, gab er an, er habe einem Herrn das Leben gerettet, dessen Famiite ihm zum Dante 60 000 M überwiesen habe. Der Vorfall erregt großes Aufsehen.

Ich nehme Ihr Anerbieten gern an," entgegnete White; und er gratulierte sich zu dem glücklichen Um­stand, daß er früher die Handelsschule in Lausanne be­sucht hatte. Seine Kenntnisse befähigten ihn zur Ueber-, nahme der angebotenen Stellung.

Da bald darauf wieder der wohlbekannte Stern in der Zeitung stand, begab sich White zum Rendezvous in den Pavillon der Gravenstreet. Er hatte Jim den Auf­trag gegeben, Baron Sarner zu beobachten, seine Aus­gänge zu kontrollieren und genauen Bericht darüber zu geben. Es war Jim gelungen, sich als Hausbursche im Hotel, i ndem Sarner wohnte, anstellen zu lassen. Ver­möge seiner Kniffe verstand es der schlaue Junge, sein Aeußeres so zu verändern, daß es selbst einem Befann­ten nicht leicht gefallen wäre, ihn zu erkennen, und im Hotel waren ihm alle fremd.

,, Nun, mein Freund, hoffentlich haben Sie mir etwas Wichtiges mitzuteilen," begann White die Unterhaltung. " Ja, Baron Sarner ist ein Falschspieler," versetzte Jim froden.

Ich habe es vermutet. Aber wodurch wollen Sie es beweisen?"

Der Zoppoter Mörder entdeckt. Die Ermordung der Privatiere v. Laszewski in Zoppot, die so großes Aufsehen erregte und zu Verhostungen führte, hat jetzt ihre volle Aufklärung erhalten: Der in 3oppot verhaftete angeb liche Privatier Gaffte hat das Geständnis abgelegt, die Rentiere v. Laszewski ermordet zu haben. Er hat, wie sich herausstellt, auf der Namen der Ermordeten einen Wechsel im Betrage vor mehreren tausend Mark gefälscht und mußte befirchten, daß diese Fälschung an das Tages­licht kommen würde. Als der Wechsel jetzt bei einer Bank präsentiert wurde, hat er sich zu dem Geständnis bequemt.

Ich besorgte mir einen Abdruck des Schlosses von einer roten Tasche aus Juchtenleder, die er immer sehr geheimnisvoll zu verbergen suchte, sobald das Stubenmäd­chen eintrat. Ich habe ein kleines Liebesverhältnis mit der hübschen Kati angebändelt," fuhr Jim grinsend fort, ,, sie läßt mich in das Zimmer des Barons ein, wenn dieser fortgeht."

Sie sind doch unbezahlbar, Jim." lachte White ,,, tch

Ein Opfer des gefährlichen Alters?" In Agram wurde ein aufsehenerregender Selbstmord begangen, dessen Ursachen noch nicht ganz aufgeklärt sind. Dort vergiftete sich die 44jährige Gattin eines angesehenen Industriellen und zwar wie es heißt, nach der Lektüre des Karin Micha­el's schen Buches: Das gefährliche Alter", weil sie sich vor den düsteren Aussichten des fommenden Lebensabschnittes gefürchtet haben soll. Ihre vier Söhne bemerkten schon einige Zeit bei ihr eine tiefe Verstimmung. Als die Leiche gefunden wurde, wollte sich der jüngste Sohn aus Schmerz über den Tod der Mutter gleichfalls vergiften, er wurde aber daran verhindert.

Der Kaufmann

Das Opfer einer Erpresserbande. Kares in Neuyork, ein Ungar, ist in der Nacht zum Sonn­abend in einer einsamen Straße überfallen und ermordet worden. Vor einigen Tagen erschienen in Kazos Bureau fünf ungarn, die von ihm verlangten, er solle einige Briefe ins Englische übersetzen. Zwei Briefe waren an

werde ihr Honorar erhöhen, wenn die ganze Sache völlig flar ist."

,, Wird mir sehr angenehm sein, Mr. White! Aber hören Sie weiter. Ich veranlaßte also Kati, mir den Schlüssel zu Nr. 180, dem Zimmer des falschen Barons, zu geben. Ich machte nun den Abdruck verschiedener Schlösser auf Wachs und bestellte danach die Schlüssel. Die rote Juchtentasche war in der Kommode unter Wäsche ver­steckt. Ich schloß sie aus und fand mehrere Spiele prä­parierter Karten darin. feine Stahlfeilen, Bimsstein und verschiedene Instrumente, die ich nicht kannte, die aber wohl auch bei dem unsauberen Handwerk des Gauners benutzt werden."

,, Sarner muß ein obgefeimter Schurke sein, daß ich bisher seine Kniffe nicht bemerkt habe," sagte White, aber das nächste Mal fasse ich ihn."

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White sprach längere Zeit leise mit Jim. Dieser nickte sehr zufrieden mit dem Kopf. Wird gemacht," ver: sicherte ez mit seiner Lieblingsphrase, und dann empfahl er sich. Es war eine seltsam erregte Stimmung, in der sich der Schweizer Geheimpolizist befand. Er sah sich vor dem Schlußakt seines Auftrages. Jeder Puls schlug schneller, und die Muskeln seines jugendlichen, kräftigen Körpers spannten sich, seine Fäuste sehnten sich danach, den Misse­täter mit eisernem Griff zu packen und festzuhalten.

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Ueber vierzehn Tage hatte White Miß Lionel nicht gesehen, zuletzt bei der Beerdigung ihrer Freundin Amy Brook. Robert sehnte sich nach dem Anblick des geliebten Mädchens, aber er konnte heute nicht nach Rose- Cottage fahren; seine Anwesenheit war in Neuyork nötig. Aber bald, so hoffte er, würde sein wahrer Name in allen ameri­fanischen Zeitungen stehen; die sensationelle Mordgeschich= te, der freche Diebstahl des Schmuckes und die Entlarvung des Verbrechers würde Aufsehen erregen, und Mabel Li­onel, die Energie beim Manne hochschäzte, ihn vielleicht achten und lieben lernen. ( Forts. folgt.)

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