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in Gleben
Gießener Zeitung
( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen
oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt.
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Erscheint
Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H.
Nr. 142.
Telephon: Nr. 362.
Reichstagswahlvorbereitungen. Gießen. Sonntag fand eine Vertrauensmännerversammlung der nationalliberalen Partei statt. In der Aussprache wurde betont, daß das Vorgehen der Vertrauensmänner bei der letzten Reichstags= stichwahl falsch gewesen sei. Es wurde beschlossen, für die kommenden Reichstags- und Landtagswahlen ein Zusammengehen mit der Fortschrittlichen Volkspartei zu ermöglichen. An Stelle des seitherigen ersten Vorsitzenden Kaufmann wurde der Fabrikant Adolf Klingspohr zum Vorsitzenden gewählt.
- Die 3, 19. Juni. Die nationalliberale Partei des 4. Nass. Reichstagswahlkreises hat in ihrer gestrigen Vertrauensmännerversammlung einstimmig den Bürgermeister Hepp- Seelbach als Kandidaten für die Reichstagswahl aufgestellt.
Die Lage des Arbeitsmarktes.
der Großherzoglichen Bürgermeisterei
des Großherzoglichen Polizei- Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.
( Haus Brüder Schmidt.)
Dienstag, den 20. Juni 1911.
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.
Telephon: Nr. 362.
23. Jahrg.
zum Gemein d'eumlagengesetz beschäftigen, 8. August, vormittags: Extrazug nach Mainz, Damdas nach jahrelangen Verhandlungen in der ersten Juli- pferrheinfahrt bis Boppard. Am Niederwald vaterlänwoche endgültig zur Entscheidung kommen soll. Der Fidische Kundgebung, Ueberfahrt nach Bingen. Abends: nanzausschuß der Ersten Kammer hat sich am Samstag ,, Ein Abend am Rhein" mit Illumination des Felsen= in zwei bis in den späten Abend dauernden Sitzungen massins mit Niederwald denkmal, mit Extrazug nach mit den Regierungsvertretern Staatsminister Ewald, Frankfurt zurück. Abends: Im Festpark zu Frankfurt Finanzminister Braun, Minister des Innern von Hom venetianische Nacht und Feuerwerk. Mittwoch, 9. Aug.: bergt und mehreren Geheimräten eingehend mit diesem Beginn der 7tägigen Paris- Reise mit Extrazug. Nach Gegenstand beschäftigt und den Beschluß gefaßt, in al- mittags: Doppelkonzert auf dem Festplatz, voraussichtlen prinzipiellen Fragen auf dem schon früher von der lich mit Ballonwettfliegen. Abends: Großes Volksfest im Ersten Kammer beschlossenen Standpunkt zu beharren. Festpark. Donnerstag, 10., Freitag, 11., Samstag, 12. Nur auf mehrere unwesentliche Abänderungen ist der August: Doppelkonzerte erster Kapellen auf dem Festplatz Ausschuß eingegangen. Zunächst wird sich nun der Fiund italienische Nacht. Sonntag, 13. August: Olympische nanzausschuß der zweiten Kammer mit den Beschlüssen Spiele in der Arena. Abends: Schlußfest auf dem Feſtder anderen Kammer beschäftigen. Die zweite Kammer platz mit Doppelkonzert und Feuerwerk. wird alsdann am 4. oder 5. Juli wieder zusammentreten, um Stellung zu den Beschlüssen der Ersten Kammer zu nehmen.
Provinzialausschuß- Sizung. Am Samstag, den 24. Juni, vorm. 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzialausschusses der ProEnteignung von Gelände in Gemarkung Ober- Eschbach vinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. zur Erbauung einer Nebenbahn von Heddernheim nach Homburg v. d. H.; hier Ausspruch der Entscheidung; 2. Gesuch des Müllers J. H. Schudt zu Klein- Karben um Genehmigung der Erhöhung eines Wehraufsatzes; 3. Gesuch des Seifenfabrikanten Karl Sandmann in Lau terbach um Erlaubnis zur Aufstellung eines Dampfkessels; 4. Regelung des gewerblichen Lehrlingswesens; hier Strafverfahren gegen Schlossermeister Ludwig Faber 5. zu Großen- Linden.
