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er an, daß er wirklich eine wunderbare Kraft in fich fühle, die ihm von seinem Bater vererbt worden set. Diese Kraft befähige thn, namentlich Krämpfe und Flechten zu heilen. Die beste Behandlungszeit sei gegen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Die Anklage geht von dem Standpunkt aus, daß Sauer von seinen Patienten Geld genommen habe, obwohl er von der Unwirksamkeit seiner Behandlung über­jeugt sein mußte. In dieser Beziehung behauptete der An­geflagte, daß er von seinen Patienten immer nur fünf Bfennig gefordert habe, damit die Leute an seine Methode glaubten. Diese Behauptung fand in der Beweisaufnahme ihre Bestätigung. Verschiedene Patienten hatten daneben noch den Kindern des Angeklagten fleine Geschenke gemacht. Auch sonst gestaltete sich die Beweisaufnahme für den An­geklagten nicht ungünstig. Ein Invalide erzählte, daß er burch die Behandlung des Angeflagten von Gicht befreit worden sei. Eine Patientin will durch den Angeklagten von jahrelangem Flechtenleiden befreit worden sein. Unter den Heilmitteln des Angeklagten spielten eine Rolle neben dem Sandauflegen und Besprechen auch Leitungswasser, grüner Wegerich, Kognak und Buttermilch. Auf Grund der ganzen Beweisaufnahme kam das Gericht zu dem Erkenntnis, daß der Angeklagte von der Wirksamkeit seiner Mittel überzeugt set und daß ihm der Aberglaube der Bevölkerung zur Sette stehe. Von einem Betruge könne unter den obwaltenden Verhältnissen aber keine Rede sein, sodaß Freisprechung er­folgen müffe.

Vermischtes.

Bom Aufenthalt des Kaisers auf Korfu wird der, Tgl. Rosch." geschrieben: Auf dem Achilleion geht es recht ruhig zu. Frühmorgens werden kleinere Spaziergänge durch den Part nach dem Meere hinunter unternommen. Dann ar= beitet der Kaiser wohl auf der Achilles- Terrasse oder er hört die Vorträge des Kabinettschefs. Nachmittags gibt es bei günstigem Wetter- einige Male hatten wir Sturm und Regen und empfindliche Kühle größere Ausflüge mit Automobil, bei denen der Tee mitgenommen und an einem schönen Aussichtspunkte auf den Bergen oder am Gestade eingenommen wird. Zu den Tafeln werden die Offiziere der Hohenzollern", der Königsberg" und des Sleipner" abwechselnd hinzugezogen. Besuche werden nicht empfangen. Bei den Spaziergängen erweist der Kais ser auch diesmal wieder der Landbevölkerung viel Freund­lichkeit und läßt oft fleine Schmucksachen und dergleichen verteilen. Eines Morgens faufte er in Benizze Fische für die kaiserliche Küche, einmal ließ er zwei Bauernweiber, die schwere Körbe mit Orangen wie üblich auf dem Kopfe ben steilen Berg hinanstiegen, im Automobil samt ihrer Last mitnehmen und beschenkte sie auch mit kleinen Ringen. Am ersten Sonntag war auch wieder Bauerntanz unter den Dorfoliven von Gasturi. Es ist Fastenzeit, und die Frauen und Mädchen hatten zuerst Bedenken zu tanzen. Aber die Priester zerstreuten diese und wohnten selbst dem Tanze bei, der ja vor lauter Sittsamkeit schon beinahe

gewählte Dame eine eifrige Vorfämpferin der Mäßigkeits­bewegung ist, so daß sich die Bürgermeisterin verspricht, daß die neue Polizei- ,, Directrice" energisch gegen Trunken­bolde und Spieler vorgehen werde.

Für 390 Mart ein dreistöckiges Wohnhaus erstanden. In Schwandorf am Bodensee, das zu den Gemeinden zählt, die bei jeder Volkszählung eine Abnahme der Einwohner­schaft zu verzeichnen haben, wurde dieser Tage der Ober­rheinischen Korrespondenz" zufolge aus einer Konkurs­masse ein dreistödiges Wohnhaus samt Scheune und Stall­ung und etwa 44 Quadratmeter Hofraite zum Preise von 390 Mark ohne jegliche Schuldübernahme verkauft. Kurze Zeit vorher wurden für ein zweistöckiges Wohnhaus 200 Mark gelöst.

