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des Zentralamis und lebt Ministerialdirektor. Die Mt nister Maybach, Thielen, Breitenbach erkannten die außerordentliche Begabung, den eisernen Fletß des Herrn Hoff vielfach an und setzten seine Beförderung regelmäßig durch.

Todessturz vom Jungfernsprung". Im Jonastal in Thüringen steht ein Fels, der den Namen Jung­fernsprung führt, well sich jedes Jahr junge Mädchen aus irgend einem Kummer von ihm in die Tiefe stür­zen. Nachdem sich erst vor furzer Zeit die schöne Loch­fer eines Briefträgers aus Arnstadt aus Schwermut von dem Felsen herabgestürzt hatte und tot aufgefun den worden war, hat jetzt schon wieder ein junges Mäd­chne den Todessprung von dem Felsen hinunter aus­geführt. Das Mädchen, das schwer verwundet am Fuße des Felsens aufgefunden und ins Krankenhaus ge­bracht worden war, ist dort nach wenigen Stunden seinen Verlegungen erlegen. Es handelt sich um die Tochter eines Lehrers in Arnstadt. Es ist rätselhaft, was das junge Mädchen zu dem unfeltgen Entschluß getrieben haben kann.

Ein Schlachtschiff" für einen Mezgerlehrling. Jüngst ging dem Kommandanten eines der größten Kolosse unserer Flotte das Gesuch eines begeisterten Jünglings um Aufnahme in die Kaiserliche Marine zu, stilistisch leidlich, orthographisch nicht schlimmer als an­dere Briefe dieser Art. Zum Schluß bemerkte die Blau­lace in fpe treuherzig: Ich habe Megger gelernt und möchte darum auf ein Schlachtschiff."

Eine falsche Spur der Mona Lisa". Wieder hat für kurze Zeit die tritgerische Hoffnung geherrscht, daß bie Mona Lisa", das seit dem 22. August vermißte Meisterwerk Leonardo da Vincis der Kulturwelt zu rückgegeben tit. In einem kleinen fanzösischen Hafen­orte fanden Zollbeamte bei der Untersuchung von Kt­sten, die aus Badua stammten, ein Bild, das auf Holz gemalt war und die Mona Lisa" darstellte. Ste glaub­ten, das aus dem Louvre gestohlene Bild wieder zu erfennen. Eine genauere Untersuchung ergab jedoch, daß die Größenmaße des Bildes nicht dieselben waren, wie die der echten Mona Lisa". Man glaubt indessen, daß es sich um ein Kunstwerk handelt, das einem Mu­seum in Florenz gehört hat.

Einen erstaunlichen Appetit bewiesen, so meldet man dem Berl. Lot.- Auz." 40 Teilnehmer an einer Bauern­hochzeit, die dieser Tage in einem Dorfe bet Noisseville in Lothringen abgehalten wurde. Man verlangt in te= ner Gegend von einer echten Bauernhochzeit vor allen Dingen, daß die Tafel nicht nur gut, sondern auch reich­lich besetzt ist. Die Hochzeitsgäste vertilgten miteinan= der 60 Pfund Ochsenfleisch, 70 Pfund Kalbfleisch, 5 Spanferkel, 16 Gänse, 14 Boularden, 22 Hühner, 12 En­ten, 8 Kalbsköpfe, 12 Hafen, 40 Bfund Hecht, ½ Zentner Käse, 80 Dußend Eier und 60 Pfund Butter. Der Durst wurde gelöscht durch 600 Liter einheimischen Rotwein, 150 Liter Bordeaux und 120 Liter Weißwein. Es fet nur noch bemerkt, daß von irgendwelchen Magenbe­schwerden nichts bekannt geworden ist.