M. A. Frankfurt, 20. Juni. Der Arbeitsmarkt bietet das gleiche Bild des Vor: monats. In fast allen Zweigen des Geschäftslebens geht die Konjunktur weiter in die Höhe. In der Metallindustrie konnte in Frankfurt a. M. für eine Reihe von Berufen nicht alle Arbeitskräfte beschafft werden; besonders stark war die Nachfrage nach Bauschlossern, Spenglern und Installateuren. Auch Schmiede wurden sehr viel verlangt. Der starke Arbeiterbedarf zeigte sich besonders bei einer Reihe von Großbetrieben. Auch von Kassel, Mainz, Offenbach, Oberlahnstein und Wetzlar wird berichtet, daß in den Branchen der Maschinen- Industrie und Metallverarbeitung die Beschäftigung eine * Aus dem Militärwochenblatt. Lindflotte gewesen sei. Ueber den Mangel an Bauschlossernhorst, Major 3. D. und Bezirksoffizier beim Landw. und Schmieden wird auch dort geklagt. Bez. Aachen, zum Landw.- Bez. Gießen versetzt. Sander, Oberlt. im Jnf.- Reg. Kaiser Wilhelm( 2.
Für die Portefeuille- Industrie in Offen Großh. Hess.) Nr. 116, vom 1. Juli 1911 ab bis auf bach a. M. gilt das gleiche wie im Vormonat. Der Saisonniedergang hält noch an. Für Sattler und Tapezierer fand sich im allgemeinen gute Beschäftigung.
Aus der Industrie der Holz- und Schnit= stoffe wird folgendes vermerkt: Bei der städtischen Arbeitsvermittelungsstelle in Frankfurt a. M. war nach Schreinern auf Bauarbeit starke Nachfrage. Für Glaser, Rahmenmacher, Wagner und Küfer war reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden.
In der Zigarren- Industrie ist, wie aus Gießen gemeldet wird, der Geschäftsgang infolge der Tabaksteuer noch immer sehr schlecht; in einer Anzahl von Fabriken sei die Arbeitszeit täglich um 2 Stunden gekürzt worden. Der Verdienst sei im allgemeinen nicht gut. In der Schuhfabrikation in Offenbach a. M. herrscht ein sehr flotter Geschäftsgang. Das Baugewerbe ist nach fast allen Berichten gut beschäftigt, auch an kleinen Plätzen( We lar). In Kassel bieten besonders Tiefbauten reichliche Beschäftigung. Auch die Vorarbeiten zur deutschen landwirtschaftlichen Jubiläumsausstellung bringt reichlich Arbeitsgelegenheit. Aus Bad Wildungen wird gemeldet, daß der Bau der Edertalsperre fortwährend viele Arbeitskräfte heranziehe. Jm Buchdruckergewerbe ist nach Fertigstellung der Fahrpläne wieder eine größere Arbeitslosigkeit eingetreten. Jm Gast- und Schantwirtschaftsgewerbe hat sich die Arbeitsmarktlage der Eröffnung der Saison entsprechend und infolge der günstigen Witterung bedeutend gegen den Vormonat gebessert. Auf dem land w. Arbeitsmarkt hätten mehr Stellen besetzt werden können, wenn die richtigen Leute zur Verfügung gestanden hätten. Auch aus Wetzlar kommen Klagen, daß es schwer hält, die landwirtschaftlichen Arbeitsuchenden infolge ihrer Minderwertigkeit unterzubringen. Auf dem weiblichen Arbeitsmarkt ist, wie aus Kassel berichtet wird, Mangel an geschultem Personal für den Haushalt und Wirtschaftsbetrieb. Fabrikarbeiterinnen werden ebenfalls vielfach gesucht.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 20. Juni.