Bei der Rettung seines Hundes ums Leben gekommen. In München ist ein 62jähriger Polier bei dem Versuch, trotz öringender Bitten seiner Frau und seiner drei Kinder, feinen in die Jfar geratenen Hund zu retten, von den Wellen erfaßt und in das Turbinenhaus eines Elektrizi­tätswerkes hineingeriffen worden. Dort wurde der bereits Ohnmächtige durch den engen Leerlauf der Turbine ge­zogen, wobei ihm die Kopfhaut völlig heruntergerissen wur­be. Die Berufsfeuerwehr mußte schließlich die Leiche bergen. Eine Preisfrage. Es dürfte in den Osterfeiertagen kaum ein Restaurant in Berlin gegeben haben, in dem nicht auf der Speisekarte der Osterlammbraten" gestanden hätte, und gewiß haben sich die Gäste ihn gut schmecken lassen. Aber nun die Kehrseite. Die Allg. Fleischer- 8tg." hat fest­gestellt, daß in der Woche ver Ostern nur etwa 1800 Lämmer lebend und geschlachtet in Berlin eingeführt wurden. Wo mögen die vielen anderen Osterlämmer, die in den Restau= rants und Privathäusern während der Ostertage verzehrt worden sind, bergekommen sein?

Folgenschmere Gasexplosion in Berlin. Als der Vor­fosthändler Dorsch in der Schloßstraße zu Steglitz Dienstag früh mit seinem Bruder den Laden betrat, strömte ihnen ein intensiver Gasgeruch entgegen. Der Bruder entzündete ein Streichholz, um die Leitung abzuleuchten. In demsel= ben Augenblick erfolgte eine furchtbare Detonation. Flam­men schlugen hervor, und die beiden Brüder wurden durch den Luftdruck in die Höh gehoben und zu Boden geschleu= dert. Ein Vorübergehender wurde durch Glassplitter ge­troffen und verletzt. Während ein Teil der herbeietlenden Feuerwehr das Feuer löschte, bemühte sich ein anderer um Ste drei Schwerverletzten. Der Laden und eine anstoßende Stube sowie die Küche sind vollständig zerstört.

Vom Sklaven zum Millionär. Dieser Tage ist in Ger­mantown bei Philadelphia der reichste Neger der Vereinig ten Staaten, der über ein Vermögen von 6 Millionen Mark verfügte, gestorben. Vor 61 Jahren war er in Eastville im Staate Virginia als Sohn eines Sklaven geboren. Im Alter von 21 Jahren ging er mit einem Vermögen von 52 Dollars, dem Rest einer väterlichen Hypothek, in die Welt, und verstand es, in kurzer Zeit durch die Leitung von Au­sternrestaurants sich sein Vermögen zu erwerben. Er grün­dete in Philadelphia ein Seminar und eine Sparbank für Neger.

tein Tanz mehr ist, sondern nur ein Hin- und Hertrippeln Ein italienischer Hauptmann von Köpenick.

einer geschlossenen Kolonne hübsch angezogener Bäuerin­nen, denen ein einziger Mann vortanzt. Ein sehr musik­verständiger Flügeladjutant des Kaisers und der Kapell­meister von der Hohenzollern" hielten die eintönigen Rhythmen des alten Geigers gleich in Notenschrift fest, während der Photograph des Kaisers den Vorgang fines matographisch aufnahm. Der Kaiser im hellgrauen Jadett­anzug mit gleichfarbigem weichem Hut, der Kronprinz im graugrünen Tropenreiseanzug, die Kaiserin, die Kronprin­Bessin und die Prinzessin Viktoria Luise in hellen Gewän­bern sahen dem Schauspiel zu, umgeben von den Damen und Herren des Hofes, der Dienerschaft aus dem Achilleion und geputzten Sonntagsausflüglern, die von der Stadt Korfu heraufgekommen waren.