Die Hinrichtung des Negers im Opernhause. Aus Neuport wird gemeldet: Auf der Bühne des Overn­bauses zu Jackson erfolgte am Freitag die Sinrichtung eines zum Tode verurteilten Negers namens Turner. Die Hinrichtung sollte anfangs im Gefängnishof des Ortes stattfinden. Infolge der andauernden Regenfälle der letzten Tage hatte der Scharfrichter, um das Publi­fum vor Nässe zu bewahren, den Ort der Erefution ins Opernhaus verlegt. An die Verwandten des Delin­quenten sowie an die Behörden und zahlreiche andere angesehene Einwohner waren Einladungen" ergan­gen, und so waren am Abend die Logen und Ränge des Theaters von elegant gekleideten Damen und Herren bicht besetzt, die wie zu einer Extravorstellung erschienen waren, um der Hinrichtung des Negers beizuwohnen.

Vom Kronprinzen. Aus Danzig wird der Tgl. Rosch." geschrieben: So wenige Wochen der Kronprinz auch erst in Langfuhr ist, so häufig hat er schon bei den verschiedensten Gelegenheiten Veranlassung genommen, seine volle zufriedenheit über die Versetzung und Ver­legung seines Hofhaltes nach der Danziger Vorstadt auszusprecher Es sollten daher endlich die Gerüchte verstummen, die Gegenteiliges glauben behaupten zu können. Vor allem hat sich der Kronprinz ungewöhnlich schnell in seine neue Kommandostellung hineingearbet= fet, was sich aus vielen Beispielen nachweisen läßt. Selbst für den sogenannten kleinen Dienst" in seinem Regimentsverbande zeigt er regstes Interesse. So er­fcheint er unerwortet und selbst in späteren Tagesstin­den in den Pferdeställen, um sich persönlich von den Ab­fütterungen, der vorschriftsmäßigen Ordnung in den einzelnen Beritten usw. zu überzeugen. Und auch die­jenige Berufs" eigenschaft besitzt der Kronprinz in ho­Hem Maße, die unter Umständen so viel wert sein kann, eine erstaunliche Personalfenntnis. Nicht nur das ge­famte Unteroffizierkorps der 1. Leibhusaren, sondern auch die Mehrzahl der Leute kennt er schon bet Namen.

Wegen unglaublicher Schwindlelen ist der 40 Jahre alte, aus Berlin gebürtige Hauptmann a. D. Ernst Lehmann in Berlin verhaftet worden. L. stand früher in Glogau und zuletzt in Küstrin. Dort nahm er im

Mit Stentorstimme verkündete er, daß Herrn Moreno ein kleiner Unfall betroffen habe, daß das Programm aber unbeirrt durch diese Störung seinen Fortgang nehmen werde. Es wäre durchaus kein Grund zur Aufregung vorhanden. Die Musik setzte mit einem lustigen Walzer ein, die erregten Gemitter beruhigten sich schnell, und bald freute man sich mit lachenden Ge­sichtern über das fecke He hopp!" der beliebten Schul­reiterin Miß Arabella.

Felicia war mit Emmi und den beiden Begleitern sogleich aufgebrochen, um nach der Garderobe zu eilen; sie wurden aber unterwegs von einem Polizeikommis­sar angehalten, der mit ernster Miene Rechenschaft we­gen der Störung forderte.

In fliegender Hast wurde dem Manne das nötige mitgeteilt, und dann begaben sich alle fünf nach dem Her-, renraum, wo der Direktor mit einer Reihe von Stall­meistern und einem Arzt sich um die beiden Artisten zu schaffen machte.

" Das ist die Dame!" rief der Direktor zornig, als er Felicia sah, aber er wurde von dem Polizeikommis­far unterbrochen.

Im Namen des Gesetzes! Es soll sich hier um awei Verbrecher handeln. Sind sie betde tot?"

" Der eine nicht," versetzte der Arzt. Und flüsternd fügte er hinzu: Allerdings hat er auch höchstens noch eine Stunde zu leben."

Friz war mit belden Damen und dem Doktor dicht an den Sterbenden herangetreten. " Sind Ste Christtan Frant?" fragte er. " Jawohl, ich bin es," sagte der Daltegende mit fchwacher Stimme.

"

Erkennen Sie mich?"