Die Großherzoglichen Herrschaften haben am Sonntag nachmittag 3 Uhr 9 Min. von der Station Groß- Gerau aus mit Gefolge die Reise nach London zu den Krönungsfeierlichkeiten angetreten.
* Professor Köppe wurde am Samstag nachmittag im Jagdschloß Wolfsgarten vom Großherzog empfangen.
Parlamentarisches. Die hessische Erste Kammer der Stände tritt heute zur Abhaltung mehrerer Plenarsizungen zusammen. In erster Linie wird sich die Kammer mit den Beschlüssen der Zweiten Kammer
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weiteres zur Dienstleistung bei der Landesaufnahme kommandiert. Clifford Kocq v. Breugel, Oberst und Kommandeur des 1. Leib- Hus.- Regts. Nr. 1, zum Kommandeur der 25. Kav.- Brig.( Großh. Hess.) nannt. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disp. gestellt: Gen.- Major v. Derzen, Kommandeur der 25. Kav.- Brig.( Gr. Hess.). Der Abschied mit seiner Pension bewilligt: dem Hauptm. 3. D. und Bezirksoffizier Wolff beim Landwehr- Bez. Gießen, mit der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst und der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform.
= d= Klein- Linden, 19. Juni. Unser Feuerwehrfest hat trotz der ungünstigen Witterung einen schönen Verlauf genommen. Brandinspektor Wiegandt= Gießen überbrachte die Glückwünsche der Gießener Wehr. Die Gesangvereine„ Eintracht"," Arion" und„ Harmonie" haften Beifall für ihre turnerischen Darbietungen. Im trugen Lieder vor, und die wackeren Turner fanden lebBurggarten begrüßte der Kommandant Jung die Gäste und Kameraden. Lehrer L. Keil hielt eine Ansprache.
-t- Buzbach, 20. Juni. In Oberkleen fand am Sonntag das sechste Bundesfest des Hüttenberger Sängerbundes in Verbindung mit dem 25jähr. Jubiläum des Gesangvereins Germania statt. An dem Feste nahmen 25 Vereine teil, u. a. aus Pohl- Göns, Kirch- Göns, Butzbach, Brandoberndorf, Lützellinden, Rechtenbach, Volpertshausen, Hochelheim, Niederkleen. = 0= Londorf, 20. Juni. Unser seitheriger Bürgermeister Wilhelm Aumann wurde einstimmig wiedergewählt.
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gen beabsichtigt, mit dem am 25. September ds. Is. stattfindenden Viehmarkt eine Verlosung von Vieh, sowie landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten zu verbinden. Das Großh. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung erteilt, daß bis zu 4000 Lose, zu 1 Mt. das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich wurde der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen ge= stattet.
Hungen, 20. Juni. Der Ortsvorstand Hun
Marburg, 20. Juni. Der fürzlich verstorbene Dichter Adolf Wilbrandt hat mit unserer alten Musenstadt in engen Beziehungen gestanden. Er wohnte anfangs der 90er Jahre in dem althistorischen Forsthofe unterhalb des Landgrafenschlosses in der Nähe des Bettinaturms. In seinem bekannten Roman„ Der Sänger", der hauptsächlich in Marburg spielt, schildert auch Wilbrandt in lebendigen Farben eine studentische Maifeier, die er damals mit einem Freunde, der bei ihm im Forst
* Vom Telegraphenamt wird uns geschrieben: Im Interesse möglichst frühzeitiger Jnangriffnahme der Arbeiten 3 um weiteren Ausbau der & ernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsprechanschlüsse spätestens bis zum 25. Juli den Kaiserlichen Telegraphenanstalten vorliegen. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwenhofe zu Gast war, miterlebte. dungen( z. B. durch besondere Entsendung einer Baufolonne 2c.) herzustellen sind, werden in dem laufenden Bauabschnitt nur dann ausgeführt, wenn die Antrag steller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mark leisten oder wenn diese Mehrkosten den Betrag von 30 Mt. übersteigen, den wirklich aufgewende ten Kostenbetrag erstatten.