Ein Heiratsschwindler aus dem Untersuchungsgefäng nis entwichen. Der frühere Kaufmann Mag Schimangt, der unter dem Namen Graf de Passy Heiratsschwindes leien begangen hatte, ist aus dem Heilbronner Unter­suchungsgefängnis entwichen. Ein Komplize leistete ihm Silfe, indem er ein Gitterfenster, das in eine enge Gasse mündete, durchsägte. Schimangt und sein Genosse sind dann in einem Auto entwichen; eine Spur ist von ihnen noch nicht gefunden worden. Schimangt wurde im Juli 1910 aus dem Zuchthaus zu Sonnenburg entlassen, nachdem er bereits 13 Jahre wegen Betrügerien und anderer De lifte interniert war. Der Hochstapler wußte sich unter dem Namen eines Grafen de Passy, dem er durch eine Uniform erhöhten Glanz verlieh, in den besten Gesellschaftskreisen Eingang zu verschaffen. Er besaß behördlia) beglaubigte Legitimationspapiere, die natürlich gefälscht waren. Bei Heilbronn kaufte er mit Hilfe dieser Papiere das Schloß Stettenfeld, ohne einen Pfennig Geld zu besigen. Sein Verhältnis zu einer Kellnerin, die er zu einer Automobil­tour durch Deutschland einlud, wurde ihm zum Verhäng­nis. Der Vater dieses Mädchens, das Frau Gräfin" wer­den wollte, ließ nämlich Nachforschungen anstellen, und so fam der Schwindel an den Tag. Schimangt wurde Mitte vorigen Monats auf Requisition der Berliner Kriminal­polizei von der Heilbronner Staatsanwaltschaft festge= nommen und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert.

Berliner Jdyll. Auf einer Bank im Humboldtshain sigen Pennbrüder und unterhalten sich über die soziale Lage ihres Standes. Da sagt einer zu dem anderen: Sage mal, Willem, wir sind doch alle arme Luders, wie kommt et nu bloß, det Du immer Schnaps hast un wir bloß so [ elten?" ,, Det will idk Dir sagen," entgegnet der Ge­fragte ,,, det liejt daran, det Ihr anderen alle Düssels seid und ich een Schlaufopp. Paß mal Achtung. Seh mal, hier habe idk zwee janz ejale Pullen und een falschen Jro­schen. Nu jeh id mit die eene Pulle an'n Brunnen und lass' se voll Wasser Loofen. Denn jeh idk in die erste beste Destille und sage: Jeben Se mir mal vor'n Jroschen Jil­la" und reiche die leere Pulle hin. Der Budiker schenkt se voll, jibt se mir un ick steche se in und jebe ihm denn den Froschen. Er belieft ihn, wird frob und sagt: Sie, Män­neken, Ste sind woll dumm uff eene Bade, der Froschen ts ja falsch!" Woruff id mir den Froschen befieke un er­Schrocken sage: Ach Jott, ja, der Froschen is falsch, aber id habe teenen anderen." Dann brüllt er: Na, denn je= ben Se mal den Schnaps jleich widder her" woruff id in de Tasche fasse und ihm die Pulle mit Wasser jebe. Die Hießt er denn aus, jibt se mir widder un id verlasse mit meinem Schnaps de Destille. So hat man bei die deiren Beiten immer Schnaps."

Einen weiblichen Polizeidirektor und einen weiblichen Bürgermeister hat die amerikanische Stadt Hunnewell in Kansas. Die Ernennung einer Dame zum Polizeidirektor Ist die unmittelbare Folge der Wahl eines weiblichen Bür­germeisters. Erstere hat in den letzten Tagen, lettere aber bereits vor einer Woche statgefunden. Frau Ella Wilson, die Bürgermeisterin, wählte Frau Rose Osborn aus einer ganzen Reihe von Bewerberinnen um die Stelle eines Bo­Itzeidirektors, wobei der Umstand Ausschlag gab, daß die

Nun hat Italien, das fich seinerzeit so trefflich über die Abenteuer des schlauen Schusters Votgt amüsiert hat, seinen eigenen Hauptmann von Köpenick, der sogar den Helden der Köpenicker Aventure noch überbietet, denn er hat nicht nur einmal, sondern wochenlang die italienische Polizei an der Nase herumgeführt und wäre vielleicht noch heute ein freier Abenteurer, wenn seine Erfolge ihm nicht zu Kopf gestiegen und er gar zu unvorsichtig geworden wäre.