Frank schaute mit erloschenen Augen die vier Frem­Den an. O, ich habe Fräulein Emmi Heinroth sofort erkannt, als ich auftrat. Und an den Mienen threr Be­gletterin sah ich deutlich, daß man gekommen war, um

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Jult dieses Jahres feinen Abschied. Um sich über Was fer zu halten, verfiel er auf Schwindeleien. Besonderes Vertrauen versuchte er dadurch zu erwecken, daß er Geldgebern vorspielte, seine Frau set eine geborene von Bleichröder. In Wirklichkeit stammt feine Frau aus einer einfachen kleinbürgerlichen Familie. Sie lebt schon seit längerer Zeit getrennt von ihm. Als Unter­lage für seine Schwindeleien diente Lehmann nament lich auch seine Wohnungseinrichtung, die 27 000 Mark wert sein sollte. Es gelang ihm, fie nicht weniger als 31mal für je 2000 Mart zu verpfänden, so daß er darauf im ganzen 62 000 Mart erhielt. Keiner der Gläubiger wußte natürlich von dem Pfandrecht des anderen. End­lich verkaufte er auch noch die so oft verpfändete Ein­richtung. Auf andere Unterpfänder verschaffte sich Leh­mann noch 200 000 Mart. Nach einem Aufenthalt in Paris kehrte er, nachdem seine Mittel erschöpft waren, nach Berlin zuritd. Bulegt wohnte er in einem Pen­fionat am Bismarckplay. Unterdessen liefen gegen ihn von Geschädigten verschiedene Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft ein. Die Folge war, daß Lehmann verhaftet wurde.

Die Jagd auf den Spion Glauk

hat in Leer zu einer merkwürdigen Verhaftung geführt. Die 3ta. für Ostfr." erzählt darüber: Es wird um die mitternächtliche Stunde gewesen sein, daß einem in der Nähe der Post patrouillierenden Nachtwächter ein männliches Individuum auffiel, daß dem Beamten eini= germaßen verdächtig vorkam. Rasch benachrichtigte er den nächstwohnenden Polizeisergeanten, und vereint machten sie sich auf, dem verdächtigen Fremden auf den Bahn zu fühlen. Dieser stand rubia Rede und Antwort und wies eine Legitimationskarte vor, die auf den Na­men des Polizeiwachtmeisters Gerdes aus Wilhelms­haven lautetc. Man glaubte dem Manne aber nicht; eine Legitimationstarte fann ta gestohlen oder gefälscht sein. Kurzum der Fremde wurde in die Mitte genom­men und mußte mit zum Bolizeiarrestlokal marschteren. Dort tamen bei der üblichen Leibesvifitation ut. a. eine Browningvistole und ein Dietrich zum Vorschein. An­gesichts diefes Einbrecherwerkzeugs war es für die Be­amten so gut wie ausgemachte Sache, daß der Häftling fein anderer fein könne als der vielaesuchte Wilhelm Glauß. Zumal auch einige äußere Merkmale in der Erscheinung des Arrestanten mit Angaben in dem hin­ter dem Schußmann- Spion Glauß erlassenen Steckbriefe übereinstimmten. Man kann sich wohl denken, welch' hohes Entzücken die Polizei bet dem Gedanken empfand, einen so ausgezeichneten Fang gemacht zu haben. Noch in der Nacht ging ein Telegramm nach Wilhelmshaven ab. Und nach wenigen Stunden war auch die Ant­mort da. Die Königliche Polizeiverwaltung Wilhelms­haven legitimierte den hter in Haft fißenden Fremden in aller Form als ihren Polizeiwachtmeister Gerdes, der ausgeschickt set, Wilhelm Glauß zu fangen. Schleu­nigst holte man nun den so arg verkannten Boltzet­wachtmeister aus seiner Belle heraus und setzte ihn un­ter vielen Entschuldigungen in Freiheit. Da es bislang nicht üblich war, die Kabe einzusperren, wenn man die Maus fangen will, wird über diesen erheiternden Zwi­schenfall wohl noch viel und herzlich gelacht werden.