Kunstausstellung Darmstadt. Nachdem nunmehr ein Monat seit Eröffnung der Ausstellung verflossen ist, läßt sich feststellen, daß sie sowohl das Interesse des einheimischen, wie des auswärtigen Publikums in reichem Maße gefunden hat. Auch der Bil derverkauf hat gut eingesetzt.
* Programm für das 28. Bundesfest des Deutschen Radfahrer- Bundes. Freitag, 4. August: Sigung des Bundesausschusses. Abends: Vorfeier( Kommers) im Festsaale des Zoologischen Gartens. Samstag, 5. August, vormittags: Besichtigung der Stadt, feierliche Eröffnung des Bundestages im Städt. Rathaus und Frühstück der Stadt. Nachmittags: Empfang der Fahrer der Kraftsternfahrt, Vorwettbewerbe in den Saal- und Wettfahrkonkurrenzen, Doppelkonzerte auf dem Festplatz. Abends: Begrüßungsfest in der Festhalle und Festpark. Sonntag, 6. August, vormittags: Korso und Festzug durch die Straßen der Stadt. Nachmittags: Meisterschaftsrennen in der Arena. Abends: Gartenfest im Festpark. Montag, 7. August: Vormittags: 100 Kilometer- Mannschaftsfahren, Rasenpolo, Radund Fußtouren in den Taunus. Mittags: Festessen im Frankfurter Hof. Nachmittags: Doppelfonzert im Festpark. Abends: Saalfest in der Festhalle, Saal- Wettbewerbe, auf dem Festplatz großes Volksfest. Dienstag,
-e Diez, 20. Juni. Der Rennfahrer Breuer ist gestern zur Verbüßung seiner lebenslänglichen Zuchthausstrafe in das hiesige Zuchthaus gebracht worden. Breuer wurde bekanntlich zum Tode verurteilt, ist aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Der Verurteilte, der noch immer seine Unschuld beteuert, versucht die Wiederaufnahme seines Prozesses durchzusetzen. =)( Frankfurt, 20. Juni. Ein eigenartigen Unglücksfall, der einem jungen Menschen das Leben kostete, ereignete sich Sonntag abend nach 11 Uhr in dem von Cronberg kommenden Zug zwischen Bockenheim 11. hier. Der 27 Jahre alte Architekt Wilhelm Fink hatte mit seinen Verwandten und seiner Braut einen Ausflug unternommen. Zur Heimfahrt wurde der abends 10.45 Uhr von Niederhöchstadt abgehende Zug benutzt. Die Gesellschaft hatte in einem großen D- 3ug- Wagen Platz genommen. Wegen der großen Breite der Wagen ist das Hinauslehnen aus den Fenstern streng verboten. Nachdem der Cronberger Zug die Station Bockenheim verlassen hatte, wurde F. von einem Unwohlsein befallen, und er lehnte sich zum Fenster hinaus, um frische Luft zu schöpfen. In der Nähe des Hellerhofes fiel F. plötzlich in das Wagenabteil zurück. Der Kopf ihm fast vollständig zerschmettert. Die mitfahrenden Verwandten standen entsetzt bei dem Verunglückten, der unter ihren Händen verstarb. Nachdem der Zug im Hauptbahnhof angekommen war, erstatteten die Verwandten sofort Anzeige. Die Untersuchung ergab, daß in der Zeit, in der sich F. aus dem Fenster hinauslehnte, der um 11 Uhr 8 Min. in Frankfurt abgehende Eilzug nach Homburg den Cronberger Zug freuzte. An dem Eilzug stand eine Tür offen, von der Fink erfaßt wurde.
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