In Catania beginnt jetzt der Prozeß gegen den ehe­maligen Schullehrer Raffaele Musmeci, der bereits 14 Ver­urteilungen wegen Schwindeleten, Taschendiebstählen und Betrug auf dem Kerbholz hat. Seine neuen Heldentaten begann er unmittelbar nach Abbüßung seiner letzten Ge­fängnisstrafe. Nach Verlassen des Buchthauses wandte er sich nach Catania, um seinen Bruder aufzusuchen, der Be­amter der Polizei ist; doch der war inzwischen nach Venedig versetzt, und Musmeci hatte kein Reisegeld. Was sollte er tun? Er ging auf die Walze, marschierte ins Innere des schönen Siziliens und machte dann in der Nähe von Nam­macca zum ersten Male Station. Ins erste beste Bauern­haus ging er und erklärte dem Besizer: Ich bin der Des legierte Cavaliere Giuseppe Consolt, auf der Jagd nach Verbrechern habe ich eine gute Strecke Weges hinter mir, reichen Sie mir einen Trunt." Der Bauer beeilte sich, den hohen Herrn zu bedienen, und alsbald entspann sich ein Ge spräch. Der Cavaliere Consolt erfundigte sich bei dem Land­mann über den Sicherheitsdienst, er set vom Ministerium entsandt, um an Ort und Stelle Nachfrage zu halten, und als er an der Wand des Bauernhauses zwei Gewehre und einen Dolch sah, runzelte er mißtrauisch die Brauen: Ha­ben Sie denn auch einen Waffenschein?" Der arme Bauer wurde blaß, fein Waffenschein set vor kurzem abgelaufen und er habe noch keinen neuen. Mit 80 Lire Vorschuß für den neuen Waffenschein verließ der Cavaliere" den Hof, und der erste Erfolg hatte sein Selbstbewußtsein so gestärkt, baß er sich furchtlos in die Höhle des Löwen begab.

Geradenwegs schritt er in die Carabiniert- Kaserne, be­förderte sich hier zum Kommissar Cavaliere Consolt", be= sichtigte kritisch die Anstalt und ließ sich dann drei Cara­biniert geben, mit denen er in der Umgegend eine Razzia abhtelt. Er fonfiszierte Ochsen und Kühe, weil sie aus einem Diebstahl herrühren sollten, verhaftete reiche Hofbe­sther wegen Steuerhinterziehung; nur der besonderen Nach­sicht des Herrn Kommissars" war es zu danken, wenn die Verhafteten und die konfiszterten Tiece gegen eine ent­sprechende Kaution einstweilen wieder freigegeben wurden. Die erlegten Kautionen und die Ergebnisse der Haussuchun­gen hatten dem Cavaliere" innerhalb von drei Tagen 4- bis 5000 Ltre eingebracht, mit denen er sich in einem Coupee erster Klasse in die Bahn setzte und nach Palermo fuhr. Erst fünf oder sechs Tage später kam der Schwindel an den Tag. Musmeci las in den Zeitungen die Schilde­rung, als echter Cavaliere fonnte er natürlich solche Ent­stellungen nicht auf sich sißen lassen und ging sogar so weit, den Zeitungen unter Berufung auf das Breßgesetz gehar­nischte Bertchtigungen zugehen zu lassen. Dann aber reiste er mit einer Geltebten, die die Laune des Tages ihm zu­geführt hatte, nach Florenz, überreichte der schönen Ange­beteten einen Tausendlireschein, und als die Dame eines Morgens verschwunden war, ging der Kommissar Cavaliere Consolt auf die Florentiner Polizeipräfeftur und erstattete Anzeige: Die Carolina Brazzini aus Neapel habe ihm einen Koffer mit tausend Lire gestohlen, er bitte, sofort Nachforschungen anstellen zu lassen. Auch die Florentiner Polizei saß dem würdigen Herrn Kommissar auf und ver­sprach ihm alle Unterstüßung.