Eine gransame Kindesaussehung.

Die Untat einer Mutter, die trop aller Roheit doch ein gewisses Mitleid verdient, befchäftigte am Sonnabend das Berliner Landgericht. Aus der Unter­fuchungshaft wurde das neunzehnjährige Dienstmäd= chen Luise Schröder vorgeführt, um sich wegen Kindes= ausseßung zu verantworten. Sie war feit threm 14. Lebenslahre auf dem Lande in Stellung. Als ste zum erstenmal in einer größeren Stadt, in Frankfurt a. D., Stellung erhielt, lernte ste dort einen Maurer kennen, mit dem sie ein Liebesverhältnis einging. Als sie ge= rade 17 Jahre alt war, gab fie einem Knaben das Le­ben, den sie in ihrem Heimatsort Ortwig in Pflege unterbrachte. Sie arbeitete stets fleißig und bezahlte auch pitnktlich das Pflegeld von 12 Mart monatlich. Der Vater des Kindes zahlte nichts, so daß die Ange­flagte von ihrem geringen Lohn allein für den Unter­halt des Kindes aufkommen mußte. Im Herbst d. J. blieb sie zum erstenmal das Pflegegeld schuldig, da ste nach ihrer Angabe völlig abgerissen" war and für sich sethst Anschaffungen machen mußte. Da die 17,50 Mark Lohn nicht ausreichten, mußte sie auch den Lohn für den nächsten Monat für sich verwenden und konnte wieder­um das Pflegegeld nicht bezahlen.

Eines Tages erschien die Frau, bie das Kind in Pflege hatte, bei der Dienstherrschaft der Sch. und brachte ihr den fett 2 Jahre alten Knaben zurück. In dieser verzweifelten Lage faßte die Angeklagte den Ent­schluß, sich des Kindes zu entledigen. Sie fuhr zu ihren Eltern, die jedoch die Aufnahme des Kindes ablehnten, da ste selbst noch fleine Kinder besißen und in dürftt= gen Verhältnissen leben. Nun ging die Sch. mit ihrem Kind in eine Schonung hinein, zog ihm hter das Jäck­chen über den Kopf und band die Aermel auf dem mich verhaften zu lassen. Aber auch, wenn das nicht der Fall gewesen wäre, mußte es früher oder später zu der heutigen Katastrophe kommen. Denn was ich unter dem Umgang mit jenem Menschen gelitten habe, ist unsäg­Itch. Er hat mich zu allem verführt und mich gequält und gefoltert wie ein böser Dämon. Oft war ich dabet, alles zu veraten; aber dann drohte er, die ganze Schuld auf mich allein zu wälzen, und ich hielt fetge mit meinem Geständnis inne. Jetzt aber kann ich offen alles ge= stehen. O, wie wohl das tut! Ist Polfzet hter?" Der Polizeikommissar trat vor.

Das ist gut. So kann ich meine Aussage vor einer Amtsperson machen."

Ste Sie haben meine Mutter ermordet?" fragte Frizz erregt.

" Nein, nein," unterbrach ihn Felicia, der andere war es."

Lassen Sie mich erzählen, und unterbrechen Ste mich nicht!" bat der Verwundete. Ich fühle es, ich habe nicht mehr viel Zeit. Also, vor allen Dingen, nicht tch, sondern fener Tote war der Mörder. Er war etn verwegener Bursche, der schon manches in fremden Län­dern auf dem Kerbholz hatte, und Itef schon lange ohne Engagement umher. Immer sprach er davon, daß er einen gewagten Coup unternehmen wolle, um sich wie­der auf einen grünen Zweig zu bringen. Da hörte er durch mich von dem Testament und dem vielen Geld, und sofort war sein Plan fertig. Er wollte den Garten auf Stelzen durchschreiten, so daß niemand seine Spur finden konnte, zum Fenster hineinsteigen und die Sum me an sich nehmen. Wenn aber die Frau erwacht und Dich dabet überrascht? wandte ich ein. Nun dann, sagte er, dann bleibt mir nichts anderes übrig als und er zeigte sein scharfes großes Messer. Ich wußte, daß es wohl der Mensch dazu war, sein Wort wahr zu machen, und selbst vor dem Aeußersten nicht zurückschreckte. Da bltzte ein teufitscher Gedanke in ihm auf. Könnten wir es nicht so einrichten, fragte er, daß es ausftebt. als