Aber der Gipfel wurde erreicht, als Musmeci nach Neapel zurückkehrte und dort verhaftet wurde. Durch sein sicheres Auftreten brachte er es tatsächlich fertig, nach vier Stunden wieder mit vielen Entschuldigungen in Freiheit gesetzt zu werden, und er schied mit der herablassenden Be­merkung: Diesmal will ich die Sache noch durchgehen laffen." Das Schicksal ereilte ihn erst in Florenz. Er hatte sich mit der Geliebten inzwischen wieder ausgesöhnt und wollte nun bei der Florentiner Präfektur die von ihm er­stattete Anzeige wieder rückgängig machen. Als er zum zwetten Male in dieser Angelegenheit aufs Polizeiamt fam, behielt man ihn gleich da: nachdem er vier Wochen lang die Rolle des Kommissars erfolgreich durchgeführt und die italienische Polizei genarrt hatte, ereilte ihn endlich sein Schicksal.

Drabtnachrichten und neuestes.

Eine Bahnhofs- Kuppelhalle eingeftfirat. Frankfurt a. M., 19. April. Im neuen Hauptbahnhof in Darmstadt stürzte gestern die ciferne Dachkonstruktion der Kuppelhalle ein. Perfonen wurden nicht verletzt. Der Materialschaden ist groß.

Großer Waldbrand.

Duisburg, 19. April. In den gräflich Speeschen Waldur.gen vernichtete ein ausgekommener Brand Tau­sende von Morgen Bestand.

Blutiges Rencontre mit Wilderern. Recklinghausen, 19. April. In der Notwehr schoß ein Förster bei einem Zusammenstoß mit acht Wilddieben zwet nteder; die anderen entflohen.

Räuberhauptmann Stratmann und seine Komplizen.

Effen, 19. April. Ein zu der Bande des berüchtigten Straßenräubers Stratmann gehöriger Bergmann wurde verhaftet. Er ist dringend verdächtig, an dem Raubüberfall auf den Geidtransport bei Gladbeck beteiligt gewesen zu sein.

Selbstmord eines Ulanen- Wachtmeisters. Hannover, 19. April. Der Oberwachtmeister Schoole vom hiesigen Königs- Ulanenregiment hat sich gestern nach­mittag erschossen. Der Grund ist angeblich Schwermut. Hunderttausende für Rennwetten.

Berlin, 19. April. Bei dem gestrigen ersten diesjähri gen Grunewaldrennen erreichten die Wetteinfäße am To­talisator die für deutsche Verhältnisse sensationelle Höhe von rund 636 000 Marf. Die Eintrittsgelder beliefen sich auf rund 62 000 Mark.

Opfer eines Bootsunfalles.

Thorn, 19. April. Auf dem Geserichsee bei Deutsch­Enlau fenterte ein Ruderboot, in welchem ein Zahlmeister­aspirant und zwet Studenten nach einer Ausfahrt zurück­fehrten. Nur ein Student konnte sich retten, die beiden an­deren Insassen ertranken.

Der Brand des Rathauses von Schaerbeck. Brüssel, 19. April. Der Feuerwehr ist es gelungen, aus den Schüttmassen des Rathauses von Schaerbeck einige Ge­mälde herauszuholen, die schon als verbrannt galten. Die in einem unterirdischen Tresor verwahrte Kommunalfasse ist ebenfalls geborgen. Sie enthielt drei Millionen in bar und Wertpapieren. Man weiß bts jetzt nicht, ob ein oder mehrere Täter das Feuer angelegt haben. An verschie= denen Stellen wurden gleichartige Funde von mit leicht explodierbarem Naphta angefüllten Gläsern gemacht. Im Rathause lagerte eine Menge Munition, besonders Kar­tätschen für die Bürgergarde, die während des Brandes ex­plodierten.

Der Winzeranfstand in der Champagne.

Paris, 19. April. Im Auftrage des Untersuchungsrich­ters wurde der Anarchist Dupuits, einer der Haupturheber des Winzeraufstandes verhaftet. In seiner Wohnung hat man zahlreiche anarchistische Schriften gefunden. Die Ver­Haftung erfolgte, weil man bei der Haussuchung Glück­wunschschreiben von Winzern beschlagnahmt hatte, die deur Dupuits zu dem außerordentlich guten Gelingen des Auf­standes gratulierten."