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Rücken zusammen, so daß sich das arme Wesen nicht be wegen fonnte. Sodann steckte sie das Kind mit dem Kopf voran in ein Kaninchenloch und verstopfte den Eingang mit Reisig und Sand, den sie noch besonders festtrat.

Das bedauernswerte Kleine Geschöpf ist nur durch einen wunderbaren Zufall vor dem Tode bewahrt wor den. Jenes Kaninchenloch hatte in geringer Entfer nung einen zweiten Ausgang, durch den frische Luft einströmte, so daß das Kind wenigstens atmen konnte, Zugleich bildete diese Deffnung aber auch eine Art Sprachrohr, so daß zwei Arbeiter, die zufällig am näch sten Tage an diesem Loche vorbei kamen, zu ihrem Er staunen das klägliche Winseln eines Kindes herausschal len hörten. Sie gingen der Ursache nach und zogen da noch lebende Kind in einem bejammernswerten Zus stande aus dem Loch. Dem armen Kinde waren infolge der Einschnürung die Arme und Beine blau angeschwol­len und fast abgestorben. Nachdem es sich einigermas Ben erholt hatte, brachte es zuerst die Worte heraus: Au, tut weh!" Das Kind, das jetzt wieder völlig ge­fund ist, wurde von der Waifenverwaltung anderwets tig in Pflege gegeben, während die bald ermittelte Mut­ter verhaftet wurde."

Vor Gericht erklärte die Angeklagte auf die Frage des Vorsitzenden, daß sie die Absicht hatte, das Kind verhungern zu lassen. Da die Angeklagte schon in der Voruntersuchung zugegeben hatte, mit voller Ueberle gung den Plan zur Tötung des Kindes gefaßt zu ha ben, erklärte fich die Straffammer für unzuständig und verwies die Sache an das Schwurgericht.

Eine monarchistische Republik in China? Nach einer Haniauer Meldung der Frankfurter Zet tung haben sich die meisten Delegierte der Revo­lutionäre bereit erklärt, die Friedensbedingungen Juanschikais, des gegenwärtigen Vertreters der Regte rung, anzunehmen. Diese Bedingungen, die Juanschitat mit dem chinesischen Kabinett ausgearbeitet hat, umfas sen nach der Meldung eines Petersburger Blattes 32 Bunfte. China wird demnach monarchische Repu blit. Jede Provinz wird zum Staate. Der jetzige Stat­ser wird König. Die Königswitrde ist erblich. Der nig nimmt nicht teil an den Entscheidungen über staat­Itche Angelegenheiten. Der Präsident wird vom ganzen Wolfe auf vier Jahre gewählt. In thm wird die gesamte administratvie Gewalt konzentriert. Er erklärt Krieg und Frieden und schließt Verträge auf den Be­schluß des Parlaments ab. Das Parlament besteht aus zwet Kammern und aus den gewählten Vertretern der Staaten. Die Beschlüsse find endgültig; weber der König noch der Präsident haben ein Vetorecht. Mand­schus und Chinesen haben die gleichen Rechte. Dem Kö­nig und dem Präsidenten werden die gleichen Ehren erwiesen.

Nach einer neueren Meldung aus Schanghat haben die Verhandlungen der revolutionären Führer bisher zu folgendem Resultat geführt: Die Mandschu- Dynastie wird abgeschafft, China wird Republik und Juanfchikat erfter Präsident. Das erste Kabinett wird von der re­publikanischen Kammer gewählt.

Bum italienisch- türkischen Krieg.