Ein Königstrener.

Lissabon, 19. April. Amtlich wird die Entlassung des Artilleriehauptmanus Vaive Conreire bekannt gegeben, des einzigen Offizters, der sich wirklich den republikanischen Truppen beim Ausbruch der Revolution widersetzt hatte. Eine ungarische Ortschaft durch Fener zerstört. Budapest, 19. April. Die Gemeinde Groß- Kinizs im Komitat Abanj- Torna wurde durch Feuer zerstört. 40 Häuser samt den Nebengebäuden sind niedergebrannt, vont denen der größte Teil versichert ist.

Gegen die Mormonen.

London, 19. April. In England ist die Erregung gegen die Mormonenmission gewachsen. In Berkenhead stellte eine aufgebrachte Volksmenge dem Mormonenprediger das Ultimatum, innerhalb 8 Tagen die Stadt zu verlassen. Nach Abhaltung einer Protestversammlung marschierte die Menge vor das Hauptquartier der Mormonen und schlen­derte Steine gegen das Haus. Die einschreitende Polizei wurde von der Menge hart bedrängt, so daß sie von ihren Knüppeln Gebrauch machen mußte. Als die Polizei mit 5 Verhafteten abziehen wollte, wurden die Polizisten mit Steinen und sonstigen Gegenständen beworfen. Die Fest­genommenen wurden auf der Polizei gegen Kantion wieder freigelassen. Ausschreitungen in der Trunkenheit.

Oberstein bei Saarbrücken, 19. April. Bei einer Schlägeret stürmte eine Bande von fünfzehn jungen Bur­schen, die angefrunken waren, ein Wirtshaus und demolier­ten die Einrichtung. Schließlich griffen der Wirt und sein Bruder zum Gewehr, verwundeten einen der Burschen le­bensgefährlich und einen andern schwer.

Ein portugiesischer Dampfer in Seenot. London, 19. April. Wie aus Kapstadt gemeldet wird, ist der portugiesische Dampfer Lusitania" bei Bellows­Rock auf Grund geraten und droht wrack zu werden. Eine Hilfsexpedition ist abgegangen.

Bandel und Verkebr.

Frankfurt, 18. April. Vichmarktpreise vom 18. April. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt ( Lebendgewicht) M 51 bis 56,( Schlachtgewicht) M 93 bis 97, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Lebendgew.) M 47 bis 50,( Schlachtgew.) M 85 bis 91, 6) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 44 bis 46,( Schlachtgew.) M 81 bis 85. B. Bullen: a) vollfleischi= ge, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 45 bis 50,( Schlachtgew.) M 75 bis 83, 6) vollfleischige, jüngere( Lebendgew.) M 40 bis 43,( Schlachtgew.) M 66 bis 71. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, augemästete Fär­sen höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 46 bis 50,\ ( Schlachtgew.) M 83 bis 89, 6) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 44 bis 48,( Schlachtgew.) M 82 bis 86, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgew.) M 39-43,( Schlachtgew.), M 75-83, dto. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgew.) M 38-43,( Schlacht­gewicht) M70-80, 5) mäßig genährte Kühe und Färsent ( Lebendgewicht) M 30-33,( Schlachtgewicht) M 60-66, e) ge= ring genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 26-28, ( Schlachtgewicht) M 59-64. D. Kälber: a) Doppellender, feinste Mast( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) M 00-00, 6) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saug= Kälber( Lebendgewicht) M 60-65,( Schlachtgewicht) M 100; bis 108, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebend­gewicht) M 55-58,( Schlachtgewicht) 93-98, d) geringe. Saugkälber( Lebendgewicht) M 50-54,( Schlachtgewicht) Mark 85-92. Schafe. A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 42,( Schlachtgewicht) M 88. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Rebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-50,( Schlacht­gewicht) 62-63, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-49,( Schlachtgewicht) M 62-63, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilogr., Lebendgewicht( Rebendgewicht) M 48-50,( Sstlachtgewicht) M 60-62, d) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogr. Le bendgewicht( Lebendgewicht) M 47-50,( Schlachtgewicht) M 61-63.