Die Agence orientale" meldet, daß beim Kriegs­ministerium in Konstantinopel Nachrichten von türki fchen Küstenplätzen eingetroffen sind, wo man überall italienische Kriegsschiffe beobachtete, die unweit der Küste freuzten. So fah man gestern in Saloniki 15 Kriegsschiffe, die mit östlicher Richtung den Kurs nah­men. In Smyrna wurden zwei italienische Kreuzer und zwei Torpedobonte gesichtet. In Trapezunt sah man mittags 5 italienische Kriegsschiffe bet Syrakus auftau­chen, die füdwärts fuhren. Demzufolge glaubt man, daß die italienische Flottenaktion unmittelbar bevorsteht.

Aus Tripolis wird gemeldet: Tausende von wohl­bewaffneten Arabern versammeln sich seit drei Tagen in Azizia, etwa 60 Kilometer südlich von Tripolis. Der Vormarsch der Italiener nach Azizia soll bevorstehen. Er wird mit mindestens 20,000 Mann Infanterie und Artillerie unternommen werden. Auch werden die bet­den lentbaren Luftschiffe an der Expedition teilnehmen. Die Jtaltener beabsichtigen durch einen schnellen Vor­marsch die türkischen Streitkräfte im Innern aufzu= reiben.

Handel und Verkehr.

Eine erfreuliche Steigerung des Handels von Deutsch- Oftafrika hat das erste Quartal des Kalender­fahres 1911 aufzuweisen. Die Einfuhr über die Küsten­zollstellen betrug in den dret ersten Monaten 9 530 386 M, gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres eine Steigerung von 3 205 671. Die Ausfuhr betrug 3 849 806, gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von 577 912. Hierzu kommt noch der Handel über die Zoll­stellen der Binnengrenze. Derselbe betrug in Ein- und Ausfuhr zusammen 2 387 803 M, gegenüber den dret Monaten des Vorjahdes eine Steigerung von 62 879 M wenn der Alte sie getötet hat? Das wäre nicht schlecht, pflichtete ich bet, aber wie willst Du das machen? Da veranlaßte er mich, jenen aufgefundenen Zettel zu schreiben. Ich hatte ja die Unterschrift des Herrn von Marleben gesehen, einige Briefbogen, die den seinigen glichen, vom Büro her zu Hause und bemühte mich, seine Schrift aus dem Gedächtnis nachzuahmen. Das, fagte er, hohnlachend, das will ich, wenn es zum Schlimmsten tommen sollte, dort in der Nähe des Alten niederlegen mitsamt dem Bleistift. Auch das schöne Testament werde ich mir zur Erinnerung mitnehmen. Dann kann fich die wohllöbliche Polizei den flugen Kopf zerbrechen." Ste Schurfe," fonnte sich Friß nicht enthalten aus­zurufen, warum gingen Sie darauf ein?"

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Ach," seufzte Frank, ich will auch das gestehen was mich dazu trieb- das war Eifersucht Eifersucht?" " Jadenn ich hatte mich in Frau von Marle­ben verliebt."

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,, Und Ste konnten zugeben, daß sie getötet wurde?" " Meine Liebe hatte sich in Haß verwandelt. Niemand hat es erfahren, wie ich fie in der ersten Zeit mit met nen Blicken verfolgt habe und dann gewagt habe, thr meine Empfindungen zu gestehen. Es war auf einem Unterhaltungsabend, wo ich zufällig neben sie zu fizzen tam. Da aber hat sie mich verächtlich angesehen und mir gefagt, daß ich wahnsinnig sein müsse, wenn ich als Mensch in so untergeordneter Stellung, die in ihren Augen der eines Dieners gliche, es wage, metne Blicke zu ihr zu erheben. Sollte das noch einmal vorkommen, so würde ich mich vor aller Welt lächerlich machen. Das fagte sie so hochmütig und sah mich dabei so wegwerfend an, daß sich mein Inneres vor Wut aufbäumte.

( Schluß folgt.)